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Full text of "Gorgias, für den Schulgebrauch erklärt von Julius Deuschle"

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_ FÜR DEN SCHULGEBRAUCH a4: 


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DRUCK UND VERLAG VON Β. Ο. TEUBNER. 
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' e von li gende Schulausgabe des Platonischen Gorgias ist 
‚im Wesentlie jen nach denselben Grundsätzen gearbeitet, welche 
‚mein hochverehrier Freund, Herr Professor Cron, in der Vor- 
‚rede zum ersten Bändchen dieser Sammlung dargelegt hat. Es 
‚bleibt, mir ‚daher. nur. übrig. den Zweck derjenigen Einrichtungen 
‚kurz zu erläutern, welche dieser Ausgabe. eigentümlich sind. 

- In der Einleitung. hab’ ich als dritten Theil eine Zusammen- 
‚stellung solcher Gesichtspunkte gegeben, deren. Beachtung zum 
‚Verständnisse des. Dialoges mir besonders, förderlich erschien. 
Ziel der Lectüre soll namentlich auch die Erkenntnis sein, wie 
‚die einzelnen Theile aus dem Grundgedanken des Ganzen ent- 
‚worfen und gestaltet sind und sowol zu diesem als unter einander 
in einem notwendigen Verhältnisse stehen. Diese Erkenntnis in 
vollem Masse zu erringen wird nur der wissenschaftlichen For- 
‚schung möglich werden; die Praxis der Schule muss sich auf 
Andeutungen und Winke beschränken. Solche Winke enthält 
jener Theil der Einleitung. Dabei war es nicht meine Meinung, 
dass derselbe, wie die beiden ersten Theile, schon vor der 


ΥΠΙ VORREDE. 


ersten Lectüre mit den Schülern durchgenommen und besprochen 
werden solle. Sein Inhalt würde da noch ganz unverstanden blei- 
ben; denn er seizt die Kenntnis des Dialoges im Allgemeinen 
voraus. Nach meiner Absicht sollten daher diese Punkte und 
im Anschluss an sie der vierte und fünfte Theil der Einleitung erst 
nach Vollendung der ersten Lectüre zur Besprechung kommen und 
dann als Einleitung zur zweiten Lesung das Interesse der Schü- 
ler von neuem anregen und spannen. 

Einen, so viel ich weiss, ganz neuen Versuch mache ich 
mit der Einführung der im Anhange I. enthaltenen logischen Ana- 
lyse des Dialoges. Die erste Anregung dazu verdanke ich der 
trefflichen Abhandlung von K. Eichhoff: Zogica trium dialogo- 
rum Platonicorum esplicatio, Duisburg 1854*). Vorarbeiten die- 
ser Art für den Gorgias sind mir nicht bekannt geiarden Die 
Aufgabe jenes Anhangs war die Darlegung der logischen Func- 
tionen und Gesetze, welche in der philosophischen Untersuchung 
zur Anwendung kommen. Im Anschluss daran wird es nicht 
schwer fallen den Schüler mit den Anfangsgründen und Hauptleh- 
ren der Logik — denn nur diese gehören in den Schulunterricht 
— bekannt zu machen. Man hat die philosophische Propädeutik 
als einen selbständigen Zweig des Unterrichts — auch nach mei- 
nem Urteile mit vollem Rechte — aus dem Lehrplan der Gymna- 
sien gestrichen; damit sollte aber den Gymnasien weder die Pflicht 
noch das Recht entzogen werden, für eine angemessene philoso- 
phische Vorbildung ihrer Zöglinge zu sorgen. Man sollte diese 
nur nicht erzielen wollen, indem man philosophische Propädeutik 
als ein besonderes Lehrobject einführte und dieses in systema- 
tischer Weise behandelte. Nur diese dem Wesen’ des Gymnasial- 
unterrichtes wenig angemessene Methode sollte entfernt werden. 


*) Vgl. m. Anzeige dieser Abhandlung in den Neuen Jahrbüchern f. Philol. 
Bd. LXXI. 5. 658 ff. 


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VORREDE. ΙΧ 


Darum ird aber die Einsicht in die logische Form klassischer - 


Schriftwerke von den Zielen unseres Unterrichts nicht ausgeschlos- 
sen. Sie muss nur wirklich an solche Meisterwerke des Geistes 
sich anlehnen und in ihnen eine concrete Unterlage für die Mit- 
teilung des entsprechenden Lernstoffs finden. Ganz. besonders 
geeignet für diesen Zweck werden unter allen Schriften des Al- 
tertums Platonische Dialoge sein und: unter den zur Lectüre in 
Gymnasien geeigneten Dialogen empfiehlt sich am meisten der 
 Gorgias. Denn er bietet den Vorteil dar, dass in ihm fast alle 
/ logischen Functionen geübt werden. Daher kann der Lehrer, ihm 
folgend, den Schüler allmählig an klaren, einfachen und schönen 
Beispielen mit dem Hauptstoffe der Logik bekannt machen. Als 
Hülfsmittel hierzu ist in jenem Anhang das nötige Material zu- 
sammengeste lt. Die logischen Termini sind zur Erleichterung 
der Uebersicht, wo sie zum ersten Male auftreten, durchgängig 
gesperrt gedruckt. Eine eingehende Erläuterung derselben muss 
dem lebendigen Uniterrichte überlassen bleiben. Möge es dem 
Herausgeber gelungen sein, in seinen Darlegungen das rechte 
Mass zu treifen, nach dem er vor allen Dingen glaubte streben 
zu müssen. ἐν} 

Neben dieser logischen Analyse erscheint im Anhang eine 
Zusammenstellung der bei der grammatischen Erklärung zu beach- 
tenden Stellen mit Angabe derjenigen Paragraphen, welche in der 
griechischen Sprachlehre von Krueger über die jedesmalige 


-Spracherscheinung Auskunft erteilen. Eine gleichzeitige Berück- 


sichtigung aller in Schulen gebräuchlichen Grammatiken war un- 
möglich; in Uebereinstimmung mit Crom musste die Wahl auf die 
genannte Sprachlehre fallen. Eigentümlich ist _ der vorliegenden 
Ausgabe hierbei nur die tabellarische Form, in welcher das gram- 
malische Material zusammengestellt ist. Für diejenigen Schulen, 
in welcher eine andere als Kruegers Sprachlehre gebraucht wird, 
ist eine Columne frei gelassen worden, damit der Schüler die be- 


Χ VORREDE. , \ 


treffenden Paragraphen nach der in seinem Gebrauche befind- 
lichen Grammatik einzutragen vermöge, sei es, dass der Leh- 
rer sie dictiere oder dass den Schülern selbst die Ermittelung 
derselben vor der Präparation aufgetragen werde. Die Zusam- 
menstellung des grammatischen Materials in einem besonderen 
Anhang empfahl sich vor dem Citieren in den Anmerkungen unter 
dem Texte auch noch dadurch, dass eine grössere Zahl gram- 
matisch bedeutsamer Stellen Berücksichtigung finden konnte. In 
jene Anmerkungen würden meines Erachtens eigentlich nur Ab 
weichungen vom regelmässigen Sprachgebrauche gehören; im An- 
hang dagegen war es möglich die Interessen des Unterrichts in 
weiterem Masse zu berücksichtigen. Dem Schüler soll die Ge- 
legenheit geboten werden bei der Präparation über die in seinem 
Pensum vorkommenden grammatischen Erscheinungen durch eigne 
Thätigkeit zu einer sicheren Einsicht zu gelangen. Um der 
Schwächeren willen sind daher auch viele Regeln eitiert, welche, 
wie namentlich die aus der Casuslehre, dem Primaner als bekannt 
vorausgesetzt werden dürften. Doch wird auch den besser Vor- 
bereiteten eine Sammlung von Beispielen, mit- deren Hülfe sie 
Bekanntes im Gedächtnis wieder auffrischen, nicht unwillkommen 
sein, Dagegen sind auch solche Stellen in das Verzeichnis auf- 
genommen, für welche die nötigen grammatischen Belege nicht 
in allen Schulgrammatiken sich finden werden. Der Herausgeber 
zog es auch in solchen Fällen vor, anstatt eigne Erklärungen den 
Anmerkungen beizufügen, sich auf die Autorität einer so aner- 
kannt tüchtigen Grammatik, wie die Krueger’sche, zu berufen. 
Der Schüler, in dessen Hand Kruegers Sprachlehre sich nicht be- 
findet, dürfte schon durch das Citat zum Nachdenken über die in 
der Stelle liegende Eigentümlichkeit angeregt werden, und den 
Besseren wird es nicht selten gelingen, die in der Sprachlehre er- 
wähnte Erscheinung aus dem gegebenen Fall selbst abzuleiten. 
Endlich ist der Lehrer in dieser Weise in den Stand gesetzt, aus 


ER VORREDE. | ΧΙ 


‚dem dargebotenen Material je nach dem Bedürfnisse seiner Classe 
‘eine Auswahl zu treffen. ‚Natürlich hat aber auch der Herausge- 
ber aus dem im Dialoge vorhandenen überreichen Matertäle be- 
reits eine Auswahl vorgenommen, die darauf berechnet ist, dass 
im Laufe der ganzen Lectüre eine Wiederholung so ziemlich der 
‚ganzen Grammatik möglich werde“). Uebrigens war seine Ab- 
‚sicht keineswegs die grammatische Erklärung im Unterrichte un- 
gebührlich in den Vordergrund zu drängen; im Gegenteil wollte 
er die Aufgabe des Lehrers und des öffentlichen Unterrichtes da- 
durch erleichtern, dass er die Bewältigung dieses Materiales we- 
nigstens theilweise dem Privaifleisse der Schüler überwies. 


Dem Texte liegt die Recension K. F. Hermanns zu Grunde. 
Ueber die von mir vorgenommenen Aenderungen erteilt das Ver- 
zeichnis im Anhange II. Auskunft. Die Rechifertigung derselben 
bleibt für einen anderen Ort vorbehalten. 


Die Vorarbeiten Anderer habe ich nach Kräften und gewissen- 
haft benutzt, und fühle mich vielen trefflichen Männern, nament- 
lieh Bonitz, Cron, Foss, Heindorf, Hermann, Sauppe, 
Steinhart, Susemihl, Zeller zu hohem Danke verpflichtet. 


Schliesslich sei mir noch die Bemerkung erlaubt, dass die 
‚verschiedenen Theile dieser Ausgabe, Einleitung, Anmerkungen, 
Anhang als ein Ganzes betrachtet sein wollen. Jeder ist für 
sich unvollständig und wird durch die anderen ergänzt. Obschon 
ich mir nun auch freilich der Mängel dieses Ganzen, die zu ver- 
meiden nicht in meinen Kräften stand, sehr wol bewusst bin, so 


*) Am wenigsten Beispiele enthält die Tabelle aus der Moduslehre; vor- 
zugsweise nur solche, welche besondere Abweichungen darstellen oder welche zu 
der Frage auffordern, warum gerade diese und nicht eine andere, auch mögliche, 
Satzform gewählt sei. Die Moduslehre ist nach des Herausgebers Ansicht ohne- 
hin der einfac und leichteste Theil der griechischen Grammatik und Beispiele 
für sie ἀν η Satz. 


ΧΙ VORREDE. 


sei mir gleichwol der Wunsch gestattet, dass diese Ausgabe für 
die Lectüre des Gorgias, die wie keine andere gerade für unsere 
Zeit sehr lehrreich ist, als ein brauchbares Hülfsmittel sich em- 
pfehlen möge. | 


Berlin, im Juni 1859. 


Julius Deuschle. 


- EINLEITUNG. 


ον Gorgias Leben und Wirken‘). 


(Torgias, nach welchem der Platonische Dialog benannt ist, 
war der Sohn des Charmantidas aus Leontini. Wahrscheinlich 
_ » war er geboren 492 und ist gestorben 384 v. Ch., sodass er ein 
Alter von 108 Jahren erreichte. Ueber seine Jugend und seinen 
Bildungsgang besitzen wir nur wenige unsichere Nachrichten. An- 

nehmen darf man, dass er mit der Dialektik der Eleaten frühzeitig 
bekannt wurde, da das ‚Interesse für dieselbe in den griechischen 
Städten Unteritaliens und Siciliens überhaupt sehr rege war. Wahr- 
scheinlich ist es auch, dass er mit dem agrigentinischen Philosophen 
Empedokles?) vielleicht mit seinem Bruder Herodikos gemein- 
schaftlich Umgang pflog. Beide wandten ihre Thätigkeit nur be- 
stimmten Zweigen aus dem vielumfassenden Wissen und Können des 
© geheimnisvollen Meisters zu, Herodikos der Arzneikunde, Gorgias 
der Rhetorik. Zu dieser war δ vonder Natur mit vorzüglichen Gaben 
ausgerüstet. Die Rhetorik war eine noch sehr junge Wissenschaft, 
enisprossen auf demsicilischenBoden. Alsihr Begründer wird Korax 
Ir der zuerst als Staatsmann durch den Sturz der Tyrannenher- 
und Einführung der demokratischen Verfassung in Syrakus 

sich Ruhm erworben hatte, dann, als er gestürzt war, eine Redner- 
schule errichtete, die erste, die man kannte. Aus seiner Schule war 
Tisias hervorgegangen. An diesen schlosz sich Gorgias an. Nicht 
lange, so war er bereits Nebenbuhler des Meisters. ‘Mit grossem 
Erfolge trat er als Redner und Lehrer der Rhetorik auf und gewann 
bald viele Schüler; unter ihnen als seinen treuesten Anhänger P o- 
 los,.der ihn selbst anf seinen Reisen nicht verliess. Bald kam eine 
Gelegenheit, in Folge deren der Ruhm des Gorgias die Grenzen 
seines Heimatlandes überschritt. Als Leontini, seine Vaterstadt, 


1) Die beste Schrift über ihn ist immer noch die von Foss de Gorgia 
Leontino Halae 1828. Ausserdem vgl. Zeller Geschichte der griech. Philo- 
sophie Band I S. 735 ff., ferner Cron in der Einleitung zum ersten Bändchen 
dieser Ausgabe Platonischer Schriften 8. 7. 

2) VglaCron a. a. 0. S.4. 


Platons ausgew, Dialoge. II, 


2 EINLEITUNG, 


von Syrakus bedrängt wurde, wählten ihn seine Mitbürger zum Füh- 
rer einer Gesandtschaft nach Athen, um die stammverwandte Bür- 
gerschaft daselbst zur Hülfeleistung zu gewinnen. Diesen Zweck 
erreichte.er aufs beste‘). Die Athener — die hör- und redelustigste 
Bürgerschaft in Hellas — wurden von dem Zauber seiner geistrei-. 
chen und anmuligen Rede ganz hingerissen. Man haite noch nie Je- 
manden reden hören, der so wie Gorgias die Form beherschte und 
dessen Worte so süss und schmeichlerisch für das Ohr klängen. So 
konnte denn Gorgias bald in seine Heimat zurückkehren und den Sei- 
nigen den glücklichen Erfolg seiner Bemühungen melden. Aber nun 
zog es ihn wieder nach Hellas zurück. Er hatte erkannt, dass dort: 
der Boden für seine Kunst ergiebiger sei, als in Sicilien. In Athen 
nahm man ihn mit Enthusiasmus auf. Die Tage, an denen er sich 
hören liess, nannte man Fesitage; seine Sätze verglich man mit 
leuchtenden Fakeln; ihn selbst stand man nicht an mit’ dem homeri- 
schen Nestor zu vergleichen, dem ἁδυεπὴς λιγὺς Πυλέων ἀγορη- 
τής. Die Gattung der Rede, in welcher sich Gorgias besonders 
auszeichnete, wa rin Hellas noch unbekannt, wenigstens. bis jetzt 
nur ohne Anspruch auf selbständige Bedeutung geübt. Man kannte 
dort nur eine dem öffentlichen Leben gewidmete, Beredtsamkeit, und ἡ 
in dieser zwei Arten, die politische, τὸ γένος BovAsvrıxov, und 
die gerichtliche, τὸ γένος δικανικόν. Neben diese führte nun (ἀοΓ-᾿ 
gias seine ἐπιδείξεις oder das γένος ἐπιδεικτικόν ein. Zu gleicher 
Zeit trat er als Lehrer der Rhetorik auf und sammielte Schüler aus 
den höheren Ständen um sich. Apolog. 19 E. Gorg. 449 B. Aber " 
in Atben scheint er nie einen dauernden Aufenthalt genommen zu 
haben, vielleicht eben darum, weil. der Sophisten zu viele sich da- 
selbst "einfanden und nicht selten gegen einander in Fehde traten. 
Gorgias liebte die Ruhe und befand sich da am behaglichsten, Ὁ ἢ 
er ohne Anfechtung prunken konnte. Athen mag er daher bald Ἔ 
der verlassen haben, doch auf seinen Wanderungen auch wieder da- 
selbst eingekehrt sein. Aber wie ofisund wann kann nicht ermittelt 
werden. Wir wissen nur, dass er auch in Olympia vor den versam- 
melten Hellenen mit grossem Erfolge sprach über ein von Rednern 
nach ihm öfter behandeltes echi nationales Thema. Denn er forderte 
die Hellenen ai die Feindseligkeiten unter einander einzustellen 


. 


) Hippias maj. 282 B. Γοργίας re yag οὗτος ὁ „Asovrivog σοφιστὴς 
δεῦρο ἀφέκετο δημοσίᾳ, οἴκοϑεν πρεσβεύων, ὡς ἱκανώτατος ὧν “εοντένων 
τὰ κοινὰ πράττειν, καὶ ἕν τὲ τῷ δήμῳ ἔδοξεν ἄριστα εἰπεῖν, καὶ ἰδίᾳ 
ἐπιδείξεις ποιούμενος καὶ συνὼν τοῖς νέοις χρήματα πολλὰ εἰργάσατο καὶ 
ἔλαβεν ἐκ τῆσδε τῆς πόλεως. ; 

2) Vgl. Phaedr. 261 Β. Der Vergleich stammt vielleicht erst aus späterer 
Zeit, da Gorgias auch durch sein hohes Alter mit Nestor einen Vergleichungs- 
punkt darbot, inderh er drei Generationen erlebte. N 


κι 
EINLEITUNG. en 3 


und ihre vereinte Kraft der Besiegung des Erbfeindes im Osten zu- 
‘zuwenden. Dann finden wir ihn in Thessalien. Hier hielt er sich mit 
‘Vorliebe auf. Denn dort ehrten ihn die Tyrannen, namentlich die » 
R Larissä und die reiche adelige Jugend schwärmte für ihn‘) und 
‚schloss sich zahlreich an ihn an?) ‚„ darunter Aristippos, Proxenos, # 
Menon — Persönlichkeiten, die aus der Xenophonteischen Anaba- 
sis bekannt sind. Auch der berühmte athenische Rhetor Isokrates 
genoss den Unterricht des Gorgias. Dieser war freilich nicht billig.’ 
Gorgias liess sich 100 Minen dafür zahlen, und erwarb dadurch gros- 
‚sen Reichthum. Dem widerspricht nicht die von Isokrates mit- 
‚geteilte Thatsache, dass er nur 1000 Stateren hinterlassen habe. 
Denn wenn er auch für Genüsse des Lebens das Erworbene nicht 
wergeudeie, so liebte er doch den Prunk in der äusseren Erschei- 
mung und mag darauf nicht wenig verwandt haben. Wenner öffent- 
lich auftrat, trug er um zu imponieren, die priesterliche Tracht seines 
Lehrers Empedokles nachahmend, einen Purpurmantel und goldene 
‘Sandalen. Auch hat er sich selbst in Delphi eine Bildsäule setzen 
‚lassen angeblich von massivem Golde. Sonst freilich lebte‘ er mäs- 
sig, einfach und sittlich. Daher konnten ihm auch seine Gegner ihre 
‚Achtung nicht versagen. Seiner Lebensweise schreiben es die Al- 
ten zu, dass«er nicht nur ein sehr hohes. Alter erreichte, sondern 
sich auch bis an seinen Tod körperliche und geistige Frische und 
(Rüstigkeit bewahrte. Auch hatte er einen leichten Tod. Er starb 
Be vorhergehende Krankheit; es war als ob er sanft einschliefe; 
daher sagte er-auch selbst, als der Schlaf nahte, jetzt beginnt mich 
!Hypnos seinem Bruder Thanatos zuzutragen?). 

᾿ Gorgias hinterliess auch einige Schriften, sechs Reden, vielleicht 
‚auch Rhetorik und eine philosophische Schrift περὶ φύσεως 
ἢ er δὰ un ὄντος. Auf uns ist keine davon gekommen. Denn 
(die beiden rhetorischen Declamationen, eine Verteidigung des Pala- 
medes und das Lob der Helena, die uns unter Gorgias Namen er- 
‚halten sind, bestehen die Probe der Echtheit nicht. Dagegen ist 
uns der Inhalt jener philosophischen Schrift bekannt und darum von 
‘Wert, weil er die Stellung des Gorgias zur Sophistik, überhaupt 
(die Grundlage seiner persönlichen Weltanschauung, kennen und 


1) Der Ausdruck γοργιάξειν, den man dafür gebraucht findet, stammt 
vielleicht erst aus ΚΡ ΝΗ Zeit. Er spielt wol auch auf das bezaubernde Gor- 
‚gonenbild an. 

2) Menon 70 B. τούτου δὲ ὑμὶν αἴτιός ἐστι Γοργίας (dass sich die 
ἡ ἀμυυ ‚vorzüglich. die Larissäer, in der Weisheit auszeichnen), ἀφικόμενος 
7) «εἰς “τὴν πόλιν ἐραστὰς ἐπὶ σοφία εἴληφεν Alsvadar τε τοὺς πρώτους, 
ὧν ὁ σὸς ἐραστής ἐστιν Aglorımnog καὶ τῶν ἄλλων Θετταλῶν. καὶ δὴ 
καὶ τοῦτο τὸ ἔϑος ὑμᾶς εἴϑικεν ἀφόβως τε καὶ μεγαλοπρεπῶς ἀποκρί- 
εσθαι, ἐάν τίς τι ἔρηται κ. τ. A. : 
9) vgl. auch Cicero de senectute cap. 5. 


1* 


4 : - EINLEITUNG: 


würdigen lehrt. Gorgias sucht nämlich zu beweisen 1) dass nicht: 
sei, 2) wenn eiwas sei, sei es nicht erkennbar, 3) wenn es aucl 
« erkennbar sei, lasse es sich doch durch die Rede nicht mitteil 

In der Begründung dieser Sätze, deren Ordnung streng genommei 
gegen die Logik verstösst, schloss sich Gorgias ganz an die Elea 
tische Dialektik an. Fasst man das Resultat oberflächlich ins Auge 
so scheint der Widerspruch zwischen dieser Theorie und der Pra. 
xis des Gorgias auf der Hand zu liegen. Wie kann, so fragt mar 
sich, Jemand als Redner auftreten und die Kunst der Rede (ode 
Mitteilung) lehren wollen, der die Möglichkeit einer Mitteilung 
des Erkannten leugnet? Aber bei genauerer Betrachtung fällt deı 
Widerspruch dennoch weg. Das Resultat, zu dem Gorgias gelangte 
war die Leugnung eines objectiven Seins und des Wissens vor 
diesem Sein und unter der Voraussetzung, dass ein Sein und Wissen 
davon möglich sei, die Leugnung, dassves möglich sei dieses 
durch die Mittel der Rede Andern zur Erkenntnis zu bringen. Da: 
schliesst aber noch keineswegs die Notwendigkeit insich den Schein 
des Seins zu leugnen oder die Möglichkeit von Vorstellungen un! 
Meinungen. Im Gegenteil Gorgias stützt gerade den Beweis de: 
zweiten Satzes darauf, dass das Seiende an sich kein Gedachtes sei . 
weil sonst auch was jemand denke sein müsse und dann die Mög 
lichkeit einer, falschen Vorstellung verschwinde. Er leugnei alsc 
den Zusammenhang des menschlichen Denkens und Vorstellens mi 
dem Sein, keineswegs aber das Dasein von Vorstellungen. D: 
wird die Aufgabe der Redekunst sich auch lediglich hiernach zu be 
stimmen haben, dass sie nämlich ohne Rücksicht auf das wirkliche 
. Sein diejenigen Vorstellungen in den Zuhörern erwecke, welche 
den Zweken des Redners förderlich sind. Und selbst abgeseher 
hiervon bleibt immer noch die Aufgabe übrig sich die har 
über die Rede und die Sprachmittel so anzueignen, dass man durcl 
die Gestaltung der Form das Wohlgefallen der Hörer erwecker 
könne. So fasste denn auch Gorgias die Rhetorik in der That. Deı 
* Inhalt war ihm gleichgültig, die Ausbildung der Form die Haupt 
sache. Daher unternahm er es über Alles zu reden, gleichviel ol 
er sachverständig war oder nicht. Er forderte die Zuhörer auf ihm 
beliebige Fragen vorzulegen und machte sich anheischig darübeı 
besser, und schöner δὰ reden als irgend.ein Anderer') und zwaı 
je nach Belieben kurz oder lang”). Durch die Kunst der Rede wollte 
er bewirken dass das Grosse als klein, das Kleine gross, das Alte 
neu, das Neue alt erscheine, kurz das Gegentheil von dem, was Θὲ 
etwa sein mochte; oder es kam ihm nicht auf die Wahrheit und Wirk. 


1) Gorg. 447 ὦ. Vgl. Cic. de orat. 1,22,103, » 
2) Gorg. 449 C. u. Phaedr. 267 B. 


EINLEITUNG, ὃ 


lichkeit sondern nur auf Erzeugung eines Scheines an. Seine Schüler 
‚sollten dieselbe Gewandtheit inder Handhabung der Formerhalten und 
‚u dem Ende teilte er ihnen Regeln und Kunstgriffe oder die Technik 
der Redemit. Ammeistenmusste es ihm dabei auf die äussere Form 
nkommen und auf diese das Bewusstsein hingelenkt zu haben ist sein 
Verdienst. Er erkannte zuerst die Wichtigkeit der Figuren und gab 
ihnen Namen, so der Antithesen , Paranomasieen, Parisoseis (Wieder- 
holung derselben Ausdrücke in verschiedener Beziehung) u. dgl. Mit 
' Bewusstsein gab er seinen Reden poetischen Anstrich ; auf symmetri- 
schen Bau (Isokolen) und rhythmische Gliederung der Sätze legte er 
hohen Wert. Doch, wie natürlich, erreichte er auch in der Durch- 
bildung der Form nach dem Gesetze ‚der Schönheit nicht‘ das Ziel 
der Vollendung.. So erhob er sich nicht über eine gewisse Einför- 
migkeit; für die Satzbildung scheint er z. B. nur das Gesetz der 
Zweiteilung als berechtigt angesehen zu haben. Kurz die Mittel, 
über welche seine Rethorik verfügte, waren noch sehr beschränkt; 
aber nichts desto weniger hat Gorgias in formeller Beziehung auf | 
die nachfolgende attische Literatur grossen Einfluss geübt. Ihm 
gebührt eben das nicht zu unterschätzende Verdienst, das Bewusst- 
sein von den Schönheitsgesetzen der Redeform geweckt zu haben. 
Nach seinem Vorbild haben sich auch Männer von hoher literari- 
scher Bedeutung gebildet. So Thukydides, Antiphon.der Red- 
her, Isokrates, a Agathon der Dramatiker, Aeschi- 


ὦ ‚Zweck und Grundgedanke des Platonischen 
ν Dialoges. 


dern war kein Mensch gewönlichen Schlags: man kann 
sagen, dass er geistig seine Zeit beherscht habe — aber eben da- 
durch, dass er unbewusst die Losung ausgab, nach welcher die Zeit 
ihr Thun und Streben einzurichten gedachte. Um den Gegensatz 
zu begreifen zwischen Platon und ihm, müssen wir zunächst die 
Stellung ins Auge fassen, welche die Rhetorik durch ihn erhielt 
und ihr Verhältnis zu dem Bildungsstand jener Zeit. Darin liegt das 
innere Motiv zu der Abfassung dieses Dialoges und dadurch bestimmt 
‚sich sein Grundgedanke. ὙΠ 
ni Bildung der Zeit, in welche die Wirksamkeit des Gorgias 
fällt, nennt man die sophistische. Ihr Wesen besteht darin, dass 
sie die Objectivität des Wissens, der Sitilichkeit, des Rechtes 
leugnete, nur einen Schein von Wissen (Meinung), Sittlichkeit 
und Recht gelien liess, odem für wahr, sittlich und recht das er- 
- klärte; was dem Subjecte' so erscheinen mochte „natürlich dem 
einen in dieser Weise, dem andern anders. Nun sah zwar Gorgias 


γέ 
᾿ 


6 EINLEITUNG. 
mit Verachtung auf die Sophisten herab und wollte durchaus nicht 
unter sie gerechnet werden’); aber diese Verachtung gründete sich 
keineswegs auf die unsittliche nur dem Schein zustrebende Welt- 

anschauung der Sophistik, also das Wesentliche an ihr. Im Gegel 
teil stimmte er darin, wie wir aus seiner oben angegebenen Lehre 
erfahren haben, ganz mit den Sophisten überein. Das fand er viel- 
mehr lächerlich, dass die anderen, die sich Sophisten nannten, Weis- 
heit und Tugend lehren, oder die Bildung des Menschen erzielen 
wollten, indem sie allerlei Kenntnisse mittheilten. Für ihn gab es 
nur eine Kunst, welche der Inbegriffaller Künste sein sollte, 
die alles Wissen entbehrlich, die Aneignung der sogenannten Tugend 
unnötig machte, die Kunst nämlich der Rede oder der Rhetorik. 
Aber die Sophisten wussten auch die Herrschaft über die Rede zu 
schätzen, weil sie es war, welche die En Ueberlegenheit über 
‚andere sicherte und die bedeutendsten unter ihnen z.B. Protagoras 
und Prodikos haben sich selbst mit sprachlichen Untersuchungen 
beschäftigt. Daher kam ihnen Gorgias in Wahrheit mit seiner Kunst 
zu Hülfe; denn eben, weil er den Inhalt der Rede für gleichgültig 
erklärte und Allen Nachdruck δα! die formelle Ausbildung allein 
legte, ward die Redekunst das Mittel den Schein der Wahrheit, 
Sittlichkeit und des Rechtes nach dem Belieben des Subjectes in 
anderen zu erzeugen. So verbarg sich hinter der so bestimmten 
Rhetorik die allerschlimmste und gefährlichste Form der Sophistik. 
Denn sie wies den, der sich ihrer bediente, auf praktische Thätig- 
keit, auf Verwirklichung seiner willkürlichen Zwecke an und g: 
ihm dazu das geeignete Mittel an die Hand. Denn bei der Verfas- 
sung der meisten hellenischen Staaten war die Rede das eigentliche 
Organ aller öffentlichen Thätigkeit vor dem Volke, im Senate, vor 
Gericht. Daher hatte Gorgias auch gerade diese Art der Wirksam- 
keit vorsngsweise als Ziel der Bildung im Auge, die er mit seiner 
Rhetorik andern zu geben verhiess. Was konnten seine Schüler nun 
anders erwarten und erstreben mittelst der Rhetorik als eine mög- 
lichst grosse Macht im Staate? Und was konnten sie unter Macht 
anders verstehen, als die Möglichkeit zu thun was ihnen gut dünken 
mochte, oder nach Willkür zu schalten und zu walten? Am voll- 
kommensten würde der Rheior sein Ziel dann erreicht haben, wenn 
er sich hätte bis zum Tyrannen emporschwingen und alle seine Mit-. 
bürger zu seinen Sklaven machen können. Das war in der That die 
Consequenz dieser rhetorischen Bildung, denn sie erkannte neben 
sich kein anderes Wissen als berechtigt ur und sie gab nicht nur 


1),Menon, 95.0. Καὶ Γοργίου “μάλιστά ταῦτα ἄγαμαι ὅτι οὐκ ἄν ποτε 
αὐτοῦ τοῦτο ἀκόύσαις ὑπισχνουμένου, ἀλλὰ καὶ τῶν ἄλλων καταγξ » ὅταν 
ἀκούσῃ ὑπισχνουμένων ἀλλὰ λέγειν οἴεται δεῖν ποιεῖν δεινούς. 


ἐ 


EINLEITUNG. 7 

selbst keine sittliche Ansicht vom Staate, sondern erklärte sogar 
die Kenntnis des Rechtes für unnütz, da ja das Subject selbst erst 
bestimmen sollte, was Recht sei und darin die Bedeutung der Rhe- 
torik bestand, diesem Rechte bei Anderen Anerkennung und Gel- 
‚tung zu verschaffen. Kurz in der Gestalt dieser Rhetorik begann die 
Sophistik direct die Grundlagen zu erschüttern, auf denen der helle- 
nische Staat ruhte, das historische Recht, und die Freiheit Aller. 
Nun hat freilich Gorgias keineswegs diese Consequenzen seiner 
Theorie übersehen können, geschweige denn ausgesprochen; wusste 
er doch nicht einmal in welchem Verhältnis der Verwandtschaft sie mit 
der Sophistik stand. Um so eifriger schlossen sich ihm viele der 
Gebildeten, die im Staate praktische Ziele verfolgten, also die an- 
gehenden Staatsmänner an. Hinter dem Lobe der Rhetorik ver- 
bargen sie ihre Gemeinschaft mit der Sophistik; aber ihre Ziele 
durften sie bald unverhüllt auszusprechen’wagen. Denn das sittliche 
" Urteil war in diesem Zeitalter so sehr in Abnahme, dass nur Wenige, 
in Athen wenigstens, der Stadt der neuen Aufklärung, daran 
Anstoss genommen hätten. In sofern war es schon ein Verdienst 
Platons, wenn er dieser einflussreichen Scheinkunst die Maske abzog, 
sie in ihrem wahren Wesen, als eine Form der Sophistik und zwar 
die schlimmste, weil inhaltsloseste , darstellte. Ihm war von seinem 
Lehrer Sokrates als Erbe gleichsam der Beruf zu Theil geworden, 
die Sophistik in allen Formen wissenschaftlich zu vernichten und 


* ihr gegenüber eine sitiliche Weltanschauung zu begründen und zu 


verteidigen. Seine Ethik stand in ihren Grundzügen bereits fest 
und war stark genug jeden Kampf durchzufechten. Sie mag aus der 
Lectüre des Dialoges selbst erkannt werden. Sollte aber der Gegen- 
satz, in dem sie zu jener Rhetorik und ihren Consequenzen stand, 
ganz erfasst und sie zu einem entscheidenden Siege geführt werden, 
so musten auch die freilich unsittlichen Grundlagen offenbar 
werden, auf die jene zurückwiesen. So hat denn Platon auch eine 
solche Doectrin, das Gegenbildaller Ethik, in ihren Principien vorführen 
und widerlegen müssen, gleichviel ob irgend einer seiner rhetorisch 
gebildeten Zeitgenossen sich dieser Prineipien in ihrem inneren Zu- 
sammenhang bewusst war oder nicht. Wir sahen das Ziel jener 
Bildung war Herrschaft der Willkür, Ungebundenheit und Zügellosig- 
keit des Subjectes. Diess setzt, indem es die Gültigkeit der bestehen- 
n Gesetze des Staates leugnet, das von Sophisten vielfach vertei- 
digte Recht von Natur oder das sogenannte Recht des Stär- 
kerenals Princip des Handelns voraus. Aber dieses weist wieder 
auf ein anderes tiefer liegendes Prineip als seine Quelle, wie die 
letzte Quelle der unsittlichen Weltanschauung überhaupt hinaus. 
Denn jenes hat nur dann einen Sinn, wenn man als die Quelle alles 
‚Handelns nicht die geistige sondern die sinnliche Natur des 


67 EINLEITUNG. 


Menschen ansieht und die daraushervorgehenden Antriebe oder Be- 
gierden. Die Befriedigung derselben, oder sinnlicher Genuss ist dann 
jenes Recht von Natur und im höchsten Masse das Recht des Stär- 
keren und gleichbedeutend mit Glückseligkeit. Denn in diesem 
Begriff treffen die verschiedenen sittlichen.und unsittlichen Lebensan- 
sichten zusammen; aber sie fassen ihn verschieden und geben ihm 
einen verschiedenen Inhalt. Platon sah’die Glückseligkeit gerade in 
der Befreiung des geistigen Wesens im Menschen von’ der Herr- 
schaft der Sinnlichkeit und der Sünde oder, wenn man diesen Be- 
griff vermeiden will, dem Unrecht; seine Gegner hielten diess für 
gleichgültig und die Glückseligkeit nur dann erreichbar, wenn sich 
die sinnliche Natur möglichst frei und ungebunden bewegen und 
von Genuss zu Genuss eilen konnte. Dieser Gegensatz. ist der in- 
nere Grund, der Platon zur Abfassung dieses Dialoges treiben musste, 
mit welchem er in Wahrheit gegen die Strömung der Zeit allein in 
die Schranken trat. = Ä 

Hierzu kommen nun noch einige äussere Beweggründe, 
die zwar von geringerer Bedeutung sind aber doch nicht ver®# 
kannt werden dürfen, will man den Grundgedanken des Dialoges 
recht verstehen. Die Rhetorik war in dem Processe gegen Sokrates _ 
gegen dessen Ethik zuerst angreifend vorgeschritten. Um seiner 
Lebensthätigkeit willen hatten die Rhetoren im Namen des Staates 
durch ein öffentliches Gericht die Verurteilung des Sokrates erwirkt. 
So hatte in der Person des Sokrates die Ethik durch die herschende 
Politik scheinbar eine Niederlage erlitten. Siegen konnte sie nur * 
auf dem Gebiete der Wissenschaft, der philosophischen Untersuchung 
und Kritik. Die Sokratische Ethik hatte sich nur auf die Tugend- - 
lehrefürdasIndividuum beschränkt. Jetzt war die Frage unum- . 
gänglich, in welchem Verhältnis jene Ethik zum Staate stehe undob 
die herschende Politik ihrgegenüber eine innere Berechtigung habe 
oder nicht. Durch ihre Beantwortung musste die Ethik selbst, indem 
sie den Kreiss ihrer Untersuchung erweiterte, ihre eigene Stellung 
nach aussen sichern. So nötigte der Tod des Sokrates unverkenn- 
bar zur schärferen Abgrenzung und Vertiefung der von ihm ange- 
bauten Wissenschaft. Endlich aber hatte auch Platon selbst manche 
Angriffe darüber zu erfahren, dass er sich von aller politischen Thä- 
tigkeit fern hielt und die Philosophie zu seinem Lebensberufe 
machte. Denn die Gebildeten seiner Zeit sahen eben nur in der 
politischen Thätigkeit eine des freien Mannes würdige Lebensauf- 
gabe. Gegen diese Angriffe musste er sich selbst verteidigen. 

So sah sich denn Platon aus inneren und äusseren Gründen 
veranlasst , in einem Dialoge die Frage nach dem wahren und fal- 
schen Lebensberufe des Menschen zu erörtern. Diesem führte’ die 
rhetorische Bildung ihre Schüler zu, jenen zeigte die Philosophie. 


EINLEITUNG. u 90 


Man muss daher einerseits nicht eine allseitige Kritik der Rhetorik 
in dem Dialoge Gorgias erwarten; denn auf die Regeln, welche sie 
über Formgestaltung der Rede aufstellen mochte, kam es nicht 
© an; andererseits darf man’ aber auch nickt davon absehen, dass die 
Erörterung’ der bez. sittlichen Frage an den Begriff der Rhetorik 
anknüpft; daher darf man sie nicht in unbestimmter Allgemeinheit 
zum Gegenstand der Untersuchung machen wollen. Die Sache liegt 
so. Die Rhetorik kommt in Frage nach ihrer Stellung zum Leben 
‚oder in. sofern sie Organ der politischen Thätigkeit war. 
Weil man aber in dieser die Aufgabe des Bürgers erschöpft sah, 
gab sich die Rhetorik zugleich für die eigentliche Lebenskunst aus 
und insofern kann es sich bei ihrer Betrachtung zugleich um eine 
sittliche Frage von allgemeiner Bedeutung handeln. Aber dennoch 
bewegt diese sich innerhalb der bestimmt erkennbaren Grenzen. Das 
lässt sich am Gegensatze, zu dem die Platonische Untersuchung hin- 
führt, deutlich erkennen. Der Rhetorik tritt eigentlich die Philosophie 
gegenüber; aber wie jene Vertreterin der Politik ist, so erscheint 
diese nur in Gestalt der Ethik. Platon zeigt, dass die echte Politik in 
_ ihren Principien nur auf derselben Ethik ruhen kann, die auch dem 
Individuum die Lebensaufgabe vorschreibt, dass aber das Individuum 
erst dann sich der’ politischen Thätigkeit zuzuwenden berechtigt sei, 
wenn es sich ethisch in sich vollendet hat: und dann nur um dieselbe 
Aufgabe auch an den Bürgern seines Staates zu lösen, mit einem 
Worte diese besser zu machen. In sofern wird die Philosophie auch 
zur rechten Lebenskunst, nicht bloss für den Einzelnen sondern auch 
die menschliche Gesellschaft, die man Staat nennt. 

So viel zur Orientierung über den Grundgedanken und Zweck des 
Dialoges im Ganzen. : Auf einige besondere Punkte scheint es zweck- 
mässig im Voraus hinzuweisen, die sich als Folgen aus dem Gesag- 
ten im Einzelnen ergeben. Wir stellen sie in folgender Ordnung 
zusammen. Se 


3 Einige wesentliche das Verständnis des Ganzen 
 mitbedingende Einzelheiten. 


1) Weil .die Aufgabe des Dialoges war eine sittliche Frage zu 
lösen , wird als der Hauptgegenstand der Rhetorik in ihrer Defini- 
tion Recht und Unrecht hingestelli. 454 B. Dass ihre Thätigkeit 
einen weiteren Umfang hat bleibt darum nicht unbeachtet;, aber aller 
andere Inhalt der Reden wird nur zur Erläuterung ihres begriffli- 
chen Wesens mit herangezogen; dagegen wird der Begriff des Rech- 
 tes’mit seinen Verwandten der eigentliche Mittelpunkt der ganzen 
Beweisführung im Dialoge. In ihm vereinigt sich in Wahrheit die 
Sittlichkeit des Individuums wie des Staates. Daher wird die Gerech- 


10% EINLEITUNG. 


tigkeit Vertreterin aller Tugend , die Ungerechtigkeit aller Schlech- 
tigkeit der Seele. Die Darstellung der Gerechtigkeit wird die 
Aufgabe aller Thätigkeit des Einzelnen für sich wie des Staatsmanns. 
Diess schliesst in sich die Notwendigkeit die Ungerechtigkeit auf- 
zuheben, wo und wie sie auch hervortreten mag. Als Mittel dafür 
erscheint die Strafe, welche im Griechischen denselben Namen 
führt wie das Recht überhaupt; nach ihrem Wesen wird sie aber als 
Züchtigung, bezeichnet (κόλασις). und diese hat es mit der Entfer- 
nung der ἀκολασία oder Zügel- (Zucht-) losigkeit zu thun. Inso- 
‚fern ordnet sich diese dem Begriff der Ungerechtigkeit und ihr 
Gegenteil, die σωφροσύνη oder Besonnenheit, der Gerechtigkeit 
unter. So weiss Platon mit wenig Begriffen Haus zu halten, und um 
so mehr den Zusammenschluss der einzelnen Theile des Dialoges 
zu einem Ganzen zu fördern. 

2) Die beiden einander entgegengesetzten Lebensrichtungen ru- 
hen auch aufverschiedenen erkenntnistheoretischen@rund- 
lagen und dadurch wird zugleich eine Verschiedenheit in der Art der 
in jeder geübten geistigen Thätigkeit bedingt. Die philosophische 
oder sittliche ruht auf einem festen Wissen; ihr Ziel ist Erkennt- 
nis der Wahrheit. Die Wahrheit und das Wissen kann aber die 
Seele nur erringen durch hingebende, gespannfe und lebendige 
Selbstthätigkeit des Denkens nach den dieser selber innewohnenden 
Gesetzen. Dagegen begnügt sich die falsche mit einem blossen 
Scheine von Wahrheit; sie lässt sich durch unkritische Erfahrung 
von Aussen und sinnliche Antriebe zu einem blossen Meinen 
hinführen oder zu Vorstellungen, die in sich wiederspruchsvoll sind. 
Sie hat nicht den Trieb diese Widersprüche zu heben sondern nur zu 
überdecken. Sie verabscheut daher die Sirenge philosophischer 
Untersuchung und setzt allerlei sog. rethorische Kunstgriffe an deren 
Stelle. Aus diesem Gegensatze, der mit dem Wesen beider Lebens- 
‚anschauungen aufs innigste zusammenhängt, ist alles das zu er- 
klären, was über rhetorische und dialektische Methode zur Bespre- 
chung kommt. 

3) Das Ziel der falschen Lebenskunst ist Befriedigung der sinn- 
lichen Lust in ihren wechselnden Gestalten, die wahre will überall 
nur das Gute zur Herschaft bringen. Daher muste sich Platon zur 
Aufgabe machen in diesem Dialoge das Gute und Angenehme (die 
Lust) wissenschaftlich zu unterscheiden. Auf diesen Gegensatz las- 
sen sich dann alle Einzelunterschiede zurückführen: er lässt aber 
auch den Blick über die vorliegende Lebensfrage. sich, erheben bis 
zur Anschauung der auf das Gute sich gründenden, Harmonie erstre- 
benden Weltordnung einerseits und anderseits führt er ihn auch 
auf die Gebiete hinüber auf welchen das Lustprineip seine verderb- 
lichen und zersetzenden Wirkungen übt. 


WR 


EINLEITUNG. 11 


4) Darin liegt zugleich der Grund, warum in der Untersuchung 
der Begriff des Schönen eine so hervorragende Rolle spielt. In 
ihm stellt sich nämlich das Gute und Angenehme noch in einer 
Einheit dar; es treffen‘darin jene Gegensätge zusammen. Ehe 
das Gute in seinem Wesen enthüllt ist, erscheint es in der Gestalt 


. des Schönen; diess ist seine äussere "Darstellungsform. Aber ‘das 


Schöne braucht nach der Wertschätzung der Menschen nicht das Gute 
in sich zu schliessen. Daraus erklärt sich anderseits auch die scharfe 


Kritik, die Platon an den sogenannten schönen Künsten übt und 


überhaupt die Rolle, welche dem Begriff der Kunst zufällt. Die 
wahre Kunst, die Kunst im strengsten Sinne, die nur das Gute 


erstrebt, muss mit der Wissenschaft in innerer Verbindung und Har- 


monie stehen. Aus diesem Grunde kann die Rhetorik unter die 
Künste nicht gerechnet werden, weil ihr dieses Merkmal fehlt. ‘ 


5) Die Platonische Ethik beruht nicht bloss,. wie die Sokra- 
tische, auf einer Bestimmung der sittlichen Begriffe an sich, sondern 
auf der Erkenntnis von dem Wesen der menschlichen Seele. Aus die- 
sem bestimmt sich das Ziel und die Aufgabe des menschlichen Lebens. 
Insofern gründet sich die Platonische Ethik auf Psychologie, und 
gerade darin zeigt sich ihre Selbständigkeit gegenüber der Sokrati- 

schen. Das Wesen der Seele. wird aber im Gorgias nicht ausführlich 
erörtert; es kommt zunächst nur auf die für die Ethik wichtigen Grund- 
lagen an, diese führen auf den Gegensatz zwischen Seele und Leib 
zurück. In dem Leibe wurzeln die Begierden, man erlangt wahres 
Leben nur durch Befreiung von ihm. Und diese Freiheit der Seele 
von der Sinnlichkeit — der Wurzel der Sünde nach Platonischer 
Auffassung — hat eben die Ethik zu bewirken. Hieraus wird sich 


‚erklären, warum Platon in dem Dialoge die Analogie zwischen Leib 


und Seele so häufig in Anwendung bringt. 


6) Trotz der heftigen Kritik, welche der Rhetorik wiederfährt, 
darf man doch nicht verkennen, dass Plaion ihr keineswegs alle 
Berechtigung absprechen will. Denn die Kritik gilt nur der fal- 
schen Rhetorik, wie er sie in der Praxis des Staatslebens vorfand. 
Es.gibt aber, auch eine wahre Rhetorik, die ohne mit der Dialek- 
tik eins zu werden, als wirkliche Kunst eine nicht unbedeutende _ 
Wirksmkeit üben kann und soll, aber im Dienste der rechten Politik. 
Für sie bleibt die im ersten Theile aufgestellte Bestimmung der 
Rhetorik stehen. Ihre Aufgabe ist allerdings durch kunstvolle Rede- 
form in den Gemütern der Zuhörer Ueberzeugung zu wecken; aber 
der Inhalt derselben mus s mit der Wahrheit einer sein. Die Rede 
muss belehren, indem sie überredet und der Redner selbst muss 
ein Wissen von der Wahrheit haben und sich wahrhaft sittliche Zwecke 
setzen. Dann wird er aber auch genötigt sein, gegen die öffentliche 


5 


᾿ 


12 : EINLEITUNG, 


Meinung vielfach anzukämpfen, zu strafen und Zucht zu üben, da- 
mit Recht und Sitte in Geltung bleiben. 

7) Der Dialog schliesst mit einem Mythos ab. ‚Diese der hel- 
lenischen Volksrelägion entnommene Form der Darstellung war 
zwar schon vor Platon von Sophisten inihrer Weise benutzt worden; 
aber Platon macht von ihr im Dienste seiner Philosophie und ihrem 
Charakter entsprechend einen eigentümlichen Gebrauch. Der Ge- 
dankeninhalt der Philosophie sollte sich in dialektische Form ein- 
kleiden. Aber manches war seiner Natur nach so geartet, dass es 
sich, von Platons Standpunkt aus betrachtet, in sie nicht fassen 
liess; und doch war eine Darstellung desselben unumgänglich, sei 
es dass es als Voraussetzung und Grundlage, sei es.dass es 
als Absehluss dialektischer Erörterung zur Behandlung drängte. 
Hierzu gehören solche Verhältnisse, Zustände, Daseinsformen, That- 
sachen und Dinge , welche nicht ohne ein Werden und eine Ent- 
wickelung bestehen und ohne diese nicht erfasst werden können; 
da nun Platon das Gebiet des Werdens für etwas dem Begriffe und 
der dialektischen Behandlung Unzugängliches hielt, so wählt er 
für ihre Darstellung den Mythos. Dieser stellte auch auf religiösem 
Gebiet in der Form geschichtlicher Thatsachen, Ideen und für den 
Glauben gültige Wahrheiten anschaulich dar. In derselben Weise 
war er leicht, auf das Gebiet der Philosophie zu, übertragen. Die 
Form der geschichtlichen Entwicklung: war gleichgültig für die 
Philosophie; ihre Wahl bestimmte sich nur durch künstlerische‘ 
Rücksichten. Aber die in diese Formen eingehüllten Lehren stehen 
für Platon nicht weniger fest in Geltung als die dialektisch erör-. 
terten, nur dass sie den Charakter von Anschauungen an sich 
tragen.’ Ihre Notwendigkeit und Wahrheit wird indirekt durch die 
vorangehenden oder nachfolgenden dialektischen Untersuchungen 
dargethan. — Unser Mythos hat es mit dem Zfstande der Seele 
nach dem Tode zu thun. Die Untersuchung über die Wirkungen der: 
einander diametral entgegendesetzten Lebensrichtungen war unvoll- 
ständig, wenn sie nicht, auch das letzte Ziel ins Auge fasste, dem 
beide die Seele entgegenführen. Abgesehen davon dass eine wis- 
senschaftlich befriedigende Darstellung dieser Zustände nur mög- 
lich wäre, wenn der Beweis von der Unsterblichkeit der Seele er- 
bracht ist, δ ist doch auch unter Voraussetzung dieser Thatsache 
jener Zustand selbst nicht erreichbar, ohne dass die Seele ein 
Werden durchmacht. Denn der Tod ist doch selbst ein Werden, 
ein Uebergang aus einem in ein anderes Leben. Aber auch in die- 
sem gibt es eigentlich gar keinen stätigen Zustand der Seele; sie 
selbst muss sich fortentwickeln. Auf diese Art des Werdens und 
der Entwicklung kam es Platon nicht an. Daher führt er uns in der 
Form der Erzählung leicht über sie hinweg und hebt uns damit über _ 


EINLEITUNG. 13 


alle Probleme hinaus, welche seine Diajektik nicht hätte bewältigen 
können ἡ Εν knüpft an sinnige Märchen aus dem Munde des Volkes 
und der Dichter an und motiviert das Geseiz der Trennung der 
Seelen von ihren Leibern durch einen historischen Vorgang. Das 
ist natürlich nur eine Form, die man durchbrechen muss um zu der 
daraus abzuleitenden Wahrheit zu gelangen, dass der Zustand der 
Seele nach dem Tode die Resultante ihrer Naturanlagen und des 
Lebens ist, das sie auf dieser Erde geführt hat. In einem Gerichte, 

vor dem keine Täuschung möglich ist wird ihr dann unter der Form ‚ 
von Lohn und Strafe gemäss dem Inhalt und der Gestalt, die sie 
mitbringt, ihre weitere Entwicklung zur Freiheit und seligem Le- 
ben oder zur Knechtschaft und zur Vernichtung vorgezeichnet. Die 
Wahrheit dieser Anschauung ist durch die bereits erwiesenen ethi- 
schen Grundsätze mit ihren psychologischen Unterlagen schon im 

‘Voraus begründet. Das Gericht nach dem Tede spricht nur aus und 
macht in einem Momente offenbar. was jede Seele in sich verbor- 
gen trägt als Folge einer länderen sittlichen Entwicklung. Gegen- 
über menschlicher Gerechtigkeitspflege, die sich auf den Schein 
stützt und oft ins Gegenteil ihres Zieles verkehrt, erscheint zugleich 
die göttliche als die vollendete, in sich wahre und notwendige. 
Und so scheidet der Leser von dem Gespräche mit einer Anschau- 
ung, welche für eigene dialektische Untersuchungen einen festen 
Anhalt bietet, indem sie die eben durchgemachten befriedigend ab- 
schliesst. — BETON τς 


4. Die Personen, welche als Träger des Gesprächs 
erscheinen. 


Die Dialoge Platons sind Kunstwerke. Man kann u 
volle der Darstellung in verschiedenen Beziehungen auffin und 
k. zur Betrachtung ziehen. Wir heben nur das Eine heraus: die Dar- 
stellung der Hauptpersönen und ihre Bedeutung im Dialoge. Denn 
' zum Verständnis derselben gehört, da sie dem wirklichen Leben 
eninommen sind, auch die Kenntnis ihrer Lebensgeschichte. Diese 
bildet die Grundlage für die Stellung, die ihnen Platon zur Entwick- 
lung des Gedankens im Dialoge angewiesen hat, aber auch nur die 
Grundlage. Denn Platon portraitiert sie nicht, sondern fasst sie idea- 
lisiert d. h. ihrem geistigen Wesen und Gehalte, nach auf und be- 
“stimmt ihre Charakteristik nach den Zwecken der philosophischen 
Erörterung. 

Ueber Gorgias haben wer bereits in den ersten Theilen dieser 
Einleitung die nötigen historischen Mitteilungen gemacht. Daraus 
folgt schon, dass er nicht allein dem Sokrates gegenüber gestellt 
werden konnte. ‘Denn wenn auch seine Lehre bereits die Keime der 


14 "EINLEITUNG. 


unsitilichen Weltanschauung in sich trug, die Platon bekämpfen 
wollte, so war diess doch in so unentwickelter Form der ®all und 
sein ganzesLeben warso ehrbar und so sehr ein Zeugnis von sittlicher 
Gesinnung nach allgemein hellenischer Auffassung , dass er unmög- 
lich für die Consequenzen verantwortlich gemacht werden konnte, 
die erst seine Schüler zogen. Daher mussten Vertreter seiner 
Schule als Träger jener abgeleiteten Ansichten herzugezogen wer- 
den. Er selbst wollte nichts weiter sein als der Begründer der 
Theorie seiner Kunst, nur als solchen führt ihn uns Platon vor. . 
Die Punkte in ihr, welche zu so gefährlicher Entwicklung hindräng- 
ten, lässt er ihn ebenfalls aussprechen. Aber er verletzt in keiner 
Weise die Achtung, die Gorgias persönlich verdiente und zeigt, dass 
er, freilich im Wiederspruch mit sich selber, sittliche Grundsätze 
hat, dass seine Praxis besser ist als seine Theorie‘). Nur über 
diese, über den Begriff seiner Kunst muss er selber Auskunft 
erteilen; die Untersuchung wendet sich aber einem anderen Gegner 
zu sobald sie auf das Verhältnis dieses Begriffes zu ethischen 
Forderungen übergehen muss. Der Meister tritt mit Bewahrung 
' seiner Würde von ihr zurück. Zeigt er sich auch besonders stark 
nur in der Rhetorik, so fehlt es ihm doch wenigstens nicht an Ver- 
ständnis für dialektische Methode. Mit ihm erreicht Sokrates sein 
Ziel ohne Schwierigkeiten. Aber auch dann, als er selbst besiegt 
ist, wird er nicht empfindlich, sondern zeigt fortwährend ein leb- 
haftes Interesse an der Untersuchung, und wenn die Leidenschaft- 
lichkeit oder Empfindlichkeit seiner Schüler diese zu stören sucht, Ὁ 
vermittelt er, der Meister, durch sein persönliches Ansehn (p.492B. 
463 A. E. 506 A. B.). 

Polos ist der eine Schüler des Gorgias, der gleich nach ihm 
die Stelle des Mitunterredners übernimmt und ist auch nichts mehr 
als eDen ein Schülerin derRhetorik. Ueber sein Leben wissen 
wir weiter nichis, als dass er in seiner Jugend mit Gorgias umher- 
zog, theils um noch von ihm zu lernen, theils um selbst Ruhm von 
seiner Kunstfertigkeit einzuernten. So hat er auch jetzt den Gor- 
gias nach Athen begleitet. Noch ist er jung, wie Platon’ ausdrück- 
lich hervorhebt, aber sein’ Werk über die Rhetorik hat er nach 
448 C. und 462 B. bereits verfasst. Dasselbe wird auch im Phai- 
dros 267 €. nicht ohne Ironie erwähnt?). Darnach ging ihm die Kunst - 
in der ἐμπειρία auf, in einer Fertigkeit, die auf Erfahrung und ° 


” 


ὶ . 
1) Von Eitelkeit, Selbstüberschätzung und von der Sucht Schüler zu er- 
werben mit,der Absicht Geld 'zu verdienen egscheint er darum doch nicht frei. 
Das sind historische Züge. Ἢ 
2) Τὰ δὲ Πώλου πῶς φραάσομεν αὖ μουσεῖα λόγων ὡς διπλασιολογίαν 
καὶ γνωμολογίαν καὶ εἰκονολογίαν, ὀνομάτων τε Λικυμνείων ἃ ἐκείνῳ 
ἐδωρήσατο πρὸς ποίησιν εὐεπείας ---. ; 


& 


EINLEITUNG. 15 


'Uebung. beruht. Er selbst hat dem Gorgias die Mittel abgelernt, 
‘mit denen man die Zuhörer zu blenden vermag, ganz äusserliche 
Mittel des Redeschmucks. Eine eigentliche Theorie der Rhetorik, 
wie noch der Meister, kennt er nicht, er hat nur- handwerks- 
‚mässig sich die Technik der Rede angeeignei. Dieser geschicht- 
‚lichen Thatsache entspricht die Rolle, die ihn Platon spielen lässt. 
‚Nur in einer Beziehung übertrifft er den Meister, in allen anderen 
‚steht er hinter ihm zurük. Jener war sich der Theorie seiner ver- 
‚meintlichen Kunst bewusst und hatte über sie gedacht; dieser übt 
‘bloss eine Fertigkeit, ist nur Techniker. Und den Wert seiner 
'rhetorischen Gewandtheit überschätzt er so sehr, dass er die Zeit 
‚nicht erwarten kann, bis man ihm Gelegenheit gibt sich selbst zu 
‚zeigen. Damit verletzt er die Pietät gegen seinen Lehrer und Mei- 
ster; aber soviel er sich auf seine Formgewandtheit auch einbildet, 
so gering ist sie doch in der That. Für dialektische Methode hat er 
gar keinen Sinn; über diese muss er zu wiederholtenmalen belehrt 
werden. und zieht sich . manche Zurechtweisung über begangene 
Fehler zu. Die rethorische Bildung hat aber auch nicht dazu gedient, 
das Plumpe und Rücksichtslose seines Wesens zu verfeinern und 
abzuschleifen; im Gegenteil treibt sie ihn nur in das Masslose im 
Ausdruck, während Gorgias auch in feiner edler und gemessener 
Weise die Form beherschte. Kurz Polos ist unreif und der Schule 
noch nicht entwachsen, wenn man ihn auch nur als Rhetoren be- 
'trachtet. Aber eben darin zeigt sich an einem Beispiel aus dem 
Leben, wie gering die in der Rhetorik liegende Bildungskraft ist. 
Das hat aber seinen tiefern Grund darin, dass sie eben die Herr- 
schaft über die Form bieten wollte ohne sittlichen Inhalt. In Polos 
zeigi es sich, dass das dem Gorgias abgenötigte Zugeständnis Er- 
kehntniss des Rechtes und der Sittlichkeit sei Vorbedingung zur 
Erlernung seiner Rhetorik mit Unrecht gegeben ist. Eben darum 
ἽΝ sich in Polos aber auch das Wesen dieser Rhetorik am reinsten 


h. in seiner Gehaltlosigkeit dar. Er hat nur von Gorgias gelernt, 
s dieser ihn lehren konnte, das Leben hat ihn nichts gelehrt, und 
von Natur war er nicht schlecht oder \zur-Unsittlichkeit geneigt. 
Denn er besitzt noch eine gewisse sittliche Scheu. Aber die Rhe- 
torik hat nur dazu gedient die Entwicklung des ihm innewohnenden 
sittlichen Gefühles zu hemmen. Daher ist er von ethischem Stand- 
punkte betrachtet in einen beklagenswerten Zustand unsicheren 
Schwankens, erbärmlicher Halbheit hineingeraten. Die Rhetorik 
‚sollte ihm das Mittel werden zu grossen Zielen äusserer Macht. 
Daher bewundert er diese, wo sie ihm glänzend entgegentritt und 
vergisst darüber des Unsittliche der zu ihrem Besitze führenden 
Mittel; aber den Wert des Siitlichen an sich und das Verwerfliche 
des Unrechtthuns kann er doch nicht bestreiten. Aus diesen Grün- 


16 EINLEITUNG. 


den war er geeignet um an ihm und mit ihm den Wert und die Wirk- 
samkeit der Rhetorik selbst zu prüfen. Ihre geringe Bildungskraf! 
offenbart sich anihm persönlich, ihre vermeintlichen Ziele im Gegen- 
satz zu sittlichen Grundsätzen stellen seine in sich wiedersprechen- 
‘den Ansichten ins rechte Licht. Zur Widerlegung der falschen ist 
nichts weiter nötig als die dialektische Entwicklung des Restes von 
Wahrheit darunter. Aus dem Gesagten wird erhellen, in wiefern 
Platon aus der Zahl der Gorgianischen Schüler einem noch so jugend- 
lichen Menschen eine Stelle in dem gehaltvollen Dialoge übertragen 
konnte und in welcher Verwandtschaft die äussere Erscheinung und 
das Auftreten desselben mit den zur Behandlung kommenden philo- 
sophischen Fragen steht. | 

‘  Kallikles ist ebenfalls ein Schüler des Gorgias. Ueber seine 
Lebensverhältnisse wissen wir aber weiter nichts als was aus dem 
Dialoge zu entnehmen ist. Darnach war er aus vornehmem Stande 
(p. 512) und reich; denn ein Mann wie Gorgias verschmäht es nicht 
bei ihm abzusteigen. Er steht-auf der Höhe der Zeitbildung, ist be- 
wandert in den Dichtern und hat sich ganz der Politik gewidmet. 
Nach p. 481 E. muss er jedenfalls schon längere Zeit als Politiker 
thätig gewesen sein. Ganz jung kann er nicht mehr sein, daer nach 
p. 512C. schon erwachsene Kinder zu haben scheint. Man hat sich ihn 
imbesten Mannesalter stehend zu denken. Hiernach bildet sich schon 
äusserlich ein nicht unbedentender Gegensatz zu Gorgias und Polos. 
Denn Kallikles ist Praktiker, ein Staatsmann, der mitten im Le- 
ben steht, aus diesem Erfahrungen gesammelt hat und selbst mit 
Bewusstsein seinen Zielen nachstrebt,. Ihm ist die Rhetorik das, 
wozu sie von den Theoretikern bestimmt war, das Mittel in politi- 
tischer Thätigkeit eine hervorragende Stellung sich zu erwerben. 
Da er nun selbst zugleich im Besitz der herschenden Bildung sich 
befindet, war er auch geeignet, die Lebensanschauung in ‚Ihren prin- 
cipiellen Grundlagen zu enthüllen, aus welcher jene von ihm 1 m 


verfolgte Aufgabe des Lebens sich bestimmt, die wir bereits i 
vorigen Abschnitt charakterisiert haben. Darnach wird er zum Ver- 
ireter der materialistischen Richtung, welche nur im Genusse, in 
der sinnlichen Lust ein Gut erkennt, alles Handeln nach sittlichen 
Grundsätzen aber als ein veraltetes Vorurteil verachtet. Doch ist 
sein Materialismus weder roh noch 'weichlich sondern verbunden 
mit feiner Weltbildung' und thatkräftigem Sinn, wenigstens nach dem 
Willen des Kallikles selbst. Daher erscheint er als Aristokrat und 
Verächter der rohen Masse, aber ebensosehr der Beschäftigung mit 
der Philisophie um ihrer selbst willen, weil diese den Menschen 
unpraelisch mache und von dem Streben nach grossen Zielen ferne 
halte. Er, beherscht die Form als wirklicher Redner vollkommen 
und-weiss seine Gedanken mit Schwung vorzutragen und seine Lehre 


u 


EINLEITUNG. 17 


nit Geist und Witz und Consequenz zu verteidigen. Ihn kann So- 
rates nur widerlegen‘, indem er zugleich die bessere und allein 
wahre Ansicht der falschen entgegenstellt und mit allen Mitteln der 
Dialektik positiv begründet. Freilich bringt es der Standpunkt des 
“Xallikles mit sich, dass er sich nicht von dieser Dialektik zur Anerken- 
“ung seiner Niederlage will.zwingen lassen. Denn er verachtet von 
‚rornherein die Methode derselben, glaubt längst erhaben zu sein 
“ber sie und auch in dem Sokrates nur einem überwundenen Stand- 
ounkt zu begegnen. Er ist in sich fertig und abgeschlossen und 
wird daher empfindlich, da ihn Sokrates aus seiner Sicherheit auf- 
wecken und sein Selbstbewusstsein demütigen will. Daher erklärt 
35. sich, dass er fortdauernd die Miene annimmt, als übersehe er 
len Sokrates weit 482 C. 491 A. 499 B., dass er diesem sogar un- 
‚gerechte Vorwürfe macht über die Art der Beweisführung 497 A. 
511 A. dass er dem Gespräche sich empfindlich zu entziehen sucht 
oder es doch nur aus Gefälligkeit fortsetzen zu wollen erklärt 505 C. ἢ 
01 €. 510 A. 516 B. und dass er endlich zwar dem Sokrates die 
(Richtigkeit seiner Lehre zugesteht aber dennoch sich gegen ihre 
‘Annahme sträubt 513 C. Und damit verträgt sich zugleich auch das 
persönliche Wolwollen, das er für Sokrates äussert. 486 A. Auch 
es ist ein Ausfluss seines vornehmen Wesens, das ihn persönlich 
wor kleinlicher Gesinnung und auch wol in der Praxis des Lebens 
wor den Consequenzen seiner- unsittlichen Prinzipien im Einzelnen 
und Kleinen bewahrt. 

So hat denn Platon in der That für den in jedem Theile zu be- 
"handelnden Inhalt entsprechende Persönlichkeiten zu Trägern des 
(Gesprächs gewählt und dieselben, wie die Leetüre des Dialogs am 
‚besten zeigen wird, lebensvoll; und anschaulich charakterisiert. 
Ueber Sokrates brauchen wir nicht viel hinzuzufügen‘). In dem 
zw ist auch seine Stellung im Dialoge und die Haltung, die er 
en einzelnen Theilen desselben einnimmt, durch den, Gegensatz 
ἢ mit bezeichnet. Nur darauf ist aufmerksam zu machen, dass 
ver nach dem Willen Platons bereits in vorgerücktem Lebensalter 
stehen muss nach p. 461 C. Er ist zwar jünger als Gorgias, je- 
‘denfalls aber älter als Kallikles. Das Genauere wird der folgende 
‚Abschnitt ergeben. 

An Sekrates schliesst sich noch Chairephon an. Dieser ge- 
"hörte zu den eifrigsten Schülern des Sokrates (Xenoph. Mem. 1, 2, 48) 
‚aus wirklicher Liebe zur Weisheit und Sittlichkeit. In seinem We- 
‚sen lag etwas Schwärmerisches, Stürmisches. Daher hieng er auch 
'an Sokrates mit grosser, Begeisterung, Charmides Ρ. 153 B. heisst 
‚es vonihm Χαιρεφῶν ἅτε καὶ μανικὸς ὧν ἀναπηδήσας ἐκ μέσων 


1) vgl. über ihn die Einleitung von Cron in: ersten Bändchen ἃ, $. 8, 8ff. 
Platons ausgew, Dialoge. 11. 2 


% 


18 EINLEITUNG. 


ἔϑει πρὸς ἐμὲ καί uov λαβόμενος τῆς χειρὸς, ὦ Σώκρατες, ἦ 


δ᾽ ὃς πῶς ἐσώϑης ἐκ τῆς μάχης; In der Apologie p. 21 A. er- 
zählt Sokrates selbst von ihm, dass er in Delphi das Orakel zu 
fragen sich erkühnt habe, ob Jemand weiser sei als Sokrates. 
Ebendaselbst wird erwähnt, dass Chairephon während der Herr- 
schaft der dreissig Tyrannen zu den Verbannten gehörte. Bald nach 
der Rückkehr starb er; den Process des Sokrates erlebte er nicht. 
Von Aristophanes. wurde er mit seinem Lehrer zugleich verspot- 
tet, indem man ihn als dessen Musterschüler ansah. Vgl. Aristoph. 
Nubes 503. Ganz passend erscheint dieser Chairephon hier als Be- 
gleiter des Sokrates. Er ist, wenn er auch nur eine kleine Rolle zu 
spielen hat, Vertreter der Schule des Sokrates und insofern bildet 
er einen Gegensatz zu Polos. Die Sokratische Methode weiss er 
“mit Gewandtheit selbst zu üben, während Polos seinen Lehrer nur 
äusserlich nachahmte. Während dieser sich über seinen Meister er- 
hebt, oder wenigstens ihm sich gleich stellt, beweist Chairephon 
dem Sokrates eine von Herzen kommende Liebe und Unterordnung 
unter ihn. — 


4. Zeit in welcher das Gespräch gehalten wird. 


Platon pflegt uns selten über die Zeit im Unklaren zu lassen, 
in welche wir den Dialog zu verlegen haben. Durch historische An- 
deutungen, die im Gepräche selber vorkommen, orientiert er uns 
auch darüber. Man darf sie nicht übersehen, weil das Verständnis 
der vonSokrates zu bekämpfenden Ansichten oft durch die Kenntnis der 
allgemeinen Zeitverhältnisse gefördert wird; aber auch abgesehen 
davon gehört es zu den Forderungen der dramatischen Kunst, mit 
welcher die Platonischen Dialoge geschaffen und gestaltet sind, dass 
wie der Ort und die Personen so auch die Zeit der Scene charakte- 
risiert sei. Im Gorgias fehlt es nun keineswegs an solchen A: 
deutungen, aus denen wir Schlüsse ziehen können; es sind ih 
im Gegenteil zu viele die einander widersprechen und darum 
den Schluss erschweren. Folgendes sind die hier einschlagenden 
Punkte. | 

1) Gorgias Anwesenheit in Athen. Nachweisbar ist für uns 
diese nur im Jahre 427 und darum haben Manche den Dialog auch 
wirklich in dieses Jahr verlegen wollen. Allein Gorgias war jeden- 
falls mehrmals in Athen. Darum ist von dieser Seite wenigstens, kein 
Schluss gegen eine andere Annahme zu begründen, falls sich die- 
selbe als notwendig erwiese. Denn die eigentümlichen Umstände, 
unter welchen Gorgias damals nach Athen kam, berührt Platon mit 
keinem Worte. | 

2) wird p. 448 Β. der Maler Polygnotos erwähnt. Dieser war 


EINLEITUNG. 19 


«eit dem Jahre 463 in Athen wirksam schwerlich aber noch nach 
"20. Doch ist es nicht durchaus nötig, dass man ihn für jene Stelle 
„och unter den Lebenden sich denken muss. 

.. 8) Von Perikles heisst es p. 503 €. νεωστὶ TETEAEUTNAOTE, 
»och auch diess berechtigt nicht dazu den Dialog schon ins Jahr 
127 zu verlegen. Denn veworl kann auch auf grössere Zeiträume 
„ich beziehen. 85. ἃ. Anm. zu der Stelle. 

4) Nikias und Aristokrates werden so erwähnt, dass man sie 

sedenfalls noch unter den Lebenden zu suchen hat Ρ. 9 72 A. Aber 
Wikias fand seinen Tod auf der sicilischen Expedition 413 und 
Aristokrates ward mit den andern Arginusensiegern 406 hinge- 
sichtetl, 
5) Alkibiades scheint nach p. 482 A. noch in der besten Blüte 
ler Jugend zu stehn. Denn noch wird er unter die Schönen gerechnet 
uınd als Liebling des Sokrates bezeichnet. Nach 519 A. kann er be- 
reits seine öffentliche Thätigkeit begonnen haben (es geschah wol 
οὐδὲ zur Zeit des Friedens des Nikias); aber sein Sturz wird jeden- 
Walls nur als möglich gedacht in einer spätern Zukunft. 

6) Nach p. 481 D. war Demos derLiebling des Kallikles eben- 
“alls noch in “πὶ Blüte der Jugend. Diese fällt aber, nach der Er- 
wähnung , die ihm in Aristophanes Wespen zu Theil wird, um das 
Jahr 422. 

- Die angeführten Punkte würden also eine Verlegung des Dia- 
"oges in den: Zeitraum von 427—420 erfordern oder rechifer- 
tigen. Dieser stehen aber einige andere Data entgegen. 

7) Der Maler Zeuxis wird 453 C. als eine bekannte Persönlich- 
keit erwähnt. Dieser lebte bis zum Jahrs 380. Schwerlich wird daher 
sein Auftreten vor das Jahr 420 zu seizen sein. 
ἐν 8) Aehnlich steht es mit dem Dithyrambendichter Kinesias, 
welcher 501 E. genannt wird. Seine Blüte fällt jedenfalls nach 420. 
9) Wi tiger ist die Mitteilung über den Regierungsantritt des 
Arche von Makedonien p. 47. Dieser fand aber erst im Jahre 414. 
r 413 Statt. 

10) Kallikles flicht in seine Rede Citate aus der Antiope des 
Euripides ein. Diese ist aber erst 410 zur Aufführung gekommen. 

11) Sokrates sagt p. 473 E. dass er im vorigen Jahre Senator 
‚gewesen sei. Diess war er aber nach Apol. p. 32 nur ein einziges- 
mal. Man kann unter der Volksversammlung , in welcher er sein 
Ungeschick im Abstimmenlassen zeigte, keine andere verstehen, 
‚als die, in welcher er der Verutieilung der Arginusensieger sich 
'widersetzte. Dann fällt der Dialog ins Jahr 405. Hierfür spricht auch 

12) die Hindeutung auf den dem Sokrates wahrscheinlich bevor- 
‚stehenden Prozess und die alsdann zu fürchtende Verurteilung 521 C. 
Diese hat in den ersten Zeiten des Peloponnesischen Krieges noch 


2* 


20 EINLEITUNG. 


keinen Sinn. Sie setzt voraus, dass das wirkliche Eintreten der 
geahnten Thatsache nicht mehr allzufern war. 
So stehen denn zwei Reihen von Thatsachen einander gegen- 

über. Die einen lassen den Dialog bis über das Jahr 420 hinauf- 
rücken; die anderen ziehen ihn bis zum Jahre 405 herab. Eine 
wirkliche Ausgleichung beider unter einander ist unmöglich. Wenn 
man sich also für ein bestimmtes Jahr entscheiden will muss man 
jedenfalls bedeutende Anachronismen mit in den Kauf nehmen. ‚Den 
schlimmsten Anachronismus scheinen aber diejenigen in der That zu 
begehen, welche den Dialog noch in den ersten Theil des Pelopon- 
nesischen Krieges verlegt wissen wollen. Denn in dieser Zeit konn- 
ten unmöglich die unsittlichen und der Tyrannis zustrebenden Ansich- 
ten des Polos und Kallikles öffentlich hervortreten. Das wäre ein ganz 
unerträglicher Anachronismus, weil er den Grundgedanken und den 
Geist des Dialoges selbst betrifft, nicht bloss eine für das Ganze gleich- 
gültige Bemerkung. Kurz der Dialog wird dann in sich unmöglich. 
Daher ist jedenfalls’die Annahme des Jahres 405 viel passender. Denn 
das ist eben die Zeit, wo die athenischen Staatsverhältnisse in inne- 
rer Zerrüttung und Auflösung begriffen waren und sich auch die ent- 
sprechende Lebensansicht ganz offen aussprechen durfte, weil sie 
von den Leuten aller Parteien geteilt wurde. Aber vielleicht hat Plato 
dieAnnahme einer bestimmten Zeit um eines höheren philosophischen 
Zweckes willen mit Absicht vereiteln wollen. Denn ohne Zweifel 
war er sich selbst der chronologischen Widersprüche des Dialoges 
bewusst. In demselben bringt er wirklich zwei in sich verschiedene 
Zeiträume in innere Berührung, die dei wo jene unsittliche Lebens- 
richtung nur erst im Keim vorhanden war — durch Gorgias vertreten 
— und die wo sich die Keime allseitig ausgebildet und entwickel 
haben und das Bewusstsein über die Principien der herschender 
Praxis längst erwacht war. Diese Zeit stellt sich natü Kal- 
likles dar und in der Mitte liegt die Vebergangszeit, de t der 
Halbheit und des Schwankens die in Polos so ireflend here μα 
ist. Sind wir dann auch genötigt eine ideale Zeit für die vor u 
sich entwickelnde Scene anzunehmen , so gewinnen doch die einander 
scheinbar widersprechenden Zeitbestimmungen einen höheren künst- 
lerischen Wert und treten in den Dienst des philosophischen Zweckes 
und Grundgedankens dieses Dialoges, dessen Verwirklichung und 
sachgemässe Darstellung die Hauptaufgabe Platons sein musste, — 


5 


„008, 


tes. 


"ΕΝ 


ΤΌΟΡΓΙΑΣ 


(ἢ περὶ ῥητορικῆς" ED NN ) 


KAAAIKAHZ, 


TA TOT AIAAOTOT ΠΡΟΣΩΠᾺ 
ΣΩΚΡΑΤΗΣ, 


ΧΑΙΡΕΦΩΝ, TOPTIAZ, 


ΠΩΛΟΣ. 


\ - Ρ- 
Ι. Πολέμου καὶ μάχης φασὶ χρῆναι; ὦ Σώκρατες, οὕτω 447 


μεταλαγχάνειν. 


ER. ᾿4λλ᾽ ἡ τὸ λεγόμενον κατόπιν ξορτῆς ἥκομεν; 


[καὶ ὑστεροῦμεν ;] 


KAA. Καὶ μάλα μὲ ἀστείας ἑορτῆς. πολλὰ γὰρ καὶ 
καλὰ Γοργίας ἡμῖν ὀλίγον πρότερον ἐπεδείξατο. 
32. Τούτων μέντοι. ὦ Καλλίκλεις, αἴτιος Χαιρεφῶν 


LEN 


ἐν ἀγορᾷ ἀναγκάσας ἡμᾶς διατρῖψαι. 


Ἢ ΧΑ]. Οὐδὲν πρᾶγμα, ὦ N ἐγὼ γὰρ καὶ ἰάσο- 


1, Πολέμου καὶ μάχης. 
nd Chairephon kommen, 
als Gorgias\ gerade seiner Vortrag 
geendet hat. Kallikles, der vor der 
Thüre seines Hauses steht, empfängt 
sie daher mit dem Scherze, wo es 
Gefahren gelte, wie in Krieg und 
Schlacht, müsse man es machen wie 
sie und kommen, wenn die Sache ab- 
gemacht sei; οὕτω daher sehr präg- 
nant. 


3. κατόπιν für κατόπισϑεν oder 
das einfache 0z16Y#8v ist dichterische 
Form und kommt beiPlaton nur noch 
Protag. 316 Avor. #. ἑορτῆς post fe- 
stum, Der Grieche denkt dabei zu- 
gleich an die öffentlichen Schaustel- 
lungen, wolauch denSchmaus, der sich 
an die Festfeier anschloss. Das Bild: 


„Jemanden mit Reden hewirten‘‘ ist 
auch sonst Platon geläufig. Hier liegt 
zugleich in den Worten eine Anspie- 
lung auf den übertriebenen Enthusia- 
mus der Athener, welche dieTage, an 
denen Gorgias redete, Festtagenann- 
ten. 8. ἃ. Einl. (ὃ. 2). 


5. ἀστεῖος hat bei Platon gewöhnlich 
dieBedeutung scherzhaft, meist lächer- 
lich.. Hier waltet die Grundbedeu- 
tung in so fern vor, als städtische 
Festesich vorländlichen durch F ein- 
heitund Eleganz auszuzeichnen pfle- 

en. 
ἡ 7. Τούτων. Warum Plural? 

[B] 9. ἐγὼ γὰρ καὶ ἰάσομαι, wahr- 
scheinlich sprichwörtliche Redensart. 
Enhdel&sraristabsolut gebraucht statt 
derRedensart ἐπέδ sun: ποιήσασϑαι. 


D 


22 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


μαι. φίλος γάρ uoı Γοργίας, ὥστ᾽ ἐπιδείξεται ἡμῦν, εἰ μὲν 


δοκεῖ, νῦν, ἐὰν δὲ βούλῃ, εἰσαῦϑις. 

KAA. Τί δέ, ὦ Χαιρεφῶν ; ἐπιϑυμεῖ Zuge ἀκοῦ- 
σαι Γοργίου; 

ΧΑ͂Ι. Ἐπ᾿ αὐτό γέ τοι τοῦτο πάρεσμεν. 

KAA. Οὐκοῦν ὅταν βούλησϑε παρ᾽ ἐμὲ ἥκειν οἴκαδε" 
παρ᾽ ἐμοὶ γὰρ Γοργίας καταλύει καὶ ἐπιδείξεται ὑμῖν. 

ER. Εὖ λέγεις, ὦ Καλλίκλεις. ἀλλ᾽ ἄρα ἐθελήσειεν 
ἂν ἡμῖν διαλεχϑῆναι; βούλομαι γὰρ πυϑέσϑαι παρ᾽ αὐτοῦ, 
τίς ἡ δύναμις τῆς, τέχνης τοῦ ἀνδρός, καὶ τέ ἐστιν ὃ ἐπὰγ- 


,γέλλεταί τε καὶ διδάσκει" τὴν δὲ ἄλλην ἐπίδεϊξιν εἰσαῦϑις; 


ὥσπερ σὺ λέγεις. ποιησάσϑω. 

KAA. Οὐδὲν οἷον τὸ αὐτὸν ἐρωτᾶν, ὦ Σώκρατες. καὶ 
γὰρ αὐτῷ ἕν τοῦτ᾽ ἦν τῆς ἐπιδείξεως" ἐκέλευε γοῦν νῦν δὴ 
ἐρωτᾷν ὅ τι τις βούλοιτο τῶν ἔνδον ὄντων, καὶ πρὸς ἅπαν- | 


τὰ ἔφη ἀποκρινεῖσθαι. 


ER. Ἦ καλῶς λέγεις, ὦ ὦ Χαιρεφῶν᾽ ἐροῦ αὐτόν. iv. ᾿ 


XAI. Τί ἔρωμαι; 
ER. Ὅστις ἐστίν. 
ΧΑ͂Ι. Πῶς λέγεις: 


ER. “Ὥσπερ ἂν εἰ ἐτύγχανεν ὦ ὧν ᾿ ὑποδημάτων δημι- 


ουργός, ἀπεκρίνατο ἂν δήπου σοι ὅτι σκυτοτόμος" n 


μανϑάνεις ὡς λέγω: 


I. XAI. Μανϑάνω καὶ ἐρήσομαι. εἰπέ μοι, ὦ 


8.. τέ δὲ ; Kallikles setzt mit Recht 
voraus, dass Sokraies den Vortrag des 
witzigen Sophisten. nicht hören wolle. 

θιόταν βούλησϑε allgemein mit Be- 
zug auf εὖ μὲν δοκεῖ, νῦν, ἐὰν δὲ 
βούλῃ εἰσαῦϑις. Zu dem inf. ἥκειν 
kann man hier ἔξεστι ergänzen — 
jeder Zeit steht es Euch frei. 

[C] 9. διαλεχϑῆναιν Gegensatz zu 
ἐπιδεέξεται. Gorgias hielt nur zusam- 
menhängende Vorträge; ob er auch 
auf eine dialektische Untersuchung 
sich einlassen werde,war noch fraglich. 

10. δύναμις (vis) die innere Bedeu- 
tung, das Wesen und der Wert der 
Kunst. ‘Für die Aufgabe des Dialogs 
ist die doppelte Frage nicht gleich- 
gültig. Zu" er παγγέλλεταί τε καὶ δὲ- 


= 
ὦ 


δάσπει͵ vgl. Apol, 33 B ὧν μήτε 
ὑπεσχόμην μάϑημα μήτε ἐδίδαξα. 

14. αὐτῷ. Warum so nachdrucksvoll 
gestellt? Zur Sache 5. ἃ. Einl.8.4.Me- 
non 70 B, sagt Sokrates selbst von 
Gorgias : ἅτε καὶ αὐτὸς παρέχων 
αὐτὸν ἐρωτὰν τῶν Ἑλλήνων τῷ βου- 
λομένῳ ὅτι ἄν τις βούληται τῶν 
ἔνδον ὄντων. Zuhörer sind auch bei 
dem nachfolgenden Gespräche gegen- 
wärtig. Vgl.455 6.458 C473E.490B. 

[D] 21. Ueber δημιουργός 5. zu 
452 A. 

Cir. II. 24. Μανϑάνω. Für Chai- 
rephon genügt das eine Beispiel, um 
ihm ‘des Sokrates Wunsch klar zu 
machen, für Polos genügen zweinoch 
nicht. εἰπέ wor. Unterdes sind So- 


L 
4 


TOPTIA2. 23 


ἀληϑὴ λέγει Καλλικλῆς ὅδε, ὅτι ἐπαγγέλλει ἀποκρινεῖσϑαι 
ὃ τι ἄν τίς 68 ἐρωτᾷ: ᾿ 


TOP. ᾿Δ4ληϑῆ, ὦ Χαιρεφῶν" καὶ γὰρ νῦν δὴ αὐτὰ ταῦ- 448 
τα ἐπηγγελλόμην, καὶ λέγω ὅτι οὐδείς μέ πω ἠρώτηκε και- 
5 νὸν οὐδὲν πολλῶν ἐτῶν. 
ΧΑΙ. Ἦ που ἄρα ῥᾳδίως ἀποχρινεῖ, ὦ Γοργία. 
TOP. nr ya τούτου πεῖραν, οὖ Χαιρεφῶν, λαμβάνειν. 
ΠΩ 4. Νὴ Δία" ἂν δέ γε βούλῃ, ὦ Χαιρεφῶν, ἐμοῦ. 
“Γοργίας μὲν γὰρ καὶ ἀπειρηκέναι μοι δοκεῖ" πολλὰ γὰρ ἄρτι 
10 ᾿διελήλυϑεν. 
XAI. Τί δέ, ὦ Πῶλε; οἴει σὺ κάλλιον ἂν Γοργίου ἀπο- 
κρίνασϑαι:; ᾿ 
ΠῴΩ,4. Τί δὲ τοῦτο, ἐὰν σοί pe ἱκανῶς: Β 
νυ ΖΑ͂Ι. Οὐδέν" ἀλλ᾽ ἐπειδὴ σὺ βούλει, ἀποκρένου. 
15 I12.4. Ἐρῶτα. 


ὩΣ δ 1 Ἑρωτῶ δή. εἰ ἐτύγχανδ Γοργίας ἐπιστήμων ὧν 
τῆς τέχνης ἧσπερ ὁ ἀδελφὸς. αὐτοῦ Ἡρόδικος, τίνα ἂν αὐ- 
τὸν ὠνομάξομεν δικαίως ; οὐχ ὅπερ ἐκεῖνον; 

ΠΩ. Παᾶνυ γε. 


\ 


20 ΧΑ]. Ἰατρὸν ἄρα φάσκοντες αὐτὸν εἶναι καλῶς ἂν 
᾿ς ἐλέγομεν. je 

| II24A. Ναί. | 
ER ΧΑ͂Ι. Ei δέ γὲ ἧσπερ “4ριστοφῶν ὁ Aykaopavros ἢ 


ἀδελφὸς αὐτοῦ ἔμπειρος ἣν τέχνης. tiva ἂν αὐτὸν ὀρϑῶς 


ἐχαλοῦμεν: 


krates und Chairephon mit Kallikles 
in dessen Haus eingetreten. Chaire- 
phon eröffnet das Vorspiel der eigent- 
lichen Unterredung. 

[448 A.] 6. Ἦ που ἄρα. Chai- 
rephon fertigt die grosse Selbstüber- 
hebung des Sophisten ironisch ab. 
Daher kaun sich auch ῥαδέως nur 
auf die Leichtigkeit des Antwor- 
tens beziehen. Doch kommt Georgias 
zunächst gar nicht zum Antworten, da 
Polos die Zeit nicht erwarten kann, in 
der es ihm vergönnt sein soll, seine 
Kunstfertigkeit zu zeigen. Ueber die 
Schüler des Gorgias äussert sich So- 
krates Menon 70 B. vgl. ἃ. Ein]. 5. 3 
u. 14f. Man bemerke auch, dass Polos 


8. ἐμ οὔ (πεῖραν λαμβάνειν πάρ- 
ἐστι) sagt, also den Versuch gleich 
auf seine Person bezieht, während 
Gorgias wenigstens noch in τούτον 
die Sache walten ‚liess. 

[B] 13. τέδὲ τοῦτο ergänze διαφέ- 
osı. Polos Ziel ist es nur, Bewunde- 
rung der Zuhörer zu erringen. Den 
Meister kann er natürlich nicht her- 
untersetzen wollen. 

17. Ἡρόδικος der Bruder des Gor- 
gias war Arzt, wahrscheinlich aus der 
Schule des Empedokles. Er ist.nicht 
zu verwechseln mit einem andern 
Arzte gleichen Namens, der aus Se- 
Iymbria stammte. Aristophons Bruder 
war der berühmte Maler Polygnotos, 


᾿ 


24 ΠΛΆΤΩΝΟΣ € 

IIQ24A. Ankov ὅτι ξωγράφον. Sr 

XAI. Nov δ᾽ ἐπειδὴ τίνος τέχνης ἐπιστήμων ἐστί, τίνα 
ἂν καλοῦντες αὐτὸν ὀρϑῶς καλοῖμεν; 

TI2A. Ὦ Χαιρεφῶν, πολλαὶ τέχναι ἐν ἀνθρώποις, εἰ- 
σὶν ἐκ τῶν ἐμπειριῶν ἐμπείρως εὑρημέναι" ἐμπειρία μὲν 
γὰρ ποιεῖ τὸν αἰῶνα ἡμῶν πορεύεσϑαι κατὰ τέχνην, ἀπει- 
ρέα δὲ κατὰ τύχην. ἑκάστων ὃὲ τούτων μεταλαμβάνουσιν 
ἄλλοι ἄλλων ἄλλως, τῶν δὲ ἀρίστων ol ἄριστοι᾽ ὧν καὶ 
Γοργίας ἐστὶν ὅδε, καὶ μετέχει, τῆς καλλίστης, τῶν τεχνῶν. 

ΠΙ. Σῷ. Καλῶς γε, ὦ Γοργία, φαίνεται Πώλος παρε- 
σκευάσϑαι εἰς λόγους" ἀλλὰ γὰρ ὃ ὑπέσχετο N 


10 


οὐ ποιεῖ. 


TOP. Τί μάλιστα, ὥ Σώκρατες: ΐ 

Z2.To ἐρωτώμενον οὐ πάνυ μοὺ φαίνεται ἀποκρίνεσϑαι. 

TOP. ᾿4λλὰ σύ, εἰ βούλει, ἐροῦ αὐτόν. 

ER. Οὔκ, εἰ αὐτῷ γε σοὶ βουλομένῳ ἐστὶν ἀποκρί- 
νεσϑαι, ἀλλὰ πολὺ ἂν ἥδιον σέ. δῆλος γάρ μοι Πῶλος καὶ 
ἐξ ὧν εἴρηκεν, ὅτι τὴν καλουμένην δητορικὴν we μὲ- 


μελέτηκεν ἢ διαλέγεσϑαι. 


I2A. Τί δή, ὦ Σώκρατες; ; 


5 


22. On, ὦ Πὸλε, ἐρομένου Χαιρεφῶντος Tivog Toe- 
yiag ἐπιστήμων τέχνης. ἐγκωμιάζεις μὲν αὐτοῦ τὴν τέχνην 


΄“ x ΄“᾽ ,» 3 AR | 3 , 
ὡσπὲρ τινὸς ψέγοντος, ητις δέ ἐστιν οὐκ ἀπεκρίνω. 


. [0] 2 τένα ἂν καλοῖμεν oben τένα 
ἂν ὠνομάξομεν. Warum der Wech- 
sel des Modus? 

4. Polos übertreibt die Anwendung 
von Figuren, so hier der Paronomasie 
und παρίσωσις;: ἐκ τῶν ἐμπειριῶν 
ἐμπείρως εὐρημέναι. τέχνην.- -τύ- 
χὴν, ἄλλον ἄλλων ἄλλως, τῶν δὲ 
ἀρίστων ἄριστοι, ferner ‚der Anti- 
these und der Sentenz. τὸν αἰῶνα 
‚ dichterisch für βέον. Uehrigens ist 
ἐμπείρως ganz überflüssig; die Be- 
hauptungen verlieren sich ins Unbe- 
stimmte und Nebelhafte und zuletzt 
bringt er — wie Sokrates E durch den 
Gegensatz von ποία und τίς nach- 
weist — ein ganz allgemeines Attri- 
but des fraglichen Gegenstandes an- 
statt denselben selbst zunennen. Der 


allgemeine Satz von der Erfahrung ist 
der Schrift des Polos entlehnt. (vgl. 

C) Uebrigens ist die Bestimmung der 
Rhetorik als καλλίστη τ. τ. wenn auch 
hier verfrüht, doch dem Grundgedan- 
ken des Gesprächs gemäss, inso- 
fern darin eine Wertschätzung enthal- 
ten ist (5. d.' Einl. S.6 u. 11). 


15 


20 


«ὦ 


Car. Il. [D] 10. παρεσκευάσϑαι 


bezeichnet die äussere Routine, dieP. 
sich erworben, indem er dem Gorgias 
die Kunstmittel abgelernt hat. 17. 7- 
διον ἂν σέ ergänze ἐροέμην, 

[ΕἸ 19. Μδῃ 5016 den Artikel vor 
διαλέγεσθαι erwarten, μελετάω 
schliesst sich aber an die Ausdrücke 
des Lernens an. 


24, Warum wechselt das Tempnsi in 


% ᾿ 
ἽΝ 


ὌΠ" ΓΟΡΓΊΑΣ. 


25 


I2A. Οὐ γὰρ ἀπεκρινάμην ὅτι εἴη ἡ καλλίστη: 

ER. Καὶ μάλα γε. ἀλλ οὐδεὶς ἠρώτα ποία τις εἴη ἡ 
Γοργίου τέχνη, ἀλλὰ τίς καὶ ὅντινα δέοι καλεῖν τὸν 590 
γίαν' ὥσπερ τὰ ἔμπροσϑέν σοι ὑπετείνατο Χαιρεφῶν καὶ 
5 αὐτῷ καλῶς καὶ διὰ βραχέων ἀπεκρίνω, καὶ νῦν οὕτως εἰπὲ 
τί ἢ τέχνη καὶ τένα Γοργίαν καλεῖν χρὴ ἡμᾶς: μᾶλλον δέ. 
ὦ Γυργία, αὐτὸς ἡμῖν εἰπέ, τίνα σε χρὴ καλεῖν ὡς τίνος 


ἐπιστήμονα τέχνης ; 


ΓΟΡ. Τῆς ῥητορικῆς, ὦ ΕΝ 

22. Pijroga & ἄρα χρή σε καλεῖν ; 

TOP. ᾿24γαϑόν γε, ὦ Σώκρατες, εἰ δὴ ὅ γε εὔχομαι εἷ- 
ναι, ὡς ἔφη Ὅμηρος, βούλει us καλεῖν. 


ER. ᾿4λλὰ βούλομαι. 
TOP. Kalsı δή. 


ER. Οὐκοῦν καὶ ἄλλους σε φῶμεν δυνατὸν εἶναι 


ποιεῖν: 
TOP. Ἐπαγγέλλομαί γε 
ἀλλὰ καὶ ἄλλοϑι. ᾿ 


δὴ ταῦτα οὐ μόνον ἐνθάδε 


τ 


ΣΩ. "Ag οὖν ἐϑελήσαις ἄν, ὦ Γοργία, ὥσπερ vvv δια- 


20 λεγόμεϑα; διατελέσαι τὸ μὲν ἐρωτῶν, τὸ δ᾽ ἀποκρινόμενος, 


τὸ δὲ μῆκος τῶν λόγων τοῦτο, οἷον καὶ Πῶλος ἤρξατο, εἰόσ- 
αὔὖὔϑις ἀποϑέσϑαι; ἀλλ᾽ ὅπερ ὑπισχνεῖ, μὴ ψεύσῃ, ἀλλὰ ERE- 
λησον κατὰ βραχὺ τὸ MET ἀποκρένεσϑαι. 


ἀπεκρίνω im Unterschied von &yno- 
μιάξεις Ὁ Statt des part. praes.inwyey. 
würde man Aorist erwarten. Aber man 
hat zu ergänzen ὥσπερ ἄψῃτις ἐνε- 
κωμέαξε, daran kann sich nur das 
praes. anschliessen. 


4, ὑπετείνατο. AlsGrundlage un- 
terbreiten, die für das Urteil des An- 
dern eine Analogie abgeben soll. Die 
parataktische Form des Satzes gibt 
sich in solchen Sätzen ganz bs A 
sucht. 


[449 A] 8. Hier wird von Sok. 
selbst die Voraussetzunggemacht, die 
Rhetorik sei eine Kunst. Diese Vor- 
aussetzung wird später wieder aufge- 
hoben, einstweilen aber mit diesem 
Gattungsbegriff operirt. S. d. Anh, 


11. Aya®0v γε. Die Selbstgefälligkeit 
des Gorgias geht so weit, dasser sich 
mit homerischen Helden vergleicht 
Plato nimmt dabei wol auch Rücksi ht 
darauf, dass die Een ihn mit 
Nestor verglichen. 


[B] 18. ἄλλοϑι 5. ἃ. Einl. S.2 über 
die Wanderungen des Gorgias. 

21. τὸ δὲ μῆκος τῶν λόγων. Die 
Länge der Reden ist nicht etwa nach 
dem Sinne des Sokrates dem äusseren 
Umfange nach abzumessen. Sokra- 
tes meint nur solche Reden, welche 
statt auf die Frage direct einzugehn, 
abschweifen und sich in einem selb- 
ständigen Gedankengang verlieren. 


21, εἰσαῦϑις ἀποθέσϑαι für ein 
ander Mal aufheben, 


449 


26 


r} 


TIAATQNOZE a 


TOP: Εἰσὶ μέν, ὦ Σώκρατες, ἔνιαι τῶν ἀποκρίσεων 
ἀναγκαῖαι διὰ μακρῶν τοὺς λόγους ποιεῖσθαι" οὐ unv ἀλλὰ 


πειράσομαί yE ὡς διὰ βραχυτάτων 


αἱ γὰρ αὖ καὶ τοῦτο 


κ 
ἕν ἐστιν ὧν φημί, μηδένα ἂν ἐν βραδβθτέροις ἐμοῦ τὰ αὐτὰ 


εἰπεῖν. 


22. Τούτου μὴν δεῖ, ὦ Γοργία᾽ καί μοι ἐσ δῶν av- 


τοῦ τούτου ποίησαι, τῆς BoayvAopiag, PANOAUBBES δὲ 


εἰσαῦϑις. 


TOP. "Aria ποιήσω, καὶ ae φήσεις ᾿βραχυλογω- 
10 
IV. 22. Φέρε δή" ϑηνρορικῆς γὰρ φὴς ἐπιστήμων τέ- 
D χνης εἶναι καὶ ποιῆσαι ἂν καὶ ἄλλον ῥήτορα" ἡ ῥητορικὴ 


τέρου ἀκοῦσαι. 


περὶ τί τῶν ὄντων τυγχάνει οὖσα; ὥσπερ ἡ ὑφαντικὴ περὶ 


τὴν τῶν ἱματίων ἐργασίαν" ἦ γάρ; - 


*T'OP. Ναί. 


22. Οὐκοῦν καὶ ἡ μουσικὴ περὶ τὴν τῶν Bern 


ποίησιν; ; 
TOP. Ναί. ᾽ 


ΣΦ. Νὴ τὴν Ἥραν, ὦ Γοργία, ἄγαμαί γὲ τὰς ἀπο- 
κρίσεις, ὅτι ἀποκρένει ὡς οἷόν τε διὰ βραχυτάτων. 
T'OP. Πάνυ γὰρ οἶμαι, ὦ Σώκρατες, EHLERS τοῦτο 


TOLELV. 


ER. Ev λέγεις. ἴϑε δή, μοι ἀπόκριναι ee περὶ 


τῆς ῥητορικῆς. περὶ τί τῶν ὄντων ἐστὶν ἐπιστήμη; 


ΓΟΡ. Περὶ λόγους. 


ΣΩ. Ποίους τούτους, ὦ Γοργία; ἄρα οἵ δηλοῦσι τοὺς 
κάμνοντας, ὡς ἂν διαιτώμενοι ὑγιαίνδιεν; 


1. «Εἰσὶ a. τ. Δ. Gorgias spricht 
als Sachverständiger vom hohen Ross 
herab. In seinen Worten stelltsich 
auch die Neigung zu sentenzenartiger 
Ausdrucksweise und rhythmischem 
Fall des Satzbaus deutlich aus. 

9. Aria ποιήσω. Wenn Gorgias 
sich auf die dialektische Behandlung 
einlässt und die kurze Form des Aus- 
drucks wählen will, so kommt es ihm 
dabei doch nicht auf das Verhältniss 
der Form zum Inhalte an, sondern auf 
die Form an sich. Er will den Beweis 


liefern, dass er auch in der Brachylo- 
gie Meister ist. Daher antwortet er 
mit der kürzesten Bejahungsformel 
(Net), die möglich ist. 


Car. IV. [D] 13. περὲ τέ drückt 
eine Frage nach der Kategorie derRe- 
lation aus, wie πρὸς τέ; aber diese 
ist allgemeiner. 
nur auf das Object, aufwelches eine 
Thätigkeit — und eine solche wird 
in der Rhetorik als einer Kunstübung 
vorausgesetzt — sich richtet. ᾿ 


15 


20 


25 


Jenes bezieht sich . 


15 


25 


»"“ 
Er 


TOPTIAZ. 


TOP. Οὐ. 


ἐστιν. 
TOP. Οὐ δῆτα. 


ΩΝ 


ἐν: 97 


ER. Οὐκ ἄρα περὶ | τοὺς λόγους ἡ ῥητορική 


ER. Aria μὴν λέγειν γε ποιεῖ δυνατούς. 


TOP. Ναί. 


zn. Οὐκοῦν περὶ ὧνπερ ER καὶ φρονεῖν; ἢ 


ΓΟΡ "Πῶς γὰρ οὔ; 


a8. A0 οὖν, ἣν νῦν δὴ ἐλέγομεν, ἡ ἱατρικὴ περὶ τῶν 
10 καμνόντων δυνατοὺς ποιεῖ φρονεῖν καὶ λέγειν; 


ΓΟΡ. Avayın. 


32. Καὶ ἡ ἰατρικὴ ἄρα, ὡς ἔοικε, περὶ λόγους ἐστίν. 


IOP. Ναί. 


ER. Τούς γε περὶ τὰ νοσήματα; 


ΓΟΡ. Μάλιστα. 


ZR. Οὐκοῦν καὶ ἡ γυμναστικὴ περὶ λόγους ἐστὶ τοὺς 
περὶ εὐεξίαν τε τῶν σωμάτων καὶ καχεξίαν ; 


TOP. Πάνυ γε. 


” 


ER. Καὶ μὴν καὶ al ἄλλαι τέχναι, ὦ Γοργία, οὕτως 


20 ἔχουσιν" ἑκάστη αὐτῶν περὶ λόγους ἐστὶ τούτους, οἱ τυγχά- 


E73 ᾿ \ a BEN? 3 \ ς , Ὶ 
νουσιν ὄντες περὶ τὸ πρᾶγμα, οὐ ἑκαστη͵ ἐστὶν ἡ τέχνη. 


ΓΟΡ. Φαίνεται. 


ZR. Τί οὖν δή. ποτὲ τὰς ἄλλλας τέχνας οὐ  ῥητορικὰς 


καλεῖς , οὔσας περὶ λόγους. 
λεῖς, ἣ ἂν ἢ περὶ λόγους; 
[E] 2. Οὐκ ἄρα περὶ πάντας κ. 


τ. Δ. Hiernach ist die Definition des 
Gorgias zu weit. Inähnlicher Weise 


_ Protag. 312 Ὁ. 


7. Οὐκοῦν περὶ ὧνπερ λέγειν 
καὶ φρονεῖν. Scheinbar macht So- 
krates von dieser Bestimmung zu- 
nächst keinen Gebrauch, so dass sie 
unnötig‘ erscheinen könnte. Aber 
durch das Denken im Gegensatz zum 
Reden weist Sokrates von vornherein 
auf die Bedeutung des Inhalts im 
Gegensatz zur Form hin und gerade 


‚darauf stützt ne αὐ seine Wi- 


derlegung des Gor 


εἴπερ ταύτην ῥητορικὴν Ka- 


[480 Β] 23. Zu ῥητορικὰς ist zwar 
τέχνας zu ergänzen; dennoch muss 


450 


esdeutsch durch das Substantiv „Rhe- 


thoriken‘‘ wiedergegeben werden. 
Wolnicht ohne Absichtlässt Platon zu- 
nächst eine Definition aufstellen, aus 
welcher Identität der ῥητορυκή mitder 
τέχνη selbst hervorgehen würde, weil 
die Rhetoren ihre Theorie gewöhnlich 
schlechthin τέχνη: zu nennen pflegten. 

25. 7 ἂν 9. Diese Form des Rela- 
tivsatzes kann auch die Möglichkeit 
einer Wahl aus einer grösseren An- 
zahl bezeichnen. Hier erhält dadurch 


das Relativum qualitativen Sinn und ' 


ταύτην wird gleich rouavrnv. 


ὡς 


28 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


"TOP. Ὅτι, ὦ Σώκρατες, τῶν μὲν ἄλλων τεχνῶν περὶ 
χειρουργίας TE καὶ τοιαύτας πράξεις, ὡς ἔπος εἰπεῖν, πᾶσα 
ἐστιν 9 ἐπιστήμη, τῆς ητορικῆς οὐδὲν ἐστι τοιοῦτον 
χειρούργημα, ἀλλὰ πᾶσα ἡ πρᾶξις καὶ ἡ κύρωσις διὰ λόγων 
ἐστί. διὰ ταῦτ᾽ ἐγὼ τὴν ῥητορικὴν τέχνην ἀξιῶ εἶναι περὶ 5 
λόγους, ὀρϑῶς λέγων, ὡς. ἐγώ Br 

V.. ΣΩ. Ἶ29᾽ οὖν μανϑάνω οἵαν αὐτὴν βούλει καλεῖν: 
τάχα δὲ εἴσομαι σαφέστερον. ἀλλ᾿ ἀπόκριναι" εἰσὶν ἡμῖν 
τέχναι. ἡ γάρ; 

ΓΟΡ, Ναί. 

ΣΩ. Πασῶν δέ, οἵδ τῶν τεχνῶν τῶν μὲν ἐργασία 
τὸ πολύ ἐστι καὶ λόγου βραχέος δέονται, ἔνιαι δὲ οὐδενός, 
ἀλλὰ τὸ τῆς τέχνης περαίνοιτο ἂν καὶ διὰ σιγῆς, οἷον γρα- 
φικὴ καὶ ἀνδριαντοποιέα καὶ ἄλλαι πολλαί. τὰς τοιαύτας 


10 


μοι δοκεῖς λέγειν, περὶ ἃς οὐ φὴς τὴν ῥητορικὴν εἶναι" 


κ᾿ 


ἢ οὔ; 


ΓΟΡ. Πάνυ μὲν οὖν καλῶς ὑπολαμβάνειν ,, ὦ Σώ- 


. χρᾶτες. 


ER. Ἕτεραι δέ γέ εἰσι τῶν τεχνῶν αἵ N πᾶν 
περαίνουσι, καὶ ἔργου, ὡς ἔπος εἰπεῖν, ἢ οὐδενὸς προσδέον- 
ται ἢ βραχέος πάνυ , οἷον ἀριϑμὴτικὴ καὶ λογιστικὴ καὶ 


2. ὡς ἔπος εἰπεῖν ‚schliesst sich 
an das nachfolgende πᾶσα an, wie z. 
B."Phaedon 78 E δὴ οὐδαμῶς und 
Gorg. 456 A an ἁπάσας. Auch in 
diesem Zusatz zeigt sich die Unfähig- 
keit des Gorgias, eine klare und be- 
stimmte Definition zu geben. Seine 
Bestimmung ist eine nur negativeund 
comparative; dazu springter mit δὲ ἃ 
λόγων auf einen neuen Gesichts- 
punkt über, meint aber selbst damit 
nur die erste Bestimmung: περὶ A0- 
yovg festzuhalten. 


4. κύρωσις ist Verwirklichung. 
Die Bemerkung des Scholiasten, dass 
dies Wort dem sicilischen Dialekte 
angehöre, ist nichtrichtig. Auch Thu- 
kyd. VI, 103 macht davon Gebrauch. 
Da ohnehin χυρόω und κῦρος attisch 
sind, so hat die Bildung κύρωσις auch 
gar nichts Anffallendes. Vgl. auch 


ἄκυρος wirkungslos Criton 50 B. 
Protag. 356 D. Ὶ 

. Car. V. [6] 7. 4o’ οὖνμ. In der 
Form der Frage Verneinung des Ver- 
ständnisses, das überhaupt nichtmög- 
lich ist. Warum jetzt of&» und nicht 
tiva? In der nun folgenden Einlei- 
tung macht Sokrates klar, was dem 
Gorgias dunkel. vorschwebt. Eshan- 
delt sich jetzt um das Mittel der 
Verwirklichung. Einteilungsgrund ir 
det der den Griechen besonders 
läufige Gegensatz von λόγος und & 
γον (λέγειν und πράττειν). Vgl. 
Apol. 32 A. Ὁ. 

11. τῶν μὲν partitive Apposition ἐς 
πασῶν. Der Gegensatz dazu ist 
ραι δὲ. Während ἔνιαι δὲ antege: 
ordnet ist mit Bezug auf τὸ πολύ. 
τὸ τῆς τ. Das Ziel der Kunst. 

[D].21. Arithgetik ist theoretische 
Zahlenlehre, Logistik praktischeRe- 


% 


5 


10 


15 


= 


TOPTIAZ. 29 


, ” ͵΄ © 
γεωμετρικὴ καὶ πεττευτική pe καὶ ἄλλαι πολλαὶ τέχναι, ὧν 


ἔνιαι σχεδόν τι ἴσους τοὺς λόγους ἔχουσι ταῖς πράξεσιν, αἵ 
δὲ πολλαὶ πλείους καὶ τὸ παράπαν πᾶσα ἡ πρᾶξις καὶ τὸ 


κῦρος ᾿αὐταῖς διὰ λόγων ἐστί. τῶν τοιούτων τινά μοι δοκεῖς E 


λέγειν τὴν δητορικήν. ἱ 
ΓΟΡ Am λέγεις. ᾽ 
ER. ᾽4λλ: οὔτοι τούτων γε οὐδεμίαν οἶμαί δε βούλε- 

σϑαι ῥητορικὴν καλεῖν, οὐχ ὅτι τῷ ῥήματι οὕτως εἶπες, ὅτι 


ἡ διὰ λόγου τὸ κῦρος ἔχουσα ῥητορική ἐστι, καὶ ὑπολάβοι 


ἄν τις, εἰ βούλοιτο δυσχεραίνειν ἐν τοῖς λόγοις, τὴν ἀριϑ- 


μητικὴν ἄρα ῥητορικήν, ὦ Γοργία, λέγεις; ἀλλ᾽ οὐκ οἶμαί 


σε οὔτε τὴν ἀριϑμητικὴν οὔτε τὴν γεωμετρίαν ῥητορικὴν 
λέγειν. 

TOP. Popsis γὰρ οἴει, ὦ Σώκρατες, "ὦ Bee ὑπο- 
λαμβάνεις. 

γι. 22. Ἴϑι νῦν καὶ σὺ τὴν ἀπόκρισιν ἣν. ἠφόμην 
διαπέρανον. ἐπεὶ γὰρ ἡ ῥητορικὴ τυγχάνει μὲν οὖσα τού- 
τῶν τις τῶν τεχνῶν τῶν τὸ πολὺ λόγῳ χρωμένων, τυγχά- 
νοῦσι δὲ καὶ ἄλλαι τοιαῦται οὖσαι, πειρῶ εἰπεῖν, ἡ περὶ τί 


chenkunst. S. das folg. Cap. und 
Theaet. p. 145 A 

Die πεττευτική oder das Brettspiel 
ist das Nationalspiel der Griechen. 
Seine Erfindung wird dem Palamedes 
zugeschrieben. Manspielte auf einem 
mit Feldern bezeichneten Brette mit 
Steinen (zerrol) auf sehr verschie- 
dene Weise. 
kannte Αὐί, πόλις genannt, hat viel 
Aehnlichkeit mit unserem Damenspiel. 
Vgl. Pollux IX, 96 und Teuffel Real- 
eneyelop, IV, 9.844. An ar. schliesst 
sich ye an, weil es den vorhergehen- 
den drei Begriffen gegenüber tritt als 
ein Glied aus einer anderen Reihe. 


Vgl. Criton 47 B (Cron.) 


[E] 8. οὐχ ὅτι. Zur Bedeutung 
vom obgleich kommt dieser Ausdruck 
durch die Ellipse von λέγω in der Be- 
deutung, ich will nicht sagen, oder 
darauf keinen Wert legen, davon ab- 
sehen, dass. τῷ ῥήματι nach der 
Form des Ausdrucks ; ; im Ernste hast 
du es aber nicht sagen wollen, 


Eine uns genauer be-_ 


9, ὑπολάβοι ἄν τις. Formel zur 
Einführung eines Einwurfes. Vgl. 
Apol. 20 C. 


10. δυσχεραένειν ἴῃ der eigentlichen 
Bedeutung von δυσχερής „schwer zu 
behandeln“, daher Schwierigkeiten 
machen. Man brachte die gutmütige 
Ironie des Sokratesin den Worten ἀλλ᾽ 
οὐκ 4. τ. 4. ; 


Car. VI. [451 A] 16. καὶ σὺ mit 


451 


Bezug auf die vorausgehenden Worte . 


des Gorgias. διαπεραένειν geht auf 
denAbschluss, denGorgias seiner Ant- 
wort geben soll, indem er das unter- 
scheidende Merkmal für die Rhetorik 
feststellt. Sokrates setzt also ironisch 
voraus Gorgias sei schon‘ dem Ziele 
nahe gerückt. Was Sokrates im Fol- 
genden klar machen will, dass zwei 
Künste oder mehrere einen Gattungs- 
begriff gemeinhaben können, aber 
doch sich unterscheiden unter einan- 
der, war nur durch mehre neben 
einander gestellte Beispiele möglich, 


30 TTAATQNOE 

ἐν λόγοις TO κῦρος ἔχουσα ῥητορικῇ, ἐστιν. ὥσπερ ἂν εἴ 
τίς μὲ ἔροιτο ὧν νῦν δὴ ἔλεγον περὶ ἡστινοσοῦν τῶν τε- 
χνῶν᾽ ῶ Σώκρατες, τίς ἐστιν ἡ ἀριϑμητικὴ τέχνη; εἴποιμ᾽ 
ἂν αὐτῷ, ὥσπερ σὺ ἄρτι, ὅτι τῶν διὰ λόγου τις τὸ ᾿κῦρος 
ἐχουσῶν καὶ εἴ μὲ ἐπανέροιτο᾽ τῶν περὶ τί; εἴποιμ᾽ ἂν ὅτι 
τῶν περὶ τὸ ἄρτιόν TE καὶ περιττὸν, ὅσα ἂν ἑκάτερα τυγ- 
χάνῃ ὄντα. εἰ δ᾽ αὖ ἔροιτο" τὴν δὲ λογιστικὴν τίνα καλεῖς 
τέχνην ; εἴποιμ᾽ ἂν ὅτι καὶ αὕτη ἐστὶ τῶν λόγῳ τὸ πᾶν κυ- 
ρουμένων᾽ καὶ εἰ ἐπανέροιτο᾽ ἡ περὶ τί; εἴποιμ᾽ ἂν ὥσπερ 
οἱ ἐν τῷ δήμῳ συγγραφόμενοι, ὅτι τὰ μὲν ἄλλα καϑάπερ ἡ 
ἀριϑμητικὴ ἡ λογιστικὴ ἔχει" περὶ τὸ αὐτὸ γάρ ἐστι, τό τε 
ἄρτιον καὶ τὸ περιττόν" διαφέρϑι δὲ τοσοῦτον, ὅτι καὶ πρὸς 
αὑτὰ καὶ πρὸς ἄλληλα πῶς ἔχει πλήϑους ἐπισκοπεῖ τὸ πε- 
φιττὸν καὶ τὸ ἄρτιον ἡ λογιστική. καὶ εἴ τις τὴν ἀστφονο- 
ulav ἀνέροιτο, ἐμοῦ λέγοντος ὅτι καὶ αὕτη λόγῳ κυροῦται 
τὰ πάντα, ol δὲ λόγοι οἵ τῆς ἀστρονομίας, εἰ φαίη, περὶ τί 


᾿ " 
εἰσιν, ὦ Σώκρατες; εἴποιμ᾽ ἂν ὅτι περὶ τὴν τῶν ἄστρων. 


φορὰν καὶ ἡλίου καὶ σελήνης, πῶς πρὸς ἄλληλα τάχουρ ἔχει. 

TOP. Ὀρϑῶς γε λέγων σύ, ὦ Σώκρατες. | 

Σ 4. Ἴϑι δὴ καὶ σύ, ὦ Τοργία. τυγχᾶνει, μὲν γὰρ δὴ ἡ N 
ῥητορικὴ οὖσα τῶν λόγῳ τὰ πάντα διαπραττομένων re: καὶ 
κυρουμένων᾽ n γάρ: ν᾿ 

ΓΟΡ. Ἔστι ταῦτα. 

ZA. „Aeye δὴ τῶν περὶ τί; Ne ἐστι τοῦτο τῶν ὄντων, 
περὶ ὃ οὗτοι οἵ λόγοι εἰσίν, οἷς ἡ δητορικὴ χρῆται; 

TOP. Τὰ μέγιστα τῶν ἀνθρωπείων πραγμάτων, ὦ 


Σώκρατες, καὶ ἄριστα. Ἀνὴρ ἢ 
Name des Antragstellers hiess und 


.[Β] 9. ὥσπερ οἵ ἐν τῷ δήμῳ 
nur das Unterscheidende (das Amen- 


συγγραφόμενοι. Gemeint sind die- 


jenigen, welche: einen Vorschlag ma- 
chen oder von dem γραμματεύς auf- 
schreiben lassen, der dann auf Befehl 
des Vorsitzenden durch den Herold 
der Versammlung bekannt gemacht 
wird. Wenn nun in derselben Sache 
bereits ein Antrag vorlag, sei es des 


Rates oder eines Redners, so ward 


statt desgemeinsamen Anfangs beider 
eingetragen und vorgelesen τὰ μὲν 
ἄλλα καϑάπερ ἡ βουλή oder wieder 


dement) gelesen, 

[C] 12. πρὸς αὐτὰ, weil ja die 
Rechnung auch bloss mit geraden oder 
ungeraden Zahlen operieren kann. Im 
Charmides 166.A ‚heisst es: ἡ λογιστι- 
un ἐστί που τοῦ ἀρτίου. καὶ τοῦ πε- 

ἱττοῦ ἐπιστήμη, ‚wm Vous ὅπως 
Ben πρὸς αὑτὰ καὶ ἄλληλα. 

[Ὁ] 26. τὰ μέγιστα. Gorgias be- 
gegnet dasselbe wie FOR ‚Cap. ἢ, 
Ende. 


15 


TOPTIAZ. 


31 


VI. ZR.’AiR, ὦ Γοργία. ἀμφισβητήσιμον καὶ τοῦτο 
λέγεις καὶ οὐδέν πω σαφές. οἴομαι γάρ, δε ἀκηκοέναι. ἐν 
τοῖς συμποσίοις ἀδόντων ἀνϑφώπων τοῦτο τὸ σχολιόν, ἐν 
ὡ καταριϑμοῦνται ἄδοντες, ὅτι ὑγιαίνειν μὲν ἄριστόν ἐστι, 
5 τὸ δὲ δεύτερον καλὸν γενέσϑαι, τρίτον δέ, ὥς φησιν ὁ ποιη- 
τὴς τοῦ σκολιοῦ, τὸ πλουτεῖν ἀδόλως. 

TOP. ᾿Δκήκοα γάρ᾽ ἀλλὰ πρὸς τί λέγεις τοῦτο; 

ER. Ὅτι σοι αὐτίκ᾽ ἂν παρασταῖεν ol δημιουργοὶ τού- 
τῶν ὧν ἐπήνεσεν 6 τὸ σκολιὸν ποιήσας, ἰατρός τε καὶ παι- 
10 δοτρίβης καὶ χρηματιστής . «καὶ εἴποι πρῶτον μὲν ὁ ἰατρὸς 
ὅτι ὦ Σώκρατες, ἐξαπατᾷ σε Γοργίας" οὐ γάρ ἐστιν ἡ τού- 
τον τέχνη περὶ τὸ μέγιστον ἀγαϑὸν τοῖς ἀνθρώποις, ἀλλ᾽ 
ἡ ἐμή. εἰ οὖν αὐτὸν ἐγὼ ἐροίμην᾽ σὺ δὲ τίς ὧν ταῦτα λέ- 


I 


Car. VIIS[E] 1. Das Skolion ist 

eine eigentümliche Art des Tischlie- 
des, derz&go/vıe. Der Name wird von 
croArögkrumm, gebogen, abgeleitet, 
aber verschieden erklärt. Die eine 
Erklärungsweise gründet sich auf den 
Gebrauch der Tischgenossen eineLyra 
oder einen Myrten- oder Lorbeerzweig 
quer über den Tisch zureichen. Da- 
durch forderte derj enige, welcher vor- 
her gesungen, einen anderen — also 
gieng es nicht der Reihe nach — zum 
'Singen auf. Wahrscheinlicher aber 
geht die Bezeichnung auf die Licenz, 
die man sich, da improvisiert wurde, 
in.Bezug auf die Melodie zu nehmen 
pflegte. Den Inhalt der Skolien bil- 
deten Sprüche, auf das praktische Le- 
ben bezüglich, bald ernst bald scher- 
zend und witzig, oder Anrufungen 
von Göttern oder das Lob berühmter 
Männer. Das von Platon hier wieauch 
Euthydem. 279 A und Phileb. 48 D 
erwähnte wahrscheinlich von Simoni- 
des, nach Anderen von Epicharmos 
verfasste Skolion lautet nach dem 
Scholiasten: 

Ὑγιαίνειν! μὲν ἄριστον ἀνδρὶ ϑνατῷ 
“εύτερον δὲ φυὰν καλὸν γενέσϑαι 
τὸ δὲ τρίτον πλουτεῖν ἀδόλως 7 
“Τέταρτον δ᾽ ἡβᾶν μετὰ φίλων. 

[452 A] 8. δημιουργοὶ. Der Aus- 

druck findet sich schon beiHomer und 
bezeichnet dort alle, welehe ein öffent- 


‚der Palästra für Knaben. 
'stren waren Privatanstalten; dieGym- 


lichös dem Volke nützliches Geschäft 
betrieben: Aerzte, Wahrsager, Sän- 
ger, Goldschmiede u. dgl. Später 

ward der Ausdruck auf alle freien 
Handwerker übertragen, ohne das Eh- 
rende der Benennung geradezu: zu 
verlieren. Daher entspricht es unse- 


E 


452 


rem ‚‚Meister‘‘. Man beachte, dass So- . 


krates gerade diejenigen Güter auf- 
zählt, die mit dem Ziel der Rhetorik 
zusammen, die äusseren Güter 
bilden. Denn die Rhetorik verschafft 
nach der Meinung. des Gorgias eine 
hohe Stellung im Staate oder Ehre. 
Daher ist absichtlich kein inneres Gut 
genannt. Den Arzt, Turnlehrer und 


Geldmann selbst lässt Sok. auftreten, 


um damit dem subjectiven Urteil des 
Gorgias recht schroff die subjective 
Meinung Anderer entgegen zu stellen, 
also das Subjective der Antwort her- 
vorzuheben. 

9. παιδοτρίβης nicht zu verwech- 
seln mit de αιἰδαγωγός einem Auf- 
seher, ger Meist ein Scelave war. Je- 
nes ist der Lehrer der Gymnastik in 
Die Palä- 


nasien dagegeu Staatsanstalten und 
für Erwachsene oder wenigstens eines 
Lehrers nicht mehr bedürfende Jüng- 
linge bestimmt. Dem Arzte erscheint 
der παιδοτρίβης häufig nebengeord- 
net. Criton 47 B,. 


D 


39 ΠΛΆΤΩΝΟΣ. 


yes; εἴποι ἂν ἴσως ὅτι ἰατρός. τί οὖν λέγεις; ἢ τὸ τῆς σῆς 
τέχνης ἔργον μέγιστόν ἐστιν ἀγαϑόν; πῶς γὰρ οὔ, φαίη 
ἂν ἴσως, ὦ Σώκρατες, ὑγίεια: τί δ᾽ ἐστὶ μεῖξον ἀγαϑὸν ἀν- 
ϑρώποις ὑγιείας; εἰ δ᾽ αὖ μετὰ τοῦτον ὁ παιδοτρίβης εἴποι 
ὅτι ϑαυμάξοιμέ τὰν, ὦ Σώκρατες. καὶ αὐτός, εἴ Ἂν “ἔχοι 
Γοργίας ιεῖξον ἀγαϑὸν ἐπιδεῖξαι τῆς αὑτοῦ τέχνης. ἢ ἐγὼ 
τῆς ἐμῆς εἴποιμ᾽ ἂν αὖ καὶ πρὸς τοῦτον" σὺ δὲ δὴ τίς εἶ, 
ὦ ἄνϑρωπε, καὶ τί τὸ σὸν ἔργον; παιδοτρίβης. φαίη ἄν, τὸ 
δ᾽ ἔργον μού ἐστι καλούς τε καὶ ἰσχυροὺς ποιεῖν τοὺς ἀν- 
nr τὰ σώματα. μεγὰ δὲ δὴ τὸν παιδοτρίβην εἴποι ἂν 

ὁ χρηματιστής, ὡς ἐγῷμαι, πάνυ καταφρονῶν ἁπάντων" 


σκόπει δῆτα, ῶ Σώκρατες, ἐάν σοί πλούτου φανῇ τι μεῖζον. 


ἀγαϑὸν. ὃν 2 παρὰ Γοργίᾳ ἢ παρ᾽ ἄλλῳ ὁτῳοῦν. φαῖμεν ἂν 
οὖν πρὸς. αὐτόν᾽ τί δὲ δὴ; 7 σὺ τούτου δημιουργός; φαίη 
ἄν. τίς ὦν; χρηματιστής. τί οὖν; κρένεις σὺ μέγιστον ἀ ἂν- 
ϑρώποις ἀγαϑὸν εἶναι πλοῦτον; φήσομεν. πῶς γὰρ οὔκ; 
ἐρεῖ. καὶ μὴν ἀμφισβητεῖ γὲ Γοργίας, ὅδε τὴν παρ᾽ αὐτῶ 
τέχνην μείξονος: ἀγαϑοῦ αἰτίαν εἶναι ἢ τὴν σήν, φαῖμεν ἂν 
ἡμεῖς. δῆλον οὖν ὅτι τὸ μετὰ τοῦτο ἔροιτ᾽ av’ αὶ τί ἐστι 
τοῦτο τὸ ἀγαϑόν; ἀποχφινάσϑω Γοργίας. ἴϑι οὖν νομίσας, 
ὦ Γοργία, ἐρωτᾶσϑαι. καὶ ὑπ᾽ ἐκείνων καὶ ὑπ᾽ ἐμοῦ, ἀπό- 
χρυναι τί ἐστι τοῦτο ὃ φὴς σὺ μέγιστον ἀγαϑὸν εἶναι τοῖς 
ἀνθρώποις “καὶ σὲ δημιουργὸν εἶναι αὐτοῦ; 

ΓΟΡ. Ὅπερ ἐστίν, ὦ Σώκρατες, τῇ ἀληϑείᾳ μέγιστον 
ἀγαϑὸν καὶ αἴτιον. ἅμα μὲν ἐλευϑερίας αὐτοῖς τοῖς ἀνθρώ- 


ὶ 


20 


25 


ποις, ἅμα δὲ τοῦ ἄλλων ἄρχειν ἐν τῇ αὑτοῦ πόλει ἑκάστῳ... 


Vortrefflich 


[B], 5. τὰν für τοῦ ἂν wie häufig. 


μεντᾶν. καὶ αὐτὸς bezeichnend für 
die Aufgeblasenheit des Turnlehrers 
und sein Selbstgefühl. Seiner ab- 
sprechenden Rede gegenüber ist das 


verächtliche ὦ ἄνϑρωπε ganz vor- 


13. παρὰ Γοργίαν. 
passt der Seitenblick auf: Gorgias 
selbst, der sich durch seine Kunst — 
als deren ἔργον — Reichtum erwarb 
und darauf auch etwas, zu gute that. 

[D] 25. αὐτοῖς τοῖς av. Das Pro- 


trefflich aus dem Sinne des Gorgias nomen hebt im Gegensatz zur Herr- 


gewählt. 

[C] 12. Der Stolz des Geldmanns, 
der seines Besitzes sicher ist, zeigt 
sich auch in seiner Rede. Ihm genügt 
das einfache δὴ beim Imperativ 7 nicht. 
Er nimmt δῆτα worin das εἶτα der 
Verwunderung mitliegt. 


schaft über Andere die persönliche 
Freiheit hervor. In dieser Paraphrase 
liegt zugleich der Grund für die — 
unsittlichen — Ansichten des Polos 
und Kallikles. Sie enthält auch in 
sich einen Widerspruch, der dem 


Gorgias verborgen bleibt. 


10, 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


99 


ΣΩ.. Τί οὖν δὴ τοῦτο λέγεις: 

TOP. Τὸ πείϑειν ἔγωγ᾽ οἷόν τ᾽ εἶναι τοῖς λόγοις καὶ E 
ἐν δικαστηρίῳ δικαστὰς καὶ ἐν βουλευτηρίῳ βουλευτὰς καὶ 
ἐν ἐκκλησίᾳ ἐχκλησιαστὰς καὶ ἐν ἄλλῳ ξυλλόγῳ παντέ, 
5 ὅστις ἂν πολιτικὸς ξύλλογος γίγνηται. καίτοι ἐν ταύτῃ τῇ 
. δυνάμει δοῦλον μὲν ἕξεις τὸν ἰατρόν, δοῦλον δὲ τὸν παιδο- 
τρίβην᾽ ὁ δὲ χρηματιστὴς οὗτος ἄλλῳ ἀναφανήσεται χρη- 
ματιξόμενος καὶ οὐχ αὑτῷ, ἀλλὰ σοὶ τῷ δυναμένῳ Eesti 


καὶ πείϑειν τὰ πλήϑη. 
ὙΠ. 


22. Νῦν μοι δοκεῖς δηλῶσαι, ὦ Τοργία, ἐγγύ- 


Tate τὴν ῥητορικὴν ἥ ἥντινα τέχνην ἡγεῖ εἶναι, καὶ εἴ τι ἐγὼ 
συνίημι; λέγεις ὅτι πειϑοῦς δημιουργός ἐστιν ἡ ῥητορική, 
καὶ ἡ πραγματεία αὐτῆς ἅπασα καὶ τὸ κεφάλαιον eig τοῦτο 
τελευτᾷ" ἢ ἔχεις τι λέγειν ἐπὶ πλέον τὴν ῥητορικὴν δύνα- 


15 σϑαι ἢ πειϑὼ τοῖς ἀκούουσιν ἐν τῇ ψυχῇ ποιεῖν; 


-IOP. Οὐδαμῶς, ὥ Σώκρατες, ἀλλά uoL δοκεῖς ἱκανῶς 
ὁρίξεσϑαι" ἔστι γὰρ τοῦτο τὸ κεφάλαιον αὐτῆς. 
ER. "ἄκουσον δή, ὦ Γοργία. ἐγὼ γὰρ εὖ ἴσϑ᾽ ὅτι, ὡς 
ἐμαυτὸν πείϑω, εἴπερ τις ἄλλος ἄλλῳ διαλέγεται βουλόμε- 
20 vog εἰδέναι αὐτὸ τοῦτο περὶ ὅτου ὁ λόγος ἐστί, καὶ ἐμὲ εἶἷ- 
ναι τούτων Eva ἀξιῶ δὲ καὶ σέ. 


[E] 2. Man beachte die Nebenein- 
anderstellung der gleichstämmigen 
Worte und den Gleichklang der En- 
dungen. Zu καὶ ἐν ἄλλῳ ξυλλόγῳ 
ergänze: die jedesmal versammelten, 
τοὺς πολίτας, welches Wort übri- 
gens in dem Relativsatz umschrieben 
wird. Gorgias bezeichnet die Haupt- 
gattungen der Beredtsamkeit: genus 
iudiciale, deliberatorium, demonstra- 
tivum. _ | 

6. δοῦλον (anaphorisch). Gegen- 
satz zur oben erwähnten λευϑερία. 
Zuletzt sucht Gorgias noch zu impo- 


nieren durch die energische Abferti- Ὁ 
gung des Geldmanns. 7. odrogverächt- 


lich. Der Gedanke ist erst affirmativ, 
dann negativ, dann wieder in be- 
schränkterer Weise (durch Anastro- 
phe an den Mitredner) affirmativ ge- 
wandt. Aehnlich 464 C. N κολακευ- 
zımm, αἰσϑομένη, οὐ γνοῦσα λέγω 
ἀλλὰ στοχασαμένη, wo aber das- 


Platons ausgew. Dialoge. H. 


selbe Mittel nur der Deftlichkeit der 
Rede dient. 


Car. VII. 10. Der Kern der Mei- 
nung des G. muss erst durch Sokra- 
tes aus seiner Umhüllung herausge- 
schält werden. [453 A] 11. ἐγγύτατα 
doppelsinnig, denn es lässt sich, wie 
auf das δηλῶσαι, so auch auf das 
Wesen der Rhetorik beziehen. Im 
letzteren ἄς bezieht Sich auch die 
Frage N: 'ς τι λέγειν ἐπὶ πλέον 
darauf Bi In der Rhetorik ist 
weiter nichts 18 πειϑὼ zu suchen 

eine Wahrheit). 


[B] 19. βουλόμενος εἰδέναι ent- 
hält das wesentliche Prädikat zu ei- 
περ. καὶ ἐμὲ εἶναι τούτων abhängig 
von ἔϑω, nicht von εὖ ἴσϑ᾽ ὅτι. 
Nach εὖ ἦ ἴσ 4) allein würde ohnehin fol- 
gen? ἐγὼ hat kein Prädikat. Solche 
Anakolntbien sind’nicht selten. (Vgl. 
Engelhardt zu Phaedr. 272 Ὁ). 


3 


453 


34 TTAATQNOE 


TOP. Ti οὖν dr, @ ὦ Σώκρατες: 

zn. ‚Ey ἐρῶ νῦν. ἐγὼ nv ἀπὸ τῆς ῥητυρικῆς πειϑώ, 
ἥ τίς ποτ᾽ ἐστὶν ἣν σὺ λέγεις καὶ περὶ ὧντινων πραγμάτων 
ἐστὶ πειϑώ, σαφῶς μὲν εὖ ἴσϑ᾽ ὅτι οὐκ οἶδα, οὐ μὴν ἀλλ᾽ 
ὑποπτεύω γε ἣν οἶμαί σε λέγειν καὶ περὶ ὧν᾽ οὐδὲν μέντοι 
ἧττον ἐρήσομαί σε, τίνα ποτὲ λέγεις τὴν πειϑὼ τὴν ἀπὸ 
τῆς “δητορικῆς καὶ περὶ τίνων αὐτὴν εἶναι. τοῦ οὖν ἕνεκα 
δὴ αὐτὸς ὑποπτεύων σὲ ἐρήσομαι, ἀλλ οὐκ αὐτὸς λέγω; 
οὐ σοῦ ἕνεκα, ἀλλὰ τοῦ λόγου, ἵ ἵνα οὕτω προΐῃ, ὡς μάλιστ᾽ 


ἂν ἡμῖν καταφανὲς ποιοῖ περὶ ὅτου λέγεται. σκόπει γὰρ εἴ 10 


σοι δοχῶ δικαίως ἀνερωτᾷν σε. ὥσπερ ἂν εἰ ἐτύγχανόν δε 
ἐρωτῶν τίς ἐστι τῶν ξωγράφων Ζεύξις, εἴ μοι εἶπες ὅτι ὁ 


τὰ ζῶα γφάφων, ag οὐκ ἂν δικαίως GE ἠρόμην ὁ τὰ ποῖα 


τῶν ξώων γράφων; "ἢ οὔ; 
TOP. Πανυ γε. 
ER. Ἶρα διὰ τοῦτο, ὅτι 
φοντὲς ἄλλα πολλὰ ξώα; 


8. ἣν σὺ λέγεις unentbehrlicher 
Zusatz zu ἢ τις. 


ὅ. Die Angabe, dass Sokrates des 
Gorgias Ansicht durchschaue, hat ei- 
nen doppelten Grund. Sokrates er- 
scheint darnach als der überlegene 
Meister; andererseits erhellt der 
Wert der methodisch fortschreiten- 
den Behandlung «der Sache, wobei 
auch dem Gegner durchaus sein Recht 
zu Theil wird. Vgl. 454 C. 


[C]9. ὡς correlat. zuodro. μεζλεστ᾽. 
Warum diese Umschreibung für den 
Superlativ ? 

11. Durch@omeg ἃ ἂν el wird beiPla- 
ton ungemein häufig die Erläuterung 
einer allgemeinen Frage durch einen 
ähnlichen, fingierten Fall eingeleitet. 
Leicht ordnet sich dem noch ein zwei- 
ter hypothetischer Satz unter. Pre 
tag. 311 B. ὥσπερ ἂν εἰ ἐπενόξις 
παρὰ τὸν σαυτοῦ ὁμώνυμον ἐἔλ- 
ὼν Ἱπποκράτη - ἀργύρ τε- 
λεῖν ὑπὲρ, σαυτοῦ udn (vo, 
εἴ τίς σε ἤρετο — τί ἂν ἀπεκρένω: 
In optativischer Form 318 B. 


12. Zeuxis, der berühmte Maler, 


καὶ ἄλλοι εἰσὶ ee yoc- 


Zeitgenosse des Sokrates, stammte 
aus Heraklea in Unteritalien und war 
der Schüler des Apollodoros, ‚dersich 
durch richtige Verteilung von Licht 
und Schatten für die Fortbildung der 
Kunst Verdienste und den Namen 
Skiagraph erwarb. Die Gemälde des 
Zeuxis, der ionischen Schule ange- 
hörig, zeichneten sich durch Weich- 
heit und zartes Colorit aus. Berühmt 
war sein Bild ‚‚Penelope“ worin mau 
ächt weibliche Sittsamkeit dargestellt 
fand. Bekaunt ist die Erzählung von 
seinem Wettstreit mit seinem Neben- 
buhler Parrhasius. — ὃ τὰ ζῶα 
φων. 860» ist der Ausdruck für jede 
Art von Bild. 


14. ἢ οὔ. Die alte Lesart ist καὶ 
ποῦ, was sich schwerlich genügend 
erklären lässt, Man nahm wol An- 
stoss an ἢ οὔ wegen der vorausge- 
henden Frage, die mit &g οὔκ (viel- 
leicht 09»?) eingeleitet ist. Doch siehe 
gleich Cap. IX, "Anfang, wo im We- 
sentlichen die Fragen ganz dieselbe 
Stellung haben wie hier, BRD se 
auch 479 E. a τ δι 
52) 


15 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 95 


TOP. Ναί. 

.- Dan. Ei δέ γε ua ἄλλος ἡ Ζεύξις ἔγραφε, χαλῶς ἄν 
δοὶ ἀπεκέκριτο; 

ΓΟΡ. Πῶς γὰρ οὔ; 

δ᾽ Σι. Ἴϑι δὴ καὶ περὶ τῆς ῥητορικῆς εἰπέ πότερόν σοι 
δοκεῖ πειϑὼ ποιεῖν ἡ ῥητορικὴ μόνη ἢ καὶ ἄλλαι τέχναι: AE- 
yo δὲ τὸ τοιόνδε" ὅστις διδάσκει ὁτιοῦν πρᾶγμα, πότερον ὃ 
διδάσκει πείϑει, ἢ οὔ; 
TOP. Od δῆτα, © τῶν, ἀλλὰ πάντων PIE 
10 weite. 

ΣΩ. “Πάλιν δὴ ἐπὶ τῶν αὐτῶν τεχνῶν. λέγωμεν ὧνπερ 
νῦν δή" ἡ ἀριϑμητικὴ οὐ διδάσκει ἡμᾶς, ὅσα ἐστὶ τὰ τοῦ 
ἀριϑμοῦ, καὶ ὃ ἀριϑμητικὸς ἄνϑρωπος ; 

ΓΟΡ. Πανυ γε. 

5 22. Οὐκοῦν καὶ πείϑει; | 

TOP. Ναί. “ 

ER. Πειϑοῦς ἄρα δημιουργός ἐστι καὶ ἡ ἀριθμητική. 

ΓΟΡ. Φαίνεται. Ν 

ER. Οὐκοῦν ἐάν τις ἐρωτᾷ ἡμᾶς, ποίας πειϑοῦς καὶ 

20 περὶ τί, ἀποκχρινούμεϑά που αὐτῷ ὅτι τῆς διδασκαλικῆς τῆς 


περὶ τὸ ἄρτιόν τὲ καὶ περιττὸν ὅσον ἐστί" καὶ τὰς ἄλλας ἃς 4 


νῦν δὴ ἐλέγομεν. τέχνας ἁπάσας ἕ ἕξομεν ἀποδεῖξαι πειϑοῦς 
δημιουργοὺς οὔσας καὶ ἧστινος καὶ περὶ 0 τι" ἢ οὔ; 
ΓΟΡ, Nei: 
25 ER. Οὐκ ἄρα ῥητορικὴ μόνη πειϑοῦς ἐστὶ δημιουργύς. 
- TOP. "Arnd λέγεις. 


ΙΧ. 22. Ἐπειδὴ τοίνυν οὐ μόνη ἀπεργάξεται τοῦτο τὸ 


ἔργον, ἀλλὰ καὶ ἄλλαι, δικαίως ὥσπερ περὶ τοῦ ξωγράφου 
μετὰ τοῦτο ἐπανεφοίμεϑ᾽ ἂν τὸν λέγοντα, ποίας δὴ πειδϑοὺς 
80 καὶ τῆς περὶ τί πειϑοῦς ἡ ῥητορικὴ ἐστὶ τέχνη; ἢ οὐ δοκεῖσοι 
δίκαιον εἶναι ἐπανερέσϑαι; : 
TOP. Ἔμοιγε. 8 
ER. ᾿Δἀπόκριναι.δή, ὦ ὌΝ ἐπειδή γε καὶ σοὶ δοκεῖ 
οὕτως. 
[D]7. Welchesi ist derallgemeinere das ἢ οὔ. — Car. IX. Auch za dw 


ah διδάσκειν oder ᾿πείϑεϑ ὃ ist noch Gattungsbegriff, aber genus 
— οὐ ur beantwortet zunächst nur proximum. 


ἱ 3 * 


94 


26 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


TOP. Ταύτης τοίνυν τῆς πειϑοῦς λέγω, ὦ Σώκρατες, 
τῆς ἐν τοῖς δικαστηρίοις καὶ ἐν τοῖς ἄλλοις ὔχλοις, ὥσπερ καὶ 
ἄρτι ἔλεγον, καὶ περὶ τούτων ἅ ἐστι δίκαιά τε καὶ ἄδικα. 


32. Kal ἐγώ τοι ὑπώπτευον ταύτην σε λέγειν τὴν πει- - 


ϑὼ καὶ περὶ τούτων, ὦ Γοργία᾽ ἀλλ᾽ ἵνα μὴ ϑαυμάξῃς, ἐὰν 
ὀλίγον ὕστερον τοιοῦτόν τί 08 ἀνέρωμαι, ὃ δοκεῖ μὲν δῆλον 
εἶναι, ἐγὼ δ᾽ ἐπανερωτῶ" ὅπερ γὰρ λέγω, τοῦ ἑξῆς ἕνεκα 
περαίνεσϑαι τὸν λόγον ἐρωτῶ, οὐ σοῦ ἕνεκα, ἀλλ᾽ ἵνα 
un ἐϑιξζώμεϑα ὑπονοοῦντες προαρπάξεινὴ ἀλλήλων τὰ 
λεγόμενα, ἀλλὰ σὺ τὰ σαυτοῦ κατὰ τὴν ὑπόϑεσιν ὅπως ἂν 


βούλῃ περαίνῃς. 


TOP. Καὶ ὀρϑῶς γέ μοι δοκεῖς ποιεῖν, ὥ Σώκρατες. 
ΣΦ. 1ϑι δὴ καὶ τόδε ἐπισκεψώμεϑα. καλεῖς τι μεμαϑὴη- 


κέναι; ; 


[454 BJ Gorgias beantwortet zuerst 
das ποῖον und beschränkt in dieser 
Beziehung die Wirksamkeit der meı- 
90 auf die grosse ungebildete Masse, 
im Gegensatz zu der auf Einzelne ge- 
richteten Lehre. Den von Sokrates 
angedeuteten Artunterschied von δὲ- 
δασκαλικὴ und πειστικὴ weiss Gor- 
gias nicht zu benutzen. ὄχλος ist ab- 
sichtlich gewählt — das ungebildete, 
urteilslose Volk. Dann gibt G. das 
περὶ τί an und nennt als solches im 
Widerspruch mit dem 452 D. E. Ge- 
sagten das Recht und Unrecht. Von 
nun an ist es die Aufgabe des Sokra- 
tes den ethischen Gehalt — nicht mehr 
den logischen allein — der Definition 
zu prüfen. 

5. aAR ἕνα κι τ. A. Die Satz- 
form entspricht ganz der in der Un- 
terhaltung des gewöhnlichen Lebens 
vorkommenden Ausdrucksweise. Der 
Satz sollte lauten ἕνα — δῆλον εἷ- 
var, (εὖ ἴσϑι ὅτι) τοῦ ἑξῆς ἕνεκα 
περαίνεσϑαι τὸν λόγον ἐρωτῶ. Die 


gewöhnliche Unterhaltung liebt eine 


gewisse Breite. Man wiederholt That- 
sächliches, auf das man besonderen 
Wert legt, so hier ἐγὼ δ᾽ ἐπανε- 
ρωτῶ: ferner drängt sich dem Nach- 
satz die Bemerkung vor, dass Sokra- 
tes schon vorher sein Verfahren mo- 
tiviert hatte. Dadurch entsteht die Ana- 


koluthie. Dafür bietet schon die ho- 
merische ‚Sprache viel Analogieen. 
οὐ σοῦ ἕνεκα. Sokrates muss je- 
den Verdacht fernhalten, als wolle er 
dem Gorgias persönlich zu nahe treten. 
[C]9. ὑπονοεῖν ist denken, was ein 
Anderer, ohne dass er es ausgespro- 


chen, über eine Sache denken möge. ὁ 


Gedanken unterstellen. Aehnlich, je- 
doch nur von Nebengedanken über- 
haupt, ist ὑπολογίζεσϑαι gebraucht 
Criton 48D. ὑπόϑεσις ist die Grund- 
lage, welche sidh Gorg. selbst berei- 
tet hat. Sie bedingt die Richtung 
(ιατὰ), in welcher der Satz durch 
seine Consequenzen bis zum Ziele 
(περαένῃς) hingeführt wird.  * 
12. Durch den Gegensatz von weue- 
ϑηκέναι und πεπιστευκέναι führt 
Sokrates wieder auf den Unterschied 
des διδάσκειν und. πείϑειν zurück, 
den er diesmal im Resultat- erfasst. 
Die Perfecta sind nötig, um auf die 
in den Substantiven ἔπε 
πέστις ausgedrückten, von den voraus- 
gehendenSeelenthätigkeiten bedingten 
Zustände überzuleiten. DerUnterschied 
von ἐπιστήμη (Wissen) und πέστις 
(Meinen) ist für diefolgende Entwick- 
lung sehr wichtig. Hier wird das We- 
sentliche, dass nur in der Εἰ 
oßjective Wahrheit entl € 
charakteristischer Weise vorge 


σι 


10 


στήμη und. 


ΓΟΡΓΊΑ͂Σ. 37 


TOP. Καλῶ. 

ER. Τί δέ; πεπιστευκέναι; 

ΓΟΡ. Ἔγωγε. 

ΣΩ. Πότερον οὖν ταὐτὸν δοκεῖ σοι εἶναι μεμαϑηκέναι 

ὃ καὶ πεπιστευκέναι, καὶ μόϑησις καὶ πίστις, ἢ ἄλλο τι; 

TOP. Οἴομαι μὲν ἔγωγε, ὦ Σώλρατες, ἄλλο.. 

„as. «Καλῶς γὰρ οἴει" γνώσει δὲ ἐνθένδε. εἰ γάρ τίς σὲ 
ἔροιτο". de’ ᾿ ἔστι τις, ὦ Γοργέα, πέστις ψευδὴς καὶ ἀληϑής; 
φαίης ἄν, ὡς ἐγὼ οἶμαι. 

0 ΤΌΡ. Ναί. 

„a2. Τί δέ; ἐπιστήμη ἐστὶ ψευδὴς καὶ ἀληϑής; ᾿ 

"TOP. Οὐδαμώς. 

ER. Ζῆλον γὰρ αὖ ὅτι οὐ ταὐτόν ἐστιν. 

TOP. ᾿Ἵληϑῆ λέγεις. 

δ IR. ᾿4λλὰ μὴν οἵτέ γε μεμαϑηκότες πεπεισμένοι εἰσὶ καὶ E 
οἱ πεπιστευκότες. 

ΓΟΡ. Ἔστι ταῦτα. 

.Σ Βούλει οὖν δύο εἴδη ϑῶμεν πευϑοῦς, τὸ μὲν πίστιν 
παῤεχόμενον ἄνευ τοῦ εἰδέναι, τὸ δ᾽ ἐπιστήμην ; 

"Ὁ TOP. Havv γε. | 

22. Ποτέραν οὖν n δητορικὴ πειϑὼ ποιεῖ ἐν δικαστη-. 
᾿οέοις TE καὶ τοῖς ἄλλοις ὄχλοις περὶ τῶν δικαίων τε καὶ ἀδί- 
κων; ἐξ ἧς τὸ πιστεύειν γίγνεται ἄνευ τοῦ εἰδέναι ἢ ἐξ ἧς 
τὸ εἰδέναι; 

ἢ TOP. Δῆλον δήπου." ὦ Σώκρατες, ὅτι ἐξ ἧς τὸ πι- 
στεύειν. 

ΣΦ. ἯἩ ῥητορικὴ ἄρα. ὡς ἔοικε. πειϑοῦς δημιουργός 455 
ἐστι πιστευτικῆς. ἀλλ᾽ οὐ διδασκαλικῆς περὶ τὸ δίκαιόν τε 
καὶ ἄδικον. | ᾿ 

80 TOP. Ναί. 


Zugleich erhellt, dass nur das Wissen stimmen μάϑησις und πέστις über- 
selbstthätig erworben, die Meinung . ein; der Unterschied liegt also —? 
aber von aussen aufgenommen wird. [455 A] 27. πειϑοῦς δημιουργός. 
Ueber die Form des Beweises und die Der Ausdruck stammt schon von Ti- 
dabei a Voraussetzung s. d. sias her; Sokrates wählte ihn oben 
Anh. schon absichtlich, weil die Rhetorik 
[ΕἸ᾿ 15. πεπεισμένοι. In der Ue- damit in die Reihe der handwerks- 
berzeugung, dem — subjeetiven—Ziel mässigen Geschäfte eingerückt wird. 


38 TIAATQNOE 


ER. Οὐδ᾽ ἄρα διδασκαλικὸς ὃ ῥήτωρ ἐστὶ δικαστηρίων 
τε καὶ τῶν ἄλλων ὄχλων δικαίων τὲ πέρι καὶ ἀδίκων, ἀλλὰ 
πειστικὸς μόνον. οὐ γὰρ δήπου ὄχλον γ᾽ ἂν δύναιτο τοσοῦ- 
τον ἐν ὀλίγῳ χρόνῳ διδάξαι οὕτω μεγάλὰ er νι 

TOP. Οὐ ϑῆτα. | 

x. Z8. Φέρε δή, ἴδωμεν τί ποτε καὶ PER περὶ τ' τῆς 


Β ῥητορικῆς" ἐγὼ μὲν γάρ τοι οὐδ᾽ αὐτός πῶ δύναμαι κατα- 


νοῆσαι ὃ τι λέγω. ὅταν περὶ ἰὰτρῶν. αἱρέσεως ἢ τῇ πόλει. 


σύλλογος ἢ περὶ ναυπηγῶν ἢ περὶ ἄλλου τινὸς δημιουργικοῦ 
ἔϑνους, ἄλλο τι ἢ τότε ὁ ῥητορικὸς οὐ συμβουλεύσει: δῆλον 
γὰρ ὅτι ἐν ἑκάστῃ αἵρέδει τὸν τεχνικώτατον δεῖ αἱρεῖσϑαι. 
οὐδ᾽ ὅταν τειχῶν περὶ οἰχοδομήσεως ἢ λιμένων κατασκδυῆς 
ἢ νεωρίων. ἀλλ᾽ οὗ ἀρχιτέκτονες" οὐδ᾽ αὖ ὅταν δτραξηγῶν 
αἱρέσεως πέρι ἢ τάξεώς τινος πρὸς πολεμίους ἢ χωρίων κατα- 
λήψεως συμβουλὴ ἢ, ἀλλ᾽ ol στρατηγικοὶ τότε συμβουλεύ- 
σουσιν, ol δητορικοὶ δὲ οὔ" ἢ πῶς λέγεις, ὦ Γοργέα, τὰ τοι- 


αὕτα; ἐπειδὴ γὰρ αὐτός TE φὴς δήτωρ εἶναι καὶ Er ar 


3. In dem πειστικὸς μόνον liegt 
bereits, was sich später enthüllt, eine 
Verurteilung der Rhetorik. Sie wirkt 
nur Schein; und doch soll gerade 
dasrichterlicheErkenntniss daraufsich 
gründen, ἐν ὀλέγῳ χρόνῳ. Das er- 
wartete οὕτω bleibt weg, um das Un- 
zweckmässige der athenischen Ge- 
richtsverfassung, i in welcher die Mög- 
lichkeit, Wahrheitserkenntnis zu be- 
wirken, nach der χλέψυδρα gemessen 
wurde, änrch die Unbestimmtheit noch 
mehrhervortreten zu lassen.Mandenke 
hierbei auch an den Proce sss des So- 
krates, Vgl. Apol. 19 A. ἐπιχειρη- 
τέον ὑ ὑμῶν ἐξελέσϑαι τὴν διαβολὴν, 
ἣν νὑμεῖς ἐν πολλῷ χρόνῳ ἔσχετε 
ταύτην ἐν OBER ὀλίγῳ χρόνῳ. Vgl. 
das. 37 A. 

Car. X. 6. φέρε δή bildet den 
Uebergang zu der Prüf des ethi- 
schen "Gehaltes, der aunmehr formell 
genügenden Definition er Rhetorik. 
Sie geschieht zunächst durch eine Er- 
örterung über den Umfang, in wel- 
chem die gegebene Bestimmung ihre 
Anwendung finden soll, σέποτε καὶ. 


ΓῚ 


Bei dem Fragewort BR. b καί 


dass man a ΤΣῊ 


gernden Bedeu: des u 
αὐτός πω. Sokrates stellt sich höfli-. 
cher Weise dem Gorgias gleich. λέγω 
ist Indicativ. 


[B] 8. ἐατρῶν αἱρέσεως. Seit der 
Entwicklung der Philosophie-in Grie- 
chenland bildete sich auch eine Wis- 
senschaft der Mediein aus, die na- 
mentlich unter den Priestern des As- 
klepios forterbte. Unter diesen ent- 
standen Schulen, so in Kos, .Knidos, 
Rhodos undin Italien. Seitdemkam es 
vor, dass ein Staat einen berühmten 
Arzt in öffentlichen Dienst nahm, 
nachdem er sich über seine ärztliche 
Ausbildung ausgewiesen hatie. Vgl. 
Gorg. 514 Ὁ. Polit. 259 A. Her. ΠῚ, 
31. Xen. Mem. Soer. IV, 36. 


12, οὐδ᾽ im Anschluss@ ἀν" 


ἢ τότε ὁ ῥητορικὸς kn 
λεύσει. : 


5 


10 


TOPTTAZ. 39 


ῥητορικούς, εὖ ἔχει τὰ τῆς σῆς τέχνης παρὰ σοῦ πυνϑάνε- 
σϑαι. καὶ ἐμὲ νῦν “νόμισον καὶ τὸ σὸν σπεύδειν" ἴσως γὰρ 
καὶ τυγχάνει τις τῶν ἔνδον ὄντων μαϑητής ὅου βουλόμενος 
᾿γενέσϑαι, ὡς ἐγώ τινας σχεδὸν καὶ συχνοὺς αἰσϑάνομαι, οἵ 
ἴσως αἰσχύνοιντ᾽ ἄν 68  ἀνερέσϑαι" ὑπ᾽ ἐμοῦ οὖν ἀνερωτώ- 
μενος νόμισον καὶ ὑπ᾽ «ἐκείνων ἀνερωτᾶσθαι" τί ἡμῖν, ὦ 

Γοργία, ἔσται, ἐάν 601 δυνῶμεν; περὶ τίνων τῇ πόλει δυμ- 
βουλεύειν οἷοί τε ἐσύμεϑα: πότερον περὶ δικαίου μόνον καὶ 


ἀδίκου ἢ καὶ περὶ ὧν νῦν δὴ Σωκράτης ἔλεγε; πέιρῶ οὖν 


αὐτοῖς ἀποκρίνεσθαι. 


TOP. ᾿᾽4λλ᾽ ἐγώ σοι ED... RE ὦ “Σώκρατες, σαφῶς. 


ἀποκαλύψαι τὴν τῆς δητορικῆς δύναμιν ἅπασαν" αὐτὸς γὰρ 
καλῶς ὑφηγήσω. οἶσϑα γὰρ δήπου ὅτι τὰ νεώρια ταῦτα καὶ 


[6] 1. εὖ ἔχει es ist in ders Ord- 
nung. Phaed. 107 A. Soph. Ajax 684, 
ἀλλ᾿ ἀμφὶ μὲν τούτοισιν εὖ σχήσει. 
Es folgt dann τὰ (nicht 70) τὴς τέ- 
xvns weil es sich nicht mehr um das 
Wesen der Kunst, sondern ihre 
Aufgabe(Wirkungen) im Einzelnen 
handelt. at, 


2.70 σὸν σπεύδειν ἀοίη Interesse 

verfolgen, chten. Ganz sachlich 

ΓΒ von. einem Lehrsatz 
se: 


4 τινὰς σχεδὸν καὶ συχνούς. 
Das σχεδὸν gehört nicht zu dem Ver- 
bum, sondern zu τινας, wie es sich 
überhaupt gern an das Indefinitum, 
am liebsten an τὰ anschliesst; daher: 
wie ich gerade einige und zwar viele 
sehe, Dies zusammengefasst, ergiebt 
„ziemlich yide“. Vgl. Protag. 348 C 
καὶ τῶν ἄλλων σχεδόν τι τῶν παρ: 
ὄντων: --- Die Hoffnung Schüler zu 
gewinnen — daran knüpft sich ja der 
Gelderwerb — spornt den Sophisten 
am meisten zur Ausdauer in der für 
ihn unbequemen Untersuchung. Aus- 
serdem galt es die wahre Meinung des 
Gorgias hervorzulocken. Diese offen- 
bart er in der folgenden ἐπίδειξις, 
zu w e- er sich nunmehr aufge- 
Fond ılt. Noch ausführlicher wird 

B ff. dasselbe Mittel von 
8. a νι; gebracht. 


[D] 12. ἀποκαλύψαι. Gorgias setzt 
voraus —? ὑφηγήσω du hast den 
Weg — die Richtung, —, gezeigt. 
Theaet. 148D. καλῶς γὰρ ἀρτιὑφη- 
γήσω. Vgl. dagegen 458 B. Das ὑπὸ 
drückt Unterstützung aus. In der 
Sache bezieht sich Gorgias auf die 
von Sokrates 455 B erwähnten Bei- 
spiele. Siescheinen dem Gorgias ganz 
besonders treffend, die Wirksamkeit 
seiner Kunst zu erläutern, 

[ΕἸ 13. τὰ νεώρια ταῦτα καὶ τὰ 
τείχη τὰ 4ϑηναίων. Die nachdrück- 


‚liche Form der attributiven Stellung 


des Genetivs ist gewählt, weil die 
Athener stolz darauf waren, sich als 
Eigentümer und Besitzer dieser Werke 
ansehen zu können. Diese Bezeich- 
nungsweise — ausgehend von den 
dem” Volke schmeichelnden Rednern 
— scheint dann officiell geworden zu 
sein. — Von Themistokles stammt die 
ns von Athen selbst (vgl. 
Thue. 1, 90—93) sowie die Einrich- 
tung und Befestigung des Peiräeus 
(mit dem Handelshafen, ἐμπόριον, 
und dem Kriegshafen oder Hafen des 
Kantharos) während früher der min der 
günstige und kleinere Phäleron be- 
nützt wurde. Die Werfte waren für 
400 Schiffe berechnet. Die sogenann- 
ten langen Mauerh, zu deren Erban- 

ung wahrscheinlich der Vorschlag 
schon von Themistokles gemacht war 


D- 


E 


450 


40 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ ” N 


τὰ τείχη τὰ ᾿4ϑηναίων καὶ 7 τῶν λιμένων κατασκευὴ ἐκ τῆς 
Θεμιστοκλέους συμβουλῆς γέγονε, τὰ δ᾽ ἐκ τῆς Περικλέους, 


ἀλλ᾽ οὐκ ἐκ τῶν δημιουργῶν. 


ZQ. Atysraı ταῦτα, ὦ Γοργία, ἊΣ Θεμιστοκλέους 
Περικλέους δὲ καὶ αὐτὸς ἤκουον ὅτε συνεβούλευεν ἡμῖν περὶ 5 


τοῦ διὰ μέσου τείχους. 


TOP. Καὶ ὅταν γέ τις αἵρεσις 7 ὧν δὴ σὺ ἔλεγες, ὦ Zu 
HORTES, ὁρᾷς ὅτι ol ῥήτορές εἰσιν ol συμβουλεύοντες καὶ ol 
νικῶντες τὰς γνώμας περὶ τούτων. 

ΣΩ. "Ταῦτα καὶ ϑαυμάξων. ὦ Γοργία, πάλαι ἐρωτῶ. 10 
ἥτις ποτὲ ἡ δύναμίς ἐστι τῆς ῥητορικῆς. δαιμονία γάρ τις 
ἔμοιγε καταφαίνεται τὸ μέγεϑος οὕτω σκοποῦντι. EEE 


> 


ΧΙ. TOP. Ei πάντα γε εἰδείης, ὦ Σώκρατες, ὅτι. ὡς 
ἔπος εἰπεῖν ἁπάσας τὰς δυνάμεις συλλαβοῦσα ὑφ᾽ αὑτῇ ἔχει. 


und welche in zwei Schenkeln (τὸ 
βόρειον und τὸ νότιον) Athen mit 
dem Hafen in Verbindung setzten, 
wurden von Cimon ‚begonnen, unter 
Perikles Leitung vollendet. Die mitt- 
lere Mauer, nach der Schlacht bei Ta- 
nagra erbaut, hatte den Zweck auch 
dann noeh die Verbindung Athens mit 
einem der Häfen zu sichern, wenn 
eine der äusseren Mauern vol Feinde 
genommen wäre. 


4. Λέγεται ταῦτα κ. τ. Δ. Die 
scheinbar pedantische Genauigkeit des- 
Sokrates hat hier guten Grund. Auf 
das οἶσϑα γὰρ δήπου, dem Gorgias 
schon triumphierend Beweiskraft zu- 
traut, gehört einDämpfer. Vgl.470D. 


11. δαιμονέα. Dieses Adjectiv, wel- 
ches bei Homer nur als Anrede an 
eine Person im Vocativ vorkommt (8. 
Nägelsbach, homerische Theologie) 
hat nach dem Vorgange Pindars bei 
den Attikern die erweiterte Bedeu- 
tung: alles was von den Göttern her- 
rührt, daher auch übertragen auf Sa- 
chen: glücklich. oder unglücklich. 
Platon erweiterte den Gebrauch noch 
mehr. In der Anrede gebraucht er es 
ironisch oders chmeichelnd. So Gorg. 
489 Ὁ. Bei Sachen bezeichnet es das 
Auss@rordentliche, Uebermenschliche. 
So, hier; vgl. Sappos. 219 B. Crat. 


396 D. Doch hat es auch die techni- 
sche Bedeutung: aufDämonen bezüg- 
lich oder von ihnen ausgehendim Un- 
terschied von Göttern δα Menschen. 


202 E. Polit. 307 E. 


Car. ΧΙ. [456 A] 13. ὑπά ᾿ 
εἰδείης. Gorgias fühlt sich dı 
ironische Aeusserung d Be: ᾿ 
rung von Seiten des 
schmeichelt und lässt sich da 
reissen in fliessender Rede En Lob 
der Kunst zu preisen und Tadel ab- 
zuwehren — was seine Aufgabe nicht 
war. Der Nachsatz zu εὐ würde lau- 
ten καὶ μᾶλλον ἂν ϑαυμάζοις. Vgl. 
503 C u. Phaedon [10 Β. εἰ γὰρ δεῖ 
μυὖῦϑον λέγειν. 


14. ἁπάσας τὰς δυνάμεις συλλα- 
βοῦσα rhetorisch für ἁπασῶν τῶν 
τεχνῶν τὰς ὃ. die Rhetorik soll die 
Kunst aller Künste sein; aber das 
συλλαβεῖν ist nur Redensart. Der Be- 
weis verliert dies Prädikat aus dem 
Auge und ist nur Inductionsbeweis. 
In ähnlicher Weise sagt Protarchos 
im Philebus 58A. ἤκουον μὲν ἔγωγε 
-- ἑκάστοτε Γοργίου πολλάκις ὡς ἡ 
τοῦ πείϑειν πολὺ μον... πασῶν 
τεχνῶν. πάντα γὰρ Up αὖτ 
δι᾽ ἑκόντων ἀλλ᾽ οὐ διὰ 
οἶτο, καὶ μακρῷ “a πασῶν 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


41 


μέγα δέ σοι τεκμήριον ἐρῶ. πολλάκις γὰρ ἤδη ἔγωγε μετὰ 
τοῦ ἀδελφοῦ καὶ μετὰ τῶν ἄλλων ἰατρῶν εἰσελθὼν παρά τινα 
τῶν καμνόντων οὐχὶ ἐθέλοντα ἢ φάρμακον πιεῖν ἢ τεμεῖν ἢ 
'καῦσαι παρασχεῖν τῷ ἰατρῷ, οὐ δυναμένου τοὔϊατροῦ acer 
5 ἐγὼ ἔπεισα, οὐκ ἄλλῃ τέχνῃ ἢ τῇ ῥητορικῇ. φημὶ δὲ καὶ εἰς 
πόλιν ὅποι βούλει ἐλϑόντα ῥητορικὸν ἄνδρα καὶ ἰατρόν, εἰ 
δέοι λόγῳ διαγωνίζεσϑαι ἐν ἐκκλησίᾳ ἢ ἐν ἄλλῳ τινὶ συλλό- 
yo, ὁπότερον δεῖ αἱρεϑῆναι ἰατρόν, οὐδαμοῦ ἂν φανῆναι τὸν 
ἑἰατρόν, ἀλλ᾽ ,αἱρεϑῆναι ἃ ἂν τὸν εἰπεῖν. δυνατόν, εἰ βούλοιτο. 
2 καὶ εἰ πρὸς ἄλλον γε δημιουργὸν ὁντιναοῦν ἀγωνίζοιτο, 
πείσειεν ἂν αὑτὸν ἐλέσϑαι ὁ ῥητορικὸς μᾶλλον ἢ ἄλλος ὁστις- 
οὖν᾽ οὐ γὰρ' ἔστι περὶ ὅτου οὐκ ἂν πιϑανώτερον εἴποι ὁ 
ῥητορικὸς ἢ ἄλλος ὁστισοῦν τῶν δημιουργῶν ἐν πλήϑει. ἡ 


3 ’ ’ -"» er 
μὲν οὐν δύναμις" τοσαύτη ἐστὶ καὶ τοιαύτη τῆς τέχνης" δεῖ 


> μέντοι, ὦ Σώκρατες, τῇ ῥητορικῇ χφῆσϑαι ὥσπερ, τῇ ἄλλῃ 
πάσῃ ἀγωνίᾳ. καὶ γὰρ τῇ ἄλλῃ ἀγωνίᾳ οὐ τούτου ἕνεκα δεῖ 


᾿ εἴη τῶν τεχνῶν. Die dem Gorgias 
in den Mund gelegte Aeusserung hat 
Bei ar chen Grund. y 
B] 2. τῶν ἄλλων ἰατρῶν. 
IR ὅταν ἢ weil von Maike 
\ Arzte ‚gelten ‚soll, was Gorgias sagt. 
eioe ‚nämlich in das Kranken- 
zimmer, Im Folgenden werden die 
Hauptmittel der ärztlichen Praxis zu- 
sammengestellt, innere und äussere. 
Die Aerzte der Alten waren zugleich 
Pharmaceuten und Chirurgen. Schnei- 
den und Brennen als Theilung des 
Begriffs operieren, erscheinen öfters 
verbunden. 476 C. 480 C. 521 E. 
Phaed. 115 E. Polit. 293 B. ‚Protag. 
354 A u.8s.w. Zu παρασχεῖν vgl. 
Apol. 33 B. καὶ πλουσέῳ καὶ πένη- 
τι παρέχω ἐμαυτὸν ἐρωτᾶν. 


6. ὅποι βούλει. Der Redner kennt 
keine örtlichen Grenzen seiner Wirk- 
samkeit. 


[C]9. τὸν εἰπεῖν δυνατόν. Man 
erwartete λέγειν doch vgl. Protag. 
329 A, ,τά ἂν καὶ τοιούτους. λό- 
γους ἀκούσειεν ἢ Περικλέους ῇ 
ἄλλου τινὸς τῶν ἱκανῶν εἰπεῖν. 

19, ἐν πλήϑει wie oben ἐν τοῖς 
ἄλλοις ὄχλοις. Man beachte in die- 


ser Rede des Gorgias die kunstge- 
rechte Ausdrucksweise. Am meisten 
hervor tritt die Vorliebe für Fülle des 
Ausdrucks und Antithesen; daher 
auch die häufige Anwendung der Ne- 
gation, des ἄλλος, ἀλλὰ und N, οὔτε 
— οὔτε u. del. ἡ μὲν οὖν δύναμις 
κ᾿ τ. A. bildet eine an sich gar nieht 
verwerfliche, auch vou Platon ange- 
wandte Form des Uebergangs. Aber 
von der zeei« der Rede sollte hier 
gar nicht die Rede sein. Doch wär es 
eben rhetorisch aufdas Lob der Sache, 
die Abwehr des Tadels, auf die αὖ- 
τιολογέα das ἐναντίον (auf die con- 
firmatio die refutatio) folgen zu las- 
sen. So reisst Gorgias seine Kunst 
selbst mit fort in das eigene Verder- 
ben. 


[Ὁ] 16. τῇ ἄλλῃ ἀγωνίᾳ. Gorgias 


wird durch den oben gebraucbten 
Ausdruck ἀγωνέξεσϑαι verleitet(von 
dem festgestellten _Gattungsbegriff 
abspringend) seine Kunst ganz wie 
die Sophisten’— die Eristiker — als 
eine Art der Streitkunst darzustellen, 
bei welcher es nur auf persönliche 
Ehre ohne Rücksicht auf die Sache 
ankommt. Einige Sophisten wie Eu- 


B 


C 


457 


49 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 
πρὸς ἅπαντας χρῆσϑαι ἀνθρώπους, ὅτι ἔμαϑε πυκτεύειν TE 
καὶ παγκρατιάξειν καὶ ἐν ὅπλοις μάχεσθαι, ὥστε κρείττων 
εἶναι καὶ φίλων καὶ ἐχϑρῶν᾽ οὐ τούτου ἕνεχα τοὺς φίλους 
δεῖ τύπτειν οὐδὲ κεντεῖν τε καὶ ἀποκτιννύναι. οὐδέ γε un 
4έα ἐάν τις εἰς παλαίστραν φοιτήσαρ, εὖ ἔχων τὸ σῶμα καὶ 5 
πυκτυχὸς γενόμενος, ἔπειτα τὸν πατέρα τύπτῃ καὶ τὴν μη- 
τέρα ἢ ἄλλον τινὰ τῶν οἰκείων ἢ ἢ τῶν φίλων, οὐτούτου ἕνεχα 
δεῖ τοὺς παιδοτρίβας καὶ τοὺς ἐν τοῖς ὅπλοις διδάσκοντας 
μάχεσϑαι μισεῖν TE καὶ ἐκβάλλειν ἐκ τῶν πόλεων. ἐκεῖνοι 
μὲν γὰρ παρέδοσαν ἐπὶ τῷ δικαίως χρῆσϑαι τούτοις πρὸς I 
τοὺς πολεμίους καὶ τοὺς ἀδικοῦντας, ἀμυνομένους, μὴ ὑπάρ- 
χοντας" οἱ δὲ μεταστρέψαντες χφῶνται τῇ ἰσχύϊ καὶ τῇ τέχνῃ 
οὐκ ὀρϑῶς. οὔκουν ol διδάξαντες πονηροί, οὐδὲ ἡ τέχνη 
οὔτε αἰτέα οὔτε πονηρὰ τούτου ἕνεκά ἐστιν, ἀλλ᾽ οἵ μὴ χρώ- 
μενοι, οἶμαι, ὀρθῶς. ὁ αὐτὸς δὴ λόγος καὶ περὶ τῆς ῥητορι- 
ung. δυνατὸς μὲν γὰρ πρὸς ἅπαντάς ἐστιν ὁ ῥήτωρ καὶ περὶ 
παντὸς λέγειν, ὥστε πιϑανώτερος εἶναι ἐν τοῖς πλήϑεσιν 
ἔμβραχυ περὶ ὅ ὅτου ἂν βούληται" ἀλλ᾽ οὐδέν τι μᾶλλον τούτου 
ἕνεκα δεῖ; οὔτε τοὺς ἰατροὺς τὴν δόξαν ἀφαιρεῖσϑαι.. —on. 
δύναιτο ἂν τοῦτο ποιῆσαι — οὔτε τοὺς ἄλλους δημιουργούς, 2 
ἀλλὰ δικαίως καὶ τῇ δητορικῇ χρῆσϑαι, ὥσπερ, καὶ τῇ ἀγω-.. 


thydemos und Dionysodoros waren 


εὖ ἔχων τ. 0. durch Nana καὶ 
auch Lehrmeister in der Fechtkunst. 


πυχτικὸς γενόμενος. durch Bildung. 


Das πυκτεύειν, der Faustkampf, das 
παλαίειν oder Ringen und die Ver- 
bindung beider das παγκρατιάξειν 
waren Hauptbeschäftigungen im ge- 
wöhnlichen Turnen; das letztere ge- 
hört jedoch schon vorzugsweise der 
eigentlichen Kunst der Athleten an; 
der Waffenkampf aber (ὁπλομαχέα) 
wurde kunstgereeht erst von Einzel- 
nen seit der Zeit des peloponnesischen 
Krieges betrieben. S. Laches i im An- 
fang. — Zu ἔμαϑε ergänze zig wie 
zıva zu δεῖ. τ 

5. φοιτήσας. φοιτᾶν ist der ei- 
gentliche Ausdruck für das Besuchen 
einer Schule; daher porrnrns der 
Schüler. Der Aorist ist hier notwen- 
dig. Der Besuch. der Schule eines 
Hoplomachen wird übergangen, weil 
der der Palästra allgemeiner war. — 


[457 Α111. un ὑπάρχοντας. War- 
απ μὴ ἢ ὑπάρχειν anfangen nämlich 
den Streit, ihn provocieren, daher an- 
greifen. 80 nach Legg. 879 Ὁ, Zu 
μεταστρέψαντες ergänze man τὴν 
τέχνην wie Pol. 1,367 A. oder Cra- 
tyl. 418 C. τῇ ἰσχύν wird ganz über- 
flüssig, ‚„. „aber. doch _wolbedacht 
zu τέχνῃ zugefügt, weil _damit 
die Schuld auf persönliche Eigen- 
schaften abgewälzt wird, οἶμαι. mit 
Selbstgefühl. 16. πρὸς ἁπαντὰας wie 
456 D. 


18. ἔμβραχυ bezeichnet dasselbe,’ 
was'sonst durch ὥστε ἐν βραχεῖ al- 
πεῖν (συνελόντι) gegeben wird. 


[Β] 19. τὴν δόξαν auf die Ehre, 
die Stellung im öffentlichen Leben, 
richtet der Redner ‘gerade sein Ziel. 


15 


23 


TOPTIA2. 


vie. ἐὼν δέ, οἶμαι, δητορικὸς 


5 7 
γενόμενός τις κατα ταύτῃ τῇ 


δυνάμει καὶ τῇ τέχνῃ ἀδικῇ, οὐ τὸν διδάξαντα δεῖ μισεῖν 
te καὶ ἐκβάλλειν ἐκ τῶν πόλεων. ἐκεῖνος μὲν γὰρ ἐπὶ δικαίᾳ 
χρεέᾳ παρέδωκεν, ὁ δ᾽ ἐναντίως χρῆται. τὸν οὖν οὐκ ὀρϑῶς 
5 χρώμενον μισεῖν δίκαιον καὶ ἐκβάλλειν καὶ ἀποκτιννύναι, 


ἀλλ᾽ οὐ τὸν διδάξαντα. 


ΧΙ. ZR. Οἶμαι, ὦ Γοργία. καὶ σὲ ἔμπειρον eo πολ- 
λῶν λόγων καὶ καϑεωρακέναι ἐν αὐτοῖς τὸ τοιόνδε, ὅτι οὐ 
ῥᾳδίως δύνανται περὶ ὧν ἂν ᾿ἐπιχειρήσωσι διαλέγεσϑαι διο- 
10 φισάμενοι πρὸς ἀλλήλους καὶ μαϑόντες καὶ διδάξαντες ἕαυ- 
τοὺς οὕτω διαλύεσϑαι τὰς BURN, ἀλλ᾽ ἐὰν περί του ἀμ- 
φισβητήσωσι καὶ μὴ φῇ 6 ἕτερος τὸν ἕτερον ὀρϑῶς λέγειν ἢ 
μὴ σαφῶς. χαλεπαίνουσί τε καὶ κατὰ φϑόνον οἴονται τὸν Euv- 
τῶν λέγειν, φιλομεικοῦντες ἀλλ᾽ οὐ ξητοῦντες τὸ προκείμε- 
vov ἐν τῷ λόγῳ᾽ καὶ ἔνιοί ie τελευτῶντες αὔόχιστα ἀπαλλάτ- 


τονται, λοιδορηϑέντες τε καὶ 
σφῶν αὐτῶν τοικχῦτα, οἷα καὶ 


Car. . [C] 8. λόγων Unterre- 
dungen, nschaftliche Untersu- 


a ΕΥοἀνέναὶ die Zusam- 


mensetzu n it κατὰ — von der Be- 
deutun; entlang ausgehend — 
drückt dei Veberblick aus, den man 
durch Beobachtung vieler Fälle und 
rer erlangt. Vgl. Phaedon 
1 


9. Das Subjeet zu δύνανται ist 
aus λόγων oder dem folgenden Rela- 
tivsatz zu entnehmen. διορισάμενοι 
gehört zu διαλύεσθαι und erfüllt 


erst den Begriff des Prädikates. 


Darum ist οὕτω auch nicht über- 
flüssig. Aehnlich steht es im An- 
schluss an den Nebensatz 461 A. 
μαϑόντες καὶ διδάξαντες. Die Ge- 
genseisigkeit und Wechselbeziehung 
eines Thuns pflegt der Grieche durch 
zwei Begriffe, den activen und passi- 
ven auszudrücken. So nachher & πόν- 
τες καὶ ἀκούσαντες. Vgl. Protag. 
310A. 347D λέγοντας τε καὶ ἀκού- 
οντάς ἐν μέρει. 362 A. Aehnlich 16- 
γον δοῦναι. καὶ δέξασϑαι, ἐρωτᾶν 
καὶ ἀποκρίνεσϑαι, πεῖραν λαμβά- 


εἰπόντες καὶ ἀκούσαντες περὶ 
τοὺς παρόντας ἄχϑεσϑαι ὑπὲρ 


νειν καὶ διδόναι, περιμεῖναι καὶ 
ἀποδέξασϑαι λόγους oder ἐρωτᾶν 
καὶ ἐρωτᾶσϑαι (462 A) ἐλέγχειν 


καὶ ἐλέγχεσϑ'αι ib. und Achnlichegg 


[D] 12. N μὴ σαφῶς brachylogisch 
für ἢ un φῇ σαφῶς λέγειν τὸν ἕτε- 
ρον. Der Plural folgt in χαλεπαί- 
νουδι; weil ὁ ἕτερος — τὸν ἕτερον 
für eine "ganze Classe von Menschen 


steht, daher auch später ἔνιοι dafür 


eintritt. φιλονεικοῦντες i im Streite — 
rechthaberisch — die eigene Ehre 
suchen im Gegensatze zum Rechte 
der Sache. SieheE.den Gegensatz von 

πρᾶγμα und σέ. Denselben. Vorwurf 
muss Sokrates hören von Kallikles 
515 B; obwol er selbst 505 E ange- 
geben hat, worin die wahre φίλονει- 
κέα bestehen soll. Vgl. auch Protag. 
360E. φιλονεικεῖν μοι δοκεῖς (dar- 
auf bestehen) To EwE ide τὸν ἀπο- 
κρινόμενον. 


17. ἄχϑεσϑαι ὑπὲρ. Der Aerger 
dient zur Rechtfertigung für ihre eige- 
ne, dureh jener Benehmen gleichsam 
entehrte Person. 


D 


44 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


- ’ Er ΄“ ᾽ + ; Ι 
Ε σφῶν αὐτῶν, ὅτι τοιούτων ἀνθρώπων ἠξίωσαν ἀκροαταὶ γε- 


458 


νέσϑαι. τοῦ δὴ ἕνεκα λέγω ταῦτα; ὅτι νῦν ἐμοὶ δοκεῖς σὺ 
οὐ πάνυ ἀκόλουϑα λέγειν οὐδὲ σύμφωνα οἷς τὸ πρῶτον ἔλε- 
ysg περὶ τῆς ῥητορικῆς. φοβοῦμαι οὖν διελέγχειν 68, μή μὲ 
ὑπολάβῃς οὐ πρὸς τὸ πρᾶγμα φιλονειοοῦμεα λέγειν τοῦ κα- 
ταφανὲς γενέσϑαι, ἀλλὰ πρὸς σέ. ἐγὼ οὖν, εἰ μὲν καὶ σὺ εἶ 
τῶν ἀνθρώπων ὧνπερ καὶ ἐγώ, ἠδέως ἄν σε διερωτῴην᾽ εἰ 
δὲ μή, ἐῴην ἄν. ἐγὼ δὲ τίνων εἰμί; τῶν ἡδέως μὲν ἂν ἐλεγ- 
χϑέντων, εἴ τι μὴ ἀληϑὲς λέγω, ἡδέως δ᾽ av. ἐλεγξάντων, εἴ 


τίς τι , μὴ ἀληϑὲς λέγοι, οὐκ ἀηδέστερον μέντ᾽ ἂν ἐλεγχϑέν-. 


τῶν ἢ ἐλεγξάντων" ἐεῖξον γὰρ αὐτὸ ἀγαϑὸν ἡγοῦμαι, ὅσῳ- 


περ μεῖζον ἀγαϑόν ἐστιν αὐτὸν ἀπαλλαγῆναι κακοῦ τοῦ wE- 


γίστου ἢ ἄλλον ἀπαλλάξαι. οὐδὲν γὰρ οἶμαι τοσοῦτον κακὸν 


εἶναι ἀνϑρώπῳ, ὅσον δόξα ψευδὴς περὶ ὧν τυγχάνει νῦν 


ἡμῖν 6 λόγος ὦν. εἰ μὲν οὖν καὶ σὺ φὴς τοιοῦτος εἶναι, δια- 


λεγώμεϑα. εἰ δὲ καὶ δοκεῖ χρῆναι ἐᾷν, ἐῶμεν ἤδη χαέρειν. 


καὶ διαλύωμεν τὸν λόγον. 

TOP. ᾿Αλλὰ φημὶ μὲν ἔγωγε, ὦ Σώκρατες, καὶ αὐτὸς 
τοιοῦτος εἶναι οἷον σὺ ὑφηγεῖ" ἴσως μέντοι χρῆν ἐννοεῖν καὶ 
τὸ τῶν παρόντων. πάλαι γάρ τοι, πρὶν καὶ ὑμᾶς ἐλϑεῖν, ἐγὼ 
Wis παροῦσι πολλὰ ἐπεδειξάμην, καὶ νῦν ἴσως πόρρω ἀπο- 
τενοῦμεν, ἢν διαλεγώμεϑα. σκοπεῖν οὖν χρὴ καὶ τὸ τούτων, 


[ΕἸ 3. ἀκόλουϑα gehtauf die Con- 
sequenz aus der-gegebenen Defini- 
tion, σύμφωνα die innere Ueberein- 
stimmung zweier neben einander ste- 
hender Behauptungen. Vgl.X ΕἸ 
Anab. IL, 4, 19 νεανίσκος de san 
εἶπεν, ὡς οὐκ ἀκόλουθα εἴ 
ἐπιϑήσεσϑαι καὶ λύσειν τὴν hen: 
ραν. --- Von der Musik werden von 
Platon gern Ausdrücke auf logische 
Verhältnisse übertragen, daher ovu- 
φωνεῖν und διαφωνεῖν häufig; so 
auch συνῳδός. συνάδειν 5. 401 A. 
Vgl. auch 482 B. 


4. φοβοῦμαι hat doppelte Con- 
struetion, um den Inhalt der Furcht 
und den Gegenstand der Scheu zu- 
gleich zu bezeichnen. 


‚1458 A] 90. 10. Warum λέγω und 
λέγοι, Unterschied des modus? 


13. οὐδὲν %. τ. A. ist keine 
Redensart im Munde des Sokrates, 
sondern wirklicher Ernst. Denn aus 
der Erkenntniss geht der Wille und 
das Handeln des Menschen hervor; 
der Irrtum ist ihm daher Grund der 
Sünde. In ähnlicher Weise wie 
mit ἀηδέστερον κ. τ. A. sagt Sokra- 
tes 506 C. καί με, ἐὰν ἐξελέγξης οὐκ 
ἀχϑεσϑήσομαί σοι, ὥσπερ σὺ a 
ἀλλὰ μέγιστος εὐεργέτης παρ᾽ ἐμοὶ 
ἀναγεγράψει. --- τὸν λόγον für, συν- 
ουσίαν 451 D. , “-“ 


[C] 21. ἀποτενοῦμεν zu vervoll- 
ständigen nach 465 E. συχνὸν λόγον 
anorerang 466 A. Yel. Protag. 329 
A. τὰ χαλκεῖα πληγέντα μακρὸν 
ἠχεῖ καὶ ἀποτείνει ib. 885 Ο. 361 A. 
Soph. 217 Ὁ. Gorgias möchte nun- 
mehr der Untersuchung gern entge- 


20 


TOPTIA2Z. 


= 


TELV. 


45 


, , Ἢ » ’ , a» ; 
un τινας αὐτῶν κατέχομεν βουλομένους τι καὶ ἀλλο πρατ- 


XII. XAI. Τοῦ μὲν ϑορύβου, ὦ Γοργία τε καὶ Σώκρα- 
τες, αὐτοὶ ἀκούετε τούτων τῶν ἀνδρῶν, βουλομένων ἀκού- 
δ εἰν, ἐάν τι λέγητε᾽ ἐμοὶ δ᾽ οὖν καὶ αὐτῷ μὴ γένοιτο τοσαύτη 
ἀσχολέα, ὥστε τοιούτων λόγων καὶ οὕτω λεγομένων Fri 
προὐργιαίτερόν τι γενέσϑαι ἄλλο πράττειν. 

᾿ΚΑΛΜ. Νὴ τοὺς ϑεούς, ὦ Χαιρεφῶν, καὶ μὲν δὴ καὶ αὐ- 
τὸς πολλοῖς ἤδη λόγοις παραγενόμενος οὐκ οἶδ᾽ εἰ πώποτε 


10 ἤσϑην οὕτως ὥσπερ νυνί" 


ὥστ᾽ ἔμοιγε, κἂν τὴν ἡμέραν 


ὅλην ἐθέλητε διαλέγεσϑαι, χαριεῖσϑε. 
ZN. ᾿Αλλὰ μήν, ὦ Καλλίκλεις, τό γ᾽ ἐμὸν οὐδὲν κωλύει, 


εἴπερ ἐθέλει Γοργίας. 


ΓΟΡ. “ἰσχφρὸν δὴ τὸ λοιπόν, ὦ ὁ Σώκρατες, γίγνεται ἐμέ 


ται. ἀλλ᾽ εἰ δοκεῖ τουτοισί, 
βούλει. 


15 γε μὴ ἔϑέλειν, αὐτὸν ἐπαγγειλάμενον ἐρωτᾷν ὃ τι Tg βούλε- 


διαλέγου τε καὶ ἐρώτα ὅ τι 


ER. "ἄκουε δή, ὦ Γοργία, ἃ ϑαυβάξῳ ἐν τοῖς λεγομέ- 
γοις ὑπὸ. “σοῦ᾽" ἴσως γάρ τοι σοῦ ὀρϑῶς λέγοντος ἐγὼ οὐκ ὁρ- 


20 Dos ὑπολαμβάνω. ῥητορικὸν 


φὴς ποιεῖν οἷός τ᾽ εἶναι, ἐάν 


τις βούληται παρὰ σοῦ μανϑάνειν. 


hen, wagt es aber doch nicht offen 
herauszusagen. Seiner Würde ent- 
spricht esbesser eine Rücksicht aufdie 
Anwesenden vorzuschieben. μή τινος 
κατ. abhäng. Fragesatz zu σποπεῖν. 

Car. XII. 3. τοῦ ϑορύβου. 
Die Anwesenden äussern laut ihren 
Wunsch, dass die Untersuchung fort- 
gesetzt werde. Auch sind sie unwil- 
lig, weil ihnen Gorgias Mangel an Aus- 
dauer zutraut. Chairephon antwortet 
auf das βουλομένους τι καὶ ἄλλο 
πράττειν undKallikles wehrt den Vor- 
wurf der Ermüdung, der in πόρρω 
ἀποτενοῦμεν liegen konnte, ab. — 
un γένοιτο in der Form des Wun- 
sches ‚Versicherung der Unmöglich- 
keit. ἀφεμένῳ ist Gegensatz von κατ- 
ἔχω ‚mit Bezug auf μή τινας αὐτῶν 
κατέχομεν gewählt. Chairephon’s 
Worte zeigen seinen Wissenstrieb und 
seine hingebende Theilnahme. 


[D] 8. Kallikles erwartet gerade 
jetzt, dass das Gespräch auf sein Feld, 
die Politik, näher eingehen und die 
Bedeutung des Staatsmannes noch 
weiter erörtern werde. Er findet jetzt 

noch ἡδονή in der Unterredung. 
Später ändert sich das. 

14. αἰσχρόν. Man beachte, dass 
Gorgias zur Fortsetzung des Ge- 
sprächs nur durch die Rücksicht auf 
die eigene Ehre (καὶ ταῦτα) bewo- 
gen wird. Ueber den Ausdruck vgl. 
Protag. 352 Ὁ. αἰσχρόν ἐστιν ἐμοὶ 
σοφίαν μὴ οὐχὶ πάντων κράτιστον 
φάναι. 

[E] 19. σοῦ λέγοντος. Warum nicht 
parataktisch? Anders 460 E. σοῦ τό- 
τε ταῦτα λέγοντος ὑπέλαβον. So- 
krates thut von vornherein Alles, um ' 
Gorgias durch die Hoffnung auf end- 
liche Rechtfertigung seiner Behaup- 
tung für das (sespräch zuinteressieren, 


4 


9 


40 ΠΛΆΤΩΝΟΣ... 

ΓΟΡ. Ναί. 

ER. Οὐκοῦν περὶ πάντων, ὥστ᾽ ἐν ὄχλῳ eh ἥδ». 
οὐ διδόσκοντα ἀλλὰ πείϑοντα; we: ©. 

TOP. Πάνυ μὲν ovv. 

ZN. "Eieyeg τοι νῦν δὴ ὦ ὅτι χαὶ περὶ τοῦ ker τοῦ 5 
latgoV πιϑανώτερος ἔσται ὁ ῥήτωρ. 

ΓΟΡ. Καὶ γὰρ ἔλεγον, ἔ ἔν ye ὄχλῳ. 

an. Οὐκοῦν τὸ Ev ὄχλῳ τοῦτό ἐστιν ἐν τοῖς μὴ εἰδόσιν; 
οὐ γὰρ δήπου ἔν γε τοῖς εἰδόσι τοῦ ἰατροῦ een 
ἔσται. ᾿ 

TOP. ᾿Δ4ληϑὴ λέγεις. N: 

ZR. Οὐκοῦν Fee τοῦ ἰατροῦ πιϑανώτερος ἔσται, τοῦ 
εἰδότος πιϑανώτερος γίγνεται; 

TOP. Πάνυ γε. 

ER. Οὐκ ἰατρός γε ὥν᾽ ἦ γάρ; 

TOP. Ναί. ΓῚ | 

22. Ὁ δὲ μὴ ἰατρός γε δήπου ἀνεπιστήμων ὧν ὁ ri 
ἐπιστήμων. 

ΓΟΡ. Ankov ὅ οτι. ᾿ 

ER. Ὁ οὐκ εἰδὼς ὁ ἄρα τοῦ εἰδότος ἐν οὐκ εἰδόσι πιϑα- 5, 
νώτερος ἔσται. ὅταν ὁ ῥήτωρ τοῦ ἰατροῦ πιϑανώτερος N. 
τοῦτο συμβαίνει ἡ ἄλλο τι; 

TOP. Τοῦτο ἐνταῦϑά γε συμβαίνει. 

ER. Οὐκοῦν καὶ περὶ τὰς ἄλλας ἁπάσας τέχνας ὡσαύ- 
τῶς ἔχει ὁ ῥήτωρ καὶ ἡ ῥητορική᾽ αὐτὰ μὲν τὰ πράγματα 25 
οὐδὲν δεῖ αὐτὴν εἰδέναι ὅπως ἔχει, μηχανὴν δέ τινὰ πει- 
ϑοῦς εὑρηκέναι, ὥστε φαίνεσϑαι τοῖς οὐκ εἰδόσι μᾶλλον εἰ- 
δέναι τῶν εἰδότων. 


1 


1: 


[459 ΑἹ 7. ἔν γε ὄχλῳ. Gorgias 23. ἐνταῦϑα γε Gorgias meint 


will sich seinerseits durch eine Re- 
strietion verwahren,obwol gerade inihr 
die Schwäche seiner Behauptungen 
mehr hervortritt. 

[B] 20. Warum ὃ οὐκ εἰδὼς aber 


ὁ μὴ ἰατρὸς ἢ Sokrates verallgemei- | 


nert das an einem Beispiel gefundene s 
so, dass für alle Specialbegriffe der 
eine des Wissens eintritt aber bald 
positiv bald negativ. 


noch die Kraft des Beweises auf den 
einzelnen Fall beschränken zu kön- 
nen; daher Gegensatz καὶ περὶ τὰς 
ἄλλας ἁπᾶσας τέχνας. 


25. πράγματα nd μηχανή. Gegen- 
satz von Inhalt und Form (Tech- 
nik). Daher unterscheidet sich die 
Wirkung wie Wahrheit und Schein. 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 47 
XIV. TOP. Οὐκοῦν πολλὴ “ῥᾳστώνη, ὦ Σώκρατες, γί- 
γνεται, μὴ μαϑόντα τὰς ἄλλας τέχνας, ἀλλὰ μίαν ταύτην, μη- 
δὲν ἐλαττοῦσϑαι τῶν δημιουργῶν; ; 
22. Εἰ μὲν ἐλαττοῦται ἢ μὴ ἐλαττοῦται ὁ ῥήτωρ, τῶν 
, ἄλλων διὰ τὸ οὕτως «ἔχειν, αὐτίκα ἐπισκεψόμεϑα, ἐάν. τι 
ἡμῖν πρὸς λόγον ἢ νῦν δὲ τόδε πρότερον σκεψώμεϑα, ἄρα 
τυγχάνει περὶ τὸ δίκαιον καὶ τὸ ἄδικον καὶ τὸ αἰσχρὸν καὶ τὸ ἢ 
καλὸν καὶ ἀγαϑὸν καὶ κακὸν οὕτως ἔχων ὁ ῥητορικὸς ὡς περὶ 
τὸ ὑγιεινὸν καὶ περὶ τὰ ἄλλα ὧν al ἄλλαι τέχναι, αὐτὰ μὲν 
) οὐκ εἰδώς, τί ἀγαϑὸν ἢ τί κακόν ἐστιν ἢ τί καλὸν ἡ τέαἰσχρὸν 
ἢ δίκαιον ἢ ἄδικον, πειϑὼ δὲ περὶ αὐτῶν μεμηχανημένος, 
ὥστε δοκεῖν εἰδέναι οὐκ εἰδὼς ἐν οὐκ εἰδόσι μᾶλλον τοῦ εἰ- 
δότος ; ἢ ἀνάγκη εἰδέναι, καὶ δεῖ προεπιστάμενον ταῦτα ἀφι- E 
κέσϑαι παρὰ σὲ τὸν μέλλοντα μαϑήσεσϑαι τὴν ῥητορικήν:; 
Ὁ εἰ δὲ μή, δὺ ὁ τῆς δητορικῆς διδάσκαλος τούτων μὲν οὐδὲν 
διδάξεις τὸν ἀφικνούμενον --- οὐ γὰρ σὸν ἔργον ---- ποιή- 
σεις δ᾽ ἐν τοῖς πολλοῖς δοκεῖν εἰδέναι αὐτὸν τὰ τοιαῦτα οὐκ 
“εἰδότα καὶ δοκεῖν ἀγαϑὸν εἶναι οὐκ ὄντα; ἢ τὸ παράπαν οὐχ 
οἷός τε ἔσει διδάξαι αὐτὸν τὴν ῥητορικήν, ἐὰν μὴ προειδῃ 
Ὁ περὶ τούτων τὴν ἀλήϑειαν:; ἢ πῶς τὰ τοιαῦτα ἔχει, ὦ Γορ- 
γία; καὶ πρὸς Διός, ὥσπερ ἄρτι εἶπες, ἀποκαλύψας τῆς ῥη- 400 
τορικῆς εἰπὲ τίς ποϑ᾽ ὴ δύναμίς ἐστιν ; ; 
TOP. ᾽4λλ᾽ ἐγὼ μὲν οἶμαι; ὦ Σώκρατες, ἐὰν τύχῃ μὴ 
εἰδώς, καὶ ταῦτα παρ᾽ ἐμοῦ μαϑήδσεται. 


Car. XIV. [C] 1. π. ῥᾳστώνη. 
Aehnlich verspricht Protagoras 318 E 
im Gegensatz zur Erlernung vieler 
Künste in einer Alles mitzuteilen. 

4. el ἐλαττοῦται. Sokrates weist 
Gorgias sanft zurecht, weil dieser auf 
die äussere Folge von dem inneren 
Wesen der Sache abschweifte. διὰ 
τὸ οὕτως ἔχειν sc. μὴ μαϑόντα κ. 
τ. Δ. αὐτίκα σχεψόμεϑα Ueber- 
gangsformel, um eine Nebenerörte- 
rung zur Seite zu schieben wie &ig- 
αὔϑϑις σκεψόμεϑα Protag. 357 B, 

5. ἐὰν πρὸς λόγον 7. Die Redens- 
art bezeichnet: den Zweck der Unter- 
suchung fördern, wie Prot. 901 E ἐὰν 
μὲν πρὸς λόγον δοκῇ εἶναι τὸ 
σκέμμα. 


_ 


[D] 7. Den Gegensatz bilden jetzt 
sittliche Begriffe gegenüber den Ob- 
jects-Begriffen, auf welehe sich die 
Künste eziehen. 

[E] 13. προεπιστάμενον. Das Par- 
tieip enthält wieder den wichtigsten 
Bestandtheil der Aussage, 5. 453 B.u. 
457 C. 4. τὸν ἀφικνούμενον. War- 
um praesens? 

18.1770 παράπαν wiederholt noch- 

mals das erste Glied der Frage. 

[460 A] 21. , ὥσπερ ἄρτι εἶπες. P; 
455 Ὁ. ζ4λλ᾽ ἐγώ σοι πειράσομαι, ὦ 
Σώκρατες, ἀποχαλύψας τὴν τῆς 
ῥητορικῆς δύναμιν ἅπασαν. Sehr 
feine Rückbeziehung! 

23. οἶμαι. Gorgias kann darauf 
nieht einmal eine bestimmte Antwort 


‘ Er setzt voraus — 


48 


Ε EHFANOE 


ER. Ἔχε δή᾽ καλῶς γὰρ λέγεις. ἐάνπερ ῥητορικὸν σύ 
τινα ποιήσῃς, ἀνάγκη αὐτὸν εἰδέναι τὰ δίκαια καὶ τὰ ἄδικα 
ἤτοι πρότερόν γε ἢ ὕστερον μαϑόντα παρὰ σοῦ. 


TOP. Πάνυ ΜῈ. ᾿, 


ΣΩ. Τί οὖν; ὃ τὰ τεχτονικὰ μὲμαϑηκὼς τεχτονικός, ! 


Ἥ 


ἢ οὔ; 
TOP. Ναί. 


ER. Οὐκοῦν καὶ ὃ τὰ μουσικὰ μουσικός; 


ΓΟΡ, Ναί. 


ψΨ 


ER. Καὶ ὁ τὰ ἰατρικὰ ἰατρικός, καὶ τάλλα οὕτω κατὰ 1 
τὸν αὐτὸν λόγον, ὁ μεμαϑηκὼς ἕκαστα τοιοῦτός ἐστιν οἷον ἡ 
ἐπιστήμη ἕκαστον ἀπεργαξεται; 


TOP. Πάνυ γε. 


ΟΣ. Οὐκοῦν κατὰ τοῦτον τὸν λόγον καὶ ὁ τὰ δίκαια 


μεμαϑηκὼς δίκαιος; ὼ 
TOP. Πάντως δήπου. 


ER. Ὁ δὲ δίκαιος δίκαιά που πράττει. ᾿ 


TOP. Ναί. 


ER. Οὐκοῦν ἀνάγκη τὸν. ῥητορικὸν δέκαιον εἰνδέ, τὸν 


δὲ δίκαιον βούλεσϑαι δίκαια πράττειν; 


ΓΟΡ, Φαίνεταί γε. 


[ER. Οὐδέποτε ἄρα βουλήσεται ὅ γε δίκαιος ἀδικεῖν. 


ΓΟΡ, ᾿Δνάγκη. 


22. Τὸν δὲ ῥητορικὸν ἃ ἀνάγκη ἐκτοῦ λόγου Abe εἰναι. 


geben, denn er weiss nicht, worin 

' dieseLehre überhaupt bestehen möge, 
ἐὰν τύχῃ un εἶ. 
δώς --- dass jeder schon von selbst 
oder durch Zufall wisse, was recht 
und sittlich ist. Die Stellung von un 
nach τύχῃ ist daher bemerkenswert. 

1. ἔχε δή Aufforderung zum Fest- 
halten an ie Gesagten, weil dieses 
Grundlage der weiteren Untersuchung 
werden soll. Protag. 349 E. ἔγε ὃ 
— ἄξιον γάρ τοι ἐπισκέψασϑαι ὃ 
λέγεις. ---παρὰ σοῦ bezieht sich nur 
. auf ὕστερον μαϑόντα. 

[Β] ὅ. ὃ τὰ τελτ. 8. ἃ. Anhang. 

10. κατὰ τὸν αὐτὸν λόγον nach 
derselben Analogie ( Bestimmungs- 
grund, Gesichtspunkt, Norm). 


14. Der Beweis-beruht aufdem be- 
reits in anderen Dialogen erwiesenen 
Satze, dass die Tugend ein Wissen 
sei. Dieser allgemeine Beweis muss 
hier verausgesetzt werden.‘ Er wird’ 
durch den Schluss- aus Analogie nur 
vertreten, nicht ersetzt. 


[C] 20. βούλεσϑαι. Das Wollen 
musste hier hervorgehoben Be 
weil Gorgias von einem falschen, Un- 
recht erzweckenden Gebrauche -der 
Rhetorik geredet hatte, — Die Wie- 
derholung τὸν δὲ ῥητ. x. τ. A.recht- 
fertigt sich daraus, dass auch der 
zweite negative Schluss in sich for- 
mell vollständig sein soll. 


τῷ 


# 


TOPFIAZ. 


TOP. Ναί.) 


49 


ΟΣ. Οὐδέποτε ἄρα βουλήσεται ὁ δητορικὸς ἀδικεῖν. 


TOP. Οὐ φαίνεταί γε. 


XV. Σ΄. Μέμνησαι οὖν λέγων ὀλίγῳ πρότερον, ὅτι οὐ 
5 δεῖ τοῖς παιδοτρίβαις ἐγκαλεῖν οὐδ᾽ ἐκβάλλειν ἐκ τῶν πό- 
λεων, ἐὰν ὁ πύκτης τῇ πυκτικῇ χρῆταί τὸ καὶ ἀδικῇ; ὡσαύ- 
wg δὲ οὕτω καὶ ἐὰν ὁ ῥήτωρ τῇ δητορικῇ ἀδίκως χρῆται, 
μὴ τῷ διδάξαντι ἐγκαλεῖν μηδὲ ἐξελαύνειν ἐκ τῆς πόλεως, 
ἀλλὰ τῷ ἀδικοῦντι καὶ οὐκ ὀρθῶς χρωμένῳ τῇ ϑητορικῇ; 
τὸ ἐρρήϑη ταῦτα ἢ οὔ; 


ΟΓΟΡ, Ἐρρήϑη. 


n e ar € ? 
ZR. Νῦν δέ γε ὁ αὐτὸς οὗτος φαίνεται, ὃ ῥητορικός, 


3 u 3 Ἥ 2 
οὔκ ἂν NOTE ἀδικήσας. ἡ οὐ; 
TOP. Φαίνεται. 


ER. Καὶ ἐν τοῖς πρώτοις γε, ὦ Γοργία, λόγοις ἐλέγετο, 
eo e \ , A ᾽ \ PR) 
ὅτι ἡ ῥητορικὴ περὶ λόγους εἴη οὐ τοὺς τοῦ ἀρτίου καὶ πε- 
ριττοῦ, ἀλλὰ τοὺς τοῦ δικαίου καὶ ἀδίκου" ἡ γάρ; 


TOP. Ναί. 


ZR. Ἐγὼ τοίνυν σου τότε ταῦτα λέγοντος ὑπέλαβον, 
0 ὡς οὐδέποτ᾽ ἂν εἴη ἡ δητορικὴ ἄδικον πρᾶγμα, ὃ γ᾽ ἀεὶ περὶ 
δικαιοσύνῆε τοὺς λόγους ποιεῖται" ἐπειδὴ δὲ ὀλίγον ὕστερον 
ἔλεγες, ὅτι ὁ δήτωρ τῇ ῥητορικῇ κἂν ἀδίκως χρῶτο, οὕτω 
ϑαυμάσας καὶ ἡγησάμενος οὐ συνάδειν τὰ λεγόμενα ἐκείνους 
εἶπον τοὺς λόγους, ὅτι εἰ μὲν κέρδος ἡγοῖο εἶναι τὸ ἐλέγχε- 
"5 σϑαι ὥσπερ ἐγώ, ἄξιον εἴη διαλέγεσϑαι, εἰ δὲ μή, ἐᾷν χαί- 
ρειν᾽ ὕστερον δὲ ἡμῶν ἐπισκοπουμένων ὁρᾷς δὴ καὶ αὐτὸς 


Car. XV. 4. μέμνησαι λέγων. 
Das Particip. entspricht einem Satze 
mit ὅτε. 

ΠῚ 8.9. un τῷ διδ. ἐγκ. — μη- 
δὲ ἐξελ. — ἀλλὰ τῷ ἀδικοῦντι. Das 
Object richtet sich nach dem entfern- 
teren Prädieat, weil jenes im Gedan- 
ken das Pichtigere ist, denn es ent- 
hät den Allgemeinen Grund zu dem 
zweiten, einer nur vereinzelt vorkom- 
menden Folge. Vgl. Protag. 327 A. 
πᾶς πάντα ἐδίδασκε καὶ ἐπέπληττε 
τὸν μὴ καλῶς αὐλοῦντα. | 

ἀδικήσας. Das Participium Aoristi 

Platons ausgew, Dialoge. II, 


bezeichnet, dass die Thatsache ‚so 
unmöglich ist, nach der Behauptung 
des Gorgias, dass sie nie vorgekom- 
men ist. 


[461 A] 26. ὁρᾷς δὴ καὶ αὐτός. 
Der Nachsatz sollte eigentlich die 
Thatsache (ὁμολογεῖται) enthalten. 
Durch den Einschub, erhält der Ge- 
danke eine subjeetive Wendung, eine 
Beziehung auf das Bewusstsein des 
Gorgias. Vgl. Apol. 24 Ὁ. ὁρᾷς, ὦ 
Μέλητε, ὅτι σιγᾶς. ib. 31 B νῦν δὲ 
ὁρᾶτε δὴ καὶ αὐτοί, ὅτι οἵ κατή- 
yogoı #. τ. A. 


4 


461 


50 IIAATQNOZ 

ὅτι αὖ ὁμολογεῖται τὸν ῥητορικὸν ἀδύνατον εἶναι ἀδίκως 
᾿χρῆσϑαι τῇ ϑητορικῇ καὶ ἐθέλειν ἀδικεῖν. ταῦτα οὖν ὅπῃ 
ποτὲ ἔχει, μὰ τὸν κύνα, ὦ Γοργία, οὐκ ὀλίγης NS 
ἐστὶν ὥστε ἱχανῶς διασκέψασθαι. 


ΧΥΙ. ΠΩ͂. Τί δέ, ὦ Σώκρατες; οὕτω καὶ σὺ si τῆς 5 


ῥητορικῆς δοξάξεις ὥσπερ νῦν λέγεις; ἢ οἴει, ὅτι Γοργίας 
ἠσχύνϑη σοι μὴ προσομολογῆσαι τὸν ῥητορικὸν ἄνδρα μὴ 
οὐχὶ καὶ τὰ δίκαια εἰδέναι καὶ τὰ καλὰ καὶ τὰ ἀγαϑαά, καὶ ἐὰν 
μὴ ἔλθῃ ταῦτα εἰδὼς παρ᾽ αὐτόν, αὐτὸς διδάξειν, ἔπειτα ἐκ 
ταύτης ἴσωρ τῆς ὁμολογίας, ἐναντίον τι συνέβη ἐν τοῖς λό- 
γοις, τοῦϑ᾽ ὃ δὴ ἀγαπᾷς, αὐτὸς ἀγαγὼν ἐπὶ τοιαῦτα ἐρωτή- 
ματα --- ἐπεὶ τένα οἴει ἀπαρνήσεσϑαι μὴ οὐχὶ καὶ αὐτὸν ἐπί- 
στασϑαὶ τὰ δίκαια καὶ ἄλλους διδάξειν; ἀλλ᾽ eis τὰ τοιαῦτα 


ἄγειν πολλὴ ἀγροικία ἐστὶ τοὺς λόγους. 
Zn. Q κάλλιστε Πῶλε, ἀλλά τοι ἐξεπίτηδες χτώμεϑα 


[Β] 8. οὐκ ὀλίγης συνουσίας hier 
umgekehrt wie458 B, für οὐκ OA. λό- 
γων δεῖται. Man beachte die So- 
kratische Bescheidenheit. 


Car. XVI.. Polos drängt sich von 
neuem in die Unterredung ein, in der 
Meinung den Sokrates zu übersehen. 
Die Leidenschaftlichkeit seines We- 
sens ist in seinen Worten, namentlich 
dem anakoluthisch gebauten Satze, 
dentlich ausgeprägt. VonSokrates setzt 
er voraus, dass es ihm nicht um, die 
Wahrheit, sondern nur um die Besie- 
gung des Gegners zu thun sei, indem 
er diesen hinterlistig aufs Glatteis 
führe. 


[B] 5. καὶ σὺ Gegensatz? Polos 
übersieht, dass Sokrates gar keine 
Ansicht über die Rhetorik ausgespro- 
chen hat. 


BE un προσομολογῆσαι wie unten 
αἀπαρνήσεσϑοαι coustruiert. οὐχί wol 
absichtlich statt deseinfachen οὐ, wie 
überhaupt die an sich unnötige Nega- 
tion im regierenden und regierten 
Prädicate, διδάξειν hängt. ‚von ei- 
nem aus προσομολογῆσαι zu ent- 
nehmenden Verbum des Sagens ab; 
die Abhängigkeit von οἴει wird dann 


ganz vergessen und συνέβη selb- 
ständig. 


10. ἔσως soll die Folgerichtigkeit 
des aus dem Zugeständnis abgeleite- 
ten Widerspruchs in Frage! stellen. 
Dieselbe Aufgabe hat ® nach ἐναν- 
riov. 


[6] 11. τοῦϑ'᾽ ὃ δὴ ἀγαπι ἧς. Der 
persönliche Vorwurf, den Polos bos- 
haft einschaltet, contrastiertgegen die 
ruhige Haltung, die Sokrates durch- 
weg bewahrt hatte, ἀγαγών concessiv, 


Π 


die Schuld fällt παν ἀμ Sokrates. roı- 


αὕτα verächtlich. Eine Bestimmung 
der Art dieser Fragen verschweigt 


Polos weislich, aber aus dem folgen- 


den geht die 'Flachheit seiner sittli- 
chen Anschauung gleich hervor. 


14. ἀγροικία ist Gegensatz der 
παιδεία. Mitdiesem Vorwurf beweist 
aber gerade Polos, dass es ihm eben- 
so sehr ay äusserer wie innerer Bil- 
dung fehlt. 


15. ὦ κάλλιστε. Das Beiwort ist 
treffend für den prunksüchtigen Rhe- 
tor. Sokrates beweist sofort die Fein- 
heit der äusseren Bildung, die ihm 
eigen ist, indem er lobend zu ta- 
deln versteht. 


ΤΟΡΓΊΑΣ. _ 51 


ἑταίρους καὶ υἱεῖς, ἵνα, ἐπειδὰν αὐτοὶ πρεσβύτεροι γιγνόμε- 
vor σφαλλώμεϑα, παρόντες ὑμεῖς οἵ νεώτεροι ἐπανορϑῶτε 
ἡμῶν τὸν βίον καὶ ἐν ἔργοις καὶ ἐν λόγοις. καὶ νῦν εἴ τι ἐγὼ | 
καὶ Γοργίας ἐν τοῖς λόγοις σφαλλόμεϑα, σὺ παρὼν ἐπανόρ- 
δ ϑου᾽ δίκαιος δ᾽ εἶ" καὶ ἐγὼ ἐθέλω τῶν ὡμολογημένων εἴ τί 
σοι δοκεῖ μὴ καλῶς ὡμολογῆσϑαι, ἀναϑέσϑαι ὅ τι ἂν σὺ βού- 
An, ἐάν μοι ἕν μόνον φυλάττῃς. 
II2A. Ti tovro λέγεις: 
ER. Τὴν μακρολογίαν, ὦ Πῶλε, ἣν N ἡ τὸ 
‚0 πρῶτον ἐπεχείρησας χρῆσϑαι. | 
. IRA. Τί δέ; οὐκ ἐξέσται μοι λέγειν ὁπόσα ἂν βού- 
λωμαι; 
Zn. Δεινὰ μέντ᾽ ἂν πάϑοις, ὦ βέλτιστε, εἰ ᾿4ϑήναξε 
ἀφικόμενος, οὗ τῆς Ἑλλάδος πλείστη ἐστὶν ἐξουσία τοῦ λέ- 
15 γειν, ἔπειτα σὺ ἐνταῦϑα τούτου μόνος ἀτυχήσαις. ἀλλὰ ἀν- 
τίϑες τοι σοῦ μακρὰ λέγοντος καὶ μὴ ἐϑέλοντος τὸ ἐρωτώ- 
μένον ἀποκρίδεσϑαι, οὐ δεινὰ ἂν αὖ ἐγὼ πάϑοιμι, εἰ μὴ ἐξέ- 
σται μοι ἀπιέναι καὶ μὴ ἀκούειν σου; ἀλλ᾽ εἴ τι κήδει τοῦ 
λόγου τοῦ εἰρημένου καὶ ἐπανορϑώσασϑαν αὐτὸν βούλει, 
20 ὥσπερ νῦν δὴ ἔλεγον, ἀναϑέμενος ὅ τι σοι δοκεῖ, ἐν τῷ μέ- 
ο΄ ρὲν ἐρωτῶν τε καὶ ἐρωτώμενος, ὥσπερ ἐγώ τε καὶ Γοργίας, 
᾿ς ξλεγχέ τε καὶ ἐλέγχου. φὴς γὰρ δήπου καὶ σὺ ἐπέστασϑαι 


462 


ἅπερ Γοργίας᾽ Nov; , 


υἱεῖς. Das Verhältnis von Vater 

und Sohn ist vortrefllich gewählt, die 
Selbstüberhebung desjungen Mannes, 
“der noch Schüler ist, zubrandmarken, 


0] 5. δέκαιος δ᾽ εἶ wie Protag. 
819 B. δώιαιός εἰμι εἰπεῖν, zugleich 
feine Anspielung auf das vorherge- 
hende 6 δητορικὸς δίκαιος. urnach 
Öoxet, weil dies dieBedeutung des will- 
kürlichen Beliebens in sich schliesst. 
ἀναϑέσϑαι. Eigentlich von den Stei- 
nen im Brettspiel (den Zügen) ge- 
braueht, die man zurücknimmt. 


9. καϑέρξῃς. Der Fluss der Rede 
soll gleichsam in Polos selbst einge- 
dämmt werden. zenctaı, weil der 
Rhetor mit Bewusstsein von diesem 
oder jenem Mittel Gebrauch macht. 


[ΕἸ 13. ᾿Αϑήναξε. Die Athener wa- 
ren als ἴνδρες φιλολόγοι berühmt. 
Die Freiheit der Rede galt als Grund- 
lage des demokratisch Tegierten Staa- 
tese ἡ τ 


16. σοῦ μακρὰ λέγοντος 07,0 
In ähnlicher Weise tritt Sokrates im 
Protagoras auf, ja macht schon An- 
stalten wegzugehen. 339 Ὁ, 


[462 A] 18. κήδεσϑαν drückt per- 
sönliche Theilnahme aus. ὥσπερ νῦν 
δὴ ἔλ. geht auf die folgenden Worte. 


22. φὴς γὰρ δήπου. Sokrates muss 
den Polos durch seine eigenen Worte 
— ein Zugeständnis seiner Eitelkeit 
— zu dialogischer Form der Untersu- 
chung. ver pflichten. 


4* 


52 
ΠΩ. "Eyoye. 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


- 


ZR. Οὐκοῦν καὶ σὺ κελεύεις σαυτὸν ἐρωτᾷν hr 
ὅ τι ἄν τις βούληται, ὡς ἐπιστάμενος ἀποκρίνεσϑαι; 


ΠΩ. Πάνυ μὲν οὖν. 


ER. Καὶ νῦν δὴ τούτων ὁπότερον βούλει ποίει, Bin 5 


ἢ ἀποκρίνου. 


f 


XVI. 1194. ᾿4λλὰ ποιήσω ταῦτα. καί μοι ἀπόκριναι, ὦ 
Σώκρατες" ἐπειδὴ Γοργίας ἀπορεῖν σοι δοκεῖ περὶ. ΝΆ ῥητο- 
ρικῆς, σὺ αὐτὴν τίνα φῇς εἶναι; 

ZR. Ἶάρα ἐρωτᾷς ἥντινα τέχνην φημὶ εἷναι; 


I12.4. Ἔγωγε. 


ΣΦ. Οὐδεμία ἔμοιγε δοκεῖ, ὦ Πῶλε, ὥς γε πρὸς BR τά- 


ληϑὴ εἰρῆσϑαι. 


ΠΩ. ᾿Αλλὰ τί σοι δυκεῖ [ἡ ῥητορικὴ] εἶναι; 


an. Πρᾶγμα ὃ φὴς σὺ ποιῆσαι τέχνην ἐν τῷ συγγράμ- 16 


C ματι ὃ ἐγὼ ἔναγχος ἀνέγνων. 
II24A. Τί τοῦτο λέγεις ; 


ER. Ἐμπειρίαν ἔγωγέ τινα. 


I12.4. Ἐμπειρία 6 ἄρα 60. δοκεῖ ἡ ῥητορικὴ ΚΉΝ ; 
ER. Ἔμοιγε, εἰ μή τι σὺ ἄλλο λέγεις." | 


ΠΩ... Τίνος ἐμπειρία; 


ER. Χάριτός τινος καὶ ἡδονῆς ἀπεργασίας. 


Car. XVII. 7. ταῦτα das erstere. 


9. τένα φὴς εἶναι. Polos müsste 
zunächst nach dem Gattungsbegriff 
fragen mit τί; „er setztaber als selbst- 
verständlich τέχνηνν oraus. Im nach- 
folgenden zeigt sich, dass Fragen 
(wissenschaftlich das (Gespräch leiten) 
schwerer ist alsantworten. Man suche 
jedoch im Folgenden nicht eine von 
Sokrates aufgestellte neue Definition 
der Rhetorik. In Wahrheit zieht So- 
krates nur die Consequenzen aus der 
mit Gorgias festgestellten. Die näch- 
ste Folge ist, dass sie keineKunst 
sein kann. Das weitere dient daher 
zur Erläuterung, auf deren Grund nur 
der Wert oder die ERBEN der Rhe- 
torik zu suchen ist. 


ἐν τῷ συγγράμματι, s. zu 448 C 
und Einl. Das ὃ φὴς σὺ ποιῆσαι τέ- 


χνὴν ist zu ® klären nach 448 C πολ- 
λαὶ τέχναι ἐν ἀνθρώποις εἰσὶν ἐκ 
τῶν ἐμπειριῶν ἐμπείρως εὐρημέ- 
ναι. Die Kunst entsteht hiernach 
aus Erfahrung. Polos erinnert sich 
aber der eigenen Worte nicht mehr. 


[0] 18. Bisenihle ist nicht allge- 
mein zu fassen als empirische. Wis- 
senschaft, sondern als das empirisch 
angeeignete, die blosse Fertigkeit. 
Die folgende Frage, die nur das Ge- 
sagte wiederholt, beweist des Polos 
Ungeschick;; sie ist ganz überflüssig. 

22. χάριτος ist das Wolgefallen, 
das auf die Person des Redners zu- 
rückgeht, 7dovn-die Lust, die für die 
Zuhörer aus seiner Rede erwächst. 
Polos hat den speeifischen Unter- 
schied, wodurch die Rhetorik sich 
von anderen ihr gleichgeordneten 


a 


53 


ΠΩ 4. Οὐκοῦν καλόν σοι δοκεὶ ἡ ῥητορικὴ. εἶναι, χαρί- 


ξεσϑαι οἷόν τ᾽ εἶναι 


ΣΩ. τί δέ, 


τι ἀνθρώποις: - 


ὦ Πῶλε; ἤδη πέπυσαι παρ᾽ ἐμοῦ, ὅ τι φημὶ 


αὐτὴν εἶναι, ὥστε τὸ μετὰ τοῦτο ae εἰ οὐ καλή μοι δοκεῖ D 
5 εἶναι; 


; εἶναι; 


‘0 


ER. Βούλει οὖν, ἐπειδὴ τιμᾷς τὸ χαρίξεσϑαι, σμικρόν τί 


wor 'χαρίσασϑαι; 
ΠΩ. Ἔγωγε. 


ΠΩ. Οὐ γὰρ πέπυσμαι ὅτι ἐμπειρίαν τινὰ αὐτὴν φὴς 


ER. Ἐροῦ νῦν με, ὀψοποιία ἥτις μοι δοκεῖ τέχνη εἶναι. 
II2A. Ἐρωτῶ δή, τίς τέχνη ὀψοποιία:; 


ER. Οὐδεμία, ὦ Πώλε. 
ΠΩ.Α. ᾿Δ4λλὰ τέ; φάϑι. 


ER. Φημὶ δή. ἐμπειρία τις. 


ΠΩ,.4. Τίνος; φάϑει. 


a. Φημὶ δή, χάριτος καὶ ἡδονῆς ἀπεργασίας, ὦ Πώῶλε. Ἐ 
ΠΩ .4. Ταὐτὸν ἄρ᾽ ἐστὶν ὀψοποιία καὶ ῥητορική; | 
22. Οὐδαμῶς γε, ἀλλὰ τῆς αὐτῆς μὲν ἐπιτηδεύσεως 


μόριον. , 


ISA. Τίνος λέγεις ταύτης; 

ΣΩ. Μὴ ἀγροικότερον ἡ τὸ ἀληϑὲς εἰπεῖν" ὀκνῶ γὰρ 
Γοργίου ἕνεκα λέγειν, μὴ οἴηταί we διακωμῳδεῖν τὸ ἑαυτοῦ 
ἐπιτήδευμα. ἐγὼ δὲ, εἰ μὲν τοῦτό ἐστιν ἡ ῥητορικὴ ἣν Γοργίας 


„ ἐμπειρέαι unterscheidet, och nicht 
hört; er kommt daher fragend 
in denselben Fehler, wie 448 C ant- 
end. Und doch ist hier,die Frage 


nach dem Wert der Rhetorik eher am 


Platz und ihre Beantwortung wird 
Aufgabe dieses Theiles., 


[Ὁ] 8. τιμᾷς nämlich καλὸν φὴς 
εἶναι. χαρέξεσϑαι wird doppelsinnig 
ger (raoiowoıs). 


"16. φάϑε. In diesem Zusatz drückt 
sich eine gewisse Gereiztheit des Po- 
los aus. Sokrates begegnet ihr mit 
Ruhe eben durch Wiederholung des 


φημὶ δή. 
18, ταὐτὸν ἄρ᾽ ἐστέν. Polos weiss 


΄ 


nicht, dass zwei Arten identisch sind 
im Gattungsbegriff. 

22. un ἀγροικότερον 7. Diese Re- 
densart drückt die Befürchtung aus, 
dass man Anstoss errege mit seinen 
Worten; anders 486 C, 509 A καὶ et 
ἀγροικότερόν τι εἰπεῖν ἐστι oder 
Apol. 32 D, wo nur ein ‘starker, 
derber Ausdruck entschuldigt wird. 
Hier ist das Wort mit direeter Bezie- 
hung auf den Vorwurf gebraucht, den 
Polos 461 C dem Sokrates gemacht 
hat. Die Wahrheit zieht den Vor- 
wurf der ἀγροικία zu. Zugleich 
wahrt Sokrates dem Gorgias gegen- 
über die Pflicht der Höflichkeit und 
zarter Rücksichtnahme. τοῦτο was 
ich im Sinne habe. 


463 


54 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 
ἐπιτηδεύει, οὐκ οἶδα καὶ γὰρ ἄρτι ἐκ τοῦ λόγου οὐδὲν ἡμῖν 
καταφανὲς ἐγένετο, τί ποτε οὗτος ἡγεῖ vo ἐγὼ: καλῶ τὴν 
δητορικήν, πράγματός τινός ἐστι μόριον οὐδενὸς τῶν καλῶν. 
TOP. Τίνος, ὦ Σώκρατες; elze μηδὲν ἐμὲ αἰσχυνϑείς. 
ΧΥΠΙ. 32. Ζοκεῖ τοίνυν μοι, ὦ Γοργία, εἶναί τι ἐπιτή:- 5 
δευμα τεχνικὸν μὲν οὔ, ψυχῆς δὲ στοχαστικῆς καὶ ἀνδρείας 
καὶ φύσει δεινῆς προσομιλεῖν τοῖς ἀνθρώποις" καλῶ δὲ αὐτοῦ 
ἐγὼ τὸ κεφάλαιον κολακείαν. ταύτης μοι δοκεῖ τῆς ἐπιτηδεύ- 
σεως πολλὰ μὲν καὶ ἄλλα μόρια εἶναι, ἕν δὲ καὶ ἡ ὀψοποιική, 
ὃ δοκεῖ μὲν εἶναι τέχνη, ὡς δὲ ὁ ἐμὸς λόγος, οὐκ ἔστι τέχνη, 1ι 
ἀλλ᾽ ἐμπειρία καὶ τριβή. ταύτης μόριον καὶ τὴν δητορικὴν ἐγὼ 
καλῶ καὶ τήν γε κομμωτικὴν καὶ τὴν σοφιστικήν, τέτταρα 
ταῦτα μύρια ἐπὶ τέτταρσι πράγμασιν. εἰ οὖν βούλεται Πώλος 
πυνϑάνεσϑαι, πυνϑανέσθω᾽ οὐ γάρ πῶ πέπυσται, ὁποῖόν 
φημι ἐγὼ ung κολακείας μόριον εἶναι τὴν δητορικήν, ἀλλ αὐ- ii 
τὸν λέληϑα οὔπω ἀποκεκριμένος, ὃ δὲ ἐπανερωτᾷ, εἰ οὐ er 
ἡγοῦμαι εἷναι: ἐγὼ δὲ αὐτῷ οὐκ ἀποκρινοῦμαι πρφότερων, εἴτ 
καλὸν εἴτε αἰσχρὸν ἡγοῦμαι εἶναι τὴν δητορικήν, πρὶν ἂν 
πρῶτον ἀποκρίνωμαι 6 τι ἐστίν. οὐ γὰρ δίκαιον; ὦ Πῶλε; 
ἀλλ᾽ εἴπερ βούλει πυϑέσϑαι, ἐρώτα; ὁποῖον ae τῆς κολα- 2 
xslag φημὶ εἶναι τὴν δητορικήν. 


[463 A] 3. οὐδενός schliesst sich ἐγῴῷμαι, πάντες φαῖμεν ἂν ἢ ἡδυν- 
epexegetisch an τινός an. τικήν τινα τέχνην εἶναι. 


Car. XVII. 6. ψυχῆς δέ. Inden tt, ἐμπειρία καὶ τριβή. Während 
drei Bestimmungen dazu fasst Sekra- Aurch jenes das Resultat bezeichnet 
tes zusammen, was sich von den wird (s. v.) drückt diess noch beson- 
Grundlagen der Rhetorik Gutes sagen ders die kunstlose ohme klares: Be 
lässt. Es gehört dazu Gewandtheit, wusstsein vor sich gehende Art ar 
um die Verhältnisse u. dgl. zu über- Aneignung und Uebung aus. So ste 
blicken, Mut, um auf die " Aussenwelt anch Phaedros 260 E τεῖος τριβή 
zu wirken ‚und die natürliche Gabe nd 270 Β τριβὴ καὶ ἐμπειρέα von 
das Urteil und den Willen Anderer der Rhetorik Quintil. inst. Or. I, 15 
zu bestimmen. ἢ fasst beides zusammen. ‚als ‚periüia 

[B] 8. κολακείαν. Der griechische gratiae ac woluptatis, A 
Ausdruck umfasst mehr als der deut- 12. κομμωτική nich bloss Putz in | 
sche: Schmeichelei. ΓΡΗΙ ordnet sich dans Ὧν μα Ach auch Frisur, Sal- . 
Alles unter, was auf Lusterregung |. Schminken "u, del, -Quint. 1.1 

με { 3. 
ausgeht. ° Soph. 222 B. τοῦ δὲ γε mangonum qui Be fwco ei ve- 


μισϑαρνητικοῦ τὸ iv . προσομι- 
λοῦν διὰ χάριτος u παντάπασι rum robur inani sagina mentiebantur! 


dr ἡδονῆς τὸ δέλεαρ πεποιημένον [6] 10. ἀποκεχριμέψος. 'activisch. 
καὶ τὸν μισϑὸν πραττόμενον τρο- Warum perfectum ? el οὐ. Polos er- 
φὴν ἑαυτῷ ὠόνον πολακικῆν, ὡς wartete bejahende Antwort. - 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


55 


ΠΩ. Ἐρωτῶ δή, καὶ ἀπόκριναι, ὁποῖον μόριον. 

a2. Ag οὖν ἂν μάϑοις ἀποχριναμένου; ἔστι γὰρ ἡ 6N- 
τορικὴ κατὰ τὸν ἐμὸν λόγον πολιτικῆς μορίου δἴδωλον. 

ΠΩ.4. Τί οὖν; καλὸν ἢ αἰσχρὸν λέγεις αὐτὴν εἶναι; 

ER. Αἰσχρὸν ἔ ἔγωγδ᾽ τὰ γὰρ κακὰ αἰσχρὰ καλῶ᾽ ἐπειδὴ 
δεῖ σοι ἀποκχφίνασϑαι ὡς ἤδη εἰδότι ἃ ἐγὼ λέγω. 

TOP. Μὰ τὸν Δία. ὦ Σώκρατες, ἀλλ᾽ ἐγὼ οὐδὲ αὐτὸς 


“συνίημι ὅ 0 τι λέγεις. 
ΣΩ. Εἰκότως 2 


ὦ ag Si Ba): PR γάρ : πῶ σαφὲς λέγω, 


0 Πώλος δὲ ὅδε νέος ἐστὶ καὶ ὀξύς. 

TOP. ᾿᾽4λλὰ τοῦτον μὲν ἐ ἔα, ἐμοὶ δ᾽ εἰπέ, πῶς λέγεις πολι- 
τικῆς μορίου εἴδωλον εἶναι τὴν ῥητορικήν. 

28. AIR ἐγὼ πειράσομαι φράσαι, ὅ γέ μοι φαίνεται 


“εἶναι ἡ ῥητορική᾽ εἰ δὲ μὴ τυγχάνει ὃν τοῦτο, Πῶλος ὅδε ἐλέ- 


15 γξει. σῶμά που καλεῖς τι καὶ ψυχήν; 


% 


‚TOP. Πὼς γὰρ οὔ; 


ἦν a , h “ * 9 
ER. Οὐκοῦν καὶ τούτων οἴει τινὰ εἶναι ἑκατέρου εὐεξίαν ; 


"© TOP. Ἔχωγε. 


» 5 Ν] I 

ER. Τί δέ; δοκοῦσαν μὲν εὐεξίαν. οὐόσαν δ᾽ οὔ; οἷον 
X [4 ’ em 5 ᾿" x ’ N ει 9 

20 τυίονδὲ λέγω" πολλοὶ δοκοῦσιν EV ἔχειν τὰ σώματα. οὐς οὐκ 


> 


[D] 2. Der Sinn der Frage ist ne- 


gativ : schwerlich wirst du meine Ant-, 


wort verstehn. Sie soll Polos zu wei- 
teren Fragen anregen, aber Polos be- 
achtet, ganz in seinen Gedankenkreis 
gebannt, das von Sokrates Gesagte 
gar nieht. Die Bedentung von εἴδω- 
Aov erhelltausdem Gegensatz The aet. 

50 E. ψευδῆ καὶ εἴδωλα περὶ 
πλείονος ποιησάμενοι τοῦ > ἀληϑοῦς. | 
Soph. 234 Ὁ. ἢ οὐ δυνατὸν τυγχά- 
γνξὺν τοὺς νέους - τοῖς λόγοις γοη- 
τεύειν, δεικνύντας εἴδωλα λεγό- 
μενα περὶ πάντων, ὥστε ποιεῖν 
ἀληϑῆ͵ δοκεῖν λέγεσϑαι. 

5. τὰ γὰρ nnd. Was seinem We- 
sen nach als ἀγαϑόν oder κακόν be- 
zeiehnet wird, ist für die Werth- 
schätzung des Subjectes καλόν und 
αἰσχρόν. Daher ist diepartielle Iden- 
tität beider Begriffspaare ein festste- 
hender Satz in der Sokratischen Be- 
weisführung. 8. ἃ, Einl. S. 11. 

1. οὐδὲ αὐτός. ὅθ fühlt sich 


als Meister. Gorgias muss eintreten 
und an Sokrates die nachfolgende 
Bitte stellen, weil durch Polos, der ja 
die Rolle des Fragenden übernommen 
hat, das Gespräch nieht wieder in 
Ordnung gebracht werden kann. Da- 
mit wird seine Unfähigkeit für die 
Dialektik stillschweigend ausgespro- 
chen. Das ἐπανορϑώσασϑαι τὸν 
λόγον ist ihm nicht gelungen. 


[E] 10. νέος --- καὶ ὀξύς. Beides 
mit Bezug auf das 461 Ο Gesagte. 
ὀξύς mag zugleich eine Anspielung 


auf den Namen IIoAog (Füllen) ent- ' 


halten. 


[464 A] 19. Nolan den ÖObjeeten 
(πράγμασι) 463 C bilden Schein und 


Sein den zweiten Einteilungsgrund. 


— Durch οἷον τοιόνδε λέγω wird 
ein Beispiel oder specieller Fall ein- 
geführt zur Erläuterung für ein All- 
gemeines. τὸ ποιοῦτον wird durch 
das KolEWMERN 0zı bestimmt. ᾿ 


464 


56 


IAATRSNOZ 


ἂν ῥαδίως αἴσϑοιτό τις. ὅτι οὐκ εὖ ἔχουσιν, ἄλλος ἢ ἰατρός TE 


καὶ τῶν γυμναστικῶν τις. 
T'OP. And λέγεις. 


a Nr 


» 


ΣΦ. Τὸ τοιοῦτον λέγω καὶ € ἐν σώματι εἶναι καὶ ἐν ψυχῇ. 
ὅ τι ποιεῖ μὲν δοκεῖν εὖ ἔχειν τὸ σώμα καὶ τὴν ψυχήν, ἔχει δὲ 5 


οὐδὲν μᾶλλον. 
TOP. Ἔστι ταῦτα. 


| | ἡ“, 
XIX 22. y δή 601, ἐὰν δύνωμαι, σαφέστερον ἐπι: 


δείξω ὃ 0 λέγω. δυοῖν 


τοιν τοῖν πραγμᾶτοιν δύο λέγω τέχνας 


τὴν μὲν ἐπὶ τῇ ἢ ψυχῇ πολιτικὴν καλῶ, τὴν δὲ ἐπὶ σώματι u 10 


μὲν οὕτως ὀνομάσαι οὐκ ἔχω σοι, μιᾶς δὲ οὔσης τῆς τοῦ σώματος 


ϑεραπείας δύο μόρια λέγω, τὴν μὲν γυμναστικήν, τὴν δὲ 
ἰατρικήν" τῆς δὲ πολιτικῆς ἀντὶ μὲν τῆς γυμναστικῆς τὴν ν 


μοϑετικήν, ἀντίστροφον ὃὲ τῇ ἰατρικῇ τὴν δικαιοσύνην. im. 


κοινωνοῦσι μὲν δὴ ἀλλήλαις, ὃ ἅτε περὶ τὸ αὐτὸ οὖσαι, ἐκάφερδι 


τούτων, ἥτ τε ἰατρικὴ τῇ γυμναστικῇ καὶ ἡ δὲ 


σύνη τῇ 1 


μοϑετικῇ, ὅμως δὲ διαφέρουσί τι ἀλλήλων. τεττάρων δὴ on 
τῶν οὐσῶν, καὶ ἀεὶ πρὸς TO βέλτιστον ϑεραπευουσῶν τῶν μὲν 
τὸ σῶμα. τῶν δὲ τὴν ψυχήν. ἡ κολακευτικὴ ed: 


Car. XIX. [B] 10. τὴν μέν. Vorden 
Gliedern eines Gegensatzes findet 
leicht asyndetische Verbindung Statt, 
obwol καὶ stehen kann. Vgl. Nägels- 
bach zu Hom. Il. I, 50. Unter dem 
Ausdruck πολιτική fasst Sokrates 
die auf die Seele bezüglichen Künste 
zusammen im Anschluss an die im 
Protagoras dargestellte πολιτικὴ ἀρε- 

τή — die bürgerliche Tugend. Die 
Ausbildung und rechte Pflege der 
Seele, worauf Sokrates zuletzt wieder 
zurückkommt, ist auch die Haupt- 
aufgabe des wahren Staatsmannes., 
— μέαν ὀνομάσαι gleich Evi ὀνό- 
ματι καλεῖν --- προσαγορεύειν. 

14. ἀντίστροφον bezeichnet einen 
Theil, der einem auf der anderen 
Seite befindlichen Theile eines grösse- 
ren Ganzen entspricht. Man.hat hier- 
bei an das Entsprechen von στροφή 
und ἀντιστροφή in der metrischen 
Composition eines Chorgesanges zu 
denken. Gymnastik und Nomothetik 
haben es, jede auf ihrem (rebiete, mit 


" 
der Aufstellung der positiven Be- 
stimmungen zuthun, durch welche die 

„Natur ihres Objectes erhalten und ge- 
fördert wird. Die Heilkunde und Ge- 
rechtigkeitspflege ‚suchen in der Pra- 
xis die Verletzung jenerBestinmungen 
wieder aufzuheben (zu negieren). 
δικαιοσύνη, musste gesagt werden, 


nicht Öinaszınn oder δικανική, weil 


sich diese Worte blos auf die Ent, 

scheidung anhängiger Processe be- 
ziehen. Hier musste der allgemeinere 
Begriff der Rechtspflege eingereiht 
werden und diese vertritt dieganze 
praktische Thätigkeit des 
Staatsmannes. Da auch.die δ᾿ 
eine ἐπιστήμη ist, wird ihre Uebung 


zur τέχνη. Andererseitsgehören Heil- 


kunde und Gymnastik sowie Rechts- 
pflege und Gesetzgebungskunst je un- 
ter einen gemeinschaftlichen Gat- 
tungsbegriff — ἐπικοινωνοῦσι μὲν 
δὴ ἀλλήλαις. 

[6] 19. αἰσϑομένη αἰά γνοῦσα νο- 
zeichnen nach Object und Art ver- 


δ 


Ψ & 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 57 


γνοῦσα λέγω, ἀλλὰ στοχασαμένη, τέτραχα ἑαυτὴν διανείμασα, 
ὑποδῦσα ὑπὸ ἕκαστον τῶν μορέων, προσποιεῖται εἶναι τοῦτο 
ὅπερ ὑπέδυ, καὶ τοῦ μὲν re οὐδὲν φροντίζει, τῷ δὲ 
ἀεὶ ἡδίστῳ Imgeverar τὴν ἄνοιαν Kal ἐξαπατᾷ ᾿ ὥστε δοκεῖ 
5 πλείστου ἀξία εἶναι. ὑπὸ μὲν οὖν τὴν ἰατρικὴν ἡ ὀψοποιικὴ 
SER καὶ προσποιεῖται τὰ βέλτιστα σιτία τῷ σώματι εἰδέ- 


ἡ δ... 


1,007 εἰ δέοι ἐν παισὶ διαγωνίξεσϑαι ὀψοποιόν τε καὶ ἰατρὸν 
n = ἀνδράσιν οὕτως ἀνοήτοις ὥσπερ οἵ παῖδ ἐς, πότερος ἐπαΐει 
ἱ τῶν χρηστῶν σιτίων καὶ πονηρῶν, ὁ ἰατρὸς ἡ ἢ ὃ ὀψοποιός, 


Alp ἂν ἀποϑανεῖν τὸν ἰατρόν. κολακείαν μὲν οὖν αὐτὸ καλῶ, 
καὶ αἰσχρόν φημι εἶναι τὸ τοιοῦτον. ὥ Πώῶλε --- τοῦτο γὰρ 
πρὸς σὲ λέγω --- ὅτι τοῦ ἡδέος στοχάζεται. ἄνευ τοῦ βελτίστου" 
νην δὲ αὐτὴν οὔ φημι εἶναι ἀλλ ἐμπειρίαν, ὅτι οὐκ ἔχει 
Mr οὐδένα ὧν προσφέρει, ὁποῖ᾽ ἄττα τὴν φύσιν ἐστίν, ὥστε 


e: ἐν αἰτίαν ἑ & 


ὑποσχεῖν λόγον. A 
®. 


στου un ἔχειν εἰπεῖν. ἐγὼ δὲ τέχνην οὐ καλῶ, 
ν ἢ ἄλογο πρᾶγμα" τούτων δὲ πέρι εἰ ἀμῷισβητεῖο, ἐθέλω 


ΟΧΧ. Τῇ μὲν οὖν rd ὥσπερ λέγω; ἡ ὀψοποιικὴ κολα- 


κεία ὑπόκειται" τῇ δὲ γυμναστικῇ κατὰ τὸν αὐτὸν τρόπον 


schiedene Seelenthätigkeiten.Die yoo- 
σις geht stets auf dieinnere Wahrheit 
der Sache (daher das βέλτιστον), die 
nur durch begriffliches, methodisches 
Denken erfasst wird; die αἴσϑησις 
ist ein sinnliches Wahrnehmen der 
äusseren Form oder der Wir] ngen 
einer Sache, ohne d 5. der Grund in 
dem Wesen derselb« ον mit erfasst 


9 nn wie unter ein Gewand 
ir eine Maske, durch welche die 
irklichkeit verhüllt wird. 


[Ὁ] 4. ϑηρεύεται τὴν ἄνοιαν. 
Das Bild’von der Jagd in Bezug auf 
Künste, die nurnach Schein haschen, ist 
bei Platon häufig, am ausgeführtesten 
im Sophisten. Entsprechend der An- 
wendung des abstractum für das con- 
ο΄ eretum drückt sich Demosthenes aus 

01. II, 7; τὴν γὰρ ἑκάσξων ἄνοιαν 
dei τῶν ἀγνοούντων. αὖτ Baier 
τῶν u ροσλαμ νῶν ὑξή- 
In. Zu worEpos παΐει Becher δέοι 


vgl. Protag. 318 B. ‚ec τίς σὲ διδέ. 
Esıev ὃ μὴ Τῦγχανεις ἐπιστάμε- 
νος. 


[465 A] 11. τοῦτο) γὰρ πρὸς σὲ λέ- 
yw, weil Polos wiederholt gefragt 
hatte, ob die Rhetorik etwas Schönes 
sei. 

14. ὧν προσφέρει geht aufdieMit- 
tel, welche jede anwendet. 


15. Nach dem Menon 98 A wird erst 
durch den λογισμὸς αἰτίας das, was 
vorher unsicher schwankende δόξα 
war, gebunden zu sicherem Eigentum 
der Seele. 


Car. XX. [B] 1% ὑπόκειται. Im 
philosophischen Sinne wird ὑποκεῖ- 
σθαι sonst von der einer Folge oder 
Thatsache zu Grunde liegenden Vor- 
aussetzung gebraucht. τὸ ὑποκείμε- 
vov das Substrat, Hier ist in ὑπὸ die 
Bedeutung des heimlichen Unterschie- 
bens enthalten wiein ὑπέδυ, und ὑπό- 
κειται steht für ὑποτέϑειται. 


465 


druck allg 


ἮΝ 


-- 


der. 
. Wesen ( 


58 


NMAATSNOZ 


“ 


τοῦτον ἡ κομμωτική, κακοῦργός TE οὖσα καὶ ἀπατηλὴ καὶ 
ἀγεννὴς καὶ ἀνελεύϑερος, σχήμασι καὶ χρώμασι καὶ λειότητι 
καὶ ἐσθήσει ἀπατῶσα, ὥστε ποιεῖν ἀλλότριον κάλλος ἐφελκο- 
μένους τοῦ οἰκείου τοῦ δῖα τῆς γυμναστικῆς ἀμελεῖν. iv οὖν 

μὴ μαχφολογῶ, ἐθέλω σοι εἰπεῖν ὥσπερ οἵ γεωμέτραι - ἤδη δ᾽ 
( γὰρ ἂν ἴσως ἀκολουϑήσαις ---ὅτι ὃ ὃ κομμωτικὴ πρὸς γυμναστι-. 
unv, τοῦτο ὀψοποιικὴ πρὸς ἰατρικήν' μᾶλλον ( δὲ ὧδε » ὅτι ὃ 


κομμωτικὴ πρὸς γυμναστικήν, τοῦτο σοφιστικὴ BR. φᾷς 
τικήν, καὶ ὅτι ὃ ὁ ὀφοποιικὴ πρὸς ἰατρικήν, τοῦτο ῥητορικὴ π 
δικαιοσύνην. ὕπερ μέντοι λέγω. διέστηκε, μὲν οὕτω φύσει" 10 


1. κακοῦργός τε. οὐδεν. Prädi- 
cate reihen sich zu je zwei an einan- 
Die beiden ersten stellen das 
er x. an sieh dar, enthalten 
> devselben; der erste Aus- 

iner, der zweite schliesst 
ch epexegetischan, indem er dieFolge 
‚die Aussenwelt hervorhebt. &yev- 
ῬΊ ἧς un ἀφο ς ἡμῶν enthalteu das 

αἰσχρόν, das Urteil über den Wert 
jener Fertigkeit. Natürlich bildet das 
folgende Partieip mit seinen Dativen 
die weitere Ausführung zu ἀπατηλή. 

3. ἀλλότριος und οἰκεῖος bilden 
einen von Platon häufighervorgehobe- 
nen Gegensatz. Dieses bezieht sich 


das κα 


‚auf, die aus der Natur, dem Wesen, 


einer Sache entwickelte oder ihr ein- 
wohnende Eigenschaft, jenes auf das 
von Aussen an sie her ebrachte, 
was hier treffend durch en 
νους bezeichnet wird. Die Schön- 
heit gehört dann nicht dem Menschen 
sondern den äusseren Mitteln an. ἔφ 
οὖν μὴ μακρολογῶ wie Criton 47 C 
ἵνα un πάντα Öılowev.DieForm des 
Satzes ist zuunterscheiden in ihrer Be- 
deutung von Folgesätzen wie ὡς συν- 
ελόντι Ai ὁ u. dgl., die wir auch 
durch „um zu‘ wiedergeben. 


5. ὥσπερ οἵ γεωμέτραι. Das Wort 
bezeichnet Mathematiker ‚überhaupt 
(wie z.B. Theodoros von Kyı 

εωμέτ enannt wird im 
Hin Die ahere Arithmetik 
der Geometrie mit einbegriffen, weil 
der Grieche fe geometrische Methode 
auch zur Veranschaulichung abstracier 


Zahlenverhältnisse BR Uns 
liegt es nahe bei der folgenden 
thematischen Proportion an emea 
metische Formel zu denken, der 61 “". 
che denkt zunächstand ‚Proportiona- 
lität von Linien und Fi | 


der mathematischen‘ Wissensch: 
Die Ordnung der Begriffe s. in dem 
Schema in d. Anh, ἴων γὰ Ga 


menten der Dial 
πρὸς yvuv. In 
stets. 


‘“ [0] 8. Es könnte auffallen, 2. 
Sophistik mit dem» ‚Nomothetik und 
nicht mit der Philosophie zusammen- 
gestellt wird. Allein jene ist die Wis- 
senschaft vom den Prineipien über- 

haupt, insbesondere aber den ethi- 
scheu und politischen, aufdie es 
in diesem Dialog aloge κ᾿ 
der ‚Nomothe®muss, d Bei 

sen werden, Philosoph sei περ 
μέντοι λέγω, bezieht sich αι Vor. = 
hergehende. Sokrates stellt seine An-_ 
sicht noch fester, indem er zugleich 
den Grundangibt, ‚warum jenes Ver- 
hältnis, das im Wesen der Sache be- 
gründet liegt, in der Wirklichkeit ver- 
kannt und verwischt werde. — Platon 
spricht darum genauer über das Ver- 
hältnis der Sophistik und Rhetorik zu 
einander, weil der Unterschied von 
ihm selbst» erst wissenschaflich be- 
gründet wird, ara ! ‚ ohne 

Bewuss des@ icht.: 

Sophisten Sean sein will, 


© 


- 


ΤΌΡΓΙΑΣ. 


59 Ä 


ἅτε δ᾽ ἐγγὺς ὄντων φύρονται ἐν τῷ αὐτῷ καὶ περὶ ταὐτὰ 60- 
φισταὶ καὶ δήτορες, καὶ οὐκ ἔχουσιν ὅ τι χρήσονται οὔτε αὐτοὶ 

6 » Φ ” ΄ \ RR Ey 
ἑαυτοῖς οὔτε ol ἄλλοι ἀνϑρῶποι τουτοις. καὶ γαρ ἂν, εἶ μὴ ἢ 

Ξ - 3 ΡῚ ’ 3 5» Ψ ΣΧ ς -»" \ VER \ ’ 

ψυχὴ τῷ σῶματι ἑπεστατει, ἀλλ αὐτὸ αὐτῷ, καὶ μὴ UNO ταὺυ- 

5 τῆς. κατεϑεωρξῖτο καὶ διεκρίνετο ἥ τὲ ὀψοποιικὴ καὶ ἡ ἰατρική, 
N} ἀλλ᾽ αὐτὸ τὸ σώμα ἔκρινε σταϑμώμενον. ταῖς χάρισι ταῖς πρὸς 
fr αὐτό, τὸ τοῦ ᾿Αναξαγόρου ἃ ἂν πολὺ ἦν, ὦ φίλε Πῶλε----σὺ γὰρ 

᾿ς τούτων ἔμπειρος ---, ὁμοῦ ἂν πάντα χρήματα ἐφύρετο ἐν τῷ 


Le 


0, ἀκρίτων ὄντων τῶν τὲ ἰατρικῶν καὶ ὑγιεινῶν καὶ 


ὀψοποιικῶν. ὃ μὲν οὖν ἐγώ φημι τὴν ῥητορικὴν δῖναι; ᾿ἀκή- 


.R00S" ἀντίστροφον ὀψοποιέας ἐν ψυχῇ 
ἴσως μὲν οὖν ἄτοπον πεποίηκα, ὅτι σε οὐκ ἐῶν μακροὺς λ6- E 

ους λέγειν αὐτὸς συχνὸν λόγον ἀποτέταχα. ἄξιον. μὲν. οὖν % 
᾿ ἐμοὶ συγγνώμην ἔχειν" λέγοντος γάρ μου βραχέα οὐκ ἐμάν- δι 


ὡς ἐκεῖ vo ἐν σώματι. 


" ἐδὼ ve, οὐ ᾿χρῆσϑαι τῇ ἀποκρίσει, ἥν σον ἀπεκρινάμην, » 


Ἔ ag 
ῥητορική:; 

4, ἐπεστάτει. Man hat,an den 
Präsidenten zu denken, der in der 
Volksversammlung oder vor Geyicht 
die Verhandlungen leitet. 
-[D] 7. τὸ τοὺ Ava&oyogov. Ana- 
e oras der Freunddes Perikles nahm 

ereinstimmend mit den Atomisti- 

ki mit Empedokles an, dass im 
 Urzustand die Elemente oder Atome 
 — nach ihm der Zahl nach un- 
endlich aber in bestimmter Qualität 
vorhanden — alle zusammen gemischt 
waren ohne bestimmte Ordnung. Diese 
braehte dannder νοῦς oder denkönde 
Geist hinein, wenigstens gab er dazu 
den Anstoss. Sein Satz, der sich auf 
jene chaotischen Verhältnisse bezieht, 
γῦ πάντα χρήματα ἦν. 
iert ihn im Aaron mehr- 
entlich 72. 101 E, 

| Ψ hie - Wii: ndung at ini nliches 
Verfahren in geistigen Dingen, das 


ἦσϑα, ἀλλ δὶ διηγήσεως. a μὲν οὖν μα 


tolası εἶ τι ἔχεις χοῆσϑαι, χρῶ. 
4. τί οὖν PIUS, m κολακεία δοκεῖ σοι εἶναι ἡ 


die ἀντιλογικοί befolgten. θεῷ, 
wie den Künsten des Scheine fehlt 
Klarheit des Begriffes (der voös), 

welcher. subject. Erkenntnis wie ob- 
ject. Erkennbarkeit ermöglicht. Gor- 
gias Schüler sollten mitdesAnax. Lehre 
bekannt sein wegen ihres Verhältnis- 
ses zu Empedokles, doch setzt diess 
Sokrates wol nur im Scherz voraus. 
Aber sie verstanden sich auch auf das 
gresatpı, selbst (σὺ γὰρ τούτων 

ὠπειρο9). 

11. ἐκεῖνο geht auf ὀψοποιία. Das 
Neutrum ist um 50. mehr am Platz, 
weil damit der Gegensatz zu 0 — φῆ- 
μέ und ἀντίστροφον auch sprachlich 
anndliihäckt wird. ὁ, 

[E] 13. ἄξιον μὲν. οὖν. Das οὖν 
ist hier nicht folgernd; denn der 


‚Grund folgt erst nach, Esbezeichnet: 


unter diesen Umständen, wie nun ein- 
mal die Sache liegt. 


60 


JIAATQNOZ 


32. Κολακείας μὲν οὖν ἔγωγε εἷπον μόριον. ἀλλ᾽ οὐ 
μνημονεύεις τηλικοῦτος ὦ ὦν, ὦ Πώλε: τί τάχα δράσεις: 

ΠΩ... do οὖν δοκοῦσί σοι ὡς κόλακες ἐν ταῖς πόλεσι 
φαῦλοι νομέξεσϑαι ot ἀγαϑοὶ ῥήτορες: Heart 


NA. Ἐρωτῶ ἔγωγε. 


ZR. Οὐδὲ νομέξεσϑαι ἔμοιγε δοκοῦσιν. 
ΠΩ... Πῶς οὐ νομίξεσϑαι; οὐ re “δύνανται ἐν. 


ταῖς. πόλεσιν. 


ΣΦ. Ἐρώτημα τοῦτ᾽ ἐρωτᾷς ἢ ἢ λόγου τινὸς’ ἀρχὴν λέγεις; 5 


." 


* 


ER. Οὔκ, εἰ τὸ δύνασϑαί γὲ λέγεις ἀγαϑόν « τι εἶναι τῷ 10 


δυναμένῳ. 


II2A. ᾿Δλλὰ μὲν Μὴ έγω γε. ᾿ - 


32. Ἐλάχιστον τοίνυν μοι δοκοῦσι τῶν ἐν τῇ πόλει 


᾿ δύνασϑαι ot ῥήτορες. 
σα. | 


ΠΩ... Τί δέ. οὐχ, ὥσπερ οἵ τύραννοι, I TE 15 - 


ὃν ἂν βούλωνται, καὶ ἀφαιροῦνται χρήματα ge ἐκβαλλ 
ἐκ τῶν πόλεων ὃν ἂν δοκῇ αὐτοῖς; : 


zn. Νὴ τὸν κύνδ, ἀμφιγνοῶ μέντοι, ὦ" ‚Hole, ἐφ 
στου. ὧν λέγεις, πότερον αὐτὸς ταῦτα λέγεις κα 
σαυτοῦ ἀποφαίνει, ἢ ἐμὲ ἐρωᾷς. 


ς καὶ ve ” 
Er 


TIQA. "AR ἔγωγε σὲ ἐρωτῶ. 
232. Εἶεν, ὦ φίλε" ἔπειτα δύο ἅμα We Zone; 


. M2A. Πῶς δύο; 


Car. XXI. [466 A] 2. τέ τάχα 
δράσεις; was soll das werden? 
nämlich im Alter, wenn das Ge- 
dächtnis schon in der Jugend so 
schwach ist. 

4. Zu νομέξεσϑαιν gehört nur φαῦ- 
λοὶ als prädicative Bestimmung, nicht 
auch κόλακες. Polos möchte den So- 
krates in sehr plumper Weise in ei- 
nen Widerspruch verwickeln, Das 
ἀγαϑοί hat er untergeschoben. Die 
Bestimmung der κολακεία drängt er 
durch ὡς in den Hintergrund. ἀρᾷ 
eigentliche Widerlegung des Sokrates 
versucht er nieht; daher schafft er sei- 
ner Behauptung keinen Boden. . Ihm 
kommt es auch nicht auf den Begriff 
der Rhetorik an, sondern auf ihre Gel- 
tung im Publikum. Sokrates findet 


& 


in seinläfrage eine Behauptung aus- - 
gesprochen. Das ist das Wesen der _ 
rhetorischen Frage, die 4 
der dialektischen nieht unterschei 
[B] 7. οὐδὲ νομίξεσϑαι 8 re Ἢ 
gemein: sie haben keine Geltung 
τῶν ἐν τῇ πόλει näml. δυχομένων, 
[0] 15. ὥσπερ οἵ τύραννοι. Polos “ 
will mit diesem Vergleich die Bedeu- 
tung seiner Kunst erheben, während 
er ihren sittlichen Wert damit, nieder- 
drückt. Die Prädicate stehen mit rhe- 
torischer Absicht im Praesens’(Verb. τς 
fin. statt Umschreibung). Dieser Satz 
ist auch nur der Form nach Frage, 
spricht aber in der‘ Be Polos 
Meinung aus. Ἂ Mr 
22. δύο nämlich ὃ ον ἂν a 
und:0v ἂν δοκῇ αὐτοῖς. 


ὅ 


." 


m 
" 


ES 


TOPTIAZ. 6 


ER. Οὐκ ἄρτι οὕτω πὼς ἔλεγες , εἰ οὐχὶ ἀποκτιννύασιν 
ol ῥήτορες οὗς ἂν βούλωνται, ὥσπερ ol τύραννοι, καὶ χρή- 
ματα ἀφαιροῦνται καὶ ἐξελαύνουσιν ἐκ τῶν πόλεων ὃν ἂν 
δοκῇ αὐτοῖς; . 9 

ΠΩ,.4. Ἔγωγε. ᾿ 

ΧΧΙ. 22. Asyo τοίνυν σοι; ὅτι δύο ταῦτ᾽ ἐστιν 
᾿ ἐρωτήματα, καὶ ἀποκχφινοῦμαί γέ σοι πρὸς ἀμφότερα. φημὶ 
γάρ, ὦ Πῶλε, ἐγὼ καὶ τοὺς ῥήτορας καὶ τοὺς τυῤάννους δύ- 
νασϑαι μὲν ἐν ταῖς πόλεσι σμικρότατον, ὥσπερ νῦν δὴ ἔλεγον' 
0 οὐδὲν γὰρ ποιεῖν ὧν βούλονται, ὡς ἔπος εἰπεῖν. ποιεῖν μέν - 


ὧν 


ee 


F 


20 


r 


τοι ὅ τι ἂν αὐτοῖς δόξῃ βέλτιστον εἶναι. 
ΠΩ.4. Οὐκ οὖν τοῦτο ἔστι τὸ μέγα δύνασϑαι; 


τ. 
δὸν εἶναι τῷ ὃ υναμένῳ. 
ΠΩΛ. Φημὶ γὰρ οὖν. 


ΣΙ. Οὔχ, ὥς γέφησι Πῶλος. 
I2A. Eyo οὔ φημι; φημὶ μὲν οὖν ἔγωγε. ; 
ὰ τὸν --- οὐ σύ γε, ἐπεὶ τὸ μέν. δύνασθαι. φὴς 


NE Σιϑ.. Ayadov οὖν οἴει εἶναι, ἐάν τις ποιῇ ταῦτα, ἃ ἂν 
δοκῇ αὐτῷ βέλτιστα εἶναι, νοῦν μὴ ἔχων, καὶ τοῦτο καλεῖς 


μέγα δύνασϑαι; ΩΡ 
ΠΩ Δ. Οὐκ ἔγωγε. 


᾿ 


ZR. Οὐκοῦν ἀποδείξεις τοὺς ῥήτορας νοῦν ἔχοντας καὶ 
τέχνην τὴν ῥητορικὴν ἀλλὰ μὴ ἀδλοπείαν, ἐμὲ ἐξελέγξαθρ: ὁ δἰ 
δέ με ἐάσεις ἀνέλεγκτον, οὗ ῥήτορες οὗ ποιοῦντες ἐν ταῖς πό- 
25 λεσιν ἃ δοκεῖ αὐτοῖς καὶ οἵ τύραννοι οὐδὲν ἀγαϑὸν τοῦτο 

κεκτήσονται, εὖ δὴ δυναμίς ἔστιν, ὡς σὺ φῇς, ἀγαϑόν, τὸ δὲ 
ποιεῖν ἄνευ νοῦ ἃ δοκεῖ καὶ σὺ ὁμολογεῖς κακὸν εἶναι" "ἢ οὔ; 


ΠΩ. Ἔγωγε. 


ΣΙ. Πῶς ἂν οὖν οἱ ῥήτορες μέγα δύναιντο ἢ οἵ τύραννοι 


Car. XXI. [D] 8. δύνασϑαι μέν. 
Was ist Gegensatz? — ὡς ἔπος &- 


ar schliesst sich an die Negation w 


“Ἢ 14. ἐγὼ οὔ φημι. Polos ver- 
steht Sokrates nicht, der die Folgen 
des Zugeställlhisses ; im Auge hat, 
dass der Machtbesitz ein Gut sei. 
Statt aber zu fragen behauptet Polos 
nur im empfindlichen Tone weiter. 


Daher muss Sokrates bald die Stelle 
des Fragenden übernehmen. ψοῦν 

un ἔχων ist ein Zusatz, der zu der 
vagen Bestimmung des Polos an sich 
schon ‚gemacht werden kann, hieraber 
um so mehr berechtigt ist, weil‘ So- 
krates die Rhetorik von dem Begriffe 
der Kunst ausgeschlossen und als 
Hauptmerkmal dieser den Aoyog hin- 
gestellt hatte, 


467 


3 


a 

62 NAAT2NOZ . 
ἐν ταῖς πόλεσιν, ἐὰν μὴ Σονβόνηξ, ἐξελεγχϑῇ ὑ ὑπὸ Πώλου ὅ ὅτι 
ποιοῦσιν ἃ βούλονται: ; 

ΠΩ. Οὗτος ἀνήρ --- 

ER. Οὔ φήμι ποιεῖν αὐτοὺρ ἃ ὶ βούλονται" ἀλλά u ae 

TI24A. Οὐκ ἄρτι ὡμολόγεις ποιεῖν ἃ δοκεῖ er; Br 6 
τιστα εἶναι [τούτου πρόσϑεν)]: Ki 

22. Kai γὰρ! νὺν ὁμολογῶ. 

ΠΩΔ. “Οὐκ οὖν ποιοῦσιν ἃ βούλονται: : 

ZR.. Οὔ φημι. | ich ᾿ 

ΠΩ͂. Ποιοῦντες δὲ ἃ δοκεῖ αὐτοῖς; | 

ZR. Φημί. ὰ 

ΠΩ. Σχέτλια λέγεις καὶ ὑ ὑπερφυῆ, ὦ Σώκρατες. 

22. Μὴ κατηγύρει, ὦ λῷστε Πώῶλε, ἵνα προσείπω ce 
κατὰ σέ᾽ ἀλλ᾽ εἰ μὲν ἔχεις ἐμὲ ἐρωτᾷν, ἐπί a ὅτι ψεύδομαι, 
εἰ δὲ μή, αὐτὸς ἀποκρένου. » 

II24A. "AR aha ἐποχρνμαϑῃ ἵνα h..: εἰδῶ om 
λέγεις. 

ΧΧΙΠ. 22. τάν οὖν σοι δοκοῦσιν οἵ ἄνϑφωποι 
τοῦτο βούλεσϑαι, ὁ δὰν πράττωσιν ἑκάστοτε, n Eneipo, οὗ ἕνεκα, 
πράττουσι τοῦϑ' ὃ πράττουσιν: οἷον οἱ τὰ φάρμακα έ νον- 90 
τες παρὰ τῶν ἰατρῶν πότερόν σοι δοκοῦσι τοῦτο βούλεσϑαι, 
ὅπερ ποιοῦσι, πίνειν τὸ φάρμακον καὶ ἀλγεῖν, ἢ ἐκεῖνο.» τὸ 
ὑγιαίνειν, οὗ ἕνεκα πίνουσιν: | 

ΠΩ. Δ. Ankov ὅτι τὸ ὑγιαίνειν [οὗ ἕνεκα πίνουσιν]. 
a8. Οὐκοῦν καὶ ol πλέοντές τε καὶ τὸν ἄλλον χθηματι- 


u; 


15° 


FR 


[467 A] 1. ἐξελεγχϑῇ wie wenn 
vorausgienge πῶς ἂν οὖν ὀρϑῶς 16ε-: 
γοιτο oder φαῖμεν δυνασϑαι κ.τ.1. 

3. οὗτος ἀνήρ. Aposiopese. Polos 
weiss nicht, was er sagen soll vor 


- Staunen. Vgl. 489B und 505C. Noch 


stärker drückt sich seine Verwunde- 
rung und damit sein Mangel an Dia- 
lektik i in den Worten σχέτλια λέγεις 
καὶ ὑπερφυῆ aus. σχέτλιος ist der 
homerischen Sprache entlehnt, dort 
aber nur von Personen, gebraucht. 
ὑπερφυής ausser hierund 477 D nur 
in adverbialer. Form, 

13. ὦ λῶστε Πῶλε Paronomasie 


nach Art des Polos (0 hochgelobter 
Polos). 


Car. XXIII, Sokrates beginnt sei- 
ne Beweisführung mit der Unterschei- 
dung der Thätigkeit und des Zweckes 
derselben. (Aehnlich Menon 77 C ἢ.) 
Der Eintritt des Zweckbegriffs in die 
Philosophie ist epochemachend — te- 
leologische Anschauung. Platons Rich- 
tung auf das absolut. Gute wird da- 
durch bedingt. 


[Ὁ] 25. of ro mie as: 
händler sind gemeint, welche über- 
seeischen Handel treiben, 


9 


25 
r 

% ᾿δίξωμεν, οἰόμενοι βέλτιον εἶναι; καὶ τὸ ἐναντίον ἕσταμεν, ὅταν 
ἐστώμεν, τοῦ αὐτοῦ ἕνεκα, τοῦ ἀγαϑοῦ; ἢ οὔ; 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


ὧδ 
” 


63 


\ ‚ 3 mr ἃ ἡξ ἃ :ῥἐὺς a -» 
μον χρηματιξζομενοι οὐ τοῦτο ἐστιν ὃ βούλονται, ὃ ποιοῦσιν 
ἑκάστοτε᾽ τίς γὰρ βούλεται πλεῖν τε καὶ κινδυνεύειν καὶ 

, 3 ΡΥ La SR ; ἢ 4 T ο, , 
πραγματ ἔχειν; ἀλλ ἐκεῖνο, οἶμαι. οὐ ἕνεκα πλέουσι, πλου- 
teiv' πλούτου γὰρ ἕνεκα πλέουσιν. 


I12.A. Πάνυ pe. 


DR. "Ahko τι οὖν οὕτω καὶ περὶ πάντων, ἐάν τίς τι πράτ- 


094. Nai. u... 


zn ἕνεκά του, οὐ τοῦτο βούλεται, ὁ ὃ πράττει, ἀλλ᾽ ἐκεῖνο, οὗ 
ἕνξχα πράττει; 


ΟΣ. Ag οὖν ἔστι τι τῶν ὄντων, ὃ οὐχὶ ἤτοι ἀγαϑόν γ᾽ 
ἐστὶν ἢ κακὸν ἢ μεταξὺ τούτων οὔτε ἀγαϑὸν οὔτε κακόν; 
IIQA. Πολλὴ ἀνάγκη, ὦ Σώκρατες: 
32. Οὐκοῦν λέγεις εἶναι ἀγαϑὸν μὲν σοφίαν. τὲ καὶ 
τὰ Re καὶ πλοῦτον καὶ τάλλα τὰ τοιαῦτα, κακὰ δὲ τἀναντία 
15 τούτων; 


ΠΩ. "Eyoye. 


u Ὁ 
% 


22. Ta δὲ μήτε ἀγαϑὰ μήτε κακὰ ἄρα τοιάδε λέγεις, ἃ ὶ 
ἐνίοτε μὲν μετέχει τοῦ ἀγαϑοῦ, ἐνίοτε δὲ τοῦ κακοῦ, ἐνίοτε 
δὲ οὐδετέρου, οἷον καϑῆσϑαι καὶ βαδίζειν καὶ τρέχειν καὶ 
20 πλεῖν, καὶ οἷον αὖ λέϑους καὶ ξύλα καὶ τἄλλα. τὰ τοιαῦτα; οὐ 


12. Οὔκ, ἀλλὰ ταῦτα. 


᾿ταῦτα λέγεις ; 9 ἄλλ᾽ ἄττα καλεῖς τὰ unte ἀγαϑὰ μήτε χακᾶ:; 


IR Πότερον οὖν τὰ μεταξὺ ταῦτα ἕνεκεν τῶν ἀγαϑῶν 
πράττουσιν, ὅταν πράττωσιν, ἢ τἀγαϑὰ τῶν μεταξύ; 
ΠΩ. Τὰ μεταξὺ δήπου τῶν ἀγαϑῶν. 
22. Τὸ ἀγαϑὸν ἄρα διώκοντες καὶ βαδίξομεν, ὅταν βα- 


8. πράγματ᾽ ἔχειν entspricht, in 
passivem Sinne dem activen πραγ- 
ware παρέχειν Theaet. 143 C. 174 Β. 
Solche Ausdrücke bilden den Ueber- 
gang zu der intrausitiven Bedeutung 
des einfachen ἔχειν. 

[E] 13. Man sollte eine negative 
Antwort erwarten. Polosaberantwor- 
tet positiv, um als selbstverständlich 
hervorzuheben, dass alle Möglichkei- 
ten in den drei Fällen erschöpft sind. 
σοφία, ὑγιξιὰ und πλοῦτος sind Re- 


präsentanten für die drei Klassen von 
Gütern: innere, leibliche und äussere, 
— Zu. dem Mittleren zwischen gut und 
böse gehören sowol Thätigkeiten als 
auch Dinge. 

[468 Β] 27. βέλτιον. Der Grieche 
denkt an zwei Fälle, darum compara- 
tiv, der Deutsche fasst die Sache all- 
gemeiner undsetzt darum den Positiv 
oderSuperlativ.—dmoxtivvvur. Diese 
Nebenform von ἀποκτείνω ist bei 
Platon nicht selten, 


- 


a) 


468 


D 


64 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


JIQA. Ναί. . | 

ZR. Οὐκοῦν καὶ ἀποκτίννυμεν, εἴ τινα ἀποχτίννυμεν, 
καὶ ἐκβάλλομεν καὶ ἀφαιρούμεϑα χρήματα, οἰόμενοι ἄμεινον 
εἶναι ἡμῖν ταῦτα ποιεῖν ἢ μή; ; 

I12A. Πάνυ ‚pe BE: ἃ 

ZN, Ἕνεχ᾽ ἄρα τοῦ ἀγαϑοῦ ἅπαντα ταῦτα ποιοῦσιν οὗ 
ποιοῦντες. ; 

124. Φημί. . 

XXIV. 22. Οὐκοῦν ὡμολογήσαμεν, ὁ & ἕνεκά του ποιοῦ- 
μὲν, μὴ ἐκεῖνα βούλεσθαι, ἀλλ᾽ ἐκεῖνο, οὗ ἕνεκα ταῦτα 1 
ποιοῦμεν; 

II24A. Μαλιστα. ι 

ER. Οὐκ ἄρα σφάττειν βουλόμεϑα οὐδ᾽ ἐκβάλλειν ἐκ 
τῶν πόλεων οὐδὲ χρήματα ἀφαιρεῖσϑαι. ἁπλῶς οὕτως, ἀλλ᾽ 
ἐὰν μὲν ὠφέλιμα ἢ ταῦτα, βουλόμεθα πράττειν αὐτά, βλα- 1 
βερὰ δὲ ὄντα οὐ βουλόμεϑα. τὰ γὰρ ἀγαϑὰ βουλόμεϑα, ὡς 
φὴς σύ, τὰ δὲ μήτε ἀγαϑὰ μήτε κακὰ οὐ βουλόμεϑα χ, οὐδὲ τὰ 
κακά. ἦ γάρ; ἀληϑῆ σοι δοκῶ λέγειν, ὦ Πῶλε, ἢ οὔ; ὑπ; οὐκ 


ἀκοκρένει;] 
ΠΩ. ᾿ἀληϑῆ. a 
ER. Οὐκοῦν εἴπερ ταῦτα ὁμολογοῦμεν, el τις ἀποκτείνει 
τινὰ n ἐκβάλλει ἐκ πόλεως ἢ ἀφαιρεῖται χρήματα, εἴτε τύραν- 
vog ὧν εἴτε ῥήτωρ, οἰόμενος ἄμεινον εἶναι αὑτῷ, τυγχᾶνει δὲ 
ὃν κάκιον, οὗτος δήπου ποιεῖ & δοκεῖ αὐτῷ" ἦ γάρ; 
2A. Ναί. | ὰ 
ZR. Ag οὖν καὶ ἃ βούλεται, εἴπερ (ao ταὐτα κακὰ, 
ὄντα; τί οὐκ ἀποκθένει; ᾿ 5 


Car. XXIV. [C] 14. ἁπλῶς οὕτως. 


Die Behauptung oder Sache gilt nicht 


unbedingt, sondern bedarf der Ein- 
schränkung, hier durch Angabe des 
Zieles, von dem nicht abgesehen wer- 
den kann, Protag: 351 C. ὀύκ οἶδα 
ἁπλῶς οὕτως ὡς σὺ ἐρωτᾷς εἰ ἐμοὶ 
ἀποκριτέον ἐστίν ὡς κ. τ. A. --- Die 
vonPolos als Zeichen grosser Macht 
angegebenen Thätigkeiten werden der 
gefundenenBestimmungsubsummiert. 


[Ὁ] 21. εἴπερ ταῦτα ὁμολογοῦμεν 


bildet die allgemeine Voraussetzung, 
aus welcher bis κακὰ ὄντα die spe- 
cielle Anwendung auf die Tyran- 
nen und Redner gemacht wird. 

24. τυγχάνει der Form nach Ge- 
gensatz zu dmoxrelver, dem Inhalt 
nach zu οἰόμενος κι τ'.. ΚΣ ; 

27. τὶ οὐκ ἀποκρίνει Aufforde- 
rung in der Form der Frage ‚ weil 
Polos verdrossen ist. Nach ἢ οὔ 18 
hatte sieh dieselbe Form — ‚verfrüht 
— eiugeschlichen. | 


TOPTIAE. 65 


2A. ᾽4λλ: οὔ „wor δοκεῖ ποιεῖν ἃ βούλεται. 
ER. Ἔστιν οὖν ὅπως ὁ τοιοῦτος μέγα δύναται ἐν τῇ 


πόλει ταύτῃ, εἴπερ ἐστὶ τὸ μέγᾳ δύνασϑαι ἀγαϑόν τι κατὰ 


τὴν σὴν ὁμολογίαν; 5 
0. 112.4. Οὐκ ἔστιν. 
ER. ᾿4ληϑὴ & ἄρα ἐγὼ ἔλεγον, λέγων ὅ ὅτι ἔστιν ἄνϑρωπον 
ποιοῦντα ἐν πόλει ἃ ὶ δοκεῖ αὐτῷ μὴ μέγα δύνασϑαι μηδὲ 
ἃ βούλεται. 
1924. Ὡς δὴ σύ, ὦ Σώκρατες, οὐκ ἂν δέξαιο ἐξεῖναί σοι 
) ποιεῖν ὅ τι δοκεῖ σοι &v τῇ πόλει μᾶλλον ἢ μή, οὐδὲ ξηλοῖς 
ὅταν ἴδῃς. τινὰ ἢ ἀποκτείναντα ὃν ἔδοξεν αὐτῷ ἢ BON 
τρήματα ἢ δήσαντα. 
IR. Δικαίως λέγεις ἢ ἀδίκως; ; 
δ HRA. Ὁπότερ᾽ ἂν ποιῇ, οὐκ ἀμφοτέρως ξηλωτόν ἐστιν; 
7 ZR. Εὐφήμει, ὦ Πῶλε. 
ΠΩ. Τί δή; 
ZR. Ὅτι οὐ χρὴ οὔτε τοὺς ἀξηλώτους ξηλοῦν οὔτε τοὺς 
 ἀϑλίους, ἀλλ᾽ ἐλεεῖν. 
β NQA. Τί δέ; οὕτω 601 δοκεῖ ἔχειν περὶ ὧν ἐγὼ λέγω 
α τῶν ἀνθρώπων ; 
22. Πῶς γὰρ. οὖ: 
ΠΩ,4. Ὅστις οὖν ἀποκτίννυσιν ὃν ἂν δόξῃ αὐτῷ, δικαίως 
ἀποχτιννύς, ἄϑλιος δοκεῖ σοι εἶναι καὶ ἐλεεινός ; 
ER. Οὐκ ἔμοιγε, οὐδὲ μέντοι ξηλωτός. 
ΠΩ. ΑΔ. Οὐκ ἄρτι ἄϑλιον ἔφησϑα εἶναι; 
m ͵ 


οἰ [Π] 2. ἐντῇ πόλει ταύτῃ dieStädt, ersich in dieser Weise der Anerken- 
von der oben die Rede war, insofern nung seiner Niederlage zu entschlagen. 
sie von dem betreffenden (ὃ τοιοῦ- 12. δήσαντα gleich εἰς τὸ δεσμω. 
τος) Redner oder Tyrannen bewohnt τήριον ἀγαγόντα. Warum part. aor.? 
wird. Vgl. 511 A, — ὅτι ἔστιν weil [469 A] 15. εὐφήμει (fave lingua). 
nicht in allen Fällen wirklich ein Wi- Platon lässt dies Wort da anwenden, 
' derstreit zwischen Wollen und Gut- wo durch. die Worte des, Gegners 
 dünken eintreten muss. gleichsam ein Eingriff in ein heiliges 
9, ὡς δὴ — av δέξαιο ironisch, Gebiet stattfindet. So Protag. 330 Ὁ, 
aber statt licher Widerlegung per- Euthyd. 301 A, Rep. 1,329 C u. a. 
sönlich. Polos thut in Wahrheit hier- In unserer Stelle ist namentlich der 
mit eine ähnliche Gewissensfrage, Ausdruck ξηλωτόν anstössig. 
nur von anderem Standpunkt aus, wie‘ 22, δικαέως ist von Polos unter ge: 
er sie dem Sokrates 461 B, C zum schoben. Das ist die Kunst des φύ- 
Vorwurfgemacht hatte. Zugleich sucht ρεσϑαι 5. 465 D. 


Platons ausgew. Dialoge. II. 5 


E 


469 


66 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ER. Τὸν ἀδίκως γε, ὦ ἑταῖρε, ἀποκτείναντα, καὶ ἐλεεινὸν 
δὲ πρός" τὸν δὲ δικαίως ἀξήλωτον. 
M2A. Ἦ που ὅ γε ἀποϑνήσχων ἀδίκως Kr τὲ κα 
ἄϑλιός ἐστιν. 
ER. Ἧττον ἢ ὁ ἀποκτιννύς, ὦ Πῶλε , καὶ ἧττον ἢ ὁ δι- 
καίως ἀποϑνήσκων. ᾿ 
IIQ4A. Πῶς δῆτα, ὦ Σώκρατες, ; 
ΣΦ. Οὕτως, ὡς μέγιστον τῶν κακῶν τυγχάνει ὃν τὸ 
ἀδικεῖν. | 
ΠΩ... Ἦ γὰρ τοῦτο μέγιστον; οὐ τὸ EDER ueifov; 
ER. Ἥκιστά γε. 
ΠΩ. Σὺ ἄρα βούλοιο ἂν ἀδικεῖσϑαι μᾶλλον ἢ ῆ ἀδικεῖν; 
29. Βουλοίμην μὲν ἂν ἔγωγε οὐδέτερα" εἰ δ᾽ ἀ ἀναγκαῖον 
εἴη ἀδικεῖν ἢ ἀδικεῖσϑαι, ἑλοίμην ἂν ν μᾶλλον ἀδικεῖσϑαι ἢ 
ἀδικεῖν. 
ΠΩ. Σὺ ἄρα τυραννεῖν οὐκ ἂν δέξαιο; 
ER. Οὔκ, εἰ τὸ τυραννεῖν γε λέγεις ὅπερ ἐγώ. 
ΠΩ. ᾿4λλ᾽ ἔγωγε τοῦτο λέγω ὅπερ ἄρτι, ἐξεῖναι ἐν τῇ, 
πόλει, ὃ ἂν δυκῇ αὐτῷ, ποιεῖν τοῦτο, καὶ ἀποκτιννύντι καὶ 
ἐκβάλλοντι καὶ πάντα πράττοντι κατὰ τὴν αὑτοῦ δόξαν. 
XXV. ZR. Ὦ μακάριε, ἐμοῦ δὴ λέγοντος τῷ λόγῳ ἐπι- 
D λαβοῦ. εἰ γὰρ ἐγὼ ἐν ἀγορᾷ πληϑούσῃ λαβὼν ὑπὸ μάλης 
ἐγχειρίδιον λέγοιμι πρὸς σὲ ὅτι ὦ Πόώλε, ἐμοὶ δύναμίς τις καὶ 
τυραννὶς ϑαυμασία ἄρτι πφοσγέγονεν" ἐὰν γὰρ ἄρα ἐμοὶ δόξῃ 
τινὰ τουτωνὶ τῶν ἀνθρώπων ὧν σὺ ὁρᾷς αὐτίκα μάλα δεῖν 
τεϑνάναι, τεϑνήξει οὗτος ὃν ἂν δόξῃ, κἄν τινα δόξῃ μοι τῆς 
κεφαλῆς αὐτῶν κατεαγέναι δεῖν, κατεαγὼς ἔσται αὐτίκα μάλα, 
Ἐ κἂν ϑοιμάτιον διεσχίσϑαι, διεσχισμένον ἔσται οὕτω μέγα ἐγὼ 
δύναμαι ἐν τῇδε τῇ πόλει" εἰ οὖν ἀπιστοῦντί σοι δείξαιμι τὸ 


Ü 


[B] 8. οὕτως #. τ. 1. „Das Leben 
ist der Güter höchstes nicht, der Ue- 
bel grösstes aber ist die Schuld,‘“ 

[0] 3. βουλοέμην. Der freie Wille 
kann nur auf ein Gut sich richten. 
Das Böse fällt der Notwendigkeit an- 
heim. — Für Polos geht der Begriff 
der Macht in der summa licentia auf. 

Car. XXV. 21. ἐμοῦ δὴ λέγον- 
τὸς bildet den Gegensatz zu den Wor- 


ten des Polos 444’ ἔγωγε τοῦτο λέ- 


yo. DerGenetiy hängt ab von ἐπιλα- 


βοῦ wie Theaet. 184 Ὁ, Gorg. 506 B. 
τῷ λόγῳ instrumental. - _ 

[Ὁ] 22. ἐν ἀγορᾷ πλήϑούση nicht 
Zeitbestimmung, wie Xenoph. Anab. 
1,8,1. ἤδη δὲ 7 ἣν ἀμφὶ ἀγορὰν πλή- 
ϑουσαν. Anf die wirkliche Anwesen- 
heit Vieler kommt es hier an. 

20, 


τενϑήξει. Warum Fut, III? 


TOPTIAZ. 


67 


ἐγχειρίδιον, ἴσως ἂν εἴποις ἰδὼν ὃ τι ὦ Σώκρατες, οὕτω μὲν 
ἷ πάντες ἂν μέγα δύναιντο, ἐπεὶ κἂν ἐμπρησϑείη οἰκία τούτῳ 
τῷ τρόπῳ ἥντινά σοι δοκοῖ, καὶ τά γε ᾿4ϑηναίων νεώρια καὶ 
τριήρεις καὶ τὰ πλοῖα πάντα καὶ τὰ δημόσια καὶ τὰ ἴδια ἀλλ᾽ 
5 οὐκ ἄρα τοῦτ᾽ ἔστι τὸ μέγα δύνασϑαι; τὸ ποιεῖν ἃ δοκεῖ αὐτῷ" 


ἢ δοκεῖ σοι; 
ΠΩ. Οὐ δῆτα οὕτω γε. 


29. Ἔχεις οὖν εἰπεῖν δι᾿ ὅ τι μέμφει τὴν τοιαύτην δύ- 


ναμιν; 
ΠΩ. Ἔγωγε. 
22. Τί δή; λέγε. 


| ἐστιν. 


IRA. Ὅτι ἀναγκαῖον τὸν οὕτω πράττοντα ξημιοῦσϑαί 


22. Τὸ δὲ ξημιοῦσϑαι οὐ κακόν: 


ΠΩ... Πάνυ pe 


ER. Οὐκοῦν. ὦ ϑαυμάσιε, τὸ μέγα δύνασθμι πάλιν αὖ 
σοι φαίνεται, ἐὰν μὲν πράττοντι ἃ δοκεῖ ἕπηται τὸ ὠφελίμως 
πράττειν; ἀγαϑόν τε εἶναι, καὶ τοῦτο, ὡς ἔοικεν, ἐστὶ τὸ 


μέγα δύυνασϑαι᾿ 


εἰ δὲ μή, κακὸν καὶ σμικρὸν δύνασϑαι; 
20 σκεψώμεϑα δὲ καὶ τόδε" ἄλλο τι ἢ ὁμολογοῦμεν ἐνίοτε μὲν 


ἄμεινον εἶναι ταῦτα ποιεῖν ἃ νῦν δὴ ἐλέγομεν, ἀποκτιννύναι 
2 = Υ 
τε καὶ ἐξελαύνειν ἀνθρώπους καὶ ἀφαιρεῖσϑαι χρήματα, 


ἐνίοτε δὲ οὔ; 
ΠΩ... Πάνυ γε. 
ΣΩ. Τοῦτο μὲν δή. ὡς 


ἐμοῦ ὁμολογεῖται. 
οι ΠΩ... Ναί. 


[ΕἸ 1. ἐδὼν mit homerischer An- 
schaulichkeit. 8.10 u. 11. 

- 4. Der Artikel Tehlt vor τριήρεις, 
obwol dies Wort ein anderes Genus hat 
als das ‚vorausgehende Substantiv, wie 
Dem, ΟἹ. Π,9 τῷ τὰ χωρία καὶ λιμέ- 
νας καὶ τὰ τοιαῦτα προειληφέναι. 

[470 A] 18. ἀγαϑόν τε εἶναι. 
Das τὲ verbindet das folgende καὶ 
τοῦτο ἐστὶ μέγα δύνασϑαι enger 
mit diesem von φαένεται abhängigen 
Tufinitive, Subject zudem nachfolgen- 


ἔοικε, καὶ παρὰ σοῦ καὶ παρ᾽ 


den σμικρὸν δύνασϑαι ist auch τὸ 
μέγα δύνασϑαι, weil dieses nach 
Wahrheit und Schein kann ‚aufgefasst 
werden. Daher wird das im Subject 
Gesetzte durch das Prädicat wieder 
aufgehoben. 

[B] 21. Im Folgenden handelt es 
sich darum die für jene, als Zeichen 
einer grossen Macht aufgestellten, 
Thätigkeiten notwendige Beschrän- 
kung zu finden. 

25. Polos könnte die Antwort 


5*+ 


470 


68 


JIAATQNOZ 


ER. Πότε οὖν σὺ φὴς ἄμεινον εἶναι ταῦτα word eine 


τίνα ὅρον ὁρίζει. 


ΠΩ. Σὺ μὲν οὖν, ὦ ἡ Σώκρατες, ἀπόκριναι ταὐτὸ τοῦτο. 

ΣΩ. Ἐγὼ μὲν τοίνυν φημί ‚© Πώῶλε, εἴ σοι παρ᾽ ἐμοῦ 
ἥδιόν. ἐστιν ἀκούειν, ὅταν μὲν δικαίως τις ταῦτα on; ran 
vov εἶναι, ὅταν δὲ ἀδίκως, κάκιον. u 

XXVI. IIQ2A. Χαλεπόν , γέ δὲ ἐλέγξαι; ὦ Σώκρατες" ἀλλ᾽ 
οὐχὶ κἂν παῖς σὲ ἐλέγξειεν, ὅ ὅτι οὐκ ἀληϑῆ λέγεις; 

22. Πολλὴν ἄρα ἐγὼ τῷ παιδὶ χάριν ἕξω, ἴσην δὲ καὶ 
σοί, ἐάν μὲ ἐλέγξῃς καὶ ἀπαλλάξῃς φλυαρίας. ἀλλὰ μὴ κάμῃς U 
φίλον ἄνδρα εὐεργετῶν. ἀλλ᾽ ἔλεγχε. 

1194. ᾿Αλλὰ μήν, ὦ Σώκρατες, οὐδέν γέ σε δεῖ παλαιοῖς 
πράγμασιν ἐλέγχειν" τὰ γὰρ ἐχϑὲς καὶ πρώην γεγονότα Teure 
ἵκανά σὲ ἐξελέγξαι ἐστὶ καὶ ἀποδεῖξαι. ὡς πολλοὶ ἀδικοῦντες 


ἄνϑρωποι εὐδαίμονές εἰσιν. 
ER. Τὰ ποῖα ταῦτα: 
ΠΩ. ᾿Αρχέλαον δήπου 

ἄρχοντα Μακεδονίας ; 


selbst geben, aber er will nicht, weil 
er seine wahre Meinung nicht aus- 
zusprechen wagt, andererseits aber 
die Bestimmung des Sokrates, die er 
kommen sieht, leicht glaubt widerle- 
gen zu können. 


Car. XXVI. [6] 7. χαλεπόν iro- 
nisch; aber mit ἀλλ᾽ οὐχέ verkehrt 
sich die Ironie des Polos gleich in 
derben Ernst. Anders die des So- 
krates, 


9. Warum ἕξω nicht ἔχοιμ᾽ &v? 
Durch ἔσογν wird Polos dem Kinde 
gleichgestellt. εὐεργετῶν nach 458 A 
zu erklären. 

[D] 13. τὰ γὰρ ἐχϑὲς καὶ πρώην 
bezeichnet das vor ganz kurzer Zeit 
Geschehene. Diese Redensart hat ih- 
ren Ursprung im Homer. χϑιξά τεκαὶ 
πρώιξζ᾽ 11. Β 303. 

17. ᾿ἀρχέλαον. -A., ein natürlicher 
Sohn des Perdikkas, riss im Jahre 
414 nach seines - Vaters Tode den 
Thron an sich und regierte bis 399, 
in welchem Jahre er von Craterus, 


"haupt gebraucht. 


+ 


τοῦτον τὸν Περδίκκου v0 


\ 


den «er beleidigt hatte, auf der Jagd 
ermordet wurde. Die von Polos al- 
lerdings in möglichst schroffer Form 
vorgetragenen Thatsachen sind rich- 
tig. Gleichwol ist dieser A. der Be- 
gründer der späteren Bedeutung Ma- 
kedoniens geworden, indem er helle- 
nische Bildung dorthin verpflanzte. 
Er zog berühmte Künstler, so den Eu- 
ripides, an seinenHof. Auch den So- 
krates lud er ein; dieser lehnte’aber 
den Ruf ab. Daher mag Platon 
nicht ohne Absicht das Beispiel des 
A. gewählt haben, um sich und den 
Sokrates gegen den Vorwurf der Ty- 
rannenfreundschaft zu verteidigen 
und zu zeigen, wie sie über die Hand- 
lungen der Tyrannen urteilen. Im 
Gegensatz dazu zeigt er später auch, 
wo man die eigentlichen nnen- 
freunde zu suchen hat. — ἃς wird 
für wahrnehmen und erkennen’ über- 
Dem Polos gegen- 
über muss aber Sokrates auf seiner 


- Hut sein um so mehr, weil auf das 


οὐ συγγεγονέναι für diefolgende Er- 


ΓΟΡΓΊΑΣ, 


ZN. El δὲ μή, ἀλλ᾽ ἀκούω γε. 

ΠΩ. Δ. Εὐδαίμων οὖν σοὶ δοκεῖ εἶναι ἢ ἄϑλιος; 

ER. Οὐκ οἶδα, ὦ IlwAs' οὐ γάρ πῶ συγγέγονα τῷ ἀνδρί. 
ΠΩ. Tide; συγγενόμενος ἂν γνοίης, δὐλοὶ δὲ αὐτόϑεν E 


5 οὐ ) γιψνώσκεις ὅτι εὐδαιμονεῖ: 


ΣΩ. Μὰ Al’ οὐ δῆτα. 


ΠΩ. 4ῆλον δή, ὦ Σώκρατες, ὅτι οὐδὲ τὸν μέγαν βα- 
σιλέα γιγνώσκειν φήσεις εὐδαίμονα ὄντα. 

ER. Καὶ ἀληϑῆ γε ἐρῶ" οὐ γὰρ οἶδα παιδείας ὃ ὅπως ἔχει 
10 καὶ δικαιοσύνης. 
ΠΩ. Τί δέ; ἐν τούτῳ ἡ πᾶσα εὐδαιμονία, ἐστίν; 


4 
ER. 
. 


Ss γὲ ἐγὼ λέγω; ὦ Πῶλε᾽ τὸν μὲν γὰρ καλὸν 


κἀγαϑὸν ἄνδρα καὶ γυναῖκα εὐδαίμονα εἶναί φημι, τὸν δὲ 


ἄδικον καὶ πονηρὸν ἄϑλιον. 


ΠΩ. άϑλιος ἄρα οὗτός ἐστιν ὃ ᾿“ρχέλαος κατὰ τὸν σὸν 


λόγον: 


a8. Εἴπερ γε, ὦ φίλε, ἄδικος. 


II2A. ᾿Αλλὰ μὲν δὴ πῶς οὐκ ἄδικος; ᾧ γὲ προσῆκε μὲν 


örterung etwas, ankam. ‚Daher enthält 


der Gegensatz ἀλλ ἀκούω ye— keine 
Pedanterie, wol aber, dass A. in der 
damaligen Zeit in Athen viel Bewun- 


‚derer fand. Zur Ausdrucksweise vgl. 


Prot. 353 A. εἰ un ἔστε τοῦτο — 
ἀλλὰ τί nor ἐστί. 


3. οὐὖκ οἶδα --- ἄδικος. Diese 
Worte übersetzt Cicero in seinen 
Tuse. disp. V, 12. 


[E] 4. αὐτόθεν übersetzt Cicero 
nieht mit; aber es bildet einen guten 
Gegensatz gegen συγγενόμενος. Das 
Urteil über A. Glück muss auch in 


Athen sich feststellen lassen, wenn: 
- man nur hört, dass er Herscher ist. 


— Dass der Perserkönig nach der 
allgemeinen Meinung für glücklich 
galt, zeigt auch Apol. 40 E. 

9. παιδεία und dir. stellen zu- 
sammen den Begriff der sittlichen 
τ΄: dar. 

3. ἄνδρα καὶ γυναῖκα. Die Tu- 
Fe darum auch derGrund der 
εὐδαιμονία — ist nach Sokrates für 
alle ein und dieselbe, während die 


Schüler des Gorgias nur Tugenden 


verschiedener Stände u. s. w. kann- 


ten. Vgl. Menon. 71 E. πρῶτον μὲν 
εἰ βούλει ἀνδρὸς. ἀρετήν — εἰ δὲ 
βούλει γυναικὸς ἀρετήν κ. τ. λ. 
[471 A] 18. Die ironische Färbung, 
die Polos seiner Rede zu geben sucht, 
dient nur dazu möglichst schroff den 
Mangel an sittlichem Gefühl hervor- 
treten zu lassen, der ihm eigen ist. 
Daher entfernt er von vornherein al- 
les Recht des Archelaosaufden Thron, 
dann trägt er seine Verbrechen in 
mögliehst grellen Farben auf. Da- 
zu dient die rhetorische Häufung 
der Partieipien wie die Wahl der 
Ausdrücke im Einzelnen. 2dovAsvev. 
Dass ein Sklave glücklich sei ist nach 
P. undenkbar. δεσπότην καὶ Heiov 
deutet auf zwei Arten sittlicher Ver- 
pflichtung zurück, die Archelaos nicht 
beachtet. ξενίσας fügt die dritte hin-' 
zu und gerade ein Frevel gegen Zevg 
ξένιος wurde für den allerschlimm- 
sten gehalten. Vgl. Tlias XIII, 624. 
Xenophon Anabasis III, 2,4; in den 


69 


471 


70 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


τῆς ἀρχῆς οὐδὲν ἣν νῦν ἔχει, ὄντι ἐκ γυναικὸς ἣ ἦν δούλη 
᾿Δλκέτου τοῦ Περδίκκου ἀδελφοῦ, καὶ κατὰ μὲν τὸ δέκαιον 
δοῦλος ἦν ᾿Δλκέτου, καὶ εἰ ἐβούλετο τὰ δίκαια ποιεῖν, ἐδού- 
λευὲν ἂν ᾿Δλκέτῃ καὶ ἦν εὐδαίμων κατὰ τὸν σὸν λόγον" νῦν 


δὲ ϑαυμασίως ὡς ἄϑλιος γέγονεν. ἐπεὶ τὰ μέγιστα ἠδέχηκεν᾽ 5 


ὅς γε πρῶτον μὲν τοῦτον αὐτὸν τὸν δεσπότην καὶ ϑεῖον με- 
ταπεμψάμενος ὡς ἀποδώσων τὴν ἀρχὴν ἣν Περδίκκας αὐτὸν 
ἀφείλετο, ξενίσας καὶ καταμεϑύσας αὐτόν τε καὶ τὸν υἱὸν 
αὑτοῦ ᾿4λέξανδρον, ἀνεψιὸν αὑτοῦ, σχεδὸν ἡλικιώτην, ἐμβα- 
λὼν εἰς ἅμαξαν, νύκτωρ ἐξαγαγὼν ἀπέσφαξέ τε καὶ ἠφάνισεν 
ἀμφοτέρους" καὶ ταῦτα ἀδικήσας ἔλαϑεν ἑαυτὸν a 
γενόμενος καὶ οὐ μετεμέλησεν αὐτῷ, ἀλλ᾽ ὀλέγον υ δρὸν τον 
ἀδελφόν. τὸν γνήσιον τοῦ Περδίκκου υἱόν, παῖδα ὡς ἕπτα- 
ἑτῆ, οὗ ἡ ἀρχὴ ἐγίγνετο κατὰ τὸ δίκαιον, οὐκ ἐβουλήϑη 
᾿ εὐδαίμων γενέσϑαι δικαίως ἐκϑρέψας καὶ ἀποδοὺς τὴν ἀρχὴν 
ἐκείνῳ. ἀλλ᾽ εἰς φρέαρ ἐμβαλὼν καὶ ἀποπνίξας πρὸς τὴν μητέρα 
αὐτοῦ Κ λεοπάτραν χῆνα ἔφη διώκοντα ἐμπεσε ἵν καὶ ἀποϑανεῖν. 
τοιγάρτοι νῦν. ἅτε τὰ μέγιστα ἠδικηκὼς τῶν ἐν Μακεδονίᾳ, 
ἀϑλιωώτατός ἐστι πάντων Μακεδόνων, ἀλλ᾽ οὐκ εὐδαιμονέ- 


" 


στατος, καὶ ἴσως ἔστιν ὅστις “ϑηναίων ἀπὸ σοῦ ἀρξάμενος 2 


δέξαιτ᾽ ἂν ἄλλος ὁστισοῦν Μακεδόνων γενέσϑαι μᾶλλον ἢ 
Αρχέλαος. 

ΧΧΥΙΙ. 32. Καὶ κατ᾽ ἀρχὰς τῶν λόγων, ὦ Πώλε, ἔγωγέ 
σε ἐπήνεσα ὅτι μοι δοκεῖς EV > πρὸς τὴν ῥητορικὴν πεπαι- 


Ausdrücken καταμεϑύσας, ἐμβά.- 
λών (wie eine Sache), ἐξαγαγών, ἀπέ- 
σφάξε, ἠφάνισεν drückt sich höhni- 
sche Freude aus. 
14. Schneidend ist der Gegensatz 
οὐκ ἐβουλήϑη (erhatte keineLust) bis 
ἔφη schon durch die eigentümliche 


Wahl derHauptprädicate. Pathetisch 


ist der Schluss mit τοιγάρτοι eingelei- 


tet. Polos bewundert an Archelaos die - 


Kraft des Willens, die vor dem zum 
Zixele führenden Mittel nicht zurück- 
sehreckt. Reue ist ihm Schwäche. — 
Perdikkas II. herschte von 454—414, 
nachdem er seinen Bruder Alketas 
verdrängt hatte. Im Peloponnesischen 
Krieg befolgte er eine treulose Politik, 


20. Adnvalav ἀπὸ σοῦ ἀρξαμε- 
νος; in diesen Worten liegt trotz der 
sarkastischen Einkleidung, der eigent- 
liche Beweisgrund desPolos — Beru- 
fung auf die Meinung Anderer; die 
Kraft der Rede hat er auf die an 
sich „ gleichgültige Ausmalung der 
Schlechtigkeit des Archelaos ver- 
wandt. 

Car. XXVIL Sokrates beginnt mit 
nal, als wollte er sein Lob‘ noch 
steigern durch καὶ νῦν. Zur Sache 
vgl. 448 Ὁ. δοκεῖς. Das Präsens be- 
zeichnet, dass das Lob noch fortbe- 
steht. — πόϑεν Frage mit negativem 
Sinn, welcher das affirmative καὶ 
unv entgegentritt, 


β 


TOPTIA2. 


71 


᾿ϑεῦσϑαι, τοῦ δὲ διαλέγεσϑαι. “ἠμεληκέναι" καὶ νῦν “ἄλλο τι 
οὗτός ἐστιν ὁ 0 λόγος, ς ᾧ μὲ καὶ ἂν παῖς ἐξελέγξειε, καὶ ἐ ἐγὼ ὑπὸ 
σοῦ νῦν, ὡς σὺ οἴξι, ἐξελήλεγμαι τούτῳ τῷ λόγῳ. φάσχων 
τὸν ἀδικοῦντα οὐκ εὐδαίμονα εἶναι: πόϑεν, ὦ ᾿γαϑέ; καὶ μὴν 


5 οὐδέν γέ σοι τούτων ὁμολογῶ ὧν σὺ φής. 


NR2A. Οὐ γὰρ ἐθέλεις, ἐπεὶ δοκεῖ γέ σοι ὡς ἐγὼ λέγω. 

ER. Ὦ, μακάριε, ῥητορικῶς γάρ ws ἐπιχειρεῖς ἐλέγχειν, 
ὥσπερ οἵ ἐν τοῖς δικαστηρίοις ἡγούμενοι ἐλέγχειν. καὶ γὰρ 
ἐκεῖ ol ἕτεροι τοὺς ἑτέρους δοκοῦσιν ἐλέγχειν, ἐπειδὰν τῶν 
10 λόγων. ὧν ἂν λέγωσι μάρτυρας πολλοὺς παρέχωνται; καὶ 
εὐδοχίμους, ὁ δὲ τἀναντία λέγων ἕνα τινὰ παρέχηται ἢ μη- 
δένα. οὗτος δὲ ὁ 0 ἔλεγχος οὐδενὸς ἄξιός ἐστι πρὸς τὴν ἀλήϑειαν' 
ἐνίοτε γὰρ ἂν καὶ καταψευδομαρτυρηϑείη τις ὑπὸ πολλῶν 
καὶ δοκούντων εἶναι τί. καὶ νῦν περὶ ὧν σὺ λέγεις ὀλίγου σοι 


an πάντες συμφήσουσι ταῦτα ᾿4ϑηναῖοι καὶ οἵ ξένοι, ἐὰν βούλῃ 


κατ ἐμοῦ μάφτυρας παφασχέσϑαι, ὡς οὐκ ; ἀληϑῆ λέγω" μαρ- 
τυρήσουσί σοι, ἐὰν μὲν βούλῃ, Νικίας ὁ Νικηράτου καὶ οἱ 


[E] 6. οὐ γὰρ ἐθέλεις enthält den 
Vorwurf des Eigensinns, den Polos 
selbst bald 475 E auf sich zieht. 

8. ὥσπερ οἵ ἐν τοῖς δικαστηρίοις. 
Die dort übliche Beweisart zieht häu- 
fig Platons Tadel auf sich. Vgl. d. 
Apologie 34Bff. ἕνα τινα. Das pron. 
indefin. tritt hinzu, weil es nur auf 
die Zahl, nicht die Qualität der Zeu- 
gen ankommt. Vgl. auch Apolog. Anf. 
οὗτοι μὲν οὖν N τι ἢ οὐδὲν εἰρήκασι 
(so gut wie gar Nichts.) 

[472 A] 14. δοκούντων εἶναί τι. 
Umschreibung für ev "δοκίμων. τι hat 
prägnante Bedeutung wie, in λέγειν 
τι. Vgl. Criton 40 D. ὑπὸ τῶν olo- 
μένων τι λέγειν. Ap. 8ῦ A. 

17. Νικίαβ, der Sohn des Nikeratus, 
jener (im peloponnesischen Kriege) 
berühmte Feldherr, der in der Sicili- 
schen Expedition seinen Tod fand 
(411), war Führer der gemässigten 
Richtungin deraristokratischen Partei. 
Aristokrates dagegen, der Sohn des 
Skellios, gehörte, nach Aristoph. Aves 
125 zuschliessen, zu der extremen oder 
oligarchisch gesinnten Aristokräten- 
partei. Dafür spricht auch Thukydides 


VIII, 89. Nach der Schlacht bei den 
Arginusen ward er zum Tode verur- 
teilt, da er zu den Feldherren ge- 
hörte, die darin befehligt hatten. Xe- 
noph. Hellen. I, 7. Sokrates spricht 
hier von beiden, als ob sie noch leb- 
ten. (S. Einl. S. 19). Neben ihnen nennt 
Sokrates noch das Haus des Perikles. 
Ihn selbst konnte er nicht nennen, 
weil er schon todt war, als Gorgias 
zum ersten male nach Athen kam. 
Er aber mit seinen Hause war Ver- 
treter der athenischen Demokratie. 
So haben wir ais Zeugen für Polos 
Repräsentanten der hauptsächlichsten 
politischen Parteien. Sie kamen darin 
überein, dass sie Macht im Staate, ja 
die Tyrannis, selbst um den Preis 
des Unrechtthuns, für dashöchste Gut 
hielten. 

ἐὰν μὲν βούλῃ nach ἐὰν βούλῃ 


1 


ein Pleonasmus, den derhöfliche Con- - 


versationston leicht erzeugt. Protag. 


353B. el dt un βούλει --- εἴσοι pikov. 


Hier ist das erste allgemein; dann wird 
der Uebergang auf einzelne Männer 
durch Wiederholung mit μέν und δέ 
gebildet, um die Möglichkeit einer 


/ 


2 


12 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἀδελφοῦ μετ᾽ αὐτοῦ, ὧν ol τρίποδες οἵ ἐφεξῆς ἑστῶτές εἰσιν € ἐν. , 
τῷ Διονυσίῳ, ἐὰν δὲ βούλῃ, Aguorongaung ὁ ὁ Σκελλίου, οὗ αὖ 
ἔστιν ἐν Πυϑοῖ τοῦτο τὸ καλὸν ἀνάϑημα, ἐὰν δὲ βούλῃ, ἡ 

Περικλέους ὅλη οἰκία ἢ ἄλλη συγγένεια, ἥντινα ἂν βούλῃ 
τῶν ἐνθένδε ἐκλέξασθαι. ἀλλ᾽ ἐγώ σοι εἷς ὧν οὐχ ὁμολογῶ" 5 
οὐ γάρ us σὺ ἀναγκάξεις, ἀλλὰ ψευδομάρτυρας πολλοὺς κατ᾽ 
ἐμοῦ παρασχόμενος ἐπιχειρεῖς ἐκβάλλειν μὲ ἐκ τῆς οὐσίας καὶ 
τοῦ ἀληϑοῦς. ἐγὼ δὲ ἂν μὴ σὲ αὐτὸν ἕνα ὄντα μάρτυρα πα- 
C ράσχωμαι ὁμολογοῦντα περὶ ὧν λέγω, οὐδὲν οἶμαι. ἄξιον 
λόγου μοι πεπεράνϑαι περὶ ὧν ἂν ἡμῖν ὁ λόγος ἡ N " oiman δὲ 1 


οὐδὲ σοΐ; ἐὰν μὴ ἐγώ σοι μαρτυρῶ εἷς ὧν μόνος, τοὺς δ᾽ ἄλ- 
λους πάντας τούτους χαίρειν ἐᾷς. ἔστι μὲν οὖν οὗ 
πος EAEyEoU, ὡς σύ τε οἴει καὶ ἄλλοι πολλοί ἔστι δὲ. αὶ ἄλλος, 


freien Wahl unter en Parteien her- 
vorzuheben. 


1. ὧν ol τρίποδες. Dadurch erwei- 
sen sich diese Männer als ἄνδρες 
δοκοῦντὲές τι. Durch die Pracht die- 
ser Weihgeschenke haben sie auch 
ihre fromme Gesinnung bethätigt. Be- 
sonders Nikias galt für einen Ehren- 
mann. Thukydides sagt von ihm 
in Bezug auf sein klägliches Ende 
ἥκιστα δὲ ἄξιος ὧν τῶν γε ἐπ᾽ ἐμοῦ 
Ἑλλήνων ἐς τοῦτο δυστυχίας ἀφι- 
κέσϑαι διὰ τὴν πᾶσαν ἕς ἀρετὴν 
νενομισμένην ἐπιτήδευσιν. Unter 
dem Dionysion ist nicht ein Tempel, 
sondern überhaupt ein dem Dionysos 
heiliger Ort, ein Hain zu verstehen. Ni- 
kias erbaute darin eineArt Tempel, wel- 
cher die jedenfalls sehr kostbaren Drei- 
füssetrug, dieer dem Dionysos weihte, 
nachdem er das Amt eines Choragen 
— eine an sich schon kostspielige Li- 
turgie — bekleidet hatte. Die Drei- 
füsse waren offenbar mit einer gewis- 
sen Ostentation ἐφεξῆς aufgestellt. 
Auch das Weihgeschenk des "Aristo- 
krates muss, nach den Worten des 
Sokrates zu schliessen, kostbar und 
berühmt gewesen sein. 


[BJ] 4. ἄλλη «συγγένεια verächt- 
lieh — Sippschaft — ein vornehmes 
Geschlecht, in welchem eine bestimmte 
politische Richtung ausgeprägt ist. 


6. ἀναγκάζεις nämlich zum Zuge- | 
ständnis, durch zwingende Gründe. So 
häufig mit ὁμολογεῖν; ohne dässelbe 
Theaet. 196 Β. τούτῳ αὐτῷ ἦναγ- 
ERS um εἶναι ψευδῆ δόξαν. — 

7. ἐκβάλλειν ἐκ τῆς οὐσίας. Dop- 
pelsinnig; denn οὐσία kannsowolden 
Besitz , das Vermögen , wie das wahr- 
hafte Sein bezeichnen — ähnlich un- 
ser Wesen (in Zusammensetzungen 
mit Haus u. s. w.) Polos erscheint 
hiernach in der Untersuchung, wie ein 
Tyrann, der’andere von Haus und 
Hof verjagt. Aber dieselbe Macht will 
eben der Rhetor (vor Gericht) durch 
seine Rede erlangen. — σὲ αὐτὸν --- 
μάρτυρα. Der dialektische Beweis ist 
ein Denkprocess, welchen Sokrates 
durch Fragen und Antworten mit sei- 
nem Gegner durchmacht. Dabei wird 
dieser wider Willen Zeuge. 

[0] 11. οὐδὲ oo/ erg. πεπεράνϑϑαι. 
12. ἔστι a. τ. A. Damit erkennt So- 
krates nicht an, dass jenes auch ein 
τρύπος ἐλέγχου wäre, sondern lässt 
ihn nur als scheinbaren bestehen, um 
ihn “ durch “Gegenüberstellung des 
wahren zu vernichten. — σχεδόν τι 
schwächt hier nicht den Begriff ab, 
sondern mildert nur die Aussage. Es 
handelt sich in der vorliegenden Frage 
im Wesentlichen um die Cardinal- 
frage des Lebens: wie kann u sale 
werden? 


15 


ΓΟΡΓΊΑΣ. | 73 


ὃν ἐγὼ αὖ οἶμαι. παραβαλόντες οὖν παρ᾽ ἀλλήλους σχεψώ- 
μεϑα, εἴ τι διοίσουσιν ἀλλήλων. καὶ γὰρ τυγχάνει περὶ ὧν 
. ἀμφισβητοῦμεν οὐ πάνυ σμικρὰ ὄντα, ἀλλὰ σχεδόν τι ταῦτα, 
περὶ ὦ ῶν εἰδέναι TE κάλλιστον μὴ he τε αἴσχιστον" τὸ γὰρ 
5 κεφάλαιον αὐτῶν ἐστὶν ἢ γιγνώσκειν ἢ ἀγνοεῖν, ὅστις τὸ 
εὐδαίμων ἐστὶ καὶ ὅστις μή. αὐτίκα πρῶτον, περὶ οὗ νῦν ὁ λό- 
γος ἐστί, σὺ ἡγεῖ οἷόν τες. εἶναι μακάριον ἄνδρα ἀδικοῦντά 
τε'χαὶ ἄδικον ὄντα, εἴπερ ᾿ἀρχέλαον ἄδικον μὲν ἡγεῖ εἶναι, 
εὐδαίμονα δέ ἄλλο τι ὡς οὕτω σου voulgovrog διανοώμεϑα; 


1% Ππῶ.. Πάνυ γε. 


AXVII. ER. Ἐγὼ δέ φημι advvarov. ὃν μὲν τουτὶ ἀ ἀμ- 


'χάνῃ δίκης TE καὶ τιμωρίας : 


μεν. εἶεν" ἀδικῶν δὲ δὴ εὐδαίμων ἔσται ἄρ᾽ ἂν τυγ- 


ΠΩ. “Ἡκιστά γε, ἐπεὶ οὕτω γ᾽ ἂν » ἀϑλιώτατος ein. 
ER. ’AAR ἐὰν ἄρα μὴ τυγχάνῃ δίκης ὃ ὁ ἀδικῶν, κατὰ τὸν 


σὸν λόγον εὐδαίμων ἔσται; 
TI2A. Φημί. * 


ZR. Kara δὲ γε τὴν ἐμὴν δόξαν, ὦ Πῶλε, ὁ ἀδικῶν τε 
καὶ ὁ ἄδικος πάντως μὲν ἄϑλιος. ἀϑλιώτερος μέντοι, ἐὰν μὴ 


20 διδῷ δίκην μηδὲ τυγχάνῃ τιμωρίας ἀδικῶν, ἧττον δὲ ἄϑλιος, 


ἐὰν διδῷ δίκην καὶ τυγχάνῃ δίκης ὑπὸ ϑεῶν τὲ καὶ ἀνθρώ- 


TOV. 


[Ὁ] 6. αὐτώια führt öfter wie un- 

Ni gleich ein Beispiel ‚ein. Protag. 

3B. ὥσπερ ὃν εἰ αὐτίκα — ἐπι- 
ϑυμήσειε. 


Car. ΧΧΎΥΤΙΙ 11. ἕν. Daran schlies- 
sen sich andere Streitpunkte. 


12. ἂν τυγχάνῃ δίκης καὶ τιμω- 
οέας. Jenes bezeichnet allgemein die 
dem Gesetz zu Theil werdende Ge- 
nugthuung, Herstellung des Rechts; 
dieses die Busse oder Entschädigung, 


welehe der. verletzten Person oder- 


dem Staate zufällt; beide bezeichnen 
also die Forderungen an den Verbre- 
chef, die durch sein Unrechtihun — 


- objektiv — hervorgerufen werden, 


‚und durch welche eine Sühnung des 
Vergehens bewirkt werden soll. Da- 
gegen ist κόλασις die Zucht, die ihm 


selbst zu Theil wird, zur Verhütung 
ferneren Unrechts. Arist. Rhet. 1, 10. 

μὲν do κόλασις τοῦ πάσχοντος 
ἕνεκά ἔστιν, ἡ δὲ τιμωρία τοῦ ποι- 
οὔντος, ἵνα ἀποπληρωϑῇ. Von 
vornherein zeigt Sokrates, dass doch 
auch nach des Gegners Meinung das 
Unreehtthun nicht unter allen Be- 
dingungen glücklich macht. Diese 
Bemerkung ist durch den Beweis 469 
6 — 470 C nicht überflüssig gemacht, 
denn hier haben wir ein anderes Prä- 
dieat — εὐδαίμων. Dort handelt es 
sich nur um die Definition der Övve- 
weg. Daher ist, auch der Ausdruck 
für Strafe hier ein anderer, als dort. 
Hier knüpft sich zugleich an die 
ergänzende Bestimmung eine neue 
Streitfrage an über den Wert der 
Strafe. 


473 


74 TAATRNOZ 


TI2.A. "Arone γε, ὦ Σώκρατες, ἐπιχειρεῖς λέγειν. 

ZN. Πειράσομαι δέ γε καὶ σὲ ποιῆσαι, ὦ ἑταῖρε, ταὐτὰ 
ἐμοὶ λέγειν" φίλον γάρ͵ σε ἡγοῦμαι. νῦν μὲν οὖν ἃ διαφερό- 
μεϑα ταῦτ᾽ ἐστί σκόπει δὲ καὶ σύ" εἶπον ἐγώ που ἐν τοῖς 
ἔμπροσϑεν τὸ ἀδικεῖν τοῦ ἀδικεῖσϑαι κάκιον εἶναι. 5 

ISA. Πάνυ γε. 

ER. Σὺ δὲ τὸ ἀδικεῖσϑαι. 

II2A. «Ναί. 

2%. Καὶ τοὺς ἀδικοῦντας ἀϑλίους ἔφην εἶναι ἐγώ, καὶ 
10 


ἐξηλέγχϑην ὑπὸ σοῦ. 
ΠΩ. Ναὶ μὰ Ai. 


ΣΩ, Ὡς σύ γε οἴει; ὦ Πώλε. 


fr \ 
ἀξ 
Ἔ 


x 


ΠΩ. ᾿4ληϑῆὴ γε οἰόμενος ἴσως. 
ZN. Σὺ δέ γε εὐδαίμονας αὖ τοὺς ἀδικοῦντας, ἐὰν μὴ 


διδῶσι δίκην. | 
ΠΩ“. Πάνυ μὲν οὖν. 


«» 


ZN. ᾿Εγὼ δὲ αὐτοὺς ἀϑλιωτάτους φημί, τοὺς δὲ διδόντας 
δίκην ἧττον. βούλει καὶ τοῦτο ἐλέγχειν; 


ΠΩ Ἅ. ᾿4λλ᾽ ἔτι τοῦτ᾽ ἐκείνου χαλεπώτερόν ἘΝῚ , ὦ 


Σώκρατες, ἐξελέγξαι. ὶ 


ER. Οὐ δῆτα. ὦ Πώῶλε, ἀλλ᾽ ἀδύνατον᾽ τὸ γὰρ ἐκηδὶς 


οὐδέποτε ἐλέγχεται. 


IIQA. Πῶς λέγεις , ἐὰν ἀδικῶν RER. ληφϑῇ τυραν- 


[473 A] 8. φέλον γάρ σε ἡγοῦμαι 
geht sehr fein auf die vorausgehen- 
den Worte. Denn ταὐτὰ λέγειν (καὶ 
φρονεῖν) gilt alsZeichen derFreund- 
schaft, wie das διαφέρεσθαι als 
Zeichen der Feindschaft. Vgl. σα 5100. 
Zugleich liegt darin eine feine Antwort 
auf den plumpen Ausruf des Polos. 
Sokrates wird ihn demnach selbst zu 
einem (nach seiner Meinung) ( ἄτοπα 
λέγοντα machen. 

9. Καὶ ἐξηλέγχϑην ὑπὸ σοῦ näm- 
lich nach dem oben angegebenen fal- 

schen‘ τρόπος ἐλέγχου. Polos Zu- 
versicht spricht sich in Ναὶ μὰ Δία, 
seine Rechthaberei in ἀληϑή γε olo- 
μενος ἴσως aus, worin das ἔσως ver- 
sichernd zu nehmen ist, 

[B]19. 43% ἔτι τοῦτ᾽... „mit Bezug 


auf 470 C. ebenso ironisch wie dort. 
— Jener falschen , aufdie eigene Vir- 


15 


20 


ἣ 


tuosität vertrauenden Zuversicht ge- 


genüber erscheint der Glaube des So- 
krates an die Unwandelbarkeit der 
Wahrheit (τὸ γὰρ ἀληϑὲς οὐδέποτε 
ἐλέγχεται) um so grösser. 
23.Angp®n. Polos zieht das einfache 
Verbum dem compositum vor,um mög- 
lichst drastisch zu sprechen; die com- 
pos. neigen sich immer leichter der me- 
taphorischen Bedeutung zu und lassen 
die sinnliche zurücktreten (vgl. ἐπ᾽ 
αὐτοφώρῳ καταλαμβάνεσϑαι). ih 
folgenden beachte man dierhetorische 
Häufung möglichst abschreckender 


Strafen. (Vgl. Rep. II, 361 E. no 


γώσεταν, στρεβλώσεται, 'δεδήσεται, 
ἐκκαυϑήσεται τὠφϑαλμώ, τελευ- 


TOPTTAZ. 


ὶ 


75 


vidı ἐπιβουλεύων, καὶ ληφϑεὶς στρεβλῶται καὶ ἐκτέμνηται 


[Ἢ 


τοὺς ὀφθαλμοὺς ἐκκάηται, καὶ ἄλλας πολλὰς καὶ μεγάλας 
παντοδαπὰς λώβας αὐτός τε λωβηϑεὶς καὶ τοὺς αὑτοῦ 


ἐπιδὼν παῖδάς τε καὶ γυναῖκα τὸ ἔσχατον ἀνασταυρωϑῇ ἢ 
δ καταπιττωϑῇ, οὗτος εὐδαιμονέστερος ἔσται, ἢ ἐὰν διαφυγὼν 
τύραννος καταστῇ καὶ ἄρχων ἐν τῇ πόλει διαβιῷ ποιῶν ὃ τι 
Ἃ ν᾽ Ν Ki 3 ΄ Φ ΩΝ -» 

ἂν βούληται, ξηλωτὸς ὧν καὶ εὐδαιμονιξόμενος ὑπὸ τῶν πο- 
λιτῶν καὶ τῶν ἄλλων ξένων; ταῦτα λέγεις ἀδύνατον εἶναι 


ἐξελέγχειν; ; 


ΧΧΙΧ. ZN. Μορμολύττει αὖ, ὦ γενναῖε τρδλο; καὶ οὐκ 


, ἐλέγχεις" 


τι δὲ ἐμαρτύρου. ὅμως δὲ ὑπόμνησόν μὲ σμικρόν᾽ 


ἐὰν Ὁ im fevleien τυραννίδι, εἶπες; ' 


ΠΩ,.4. Ἔγωγε. 


ZN. Εὐδαιμονέστερος μὲν τοίνυν οὐδέποτε ἔσται οὐδέ- 
15 τερος αὐτῶν, οὔτε ὁ κατειργασμένος τὴν τυραννέδα ἀδίκως 


- 


τῶν. πάντα κακὰ παϑὼν ἀναδειν. 
δυλευϑήσεται). 2. καὶ ἄλλας. 

beachte die Zusammenstellung. der 
ὁμοιοτέλευτα. Das Schreckliche er- 
höht sich noch dadurch, , dass er auch 
Weib und Kind mishandeln sehen 
muss. 5. καταπιττωΐδῇ. Eine ausge- 


suchte Strafe war die, dass mau einen 


Verbrecher in einen mit Pech bestri- 
chenen Sack steckte und diesen an- 
zündete — die sogenannte Zunica mo- 
- lesta. Solche Strafen kommen aber 
in Hellenischen Staaten nur selten 
vor und wareh niemals gesetzlich, 
sondern nur von der augenhlicklichen 
Leidenschaft dietiert. Vgl. Hermann, 
Privatalterthümer $ 72. — διαφυγὼν 
wenn er glücklich durchkommt, dem 
ληφϑῇ enigegenstehend. — 0 τι ἂν 
βούληται die Erörterung über den 
Unterschied des δοκεῖν und βούλε- 
σϑαν hat Polos wieder vergessen. 
εὐδαιμονιξόμενος. Das subjective 


Meinen der Menge gilt Polos gleich . 


an objectiven εἶναι εὐδαίμονα. - 
καὶ τῶν ἄλλων “ξένων wie Homer 
Ilias II, 191. ἀλλ᾽ αὐτός τὲ κάϑησο 
καὶ ἄλλους ἵδρυελαοὺς. _ 

[Ὁ] 8. ταῦτα λ. triumphierend, als 
Fe οἷς Satz des Sokrates (ταῦτα) wi- 
derlegt wäre. 


Car. XXIX. [Ὁ] 10. μορμολύττει 
der Ausdruck für das Bangemachen 
durch Gespenster. Die Mormo war 
selbst ein Gespenst, mit dem man 
Kindern bange machte. Vgl. Criton. 
46 C. εὖ ἔσϑι ὅτι οὐ μή σοι ξυγχω- 
θήσω, οὐδ᾽ ἂν πλείω τῶν νῦν παρ- 
ὄντων ἡ τῶν πολλῶν δύναμις ΗΝ 
neo παῖδας ἡμᾶς “μορμολύττη- 
ται δεσμοὺς καὶ ϑανάτους ἐ ἐπιπέμ- 
πουσα. Das Beiwort ὦ γενναῖε ist 
wol hier mit Absicht gewählt, weil 
das angewandte Mittel ein unedles ist. 
Sokrates unterscheidet einen neuen 
rhetorischen oder Schein - τρόπος 
ἐλέγχου von dem ersten. Jener be- 
ruhte auf der Berufung auf Autoritä- 
ten oder die Meinung der Menge 
(ἄρτι δὲ ἐμαρτύρου),. dieser auf der 
Häufung von imponierenden Worten, 
womit der Redner dem Gegner den 
Mund schliessen will. Sie umschrei- 
ben aber nur den einfachen Ausdruck 
— hier δέκην διδόναι. 

11. ὄμως δέ zeigt an, dass eine 
Widerlegung darin nicht gegeben sei. 
Dennoch will Sokrates darauf einge- 
hen. — Zu ἐὰν ἀδέκως hat man die 
beiden Hauptprädicate aus der Rede 
des Polos zu ergänzen ληφϑῆ und 
τύραννος καταστῇ. 


70 PAAT2NOZ 


οὔτε ὃ διδοὺς δίκην᾽ δυοῖν γὰρ ἀϑλίοιν εὐδαιμονέστερος μὲν 
οὐκ ἂν εἴη" ἀϑλιώτερος μέντοι ὁ διαφεύγων καὶ τυρανμεύσας. 


τί τοῦτο, ὦ Πῶλε; γελᾷς; ἄλλο αὖ τοῦτο εἶδος ἐλέγχου ἐστίν, 
ἐπειδάν τίς τι εἴπῃ, καταγελᾶν, ἐλέγχειν δὲ μή; ' 
ΠΩ. Οὐκοἴει ἐξεληλέγχϑαι, ὦ Σώκρατες, ὅταν τοιαῦτα 5 
λέγῃς. ἃ οὐδεὶς ἂν φήσειεν ἀνθρώπων; ἐπεὶ ἐροῦ τινὰ τουτωνί. 
ER. Ὦ, Πῶλε, οὐκ εἰμὶ τῶν πολιτικῶν, καὶ πέρυσι Bov- 
λεύειν λαχών, ἐπειδὴ ἡ φυλὴ ἐπρυτάνευε καὶ ἔδει μὲ ἐπιψη- 
φίξειν, γέλωτα παρεῖχον καὶ οὐκ ἠπιστάμην ἐπιψηφίζειν. μὴ 
οὖν μηδὲ νῦν με κέλευε ἐπιψηφίξειν τοὺς παρόντας, ἀλλ᾽ εἰ μὴ τι 
ἔχεις τούτων βελτίω ἔλεγχον, ὅπερ νῦν δὴ ἐγὼ ἔλεγον, ἐμοὶ 
ἐν τῷ μέρει παράδος, καὶ πείρασαι τοῦ ἐλέγχου, οἷον ἐγὼ 


474 


[ΕἸ 8. τί τοῦτο. Was soll das heis- 
sen? Das unschickliche Lachen des Po- 
los hat seinen tieferen Grund vielleicht 
in der Vorschrift des Gorgias, dass man 
in ernsten Dingen die Zuhörer durch 


Lachen auf seine Seite ziehen müsse. 


Arist. Rhet. III, 18, 1419, b, 3. δεῖν 
τὴν μὲν σπουδὴν διαφϑείρειν τῶν 
ἐναντίων γέλωτι, τὸν δὲ γέλωτα 
σπουδῇ. 

[E]A. ἐλέγχειν δέ. Deutsch hypota- 
ktisch. 6. ἐροῦ τινὰ rovrwvi. Dass 
Polos sich noch einmal auf die Mei- 
nung der Anwesenden beruft und da- 
her Sokrates auf die ‚‚Zeugen“ in 
anderer -Form in dem Abstimmen- 
lassen  zurückkommt,, zeigt, dass 
nur in dieser Berufung die 
Kraft des rhetorischen Be- 
weises überhaupt zu finden sei, 
in welcher Gestalt er auch auf- 
tritt. Diessmal schützt Sokrates sehr 
fein.seine persönliche Ungeschicklich- 
keit vor, um alle Gemeinschaft mit 
der rhetorischen Methode abzuleh- 
nen. Zugleich erhellt, dass jenes Ab- 
stimmen des Volkes — die Methode, 
die der Staat einschlug, um die Wahr- 
heit festzustellen —im Prineip ebenso 
verkehrt ist, wie die rhetorische Me- 
thode, wenn sie der Einzelne an- 
wendet. Die Thatsache selbst, auf 
die Sokrates anspielt, gereicht ihm 
nur zur Ehre. Sie fällt in das Jahr 
406 und wird von Sokrates auch Apo- 


logie 32 B. erwähnt. Unter den 500 
durchs Loos erwählten Rathsmitglie- 
dern}; wechselte nach „den 10 Phylen 
die Prytanie, welche jedesmal 35 — 
38 Tage umfasste. Aus den Prytanen ἡ" 
gieng täglich durchs Loos bestimmt 
ein Anderer als ἐπιστάτης hervor, 
welcher unter anderen (Geschäften 
auch den Vorsitz im Rath und 
der Volksversammlung hatte. Dieser 
musste über die vorliegenden Anträge 
abstimmen. lassen Teenie). 
Sokrates, zur Phyle Antiochis gehö- 
rig, bekleidete diese Würde, als der 
Antrag auf Bestrafung der Arginu- 
sensieger zur Verhandlung kam. Da 
aber das Verfahren ungesetzlich war, 
weil das Volk selbst das Gericht an 
sich zog, statt es ordentlichen Gerich-- 
ten zu überlassen, weil'man ferner 
über alle zusammen (ἐϑρόους), statt 
über jedes Schuld besonders abstim- 
men wollte, und weil man endlich 
die Einzelnen in ihrem Rechte der_ 
Verteidigung verkürzte, widersetzte 
sich Sokrates trotz aller Drohungen 
der Volksredner der Abstimmung. 


«Er wollte die rechte, wenigstens die 


gesetzliche Methode, bei Feststel- 
lung der Wahrheit, hier der Schuld 
der Angeklagten, geübt wissen. - 
[474 A] 11. ὅπερ νῦν 472 Ὁ. πα- 
ράδος nämlich τὸν ἔλεγχον. So un- 
ten διδόναι ἔλεγχον die Möglichkeit 
zur Widerlegung geben, BR} 


TOPTIAZ. 17 


οἶμαι δεῖν εἶναι. ἐγὼ γὰρ ὧν ἂν “λέγω ἕνα μὲν παφασχέσϑαι 
ἄρ von ἐπίσταμαι, αὐτὸν πρὸς ὃν ἄν μοι ὃ λόγος ἢ, τοὺς δὲ 
πολλοὺς ἐῶ χαίρειν, καὶ Eva ἐπιψηφίζειν ἐπίσταμαι, τοῖς δὲ 

πολλοῖς οὐδὲ διαλέγομαι. ὅ ὅρα οὖν, εἰ ἐθελήσεις ἐν τῶ μέρει Β 

5 διδόναι ἔλεγχον ἀποκρινόμενος τὰ ἐρωτώμενα. ἐγὼ γὰρ δὴ 

: οἶμαι καὶ ἐμὲ καὶ σὲ καὶ τοὺς ἄλλους ἀνθρώπους τὸ ἀδικεῖν 

τοῦ ἀδικεῖσϑαι κάκιον alone καὶ τὸ μὴ διδόναι δίκην τοῦ 

διδόναι. ; 

. 22.4. Ἐγὼ δέ; γε οὔτ᾽ ἐμὲ οὔτ᾽ ἄλλον ἀνθρώπων οὐδένα. 

Ὁ ἐπεὶ σὺ δέξαι ἂν μᾶλλον. ἀδικεῖσϑαι ἡ ἢ ἀδικεῖν; 
ER. Καὶ σὺ δ᾽ av καὶ gi ἄλλοι πάντες. 
1824. '“Πολλοῦ γε δεῖ, ἀλλ᾽ οὔτ᾽ ἐγὼ οὔτε σὺ οὔτ᾽ ἄλλος 

οὐδείς. : 
ER. Οὐκοῦν ἀποκρινεῖ: ν 

' ΠΩ Δ. Πάνυ μὲν οὐν᾽ καὶ γὰρ ἐπιϑυμῶ εἰδέναι ὅ “: ποτ᾽ : 

ἐρεῖς. | - 
Zn. Aeye δή μοι, iv εἰδῆς, ὥσπερ ἂν εἰ ἐξ ἀρχῆς δε 
ἠρώτων᾽ πότερον δοκεῖ σοι, ὦ Πώλε, κάκιον εἶναι τὸ ἀδικεῖν 

ἢ τὸ ἀδικεῖσθαι: 

ΠΩ.4. Τὸ ἀδικεῖσϑαι ἔ ἔμοιγε. 

ER. Τί δὲ δὴ αἴσχιον; πότερον τὸ ἀδῥαινκ ἢ τὸ ἀδι- 
κεῖσϑαι.; ἀποχρίνου. 

II24A. Τὸ ἀδικεῖν. 

XXX. 22. Οὐκοῦν καὶ κάκιον, εἴπερ αἴσχιον. 

ΠΑ. Ἥκιστά γε. : 

22. Mavdavo' οὐ ταὐτὸν ἡγεῖ σύ, ὡς ἔοικας, καλόν τε D 

καὶ ἀγαϑὸν καὶ κακὸν καὶ αἰσχρόν: ὰ 
ΠΩ. Οὐ δῆτα.. . 


4, οὐδὲ διαλέγομαι.  Uebung 
der Dialektik ist ihrer Natur nach 
stets nur mit Einzelnen möglich. 

[B] 9. Polos stellt seine Behaup- 
tung der des Sokrates möglichst 
ir ‚entgegen; aber er zweifelt 

an Sokrates Aufrichtigkeit und 
venkt seinerseits noch einmal — 
die Gewissensfrage. 

[C] 15. καὶ γὰρ ἐπιϑυμῶ drückt 
den Zweifel des Polos aus, dass So- 
krates für seine Meinung überhaupt 


etwas vorbringen könne. Daher ist 
er jetzt in der Vorfreude des Sieges 
sehr bereit zum: Antworten. Doch‘ 
schon bei der zweiten Frage stockt er 
selber, unsicher, wie er antworten 
sol. Indes er hat noch soviel sitt- 
liches Gefühl, dass er wenigstens 
das Unrechtthun nicht für ehrenwer- 
ter erklären kann, als das Unrecht- 
leiden. 

Car. XXX. 24. “Οὐκοῦν a. h 
Ueber den Grund, warum das Gute 


78 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


22. Τί δὲ τόδε; τὰ καλὰ πάντα, οἷον καὶ σώματα καὶ 
χρώματα καὶ σχήματα καὶ φωνὰς καὶ ἐπιτηδεύματα, εἰς οὐδὲν 
ἀποβλέπων καλεῖς ἑκάστοτε καλά; οἷον πρῶτον τὰ σώμ 
τὰ καλὰ οὐχὶ ἤ ἤτοι κατὰ τὴν χφείαν λέγεις καλὰ εἶναι, πρὸς ὃ 
ἂν ἕκαστον χρήσιμον ἡ, πρὸς τοῦτο, ἢ κατὰ ἡδονήν τινα, ἐὰν. 
ἐν τῷ ϑεωρεῖσϑαι χαίρειν ποιῇ τοὺς: ϑεωροῦντας; ἔχεις τι 
ἐμαὶ τούτων λέγειν περὶ σώματος κάλλους; 

II2A., Οὐκ ἔχω. 

ΣΩ. Οὐκοῦν καὶ τάλλα πάντα οὕτω καὶ σχήματα a 
χρώματα ἢ διὰ ἡδονήν τινα ἢ διὰ ὠφέλειαν ἢ ' δί πὴ 1 


4 


Ὁ 


χαλὰ προσαγορξύεις ; 5 


ZR. Οὐ καὶ τὰς φωνὰς καὶ τὰ κατὰ τὴν ee πάντα 


IIQA. Ἔγωγε. 
ὡσαύτως; 
IIQA. Ναί. 


ZA. Καὶ μὴν "τά γε κατὰ τοὺς ψνόμους καὶ τὰ FR FOR 
ματα οὐ δήπου ἐκτὸς τούτων ἐστὶ τὰ καλά, ἢ ὠφέλιμά εἶναι 


ἢ ἡδέα ἢ ἀμφότερα. 
IIQA. Οὐκ ἔμοιγε δοκεῖ. 


ZR. Οὐκοῦν καὶ τὸ τῶν μαϑημάτων κάλλος, ὡκάύνως: 2 
IIQA. Πάνυ yes’ καὶ καλῶς γε νῦν ὁρίζει, ὦ 5 Fee: 
ἡδονῇ τε καὶ ἀγαϑῷ ὁριξόμενος τὸ sag 


dem Schönen untergeordnet wird, s.- 
Einl.S. 10 u. 11. 

[Ὁ] 2. εἰς οὐδὲν ἀποβλέπων. Die- 
ser Redensart bedient sich Platon ent- 
weder mit Bezug auf den Blick auf 
das Wesen, das sich als gemefnsa- 
mes durch eine Vielheit von Erschei- 
nungen hindurchzieht, oder auf die 
Idee, damit darnach die Erscheinung 
gestaltet werde. Hier das erstere, — 

4. κατά bezeichnet den Gesichts- 


"punkt, nach dem etwas zu bemessen ist. 
‚Der Gesichtspunkt der χρεία oder des 


ὠφέλιμον fasst das: Gute allerdings 
nur äusserlich, aber gerade in der 
Gestalt, in welcher der Sophist allein 
es kennt. Nach dessen Standpunkt 
ist der Beweis eingerichtet. 

[E] 5.. προσαγορεύειν entspricht 
dem technischen Ausdruck „prädicie- 
ren“, 10. καὶ μὴν bildet den Ueber- 


eintreten, 


gang zu einer neuen Klasse des Schö- 
nen, zu geistigen und abstraeten Be- 
griffen. Die νόμοι, ἐπιτηδεύματα und 
μαϑήματα werden mit Bezug auf den 
Gegenstand der Untersuchung passend 
als Repräsentanten dieser Klasse auf- 
geführt. 

7. ἐκτὸς τούτων nämlich ὅρων 
oder, der Gesichtspunkte, die mit N 

-- ἦ epexegetisch beigefügt werden. 

[475 A] 22. ἀγαϑῷ. Polos selbst 
muss, ohne zu wissen, was er thut, 
den Begriff des Guten, auf den es 
ankommt, dem ὠφέλιμον substituie- 
ren, weil für ihn beides identisch 
Sokrates ‚greift dann den παν 
des κακόν selber auf. Von vornhe- 
rein musste ein Mittelbegriff dafür 
weil sonst dem Beweise 
vorgegriffen war. Dieser wird durch 
Polos nur abgekürzt. 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 79 


ZN. Οὐκοῦν τὸ αἰσχρὸν τῷ ἐναντίῳ, λύπῃ τε καὶ κακῷ; 
" 22.4. Avayan. 
La ER. Ὅταν ὁ ἄρα δυοῖν καλοῖν ϑάτερον κάλλιον N, a "τῷ 
ἑτέρῳ τούτοιν ῇ ἀμφοτέροις ὑπερβάλλον κάλλιόν ἐστιν, ἤτοι 
5 ἡδονῇ ἢ ὠφελείᾳ ἢ ἀμφοτέροις. 

ΠΩ. Πάνυ γε. 

ΣΩ. Καὶ ὅ ὅταν δὲ δὴ δυοῖν αἰσχροῖν τὸ ἕτερον αἴσχιον ἥ, Β 
ἤτοι λύπῃ ἢ κακῷ ὑπερβάλλον αἴσχιον ἔσται" ἢ οὐκ ἀνάγκη; 

Π4.2. Μαί. 

ER. Φέρε δή, πῶς ἐλέγετο νῦν δὴ περὶ τοῦ ἀδικεῖν καὶ 
ἀδικεῖσθαι; οὐκ ἔλεγες τὸ μὲν ἀδικεῖσθαι κάκιον εἶναι, τὸ δὲ 
ἀδικεῖν αἴσχιον ; 

ΠΩ.Α. Ἔλεγον. 

ΣΩ. Οὐκοῦν εἴπερ αἴσχιον τὸ ἀδικεῖν τοῦ ἀδικεῖσθαι, 
ἤτοι λυπηρότερόν ἐστι καὶ λύπῃ ὑπερβάλλον αἴσχιον ἂν εἴη 
ἢ κακῷ ἢ ἢ ἀμφοτέροις; ; οὐ καὶ τοῦτο ἀνάγκη; 

ΠΩΛ. Πῶς γὰρ οὔ; 

ΧΧΧΙ. 22. Πρῶτον μὲν δὴ σκεψώμεϑα, ρα λύπῃ ὑπερ- 
βάλλει τὸ ἀδικεῖν τοῦ ἀδικεῖσθαι, καὶ ἀλγοῦσι μᾶλλον οἵ G 
ἀδικοῦντες ἢ ῃ οἵ ἱ ἀδικούμενοι: 3 = 

ISA. Οὐδαμῶς, ὦ “Σώκρατες, τοῦτό γε. 

ZR. Οὐκ ἄρα λύπῃ γε ὑπερέχει. 

ΠΩ. Οὐ δῆτα. 

ZR. Οὐκοῦν εἰ μὴ λύπῃ, ἀμφοτέροις μὲν οὐκ ἂν ἔτι 
ὑπερβάλλοι. | 
ΠΩ. Οὐ φαίνεται. 

ER. Οὐκοῦν τῷ ἑτέρῳ λείπεται: 
ΠΩ. Net. 


10 


15 


‘ 


3. ὅταν ἄρα. Was vom Positiv 
bewiesen war, wird nun auf den Com- 
parativ angewandt. Die verschiede- 
ἊΝ , Seiten relativer Grössenunter- 

iede werden auch sonst durch 

BoAn und ἔλλειψις (verbal® UmEQ- 

ἐν, ἐλλείπειν) oder ὑπεροχή 

und ἔνδεια bezeichnet. Protag. 356 

Α,. 857. Β. Polit. 285 B. Phaedo 

102 C. Ὁ. In der Mitte steht die 
ἰσότης. 2 


[B] 10. φέρε δή leitet, zur Anwen- 
dung auf den Fragefall ü ber. 16. οὐ 
καὶ τοῦτο ἀνάγκη erg. οὕτως ἔχειν. 


Car. ΧΧΧΙ. [0] 18. λύπῃ bezeich- 
net nur, wie ἀλγοῦσι erläutert, den 
äusseren Schmerz. An Gewissensbisse 
kann gar nicht a werden. 


27. τῷ ΩΣ nämlich a a 
λειν. 


ἢ 


Ε 


80 


22. Τῷ κακῷ. 
II2.A. Ἔοικεν. 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ZR. Οὐκοῦν κακῷ ἢ ὑπερβάλλον τὸ ἀδικεῖν κάκιον ἂν ν εἴῃ 


τοῦ ἀδικεῖσϑαι. 
ΠΩ Δ. Ankov δὴ ὅ OTL. 


r. N 


ER. "άλλο τι οὖν ὑπὸ μὲν τῶν πολλῶν ἀνθρώπων καὶ 
ὑπὸ σοῦ ὡμολογεῖτο ἡμῖν ἐν τῷ ea χρόνῳ αἴσχιον 
εἶναι τὸ ἀδικεῖν τοῦ ἀδικεῖσθαι; ; 


IIQ2A. Ναί. 


22. Νὺν δέ γε κάκιον ἐφάνη. 


ΠΩ“. Ἔοικεν. 


Pu 


5 


10 


Zn. “4ἐξαιο ἃ ἂν οὖν σὺ μᾶλλον τὸ κάκιον καὶ τὸ αἴσχιον ἷ 
ἀντὶ τοῦ ἧττον; μὴ ὕκνει ἀποχρίνασϑαι, ὦ Πῶλε" οὐδὲν γὰρ 
βλαβήσει; ἀλλὰ γενναίως. τῷ λόγῳ ὥσπερ ἰατρῷ 202 geh 
ἀποκρίνου, καὶ ἢ φάϑι ἢ μὴ ἃ ἐρωτῶ. 

ΠΩ. ᾽4λλ᾽ οὐκ ἂν δεξαίμην, ὦ Σώκρατες. 

ZR. άλλος δέ τις ἀνθρώπων; 

TIQA. Οὔ μοι δοκεῖ κατά γε τοῦτον τὸν λόγον. 

ER. ᾿2ληϑῆ ἄρα ἐγὼ ἔλεγον. ὅτι οὔτ᾽ ἂν ἐγὼ οὔτ᾽ ἂν σὺ 


οὔτ᾽ ἄλλος οὐδεὶς ἀνϑρώπων δέξαιτ᾽ ἃ αν μᾶλλον ἀδικεῖν ἢ ἀδι- 20 


κεῖσϑαι᾽ κάκιον γὰρ τυγχάνει ὔν. 


IIQA. Φαίνεται. 


ER. Ὁρᾷς οὖν, ὦ Πῶλε, ὁ ἔλεγχος παρὰ τὸν δεγχον 
παραβαλλόμενος ὅτι οὐδὲν ἔοικεν, ἀλλὰ σοὶ μὲν οἱ ἄλλοι 


πάντες ὁμολογοῦσι πλὴν ἐμοῦ, ἐμοὶ δὲ σὺ ἐξαρκεῖς εἷς ὧν 25 


[D] ὁ. τῶν πολλῶν. Polos hatte 
sich auf die Meinung der Menge mehr- 
mals berufen und noch 474 C durch 
οὔτ᾽ ἄλλος οὐδείς gleichsam in de- 
ren Namen seine Behauptung ausge- 
sprochen. "So wird er wie Protagoras 
353 A ihr Vertreter. 


12. δέξαιο ἃ αν mit Bezug auf 474B. 


13. ἀντὶ τοῦ ἧττον. Zu ergänzen 
ist κακοῦ und αἰσχροῦ. 


14, γενναίως mit Verachtung. der 
Schmerzen; die Rede wird mit dem 
Arzte verglichen, der einen Irrtum 
gleichsam ausschneidet wie 480 0 
παρέχειν --- ὥσπερ τέμνειν καὶ 


κάειν τῷ ἰατρῷ Das Gleichnis 
scheint von Sokyıtes selbst herzu- 
stammen. Xenoph. Mem. 1,2, 54. Vgl. 
Apol.33B παρέχω ἐμαυτὸν ἐρωτᾷν. 

[ΕἸ 28. ὁρᾷς οὖν ὃ ἔλεγχος #. 7.2. 
Es könnte aueh stehen: ὁρᾷς οὖν 
τὸν ἔλεγχον ὅτι παρὰ τὸν ἔλ. In 
der von Platon gewählten Fo ἔτι 
aber der Gegensatz schärfer hei 


τες οὖν παρ᾽ ἀλλήλους σκεψώ ᾿ 
sl τι διοίσουσιν ἀλλήλων. Daher 
wiederholt er auch die Ausdrücke 
μαρτυρῶν und ἐπιψηφέξζων neben 
dem allgemeinen ὁμολογῶν. 


Sokrates bezieht sich übrigens Mi 
seine Worte in, 472 C: παραβὰ 1 ᾿ 


16 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


δ1 


μόνος καὶ ὁμολογῶν καὶ μαρτυρῶν, Kr ἐγὼ σὲ μόνον ἐπιψη- 
φίξων τοὺς ἄλλους ἐῶ χαίρειν. καὶ τοῦτο μὲν ἡμῖν οὕτως 
ἐχέτω" μετὰ τοῦτο δὲ περὶ οὗ τὸ δεύτερον ἠμφεσβητήσαμεν 
σχεψώμεϑα Ἁ τὸ ἀδικοῦντα διδόναι δίκην ἄρα μέγιστον τῶν 
5 κακῶν ἐστίν, ὡς σὺ ᾧου, ἢ μεῖξον τὸ μὴ διδόναι, ὡς αὖ ἐγὼ 
ὥμην. σκοπώμεϑα δὲ τῇδε" τὸ διδόναι δίκην καὶ τὸ κολάξε- 
σϑαι δικαίως ἀδικοῦντα ἀρα τὸ αὐτὸ καλεῖς; 


ΠΩ. "Eyoye. 


ZN. "Ἔχεις οὖν λέγειν, ὡς οὐχὶ τά γε δίκαια rare καλά 
‘0 ἐστι, καϑ' ὅσον δίκαια; καὶ διασκεψάμενος εἰπέ. 

ΠΩ. ᾽4λλά μοι δοκεῖ, ὦ Σώκρατες. 

XXXU. 32. Σκόπει δὴ καὶ τόδε᾽ ἄρα εἴ τίς τι ποιεῖ, 
ἀνάγκη τι εἶναι καὶ πάσχον ὑπὸ τούτου τοῦ ποιοῦντος: 


ΠΩ. Ἔμοιγε δοκεῖ. 


3 Ὁ ψῳῷ “Ὕ΄ 
ZN. Agu τοῦτο πάσχον, ὃ τὸ ποιοῦν ποιεῖ, καὶ τοϊσυτον, 
οἷον ποιεῖ τὸ ποιοῦν; λέγω δὲ τὸ τοιόνδε" εἴ τις τύπτει, ἀνάγκη 


τι τύπτεσϑαι; - 
II2A. "Avayan. 


Ὁ τὸ τυπτόμενον τύπτεσϑαι; 
IIQA. Ναί. 


ZQ2. Τοιοῦτον ἄρα πάϑος τῷ τυπτομένῳ ἐστίν, οἷον ἂν 


τὸ τύπτον ποιῇ; 
ΠΩ. Πάνυ γε. 


- ’ 3 [4 
ap ör καὶ El κάει τις, ἀνάγκη τι κάεσϑαι; 


“- 


[476 ΑἹ 2. καὶ τοῦτο μέν schliesst 
den Beweis ab. Sokrates geht zu dem 
zweitenStreitpunkt über, in wel- 
chem es sich um das Verhältnis der 
Strafe zu den Begriffen gut und böse 
handelt. 6. κολάξεσϑαι δικαίως. Der 
. Zusatz isthier nötig, weil eine Züchti- 

. gung auch παρὰ δέκην vorgenom- 
men n kann. 

Car. XXX. [B] 12. Der Gegensatz 

tEiv und πάσχειν ἃ. i. der 
cin und Passivität hat lea 
on den Wert. einer Kategorie er- 
halten d. i. eines allgemeinen Ge- 
sichtspunkts, nach dem — logisch — 
Öbjecte des Denkens betrachtet wer- 
Platons ausgew, Dialoge. II, 


den können, Zugleich stellt er fest, 
dass diese Kategorie relative Natur 
hat, oder dass ihre@lieder in solchem 
Wechselverhältnis zu einander ste- 
hen, dass das eine das andere immer 
voraussetzt oder nach sich zieht und 
dass beiden immer ein und dieselbe 
qualitative ‚Bestimmung (τοιοῦτον 
olov) zukommen muss. 

[0] +25. κάει. Die Beispiele vom 
Brennen und Schneiden sind gewählt, 
weil die Heilkunst im Allgemeinen 
für den Leib das ist, was die strafen- 
de Ger echtigkeitspflege für die Seele. 
Vgl. zu 456 B. Durch das folgende 
τέμνειν wird insofern ein Fortschritt 

6 


[4 


476 


22. Kal εἰ σφόδρα τύπτει ἢ ταχὺ ὁ τύὐπτῶν, οὕτω καὶ C 


892 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ΠΩ... Πῶς μὴν: οὖ; 

ZR. Καὶ εἰ σφόδρα γε κάει ἢ ἀμκουβαι οὕτω κάεσϑαι 
τὸ καύμενον ὡς ἂν τὸ χᾶον κάῃ; | 

IIQA. Πάνυ γε. | 

Τί. Οὐκοῦν καὶ εἰ τέμνει τις » ὃ αὐτὸς λόγου τέμνεται 
γάρ τι. : 

ΠΩ. Ναί. 

ΣΩ. Καὶ εἰ μέγα pe ἢ βαϑὺ τὸ τμῆμα. ἢ ἀλβουλέω; τοιοῦ- 

D τον τμῆμα τέμνεται τὸ τεμνόμενον, οἷον τὸ ige .; ; 

IIQA. Φαίνεται. ı 

ZN. Συλλήβδην δὴ ὅ og. el ὁμολογεῖς, ὃ ἄρτι ἔλεγον; περὶ 
πάντων, οἷον ἂν ποιῇ τὸ ποιοῦν, τοιοῦτον τὸ πάσχον πά- 
σχειν. ν 

TIRA. ᾽4λλ ὁμολογῶ. 

22. Τούτων δὴ ὁμολογουμένων, τὸ δίκην διϑόναι πότε- I 
ρον πάσχειν τί ἐστιν ἢ ἢ ποιεῖν; 

ΠΩ. ᾿άἀνάγκη, ὦ Σώκρατες, πάσχειν. 

ER. Οὐκοῦν ὑπό τινος ποιοῦντος; 


en 


ΠΩ͂. Πῶς γὰρ οὔ; ὑπό γε τοῦ κολάξοντο. 6 δὦὃὦ 

E ΣΕ. Ὁ δὲ ὀρϑῶς κολάξων δικαέως κολάξει; 2 
II2A. Ναί: τ 
ZR. Δίκαια ποιῶν ἢ οὔ; 
IIQA. Δίκαια. 
ZR. Οὐκοῦν ὁ κολαζόμενος δίκην διδοὺς EN πάσχει: ; 
IIQA. Φαίνεται. | μὰ 2 
ER. Τὰ δὲ δίκαιά που καλὰ ὡμολόγηται; Ἐ 
ΠΩ... Πάνυ 7. 

| ER. Τούτων ἄρα ὁ μὲν ποιεῖ καλά, ὁ δὲ πάσχει, ὁ Sr 
ξόμενος. 


I12A. Nai. . | 3 


bewirkt, als das Resultat N Hand- len erkannte Gesetz. 
lung — entsprechend dem allgemei- 323 E, 325 C, 329 Ὁ. 
nen \ Begriffe πάϑος — in einem Sub- 


stantivbegriff τμῆμα sich zusammen- [ΕἸ 20. ὀρϑῶς vermittelt FR 
fassen lässt. griff des δικαίως , welcher te 


[Ὁ] 11. συλλήβδην kehrt vom Ein- ist, während 008. allgemein die 
zelnen zum Allgemeinen zurück, ver- angemessene Uebung der Thätigkeit 


allgemeinert das an besonderen Fäl- bezeichnet. 5 


Ι 
| ; 
| 
1 
| 
N 
[ 
᾿ 
᾿ 


1 


20 


TOPT'A2Z. 


83 


XXX. DR. Οὐκοῦν ἫΝ καλά, ἀγαϑά; ἢ γὰρ ἡδέα ἢ 
ὠφέλιμα. 


Πῴ 1. ᾿Ανάγκη. 


ΠΩ. Ἔοικεν. 
ΣΙ. Θφελεῖται ἄρα; 
Π4.3. Ναί. 


ER. ᾿24γαϑὰ ἄρα πάσχει ὃ ö lem διδούς; 


Zn. Aga ἥνπερ ἐγὼ ὑπολαμβάνω τὴν dipl; βελ- 
τίων τὴν ψυχὴν γίγνεται, εἴπερ δικαίως κολαξεται; 


ΠΩ“. Εἰκός pe. 


ER. Κακίας ἃ ἄρα ψυχῆς ἀπαλλάττεται ὁ δίκην διδούς; 


ΠΩ... Ναί. 


ZR. ’Ag οὖν τοῦ μεγίστου ἀπαλλάττεται κακοῦ; ὧδε δὲ 
σκόπει" ἐν χρημάτων ne ἀνθρώπου κακίαν ἄλλην 


τινὰ ἐνορᾷς ἢ πενίαν; 


ΠΩ... Οὔκ, ἀλλὰ πενίαν. 


ΣΏ. ᾿ Τί δ᾽ ἐν σώματος κατασκευῇ; κακίαν ἂν φήσαις 


ἀσϑένειαν εἶναι καὶ νόσον καὶ αἶσχος καὶ τὰ τοιαῦτα; 


ΠΩ.4. Ἔγωγε. 


ZR. Οὐκοῦν καὶ ἐν ψυχῇ πονηρίαν ἡγεῖ τινὰ εἶναι; 


IIQA. Πῶς γὰρ οὔ; 


7 
δειλίαν καὶ τὰ τοιαῦτα: 


ΠΩ. Πάνυ μὲν οὖν. 


Cap. ΧΧΧΠΙ. [477 A] 1. ἢ γὰρ 
ge ἢ ὠφέλιμα gehtauf den 414 Ὁ 
f. geführten’ Beweis von der Identität 
des Guten und Schönen (nach seiner 
einen Hälfte) zurück. Selbstverständ- 
lich kann aber das Strafeleiden nicht 
als angenehm bezeichnet werden, 
8. Wovon hängt der Acc. τὴν ὦφέ- 
Asıavab ?—Unterallen Auffassungen, 
Iche die Strafe erfahren hat, nimmt 
Jische durch ihren ethischen 
ehervorragendeStellung ein. 


Ae’ οὖν leitet auf einen neuen 
nitt des Beweises über, welcher 
'469 B von Sokrates aufgestellten 
Behauptung gilt. 
Vebergangsformel. 


ὧδε δὲ σκόπει 


ZN. Ταύτην οὖν οὐκ ἀδικίαν καλεῖς καὶ ἀμαϑίαν καὶ 


[B] 20. Hiergebraucht Sokrates den 
Ausdruck πονηρέαν, nicht wie kurz 
vorherxaxdev, weil er sonst — mit.der 
Sprache — vorwegnehmen würde, was 
er C,D erst erweisen soll.—Die Unter- 
scheidung der Uebel entspricht der 
der “Güter (5. 0.), äussere, leibliche 
und geistige. Die letzteren erschei- 
nen wieder vierfach, indem jeder 
der vier (Cardial-) Tugenden (Gerech- 
tigkeit, Besonnenheit, Tapferkeit, 
Weisheit) eine Schlechtigkeit ent- 
spricht. Das Gegenteilder Besonne n- 
heit heissthier ὁκολασία (sonst α ἀφρο- 
σύνη) iin Gegensatz zu dem κολά- 
ξεσϑαι, um welches es sich hier han- 
delt. 


Θ᾽ 


47 


84 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


‘ 29. Οὐκοῦν χρημάτων καὶ σώματος καὶ ψυχῆς, τριῶν 
( ὄντων, τριττὰς εἴρηκας ig a πενίαν, νόσον, ἀδικίαν ; 
II2A. Ναί. 
ER. Τίς οὖν τούτων τῶν πονηριῶν αἰσχίστη; οὐχ ἡ 
ἀδικία καὶ συλλήβδην ἡ τῆς ψυχῆς πονηρία; 
ΠΩ. Πολύ γε. 
ER. Ei δὴ αἰσχίστη, καὶ κακίστη; : 
Π4)4. Πῶς. ὦ Σώκρατες, λέγεις; τὰ | ' 
Zn. Ro ἀεὶ τὸ αἴσχιστον ἤτοι λύπην μεγίστην παρέχον 
Ἶ βλάβην ἢ ἢ ἀμφότερα αἴσχιστόν ἐστιν ἐκ τῶν ὡμολογημένων I 
ἐν τῷ ἔμπροσϑεν. 
ΠΩΔΛ. Μάλιστα." ' 
Zn. ‚Alsguorov δὲ ἀδικία καὶ σύμπασα ψυχῆς πονηρία 
D νῦν δὴ ὡμολόγηται ἡμῖν; | 
II2A. Ayoköynrau γάρ. 15 
ZR. Οὐκοῦν ἢ ἀνιαρότατόν. ἔστι. καὶ ἀνίᾳ ὑπερβάλλον 
αἴσχιστον τούτων ἐστὶν ἢ βλάβῃ ἢ ἀμφότερα; ; 
IIQA. ’Avayan. 
ER. "Ag οὖν ἀλγεινότερόν ἐστι τοῦ πένεσϑαι καὶ κά- 
uvsıv τὸ ἄδικον εἶναι καὶ ἀκόλαστον καὶ δειλὸν καὶ ἀμαϑὴ; 
TIQA. Οὐκ ἔμοιγε δοκεῖ, ὦ Σώκρατες, ἀπὸ τούτων γε. 
Z2. Ὑπερφυεῖ τινὶ ἄρα ὡς μεγάλῃ βλάβῃ καὶ κακῷ 
,ϑαυμασίῳ ὑπερβόλλουσα τἄλλα ἡ τῆς ψυχῆς πονηρία αἴσχι- 
E στόν ἐστι πάντων, ἐπειδὴ οὐκ ἀλγηδόνι γε, ὡς ὃ σὸς λόγος. 
IIQA. Φαίνεται. 
EN. ᾿Δ4λλὰ μήν που τό γε μεγίστῃ βλάβῃ ὑπερβάλλον 
μέγιστον ἂν κακὸν εἴη τῶν ὄντων. 
2A. δας | 


5 


20 


ν΄ 


20 


die λύπη von der äusseren Seite nach 
dem durch die Strafe hervorgerufe- 
nen Schmerze. - Vgl. Eu Pro 
855 E. Gorg. 499 A, Ἢ 


[0] .8. Πῶς, ὦ Σ. Polos beweist 
durch diese Frage, dass er durch die 
zweimal von Sokrates geführte De- 
duction von der Identität des Guten 


und Schönen oder Hässlichen und 
Schlechten noch nicht viel gelernt hat. 
Dasselbe muss ihm nochmals am Su- 
perlativ nachgewiesen werden. 


[D] 16. ἀνιαρός und ἀνία wieauch 
ἀλγεινός und ἀλγηδών bezeichnen 


den Gegensatz zu χαίρει εν ) 
βλάβῃ erg. ὑπερβάλλον, 2 
τερὰ dasselbe. Dieser Acc. bedeu ἶ 
in beiden Beziehungen und ist 
erklären wie τοὐναντίον und aehn 
der Art. 2 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 85 
ZN. Ἢ ἀδικία ἄρα καὶ ἡ ἀκολασία καὶ ἡ ἄλλη ψυχῆς 
πονηρία μέγιστον τῶν ὄντων κακόν ἐστιν; 
ΠΦ.4. Φαίνεται. 
XXXIV. 22. Τίς οὖν τέχνη πενίας ἀπαλλάττει; οὐ χρη- 
5 ματιστική:- 
ΠΩ. Ναί. 
ΟΣ. Τίς δὲ νόσου; οὐκ ἰατρική; 
ΠΩ... "Avayan. 
ZR. Τίς δὲ πονηρίας κ καὶ ἀδικίας: sel μὴ οὕτως εὐπορεῖς, 
10 ὧδε σκόπει" ποῖ ἄγομεν καὶ παρὰ τίνας τοὺς κάμνοντας τὰ 
σώματα; 
ΠΩ. Παρὰ τοὺς ἰατρούς, ὦ Σώκρατες. 
ΣΙ. Ποῖ δὲ τοὺς ἀδικοῦντας καὶ τοὺς ἀκολασταίνοντας ; 
II24A. Παρὰ τοὺς δικαστὰς λέγεις; ‘ 
ER. Οὐκοῦν δέκην δώσοντας ; 
ΠΩΑ. Φημί. 
ER. ’Ao οὖν οὐ δικαιοσύνῃ τινὶ χρώμενοι κολάξουσιν 
ol ὀρθῶς κολάζοντες: ᾿ 
ΠΩ,.4. Δῆλον δή. 
ER. Χρηματιστικὴ μὲν ἄρα πενίας Er ἰατρικὴ 
δὲ νόσου. δίκη δὲ ἀκολασίας καὶ ἀδικίας. 
ΠΩ. Φαίνεται. 
ER. Τί οὖν τούτων καλλιστόν de: ; 
ΠΩ. Τίνων λέγεις; 
ER. Χρηματιστικῆς, ἰατρικῆς, δίκης. 
ΠΩ. 4Πολὺ διαφέρει, ὦ Σώκρατες, ἡ δίκη. 
ER. Οὐκοῦν αὖ ἤτοι ἡδονὴν πλείστην ποιεῖ ἢ ὠφέλειαν 
ἢ ἀμφότερα, εἴπερ κάλλιστόν ἐστιν; 
ΠΩ. Ναί. 


15 


20. 


"Cap. XXXIV. Zur Oekonomie des 
ia ‚gehört auch die Benutzung 
rselben Begriffe an der geeigneten 
Stelle. χρηματιστική und ἰατρική 


schienen nebst der γυμναστική be- 
reits 452 A f, 


ΜΒ Α79. εὐπορεῖς metaphorisch, 
wie häufiger noch ἀπορεῖν Soph. 


243 c. περὶ μὲν τοῦτο εὐπορεῖν 


φαμέν. Jon. 532 C, 533 A. Phaedr. 
235 A. Menon 80 A. i 


[B] 26. Πολὺ διαφέρει. Dieser 
Ausspruch kommt Polos von Herzen, 
weil er in der Rechtspflege doch im- 
mer sein Gebiet erblickt, 


478 


86 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ER. Ag οὖν τὸ ἰατρεύεσϑαι ἡδύ. ἐστι, καὶ χαίρουσιν οἱ 


ἐἰατρευόμενοι ; 


IIQA. Οὐκ ἔμοιγε δοκεῖ. 


= 


ER. ᾽4λλ IR λιβον γε. ἦ γάρ; 


C IIQA. Nei. 


5 


ΣΩ. Μεγάλου γὰρ κακοῦ ἀὐολλυκννιι ὥστε λυσιτελεῖ 
ὑπομεῖναι τὴν ἀλγηδόνα καὶ ὑγιεῖ εἶναι. 


IIQ.A. Πῶς γὰρ οὔ; 


ER. "Ag οὖν οὕτως ἂν περὶ σῶμα εὐδαιμονέστατος ἄν- 
ϑρῶπος εἴη, ἰατρευόμενος, ἢ μηδὲ κάμνων ἀρχήν; 


εἴ ι 


10 


ΠΩ“. Aykov ὅτι μηδὲ κάμνων. 


ER. Οὐ γὰρ τοῦτ᾽ ἦν εὐδαιμονία, ὡς ἔοικε, κακοῦ ἀπαλ- 
λαγή, ἀλλὰ τὴν ἀρχὴν μηδὲ κτῆσις. 


ΠΩ, 4. Ἔστι ταῦτα. 


D Σῷ. Τί δέ; ἀϑλιώτερος πότερος δυοῖν ἐχόντοιν si 15 
εἴτ᾽ ἐν σώματι εἴτ᾽ ἐν ψυχῇ, ὃ ἰατρευόμενος καὶ ἀπαλλαττό- 
μενος τοῦ κακοῦ, ἢ ὃ μὴ ἰατρευόμενὸς, ἔχων δέ; 

ITI2A. Φαίνεταί μοι ὃ μὴ ἰατρευόμενο. 
ER. Οὐκοῦν τὸ δίκην διδόναι μεγέστου κακοῦ ἀπαλλαγὴ 


ἦν, πονηρίας: 
πῶ... Ἦν γάρ. 


20 


ZR. “Σωφρονίζει γάρ που καὶ δικαιοτέρους ποιεῖ aa 
ἰατρικὴ γίγνεται πονηρίας ἡ δίκη. 


IIQA. Ναί. 


Ε zn. Εὐδαιμονέστατος μὲν ἄρα ὃ μὴ ἔχων κακίαν ἐν 25. 
ψυχῇ, ἐπειδὴ τοῦτο μέγιστον τῶν κακῶν ἐφάνη δ 


ΠΩ. 4ῆλον δή. 


- 


ER. Δεύτερος δὲ δήπου ὁ re 


. IIQA. Ἔοικεν. 


! - 


[0] 6. Zu ἀπαλλάττεται ist als 
Subjeet ans dem vorangehenden. ὁ 
ἰχτρευόμενος zu ergänzen. --- 9. Ao 
οὖν führt über zu dem Beweise der 
Richtigkeit der 469 A und 472 Eaus- 
gesprochenen Behauptung. τὴν ἄρ- 
χήν gehört zu dem Substantiv x 
σις, welches seine verbale Natur no 
behauptet, 


[0] 22, σωφρονέξει Gegensatz zu . 
ἀκολασταίνειν, nur transitiv 478 A. 
23. ἐατρικὴ γίγνεται. Aus der Ana- 
logie entsteht durch directe Pre: 
rung des Analogen von einander 
metaphorische Ausdruck. 28. devre- 
ρος insofern nämlich die Strafe ein 
Gut ist; als Unrechtthuender wäre 
er. n. ἃ, Ὁ. nur ἀϑλιος. 


“ἢ 


AR 


TOPTIA2. 


87 


ER. Ovrog δ᾽ ἦν ὁ νουϑετούμενός τ' τε καὶ ) ἐπιπληττόμενος 


καὶ δίκην διδούς. 
ΠΩ. Ναί. 


ER. Κάκιστα ἄρα ξῇ ὃ ἔχων ἀδικίαν καὶ μὴ ἀπαλλατ- _ 


δ τόμενος. 
ΠΩ. Φαίνεται. 


ER. Οὐκοῦν οὗτος τυγχάνει ὧν ὃς ἂν τὰ μέγιστα ἀδικῶν 
καὶ χρώμενος μεγίστῃ ἀδικίᾳ διαπράξηται ὥστε μήτε νουϑε- 
τεῖσϑαι μήτε κολάξεσϑαι μηδὲ δίκην διδόναι, ὥσπερ σὺ φὴς 
10 ᾿ἀρχέλαον παρεσκευάσϑαι καὶ τοὺς ἄλλους τυράννους καὶ 


δήτορας καὶ δυνάστας: 
ΠΩ. Ἔοικεν. 


XXXV. ER. Σχεδὸν γάρ που οὗτοι, ὦ ἄριστε, τὸ αὐτὸ 
διαπεπραγμένοι εἰσί, ὥσπερ ἂν εἴ τις τοῖς μεγέστοις νοσήμασι 
15 συνισχόμενος διαπράξαιτο μὴ διδόναι δίκην τῶν περὶ τὸ 

σῶμα ἁμαρτημάτων τοῖς ἰατροῖς μηδὲ ἐατρεύεσϑαι, φοβού- 
€ Pr x ’ \ ι ᾽" ea 2 
μενος, ὡσπερανεὶ παῖς, TO κάεσϑαι καὶ τὸ τέμνεσϑαι, ὅτι ἀλ- 
γεινόν. ἢ οὐ δοκεῖ καὶ σοὶ οὕτως ; 


ΠΩ,.4. Ἔμοιγε. 


ER. ’Ayvoov γε, ὡς ἔοικεν, οἷόν ἐστιν ἡ ὑγίεια καὶ ἀ ἀρετὴ 
σώματος. κινδυνεύουσι γὰρ ἐκ τῶν νῦν ἡμῖν ὡμολογημένων 
τοιοῦτόν τι ποιεῖν καὶ οἵ τὴν δίκην φεύγοντες, ὌΝ Πῶλε. τὸ 
ἀλγεινὸν αὐτοῦ καϑορᾶν, πρὸς δὲ τὸ ὠφέλιμον zupA, ς ἔχειν 


[ΕἸ 1. ὁ νουϑετούμενος enthält 
eine Andeutung, dass en bessernde 
— Strafe nicht in äusseren Schmer- 
zen bestehen müsse, sondern auch 
in einer Einwirkung auf die Seele sich 
darstellen könne. Vgl. Apol. 26 A, 
τῶν ἀκουσίων ἁμαρτ μάτων, οὐ 
δεῦρο νόμος εἰσάγειν ἐστίν, ἀλλ᾽ 

& λαβόντα διδάσκειν καὶ νου- 
ϑετεῖν. Doch handelt Platon hier 
> htlieh nicht über die Art der Stra- 


u 177 ὑκέαν tritt dem Grundgedan- 
"ken des Ganzen gemäss für alle κα- 
κία der Seele ein. 
8, διαπράξηται. Welchem Aus- 
druck des Polos entspreehend ? 473 C. 
Cap; XXXV. [479 A] 15. μὴ διδό- 


ναι δίκην die umgekehrte Metapher 
wie 478 Ὁ. \ 

17. ὡσπερανεὶ παῖς der Vergleich 
für den Furchtsamen, Schmerzscheuen 
mit einem Kinde ist schon homerisch. 


[B] 20. ἀγνοῶν γε. Platon braucht 
häufig Partieipia im Anschluss an ein 
Verbum eines durch die Antwort des 
Mitunterredners unterbrochenen oder 
schon in sich abgeschlossenen Frage- 
satzes. Das hiesige lehnt sich an δια- 
πράξαιτο φοβούμενος an. 

23. καϑορᾶν und τυφλώς ἔχειν 
stehen epexegetisch zu τοιοῦτόν τι 
ποιεῖν und bilden den Gegensatz zu 
φοβούμενος und ἀγνοῶν mit ΝΟΣ 
Sätzen, 


΄ 


479 


88 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


καὶ ἀγνοεῖν, ὅσῳ ἀϑλιώτερόν ἐστι μὴ ὑγιοῦς σώματος μὴ 
ὑγιεῖ ψυχῇ συνοικεῖν, ἀλλὰ σαϑρᾷ καὶ ἀδίκῳ καὶ ἀνοσίῳ. 
ὅϑεν καὶ πᾶν ποιοῦσιν ὥστε δίκην μὴ διδόναι und ἀπαλλάτ- 
τεσϑαι τοῦ | μεγίστου κακοῦ, καὶ χρήματα παρασκευαζόμενοι 
καὶ φίλους καὶ ὕπως ἂν ὦσιν ὡς πιϑανώτατοι λέγειν. εἰ δὲ ὃ 
ἡμεῖς ἀληϑῆ ὡμολογήκαμεν, ὦ Πῶλε, ἄρ᾽ αἰσϑάνει τὰ συμ- 
βαίψοντα ἐκ τοῦ λόγου; ἢ βούλει ἀυλλογισώμεϑω u 

I2A. Ei μὴ σοί γε ἄλλως δοκεῖ. 

ER. "Ag: οὖν ge κακὸν ἡ ἀδικία καὶ τὸ 


ἀδικεῖν; 
ΠΩ. 4. Φαίνεταί γε. 


ER. Καὶ μὴν ἀπαλλαγή γὲ ἐφάνη τούτου τοῦ κακοῦ τὸ 


δίκην διδόναι; 
ΠΩ, 4. Κινδυνεύει. 


ER. Τὸ δέγε μὴ TR ER τοῦ κακοῦ; 


ΠΩ. Ναί. 


‚28. Δεύτερον ἄρα ἐστὶ τῶν κακῶν μεγέϑει τὸ ἀδικεῖν' 
τὸ δὲ ἀδικοῦντα μὴ διδόναι δίκην πάντων βρέ θα τὲ καὶ 


πρῶτον κακῶν πέφυκεν. 
IIQA. Ἔοικεν. 


ΣΞ 


= Ao' οὖν περὶ τούτου, ὦ φίλε, ἠμφεσβητήσαμεν, σὺ 


μὲν τὸν ἀρχέλαον εὐδαιμονίξων τὸν τὰ μέγιστα ἀδικοῦντα 
δίκην οὐδεμίαν διδόντα. ἐγὼ ὃὲ τοὐναντίον οἰόμενος, εἴτ᾽ 
u - εἴτ᾽ ἄλλος ἀνθρώπων ὑστισοῦν " μὴ δίδωσι δίκην 


1. um, ὑγιοῦς σώμ. steht für ἢ un 
ὑγιεῖ σώματι. 

2. -συνοικεῖν scheidet gewisser- 
massen das persönliche Ich des Men- 
schen von seiner Seele, hierganz pas- 
send. Denn über der in ihren nie- 
deren Theilen verdorbenen Seele, 
dem animalischen Lebensprineip, 
soll noch die Vernunft als Her- 
scherin stehen und das Gute und 
' Schlechte unterscheiden. Vgl. auch 
ἃ. Rep. IX. 587 C. — σαϑρᾷ das Bild 
ist vom Leibe hergenommen; eigent- 
lich bezeichnet der Ausdruck verdor- 
benes faules Fleisch. Daher auch die 
Redensart σαϑρόν τι ἔχει. Vgl.auch 
Euthyphr. 5 C, 


[C] 4. καὶ χρήμ. παρ. epexege- 
tisches, partieipium zu πᾶν ποιοῦσι. 

5. ὅπως ἂν ὦσιν. Umschreibung 
für ein Substantiv etwa ὡς μεγίστην 
δεινότητα (oder πιϑανότητα). ὅπως 
also nicht final. Die Umschreibung 
ist treffend, weil dadurch das erfolg- 
löse Mühen um ein schoen Gut 
bezeichnet wird. 

6. τὰ συμβαίνοντα vehhisnhe für 
die Consequenzen. 7. συλλογέσασϑαι 
bezeichnet das Recapitulieren, das 
Zusammenfassen des Erwiesenen (der 
λόγοι). 

[D] 22. Ἀρχέλαον τόν. Der Arti- 
kel bezeichnet, dass es hier auf Ar- 
chelaos nur um des ihm beigelegten 


TOPTIA2. 


89 


ἀδικῶν, τούτῳ προσήκειν ἀϑλίῳ εἶναι διαφερόντως τῶν ἄλ- 
λων ἀνθρώπων, καὶ ἀεὶ τὸν ἀδικοῦντα τοῦ ἀδικουμένου 
ἀϑλιώτερον εἶναι καὶ τὸν μὴ διδόντα δίκην τοῦ ra ; οὐ 
ταῦτ᾽ ἦν τὰ ὑπ᾽ ἐμοῦ λεγόμενα: 


ΠΩ. Ναί. 


ΟἼΣΩ. Οὐκοῦν ἀποδέδεικται ὅτι δον ἐλέγετο; 


ΠΩΔ4. Φαίνεται. 


XXXVI. IQ. Εἶεν" εἰ οὖν δὴ ταῦτα ἀληϑῆ . ὦ Πώλε, 


τίς ἡ μεγάλη χρεία ἐστὶ τῆς δητοφικῆς: ; δεῖ μὲν γὰρ δὴ ἐκ τῶν 
Ὁ νῦν ὡμολογημένων αὐτὸν ἑαυτὸν μάλιστα φυλάττειν ὅπως ᾿ 


μὴ ἀδικήσει, ὡς ἱκανὸν κακὸν 


ΠΩ,.4. Πάνυ γε. 
ΣΩ. Ἐὰν δέ γε ἀδικήσῃ ἢ 


ἕξοντα. οὐ γάρ; 


αὐτὸς ἢ ἄλλος τις ὧν ἂν κήδη- 


ται, αὐτὸν ἑχόντα ἰέναι ἐκεῖσε, ὅπου ὡς τάχιστα δώσει δίκην, 

ΐ ΄, x 
5 παρὰ τὸν δικαστήν, ὡς παρὰ τὸν ἰατρόν, σπεύδοντα ὅπως μὴ 

x [4 - N ’ 
ἐγχρονισϑὲν τὸ νόσημα τῆς ἀδικίας ὕπουλον τὴν ψυχὴν ποιή- 
er μὲ w 

σει καὶ ἀνίατον" ἢ πῶς λέγωμεν, ὦ Πῶλε, εἴπερ τὰ πρότερον 
“μένει ἡμῖν ὁμολογήματα; οὐκ ἀνάγκη ταῦτα ἐκείνοις οὕτω 


μὲν συμφωνεῖν, ἄλλως ὃὲ μή; 


M2A. Τί γὰρ! δὴ φῶμεν, ὦ Σώκρατες; 


ΣΩ. Ἐπὶ μὲν & ἄρα τὸ ἀπολογεῖσϑαι ὑπὲρ τῆς ἀδιλ ἴας 7 
αὑτοῦ ἢ γονέων ἢ ἑταίρων ἢ παίδων ἢ πατρίδος ἀδικούσης 
οὐ χρήσιμος οὐδὲν ἡ ῥητορικὴ ἡμῖν. ὦ Πώλε, εἰ μὴ εἴ τις 


Prädikates willen ankomme. Arche- 
laos könnte auch wegbleiben. 

[ΕἸ 1. διαφερόντως. 5... Criton 
53 A. οὕτω διαφερόντως τῶν ἂλ- 
λων Adnvalov ἤρεσκεν ἡ πόλις. 

Car. ὝΧΧΥΙ. [480 A] 8. εἶεν bildet 
den Abschluss der Untersuchung und 
somit den Uebergang zu ‘einem neuen 
Gegenstand. Hier kehrt Sokrätes zu 
dem ee Ausgangspunkt des 
Gesprächs mit Polos zurück, zu der 
Frage nach dem praktischen Werte 
der Rhetorik. Vgl. 502D Cap. LVII. 
Anfang. JeneFrage wird hier nur in 
der Form von Folgerungen aus dem 
Vorhergehenden beantwortet. Dabei 
ist zu beachten, dass Sokrates vom 
Standpunkte des Polos aus mit 
Zugrundelegung der gefundenen Re- 


sultate schliesst. Selbst in der Form 
-scheint Sokrates den Rhetoren etwas 
abgelernt zu haben. 


9. ἡ wey. mit Bezug auf die An- 
preisung der Rhetorik von Seiten des 
Polos. 

11. ἵκανόν ironisch — woran erge- 
nug hat. Erg. ἀδικοῦντα. χὰ 


[B] 15. σπεύδοντα. Das Ganze 
trägt ironische Färbung. Diegewöhn- 
lichen Richter sind natürlich dieser 
Aufgabe nieht gewachsen. 

16. ὕπουλον noch stärker al σα- 
ϑρόν. Die Krankheit wirfi sich von 
äusseren Theilen auf das Innere und 
ergreift den Kern der Seele. 


22. πατρέδος ἀδικούσης. Die Re- 
den in der Volksversammlung wer- 


480 


90 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


( ὑπολάβοι [ἐπὶ] τοὐναντίον ERS EE δεῦν μάλιστα μὲν ἑαυ- 
τοῦ, ἔπειτα δὲ καὶ τῶν οἰκείων καὶ τῶν ἄλλων, ὃς ἂν ἀεὶ τῶν 
φίλων τυγχάνῃ ἀδικῶν, καὶ μὴ ἀποκρύπτεσϑαι, ἀλλ εἰς τὸ 


΄ 


φανερὸν ἄγειν τὸ ἀδίκημα, ἵνα δῷ δίκην καὶ ὑγιὴς γένηται, 
ἀναγκάζειν δὲ καὶ αὑτὸν καὶ τοὺς ἄλλους μὴ ἀποδειλιᾷν, ὃ 


ἀλλὰ παρέχειν μύσαντα καὶ ἀνδρείως, ὥσπερ τέμνειν καὶ 
κάειν ἰατρῷ, τὸ ἀγαϑὸν καὶ καλὸν διώκοντα, μὴ ἡ ὑπολογιξό- 
uevov To ἀλγεινόν, ἐὰν μέν γε πληγῶν ἄξια ἠδικηκὼς ἡ N, 
τύπτειν παρέχοντα, ἐὰν δὲ δεσμοῦ, δεῖν, ἐὰν δὲ ξημέας, ἀπο- 


τίνοντα, ἐὰν δὲ φυγῆς. φεύγοντα, ἐὰν δὲ ϑανάτου; ἀποϑνή- ! I 


κοντα, αὐτὸν πόϑτον ὄντα κατήγορον καὶ αὑτοῦ καὶ τῶν 


ἄλλων οἰκείων καὶ ἐπὶ τοῦτο 


χρώμενον τῇ ῥητορικῇ, ὅπώς 


ἂν καταδήλων τῶν ἀδικημάτων γιγνομένων ἀπαλλάττωνται 


τοῦ μεγίστου κακοῦ, ἀδικίας. 
Πώλε, 


φῶμεν οὕτως ἢ μὴ φώμεν, ὦ 


ΠΩ,Λ. Ἄτοπα μέν, ὦ Σώκρατες, ἔμοιγε ΔῊΝ τοῖς μέντοι 
ἔμπροσϑεν ἴσως σοὶ ὁμολογεῖται. 


ER. Οὐκοῦν ἢ κἀκεῖνα λυτέον ἢ τάδε ἀνάγκη συμ- 


βαίνειν ; 


Φρῇ 


IIQA. Ναί, τοῦτό γε οὕτως ἔχει. 
ER. Τοὐναντίον δέ γε αὖ μεταβαλόντα, εἰ ἄρα δεῖ τινὰ 


κακῶς ποιεῖν, εἴτ ἐχϑρὸν εἴτε ὁντινοῦν, ἐὰν μόνον μὴ αὐτὸς 


‘den hiermit den gerichtlichen ganz 


gleichgestellt. 

[C] 1. Wenn ἐπὶ zu lesen ist, so 
steht δεῖν epexegetisch „u dem zu 
ergänzenden χρήσιμον εἶναι. 

6. μύσαντα. Mit geschlossenen 
Augen blindlings in die Gefahr gehn, 
d. h. für die Gefahr als solche blind, 
ist Zeichen der Tapferkeit. Die Er- 
klärung folgt ‚ausser in ἀνδρείως in 
un ὑπολογιξόμενον. 

[ΕἸ 17. σοί tritt dem ἔμοιγε mög- 
lichst schroff entgegen, damit nur dem 
Sokrates das ἄτοπον überlassen 
bleibe. 


18. λυτέον wie oben διαλύειν τὴν 
συνουσίαν 457,0, dann τὸν λόγον 
458 B. hier direet auf die Resultate 
der λόγοι übertragen. Vgl. Protag. 
332 E πότερον. — λύσωμεν τῶν λό. 


yov; Warum diese Alternative hier 
aufgestellt wird und nicht am Ende 
des Capitels wird sieh aus dem Fol- 
genden ergeben, 

21. τοὐναντίον. Die Einführung 
des contrarium geschieht ganz von 
dem Standpunkt der Rhetoren aus; 
damit wird eine formelle Vorschrift 
der Rhetorik erfüllt. Den Inhalt 
würde Sokrates nicht vertreten. Denn 
Criton 49 beweist er: οὔτε dvzadı- 
κεῖν δεῖ οὔτε κακῶς ποιεῖν οὐδένα 
ἀνθρώπων οὐδ᾽ ἂν ὁτιοῦν πάσχῃ 
ὑπ᾽ αὐτῶν. — μεταβαλόντα iheto- 
rische Verstärkung ‚des ‚Tovvavriov. 


22. ἐὰν μόνον un αὐτὸς ad, weil 


oben das ἀδικεῖσθαι auch als ein 
Uebel zugestanden war; dies, muss 
also vermieden werden, sonst gerie- 


ten die Folgerungen mit den Prä- 


missen in Widerspruch, 


.n 


‚do δίκην ὃ 0 ἐχϑρός, ἀλλ ἐάν τὲ χρυσίον ἡρπακὼς j πολύ, μὴ 


wis 


” 


TOPTIAZ. 


91 


ἀδικῆται ὑπὸ τοῦ ἐχϑροῦ᾽ τοῦτο μὲν γὰρ εὐλαβητέον ἐὰν δὲ 
ἄλλον ἀδικῇ © 840908; παντὶ τρόπῳ παρασκευαστέον καὶ πράτ- 
τοντα καὶ λέγοντα, ὅπως μὴ δῶ. δίκην μηδὲ ἔλϑῃ παρὰ τὸν 
δικαστήν᾽ ἐὰν δὲ ἔλϑῃ, μηχανητέον, ὅπως ἂν διαφύγῃ καὶ μὴ 


ἀποδιδῷ τοῦτο ἀλλ ἔχων ἀναλίσκηται καὶ εἰς ἑαυτὸν καὶ εἰς 
τοὺς ἑαυτοῦ ἀδίκως καὶ ἀϑέως, ἐάν τε ϑανάτου ἄξια ἠδικηκὼς 
7,0705 μὴ ἡ ἀποϑανεῖται; μάλιστα μὲν μηδέποτε, ἀλλ᾿ ἀϑάνατος 
ἔσται πονηρὸς ὦν, εἰ δὲ μή, ὅπως ὡς πλεῖστον χρόνον βιώσε- 
) ται τοιοῦτος ὦν. ἐπὶ τὰ τοιαῦτα ἔμοιγε δοκεῖ, ὦ ΠΩλε, ἡ ῥη- 
τορικὴ χρήσιμος εἶναι, ἐπεὶ τῷ γὲ μὴ μέλλοντι ἀδικεῖν οὐ 
μεγάλη τίς μοι δοκεῖ ἡ χρεία αὐτῆς εἶναι, “εἰ δὴ καὶ ἔστι τις 
χρεία, ὡς ἔν γε τοῖς πρόσϑεν οὐδαμῇ ἐ ἐφάνη οὖσα. 

ΧΧΧΥΙ.. ΚΑΛΆ. Εἰπέ μου, ὦ Χαιρεφῶν, σπουδάξει ταῦτα 


Σωκράτης ἢ παίξει; 


ΧΑ͂Ι. Ἐμοὶ μὲν. δοκεῖ, 6) ἡ Καλλίκλεις, ὑπερφυῶς σπουδά- 


ξειν᾽ οὐδὲν μέντοι οἷον τὸ αὐτὸν ἐρωτᾷν. 
. KAA. Νὴ τοὺς ϑεοὺς ἀλλ᾽ ἐπιϑυμῶ. εἰπέ μοι, ὦ Σώκρα- 


[481 ΑἹ. 2. πράττοντα καὶ λέ- 
γοντα. Geläufige rhetorische Zusam- 
menstellung. Das λέγοντα steht nach, 
damit auch so die Bedeutung der Rhe- 
torik in den Hintergrund trete. 

4. ὅπως ἂν διαφύγῃ und μὴ δῷ 
δέχην. Der Unterschied der Constru- 
etionen ist charakteristisch ; im er- 
sten Gliede ist ὅπως als relatives Ad-. 
verb zu fassen; im zweiten ist es Fi- 
naleonjunetion. Jenes geht auf die 
Mittel, mit denen man.die Freispre- 
€ verhindern soll, dies bezeich- 
net die Absicht, welche dem Han- 
deln zu Grunde liegt. Noch stärker 
tritt unten, wo das letzte Ziel ins 
Auge gefasst wird, der Indicativ fu- 
turi ein. 

6. ἀναλέσκηται, damit eine Rück- 


erstattung nicht möglich werde, die 
Art des Verbrauchs aber das Unrecht 
erhöhe. 


8. μηδέποτε steigert das vorans- 
gehende un. 

[B] 12. εἰ δή hebt andeutend das 
eben über den Nutzen der Rhetorik 
Gesagte wieder auf, weil es mit So- 


kuss, wahrer Ansicht nicht überein- 


stimmt. Auch ἐπεὶ τῷ γε un μέλ- 
λοντι ἀδικεῖν soll andeuten, dass 
das. zuletzt Vorgetragene nicht auf 
sittlichem Grunde ruhe. 

Car. XXXVI. Ueber diedem Kal- 


'likles zuerteilte Rolle 5. Einl. S. 16. 


Kallikles wendet sich an Chärephon, 


‚weil er von ihm erwartet, dass er die 


Verwunderung über Sokrates Be- 
hauptung theilen werde. 

16. Chairephon aber ist im Gegenteil 
davon sehr erfreut, wie der Ausdruck 
ὑπερφυῶς andeutet, verweist aber 
den. Kallikles an Sokrates mit den- 
selben Worten wie jener den 80- 
krates p. 447 C an Gorgias. 

[C] 18. Kallikles Worte spiegeln 
die innere Erregung wieder, in der er 
sich befindet; sie zeigen aber auch 
seinen scharfen Blick, indem er die 
Consequenzen der Sokratischen Be- 
weisführung, oder besser ihren prin- 
eipiellen Wert für das prakti- 
sche Leben erkennt. Daher bahnen 
die Worte ἄλλο τι x. τ. A. das Thema 
des folgenden. Theiles richtig an. 


481 


92 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


τες, πότερόν δὲ φῶμεν νυνὶ σπουδάξοντα ἢ παίζοντα: εἰ μὲν 
γὰρ σπουδάζξεις τε καὶ τυγχάνει ταῦτα ‚ahnen 6 avre ἃ δ λέγεις, 
ἄλλο τι ἢ ἡμῶν ὁ βίος ἀ ἀνατετραμμένος ἂν εἴη τῶν ἀνθρώπων 
καὶ πάντα τὰ ἐναντία πράττομεν, ὡς ἔοικεν, ἢ ἃ δεῖ: ὦ | 
ER. Ὦ Καλλίκλεις, εἰ μή τι ἦν τοῖς ἀνϑρώποις πάϑος, | 
τοῖς μὲν ἄλλο τι, τοῖς δὲ ἄλλο τι, τὸ αὐτό, ἀλλάτις ἡμῶν ἴδιόν 
τι ἔπασχε πάϑος ἢ οἱ ἄλλοι, οὐκ ἂν ἦν δάδιον ἐνδείξασϑαι 
τῷ ἑτέρῳ τὸ ἑαυτοῦ πάϑημα. λέγω δ᾽ ἐννοήσας, ὅτι ἐγώ TE 
καὶ σὺ νῦν τυγχάνομεν ταὐτόν τι πεπονϑότες, ἐρῶντε δύο 
ὄντε δυοῖν ἑκάτερος. ἐγὼ μὲν ᾿Αλκιβιάδου τε τοῦ Κλεινίου 
καὶ φιλοσοφίας, σὺ δὲ τοῦ τε ᾿'4ϑηναίων δήμου καὶ τοῦ Πυρί- 
λάμπους. αἰσϑάνομαι οὖν σου ἑκάστοτε, καίπερ ὄντος δεινοῦ, 


3. ἀνατετραμμένος. Das Bild ist 
vom Umstürzen der Dinge hergenom- 
men, die man gegen ihre natürliche 
Richtung auf den Kopf stellt. ἀνατρέ- 
πεῖν τὰ πράγματα, πόλιν, οἰκίαν. 
— τῶν ἀνθρώπων ist nachdrucks- 
voll zugefügt, weil unter ἡμῶν nicht 
blos ein beschränkter Kreis verstan- 
den werden soll. 

5. εἰ μή τι κ. τ. A. Innere Vor- 
gänge, Erfahrungen uud Erlebnisse 
kann man nur dann Anderen klar 
machen, wenn von Anderen Aehnli- 
ches erlebt ist, durch Zurückführuug 
auf Analoges, Gemeinsames. Die Form 
der Erscheinung kann verschieden 
sein τοῖς μὲν ἄλλο τι, τοῖς δὲ ἄλλο 
τι. 

[D] 6. ἔδεον construiert, wie wenn 
noch ἄλλο τι hinzuzudenken wäre, 
zu dem ἔδεον, wie oben τὸ αὐτό, Ap- 
position wäre, 9, ἐρῶντε. Das Bildvon 
der Liebe zur Bezeichnung .der Hin- 
gabe an die Philosophie ist Platon 
sehr geläufig. Hier knüpft sich vor- 
treffliche Ironie an, die nur durch 
die, freilich nur scheinbare, Selbst- 
ironie des Sokrates gemildert wird. 
Der Gegensatz zwischen den ἀνϑρώ- 
πινα παιδικά und der 'φρόνησις 
wird dem Sinn nach ähnlich wie 
Phaedon 68 A gezeichnet. 10. "Aknı- 
βιάδου die geistigeundsittliche Aus- 
bildung heranwachsender Jünglinge 
ward von älteren hervorragenden 
Männern geleitet, an welche sich 


die Jünglinge meist nach freier 
Wahl anschlossen. Daraus entwik- 
kelte sich oft ein zärtliches Ver- 
hältnis, das mit dem Ausdruck 
ἔρως bezeichnet wird. Der Umgang 
mit Jünglingen gehörte zu Sokrates 
Lebensberuf. _ Alcibiades hatte sich 
besonders innig an ihn angeschlossen 
und Sokrates liebte ihn um seiner 
Geistesgaben willen. Weil Aleibia- 
des aber auch leiblich schön war, 
nannte man ihn im Scherze den Lieb- 
ling (τὰ παιδινα) des Sokrates, ‘g 
Protag. im Anfang. Πόϑεν, ὦ 
φαΐνει : N, δῆλα ἢ, ὅτι, ἀπὸ κυνη- 
γεσίου τοῦ περὶ τὴν ᾿Δἀλκιβιάδου 
ὥραν. Darauf spielt hier ὀνοτοίρμ 
scherzend an. | 


11. δήμου ist zweideutig. DerSohn 
des Pyrilampes, eines reichen, mit 
Perikles befreundeten Atheners hiess 
nämlich auch Demos. Er galt für be- 
sonders schön und war des Kallikles 
Liebling. Dies Verhältnis benutzt 
Sokrates sehr sinnig, um dessen Ver- 
hältnis zum athenischen δῆμος zu 
charakterisieren. Dies Volk bedurfte 
wie ein Knabe des Leitens, aber die 
Redner richteten sich nach seinen 
Launen statt sie zu beherschen. 


12. δεινοῦ erg. λέγευψ. 16 Ein- 
führung durch καίπερ ist ironisch, 
da der eigentliche. Grund jenes Be- 
nehmens eben in derrhetorischen Bil- 
dung liegt. 


ws 


ῳ 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


99 


ὅτι ὁπόσ᾽ ἂν φῇ δου τὰ παιδικὰ καὶ ὅπως ἂν φῇ ἔχειν, οὐ 
δυναμένου ἀντιλέγειν, ἀλλ᾿ ἄνω καὶ κάτω μεταβαλλομένου" Ev 
TE τῇ ἐκκλησίᾳ, ἐάν τι σοῦ λέγοντος ὁ δῆμ ς 6 4ϑηναίων μὴ 
φῇ οὕτως ἔχειν, μεταβαλλόμενος λέγεις ἃ ἐκεῖνος βούλεται, 


‚ καὶ πρὸς τὸν Πυριλάμπους νεανίαν τὸν καλὸν τοῦτον τοιαῦτα 


ἕτερα πέπονθας" τοῖς γὰρ τῶν παιδικῶν βουλεύμασί τε καὶ 
λόγοις οὐχ οἷός T εἶ ἐναντιοῦσϑαι; ὥστε, εἴ τίς ὅου λέγοντος 
ἐχάστοτε, ἃ διὰ τούτους λέγεις, Davnskos ὡς ἄτοπά ἐστιν, 
ἴσως εἴποις ἂν αὐτῷ, εἰ βούλοιο τἀληϑῆ λέγειν, ὅτι, εἰ μή τις 


Β } -»" \ 
ἢ) παύσει τὰ σὰ παιδικὰ τούτων τῶν λόγων, οὐδὲ σὺ παύσει 


ποτὲ ταῦτα λέγων. νόμιξε τοίνυν καὶ παρ' ἐμοῦ χθῆναι ἕτερα 
τοιαῦτα ἀκούειν. καὶ μὴ ϑαύμαξε ὅτι ἐγὼ ταῦτα λέγω, ἀλλὰ 
τὴν φιλοσοφίαν, τὰ ἐμὰ παιδικά, παῦσον ταῦτα λέγουσαν. λέγει 
γάρ, ὦ φίλε ἑταῖρε, ἀεὶ ἃ ἃ νῦν ἐμοῦ ἀκούεις, καί μοί ἐστι τῶν 
ἑτέρων παιδικῶν πολὺ ἧττον ἔμπληκτορ᾽ ὁ μὲν γὰρ Κλεινέξιος 
οὗτος ἄλλοτε ἄλλων ἐστὶ λόγων, ἡ δὲ φιλοσοφία ἀεὶ τῶν αὐτῶν" 
λέγει δὲ ἃ σὺ νῦν ϑαυμάξεις, παρῆσϑα δὲ καὶ αὐτὸς λεγομένοις. 
ἡ οὖν ἐκείνην ἐξέλεγξον, ὅπερ ἄρτι ἔλεγον, ὡς οὐ τὸ ἀδικεῖν ἐστὶ 
καὶ ἀδικοῦντα δίκην μὴ διδόναι ἁπάντων ἔσχατον κακεῖν᾽ ἢ εἰ 
τοῦτο ἐάσεις ἀνέλεγκτον, μὰ τὸν κύνα τὸν 4ἰγυπτίων ϑεόν, οὔ 


[ΕἸ 1. ὅτι — δυναμένου. Eine 
äbnliche Mischung der Construction 
logia Socr. p. 37 B. ἀντὶ τούτου 
δὲ τὰ ἕλωμαι ὧν εὖ οἶδ᾽, ὅτι κακῶν 
ὄντων: -- τὰ παιδικά, die Neutral- 
form wie in den appellativen ‚Demi- 
nutiven γύναιον, μειράκιον ἃ. a., 
um die Selbständigkeit des per- 
sönlichen Wesens zurücktreten zu 
lassen. ‚ Darin kann sich grössere In- 
nigkeit und Herzlichkeit ausdrücken. 
2. ἄνω καὶ κάτω μεταβαλλομέ- 
vov nach allen Richtungen sich wen- 
den, ans einem "Extrem ins andere 
fallen, So activisch Phaedon 96 A. 
πολλάκις ἐμαυτὸν ἄνω κάτω μετέ- 
βαλλον. Aehnlich ἄνω κάτω Werd 
στρέφω Phäcdr. 272 B. μεταπί- 
nteıv Gorg. 493 A τοὺς λόγους 
a a 511 A. 
βουλεύματα sind die launen- 
haften Anschläge des Knaben. 
7. σου λέγοντος und & — λέγεις 
-Pleonasmus, um die Verwunderung 


über das persönliche Benehmen 
und den sachlichen Inhalt der Re- 
den des Kallikles gleich stark her- 
rt zu lassen. 

9. εἰ βούλοιο, schwerlich ist Kalli- 
kles dazu geneigt. 

[482 A] 10. παύσει gleiche 
Form mit verschiedener Bedeutung. 

14. τῶν ἑτέρων παιδικῶν wie 
oben, nach der Stelle des Phaedon, 
εἐνϑρωπίνων. 

[Β] 17. παρῆσϑα δέ. Das δέ stellt 
hier den Gegensatz zu dem in ϑαῦυ- 
uageıg liegenden Begriff des Nicht- 
verstehens dar. Daher liegt ein ge- 
wisser Vorwurf für Kalliklen in die- 
sen Worten, 

18. ὅπερ ἄρτι ἔλεγον bezieht sich 
auf 480 E zurück οὐκοῦν N κακεῖνα 
λυτέον ἢ τάδε ἀνάγκη συμβαίνειν. 

20. μὰ τὸν κύνα. ‚Der Zusatz τὸν 
Αἰγυπτίων ϑεόν ist eine scherzhafte 
Anspielung auf den Thiereultus der 
Egypter. Vgl. Cron. zu Apol. 21 E, 


482 


94 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


σοι ὁμολογήσει Καλλικλῆς, ὦ Καλλίχλεις, ἀλλὰ διαφωνήσει ἐν 
ἅπαντι τῷ βίῳ. καίτοι ἔγωγε οἶμαι, ὦ βέλτιστε, καὶ τὴν λύραν 
μοι κρεῖττον εἶναι ἀναρμοστεῖν Te καὶ διαφωνεῖν, καὶ χορὸν ᾧ 
C χορηγοίην, καὶ πλείστους ; ἀνθρώπους μὴ ὁμολογεῖν μον ἀλλ 
ἐναντία λέγειν μᾶλλον ἢ ἕνα ὄντα ἐμὲ ἐμαυτῷ ra 


εἶναι καὶ ἐναντία λέγειν. 
ΧΧΧΥΥΙΠ. KAA. 


3 


Ὦ, Σώκρατες, δοκεῖς REIS ὴ 


τοῖς λόγοις ὡς ἀληϑῶς δημηγόρος ὥν᾽ καὶ νῦν ταῦτα δημηγο- 
ρεῖς ταὐτὸν παϑόντος Πώλου πάϑος. ὅπερ Γοργίου κατηγόβει 
πρὸς σὲ παϑεῖν. ἔφη γάρ που Γοργίαν ἐρωτώμενον. ὑπὸ σοῦ, 
ἐὰν ἀφίκηται παρ᾽ αὐτὸν μὴ ἐπιστάμενος τὰ δέκαια ὃ τὴν ῥη- 


τορικὴν βουλόμενος uadeiv, 


1, Καλλικλῆς der Name im Gegen- 
satz zu dem pronomen σοὶ und ver- 
bunden mit der Anrede οὖ Καλλέ- 
»Agıg soll den inneren Zwiespalt mög- 
lichst schroff hervorheben, derinKal- 
likles Seele bestehen muss, so lange 
nicht eine Meinung über die andere 
entschieden obgesiegt hat. 


. 3. ἀναρμοστεῖν geht aufden Man- 

el der inneren Harmonie überhaupt, 
Sparer auf den Misklang der ein- 
zelnen Töne unter einander. Es wir- 
ken in der Seele zwei verschiedene 
Prineipien. — 4. χορηγοίην die oben 
zu 472 A erwähnte Art .der Leitur- 
gie, wie sie natürlich nicht für Sokra- 
tes, sondern nur für reiche Leute wie 
Kallikles möglich war. Wie man auf 
die Ehre eines Sieges in dieser Art 
musischen Wettkampfs stolz war, so 
sah man in dem Mislingen eine Nie- 
derlage, ein Unglück, eine Demüti- 
gung für den Choragen. 


Car. XXXVII. Die Rede des Kal- 
. likles zeichnet sich durch Schönheit 
der Form vorzugsweise aus. Er ist 
praktischer Redner, daher wirklich 
Meister der Darstellung. Auf das rhe- 
torische in dieser Rede hat man daher 
auch insbesondere zu achten. 

[C] 7. νεανιεύεσθαι heisst eigent- 
lich sich betragen wie ein Jüngling. 
Gedacht wird vorzugsweise an das 
übermütige, kecke und rücksichtslose 
Benehmen der reichen und stolzen 


εἰ διδάξει αὐτὸν 6 ‚Topyias, 


athenischen PS. Diese Biden 
tung hat namentlich meist das Ad- 
jeetivum vsavırög. So in unserem 
Dialoge 508 D, 509 A. Doch wird 
mitunter auch nur die Frische "und 
Kühnheit, die der Jugend eigen ist, 
damit bezeichnet. In dem Verbum 
wird insbesondere an die‘ Verbildung 
derJugend durch dieSophistik gedacht, 
die sie zu leiehtsinnigen und eitlen 
Reden, auch zur Verteidigung der 
entgegengesetztesten Grundsätze ver- 
leitete ohne Rücksicht auf höhere 
und ernste Lebensinteressen. V 
Phaedros 235 A. καὶ ἐφ αΐνετο, δὲ 
wor νεανιεύεσθαι ἐπιδεικνύμενος 
ὡς οἷόστε ὧν ταῦτα ΡΝ τε καὶ 
ἑτέρως λέγων ἀμφοτέ εἰπεῖν 
ἄριστα. δημηγόρος und πον γονεν 
geht in tadelndem Sinn bald blos auf 
df€ Länge derReden ‚im Gegensatz zu 
dem διαλέγεσϑαι wie Protäg. 586 Β, 
Gorg. 519E, bald, wie hier, auf die 
Wahl der Mittel, durch die man, ein- 
gehend auf dem Volke ‚geläufige An- 
schauungen, den Beifall desselben er- 
strebt, statt die Sache im Auge zu ha- 
ben. Im Munde des Kallikles, der 
wirklich δημηγόρος ist, klingt der 
Vorwurf freilich. sehr sonderbar, Ζιι- 
mal mit dem Zusatz ὡς ἀληϑῶς. 


[Ὁ] 12. αὐτόν nach αἰσχυνθῆναι 
wiederholt nachdrucksvoll das an der 
Spitze stehende, Subject Γοργέαν. 


διὰ τὸ ἔϑος τὶ &. Das Motiv fürGor- 
\ 


: TOPTIA2. 


95 


αἰσχυνθῆναι, αὐτὸν καὶ φάναι διδάξειν a ἔϑος τῶν av- 
ϑρώπων. ὅ ὅτι ἀγανακτοῖεν ἂν εἴ τις μὴ φαίη" διὰ δὴ ταύτην 
τὴν ὁμολογίαν ἀναγκασϑῆναι ἐναντία αὐτὸν αὑτῷ εἰπεῖν. σὲ 
δὲ αὐτὸ τοῦτο ἀγαπᾶν. καί σου κατεγέλα; ὥς γῇ ἐμοὶ doldehe, 
ὀρϑὼς τότε" ψῦν δὲ πάλιν αὐτὸς ταὐτὸν τοῦτο ἔπαϑε. καὶ 
ἔγωγεκατ᾽ αὐτὸ τοῦτο οὐκ ἄγαμαι Πώλον, ὅτι σοι συνεχώφησε 
τὸ ἀδικεῖν αἴσχιον εἶναι τοῦ ἀδικεῖσθαι" ἐκ ταύτης γὰρ αὖ 
τῆς ὁμολογίας αὐτὸς ὑπὸ σοῦ συμποδισϑεὶς ἐν τοῖς “λόγοις 
ἐπεστομίσϑη \ αἰσχυνϑεὶς ὁ ἃ ἐνόει εἰπεῖν. σὺ γὰρ τῷ ὄντι, ὦ 
| Σώκρατες, εἰς τοιαῦτα ἄγεις φορτικὰ καὶ δημηγορικέ, φάσκων 
τὴν ἀλήϑειαν διώκειν, ἃ φύσει μὲν οὐκ ἔστι καλά, νόμῳ δέ. 
ὡς τὰ πολλὰ δὲ ταῦτα ἐναντία ἀλλήλοις ἐστέν, ἥ τε φύσις καὶ 
ὁ νόμος ἐὰν οὖν τις αἰσχύνηται καὶ μὴ τολμᾷ “λέγειν ἅπερ 
νοεῖν ἀναγκάζεται ἐναντία λέγειν. ὃ δὴ καὶ σὺ τοῦτο τὸ σοφὸν 


2 κατανενοηκὼς BERONUyERE ἐν τοῖς λόγοις, ἐὰν μέν τις κατὰ 


νόμον. λέγῃ . κατὰ φύσιν. “ὑπερωτῶν, ἐὰν δὲ τὰ τῆς φύσεως, 
τὰ τοῦ ᾿ θύμον. ὥσπερ αὐτίκα ἐν τούτοις. τῷ ἀδικεῖν τε καὶ 


glas. war nach Polos undKallikles nur 
ein äusseres, die Nachgiebigkeit ge- 
gen die hergebrachte i öffentliche Mei- 
nung.‘ Daher ist ὅτε dyav. als 
‚Causalsatz und Epexegese hierzu zu 


" fassen. 


. 1. διὰ τὸ ἔϑος nicht mit διδάξειν, 
sondern mit φάναι zu verbinden. 
4. ἀγαπᾶν vgl. 461 (0) δὴ ἀγα- 


ng. Das folgende ἄγαμαι in der Be- 


deutung, ‚die sonst gewöhnlich ἀγα- 


ον, hat „zufrieden sein“ bildet da- 


zu ein Wortspiel. Ueber die Beden- 
tung vgl. 526 Ὁ, ausserdem 449 Ὁ, 
488 C, 480 Ὁ. 
᾿8. συμποδισϑεὶς. -- ἐπεστο- 
σϑη. Zwei Bilder sind in eins ver- 
unden. Die Beweise des Sokrates 
sind Fussfesseln für Polos geworden 
(wie für ein wildes Thier), die seine 
freie Bewegung hinderten. Dann 
wurde ihm, wie einem Pferde, ein Ge- 
biss angelegt, d. h. er selbst zum 
Schweigen gebracht. 

9. τῷ ὄντι bestätigt die Richtig- 
‚keit des von Polos dem Sokrates ge- 
machten Vorwurfs. 10. φορτικά. ein 
bei Platon - nicht seltenes Wahl. be- 


zeichnetdie verfänglichen Fragen vgl. 
Apol. 52, Euthyd. 287 A. 11. φύσει 
— νόμῳ den Widerspruch zwischen 
natürlichem und positivem Recht (Ge- 
setz) hat zuerst Hippias von Elis be- 
hauptet, vgl. Protag. 337 C,D. Xen. 
Mem. I, 2,40 und IV, 4,14,  Seit- 
dem wurde dieser Satz von allen So- 
phisten und ihren Anhängern zum Ge- 
meinplatz eshoben, Gorgias selbst hat 
ihn wol nicht vertreten, aber seine 
Lehre lässt sich doch auf dieses Prin- 
eip zurückführen, das nun Kallikles 
enthüllt. 

[483 A] 14. τὸ σοφὸν spöttisch, der 
Kunstgriff im Sinne der sophistischen 
Eristik, mit welcher Kallikles den So- 
krates auf eine Linie stellt. Daher 
wendet er aufihn auch’den Ausdruck 
κακουργεῖν an, der für-das hinterli- 
stige Beinstellen im Gespräche bei den 
Eristikern gebräuchlich war. Vgl. de 
rep. 341 A, wo Thrasymachos mit den 
Worten οὔτε γὰρ ἄν μὲ λάϑοις κα- 
κουργῶν dagegen gerüstet zu sein 
meint. Ebendaselbst 338D. Aus der- 
selben Voraussetzung bestimmt sich 
die Waln des compos. ὑπερωτῶν, 


‚483 


96 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


τῷ ἀδικεῖσθαι, IMskov τὸ κατὰ νόμον αἴσχιον λέγοντος, σὺ 
τὸν νόμον ἐδιώκαϑες κατὰ φύσιν. φύσει μὲν γὰρ πᾶν αἴσχιόν 
ἐστιν ὕπερ καὶ κάκιον, τὸ ἀδικεῖσθαι, νόμῳ δὲ τὸ ἀδικεῖν 
οὐδὲ γὰρ ἀνδρὸς τοῦτό y ἐστὶ τὸ πάϑημα, τὸ ἀδικεῖσϑαι, ἀλλ 
ἀνδραπόδου τινός, ᾧ κρεῖττόν ἐστι τεϑγάναι ἢ ξῇν, ὃ οστίς adı- 
κούμενος καὶ προπηλακιξόμενος μὴ οἵόστε ἐστὶν αὐτὸς αὑτῷ, 
βοηϑεῖν μηδὲ ἄλλῳ οὗ ἂν κήδηται. ἀλλ᾽, οἶμαι, οἵ τιϑέμενοι. | 
τοὺς νόμους οὗ ἀσϑενεῖς ἄνϑρωποί εἰσὶ καὶ ol πολλοί. πρὸς. 
αὑτοὺς οὖν καὶ τὸ αὑτοῖς συμφέρον τοῦς τε νόμους τέϑενται 
καὶ τοὺς ἐπαίνους ἐπαινοῦσι καὶ τοὺς ψόγους ψέγουσιν, ἐχκφο- 
βοῦντες τοὺς ἐρρωμενεστέρους τῶν ἀνθρώπων καὶ δυνατοὺς 
ὄντας πλέον ἔχειν, ἵνα μὴ αὐτῶν πλέον ἔχωσιν, [λέγουσιν 
ὡς αἰσχρὸν καὶ ἄδικον τὸ πλεονεκτεῖν, καὶ τοῦτο ἔστι τὸ ἀδι- 


2. ἐδιώκαϑες κατὰ φύσιν. So- 
krates habe das Zugeständnis des 
Polos behandelt — darnach seine 
Schlüsse gezogen — als ob darin zu- 
gestanden sei, dass das Unrechtthun 
nach der Natur d.i. ansich hässlicher 
seialsUnrechtleiden. Denn, so schliesst 
sich das Folgende hier an, das von 
Natur Hässliche falle mit dem Schlech- 
ten zusammen — das sei aber gerade 
das Unrechtleiden, daraus dürfe aber 
nicht der umgekehrte Schluss auf das 
durch das Gesetz für hässlicher er- 
klärte gezogen werden, dass es auch 
das grössere Uebel sei. S. übrigens 
den Anhang. τὸ ἀδικεῖσϑαι ist ee 
exegese zu πᾶν. 


[B] 4. οὐδὲ γὰρ bildet den Ueber- 
gang zur Beurteilung der Ansicht des 
Sokrates an sich, während seither nur 
von seinem Verfahren gegen Polos 
die Rede war. 


5. ἀνδραπόδου. Der Sklave lei- 
det, der freie Mann handelt, aber ein 
Recht des Schwächern gibt es nicht, 
daher auch keiu Unrecht gegen ihn. 
ᾧ κρεῖττον rhetorischer Zusatz ;.doch 
entspricht dieses Urteil der Grundan- 
sicht desKallikles, wornach Leben eben 
so vielheisst als Handeln,Herschen und 
Geniessen. — αὐτὸς αὐτῷ βοηϑεῖν. 
Auch diesen Ausdruck unterzieht So- 


krates später einer genaueren Prü- 
fung, indem er zeigt, worin die wahre 
Selbsthülfe bestehe. Hier wird jeder 
äusserlich auf Selbsthülfe angewie- 
sen; der Staat also ganz aufgehoben, 


7. αλλ᾽, οἶμαι. Die folgende Er- 
klärung von dem Ursprung des posi- 
tiven Rechtes dient zur Begründung 
der von Kallikles behaupteten höhe- 
ren Geltung des natürlichen avechvens 
S. den Anhang. 


8. καὶ οἵ πολλοί. Diendr. δ νὰ 
enthält gerade die wesentliche Be- 
stimmung, die Kallikles absichtlich in 
den Hintergrund drängt, weilihm der 
Gegensatz zwischen „stärker und 
schwächer“ für die Erklärung wichti- 
ger ist. Gegen die darin liegende Er- 
schleichung wendet sich Sokrates zu- 
erst. 488 Ὁ. f. — πρὸς αὑτούς näm- 
lich βλέποντες. 


10. ἐπαίνουςυαπά ΡΡΑΤΛΗΣΣ Gesetz- 
liche Gebote und Verbote erscheinen 
dem Kallikles nur nach ihrer subjec- 
tiven Seite als lobende oder tadelnde 
Urteile über den Wert der Handlun- 
gen. 


[0] 13. πλεονεκτεῖν ist der Ki, 
druck für alles. egnleehe Streben. 
Vgl. Phaedon 91 B. καὶ ϑέασαι ὡς 
πλεονελτικώς. 


ΓΟΡΓΊΑΣ. τὰ 97 


κεῖν, τὸ πλέον τῶν ἄλλων ξητεῖν ἔχειν" ἀγαπῶσι γάρ, οἶμαι, 
erg ἂν τὸ ἴσον ἔχωσι φαυλότεροι ὄντες. 

ΟΧΧΧΙΧ. Διὰ ταῦτα δὴ νόμῳ μὲν τοῦτο ἄδικον καὶ al- 
RE λέγεται." τὸ πλέον ξητεῖν. ἔχειν τῶν πολλῶν, καὶ ἀδικεῖν 
χὐτὸ καλοῦσιν" ἡ δέ γε; οἶμαι, φύσις αὐτὴ ἀποφαίνει αὐτό, ; 
2 δίκαιόν ἐστι τὸν ἀμείνω τοῦ χείρονος πλέον ἔχειν καὶ τὸν 

να τώτερον τοῦ ἀδυνατωτέρου. δηλοῖ δὲ ταῦτα πολλαχοῦ 
ιδν οὕτως ἔχει. καὶ ἐν τοῖς ἄλλοις ξώοις, καὶ τῶν ἀνθρώπων 
ἐν ὅλαις ταῖς πόλεσι καὶ τοῖς γένεσιν, ὅτι οὕτω τὸ δίέκαιον 
“κέχριται, τὸν κρείττω τοῦ ἥττονος ἄρχειν καὶ πλέον E ἔχειν. 
ἐπε ποίῳ δικαίῳ χφώμενος Ξέρξης ἐπὶ τὴν Ἑλλάδα ἐ ἐστράτευ- 
σεν ἢ Mi ὁ πατὴρ αὐτοῦ ἐπὶ Σκύϑας ἡ ἢ --- ἄλλα μυρία ἄν τις 
τοιαῦτα λέγειν" ἀλλ, οἶμαι», οὗτοι κατὰ φύσιν ἰτὴν τοῦ 
ἡ καίου] ταῦτα πράττουσι, καὶ ναὶ μὰ Ale κατὰ νόμον γετὸν τῆς 
᾿φύσεωρ, οὐ » μέντοι ἴσως κατὰ τοῦτον, ὃν ἡμεῖς τιϑέμεϑα 


1. ἀγαπῶσι spöttisch, weil in der stellung gleichgeordneter Glieder of- 
Genügsamkeit sich die Schwäche aus- fenbart. Der Mensch wird übrigens 
prägen soll. Bei τὸ ἔσον denkt Kalli- hier dem Thiere gleichgestellt. 
kles an den Hauptgrundsatiz der de- 9, ὅλαις ταῖς πόλεσι Gegensatz zu 
mokratischen Staaten, die loovo ία den einzelnen Individuen. 
und ἰσότης Aller. Thue. 1, 27/ ἐπ ın 10. κέκριται zum Unterschiede von 
ἴση καὶ ὁμοίᾳ. νενόμισται.--- δὰ ἄρχειν, das eigent- 

Car. ΧΧΧΙ͂Χ. 3. Διὰ ταῦτα δή. liche Ziel derDeduetion, schleicht sich 
 Vebergang i in recapitulierender Form. alsStütze des πλέον ἔχειν ein. 11. ἐπεὶ 
Dadurch ‚tritt der Gegensatz rheto- ποίῳ δικαΐέῳ nicht schlechthin nega- 
ἼΩΝ in ein helleres Licht. Für die- tiv, sondern welches andere Recht 
sen selbst wird eine Art von Beweis hatte Xerxes (als das der Natur)? 
versucht. S. den Anhang. Die Wahl des Beispiels zeigt, dass 

[Ὁ] 6. ἀμείνω hier gleichbedeu- mit der unsittlichen Lebensanschau- 
tend mit κρείττω. Absichtlich wird ung auch Mangel an natienalem 
der Unterschied verwischt. Kallikles Bewusstsein sich verknüpft. Kalli- 
hat auch die geistige Ueberlegenheit kles selbst fühlt das Anstössige des 
des. rhetorisch Gebildeten über die Beispiels, dureh das. er Xerxes als 
grosse Menge imSinn. δυνατώτερον ἀμείνω und δυνατώτερος τῶν EA- 
ist daher Folge der ersten Bestimmung. Anvov hinstellen würde und- springt 

ἢ, δηλοῖ absolut. Mitunter vertritt daher über anf den Zug des Dareios 
αὐτό die Stelle des Subjects (die gegen die Scythen. 

Sache selbst), wie Prot.329B. Aehn- [ΕἸ 12. ἄλλα μυρία rhetorische 
lich δείξει, δηλώσει, διδάξει, wobei Steigerung ins Ungemessene, 13. οἷ- 
auch αὐτό stehen und fehlen kann. wer zuversichtlich. 
— πολλαχοῦ übertragen auf That- 14. ναὶ μὰ Ale κατὰ κ. τ. A. 
sachen, Vorfälle. Be eh konnt Geistreiches Spiel mit dem Worte 
Rep. III, 414 C. πρότερον τὸ ν ἤδη νόμος. Auch die Natur hat ihr Ge- 
πολλαχοῦ γεγονός. 8. καὶ ἐν τοῖς setz (Recht). 
ἄλλοις ξώοις. Man beächte die Fülle 15. ἡμεῖς verächtlich ‚wir Men- 
‚der Rede, die sich in der Zusammen- schen“. 

Platons ausgew. Dialoge. II. 7 


484 


98 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἢ 


Ἂν, 


πλάττοντες τοὺς βελτίστους καὶ ἐρρωμενεστάτους ἡμῶν αὖ- 
τῶν, ἐκ νέων λαμβάνοντες, ὥσπερ λέοντας κατεπάδοντές 

καὶ γοητεύοντες καταδουλούμεϑα λέγοντες, ὡς τὸ ἴσον ygi 

ἔχειν καὶ τοῦτό ἐστι τὸ καλὸν καὶ τὸ δίκαιον. ἐὰν δέ γὲ, ul 
φύσιν ἱκανὴν γένηται ἔχων ἀνήρ. πάντα ταῦτα ἀποσεισάμε- 
vog καὶ διαρρήξας καὶ διαφυγών, καταπατήσας τὰ ἡμέτερα 
γφάμματα καὶ μαγγανεύματα καὶ ἐπῳδὰς καὶ ᾿νόμους τοὺς 


παρὰ φύσιν ἅπαντας, ἐπαναστὰς ἀνεφάνη δεσπότης ἡμέτερος 


1. πλάττοντες drückt das Willkür- 
liche und Künstliche aus, vgl.Apol. An- 
fang: πλάττοντι λόγους. Das Mittel 
den willkürlich gemachten Gesetzen 
Anerkennung zu verschaffen ist die 


. schlau berechnete Erziehung. Kalli- 


kles hat zu erklären, warum sich bei 
Individuen das Recht von Natur 
noch nicht geltend gemacht habe. 


2. ἐκ νέων λαμβάνοντες. Vgl. 
Apol. 18 B. ἐκ παέδων παραλαμ- 
βάνοντες. Dergewöhnliche Ausdruck 
für das ‚in die Schule nehmen“ ist 
das Compositum. Es wird hier ver- 
mieden, um die sinnliche Bedeutung 
des gewaltsamen, zwangsweisen Ver- 
fahrens vorwiegen zu lassen, Man 
macht sie zu Gefangenen. — ὥσπερ 
λέοντας κατεπάδοντες. Das Gleich- 
nis veranschaulicht mit  Bitter- 
keit die Unterdrückung der sog. na- 
türlichen Freiheit, indem es die Er- 
ziehung mit der Zähmung wilderThiere 
vergleicht (καταδουλούυμεδϑα). κατ- 
ἑπάδειν geht auf das Besprechen 
durch bestimmteFormeln, sittlicheVor- 
schriften ; γοητεύειν auf die Anwen- 
dung von Zaubermitteln, Lohn und 
Strafe. Von den dialektischen Be- 
weisen des Sokrates gebraucht diesel- 
ben Ausdrücke Menon p. 80 A. καὶ 
νῦν, ὡς γ᾽ ἐμοὶ δοκεῖς, “γοητεύεις 
μὲ καὶ φαρμάττεις καὶ ἀτεχνῶς 
κατεπᾷάδεις. Ohne Ironie, nurscherz- 
"haft, steht ἐπάδειν Phaedon 77 E. 
ἐπωδή Charm. 155 E. : 


[484 ΑἹ 4. ἐὰν δέ ye steigernd 
„gar“. 5. φύσις ἵκανή ἰδὲ eine Na- 
tur, die allen Schwierigkeitengewach- 
sen ist, umgekehrt wie κακὸν ἵκανόν 


Ἷ 


ein Uebel war, gegen das ὌΝ nicht 
ankommen kann 480 A. ἀνήρ mit 
Emphase ein rechter Mann i I egei 
satz zu Evög&nodoV. — ἐὰν γένηται 
Kallikles zweifelt nicht, dass er ko m 
men werde — der zukünftige 
— ἀποσεισάμενος κ. τ. A. Man be- 
achte die rhetorischeHäufung un 
gerung. 6. διαφυγών erinnert an das 
von Polos bereits Gesagte. — καταπα- 
τήσας versinnlicht die Verachtung des 
Siegersgegen dasHergebrachte, Schon 
Homer lässt Il. IV, 157 den Agamem- 
non von den eidbrüchigen Troern er 
gen κατὰ δ᾽ ὅρκια πιστὰ πάτησαν.. 


T. γράμματα κ. τ. A.  Absteigen 
Klimax. Die γρ. sind die ‚geschriebe- 
nen Gesetze im Gegensatz zu den un- 
geschriebenen, von Natur dem Men : 
schen eingepflanzten. Dass man end 
Gesetze aufschreiben muss, zeigteben 
ihre Schwäche (vgl. πλάττοντες τι- 
ἁγέμεϑα). — μαγγανεύματα, ‚ent- 
spricht ‚dem yonrevovreg. πῳ- 
δάς folgt nach, weil inhaltslose 
Formeln den geringsten Wert besitzen. 
Auch die Nachstellung von τοὺς 
παρὰ φύσιν ist für Kallikles mi 
tung charakteristisch. 


8. Mit ἐπαναστάς beginnt der Ge- 


. gensatz (Contrast). Es wird von dem 


gebraucht, der darniederlag und nun 
unvermutet, seine ‚Kraft offenbart, 
Der Aorist in. ἀνεφάνη dient dem 
rednerischen Zweck. — ἡμέτερος 


gehört grammatisch nur zu δεσπό- 


ΠΑ logisch auch zu 'δοῦλος. — -- 
ἐξέλαμψε poetisches Wort. Rep. 
IV, 435 A wird es vom Aufleuchten 
des Gerechtigkeitsbegriffes gebraucht, 


ἐν ᾧ λέγει 6 ὅτι 


' 0 Pe φησίν, 


τε καὶ ἡττόνων. 


νΝ 


Β] ως δοκεῖ δέ wor bildet den 
zu einem neuen Argu- 
‚ment, der Autorität desPindar. Kal- 
‚likles erkennt 80 in seiner Beweis- 
ührung an, was er durch sie be- 
ä ıpft, die Autorität.. Kenntnis der 
Dichter ist Erfordernis der Zeitbil- 


'dung. Die Verse des Pindaros 
nasen Peine ent.. ae) Scho- 
‚liast noch hinzu: ργοισιν 
᾿Ἡρακλέος" ἐπεὶ Γηρυόνα βόας 


Κυχλωπίων ἐπὶ προϑύρων Εὐ- 
ρυσῦ ἀναιτήτας τε καὶ ἀπρι- 
ατὰς ἡλαᾶσεν. Da wir den Zusam- 
‚menhang nicht kennen, in dem diese 
Verse standen, so lässt sich Pindars 
inng daraus nicht mit Sicherheit er- 
essen. Pindarssittliche Anschau- 
ὩΣ enoniert sonst keineswegs mit 
1 de Grundsätzen des Kallikles. Der 
ı der Stelle ist, dass es ein Gesetz 
m sich alle unterwerfen müs- 
‚sen, obwol es Gewaltthat zum Recht 
‚mache Ἢ, dass es übermächtig 
über menschlichen Satzungen stehe. 
Pindar denkt bei diesem Gesetz offen- 
'bar an die Aussprüche des selbst über 
den Göttern stehenden Schicksals. 
Geryones, der Sohn des Chrysaor 
(des Blitzes) und der Okeanide Kal- 
lirrhoe (der Flut), war ein Riese mit 


- 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


99 


ὁ δοῦλος, : καὶ ἐνταῦϑα ἐξέλαμψε. τὸ τῆς φύσεως δίκαιον. δοκεῖ Β 
‚de μοι καὶ “Πίνδαρος. ἅπερ ἐγὼ λέγω ἐνδείκνυσϑαι Ev τῷ 


᾿Ψόμος. ὁ πάντων βασιλεὺς 
᾿ϑνατῶν τε καὶ ἀϑανάτων᾽ 


ἄγει δικαιῶν τὸ βιαιότατον | 

ὑπερτάτᾳ χειρί" τεκμαίρομαι. 

ἔργοισιν Ἡρακλέος, ἐπεὶ ἀπριάτας --- 

γει οὕτω πως" τὸ γὰρ ἄσμα οὐκ ἐπίσταμαι" λέγει δ᾽ ὅτι οὔτε 
10 1Eevog οὔτε δόντος τοῦ ‚Tngvövov ἠλάσατο τὰς βοῦς, ὡς 

οὕτου ὄντος τοῦ δικαίου φύσει, καὶ βοῦς καὶ τἄλλα κτήματα 

εἶναι. πάντα τοῦ βελτίονός τε καὶ κρλίετρδλδ τὰ τῶν χειρόνων 


XL. Τὸ μὲν οὖν ἀληϑὲς οὕτως ἔχει, alas δέ, ἂν ἐπὶ 


drei Leibern und drei Köpfen. Er 
wohnte mit seinem Hunde Orthos auf 
der fruchtbaren Insel Eurytheia im 
Besitze grosser Rinderheerden. Diese 
entführte ihm Herakles auf seinem 
von der Sage gefeierten Zuge. "Vgl. 
Preller Mythol. II, 141—149. 


10. Nach ἀσπρεάτας hält Kallikles 
ein, indem ersich besinnt, dann bricht 
er ab, weil er das Folgende nicht im 
Gedächtnis gegenwärtig hat. ἀπριό- 
τὰς ist schon vorausgenommen. 


11. Warum wird das Medium ἠλά- 
σατο von Kallikles an die Stelle des 
pindarischen Activ gesetzt? — ὡς τού- 
του ὄντος kennzeichnet die Anwen- 
dung auf das Recht von Natur als 
durch Kallikles selbst gemacht. 


[6] 13. τὰ τῶν χειρόνων. Beachte 
die rhetorische Wortstellung. 


Car. XL. 15. τὸ μὲν οὖν ἀληϑές 
Uebergang zu einem neuen Theil, der 
sich mit dem Werte der Philosophie 
beschäftigt. Die Verbindung mit dem 
vorhergehenden liegt darin, das K. 
in der Philosophie das Hindernis 
erblickt, um deswillen Sokrates die 
Wahrheit des von ihm Gesagten nicht 
erkenne, 

7* 


D 


\ 


100 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


τὰ μείξω ἔλϑῃς ἐάσας ἤδη φιλοσοφίαν. φιλοσοφία γάρ τοέέστιν. 
ὦ Σώκρατες, χαρίεν, ἂν τις αὐτοῦ μετρίως ἅψηται ἐν τῇ md | 
ἐὰν δὲ περαιτέρω τοῦ δέοντος ἐνδιατρίψῃ, διαφϑορὰ τῶν ἀν 
ϑρώπων. ἐὰν γὰρ καὶ πάνυ εὐφυὴς ἢ καὶ πόρρω τῆς ἡλικίας φι- 
λοσοφῇ. ἀνάγκη πάντων ἄπειρον γεγονέναι ἐστέν, ὧν χρὴ ἔμ- 
πειρον εἶναι τὸν μέλλοντα καλὸν κἀγαϑὸν͵ καὶ εὐδόκιμον 
ἔσεσϑαι ἄνδρα. καὶ γὰρ τῶν νόμων ἄπειροι γίγνονται τῶι 
κατὰ τὴν πόλιν, καὶ τῶν λόγων, οἷς δεῖ χρώμενον ὁμιλεῖν [ἐν 
τοῖς συμβολαίοιρ] τοῖς ἀνϑρώποις καὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσίᾳ, κα 
τῶν ἡδονῶν τε καὶ ἐπι ϑυμιῶ ὧν τῶν ἀνϑρωπξέων;καὶ συλλήβδην 
τῶν ἠϑῶν παντάπασιν ἄπειροι γίγνονται. ἐπειδὰν οὖν Ed 
σιν εἴς τινα ἰδίαν ἢ πολιτικὴν πρᾶξιν, καταγέλαστοι γίγνον 
ται, ὥσπερ γε, οἶμαι, οἵ πολιτικοί, ἐπειδὰν αὖ εἰς τὰς ὑμετέ 
ρας διατριβὰς ἔλϑωσι καὶ τοὺς λόγους. ἀῤῥειον δὴν εἶσι 


1. ἐπὶ τὰ μείξω unbestimmter. 


aber doch vielsagender Ausdruck, in- 
dem damitindirect diePhilosophie ἃ: 
geschätzt wird. 


2. χαρέεν mit vornehmer Herab- 
lassung, anerkennend und doch ver- 
urteilend vgl. 485 B. — ἐν τῇ ἡλι- 
κίᾳ ist die dafür geeignete Zeit; wie 
aus πόρρω τῆς “ἡλικίας und. πε- 
ραιτέρω τοῦ δέοντος sich ergibt, die 
Jugendzeit. 


3. διαφϑορά. Das Substantiv 
drückt den Begriff stärker aus als das 
Verbum διεαφϑείρεν thun würde. 
Kallikles nimmt fast Orakelton an. 


[Ὁ] 6. Was καλὸς καἀγαϑός be- 
zeichnet nach dem Sinn des Kallikles 
ergibt schon das beistehende εὖδό- 
%ıwog, der Mann, der durch prakti- 
sche Thätigkeit sich Ruhm und Ehre 


. erwirbt. 


7. τῶν νόμων scheinbar im Wider- 
spruch mit seiner oben dargelegien 
Ansicht über die Gesetze, legt Kalli- 
kles ihrer Kenntnis hohen Wert bei, 
aber freilich nicht um sie zu befolgen, 
sondern weil diese Kenntnis ein Mit- 
tel wird für die praktische Thätigkeit 
des Redners. 


8. ὁμιλεῖν auch Bdkrares hat ne 
A die ψυχή des Redners als φύ 
δεινὴ προσομιλεῖν τοῖς ck air 
bezeichnet. Platon verlangt aber 
Phädrus, darauf gestützt, ein wir 
ches Wissen von den Selena 
den und Thätigkeiten der ΕΠ 
von dem Redner;also Kenntnis der 
losophischen Disciplin der Psycholc 
gie. Dagegen will Kallikles aus der 
Umgang mit Menschen also der 
fahrung die Kenntnis nur der ndo 
ναΐ und ἐπιϑυμέαι gesammelt wi. 
sen, nicht um diese zu beherschen, son 
dern ihnen Rechnung zu magen ode | 
nachzugeben. 


11. τῶν ἡϑῶν fasst a ganze 1: 
ben mitden Bestimmungsgründen ‚de ı 
Handelns in einem Ansdruck zusam 
men. 


[ΕἸ 13. ὥσπερ γε, macht eine Con 
cession, um einem an 
wurf die Spitze abzubre 


14. διατριβάς wird mit Verlich | 
von philosophischen Unterredun 
gebrancht wie Apol. 37 C.. οὐχ o 
TE ἐγένεσϑε ἐνεγκεῖν τὰς ἐμὰς δια. 
τριβὰς καὶ τοὺς λόγους. Vgl. Char 
mides 153 A. ἦα ἐπὶ τὰς BERN | 
διατριβάς Theaet. 172 E, 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 101 


συμβαίνει γὰρ τὸ τοῦ Εὐφισάδομι: λαμπρός T ἐστὶν ἕκαστος 
| ἐν τούτῳ, 
|  ... κἀπὶ τοῦτ᾽ ἀκεῖκλα, 
“νέμων τὸ πλεῖστον ἡμέρας τούτῳ μέρος, 
Si } iv αὐτὸς αὑτοῦ τυγχάνει βέλτιστος @v' 
ὅπου δ᾽ ἂν φαῦλος ἢ, ἐντεῦϑεν φεύγει καὶ λοιδορεῖ τοῦτο, τὸ 
| “δ᾽ ἕτερον ἐπαινεῖ “ εὐνοίᾳ τῇ ἑαυτοῦ, ἡγούμενος οὕτως αὐτὸς 


ar 


Ἀν. 


-μετασχεῖν" φολοσοφίας μὲν ὅσον παιδείας χάριν καλὸν μετέ- 
χειν, καὶ οὐκ αἰσχρὸν μειρακίῳ ὄντι φιλοσοφεῖν ἐπειδὰν δὲ 


β ἑαυτὸν ἐπαινεῖν. ἀλλ᾽, οἶμαι; τὸ ὀρϑότατόν ἐστιν ἀμφοτέρων. 


ἤδη πρεσβύτερος ὦ ὧν ἄνϑρωπος ἔτι φιλοσοφῇ, καταγέλαστον, 
Σώκρατες, τὸ χρῆμα γίγνεται, καὶ ἔ ἔγωγε ὁμοιότατον πάσχω 


πρὸς τοὺς φιλοσοφοῦντας ὥσπερ πρὸς τοὺς ψελλιξομένους 


ΤΕ τὸτοῦ ᾽ Εὐριπέδου. Gerade Euri- 
Slis wurde, weil seineDramen an Sen- 
tenzen reich waren und er selbst der 
sophistischen Anschauung nicht fern 
stand, von Sophisten und Rednern 
gern citiert. Die angeführte Sentenz 
ist der Antiope entnommen (s. u.) 
3. κἀπὶ τοῦτο und τούτῳ erhalten ihre 
Erklärung durch den mit ἕνα einge- 
leiteten Satz, „welcher das Fach 
umschreibt, in dem jeder mit Erfolg 
thätig ist. Die Worte λαμπρός τ᾽ 

iv ἕκαστος ἐν τούτῳ sind nicht 
ganz. getreu dem Original entlehnt, 
da sie einen anderen Ausgang der 
Sentenz erwarten liessen, nämlich den 
in νέμων κ. τ. A. liegenden Gedan- 
ken (womit er sich fortwährend ΤΣ 
schäftigt hat). 

[485 A] 7. εὐνοίᾳ. τῇ ἑαυτοῦ. 
Der sophistischen Bildung . liegt es 
nahe, statt aus der Natur der Sache, 
ersönliche und subjective Er- 
ärungsgründe Aufzusuchen. Kalli- 
* kles merkt übrigens, dass er mit der 
dem Euripides entlehnten Sentenz sich 
selber. richtet. Daher sucht er vorzu- 
"ἢ, indem er den Scheinannimmt, 

ewege er sich in der Mitte zwi- 
schen zwei Extremen (τὸ ὀρϑότα- 
τόν ἐστιν ἀμφοτέρων μετασχεῖν). 

- 9, ὅσον παιδείας χάριν. Der Ge- 
- gensatz ist aus Protagor. 312 B zu 
erkennen: τούτων σὺ ἑκάστην οὐκ 


ἐπὶ τέχνῃ ἔμαϑες, ὡς δημιουργος 
ἐσόμενος, ἀλλ᾽ ἐπὶ παιδείᾳ. Allge- 


meine Bildung war ein Schlagwort 


dieser Zeit wie am deutlichsten er- 
sichtlich ist aus Soph. 229 Ὁ. Θεαέ- 
τητος. Οἶμαι μὲν οὖν τὸ μὲν ἄλλο 
(μέρος) δὴ ἡ ον πα! διδασκαλίας, 
τοῦτο δὲς νϑαάδε γε παιδείαν δι᾽ 
ἡμῶν κεχλῆσϑαι, woraufder Fremd- 
ling antwortet: καὶ γὰρ σχεδὸν ἐν 
πᾶσιν Βλλησιν. Vgl. auch 487 Β 
u. Protag. 318 E und Theaet. 145 A. 


10. καὶ οὐκ αἰσχρόν schwächt das 


vorher in καλόν gegebene Zugeständ- . 


nis wieder ab und leitet zu der Be- 
schränkung über, die in μειρακέῳ 
eingeführt wird. Daran reiht sich 
wieder eine Antithese. 


-[B] 12. «πάσχω πρός wie Apol. 21 
C. πρὸς ὃν ἐγὼ σκοπῶν τοιοῦτόν 
τι ἔπαϑον. Der Vergleich, so sinnig 
die darin ausgesprochene Beobach- 
tung ist, passt hier nicht. _Er veran- 
schaulicht nur den subjectiven Ein- 
druck, den das Philosophieren in ver- 
schiedenen Lebensaltern aufKallikles 
macht. Daher umschreibt er nur rhe- 
torisch die Behauptung, dass Philo- 
sophieren für einen Mann sich nicht 
mehr schicke. Dem Kallikles schwebt 
jedoch noch ein anderes tertium com- 
parationis vor, dasernicht ausspricht. 
Die Gegenstände der philosophischen 
Untersuchung bieten kein ernstes In- 


485 


102 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


καὶ παίξοντας. ὅταν μὲν γὰρ παιδίον ἴδω [ᾧ ἔτι “ὡμμνἃ 
διαλέγεσϑαι οὕτω] ψελλιξόμενον καὶ παῖξον, χαίρω τε καὶ 
χαρέεν μοι φαίνεται καὶ ἐλευϑέριον καὶ πρέπον τῇ τοῦ παι- 
δέου ἡλικίᾳ, ὅ ὅταν δὲ σαφῶς διαλεγομένου παιδαρίου ἀκούσω, 
πικρόν τί μοι δοκεῖ χρῆμα εἶναι καὶ ἀνιᾷ μου τὰ ὦτα καί wol 
δοχεῖ δουλοπρεπές τι εἶναι" ὅταν δὲ ἀνδρὸς ἀκούσῃ τις ψελ- 
C λιξομένου ἢ παίζοντα ὁρᾷ 3 καταγέλαστον φαίνεται καὶ ἄναν- 
δρον καὶ πληγῶν ἄξιον. ταὐτὸν οὖν ἔγωγε τοῦτο πάσχω καὶ πρὸς 
τοὺς φιλοσοφοῦντας. παρὰ [νέῳ] μὲν γὰρ μειρακίῳ ὁ ὁρῶν φιλο- 
σοφίαν ἄγαμαι, καὶ πρέπειν μοι δοκεῖ, καὶ ἡ ἡγοῦμαι ἐλεύϑερόν 
τινα εἶναι τοῦτον τὸν ἄνϑρωπον, τὸν δὲ μὴ φιλοσοφοῦντα 
ἀνελεύϑερον καὶ οὐδέποτε οὐδενὸς ἀξιώσοντα ἑαυτὸν οὔτε 
καλοῦ οὔτε γενναίου πράγματορ᾽ ὅταν δὲ δὴ πρεσβύτερον 
ἴδω ἔτι φιλοσοφοῦντα καὶ μὴ ἀπαλλαττόμενον, πληγῶν. μοι 
δοκεῖ ἤδη δεῖσθαι, ὦ Σώκρατες, οὗτος ὁ ἀνήρ. ὃ γὰρ νῦν δὴ 
ἔλεγον, ὑπάρχει τούτῳ τῷ ἀνθρώπῳ, κἂν πάνυ εὐφυὴς ἢ, 
ἀνάνδφῳ γενέσϑαι. φεύγοντι τὰ μέσα τῆς πόλεως καὶ τὰς 
ἀγοράς, ἐν αἷς ἔφη 6 ποιητὴς τοὺς ἄνδρας ἀριπρεπεῖς. 
yiyvsodaı, καταδεδυκότι δὲ τὸν λοιπὸν βίον βιῶναι war 


teresse, gleichen also der παιδιά, 
ferner das Abmühen an einzelnen 
Begriffen dem ψελλέξζεσϑαι. Dagegen 
ist das σαφῶς διαλέγεσϑαι Sache 
des Redners. 


3. ἐλευϑέριον kann es Kallikles 
nennen im Gegensatz zu dem Zwang, 
den das Kind seiner Natur anthun 
muss, wenn es deutlich reden soll. 
Der Gegensatz wird daher durch dov- 
λοπρεπὲς gebildet, wie zu γαρέεν 
durch πικρόν. Uebrigens muss der 


Begriff der Freiheit je nach der Al- 


tersstufe ein verschiedener werden, 


da nur das Verhältnis des Menschen . 


zu natürlichen Antrieben dabei be- 
rücksichtigt wird. 


[6] 10. ἐλεύϑερον wird erläutert 
durch das negative Glied des Gegen- 
satzes und zwar durch οὐδενὸς ἀξιω- 
σοντα. Die Philosophie gibt dem Jüng- 
ling Gelegenheit zur Uebung geistiger 
Thätigkeit, die ihm das öffentliche Le- 
bennoch versagt; sie erweckt daherin 


ihm das Selbstbewusstsein und. ein 
Gefühl eigner Würde. ᾿ 

[Ὁ] 13. ὅταν δὲ Önsteigernd, wenn ; 
aber gar — wie man sich nun schon 
denken kann. 

14. ἀπαλλαττόμενον medial, der 
sich nicht losmachen kann; δεῖσθαι. 
noch stärker als ἄξιον — in seinem 
eigenen Interesse. 

he τὰ μέσα τῆς πόλεως wird ne- 
ben ὠγορα hervorgehoben im Gegen- 
satz zu dem nachfolgenden ἐν yore. 

18. ποιητής. Der Dichter schlecht- 
hin ist Homer. 

Er sagt Ilias IX, 440 ff.: x 

οὔπω εἰδόϑ' ᾿ὁμοιέου πολέμοιο 

οὐδ᾽ ἀγορέων, ἕνα τ᾽ ἄνδρες εἶρι- 
πρεπέες τελέϑουσιν. δ, | 

19. καταδεδυκότι im 
gegen die freie Bewegung dem 
Markte. were μειρακίων. im Gegen- 
satz zu dem Verkehr mit Männern 
und dem ganzen Volke, Kallikles 
übertreibt augenscheinlich aber un- 
verkennbar anspielend aufdes Sokra- 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


108 


μειραχέων ἐν γωνίᾳ τριῶν ἢ τεττάρων ψιϑυρίζοντα, ἐλεύϑε- Ε 
ρον δὲ καὶ μέγα καὶ νεανικὸν μηδέποτε φϑέγξασϑαι. 

ο ΧΩ." Ἐγὼ δέ. ὦ Σώκρατες, πρὸς σὲ ἐπιεικῶς ἔχω φιλι- 
κῶς κινδυνεύω οὖν πεπονϑέναι νῦν ὅπερ ὁ Ζῆϑος πρὸς τὸν 
Ἀμφίονα ὃ Εὐριπίδου, οὗπερ ἐμνήσϑην. καὶ γὰρ ἐμοὶ τοιαῦτ᾽ 
ἄττα ἐπέρχεται πρὸς σὲ λέγειν; οἱάπερ ἐχεῖνος πρὸς τὸν ἀδελ- 
φόν, ὅτι ἀμελε is, ὦ Σώκφατες, ὧν δεῖ σε ἐπιμελεῖσϑαι, καὶ 
φύσιν ψυχῆς ὁδεγενναίαν μειίρακι ὦ ὃ εἰ τινὶ δια - 
 πρέπεις μορφώματι, καὶ οὔτ᾽ ἂν δίκης βουλαῖσι προσϑεῖ᾽ 


tes (und Platons) Beschäftigung. Zu 
ψιϑυρίξοντα wird der δι ρσλδηῖσ 
nachträglich ausgeführt. 

Car. XLI. Nach der N TER 
Darlegung seiner Ansicht über die 
Philosophie macht K. die Anwendung 
auf Sokrates speeiell, zwar mit persön- 
lichem aufrichtigem Wolwollen, aber 
mit der herablassenden Miene des 
vornehmen Weltmanns. 

[ΕἸ 4. ὅπερ ὁ Ζῆϑος πρὸς τὸν 
Augtov«. Geistreich knüpft Kallikles 
die Darstellung des Gegensatzes zwi- 
schen praktischem Leben und theo- 
retischer Beschäftigung mit der Phi- 
losophie an das schon oben eitierte 
Euripid@ische Drama Antiope an. 
Antiope hatte vomZeus Zwillingssöhne 


geboren, den Amphion und Zethos, .... 


war von ihrem OheimLykos nach The- 
bem gebracht und dert von Lykons 
Gemahlin Dirke aufs grausamste be- 
handelt worden.” Unterdes wuchsen 
die beiden Söhne bei einem Hirten 
im Walde heran. Amphion wid- 
mete sich ganz der Musik, während 
der kräftige und rüstige Zethos der 
Jagd und Viehzucht sieh ergab. An- 
tiope entkommt endlich der Haft und 
gelangt zu ihren Söhnen. AberDirke 
erreicht sie und will sie aufeinen wil- 
‚binden lassen. Da treten 
ür sie ein, nachdem der 
jer von ihrer Abkunft in 

gesetzt hat und vollziehen 
jene Strafe an Dirke selbst. Diese ward 
dann in eine Quelle verwandelt. Am- 
phion und Zethos aber gelangen: in 
Theben zur Herrschaft und errichten 
die Mauer, wobei Zethos durch kör- 


perliche Kraft, Amphion durch sein 
Harmonie bewirkendes Saitenspiel 
thätig ist. Diesen in der Sage gege- 
benen Gegensatz (Apollod. ΠῚ, 5, 8. 
Ζῆϑος μὲν οὖν ἐπεμελεῖτο βουφορ- 
βίων, ἀμφίων δὲ κιϑαρῳδίαν ἡἧ- 
σπεν) benutzte Euripides vortrefflich 
und liess ihn auch im Zwiegespräch 
zwischen beiden Brüdern, worin je- 
der seinen Beruf preist mit Verach- 
tung des anderen, hervortreten. Kal- 
likles deutetdie Euripideischen Worte 
um auf den Gegensatz zwischen poli- 
tischer und philosophischer Thätig- 
keit. 


nach Nauek tragicor. Graee. fragm. 
pP: 529. “- 
ἀμελεῖς, ὧν ὮΝ φροντίζειν 
ἐχ 
worns (ἔχων Me ide γενναίαν 
φύσιν 
γυναυκομέμῳ διαπρέπεις μορφώ- 


„ kart 
N RE κοῦτ᾽ ἂν ἀσπέδος κύτει 
> » ε [4 "9 Ἂ 
(ὀρϑώς) ομιλησειας ovr ἀλλων 
ἱ ; Une 9, 
νεανικὸν βουλευμαὰ βουλεύσαιο τι 
An die Stelle von γυναικομέμῳ 


tritt. der Anschauung des K. gemäss 


werganwder. 

[486 A] 9. δέκης βουλαί passen 
nur für die athenischen Verhältnisse 
der späteren Zeit, nicht in den Mund 
des Zethos ; für den Kampf mit Waf- 
fen tritt der mit Worten ein. Dabei 
ist das von Euripides besonders häu- 
fig angewandte λαπεῦν fürreden ganz 
an seinem Platze; διαπρέπεις (du 
putzest aus), das für Zethos sanz gut 


ἄῳ 
7. Die Worte des Euripides lauten 


486 


104 ΠΛΆΤΩΝΟΣ. 


ἂν ὀρϑῶς λόγον, οὔτ᾽ εἰκὸς ἃ ἂν καὶ πιϑανὸν λάκοις οὔτ᾽ 
ἄλλων ὑπερνεανικὸν βούλευμα βουλεύσαιο. καί- 
τοι: ὦ φίλε Σώκρατες --- καί μοι μηδὲν ἀχϑεσθϑῆς" εὐνοίᾳ 
γὰρ ἐρῶ τῇ σῇ --- οὐκ αἰσχρὸν δοκεῖ σοι εἶναι οὕτως ἔχειν, 
ὡς ἐγὼ σὲ οἶμαι ἔχειν καὶ τοὺς ἄλλους τοὺς πόρρω ἀεὶ φιλο-. 
σοφίας ἐλαύνοντας; νῦν γὰρ εἴ τις σοῦ λαβόμενος ἢ ἄλλου 
ὁτουοῦν τῶν τοιούτων εἰς τὸ δεσμωτήριον ἀπαγάγοι, φάσκων. 
ἀδικεῖν μηδὲν ἀδικοῦντα, οἶσϑ᾽ ὅτι οὐκ ἂν ἔχοις ὅ τι χφήσαιο 
σαυτῷ, ἀλλ᾽ ἰλιγγιῴης ἂν καὶ χασμῷο οὐκ ἔχων ὅ ou eimois, 
καὶ εἰς τὸ δικαστήριον ἀναβάς. κατηγόρου τυχὼν πάνυ φαύ- 
λου καὶ μοχϑηροῦ. ἀποϑάνοις ἄν, εἰ βούλοιτο ϑανάτου σοι 
τιμᾶσϑαι. καίτοι πῶς σοφὸν τοῦτό ἐστιν. ὦ Σώκρατες, εἴ Tıs 
εὐφυὴ λαβοῦσα τέχνη φῶτα ἔϑηκε χεέρονα, μήτε 
αὐτὸν αὑτῷ δυνάμενον βοηϑεῖν μὰ ἐχσῶσαι ἐκ en HER? 


, ᾿ 


passt, klingt: im Munde des Rede- 8.8. 8. ἀδικεῖν. Das ΜΟΥ ἊΣ: steht 
künstlers komiseh und ve«vın0v con- wie in Antomosieen oder Klageschrif- 
trastiert sehr wirksam mit dem unter- ten gewöhnlich. ven Apol, 19 B. 
geschobenen μειρακεώδει (vgl. auch 24 B. 
508 D). Kurz in dieser Gestalt lässt - [Bj 8. οἶσϑ' ὅτι ἰειδιδωῴναο Αὐο- 
Platon den Kallikles nicht nurdenEu- druck für das einfache δή, die Aner- 
zipides, sondern auch sich selbst pa- kennung der Wahrheit einer Behaup- 
rodieren. tung von Seiten des Angeredeten vor- 
2. καέτοι. Man sollte nach diesem aussetzend. Theaet. 171 A, Phaed. 
Anfang etwa erwarten: lässt du nicht 72 A. 
ab von der Philosophie oder dgl, 9, ἐλιγγιῴης und χασμῷῶο stehlen 
statt dessen tritt die rhetorische Frage drastisch die Bestürzung (Verblüf-. 
ein, welche dem Sokrates einen sol- fung des Gefangenen dar. 10. ἄνα- 
chen Entschluss nahe ‚legen soll., βάς. Der gewöhnliche Ausdruck füı 
5. τοὺς πόρρω ἀεὶ φιλοσοφίας das Betreten des Gerichtshofes ist 
ἐλαύνοντας wie Crat. 410 E. πόρρω ἀναβαίνειν wie Apol. 17 Ὁ. — κα- 
ἤδη ,φαένομαι σοφίας, ἐλαύνειν. τηγόρου τυχών. Der Zufall gibt ihn 
Das ἀεί gehört nicht zu πόρρω ἐλαύ- aber einer findet sich gewiss. Das Ur- 
vovragallein, sondern zu diesem Ans- teil über ihn πάνυ φαύλου καὶ wo- 
druck in Verbindung mit dem Artikel. χϑηροῦ ist aus dem Munde des Kalli- 
7. drayayoı. Es gab eine Form kles besonders wirksam. 
der Anklage, ἐπαγωγή genannt, in 11. ϑανάτου τιμᾶσϑαι. War auf 
welcher der Schuldige, auf frischer das Vergehn nicht schon von dem Ge- 
That ertappt, sofort von den Eilfmän- setze eine bestimmte Strafe’: u 
nern in Haft gebracht wurde (sum-, (ἀγὼν ἀτέμητος), so trug | 
marischer kurzer Process). Vgl. und der Beklagte, nach der Schu 
Apol. 32 B und ron. daselbst. erklärung, auf eine Strafe an. ° 
Hier ist das eine rednerische Hy- ὀὀ 12. Das folgende Citat aus der An- 
perbel. Die prophetische Bezugnah- tiope lautet nach Nauck 830: 3: = 
me auf den Process des Sokrates πώς γὰρ σοφὸν τοῦτ᾽ ἔστιν εἴ τις. 
‚hängt mit dem Grundgedanken des 
Dialoges zusammen. Siehe die Εἴη]. λαβοῦσα τέχνη φῶτ en, αἰῶνα. 


"“ 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


105 


νῶν μήτε ἑαυτὸν μήτε ἄλλον μηδένα, ὑπὸ δὲ τῶν ἐχϑρῶν 
Dein. πᾶσαν τὴν οὐσίαν, ἀτεχνῶς δὲ ἃ ἄτιμον ξῇν ἐν τῇ 
πόλει; τὸν δὲ τοιοῦτον, εἴ τι καὶ ἀγροικότερον. εἰρῆφϑαι, 
ἔξεστιν ἐπὶ κόρρης τύπτοντα μὴ διδόναι δίκην. ἀλλ᾿ ὦ ᾽γαϑέ, 
δ ἐμοὶ πεέϑου, παῦσαι δ᾽ ἐλέγχων. πραγμάτων δ᾽ εὐμου- 
σίαν ἄσκει,; καὶ ἄσκει ὁπόϑεν δόξεις φρονεῖν, ἄλλοις 
τὰ κομψὰ ταῦ τ' apeis, εἴτε ληρήματα χρὴ φάναι εἶναι 
εἴτε φλυαρίας, ἐξὼν κενοῖσιν Eymaro LuNGsıg δόμοις 
ξηλῶν οὐκ ἐλέγχοντας. ἄνδρας τὰ μικρὰ ταῦτα. ἀλλ᾽ οἷς ἔστι 
10 χαὶ βίος καὶ δόξα καὶ ἄλλα πολλὰ ἀγαϑαά. 


- XLU. 22. Εἰ χρυσὴν ἔχων ἐτύγχανον τὴν ψυχήν. ὦ 


’ 


3 Ἃ 4 » 
“Καλλίκλεις, οὐκ ἂν οἴει μὲ ἄσμενον εὑρεῖν τούτων τινὰ τῶν 


[6] 2. περισυλᾶσϑαι ist ein Aus- 
druck, der aufdas eigentliche Räuber- 
handwerk hinweist, also den offenbar- 
sten Gegensatz zu allem Rechte. Der 
Infinitiv steht wienachher ζῇν anako- 
luthisch (nichtabhängig von ἴθηκε od. 
δυνάμενος) als wenn ὥστε voran- 
gienge. — ἄτιμον. Die Atimie war 
eine Strafe, welche in verschiedenen 
Abstufungen auf Vergehen gegen den 
Staat ruhte. Hier ist daran gedacht, 
dass dem ἄτιμος der Schutz des 
Staates entzogen ist. In diese Lage 
bringt sich nach K. Sokrates selber. 

4. ἐπὶ κόρρης τύπτοντα. Der 
Schlag aufs Bram galt für besonders 
entehrend. 

Kallikles schliesst mit einem wei- 
teren Citat aus der Antiope. Es 


- lautet bei Nauck: 


ἀλλ᾽ ἐμοὶ πιϑοῦ 
παῦσαι μελῳδῶν, πολεμίων δ᾽ εὐὖ- 


μουσίαν 

ἄσκει" τοιαῦτ᾽ ἄειδε καὶ δόξεις 
φρονεῖν 

σκάπτων, ἀρῶν γῆν, ποιμνίοις 
> ἐπιστατῶν, 

ah ἃ κομψὰ ταῦτ᾽ ἀφεὶς σο- 
plouare 

ἐξ ὧν κενοῖσιν ἐγκατοικήσεις δό- 
μοις 


ἐλέγχων ist im Gegensatz zw πρα- 
γμάτων als Substantiv zu fassen. 
Es vertritt die philosophische Be- 
schäftigung überhaupt, insbesondere 


x ._ 


mit Bezug auf 472 B. εὐμουσία 
Wolklang passte für Zethos, wel- 
cher seinem Bruder angeben will, 
worin die εὐμουσία, die jener 
im Flötenspiel erstrebt, in Wahr- 
heit zu finden sei ; weniger für Kalli- 
kles. (εὐβουλέαν }) Der Gegensatz 
zu φρονεῖν würde ληρεῖν heissen 
oder φλυαρεῖν. Daher schiebt Kalli- 
kles ληρήματα und φλυαρέα für 
er unter. 


ἡ. ἐξ ὧν κενοῖσιν wie wir AN: 
wörtlich..von einer brodlosen Kunst 
reden, 


[Ὁ] 9. τὰ μικρὰ ταῦτα. was K. 
für den eigentlichen Gegenstand der 
Philosophie hält, hat ernoch nirgends 
angegeben. — βίος bildet den Gegen- 
satz zu κενοῖσι δόμοις in der Bedeu- 
tung von reichlichem Lebensunterhalt, 
δόξα zu ἄτιμον ξῇν. Mit ξηλῶν weist 
K.auf das Urteil 465 Sokrates über Ar- 
chelaos u. s. w. (470 D, E) zurück. 


Car. XLII. Die Sokratische Ironie 
zeigt sich kaum an irgend einer Stelle 
so schlagend und doch so liebenswür- 
dig wie hier. Gegenüber der anmass- 
lichen Leidenschaftlichkeit desK. geht 
S. mit ruhiger Würde von einem 
scheinbar fernliegenden Vergleiche 
aus, um im Anschluss daran den K. 
durch ironisches Lob in seinem wah- 
ren Wesen zu charakterisieren. 


12, οὐκ ἂν οἴει we ἄσμενον. In 


D 


106 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


λέϑων, ἡ βασανίξουσι τὸν χρυσόν, τὴν ἀρίστην, πρὸς ἥντιν 
ἔμελλον προσαγαγὼν αὐτήν, εἴ μοι ὁμολογήσειεν ἐκείνη καλῶς 
τεϑεραπεῦσϑαι τὴν ψυχήν, εὖ εἴσεσϑαι ὅτι ἱκανῶς ἔχω καὶ 
οὐδέν μοι δεῖ ἄλλης βασάνου; 

KAA. Πρὸς τί δὴ τοῦτ᾽ ἐρωτᾷς, ὦ DER | 

22. Ἐγώ σοι ἐρῶ" νῦν οἶμαι ἐγὼ σοὶ ΝΟΣ 
τοιούτῳ ἑρμαίῳ ἐντετυχηκέναι. 

KAA. Ti On; 

ER. Εὖ οἶδ᾽ ὅ ὅτι, ἄν μοι σὺ ὁμολογήσῃς περὶ ὧν ἡ PER 
ψυχὴ δοξάζει, ταῦτ᾽ ἤδη ἐστὶν αὐτὰ τἀληϑῆ. ἐννοῶ γάρ, ὅτε, 
τὸν μέλλοντα βασανιεῖν ἱκανῶς ψυχῆς πέρι ὀρθῶς τε ξώσης 
καὶ μὴ τρία ἅμα δεῖ ἔχειν, ἃ σὺ πάντα ἔχεις, ἐπιστήμην τε 
καὶ εὔνοιαν καὶ παρρησίαν. ἐγὼ γὰρ πολλοῖς ἐντυγχάνω, οἵ 
ἐμὲ οὐχ οἷοί τε εἰσὶ βασανίξειν, διὰ τὸ μὴ σοφοὶ εἶναι ὥσπερ 
σύ" ἕτεροι δὲ σοφοὺ μέν εἰσιν, οὐκ ἐθέλουσι δέ μοι λέγειν 
τὴν ἀλήϑειαν, διὰ τὸ μὴ κήδεσϑαί μου ὥσπερ σύ τὼ δὲ ξένῳ 
τώδε, Γοργίας τὲ καὶ Πῶλος, σοφὼ μὲν καὶ φίλω ἐστὸν ἐμώ, 


5 


% 
487 


ἐνδεεστέρω δὲ πάῤρ! 
δέοντος" πῶς γὰρ 00; 


deutscher Sprache ist das in ἄσμενον 
(resagte als Hauptprädicat hinzustel- 
len „sollt ich mich nicht freuen“, 

1. Zu τὴν ἀρίστην erg. βάσανον. 
Im Folgenden construiere man πρὸς 
ἥντινα προσαγαγὼν αὐτὴν ἔμελλον 
εὖ εἴσεσϑαι. ὅτι - βασάνου, εἴ μοι 
ἀμοομοννοι ἐκείνη (ἡ βάσανος) 
καλῶς (ἐμὲ) τεϑεραπεῦσϑαι τὴν 
ψυχήν. Das Impf. ἔμελλον ist im der 
Form dem in evgeiv versteckten hi- 
storischen Tempus (εὗρον ἄν) assi- 
miliert. 3. ὁμολογήσειεν ist aus dem 
anderen Gliede des Vergleichs in das 
erste herübergenommen, weil die 
Prüfung, die dem Sokrates durch Kal- 


likles zu Theil werden soll, sich in 
dem ὁμολογεῖν endigen muss (E. ἄν 


μοι σὺ ὁμολογήσῃς). — καλῶς 
τεϑεραπεῦσϑαι führt auf den 
schon 464 B aufgestellten Begriff der 
ϑεράπεια τῆς ψυχῆς zurück. Zu- 
gleich wirdangedeutet, dass die Frage 
nach dem Lebensberufe im Grunde 
eine psyehologischeist. Insofern wird 
das Ziel der Untersuchung und ihr 


σίας καὶ αἰσχυντηροτέρω. μᾶλλον τοῦ 
Ὁ γὲ εἰς τοσοῦτον αἰσχύνης ἐληλύϑατον, 


Gang durch diesen Ausdruck vorbe- 
reitet. Vgl. 487 A. 

[ΕἸ 7. ἕρμαΐῳ bezeichnet — mit 
Hermes zusammengestellt: — den 
Glücksfund, den man unerwartetthut, 
Vgl. Phaed. 107 Ὁ. ἕρμαιον. ἂν ἦν 
τοῖς κακοῖς ἀποϑανοῦσι τοῦτε σώ- 
ματος ἅμα ,ἀπηλλά ϑαι καὶ τῆς 
αὐτῶν κακίας μετὰ τῆς ψυχῆς. 
Charm. 157 C. 

10. ἤδη gleich ἃ. h. es bedarf kei- 
nes weiteren Nachdenkens und Er- 
weises mehr. 

[487 A] 13. πολλοῖς ἐντυγχάνω 
erinnert an Apol. 23 B. ἔτει καὶ νῦν 
περιιὼν ξητῶ καὶ ἐρευνῶ --ν τινὰ 
οἴωμαι σοφὸν εἶναι. 

16. διὰ τὸ μή. Die Form des “Re 
wiederholt Sokrates mit on 
14.— a δὲ ξένω. “Sokrates ei 
Folgende ‚mit Ironie aus dem | 
des Kallik es. Da die Scham Bier 
sittliche Scheu berechtigt ist, so cha- 


dis 


rakterisiert sich die παρρησέα des 


Kallıkles als Unverschämtheit, 
[B] 9. πῶς γὰρ οὔ; © γε lässt 


4 


15 


TOPTIA2, 


107 


& διὰ τὸ αἰσχύνεσϑωι τολμᾷ ἑκάτερος αὐτῶν αὐτὸς αὑτῷ 
ca λέγειν ἐναντίον πολλῶν ἀνθρώπων, καὶ ταῦτα περὶ 


. τῶν μεγίστων. σὺ δὲ ταῦτα wave ἔχεις, ἃ οἵ ἄλλοι. οὐκ ἔχουσι" 
΄πεπαίδευσαί τε γὰρ ἱκανῶς, ὡς πολλοὶ ἂν φήσαιεν ᾿᾿ϑηναίων, 
‚Saal ἐμοὶ εἶ εὔνους. τένι τεκμηρίῳ χρῶμαι; ἐγώ σοι ἐρῶ. οἶδα 
ὑμᾶς ἐγώ, ὦ Καλλέκλεις, τέτταρας ὄντας κοινωνοὺς γεγονό- 
τας σοφίας, σέ τε καὶ Τίσανδρον τὸν ᾿“φιδναῖον καὶ νδρωνα 
τὸν ᾿ἀνδροτίωνος καὶ Ναυσικύδην τὸν Χολαργέα᾽ καί ποτε 
ὑμῶν ἐγὼ ἐπήκουσα βουλευομένων, μέχρι ὅποι τὴν σοφίαν 
10 ἀσκητέον εἴη, καὶ οἶδα ὅτι ἐνίκα ἐν ὑμῖν τοιάδε τις δόξα. μὴ 
προϑυμεῖσϑαι εἰς τὴν ἀκρίβειαν φιλοσοφεῖν, ἀλλὰ εὐλαβεῖ- 
οῦϑαι παρεκελεύεσϑε ἀλλήλοις, ὅπως μὴ πέρα τοῦ δέοντος 
σοφώτεροι γενόμενοι λήσετε διαφϑαρέντες. ἐπειδὴ οὖν σου 
ἀκούω ταὐτὰ ἐμοὶ συμβουλεύοντος, ἅπερ τοῖς σεαυτοῦ ἕταιρο- 
τάτοις, ἵκανόν μοι τεκμήριόν ἐστιν. ὅτι ὡς ἀληϑῶς μοι εὔνους 


die Ironie auch äusserlich in der Form 
durehscheinen. ὦ yes ist concessiv 
„sind sie doch“. 


1, τολμᾷ διὰ "τὸ αἰσχύνεσθαι 


ein Oxymoron. Denn durch Schüch- 
ternheit und Scham wird keine Kühn- 


"heit begründet. Hier schlägt sie also 


in ihr Gegenteil um. Die Beziehung 
auf 483 A ist unverkennbar ἐὰν οὖν 
τις αἰσχύνηται καὶ μὴ τολμᾷ λέγειν 
ἅπερ νοεῖ, ἀναγκάξεται ἐναντία 
λέγειν. Vgl. auch Soph. 247 C. αὐ- 
σχύνονται, τὸ τολμᾶν ἢ μηδὲν. τῶν 
ὄντων αὐτὰ ὁμολογεῖν. --- αὐτῶν 
αὐτὸς αὑτῷ stehen mit Absicht hin- 
tereinander, um den Widerspruch 
recht grell hervorzukehren. 

2. περὶ τῶν μεγίστων im Gegen- 
satz zu 486 ἢ τὰ μικρὰ ταῦτα. 

4. πεπαίδευσαι 5. zu 485 A. zu 
παιδείας. Der Zusatz ὡς πολλοὶ ἂν 
φήσαιεν Adnvalov beweist auch, 
dass Sokrates den Ausdruck als ein 


- Schlagwort der Zeit gewählt hat. Der 


Zusatz ἱκανῶς ist doppelsinnig, weil 
dies Streben des K. nach Bildung 
seine Grenze hat. 

[€] 7. Von den drei Glossen des 
Kallikles wissen wirnicht viel. Tisan- 
der wird nur hier erwähnt; Andron 
erscheint im Protag. 315 Ο als Zuhö- 
rer desHippias; Nausikydes warnach 


Xenoph. Mem. II, 7, 6 Mehlhändler 
en gros, Der Demos Cholargeis ge- 
hörte zur Phyle Akamantis. 

10, ἐνίκα. Der Ausdruck wirkt ko- 
misch, da er die ernste und gründ- 
liche Beratung eines Collegiums, et- 
wa des Senats, voraussetzt nebst ei- 
ner Abstimmung. Diese Jünglinge 
urteilen aber schon über die Philoso- 
phie, elie_ sie dieselbe kennen. 

11, προϑυμεῖσϑ'αι. Der Infinitiv ist 
entstanden aus einem Conj. adhort. 
der Or. recta. Vgl. 503D. ἀποτελεῖν. 
— εἰς τὴν ἀκρέβειαν: sie wollen 
nur im Grossen, nicht ins Kleine hin- 
ein philosophieren. Die Altklugheit, 
die. sich in εὐλαβεῖσϑαι παρέ 
κελεύεσϑε ausspricht, contrastiert 
merkwürdig mit dem ἐλεύϑερον und 
νεανικόν, das Kallikles 485 C, D 
in Anspruch nimmt. 

[Ὁ] 12. ὅπως un — διαφϑαρέν- 
τες. Der Satz ist ganz paradox. Ver- 
gliehen mit 484 C beweist er, dass K. 
auf diesem knabenhaften Standpunkt 
stehen geblieben ist. Die Form cha- ᾿ 
rakterisiert vortrefflich — mehr als 
ein einfacher Infinitiv — die Furcht 
vor den Tiefen der Philosophie. , + 

14. ἑταιροτάτοις. Dieser Superlativ 
findet sich ebenso Phaedon 89 D. 

15, Der förmliche Beweis,dassK. auf- 


488 


108 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


el. καὶ μὴν ὅτι γε οἷος παρρησιάξεσϑαι καὶ μὴ ie 


αὐτός τε φὴς καὶ ὃ λόγος ὃν ὀλίγον πρότερον͵ AEYES ὁμολογ 


σοι. ἔχει δὴ « οὑτωσὶ δῆλον ὅτι τούτων πέρι νυνί" ἐάν τι σὺ ἐν 


τοῖς λόγοις, ὁμολογήσῃς μοι, βεβασανιόμένον τοῦτ᾽ ἤδη ἔσται 
ἱκανῶς ὑπ᾽ ἐμοῦ τε καὶ σοῦ, καὶ οὐκέτι αὐτὸ δεήσει Em ἄλλην 
βάσανον ἀναφέρειν. οὐ γὰρ ἄν ποτε αὐτὸ συνεχώρησας σὺ 
οὔτε σοφίας ἐνδείᾳ οὔτ᾽ αἰσχύνης παρουσίᾳ, οὐδ᾽ αὖ ἀπατῶν 
ἐμὲ συγχωρήσαις ἄν" φίλος γάρ μοι εἶ, ὡς καὶ αὐτὸς φῇς. τῷ 
»Ἤ 3 δοῦν Ἢ I. :@ ,͵ , »” m 3 

οντι οὖν ἡ ἐμὴ καὶ σὴ ὁμολογία τέλος ἤδη ἕξει τῆς ἀληϑείας. 


πάντων δὲ καλλίστη ἐστὶν ἡ σκέψις, ὦ Καλλίκλεις, περὶ τού-. 10 


τῶν ὧν σὺ δή μοι ἐπετίμησας, ποῖόν τινα χρὴ εἶναι τὸν ἄνδρα 
καὶ τί ἐπιτηδεύεν καὶ μέχρι τοῦ, καὶ «πρεσβύτερον καὶ νεώ- 
τερον ὄντα. ἐγὼ γὰρ εἴ τι un ὀρϑῶς πράττω κατὰ τὸν βίον 


τὸν ἐμαυτοῦ, εὖ ἴσϑι τοῦτο ὅτι οὐχ ἑκὼν ἐξαμαρτάνω ἀλλ᾽ 


ἀμαϑέᾳ τῇ ἐμῇ" σὺ οὖν, ὥσπερ ἤρξω νουϑετεῖν μὲ, μὴ ἀπο- 
στῇς. ἀλλ᾽ ἱκανῶς μοι διδείζαι. τί ἔστι τοῦτο ὃ ἐπιτηδευτέον 
μοι, καὶ τίνα τρόπον κτησαίμην ἂν αὐτό. καὶ ἐάν we λάβῃς 
νῦν μέν σοι ὑμολογήσαντα, ἐν δὲ τῷ ὑστέρῳ χρόνῳ μὴ ταῦτα 
πράττοντα ἅπερ ὡμολόγησα, πάνυ μὲ ἡγοῦ βλᾶκα εἶναι καὶ 
μηκέτι ποτέ μὲ νουϑετήσῃς ὕστερον, ὡς μηδενὸς ἄξιον ὄντα. 


richtiges (ὡς ἀληϑῶς) Wolwollen 
für Sokrates hege, trägt dazu bei, das 
spätere Betragen des K. ins rechte 
Licht zu stellen. Sein Wolwollen hat 
auch seine Grenzen. 

1. Nach οἷος ergänze εἶ. 

3. ἔχει δή. Uebergang zu dem 
Schlusse, der mit 486 E zusammen- 
stimmen muss. 

[E] 6, συνεχώρησας. Der Aorist. 
ind. ec. ἄν hat hier die Bedeutung ei- 
nes Fut. (exact.) 7. Man beachteden 
Gegensatz von σοφίας ἐν δεία und 
αἰσχύνης παρουσία. Durch das 
letzte wird hervorgehoben, dass gar 
keine Scham und ScheuinK. vorhan- 
den sei. 

9. τέλος τῆς ἀληϑείας ἕξει. Das 
Ziel ist die Vollendung, daher die 
vollkommene Wahrheit. 

10: καλλέστη bezieht sich auf den 
Wert, densiehat. Sieistsehrlohnend. 

[488 A] 12. τί ἐπιτηδεύειν drückt 


den Gegenstand dieses Theiles, die 
Frage nach dem rechten Lebensbe- 
rufe, deutlich aus. Sie wiederholt 
sich 492 D, 500 C, 512 E, 515A, 
521 A, 527 Β, E. 

13. ᾿βίον ist nicht die Lebenszeit, 
sondern die Lebenseinrichtung, daher 
auch die nachdruckyolle Stellung τὸν 
ἐμαυτοῦ. Sonst würde auch διά, 


nicht κατά, am Platze sein. Vgl. 500 


D διττὼ τὼ βέω 14. «τοῦτο nachev 
ἔσϑι ist als prolepsis zu fassen „dass 
ich darin“. — οὐχ ἕκών nach der 
Sokratischen Ansicht über den Grund 
des Unrechtthuns vgl. Cron. Einlei- 
tung 17 (8. 9). 

15. νουϑετεῖν. Der Infin. statt des 
Particip. ‚bezeichnet, dass wol der 
Versuch dazu gemacht, ein wahres 
νουϑετεῖν vonK. aber doch nicht er- 
reicht ward. Uebrigens fasst Sokra- 
tes die Zurechtweisung, wie 458 A, 
als Wohlthat und Freundschaftsdienst. 


20 


ἰδ: 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


109 


ἀρχῆς δέ μοι ἐπανάλαβε, πῶς φὴς τὸ δίκαιον ἔχειν καὶ σὺ 
χαὶ Πίνδαρος τὸ κατὰ φύσιν; ἄγειν βίᾳ τὸν κρείττω τὰ τῶν 
ἡττόνων καὶ ἄρχειν τὸν βελτίω τῶν χειρόνων καὶ πλέον ἔχειν 


τὸν ἀμείνω τοῦ φαυλοτέρου; 
εἶναι: ἢ ὀρθῶς μέμνημαι; 


μή τι ἄλλο λέγεις τὸ δίκαιον 


ΧΠΠ. KAA. ᾿4Δλλὰ ταῦτα ἔλεγον καὶ τότε καὶ νῦν λέγω. 
ΣΦ. Πότερον δὲ τὸν αὐτὸν βελτίω καλεῖς σὺ καὶ κρείτ- 
τω; οὐδὲ γάρ τοι τότε οἷός T ἡ μαϑεῖν σου τί ποτε λέγεις. 
πότερον τοὺς ἰσχυροτέρους κρείττους καλεῖς καὶ δεῖ ἀκροᾶ- 


10 σϑαι τοῦ ἰσχυροτέρου τοὺς ἀσϑενεστέρους, οἷόν μοι δοκεῖς 


χαὶ τότε ἐνδείκνυσθαι; ὡς αἱ μεγάλαι πόλεις ἐπὶ τὰς σμικρὰς 
κατὰ τὸ φύσει δίκαιον ἔρχονται, ὃ ὅτι κρείττους εἰσὶ καὶ ἰσχυ- 
φότεραι, ὡς τὸ κρεῖττον καὶ ἰσχυφότερον καὶ βέλτιον ταὐτὸν ὄν, 
ἡ ἔστι βελτίω μὲν εἶναι, ἥττω δὲ καὶ ἀσϑενέστερον, καὶ κρείττω 
15 "εν εἶναι, μοχϑηρότερον δέ" ἢ ὁ ἀὐτὸς ὅρος ἐστὶ τοῦ βελτέονος 
καὶ τοῦ κρείττονος ; τοῦτό μοι αὐτὸ σαφῶς διόρισον, ταὐτὸν ἢ 
ἕτερόν ἐστι τὸ κρεῖττον καὶ τὸ βέλτιον καὶ τὸ ἰσχυρότερον; 
KAA. ᾿4λλ: ἐγώ σοι σαφῶς λέγω, ὅ ὅτι ταὐτόν ἐστιν. 
ER. Οὐκοῦν οἱ πολλοὶ τοῦ ἑνὸς κρείττους εἰσὶ κατὰ 
20 φύσιν; οἵ δὴ καὶ τοὺς νόμους τίϑενται ἐπὶ τῶ Evi, ὥσπερ καὶ 
σὺ ἄρτι ἔλεγες. 


KAA. Πῶς γὰρ οὔ; 


[Β] 1. ἐπανάλαβε. Gewöhnlicher 
noch für das Recapitulieren ist νας 
λαβεῖν wie 506 C, Apol. 19 A, 
σὺ καὶ Πίνδαρος vgl. zu 484 B. 

2. ἄγειν Bi ist dem Pindarischen 
Citat entlehnt. 

Cap. XLII. 6. Ale schliesst sich 
an die in Gedanken zu erteilende ne- 
re Antwort auf die Frage un τι 

λλο an. Kallikles spricht übrigens 
mit-dem Bewusstsein eines Mannes, 
der nichts glaubt zurücknehmen zu 
mussen, was er einmal gesagt hat. 

7. βελτίων lässt K. in dem κρεΐτ- 
τῶν aufgehen (nicht 
als wesentliches Merkmal des κρείτ- 
των wird ἰσχυρότερον d. i. die kör- 
perliche Kraft hingestellt. 

[C] 11. τότε bezieht sich auf das 
483 Ὁ, E Gesagte, » 


14. ἢ ἔστι; das zweite Glied der 
mit πότερον beginnenden Doppel- 
frage. — βελτέω μὲν ---- ἥττω δὲ pa- 
rataktisch, während der Deutsche die 
Hypotaxe vorzieht. Die Gegensätze 
sind chiastisch gestellt. Daher wird 
μοχϑηρότερος eontrarium zu βελ- 
τίων. 


[Ὁ] 15. ὁ αὐτὸς ὅρος sat: 470 B. 
Es fragt sich hier, ob die Gehiete der 
beiden Begriffe zusammenfallen. 
Eine dentliche* (σαφῶς διόρισον) 
Definition beugt jeder falschen An- 
wendung vor. 


20. ὥσπερ καὶ σύ contrastiert zu 
der durch δή bewirkten Berufung auf 
die Bekanntheit der Thatsache, weil 


Kallikles’zwar zugab, dass die πολλοί 


die Gesetzgebenden seien, aber diese 


E 


489 


110 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 

ΣΩ. Τὰ τῶν πολλῶν ἄρα νόμιμα τὰ τῶν κρευστόνων;, 
ἐστίν. ὁ # 

KAA.. ἰλύν γε. ü 

ZR. Οὐκοῦν τὰ τῶν βελτιόνων; οἵ γὰρ RER βελ- 
τίους που κατὰ τὸν σὸν λόγον. ne 

KAA. Ναί. # . | 


zZ. Οὐκοῦν τὰ τούτων νόμιμα κατὰ φύσιν καλά, κρειτ- 
τόνων γε ὕντων;. 

KAA. Φημί. ι # 

ER. "Ag οὖν ol πολλοὶ νομίξουσιν οὕτως, ὡς ἄρτι αὖ 
σὺ ἔλεγες, δίκαιον εἶναι τὸ ἴσον ἔχειν καὶ αἴσχιον τὸ ἀδικεῖν 
τοῦ ἀδικεῖσϑαι ; ἔστι ταῦτα ἢ οὔ; καὶ ὕπως μὴ ἁλώσει ἐνταῦ- 
da: σὺ αἰσχυνόμενος" νομίξουσιν, ἢ οὔ, ol πολλοὶ τὸ ἴσον 
ἔχειν ἀλλ᾽ οὐ τὸ πλέον δίκαιον εἴναι, καὶ αἴσχιον τὸ ἀδικεῖν 


τοῦ ἀδικεῖσϑαι; μὴ φϑόνει δοι ἀπορκίνασϑαι τοῦτ᾽, ὦ Καλ- 


λίκλειρ, ἵ ἵν᾽, ἐάν μοι ὁμολογήσῃς, βεβαιώσωμαι ἤδη παρὰ σ σοῦ, 
ἅτε ἱκανοῦ ἀνδρὸς. διαγνῶναι ὡμολογηκότος.᾿ 

KAA. ABK οἵ 78 πολλοὶ νομίζουσιν οὕτως. 

ΣΩ. Οὐ: νόμῳ ἄρα μόνον ἐστὶν αἴσχιον τὸ ἀδικεῖν τοῦ 
ἀδικεῖσϑαι, οὐδὲ δίκαιον τὸ ἴσον ἔχειν, ἀλλὰ καὶ φύσει" ὥστε 
κινδυνεύεις οὐκ ἀληϑῆ λέγειν ἐν τοῖς πρόσϑεν οὐδὲ ὀρϑῶς 
ἐμοῦ κατηγορεῖν λέγων. ὅτι ἐναντίον ἐστὶν ὃ νόμος καὶ ἡ 
φύσις, ἃ δὴ καὶ ἐγὼ γνοὺς κακουργῶ ἐν τοῖς λόγοις, ἐὰν μέν 
τιβ κατὰ φύσιν λέγῃ, ἐπὶ τὸν νόμον ἄγων, ἐὰν δέ τις κατὰ 
τὸν νόμον, ἐπὶ τὴν φύσιν. 

XLIV. KAA. Οὑτοσὶ ἀνὴρ οὐ παύσεται A eine 
16. βεβαιώσωμαι mit ich con- 


als die ἀσϑενεῖς bezeichnete. Vgl. 


483 B 

[E] 10. ὡς ἄρτι αὖ σὺ ἔλεγες mit 
Bezug auf das in D gebrauchte ὥσπερ 
καὶ σὺ ἄρτι ἔλεγες. Vgl. 483 A—D, 

[489 A] 12. ὅπως μὴ ἁλώσει ; ivo- 
nische Anspielung auf*die dem "Gor- 
gias und Polos gemachten Vorwürfe, 

14. un φϑόνει Formel der dringen- 
den Aufforderung. Noch häufiger in 
der Form un φϑονήσῃς. Kallikles 
zögert mit der Antwort, weil er sich 
een in seinen Worten gefangen 
sieht. 


struiert wie die Verba’des Gebens. — 
ἱκανοῦ διαγνῶναι entscheidungs- 
fähig mit Rückbeziehung auf 487 E, 


Car. XLIV. [B] 26. οὑτοσὶ ἀνήρ. 
Kallikles wendet sich mit diesen Wor- 
ten an die Zuhörer, um ihnen seine 
Indignatiou, uszusprechen. Vgl. 407 
B, 505 €. 
Κ΄ die philosophische Thätigkeit über- 
baupt als φλυαρέα verurteilt hatte 486 
C.— εἰπέ μοι asyudetisch; vor einer 
Frage besonders*eindringlich, daher 


5 


15 


20 


25 


οὐ παύσεται YA. weil 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 111 
(οἱ, ὦ Σώκρατες, οὐκ αἰσχύνει, τηλικοῦτος ὦν, ὀνόματα ϑη- 
ε ὦσι καὶ ἐών τις ῥήματι ἁμάρτῃ, ἕρμαιον τοῦτο ποιούμε- 
ψος; ἐμὲ γὰρ οἴει ἄλλο τι λέγειν τὸ  πρεύττους εἶναι ἢ Ί τὸ βελ- 
τίους; οὐ πάλαι σον λέγω, ὅτι ταὐτόν φημι εἶναι τὸ βέλτιον 
5 καὶ τὸ κρεῖττον; ἢ οἴει μὲ λέγειν, ἐὰν συρφετὸς συλλεγῇ 
δούλων καὶ παντοδαπῶν. ἀνθρώπων undsvog ἀξίων πλὴν ἱ 
ἴσως τῷ σώματι ἰσχυρίσασϑαι, καὶ οὗτοι a. ἄττα, ταῦτα 
εἶναι νόμιμα; 

22. Elev, ὦ σοφώτατε Καλλίκλεις" οὕτω λέγεις; 

0 _KAA4. Πάνυ μὲν οὖν: 

ΟΣ. AAN ἐγὼ μέν, ὦ δαιμόνιε, καὶ αὐτὸς πάλαι τοπάξω 
τοιοῦτόν τί 68 λέγειν τὸ αρεῖττον, καὶ ἀνερωτῶ γλιχόμενος 
σαφῶς εἰδέναι ὅ τι λέγεις. οὐ γὰρ δήπου σύ γε τοὺς δύο βελ- 
τίους ἡγεῖ τοῦ Evog, οὐδὲ τοὺς σοὺς δούλους βελτίους σοῦ, 
15 ὅτι ἐσχυρότεροί εἰσιν ἢ σύ. ἀλλὰ πάλιν ἐξ ἀρχῆς εἰπέ, τί ποτε 
᾿ς λέγεις τοὺς βελτίους, ἐπειδὴ οὐ τοὺς ἰσχυροτέρους ; καὶ ὦ. 
ϑαυμάσιε πραύτερόν μὲ προδίδασκε, ἵνα μὴ ἀποφοιτήσω 


παρὰ σοῦ. 


KAA. Eigavevsı, ὦ Σώκρατες. 


. Σῷ. Μὰ τὸν Ζῆϑον, ὦ Καλλέκλεις, 6 ᾧ σὺ χρώμενος πολ- 
λὰ νῦν δὴ εἰρωνεύου πρός με᾿ ἀλλ᾽ ἴϑι εἰπέ, τίνας λέγεις τοὺς 


βελτίους εἶναι; 


der Leidenschaft angemessen. Die 
Frage οὐκ αἰσχύνει steht rhetorisch 
für einen Imperativ. 
[0] 1. ὀνόματα ϑηρεύων. Das- 
selbe Bild wird Theaet. 160 B ange- 
wandt. — ῥήματι bezeichnet allge- 
mein eim Ausgesagtes, daher „im 
Ausdruck‘‘, 


u 3. Kallikles stützt sich auf die be- 


hauptete Identität von βελτέων und 
κρείττων, aber er dreht das Verhält- 
nis beider Begriffe zu einander jetzt 
um und lässt κρείττων in βελτίων 
aufgehen. 4. οὐ πάλαι σοι Aeywfügt 
er wie 491 A hinzu, um die Aende- 
rung, die er vornimmt, zu verdecken. 
5.,oleı wird eingeschoben, weil K. 
dem Sokrates ad hominem demon- 
strieren will, welehe unsinnige Mei- 
nung er ihm zugetraut habe, 

6. Zu ἀξίων πλήν ist zu ergän- 


zen ὀλίγου τινος. τῷ ἰσχυρίσασϑαι 
gibt den Grund dazu an. 

[Ὁ] 11. αὐτὸς --- τοπάξω. Warum 
Sokrates die Vermutung nicht selber 
ausspricht, hat er 453 B, C erklärt. 
σύ γε mit Emphase, ein so vorneh- 
mer stolzer Mann, wie du bist. 

15. ἐλλὰ πάλιν im Vorausgehen- 
den hatte K. uur eine Bestimmung 
abgewehrt, keine positive dafür ein- 
treten lassen. 

17. προδίδασκε. Die Composition 
mit πρὸ drückt vorwärts führen aus, 
welches mit dem Lehren sich verbin- 
det. ἀποφοιτᾶν entspricht unserem 
„aus der Schule laufen“ vgl. 456 D. 

[ΕἸ 20. Μὰ τὸν Ζῆϑον. Die iwref- 
fendste Parodie auf Kallikles Beru- 
fung auf Autoritäten ist, dass So- 
krates bei dessen Gewährsmann wie 
bei einem Gotte schwört. 2 


112 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


KAA. Τοὺς ἀμείνους ἔγωγε. ἂν 

ZR. Ὁρᾷς ἄρα, ὅτι σὺ αὐτὸς ὀνόματα “λέγεις, δηλοῖς δὲ 
οὐδέν; οὐκ ἐρεῖς, τοὺς βελτίους καὶ κρείττους πότερον τοὺς, 

φρονιμωτέρους λέγειβ ἢ 7 ἄλλους τινάς ; ; 

KAA. ᾿Δ4λλὰ ναὶ μὰ Ale τούτους λέγω, καὶ σφόδρα γε. ὶ 

ER. Πολλάκις ἄρα εἷς φρονῶν μυρίων μὴ φφονούντων. | 
κρείττων ἐστὶ κατὰ τὸν σὸν λόγον, καὶ τοῦτον ἄρχειν dei, 
τοὺς δ᾽ ἄρχεσϑαι, καὶ πλέον ἔχειν τὸν ἄρχοντα τῶν ἀρχομέ- 
νῶν" τοῦτο γάρ μοι. δοχεῖς βούλεσϑαι λέγειν ---- καὶ οὐ von 
μά τι ϑηρεύω - εἰ ὁ εἷς τῶν μυρίων κρείττων. " 

KAA. ᾿Δλλὰ ταῦτ᾽ ἔστιν ἃ λέγω. τοῦτο γὰρ οἶμαι ἐγὼ τὸ 
δίκαιον εἶναι φύσει, τὸ βελτίω © ὄντα καὶ φρονιμώτερον καὶ 
ἄρχειν καὶ πλέον ἔχειν τῶν “φαυλοτέρων. 

XLV. zn. Ἔχε δὴ αὐτοῦ. τί ποτε αὖ νῦν λόψενοὶ ἐὰν ὲ 
ἐν τῷ αὐτῷ ὦμεν, ὥσπερ νῦν, πολλοὶ ἰἀϑρόοι] ἄνϑρωποι, καὶ u 
ἡμῖν ἢ ἐν κοινῷ πολλὰ σιτία καὶ ποτά, ὦμεν. δὲ παντοδαποί, 
ol μὲν ἰσχυροί, ol δὲ ἀσϑενεῖς, εἷς δὲ ἡμῶν ἢ φρονιμώτερος 
περὶ ταῦτα, ἰατρὸς ὦν, ἡ δέ, οἷον εἰκός, τῶν μὲν ἰσχυρότερος, 
τῶν δὲ ἀσϑενέστερος, ἄλλο τι ἢ οὗτος > φρονιμώτερος Ἴρν ἢ | 
ὧν, βελτίων καὶ κρείττων ἔσται εἰς ταῦτα; 

: KAA. Πάνυ 78. 

ΣΙ. Ἦ οὖν τούτων τῶν σιτίων πλέον ἡ ἡμῶν Eeodon αὐτῶ, 
ὅτι βελτίων ἐστίν, ἢ τῷ μὲν ἄρχειν πάντα ἐκεῖνον δεῖ νέμειν, 


490 


ΟῚ 


1. ἀμεένους (nach der Grundbe- 
deutung lieblicher — edler) wird mit 
βελτίους ganz syaonym gebraucht. 

4, φρονιμωτέρους. Dieser Begrifl 
steht im direeten Gegensatz zu oyve. 
undbezeichnet die geistige Ueber- 
legenheit. Daher fasst ilın,K. auch 


 begierig auf. 


[490 A] 6. Sokrates sucht nun zu 
zeigen, dass die gegebene Bestim- 
mung noch der Erläuterung und Er- 
gänzung bedarf. Denn das Gebiet der 
φρόνησις (das περὶ τένων) ist nicht 
angegeben und als Merkmal für das 
ἄρχειν ist nur das πλέον ἔχειν hin- 
gestellt. 


Car XLV. 16. ἐν κοινῷ ἃ. h.so, 


dass es als Gemeingut zur Verteilung 


‚kommen muss. — Sokrates nimmt in 


seinen Fragen stets ein bestimmtes 
Gebiet der φρόνησις an; aufdasselbe 
überträgt er dann das Prädicat πλέον 
ἔχειν. 


17. οὗ μὲν ἰσχυροίκ. τ.λ. fügtSo- 
krates hinzu, weil man erwarten 
müsste, dass körperlicheKraft gerade 
bei der Verteilung von βροῖοδα mass- 
gebend sei. 


[Ὁ] 28. τῷ μὲν ἄρχειν. Durch 
diese Erklärung will Sokrates denK. 
darauf aufmerksam machen, dass die 
Aufgabe des Herschers nichtauf den 
eigenen -Besitz, sondern den Vorteil 
Aller gerichtet sein mnss, ; 


ἐν 


ΓΟΡΤΊΑΣ. 


119 


ro ἀναλίσκειν τε αὐτὰ καὶ καταχρῆσϑαι εἰς τὸ ἑαυτοῦ. 
οὐ πλεονεχτητέον, εἰμὴ μέλλει ξημιοῦσϑαι, ἀλλὰ τῶν 


“μὲν πλέον, τῶν δ᾽ ἔλαττον ἑκτέον" ἐὰν δὲ τύχῃ πάντων ἀσϑε- 
νέστατος ὦ ὧν, πάντων ἐλάχιστον τῷ βελτίστῳ, ὦ EEE: 


οὐχ οὕτως, ὦ ᾽γαϑέ; 


-- 


= KAA. Περὶ σιτία λέγεις καὶ ποτὰ καὶ ER καὶ φλυα- 


. olag’ ἐγὼ δὲ οὐ ταῦτα λέγω. 


Zu Πότερον οὖν τὸν φρονιμώτερον βελτίω λέγεις; 


᾿φάϑι ἢ μή. 
KAA. "Eyays. 


ER. AAR οὐ τὸν βελτίω πλέον δεῖν ἔχειν: 

"KAA. Οὐ σιτίων γε οὐδὲ ποτῶν. 

22. Μανϑάνω, ἀλλ᾽ ἴσως ἱματίων, καὶ δεὶ τὸν ὑφαντι- 
“κώτατον. μέγιστον ἱμάτιον ἔχειν καὶ πλεῖστα καὶ κάλλιστα 


ΡΝ περιιέναι; 
 ΚΑΑ͂. Ποίων ἱματίων ; 


ER. AR εἰς ὑποδήματα ϑῆλον ὅτι δεῖ πλεονεχτεῖν 
bee εἰς ταῦτα καὶ βέλτιστον. τὸν σκυτοτόμον 


εριπατεῖν. 


᾿ἴσως μέγιστα δεῖ ὑποδήματα καὶ πλεῖστα ὑποδεδεμένον πε- 


΄ 


BAR: Ποῖα ὑποδήματα: _— gr 


- 


“Δ ERIET hier nicht mis- 
brauchen, sondern das Vorhandene 
auıfbrauchen, verzehren. Ueber diese 
' Bedeutung der Präposition κατά vgl. 
' Nägelsbach zu Hom. Lias 1,40. ᾿ 

. ξημιοῦσϑαι übertragen auf die 

ΤΩΣ e ‚role der Ueberfüllung des 

Speisen. — τῶν μέν näm- 

Er ἐνχοροτέρων, τῶν δὲ nämlich 
. στέρων. 

ἐλάχιστον und τῷ βελτίστῳ 

ἰδίαι des Contrastes wegen neben- 


er. 
6. περὶ σιτία κ. τ. λ. Der 
letzte Ausdruck φλυαρέας fasst die 
vorangehenden in einen allgemeinen 
᾿ iff charakterisierend zusammen. 
ve 519 A. λιμένων καὶ νεωρίων 
καὶ τειχῶν κα τ "καὶ τοιού- 
τῶν φλυαριῶν, das Gegenstück zu 
dieser Stelle. Vgl. auch Dem. Olynth. 
III, 29. 


Platons ausgew. Dialoge. II. 


[Ὁ] 13. Μανθάνω. Ironisch; als 
könne Sokrates überhaupt aus der 
Negation entnehmen, was K. affirma- 
tiv meine. — ὑφαντικώτατον ein 
zum Zweck der Ironisierunggebildeter 
Superlativ. 

5. ἱπερινέναι umherwandeln um 
sich darin stolz zu zeigen. Noch stär- 
ker drückt dies das uachfolgende πε- 
ριπατεῖν aus. 

10. ποίων ἱματίων ‚ärgerlich. Ach 
was! Kleider! 

[E] 31. φλνυαρεῖς ἔχων eine dem 


gewöhnlichen Leben entnommene, da- 


her Komikern besonders. geläufige 
Redeweise (Δηρεῖς ἔ ἔχων --- τί δῆτα 


Ε 


ἔχων, στρέφει: διατρέβεις ἔχων u. * 


ä.) ἔχων bezeichnet, dass man die 
im Verbum fin. ausgesprochene Thä- 
tigkeit gleichsam zu einem Zustand 
werden lasse, dass man sich fort- 
während inihrdarstelle und bewege, 


8 


491 


C βελτίους τε καὶ κρείττους τοὺς ET ὡρίξου, ὑῶν. | 


114 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 
ER. ᾽4λλ᾽ εἰ μὴ τὰ τοιαῦτα λέγεις, ἴσως τὰ τοιάδε᾽ οἷον, 
γεωργικὸν ἄνδρα περὶ γὴν φρόνιμόν τε καὶ καλὸν καὶ ἀγαϑόν, 
τοῦτον δὴ ἴσως δεῖ πλεονεχτεῖν τῶν “σπερμάτων καὶ ὡς πλεί- 
στῷ σπέρματι χρῆσϑαι εἰς τὴν αὑτοῦ γῆν. re 
KAA. Ὡς ἀεὶ ταὐτὰ λέγεις, ὦ Σώκφατες. re ΕῚ 
ZR. Οὐ μόνον γε, ὦ Καλλίκλεις, ἀλλὰ καὶ πρὶ τῶν 
αὐτῶν. νῷ 
KAA. Νὴ τοὺς ϑεούς, ἀτεχνῶς γε ἐῶ σκυτέας TE. zo 
κναφέας καὶ μαγείφους λέγων καὶ ἰατροὺς οὐδὲν werden son 
περὶ τούτων ἡμῖν ὄντα τὸν λόγον. Ἵ 
ER. Οὐκοῦν σὺ ἐρεῖς περὶ τένων ὁ κρείττων τὲ οὐδὲ φρο- 
νιμώτερος πλέον ἔχων δικαίως πλεονεκτεῖ; ἢ οὔτε vno- 
βάλλοντος ἀνέξει οὔτ᾽ αὐτὸς ἐρεῖς : 
KAA. ᾽4λλ ἔγωγε καὶ πάλαι λέγω. πρῶτον μὲν κοὐ 
κρείττους οἵ εἰσιν οὐ σκυτοτόμους λέγω οὐδὲ μαγείρους, ἀλλ᾽ 


᾿ οἵ ἂν εἰς τὰ τῆς πόλεως πράγματα φρόνιμοι ὦσιν, ὅντινα av 


τρόπον εὖ οἰκοῖτο, καὶ μὴ μόνον φρόνιμοι, ἀλλὰ καὶ ἀνδρεῖοι, 
ἱκανοὶ ὄντες ἃ ἂν νοήσωσιν ἐπιτελεῖν, καὶ μὴ RA 
διὰ μαλακίαν τῆς ψυχῆς. εὐκηδ 
XLVI. ΣΩ. Ὁρᾷς, ὦ βέλτιστε Καλλίκλεις, ὡς οὐ ve | 
σύ τὶ ἐμοῦ κατηγοφεῖς καὶ ἐγὼ σοῦ; σὺ μὲν γὰρ ἐμὲ φὴς ἀεὶ. 
ταὐτὰ λέγειν, καὶ μέμφει μοι" ἐγὼ δὲ σοῦ τοὐναντίον, ὅτι 
οὐδέποτε ταὐτὰ λέγεις περὶ τῶν αὐτῶν, ἀλλὰ τοτὲ μὲν τοὺς 


1. τὰ τοιαῦτα "und τοιάδε vom 
vorhergehenden und folgenden. 
Das Beispiel von dem Laridmann 
folgt darum am Ende, weil hier 
der Vorzug gerade in einen Nachteil 
für ihn umschlägt. 


5. ὡς ἀεί 5. zu 468 E. 

6. οὐ μόνον. Sokrates nimmt den 
Vorwurf des K. als ein Lob auf. Mit 
dem Zusatz περὶ τῶν αὐτῶν deutet er 
an, dass K. nicht verstehe, was das 
‘gemeinsame Ziel aller gebrauchten 
Beispiele sei. + 

[491 A] 8. Νὴ τοὺς θεούς. K. fasst 
die vorausgehenden Worte anders, als 
ob τῶν αὐτῶν masc. wäre. Daher 


„Redensarten. Vgl. auch 


erhebt er den gegen Sokrates herge- 
brachten Vorwurf, | 

9. ὥσπερ ὄντα τὸν λόγον. Selten | 
findet sich der acens. absolutus so (mit 


zugefügtem Subject) in ee ξ 


14.444 ἔγωγε vgl. zu 489 C. Di 
Empfindlichkeit des K. macht sich 
noch einmal in dem Seitenhieb 
σκυτοτόμους Iuft, 
„[B] 18. ἐπιτελεῖν gleich ἐπὶ τέλος | 
ἄγειν. 
Car. XLVI. [0] 24. τοὺς Loy. Der 
Artikel steht hier, weil das day. nicht 
blos ein Prädicat zu κρεξέττους seii 
sollte, sondern beide Begriffe iden- 
tisch gesetzt wurden, 


Pr 
ἘΞ 


ΓΟΡΓΊΑΣ, 118 


δὲ τοὺς φφονιμωτέρους, νῦν δ᾽ αὖ ἕτερόν τι ἥκεις ἔχων᾽ ἀν- 
δρειότεροί, τινες ὑπὸ σοῦ λέγονται οἵ κρείττους καὶ ol βελ- 
τίους. ἀλλ᾽, ὦ ᾽γαϑέ, εἰπὼν ἀπαλλάγηϑιε., τίνας ποτὲ λέγεις 
τοὺς βελτίους τε καὶ κρείττους καὶ εἰς ὁ ῦ τι. 

5 ΚΑΑ. ᾿4λλ εἴρηκά γε ἔγωγε τοὺς φρονίμους εἰς τὰ τῆς 
πόλεως πράγματα καὶ ἀνδρείους. τούτους γὰρ προσήκει τῶν 
πόλεων ἃ ἄρχειν; καὶ τὸ δίκαιον τοῦτ᾽ ἐστί, πλέον ἔχειν τού- 


τους τῶν ἄλλων, τοὺς ἄρχοντας τῶν ἀρχομένων. 
ER. Τί δὲ αὑτῶν, ὦ ἑταῖρε; τί οἴει; ἄρχοντας ἢ ἀρχο- 


τὸ μένους: 


ΚΑ44. Πῶς λέγεις; τ 


ZN. Ἕνα ἕκαστον λέγω αὐτὸν ἑαυτοῦ ἄρχοντα᾽ ἢ τοῦτο 
μὲν οὐδὲν δεῖ, αὐτὸν ἑαυτοῦ ἄρχειν, τῶν δὲ ἄλλων; 

KAA. Πῶς ἑαυτοῦ ἄρχοντα λέγεις; 

ΟΣΩ,. Οὐδὲν ποικίλον, ἀλλ᾽ ὥσπερ ol πολλοί, σώφρονα 
ὄντα καὶ ἐγκρατῆ αὐτὸν ἑαυτοῦ, τῶν ἡδονῶν καὶ a ren 


ἄρχοντα τῶν Ev ἑαυτῷ. 


1. ἥκεις ἔχων wie 518 A. ἥκεις 
λέγων wie unser: gleich bist du mit 
einer anderen Ansicht bei der Hand. 

3. εἰπὼν ἀπαλλάγηϑι. Das part. 
Aoristi ist hier durchaus nötig; K. soll 
nicht etwa zu. reden aufhören, son- 
dern, wenn er eine Bestimmung ge- 
macht hat, es dabei bewenden lassen. 
Das partic. darf daher auch nicht als 
Ergänzung des Prädicates gefasst wer- 
den (wie bei παύεσϑαι). 

[Ὁ] 7. πλέον ἔχειν epexegetischer 
Infinitiv zu dem pronomen τοῦτ᾽, 
welches daher nieht auf ἄρχειν zu 
beziehen ist. Der Artikel fehlt wie 
501 E und oft. 

9. τέ δὲ αὑτῶν. Höchst genial lässt 


Platonund dem Leser ebenso frappant 


wie K. plötzlich im Gegensatz zu der 
Herrschaft über andere die Frage nach 
der Notwendigkeit einerHerrschaft 
desMenschenüber sich selbst auf- 
werfen und zeigt, wie diess_eigent- 
lich der Punkt ist, aus demihre beiden 
Lebensanschauungen hervorspringen. 
Es handelt sich hier zugleich darum, 
festzustellen, dass K. nur zwei Tu- 
genden gelten lässt, die φρόνησις 


® 


- 


und re, die σωφροσύνη aber 


‚wie oben die δικαιοσύνη negiert. 


Das αὐτῶν steht also dem vorherge- 
henden ἄλλων und πόλεων gegen- 
über, damit aber nicht πλέον ἔχειν 
ergänzt werde, fügt Platon den regie- 
renden Begrift in , ἄρχοντας hinzu. 
Was unter ἐρχομένους zu verstehen 
sei, kann erst die Folge ergeben. 

12. ἕνα ἕκαστον natürlich im nor- 
malen Zustande. 


- 


15. οὐδὲν ποικίλον. wieMenon 75 
E bezeichnet, dass es sich um eine 
ganz einfache leicht. verständliche 
Sache handle, während der Angere- 
dete etwas Besor nderes hinter den Wor- 
ten suchte. — ὥσπερ οἵ moAloi fügtS. 
mit Ruhe hinzu und beugt damit dem 
Vorwurf vor, dass er nur die Ansich- 
ten der grossen Masse vortrage. 


16. τῶν ἡδονῶν καὶ ἐπιϑ. gibt 
den Gegenstand an, aufden sich diese 
Selbstbeherschung bezieht. σώφρο- 
va enthält den sittlichen Begriff, un- 
ter dem man sieim Leben zu fassen 
pflegt. Man vgl. damit die Erörterun- 
gen des Charmides. 


5*+ 


492° 


116 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


KAA. Ὡς ἡδὺς εἶ εἶ" τοὺς ἡλιϑίους λέγεις zone ἀδρῥονεὶ 


ER. Πῶς γὰρ οὔ; οὐδεὶς ὃ ὅστις οὐχὰν γνοίη, ὅτι τοῦτολέγω. x 
KAA. Πάνυ γε σφόδρα, ὦ Σώκρατες. ἐπεὶ πῶς ἂν εὐ- 
δαίμων γένοιτο ἄνϑρωπος δουλεύων ὁτῳοῦν; ἀλλὰ τοῦτ᾽ ἐστὶ 


τὸ κατὰ φύσιν καλὸν καὶ δίκαιον, ὃ ἐγώ σοι νῦν παρφησιαξό- 
wEvog λέγω, ὅτι δεῖ τὸν ὀρϑῶς βιωσόμενον τὰς μὲν ἐπιϑυ- 


μίας τὰς ἑαυτοῦ ἐᾷν ὡς μεγίστας εἶναι καὶ μὴ κολάξειν, ταύ- 


ταις δὲ ὡς μεγίσταις οὔσαις ἱκανὸν εἶναι ὑπηρετεῖν di ἀν- 
δρείαν καὶ φρόνησιν, καὶ ἀποπιμπλάναι ὧν ἂν ἀεὶ ἡ ἐπιϑυμία 
γίγνηται. ἀλλὰ τοῦτ᾽, οἶμαι, τοῖς πολλοῖς οὐ δυνατόν' ὅϑεν 


a 


ψέγουσι τοὺς τοιούτους dr αἰσχύνην, ἀποχρυπτόμενοι τὴν 


αὑτῶν ἀδυναμίαν, καὶ αἰσχρὸν δή φασιν εἶναι τὴν ἀκολα- 


σίαν, ὅπερ ἐν τοῖς πρόσϑεν ἐγὼ ἔλεγον; δουλούμενοι τοὺς 


βελτίους τὴν φύσιν ἀνθρώπους. καὶ αὐτοὶ οὐ δυνάμενοι ἐχ- 
πορίζεσϑαι ταῖς ἡδοναῖς πλήφωσιν ἐπαινοῦσι τὴν σωφροσύ- 


vnv καὶ τὴν δικαιοσύνην διὰ τὴν αὑτῶν ἀνανδρίαν. ἐπεί ye 


[ΕἸ 1. ὡς ἡδὺς εἶ wird öfter iro- 


nisch gebraucht z. B. Euthyd. 300 A, 
Theaet. 209 E, Rep. I, 337 D. Es 
wird dadurch uuser naiv wiederge- 
geben. K. meint, Sokrates stehe noch 


auf dem Standpunkt eines naiven, .@ 


aber darum liebenswürdigen Kindes, 
da er jenes Vorurteil von der σώφρο- 
σύνη noch nicht abgelegt habe. Da- 
her enthalten die Worte τοὺς ἡλι- 
ίους κ. τ. A. eine Kritik der Sokra- 
tischen Ansicht in diesem Sinne. Un- 
ter deinen Besounenen verstehst du 
die, welche (in Wahrheit nach K.) 
Narren sind. Daher der doppelte Ar- 
tikel wie oben C. 1. 

3. Zu Πάνυ γε σφόδρα ergänze 
τοῦτο λέγεις nämlich ἠλιϑέους. Die 
folgende Rede des. Kallikles soll 
diesen Satz beweisen. Zu dem Ende 
enthüllt er seine Lebensansicht ge- 
nauer und zeigt namentlich, worin_er 
die Glückseligkeit findet. — πῶς ἂν, 
In dieser rhetorischen Frage verrät 
sich der Mangel an Methode in der 
Begründung. εὐδαίμων und dov- 
λεύων werden, als wäre das selbst- 
verständlich, zu conträren Gegen- 
sätzen gemacht. Dass sich mit dem 


gewöhnlichen 
Selbstbeherschung nicht verträgt, wird 


deutlich ausgesprochen Menon 86 D. 


ἐπειδὴ δὲ σὺ σαυτοῦ μὲν οὐδ᾽ ἐπι- 
χειρεῖ Eoreın, ἵνα δὴ ἐλεῦ 9 ε- 


Freiheitsbegriff die 


Ber, 


1492 A 7. κολάζειν ῃ der Bedeutung 


in Zucht nehmen 


bindung mit dem früheren Gespräche 
zwischen Polos und Sokrates. herge- 


ist hier am 
Platz. Zugleich wird damit eine Ver- 


gestellt. Die ἀκολασέα ist der eigent- 


liche Gegensatz der σωφροσύνη, Ben 


.nunK. preisen muss. 


8. ὑπηρετεῖν sagt er, ohne zu 


merken, dass damit die Dienstbarkeit ἶ 


(δουλεία) anerkannt wird, in die der 
Mensch gegen die Begierden gerät. 
10. ὅϑεν ψέγουσι wieder ‚klein- 


liche subjective Auffassung. 11. τοὺς Ε 
τοιούτους nämlich δυνατοὺς. ἀπο- 


πιμπλάναι. 
12. αἰσχρὸν δή ταῖϊ ironischer Rück- 
beziehung auf αἰσχύνην. 


18. ὅπερ mit Bezug auf das Bol- 


gende s. p. 483 B, C. 
[B] 16. δικαιοσύνην. Diesen ἢ. 
griff wendet K. im Sinn des Gesetzes 


an, indem er sich der Meinung der‘ 


ἕξ. 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 117 
οἷς ἐξ ἀρχῆς ὑπῆρξεν ἢ βασιλέων υἱέσιν εἶναι ἡ αὐτοὺς τῇ 
φύσει ἵχανοὺς ἐκπορίσασϑαι ἀρχήν τινα ἢ τυραννίδα ἢ δυνα- 
στείαν, τέ τῇ ἀληϑείᾳ αἴσχιον καὶ κάκιον ἂν εἴη σωφροσύνης 
τούτοις τοῖς ἀνθρώποις" οἷς ἐξὸν ἀπολαύειν τῶν ἀγαϑὼν 


ὅ καὶ μηδενὸς ἐμποδὼν ὄντος, αὐτοὶ ἑ ἑαυτοῖς δεσπότην ἐπαγά- 


γθεντὸ τὸν τῶν πολλῶν ἀνθρώπων νόμον τε καὶ λόγον καὶ 
ψόγον ; ἢ πῶς οὐκ ἂν ἄϑλιοι γεγονότες εἴησαν ὑπὸ τοῦ καλοῦ 
τοῦ τῆς δικαιοσύνης καὶ τῆς σωφροσύνης, μηδὲν πλέον νέμον- 
τες τοῖς φίλοις τοῖς αὑτῶν ἢ τοῖς ἐχϑροῖς, καὶ ταῦτα ἄρχοντες 


10 ἐν τῇ ἑαυτῶν πόλει; ἀλλὰ τῇ ἀληθείᾳ, ὦ Σώκρατες, ἣν φὴς 


€ , 
σὺ διώκειν, DO’ ἔχει" τρυφὴ καὶ ἀκολασία καὶ ἐλευϑερία, ἐὰν 
ἐπικουρίαν ἔχῃ. τοῦτ᾽ ἐστὶν ἀρετή τε καὶ εὐδαιμονία. 


τὰ δὲ ἄλλα, ταῦτα τὰ καλλωπίσματα, τὰ παρὰ φύσιν συνθήματα. 


we, φλυαρία καὶ οὐδενὸς ἄξια. 

_ XLVI. Z2. Οὐκ ἀγεννῶς γε; ὦ Καλλίκλεις, ἐπεξέρχει 
τῷ λόγῳ παρρησιαξόμενος᾽ σαφῶς γὰρ σὺ νῦν λέγεις, ἃ οἱ 
ἄλλοι διανοοῦνται μέν, λέγειν δὲ οὐκ ἐθέλουσι. δέομαι οὖν 
ἐγώ σου μηδενὶ τρόπῳ ἀνεῖναι, ἵνα τῷ ὄντι κατάδηλον γένη- 
ται πῶς βιωτέον. καί μοι λέγε" τὰς μὲν ἐπιϑυμίας φὴς οὐ κο- 


20 λαστέον. εἰ μέλλει τις οἷον δεῖ εἶναι. ἐῶντα δὲ αὐτὰς ὡς με- 


Menge darüber aecommodiert. Der fol- 
gende mit ἐπεί eingeleitete Beweis 
aus der Erfahrung ist ganz rhetorisch. 


1. ὑπῆρξεν, die dasGlück hat- 
ten. Anden Dativ schliesst sich die 
Construetion mit dem Accusativ, um 
das zweite Prädicat als das wichtigere 
und allgemeinere zu verselbstän digen. 


— τῇ φύσει im Gegensatz zu der’ 


τύχῃ der Geburt. 


. 8. αἴσχιον nal κάκιον stellen den 
Gegensatz gegen die Tugend am al- 
lerschroflsten dar. Sie selbst wird 
‚zur Sünde und zum Uebel. 


4. τούτοις τοῖς ἀνθρώποις steht 
mit Absicht am Ende des Satzes (wie 
oben διὰ τὴν αὑτῶν ἀνανδρίαν). 


Im Gegensatz dazu tritt 6. ganz über-- 


flüssig ἀνθρώπων zu τῶν πολλῶν. 
An die schweren Omega reihen sich 
dann die 6 leichten Omikron an in 
νόμον, λόγον und ψόγον. 


ΕΣ 


[C]-7. τοῦ καλοῦ mit bitterer Iro- 
nie gesagt. 

10. nV, φὴς σὺ διώκειν wie oben 
482 E φάσκων τὴν ἀλήϑειαν διώ- 
HELD. 

12. ἐπικουρέαν das Abstraetum für 
das Coneretum in eolleetivem Sinn 
(Hülfsmittel),, 

‚13. τὰ δὲ ἄλλα x. τ. A. Subject ist 


τὰ — συνθήματα, dieses wird vor- 


weg charakterisiert durch καλλωπέ- 
σματα (Flitterstaat). 

Cap. XLVII. [Ὁ] 15. οὐκ ἀγεννώς, 
wie γενναίως 5. 475 D, 521 A von 
der Herkunft übertragen auf das dem 
Manne von edler Geburt gebührende 
freie, selbstverträuende Benehmen. 
Daher so viel wie mutig, tapfer. Vel. 
Charm. 158 C. — ἐπεξέρχει ergibt 
das Bild eines stürmischen Angriffs. 
τῷ λόγῳ geht en die Ansicht des 
Sokrates. 

20. el μέλλει τις (τοιοῦτος εἶναι) 


D 


Ε 


118 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


γίστας πλήρωσιν αὐταῖς ἁμόϑεν γέ modev ἐρυμνὰ 9. καὶ 


τοῦτο εἶναι τὴν ἀρετήν; 
KAA. Φημὶ ταῦτα ἐγώ. 


ER. Οὐκ ἄρα ὀρϑῶς λέγονται ol μηδενὸς δεόμενον εὐ- 
Ἵ 


δαίμονες εἶναι. 


KAA. Οἱ λέϑοι. γὰρ iv.odrn γε καὶ οἵ Be εὐδαιμο 


νέστατοι εἶ, Ev. 


3 


ER. ’Akha μὲν δὴ καὶ ὥς γε σὺ λέγεις δεινὸς ὃ Blog: : 
οὐγάρ τοι ϑαυμάξοιμ᾽ ἄν, εἰ Ἑὐριπίδης ἀληϑῆ ἐν ru. λέγει, 


λέγων 


φ- 
τ 


τίς δ᾽ οἶδεν, εἰ τὸ ξῇν μέν. ἐστι κατϑανεῖν, 


τὸ κατϑανεῖν δὲ ξῇν;. 


οἷον δεῖ (αὐτὸν se. τὸν ἄν ϑρωπονῚ 
εἶναι. Nach ὡς μεγίστας ist zu er- 
gänzen εἶναι oder γέγνεσϑαι. 

1. ἀμόϑεν γέποϑεν. Sokrateslässt 
sich absichtlich nochmals bestätigen, 
dass K. im weitesten Umfang, in aller 
Unbestimmtheit, alle Mittel zur Befrie- 
digung der Begierden gutheisse. — 
In ἑτοιμάζειν liegt der Begriff 
des Müssens eingeschlossen, weil es 
sich anschliesst an das adject. verb. 
κολαστέον. Vgl. Criton 5l C ποιη- 
τέον — ἢ πείϑειν. 

[E] 4. οἵ μηδενὸς δεόμενοι. Der 
Graudsatz der eynischen Schule (des 
Antisthenes), die ihren Ursprungauch 
von Sokrates herleitet. Vgl. Kenopie 
Memor. 1, 6, 5. 


6. οὗ νεκροί. τ; Ἢ dehnt 


diese Ansicht Sokrates selbst i im Phae; 
don. 65. Α. καὶ δοκεῖ γέ που, ὦ 
Σιμμία, τοῖς πολλοῖς ᾿ἀνϑιρώποις, ᾧ ᾧὧ 
μηδὲν ἡδὺ τῶν τοιούτων μηδὲ WET- 
ἔχει, αὐτῶν, οὐκ ἄξιον. εἶναι ξῇν, 
ἀλλ᾽ er τι τείνειν τοῦ τεϑνάναι 
ὁ μηδὲν φροντίζων τῶν ἡδονῶν, 
ai "διὰ τοῦ σώματός εἶσιν. 

8. Sokrates stellt der Darstellung der 
Lebensansicht des Kallikles zunächst 
eineCharakteristik derselben und 
der eigenen in Bildern entgegen, 
um das Gemüt der Zuhörer und Le- 
ser nach der erregten Rede des K. 
wieder zu beruhigen und zugleich, 
indem er Anschauungen in der Seele 


E27) 


erweckt, das Verständnis für dienach- 


folgende dialektische Entwieklung 


vorzubereiten. 9. Εὐριπέδης, deu- 
selben Dichter, welchen K. mehrmals 
eitiert, kann auch Sokrates für seine 
Ansicht aufrufen. *Die Sentenz ist 
dem Polyeidos desselben 'entlehnt. 
Die Zeitgenossen erinnerten. sich bei 
diesem Citate auch des Inhalts des 
ganzen Stückes. 
kos, der Sohn des Minos und der Pa- 
siphae, beim Ballspiel in ein mit Ho- 
nig angefülltes Fass gefallen undhatte 
darin seinen Tod gefunden. Ein Ora- 
kel, welches dem Minos auf sein Be- 
fragen zu Theil geworden war, deutete 
der Seher Polyeidos, auf den Maul- 
beerbaum. Da nun naclhı dem Ans- 
spruch des Gottes derjenige, welcher 
das Rätsel lösen würde, dem Minos 
auch seinen Sohn wiederbringen sollte, 
so verlangte diess Minos von Polyei- 
dos. In Folge eines Traumgesichtes 
fand dieser auch den Leichnam. Nun 
sollte er auch diesem wieder Leben 
einhauchen. 


in einem alten Bauwerk einschliessen. 
Dort nahte eine Schlange der Leiche. 
Polyeidos tödtete siemit dem Schwer- 
te. Nun erschien eineandere Schlange 
und gab der getödteten durch Berüh- 

rung mit einem Kraute das Leben wie- 
der. Mit diesem Mittel belebte nun 
auch Polyeidos den Knaben wieder 


τ 


Darnach war Glau- ἢ 


Baer Tee 


Da er es nicht ver-- 
mochte, liess ihn Minos mit der Leiche‘ 


ws 


' men, der nach 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


καὶ ἡμεῖς τῷ ὄντι ἴσως τέϑναμεν' ἡ δή 
τῶν σοφῶν, ὡς νῦν ἡμεῖς τέϑναμεν, καὶ 
ἡμῖν σῆμα, τῆς δὲ ψυχῆς τοῦτο, ἐν ᾧ 
ὃν οἷον ἀναπείϑεσϑαι καὶ μεταπίπτειν ἄνω κάτω. 
ἄρα τις μυϑολογῶν κομψὸς ἀνήρ, 
ὀνόματι διὰ τὸ πιϑανόν 


κός, παράγων τῷ 


und warddann aus der Gefangenschaft 
erlöst. — Der Spruch ‚charakterisiert 
hier einmal dieLebensanschauung des 

„ dessen Leben in Wahrheit zu ei- 
nem Tode der Seele wird, anderer- 
seits die Auffassung des Sokrates, 
wornach es Aufgabe des Menschen ist, 
in diesem Tode (dem Leibesleben) wie 
dortPolyeidosdas Leben zu erzeugen. 
[493 A] 1. ἔγωγε καὶ ἤκουσατου. 
Die folgenden Gleichnisse sind dem 
Buche des Philolaos, eines aus Italien 
vertriebenen Py 


gener Lectüre und eitiert daher zum 
Theil wörtlich. Sokrates kamnte die 
Pythagoräische Lehre jedenfalls nur 
aus mündlicher Mitteilung durch seine 
Schüler, 
Kebes; deswegen sucht Platon auch 
durch dieAnsdrucksweise diese Kennt- 
nis des Sokrates, die 5. selbst kei- 
nenfalls verwertete, als eine möglichst 
unbestimmte darzustellen. . * 
2. τὸ μὲν σῶμα ἐστιν σῆμα. Das 
Bild ist von Philolaos erfunden, lehnt 
sich ‚aber an die von den Orphi- 
kern stammende Bezeichnung des 
Leibes "als eines 


beide Bilder im Cratylus 400 B und 
ἀξ Phaedon 62 B zusammen. Vgl. 
- Susemihl Genet. Entw. der Plat. Ph. 
S.421 α΄, 3. τῆς δὲ ψυχῆς τοῦτο. 
Platon bedurfte für die spätere De- 
ductioneiner Unterscheidung der 
Seelenteile. Wissenschaftlich 
konnte er sie hier nichtgeben ; so viel 
nötig war, wird in diesem Gleichnis 
mitgeteilt. Sonst unterscheidet Platon 
drei Seelenteile, διάνοια, ϑυμός und 
ἐπιϑυμία. Für seinen Zweck genü- 


oräers, entnom- 
‘heben auswanderte, 
und dort schriftstellerisch auftrat. 


Platon kanntedie Schrift selbst aus ei-. 
Bezug auf 


die Thebaner Simmias und 


Kerkers der ‚Seele. 
an. In dieser Weise stellt Platon 


119 


του ἔγωγε καὶ ἤκουσα 
ὁ ἐπιϑυμίαι εἰσί, τυγχάνει 
καὶ τοῦτο 
ἴσως Σικελός τις ἢ Ἰταλυ- 
τε καὶ πειστικὸν 


gen jetztnoch zwei, das eigentlich Gei- 
stige, die Vernunft und das dem Leib 
sich preisgebende begehrliche Wesen. 
Denn es kam nur- auf die Entschei- 


dung der Frage an: soll das Wesen’ 


der Seele oder des LeibesPrin- 
eip für die Einrichtung des Lebens 
werden? 8. die Einl. 5. 11 Nr. 5, 

4, μεταπέπτειν. Der active Aus- 


druck dazu findet sich 517 B. μετα-- 


βιβάξειν τὰς ἐπιϑυμίας. 

5. μυϑολογῶν in mythischer (hier 
allegorischer) Form als Gegensatz 
der dialektischen Entwicklung. Vgl. 
Phaedon61E διασκοπεῖν re καὶ μυ- 
ϑολογεῖν. — κομψός τ.5.. Mit 


gesagt: Σικελός κομψὸς ἀνήρ. Der 
Ἰταλικὸς leitet bestimmter 


Zusatz ἢ 
auf die Heimat des Philolaos über. 


6. παράγων eigentlich zur Seite ent- 
lang ziehend, so dasseine Aöhnlichkeit 
entsteht, hier des Wortes mit ‚der Sa- 


che. Diese Bedeutung hat παρά häu- 
fig. So in παρωνύμιον. So ist σαρ- 
“ὅμοιον das, 


was sich als ähnlich ne- 
h % 


beneinander, le lässt, — διὰ 
x x Σ᾽ G 
τὸ πιϑανόν TE καὶ πειστικόν. 


Solche spielende Wortableitungen 


liebte ‚Philolaos. (Siehe Böckh 8. 


188). Offenbar sind ‚die beiden Aus- 
drücke, wie ohen durch ἀναπείϑε- 
cha und μεταπέπτειν angedeutet 
war, in. passivem Sinn zu nehmen, 
was leicht überredet wird. Der Form 
nach passt πυϑϑανόν am besten zu 
πίϑον, daher steht es voran, aber es 
ist meist activ; doch kommt es auch 
passiv vor. So Xenoph. Cyrop. II, 2, 
10. πιϑανοὶ δ᾽ οὕτως εἰσί τινες, 
ὥστε, πρὺν εἰδέναι τὸ προστατ: 
τόμενον, πρότερον πείϑονται. Da- 
her dient πειστεκόν zur näheren Er- 
klärung. 


den Anfang eines Liedes. 


493 


τὸ μὲν σῶμά ἐστιν 


120 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ὠνόμασε πέϑον, τοὺς δὲ ἀνοήτους ἀμυήτους' τῶν δ᾽ ἀμυήτων 
τοῦτο τῆς ψυχῆς. οὗ al ἐπιϑυμίαι εἰσί, τὸ ἀκόλαστον αὐτοῦ 


καὶ οὐ στεγανόν, ὡς τετρημένος εἴη πέϑος. διὰ τὴν ἀπληστίαν ὁ 


ἀπεικάσας. τοὐναντίον δὴ οὗτος σοί, ὦ Καλλίχλεις, ἐνδείκνυ- 
e m 77 Α΄ - 9 \ \ ’ € 3 ’ 
ται ὡς τῶν Ev ἄιδου --- τὸ ἀειδὲς δη λέγων — οὗτοι ἀϑλιωῶ- 
τατοι ἂν εἶεν οἵ ἀμύητοι, καὶ φοροῖεν εἰς τὸν τετρημένον 
πίϑον ὕδωρ ἑτέρῳ τοιούτῳ τετρημένῳ κοσκίνῳ. τὸ δὲ κόσκι- 
νον ἄρα λέγει. ὡς ἔφη ὁ πρὸς ἐμὲ λέγων, τὴν ψυχὴν. εἶναι" 


τὴν δὲ ψυχὴν χοσκίνῳ ἀπείκασε τὴν τῶν. ἀνοήτων ὡς τετρη- 
μένην, ἅτε οὐ δυναμένην στέγειν. dr ἀπιστίαν τε καὶ ἐὰν ἢ 


ταῦτ᾽ ἐπιεικῶς μέν ἐστιν ὑπό τι ἄτοπα, δηλοῖ μὴν: BR βούξ 


1. ἀνόητοι sind diejenigen, wel- 
che nicht. der. v0ög, sondern die 


ἐπιϑυμία oder der Leib regiert, 


ἀμύητοι bezeichnet nach dem her- 
schenden Sprachgebrauch diejenigen, 
welche nicht in die Mysterien einge- 
weiht sind. Daher wendet es Platon 
auch Phaedon 69 C, Theaet. 155 E 
auf diejenigen an, die in die Weis- 
heit oder Philosophie nicht eingeweiht 
sind, welche, wie es die Mysterien be- 
absichtigen , eine. wirklicke innere 
Reinigung der Seele hervorbringt. 
Hier ist aber: zunächst an die sinn- 
liche Bedeutung des wvsıv gedacht 
„verschliessen‘‘; also dieunverschlos- 
senen. Damit stimmt die folgende Er- 
klärung οὐ στεγανόν υπὰ ὡς τετρη- 
μένος. Sie stehen allen Reizen der 
Sinnlichkeit und Aussenwelt offen. 
[B] 2. τὸ ἀκόλαστον ist Zusatz 
Platons mit Bezug auf K. Aeusse- 
rung. Man beachte, dass der begehr- 


liche Seel&hteil durchweg mit negati-: 


ven Ansdrücken ‚charakterisiert wird. 

3. ὡς τετρημένος εἴη. Der Opta- 
tiv wird durch das in ὠνόμασε lie- 
gende Verb. des Sagens bedingt. Der 
Vergleich leitet seinen Ursprung her 
aus dem Versuche einer allegorischen 
Erklärung. des Mythos von den Da- 
niaiden. 

ὅ. ἐν “Διδου. Mit jenem Mythos 
werden wir in. den Hades versetzt, 
dieser aber durch den Zusatz ἀειδές 
in das gegenwärtige Leben hereinge- 
zogen, Der Hades oder das unsicht- 


τὰ 


bare, unleibliche — ken. ist, 
Ziel der Entwicklung, an dem die. 
Sinnlichkeit oder Begehrlichkeit des. 
Leibes die Seele hindert, indem si 


die Seele zu verleiblichen strebt. Vgl. 


Phaedon 80 D, 81€, Ὁ. Daher ist der 


Hades in doppelter Beziehung. zu 


nehmen. Einmalwirddas jenseitige 
Leben als das wahrhafte unddann auf 
Erden das unsichtbare Geistesle- 


| 
‘ben dadurch bezeichnet und in ei- 
ner Anschauung mit einander i in Ver- 


bindung gebracht. "Insofern stimmt 
auch diese Einführung des Hades mit 


der Bezeichnung des σῶμα 815 ἀν 


we der Seele. 
7. ἑτέρῳ τοιούτῳ wie sonst ἄλ- 


», 


Ἦν ἢ 


Aog nur um den Gegensatz auszu- Hi 


drücken. 


8. ὁ πρὸς ἐμέ λέγων. Auf seinen 
Gewährsmann beruft sich Sökrates 
jetzt noch einmal, weil es sich umdie 
Erklärung des ee: han- 


delt. 


[C] 9. Die Seele erhaupe wira# 


hier mit einem durchlöcherten Siebe 


v n ib 
«νὰν ᾿ 


lebenan- 
gehörige Theil gemeint war. Derandere 
seelische wird jenem | 


verglichen, während ein Theil 
schon mit einem Fasse ve 
weil damitnurderdem Lei 


eigentlich 


dienstbar, so dass er ihm Stoff zu- _ 


führt und selbst seine Natur an- 
Vgl. Phaedon 66 D. dov- 


nimmt. 
λεύοντες τῇ τοῦ σώματος ϑεραπείᾳ. 


10. ἀπιστίαν. Mit scheinbar wider- 
sprechender Anspielung auf meıozı- _ 


ΓΟΡΓΊΑΣ.. * 


121 


λομαέ σοι ἐνδειξάμενος, ἐάν πῶς οἷός τε ὦ, πεῖσαι μεταϑέ- 

σϑαι, ἀντὶ τοῦ ἀπλήστως καὶ ἀκολάστως ἔχοντος βίου τὸν 

κοσμίως καὶ τοῖς ἀεὶ παφοῦσιν ἱκανῶς καὶ ἐξαρκούντως ἔχοντα 

βίον ἑλέσϑαι. ἀλλὰ πότερον. πείϑω τέσε καὶ μετατίϑεσϑαι εὐ- 

5 δαιμονεστέρους εἶναι τοὺς κοσμίους τῶν ἀκολάστων, ἢ οὐδ᾽ 

ἂν ἄλλα πολλὰ τοιαῦτα μυϑολογῶ, οὐδέν τι μᾶλλον μεταϑήσει: : 
-KAA. Τοῦτ᾽ ἀληϑέστερον εἴρηκας, ὦ Σώκρατες. 


ΧΕΧΙΠΙ. 


ER. Φέρε δή, ἄλλην σοι εἰκόνα λέγω ἐκ τοῦ 


αὐτοῦ. γυμνασίου τῇ νῦν. σκόπει γὰρ εἰ τοιόνδε λέγεις περὰν 
10 τοῦ ῦ βίου ἑκατέρου, τὸῦ τε σώφρονος καὶ τοῦ ἀκολάστου, οἷον 
εἰ δυοῖν ἀνδροῖν ἑ ἑκατέρῳ πέϑοι πολλοὶ εἶεν, καὶ τῷ μὲν ἑτέρῳ 
ὑγιεῖς καὶ πλήρεις, ὁ μὲν οἴνου, 0 δὲ μέλιτος. ὁ δὲ γάλακτος, 
καὶ ἄλλοι πολλοὶ πολλῶν, νάματα δὲ σπάνια καὶ χαλεπὰ ἕκά- 
στου τούτων en καὶ μετὰ πολλῶν πόνων καὶ χολεδῶν ἐκ- 
15 ποριξόμενα᾽ ὁ μὲν οὖν ἕτερος πληρωσάμενος μήτ᾽ ἐποχετεύοι 


x0v; aber die Seele verliert durch 
Hingabe an die Sinnlichkeit die Kraft 
= Fassens und Festhaltens. 

1. ἐνδειξάμενος hier das Veran- 
schaulichen durch ein Bild. 

2. μεταϑέσϑαι bezeichnet die 
Aenderung einer Meinung oder Be- 
hauptung. ‘Vgl. de rep. I, 334 E. 
ἀλλὰ μεταϑώμεϑα" κινδυνεύομεν 
γὰρ οὐκ ὀρθῶς — ϑέσϑαι. 

) 8. κοσμίως Gegensatz zu ἀκολά- 
tag in ehiastischer Stellung. 

4. πότερον πείϑω. Die Frage 
deutet an, dass auch Platon seiner- 
seits-dem Gleichnis keine eigentliche 
Beweiskraft zugesteht. 

-[D] 7. τοῦτ᾽ geht auf den letzten 

negativen Theil der Doppelfrage. 

Car. XLVIII. 8. “φέρε δή. Die 
hmalige Vorführung eines Gleich- 
s ist nach dem Vorhergehenden 
ffallend. Aber das zweite ent- 
ält einen notwendigen Fortschritt, 
in dem es für die Anschauung den 
Gegensatz zweier Seelenbe- 
schäffenheiten und Lebens- 
weisen zur Darstellung bringt und 
so zur Grundlage der weiteren dia- 
lektischen Untersuchung dient. — λέ- 
yoswelcher Modus? 


- 


"9. γυμνασίου in der Bedeutug.ei- 
ner philosophischen Schule, weil Phi- 


losophen die Jugend in Gymnasien 


zu unterrichten pflegten, Platon liebt 
aber auch eine Zusammenstellung 
geistiger Thätigkeitmitder Gymnastik. 
Vgl. Theaet. 162B. Dort weigert sich 
Theodoros der Theilnahme an der Un- 
tersuchung mit den Worten ὥσπερ 
νῦν οἶμαι υμᾶς πείσειν μὲ μὲν 
ἐᾶν ϑεᾶσϑαι καὶ μὴ ἕλκειν πρὸς 
τὸ γυμνάσιον σηληρὸν ἤδη ὄντα, 
τῷ δὲ δὴ νεωτέρῳ τε καὶ ὑγροτέρῳ 
ὄντι προσπαλαΐειν. Vgl. de Rep. 
498 B. δεῖ προιούσης τῆς ἡλικίας 
— ἐπιτείνειν τὰ ἐκεένης γυμνάσια. 


11. πέϑοι πολλοί. Darunter wer- 
den nur die einzelnen Begierden ver- 
standen. Als Füllung werden ange- 
nehme Dinge genannt. 

[ΕἸ 12. ὑγιεῖς ἴῃ der sinnlichen Be- 
deutung unversehrt, aber mit Vorweg- 
nahme des sittlichen Urteils darüber. 
Daher ist der Gegensatz σαϑρά wie 
479 B. 


18. πολλῶν nämlich τοιούτων χρη- 
μάτων oder ναμάτων. 

15. ὁ μὲν ἕτερος nämlich ὁ σώ- 
D0o@vV, 


122 


"ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


, μήτε τι φφοντίζοι » ἀλλ᾽ ἕνεκα τούτων ἡσυχίαν" ἔχοι" τῷ δ᾽ 
ἑτέρῳ τὰ μὲν νάματα, ὥσπερ καὶ ἐκείνῳ, δυνατὰ μὲν mogi- 
- ξεσϑαι, χαλεπὰ δέ, τὰ δ᾽ ἀ ἀγγεῖα τετρημένα καὶ σαϑρά, way 
κάξζοιτο δ᾽ ἀεὶ καὶ νύκτα καὶ ἡ ἡμέραν πιμπλάναι αὐτά, ἢ τὰς 
ἐσχάτας λυποῖτο λύπας" ρα τοιούτου ἑκατέρου ὄντος ποῦ βίου, 5 
λέγεις τὸν τοῦ ἀκολάστου εὐδαιμονέστερον εἶναι ἢ τὸν τοῦ 


κοσμίου; πείϑω τί σε ταῦτα λέγων συγχωρῆσαι τὸν κόσμιον 
βίον τοῦ. ἀκολάστου ἀμείνω εἶναι, ἢ οὐ πείϑω; ᾿ 
KAA. Οὐ πείϑεις, ὦ Σώκρατες. τῷ μὲν γὰρ πληφῶσα- | 


eh 


μένῳ ἐκείνῳ οὐκέτ᾽ ἔστιν ἡδονὴ οὐδεμία, ἀλλὰ τοῦτ᾽ ἔστιν, ὃ τὸ. 
νῦν δὴ ἐγὼ. ἔλεγον, τὸ ὥσπερ λίϑον Ev, [ἐπειδὰν πληρώσῃ! Ὁ 
μήτε χαίροντα ἔτι „wire λυπούμενον. ἀλλ᾽ ἐν τούτῳ ἐστὶ τὸ 
ἡδέως ζῇν, ἐν τῷ ὡς πλεῖστον ἐπιρρεῖν. 


ZA. Οὐκοῦν ἀνάγκη γ᾽, ἂν πολὺ ἐπιρρέῃ, πολὺ αὐ πὸ & 
ἀπιὸν εἶναι, καὶ μεγάλ᾽ ἄττα τὰ τρήματα εἶναι ταῖς ἐκροαῖς ; 15 


KAA. Πᾶνυ μὲν οὖν. 


ER. Χαραδριοῦ τινὰ αὖ σὺ βίον "λέγεις, ἀλλ οὐ νεκροῦ 
οὐδὲ λέϑου. καί μοι λέγε" τὸ τοιόνδε λέγεις οἷον ΦΨΡΗ͂Ν. καὶ 


πεινῶντα ἐσϑίειν ; 


1. ἕνεκα τούτων so weit es von 
der Füllung der Fässer oder der Be- 
gierden abhängt. Vgl. Theaet. 148D. 
προϑυμίας μὲν ἕνεκα φανεῖται 
Phaed. 85. τούτου γε, ἕνεκα λέγειν 
χρὴ καὶ ἐρωτᾶν ὅ ὅτε ἂν βοὔλησϑε. 
— ἡσυχίαν die Ruhe (innere) ge- 
hört nach Sokrates zu den Merkma- 
len der Glückseligkeit. Gegensatz da- 
zu bildet nachher «ei u. s. w. 

[494 A] 5. ἐσχάτας ein geläufiges 
Attribut für ausserordentlich unange- 
nehme ‚schmerzvolle Dinge. ‚Vgl. 482 
B. ἁπάντων ἔσχατον κακῶν, 511 ἢ 
ἐκ τῶν ἐσχάτων κινδύνων, ὅ20 Ὁ 
τὰ ἔσχατα ἀδικεῖν, Prot. 354 B. 
ὀδύνας τὰς ἐσχάτας. 

8. ἢ οὐπείϑω. Die Wiederholung 
des πείϑω deutet wiederan, dass dem 
Bilde keine Beweiskraft zukommt, 
Dem einen kann mit gleichem Rechte 
ein anderes entgegengesetzt werden. 

10. ἡδονή. Als Resultat ergibtsich, 
dass Kallikles fürdie ἡδονή Begier- 
den voraussetzt, in der Befrie- 


' 


᾿ 


digung derselben aber guch.die ἡδο- ε 


vn aufgehn lässt. 

[B] 13. ἐπιρρεῖν, Kallikles geht 
auf das Bild des-Sokrates ein; Zugleich 
wird in ‚dieser Form auf die Lehre 
des Gorgias angespielt, welcher im 
Anschluss an Empedokles durch die 
Begriffe Ab- und Zufliessen zu erklä- 
ren suchte. Vgl. Menon 76 €. Βούλει 
οὖν σοι κατὰ Γοργίαν ἀποκρένω- 
μαι: --- Οὐκοῦν λέγετε ἀπορροάς 
τινας τῶν ὄντων κατ "Ἐμπεδοκλέα: 
Καὶ πόρους εἰς οὖς καὶ δι᾽ ὧν ei 
ἀπορροαὶ πορεύονται: 
Ausdruck πορέξεσϑαι gewinnt da- 
durch besondere Bedeutung. 


17. χαραδριοῦ. Welcher Vogel ge- Ὁ 


meint ist, lässt sich nicht mit Sicher- 
heit sagen. Er war sprichwörtlich, 
weil er rasch frass und ebenso rasch 
verdaute und die Speisen wieder ent- 


fernte. Bei uns steht die Ente in die- . 


sem Rufe. Auch die Stopfgans ent- 
spricht wenigstens nach einer Seite. 
18. τὸ τοιόνδε nämlich eivel τι. 


a Be | 


Auch der E 


TOPTIA2Z. 


KA. Ἔγωγε. 


123 


ER. Kal διψὴν γὲ καὶ διψῶντα πίνειν; 
.KAA. “έγω, καὶ τὰς ἄλλας ἐπιϑυμίας ἁπάσας ἔχοντα καὶ 
δυνάμενον. πληροῦν χαίροντα εὐδαιμόνως ξῇν. 

-  XLIX, 22. Εὖγε, ὦ βέλτιστε' διατέλει γὰρ ὥσπερ ἤρξω, 
καὶ ὅπως μὴ ἀπαισχυνεῖ. δεῖ δέ, ὡς ἔοικε, μηδ᾽ ἐμὲ ἀπαισχυν- 
Hvar. καὶ πρῶτον μὲν εἰπέ, εἰ καὶ ψωφῶντα καὶ χνησιῶντα, 

ἀφϑόνως ἔχοντα τοῦ κνῆσϑαι, Me διατελοῦντα τὸν 


βίον εὐδαιμόνως. ἔστι Env. 


 KAA. Ὡς ἄτοπος εἶ, ὦ Σώκρατες, καὶ ἀτεχνῶς Önun- 


[4 


ER. Τοιγάρτοι, ὦ Καλλίκλεις, Πῶλον μὲν καὶ Γοργίαν 
καὶ ἐξέπληξα καὶ αἰσχύνεσϑαι ἐποίησα, σὺ ὃὲ οὐ μὴ ἐχπλα- © 
γῇς οὐδὲ μὴ αἰσχυνϑῇς᾽ ἀνδρεῖος γὰρ el. ἀλλ᾿ ἀποκρίνου 


μόνον. 


KAA. Φημὶ τοίνυν da τὸν κνώμενον ἡδέως ἂν βιῶναι. 
ER. Οὐκοῦν εἴπερ ἡδέως, καὶ εὐδαιμόνως: 


ΚΑ4. Πανυ γε. 


22. Πότερον εἰ τὴν καφαλὴν μόνον κνησιῷ, ἢ ἔτι τί σε 
4 5 N nr νἀ , x ’ 
' ἐρωτῶ; 000, ὦ Καλλίκλεις. τί anongıvei, ἐὰν τίς σὲ τὰ ἐχό- 
μενα τούτοις ἐφεξῆς ἅπαντα ἐρωτᾷ" καὶ τούτων τοιούτων OV- 
τῶν κεφάλαιον, ὁ τῶν κιναίδων βίος οὗτος οὐ δεινὸς καὶ 
αἰσχρὸς καὶ ἄϑλιος ; ἢ τούτους τολμήσεις λέγειν εὐδαίμονας 
εἶναι, ἐὰν ἀφϑόνως ἔχωσιν ὧν δέονται; 


Car. XLIX. [0] ὅ. Εὖγε: Mit der 
mung τὰς ἄλλας ἐπιϑυμίας 
ἁπάσας hat K. dem 5. ein offenes 
Feld zum Angriff bereitet. S. lobt 
diess ironisch, weist aber von vorn- 
in darauf hin, dass das Eingehn 
ersuchung auf minder decente 
em zur Last falle. 
ς ἔοικε. 5. muss die Conse- 
en des Satzes offen aufdecken. 
[Ὁ] 10. ὡς ἄτοπος εἷ. Der Vorwurf 
eschmacklosigkeit ist darauf be- 
Br den Gegner einzuschüchtern. 
Önunyogos, s. 0. zu 482 C; 
12. τοιγάρτοι. Diestarke Schluss- 
formel wird ironisch angewandt mit 
Bezug auf 482 C, Ὁ. 


Ἢ 


14. ἀνδρεῖος. Gegensatz zu ἐκ- 
πλαγῆναι mit Beziehung auf 491 B, 
weil neben der φρόνηδις von K. für 
den Staatsmann nur die Tapferkeit 
als Tugend anerkannt wird. Jetzt soll 
diese von K. selbst bewährt werden. 


[E] 21. zovrolg von ἐφεξῆς ab- 
hängig. 


22. κιναΐδων — οὗτος dasbekannte 
(verächtlich) Leben der Wollüstlirige. 


24. ἀφϑόνως ἔχων regiert den Ge- 
netivanicht, wie die mit Adv. und ἔχω 
gebildeten Redensarten, sondern ver- 
möge seines Begriffs. Ebenso 501 Ὁ 
ἀσκέπτως ἔχων. 


495 


124 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


KAA. Οὐκ αἰσχύνει εἰς τοιαῦτα ἄχ ὦ 3 Σώκρατες, 


τοὺς λόγους; 


ΨΦ. 


ZR. Ἦ γὰρ ἐγὼ ἃ ἄγω ἐνταῦϑα, ὦ γενναῖε, n  Eustvog, ὃ 
ἂν φῇ ἀνέδην οὕτω τοὺς yalgovras, ὅπως ἂν χαίρωσιν, εὐδ 
μονας εἶναι, καὶ μὴ διορέίξηται τῶν ἡδονῶν ὁποῖαι ἀγαϑαὶ na 
κακαΐ; ἀλλ᾽ ἔτι καὶ νῦν λέγε, πότερον φὴς εἶναι τὸ αὐτὸ ἡ 


καὶ ἀγαϑόν, ἢ εἶναί τι τῶν ἡδέων, ὃ οὐκ ἔστιν ἀγαϑόν: 


ch 


KAA. Ἵνα δή μου μὴ ἀνομολογούμενος ἢ , Eur äh ἐὰν | 
ἕτερον φήσω εἶναι, τὸ αὐτό φημι εἶναι. ; | ᾿. 


22. “Ζιαφϑείρειβ, ὦ Καλλίκλεις, τοὺς πρώτους λόγου 
καὶ οὐκ ἂν ἔτι μετ᾽ ἐμοῦ ἱκανῶς τὰ ὄντα ἐξετάξοιρ, Mr πὰ 


τὰ δοκοῦντα σαυτῷ ἐρεῖβ.. 


KAA. Καὶ γὰρ σύ, ὦ Σώκρατες. 


ER. Οὐ τοίνυν ὀρϑῶς ποιῶ οὔτ᾽ ἐγώ, εἴπερ ποιοῦ τοῦτο, 
οὔτε σύ. ἀλλ ὦ μακάριε, ἄϑρει, μὴ οὐ τοῦτο 7 τὸ ἀγα 
τὸ πάντως χαίρειν" ταῦτά τε γὰρ τὰ νῦν δὴ αἰνιχϑέντα “πῇ ἑ 
καὶ αἰσχρὰ φαίνεται συμβαίνοντα, εἰ τοῦτο οὕτὼς ἔχει, καὶ 


ἄλλα πολλά. 


KAA. Ὡς σύ γὲ οἴει, ὦ Σώκρατες. 
ZR. Σὺ δὲ τῷ ὄντι, ὦ BP Ai ταῦτα εἀσχυρίξεις 


Ἢ, τοιαῦτα ἄγων derselbe Vorwurf 
wie oben 482 E. 

4. ἀνέδην von ἀνέημι abzulei- 
ten: ohne Einschränkung. οὕτῳ ge- 
sellt sich öfter zu Adverbien in deik- 
tischem Sinn wie ἁπλῶς οὕτω 408 C. 
ἀτρέμα οὕτω 503. Ὁ, 

[495 A] 6. ἀλλ᾽ ἔτι καὶ νῦν. Auch 
jetzt würde das Zugeständnis, das 
Kallikles machen müste, in Form ei- 
ner Einschränkung der ἡδοναί nicht 
zu spät kommen. Der Gegenstand der 
Untersuchung congentriert sich nun 
in der Frage nach der Identität oder 
dem Unterschied des Angenehmen 
und Guten. S. Einl. S. 10. 

8. ἀνομολογούμενος ist nicht von 
ἀνομολογεῖσϑαι abzuleiten, welches 
die Bedeutung hat ein Zugeständnis 
machen oder wiederholen wie Theaet. 
164 C, sondern von ὁμολογούμενος 
in Verbindung mit dem ἃ privativum 
(in sich nicht widersprechend). K. 


᾿ 


" 
: 
offenbart durch diesen Ausspruch die 
Haltlosigkeit seines Denkens αὶ 
zeigt, wie weniger inWahrheit das Lot 
der‘ Tapferkeit verdient. AH; AO 
10. διαφϑεέρεις τοὺς πρώτους 
λόγους wie Prot. 360 A διαφϑεροῦ 
μὲν τὰς ἔμπροσϑεν ὁμολογίας. Hier 
bezieht sich Sokrates auf die von K. 
selbst ausgesprochene Absicht, nur 585. 
gen zu wollen, was seine Ueberz 
gung wirklich sei. w 
11. ἱκανῶς — ἐξετάζοις ‚mit Rüc τ: 
sicht auf 487 E, ἐάν τι σὺ ἐν ό- 
γοις ὁμολογήσηρ μοι ea Ἵ 
νον τοῦτ ἤδη σται ἱκανῶς. 
[B]13. καὶ γὰρ σύ. DieZurückgabe 
des gleichen Vorwurfs bezeugt die 
Empfindlichkeit des K. AR 
16. αἰνιχϑέντα ᾿ὀρεί εν ἃ dievor- 
her ausgespröchenen Consequenzen, 
insofern sie andeutungsweise die Auf- 
lösung des Rätsels enthalten, das Κι 
gleichsam dem 8, aufgegeben hatte, ἡ 


5 ER | 


Ν 


5' TOPTIAZ. 


KAA. "Eyoye. 


.sovrog; " 
KAA. Πάνυ γε σφόδρα. 


125 


L. 22. Ἐπιχειρῶμεν ἄρα τῷ 5 λόγῳ ὡς σοῦ σπουδά- 


ΟΣ. Ἴϑι δή μοι, ἐπειδὴ οὕτω δοκεῖ, διελοῦ τάδε" ἐπι- 


seien που καλεῖς τι; 
„KAA. Ἔγωγε. 


Ἶ 


ER. Οὐ καὶ ἀνδρείαν νῦν δὴ ἔλεγές τινα εἶναι μετὰ. 


ı mie: : 
. ΚΑΖ. Ἔλεγον γάρ. 
᾿ δύο ταῦτα ἔλεγες; 
'ΚΑ4. Σφόδρα γε. 


λλο τι οὖν ὡς ἕτερον τὴν ἀνδρείαν τῆς ἐπιστήμης 


ΣΩ. Τί δέ, ἡδονὴν καὶ ἐνναβίμοα ταὐτὸν ἢ ἕτερον; 
ὃ ΚΑΛΆ. Ἕτερον δήπου, ὦ σοφώτατε σύ. 
εἴ ΣΙ. Ἦ καὶ. ἀνδρείαν ἕ ἑτέραν ἡδονῆς: : 


KAA. Πῶς γὰρ οὔ: 


ER. Φέρε δὴ ὅπως μεμνησόμεϑα ταῦτα, ὅτι Καλλικλῆς 


ἔφη 


᾿ἀχαρνεὺς ἡδὺ μὲν καὶ ἀγαϑὸν ταὐτὸν εἶναι, ἐπιστήμην 


) δὲ καὶ ἀνδρείαν καὶ ἀλλήλων καὶ τοῦ ἀγαϑοῦ ἕτερον. 
ΚΑΑ. Σωκράτης δέ γε ἡμῖν ὁ ᾿Ἵλωπεκῆϑεν οὐχ “ΡΟΣ 


ταῦτα. ἢ ὁμολογεῖ: ; 


ER. Οὐχ ὁμολογεῖ" οἶμαι"δέ γε οὐδὲ Καλλικλῆς. ὅτων 


Car.L. [6] 2. In den Antworten 
des Kallikles hat man auf die stür- 
misch brüske Entschiedenheit und 
Zuversichtlichkeit zu achten. 

8. νῦν δὴ ἔλεγες insofern K. 491 
in die ἀνδρεῖοι und φρόνιμοι 
sestellt hatte. Ὁ 
ἔρον. Man erwartete den 


ein Adjeetiv ohne Particip. als 
‚absoluter Aceusativ wie Protag, 323 
B. uf ἀναγκαῖον, οὐδένα ὅντιν᾽ 
οὐ us μετέχειν αὐτῆς. 

on . ὦ σοφώτατε σύ. K. will 
den Karate zurechtweisen, weil er 
ihn etwas ganz Selbstverständliches 
frage. Allein K. selbst durfte conse- 
quenter Weise neben dem Guten, 


\ 


von ὄν; doch steht bisweilen’ 


wenn dieses in der ἡδονή aufgehen 
soll, keine ἐπιστήμη und ἀνδρεία αιι- 
erkennen. Der mit 497 D beginnende 
Beweis stützt sich auf diesen Wider- 


«5 ruch, 


18. ὅτι Καλλικλῆς ἔφη Ayuovevs. 
Die Eingangsformel von Volksbe- 
schlüssen erforderte die Angabe der 
Phyle, aus welcher der Antragsteller 
stammte. Durch die Formulierung 
des Antrags oder Beschlusses wurde 
dieser für das Gedächtnis fixiert und 


zur Grundlage weiterer Verhandlun- 


gen gemacht. . So wird auch hier mit 
der Behauptung des K. verfahren 
(μεμνησόμεϑα). Was $. in heiterem 
Scherze.thut, wiederholt K. mit Em- 
pfindlichkeit. 


% 


120 


αὐτὸς αὑτὸν ϑεάσηται ὀρϑῶς. εἰπὲ γάρ μοι, τοὺς εὖ πράττον. 
τας τοῖς κακῶς πράττουσιν οὐ τοὐναντίον ἡγεῖ πάϑος πέπον. 


ϑέναι; 
KAA. Ἔχγωγε:. 


ΣΩ. Ag οὖν, εἴπερ ἐναντία ἐστὶ ταῦτα ana ἀνάγχη, 
περὶ αὐτῶν ἔχειν ὥσπερ περὶ ὑ ὑγιείας Eyeu καὶ νόσου; οὐ γὰρ, 
ἅμα δήπου ὑγιαίνει τε καὶ νοσεῖ ὁ ἄνϑρωπος, οὐδὲ δ; ἅμα ἀπαλ-᾿ 
λάττεται ὑγιξίας τε καὶ νόσου. 3 


KAA. Πῶς λέγειρ:; ; 


ER. Οἷον περὶ ὅτου βούλει τοῦ σώματος ἀπολαβὼν. 


ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


% 


Mi 


σκόπει. νοσεῖ που ἄνϑφωπος ὀφθαλμούς. 6 ᾧ ὄνομα ὀφϑαλμία:, 


KAA. Πῶς γὰρ οὔ; 


ΐ ᾿ 


ER. Οὐ ϑήπου καὶ ὑγιαίνει γε ἅμα τοὺς αὐτούς; 


KAA. Οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν. 


ER. Τί δέ; ὅταν τῆς ὀφϑαλμίας ERGO δὰ τότε. 
καὶ τῆς ὑγιείας ἀπαλλάττεται τῶν ὀφϑαλμῶν καὶ τελευτῶν 


ἅμα ἀμφοτέρων ἀπήλλακται; 
KAA. Ἥκιστά γε. 


ER. Θαυμάσιον γάρ, οἶμαι, je ἄλογον ἡνγδυταν N γάρ ; 


KAA. Σφόδρα γε. 


de 


ER. ᾿4λλ᾽ ἐν μέρει, οἶμαι, ἑκάτερον ὧν λαμβάνει καὶ 


ἀπολλύει; 
KAA. «Φημί.. 


9 


ER: Οὐκοῦν καὶ ἰσχὺν a ἀρφύρόναν ἢ ὡσαύτως; 


KAA. Ναί. 


[ΕἸ 1. αὐτὸς αὐτόν. K. konnte 
schon an sich selbst die Erfahrung 
machen, die ihm Sokrates nun über 
das Wesen der ἡδονή ayfschliesst. 

5. ἐναντία. Es handelt sich um 
absolute Gegensätze, deren Glieder 
sich ausschliessen. Die folgende Dar- 
legung bis 496 Ο ist heuristischer Na- 
tur und hat nur die Aufgabe, ein lo- 
gisches Gesetz zu enthüllen oder die 
Bedingung festzustellen, unter wel- 
cher entgegengesetzte Begriffe nicht 
mit dem: Gegensatz des Guten und 
Schlechten zusammenfallen können. 
Vgl. auch Protag. 332 C ff. 


‘ 
« 
\ i % 


10. ἀπολαβών hat fast adverbiale. 
Bedeutung: im Einzelnen, Besonde- 
ren. Vgl. de Rep. III, 392 C. ἀπο- 
λαβὼν μέρος τι --- ἐν τούτῳ δηλῶ- ΐ 
σαι. Der Genetiv τοῦ. og hängt‘ 
ab von περὶ ὅτου (μέρους) βούλει. 

[496 A] 11. ἄνϑρωπος irgend e 
beliebiger; mit anderen Worten: sol- Ὁ 
che Krankheitsfälle kommen vor.. : 

19. γέγνεται. Man sollte erwarten 
ἐγίγνετο ἄν. Der Indicativ praes. 
wird durch die Form der vorausge- Ὁ 
henden Frage ἀπαλλάττεται und 
ἀπήλλακται mitbedingt durch eine. E 


Art Attraction. 


ng 


TOPTIA2. 


127 


22. Καὶ τάχος καὶ βραδυτῆτα; 


KAA. Πάνυ γε. 


5 μέρει ἀπαλλάττεται ἑκατέρου; 
KAA. Πάντως δήπου. 


EEE ED 


iD) ψάμενος ἀποκρίνου. 


| ER. Ἦ καὶ τἀγαϑὰ καὶ τὴν εὐδαιμονίαν καὶ νδμωνὶς 
τούτων, καχά TE καὶ ἀϑλιότητα, Ev μέφει λαμβάνει καὶ ἐν 


€ a 
ER. ᾿Εὰν εὕρωμεν ἄρα ἄττα, ὧν ἅμα τε ἀπαλλάττεται 
» Ἶ ev » ὧ "-, 3 κὶ] ΄ 
ἄνϑρῶπος καὶ ἀμὰ ἔχει, δῆλον ὁτι ταῦτα γε οὐκ ἂν ein τὸ TE 
ἀγαϑὸν καὶ τὸ κακόν. ὁμολογοῦμεν ταῦτα; καὶ εὖ μάλα σκε- 


KAA. ᾿4λλ: ὑπερφυῶς ὡς ὁμολογῶ. 
LI. Z2. Ἴϑι δὴ ἐπὶ τὰ ἔμπροσϑεν ὡμολογημένα. τὸ 
πεινῇν ἔλεγες πότερον ἡδὺ ἢ ἀνιαρὸν εἶναι; αὐτὸ λέγω τὸ 


πεινῆν. 


ΙΕΙ͂ KAA. ᾿Δνιαρὸν ἔγωγε" τὸ μέντοι πεινῶντα ἐσϑίειν ἡδύ. 


22. Καὶ ἐγώ" uavdavo’ 


ἀνιαρόν. ἢ οὐχί; 
KAA. Φημί.. 


3 2 5 [4 » RR, 
ἀλλ ovv τὸ γε πεινὴν αὐτὸ 


ER. Οὐκοῦν καὶ τὸ διψῇν; 


“-ῷωἁἷ᾽ KAA. Σφόδρα γε.. 


ΣΩ,.. Πότερον οὖν ἔτι πλείω ἐρωτῶ, ἢ ὁμολογεῖς ἅπασαν 


ἔνδειαν καὶ ἐπιϑυμίαν ἀνιαρὸν εἶναι; 


] 


KAA. Ὁμολογῶ, ἀλλὰ μὴ ἐρώτα. 


[EC] 9. καὶ εὖ μάλα σκεψ. Mit 
dieser Formel macht Sokrates auf die 
Wichtigkeit der Entscheidung auf- 
merksam. 


Car. L1. [C] 13. αὐτὸ λέγω τὸ πει- _ 


vjv fügt Sokrates hinzu, damit K. 
nicht gleich an die Stillung des Hun- 
mit denke. Wie nahe ihm das 
zeigt seine Antwort, in der er 
durch einen Zusatz dieses Sinnes 
zu verwahren sucht. 


‚[{D] 16. ἀλλ᾽ οὖν jedenfalls öfter 


‚mit ‚re verbunden. Vgl. Apol. 27 C. 
ἀλλ᾽ οὖν δαιμόνιά γε νομίξω κατὰ 
τὸν σὸν λόγον. ‚Protag. 327 C ἀλλ᾽ 
ann κἤληταί γ᾽ ἂν πάντες ἦσαν ἵκα- 
ψοί, 


20. σφόδρα γε wie unten E5 μά- 
λιστὰ auf die Frage οὐκοῦν κατὰ 
τὸ πίνειν χαίρειν λέγεις; zeigt, dass 
K. kein Verächter des Trinkens ist. 


23. ἀλλὰ un ἐρώτα. K.wirdunge- 
duldig und will die Fragen über 
Dinge abbrechen, die nach seiner 
Meinung Rleinigkeiten sind. — τού- 
του οὗ λέγεις --- au diesem Aus- 
spruch διψῶντα πίνειν unterschei- 


' det Sokrates die beiden Begriffe, um 


für jeden das allgemeine Prädicat zu 
setzen. Die Generalisieruug des gan- 
zen Ausdrucks, welche die Verbin- 
dung von Schmerz und Lust in einem 
Acte ausspricht, wird E,10 vollzogen, 


128 


εἶναι; 
ΚΑ4. Ἔγωγε. 


ZR. Οὐκοῦν τούτου οὗ λέγεις τὸ μὲν διψῶντα λυπούς, 


μενον δήπου ἐστίν; 


Ε 


497 


KAA. Ναί. 


ER. Τὸ δὲ πίνειν πλήρωσίς τε τῆς ἐνδείας ni ἡδονήν, ὶ 


KAA. Ναί. 


ΣΩ. Οὐκοῦν κατὰ τὸ ἜΝ χαίρειν λέγειβ!; 


KAA. Μάλιστα. 
ER. Διψῶντά γε; 
KAA. Φημί. 

. ZR. Avnovusvov;- 
KAA. Ναί. 


IIAATQNOZ 


ΣΦ. Εἶεν" διψῶντα δὲ δὴ πίνειν ἄλλο τι ἢ ἡδὺ φὴς, 


ΓἾΣ 


- 


| 


a ar 


zn. Αἰσϑάνει οὖν τὸ συμβαῖνον, ὅτι λυπούμενον χαίρειν . 
λέγεις. ἅμα, ὅταν διψῶντα πίνειν λέγῃς: ἢ οὐχ ἅμα τοῦτο 4 


γίγνεται κατὰ τὸν αὐτὸν τόπον καὶ χρόνον εἶτε ψυχῆς eite 


σώματος βούλει; οὐδὲν γάρ, οἶμαι, διαφέρει. ἔστι. ταῦτα who 


KAA. Ἔστιν. 


ER. ᾿Αλλὰ μὴν εὖ γε πράττοντα κακῶς “πράττειν u ᾿ 


ἀδύνατον φὴς εἶναι. 
KAA. Φημὶ γάρ. 


ER. ᾿Δνιώμενον δέ γε χαίρειν δυνατὸν ERERRE 


KAA. Φαίνεται. 


u 


ΣΕ. Οὐκ ἄρα τὸ χαέρβιν ἐστὶν εὖ πράττειν οὐδὲ τὸ ἀνι- 20 
ἄσϑαι κακῶς. ὥστε ἕτερον γίγνεται τὸ ἡδὺ τοῦ ἀγαϑοῦ. ἡ ἷ 
KAA. Οὐκ οἶδ᾽ ἅττα σοφίζει, ὦ Σώκρατες. Ε 
ER. Οἶσϑα, ἀλλὰ ἀκκίζει, ὦ Καλλίκλειρ᾽ καὶ πρύϊδέ, ye 4 
ἔτι εἰς τὸ PEAGRONE® ἵνα εἰδῆς, ὡς σοφὸς ὧν μὲ ran : 


.# 


ΠῚ 17. εἴτε ψυχῆς εἴτε σώματος, 


Für den Beweis ist eseinerlei, ob Lust 


und Schmerz als etwas nur Körper- 
liches oder als etwas Psychisches an- 
gesehen werden — für die Psycholo- 
gie nicht. - Aber hier kommt es nur 
auf die Natur der Begriffe an und die 
Verbindung derselben in der Einheit 
des Ortes und der Zeit. 


[497 A] 27. οὐκ οἶδ᾽ & ἅττα σοφί 


8 


Derselbe Vorwurf wie 483 A. Seine = 
Niederlage sucht K. auch 511 A und 


515 B durch Schmähung auf die Me- 
thode des Sokrates zu verdecken. Im 


Gegensatz dazu macht Sokrates den. ö 
K. auf die bald zu Tage kommenden 
Schranken seiner 60 aufmerksam! 


ὡς σοφὸς ὦν μὲ νουϑετεῖς. 


_ 


.Φ 


τ 


οὐχ ἅμα διψῶν τε ἕκαστος ἡμῶν πέχουναι PAY: ἅμα ar B 


διὰ τοῦ πίνειν; 


_ FOPTIA2. 


129 


KAA. Οὐκ οἶδα 6 τι λέγεις" ὅτι ἔχων ληρεῖς. 
„TOP. Μηδαμῶς, ὦ > Καλλίκλεις, ἀλλ᾽ ἀποκρίνου καὶ ἡμῶν 
5 ἕνεκα, ἵνα περανϑῶσιν οἱ [ λόγοι. 
- KAA. ᾽4λλ᾽ ἀεὶ τοιοῦτός ἐστι Σωκράτης; ὦ Γοργία᾽ σμι- 
κρὰ καὶ ὀλίγου ἄξια ἀνερωτᾷ καὶ ἐξελέγχει. 
TOP. ᾿Δἀλλὰ τί σοὶ διαφέρει; πάντως οὐ σὴ αὕτη ἡ τιμή; 
ὦ Καλλίκλεις" ἀλλ᾽ ὑπόσχες Σωκράτει ἐξελέγξαι ὕπως ἂν 


0 βούληται. 


KAA. Ἐρῶτα δὴ σὺ τὰ σμικρά τε καὶ στενὰ ταῦτα ἐπεί- 


eg Γοργίᾳ δοκεῖ οὕτως. 
- LI. 228. Evdaluov εἶ, 


ὦ Καλλίκλεις, ὅ ὅτι τὰ μεγάλα 


μεμύησαι πρὶν τὰ σμικρά" ἐγὼ δ᾽ οὐκ ἤμην ϑεμιτὸν εἶναι. 
5 ὅϑεν οὖν ἀπέλιπες, ἀποχρένου, εἰ οὐχ ἅμα παύεται διψῶν 


ἕκαστος ἡμῶν καὶ ἡδόμενος 
KAA. Φημί. 


] 3. οὐκ οἶδα 6 τι λέγεις. K. 
sieht in Wahrheit aus dem neuen 
Prädicat (παύεσϑαι) denselben 
Schluss hervorgehen; dem will er 
durch Abbrechen des Gesprächs vor- 
beugen. — Zu ἔχων Amgeiss. 490 E. 

4. μηδαμῶς ergänze οὕτω ποίει. 
Ueber Gorgias Vermittlerrolle 5. die 
Einl. S. 14. 


8. τιμή von dem gerichtlichen Ge- 


brauche der Schätzung der Strafe her- 
genommen. Daher gleichbedeutend 
mit:das ist nicht deineSchuld 
oder es kommt nicht auf deine 
Rechnung. 9. ὑπόσχες passiv zu 
dem 474 A angewandten παράδος ἐν 
“μέρει (τὸν ἔλεγχον). 

.Kallikles lässt sich zwar dureh 


zur Fortsetzung des Gesprächs 
men, aber nicht ohne’ in kindi- 


scher Weise den Sokrates zu verhöh-’ 


᾿ς nen.—oreve engherzig, kleinlich, ent- 
᾿ sprechend der 485 ἢ ausgesproche- 
nen Ansicht über den Gegensatz von 
Philosophie und Politik. 


Car. LU. 13. τὰ μεγάλα μεμύ- 


ησαιπρὶντὰ σμικρά. Beiden Eleusi- 
nischen Mysterien wurden zwei Arten, 


Platons ausgew, Dialoge. II, 


die grossen und die kleinen, unter- 
schieden. Das Fest der Eleusinien 
nahm einen Zeitraum von 12 Tagen 
in Anspruch. An dem grossen Fest- 
zuge, welcher am 20sten Boedromion 
den Jakehos nach Eleusis führte, 
durfte Niemand Theil nehmen, der 
nicht vorher in Athen selbst die klei- 
nen oder vorbereitenden Weihen (uv- 
ησις, κάϑαρσις, προτέλεια) empfan- 
en hatte, Durch diese wurde er zur 
ποπτεία, dem Anschauen des heili- 
gen Apparates und der Theilnahme 
an dem Festzuge berechtigt. Die- 
ser schloss mit der Einweihung in 
die grossen Mysterien in Eleusis 
selbst. Vgl. Sympos. 210 A. ταῦτα 
μὲν οὖν τὰ ἐρωτικὰ κἂν σὺ μυη- 
ϑείης" τὰ δὲ τέλεα καὶ ἐποπτικὰ 
ὧν ἕνεκα καὶ ταῦτα ἔστιν, ἐάν τις 
ὀρϑῶς μετέῃ, οὐκ οἵδ᾽ εἰ οἱόστ᾽ ἂν 
εἴης. Kallikles will die notwendigen 
Vorstufen überspringen. Ein anderes 
Bild dafür braucht Sokrates 514 E. 
15. ὅϑεν gleichbedeutend mit einem 
Genetiv. separativus. Der unterbro- 
chene Beweis wird an ‚dem Punkt, wo 
er stehn geblieben (ἀπέλιπες), von 
Sokrates wieder aufgenommen. 


9 


’ 


ἘΞ 


130 TTAATQNOE ie 


ER. Οὐκοῦν καὶ πεινῶν καὶ τῶν ἄλλων Senne καὶ 
ἡδονῶν ἃ ἅμα παύεται; " : 

KAA. Ἔστι ταῦτα. Ἶ 

ZN. Οὐκοῦν καὶ τῶν λυπῶν καὶ τῶν ἡδονῶν ἅμα, 
παύεται; u: 

KAA. Ναί. ᾿ 

ZR. Ahle μὴν: τῶν ἀγαϑῶν καὶ κακῶν οὐχ ἅμα παύεται, 
ὡς σὺ ὡμολόγεις" νῦν δὲ οὐχ ὁμολογεῖς ; 

KAA. Eyaye τί οὖν δή; 

ER. Ὅτι οὐ ταὐτὰ γίγνεται, ὦ φίλε, τἀγαϑὰ τοῖς sc 
οὐδὲ τὰ κατὰ τοῖς ἀνιαροῖς. τῶν μὲν γὰρ ἅμα παύεται, τῶν 
δὲ οὔ, πῶς οὖν ταὐτὰ ἂν εἴη τὰ ἡδέα τοῖς ἀγαϑοῖς ἢ ἢ τὰ ἀνιαρὰ 
τοῖς κακοῖς; ἐὰν δὲ βούλῃ, καὶ τῇ δ᾽ ἐπίσκεψαι" οἶμαι γάρ co 
οὐδὲ ταύτῃ ὁμολογεῖσϑαι. ἄϑφει, δέ" τοὺς ἀγαϑοὺς οὐχὶ ἀ ἀγα- 
ϑῶν παρουσίᾳ ἀγαϑοὺς καλεῖς, ὥσπερ τοὺς καλοὺς οἷς ἂν κάλ- 
λος παρῇ; ᾷ 

KAA. Ἔγωγε. 

ΣΩ. Τί δέ; „ayadovs ἄνδρας καλεῖς τοὺς ἄφρονας. 
δειλούς ; ; οὐ γὰρ ἄρτι γε; ἀλλὰ τοὺς ἀνδρείους καὶ φρονί 
ἔλεγες" ἢ οὐ τούτους ἀγαϑοὺς καλεῖς; 

KAA. Πάνυ μὲν οὖν. | 

ZN. Ti δέ; παῖδα ἀνόητον χαίροντα ἤδη εἶδες; 7 

ΚΑ1. Ἔγωγε. 

ΣΩ. "άνδρα δὲ οὕπω εἶδες ἁ ἀνόητον χαίροντα; 

KAA. Οἶμαι ἔγωγε᾽ ἀλλὰ τί τοῦτο; 

ER. Οὐδέν" ἀλλ᾽ ἀποκρίνου. 


[ΕἸ 15. παρουσέᾳ. Die Beiteginil 


1. ἐπιϑυμιῶν steht im Gegen- 
eines Attributs setzt die Wirksamk 


satz zu ἡδονῶν. So war das Wort 


oben mit ἔνδεια. zusammengestellt 
und beide waren als ἀνιαρόν bezeich- 
net 496 D. Daher tritt am Schlusse 
geradezu λυπῶν dafür ein. 

[Ὁ] 9. τέ οὖν δή : fragt nach einer 
Folge, die sich nach der Meinung ei- 


nes anderen aus dem Gesagten erge- 


ben soll, während man sie selbst noch 
nicht erkennt. 

13. καὶ τῇδ᾽ ἐπίσκεψαι bildet den 
Uebergang zu einem neuen Be- 
weise, welcher sich auf die 495 C, 
D gemachten Zustände stützt. 

e 


des Gattungsbegriffs in dem betreffen- 
den Dinge voraus, den ihm das Attri- 
but zuspricht. Für die logische Un- 
tersuchung macht diese Fixierung ein: 
freiere und sicherere Bewegungmög- 
lich. x 
18.τοὺς ἄφρονας. NachK. geil 
satz muss das möglich sein; inde 
widerspricht einevon ihm abgegeben: 
Erklärung. | 
26. οὐδέν erg. denpighe wie zu | 
τοῦτο auch in der vorausgehenden 
Frage. : 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 131 


ΚΑ4. Εἶδον. | 
ZQ. Ti δέ; νοῦν ἔχοντα λυπούμενον καὶ χαίροντα; 498 
ΚΑ4. Φημί. 
ΣΙ. Πότεροι δὲ μᾶλλον χαίρουσι καὶ λυποῦνται, ol φρό- . 
5’vındı ἢ οἵ ἄφρονες ; 
KAA. Οἶμαι ἔγωγε οὐ πολύ τι διαφέρειν. 
ZR. ᾽4λλ: ἀρκεῖ καὶ τοῦτο. ἐν πολέμῳ δὲ ἤδη εἶδες ἄνδρα »- 
'δειλόν; , ii 
KAA. Πῶς γὰρ οὔς B 
0.22. Τί οὖν; ἀπιόντων τῶν πολεμίων πότεροί σοι ἐδό- 
κουν μᾶλλον χαίρειν, οἱ δειλοὶ ἢ ol ἀνδρεῖοι; 
KAA. ᾿Δμφότεροι ἔμοιγε μάλλον" εἰ δὲ μή, παραπλη- Β 
σίως γε. 
ZR. Οὐδὲν διαφέρει. χαίρουσι δ᾽ οὖν καὶ ol δειλοί; 
τὸ KAA. Σφόδρα γε. : 
ER. Καὶ οἵ ἄφρονες, ὡς ἔοικεν. 


2 


KAA. Ναί. 
Zn. Προσιόντων δὲ ol δειλοὶ μόνοι λυποῦνται ἢ καὶ οἵ 


ἀνδρεῖοι; 
0 KAA. ’Augoreooı. N 
ER. Ἶά4ρα ὁμοίως; 
KAA. Μᾶλλον ἴσως οἱ δειλοί. 
ER. ’Anıovrov δ᾽ οὐ μᾶλλον χαίρουσιν :; 
KAA. Ἴσως. ᾿ 
3. ZQ. Οὐκοῦν λυποῦνται μὲν καὶ χαίρουσι καὶ οἵ ἄφρονες 
β καὶ οἱ φρόνιμοι καὶ οἵ δειλοὶ καὶ ol ἀνδρεῖοι παραπλησίως, C 
| ὡς σὺ φής, μᾶλλον δὲ οἵ δειλοὶ τῶν ἀνδρείων; 
00 ΚΑΛ. Φημί. 
ER. ᾿Δλλὰ μὴν οἵ γε φρόνιμοι καὶ οἱ ἀνδρεῖοι ἀγαϑοί, 
δειλοὶ καὶ ἄφρονες κακοί; 
ΚΑΛ. Ναί. | 
EQ. Παραπλησίως ἄρα χαίρουσι καὶ λυποῦνται ol ἀγαϑοὶ 
καὶ οἵ κακοί; 


Ἂς 


| 

| [498 A] 6. οἶμαι — die Erfahrung worten zu geben, mit denen er nichts 
| lehrt das Gegenteil. soll anfangen können, Man denke 
| [B] 12. ἀμφότεροι u@AAov. K.be- hinzu: welche ich auch gerade be- 
.  müht sich, dem Sokrates solehe Ant- trachten mag. 


9* 


132 ΠΛΆΤΩΝΟΣ ὺ 
KAA. Φημί. 
ER. "Ag οὖν᾽ παραπλησίως εἰσὶν ἀγαϑοὶ kb) Σαχοὶ οἱ 
ἀγαϑοί τε καὶ οἵ κακοί; ἢ καὶ ἔτι ΛΑΡῸΣ ἀγαϑοὶ καὶ κακοί 
εἰσιν οὗ κακοί; 
LIT. KA4. ᾿Δ4λλὰ μὰ A οὐκ οἵδ᾽ ὅ τι λέγεις, Sch 7 
ΣΦ. Οὐκ οἷσϑ᾽ ὅτι τοὺς ἀγαϑοὺς ἀγαϑῶν φὴς παρουσίᾳ 
εἶναι ἀγαϑούς, κακοὺς δὲ χακῶν; τὰ ὶ δὲ ἀγαϑὰ εἶναι τὰς ἡδο- 


vos, κακὰ δὲ τὰς ἀνίας; 
KAA. Ἔγωγε. 


ZR. Οὐκοῦν τοῖς χαίρουσι πάρεστι τἀγαθά, αἵ ἡδοναί, 7 


εἴπερ χαίρουσιν; 
KAA. Πῶς γὰρ οὔ; 


ZR. Οὐκοῦν ἀγαϑῶν παρόντων ἀγαϑοί εἰσιν οἵ BE. 


ροντὲς; 
KAA. Ναί. 


λῦπαι; 
ΚΑ4. Πάρεστιν. 


ZR. Τί δέ; τοῖς ἀνιωμένοις οὐ πάρεστι τὰ κακά, al 


ZQ. Κακῶν δέ γε παρουσίᾳ φὴς σὺ > κακοὺς τοὺς. 


κακούς" ἢ οὐκέτι φής; 
KAA. Ἔγωγε. 


ZR. ᾿Δ4γαϑοὶ ἄρα οἱ ἂν χαίρωσι, κακοὶ δὲ οἱ ἂν ἄνι- 


ὥνται; , 


KAA. Πάνυ γε. 


ZR. Οἱ μέν γε μᾶλλον μᾶλλον, οὗ δ᾽ ἧττον ἧττον, of δὲ 2 


παραπλησίως παραπλησίως; 
KAA. Ναί. 


ER. Οὐκοῦν φὴς παραπλησίως χαίρειν καὶ λυπεῖσθαι. 


s 


[C] 2. Dieser Schluss kommt da- 
durch zu Stande, dass Sokrates im 
Prädicate an die Stelle von χαίρουσι 
-- ἀγαϑοί und an die Stelle von Av- 
ποῦνται — »ounolsetzt, während er 
die Bestimmung desselben im Sub- 
jecte — nach einem anderen -Wert- 
masse — ebenfalls bestehen lässt. 


Car. LI. [Ὁ] 5. ἀλλὰ μὰ Li. 
Dieser Ausspruch des Kallikles ist 


ernstlich gemeint. Sokrates erhält 
dadurch Gelegenheit, den Beweis zu 
ergänzen und die Grundlagen darzu- 
legen, auf denen er ruht. S.d. Anh. 

6. Die 497 E gegebene Bestim- 
mung wird hier fruchtbar gemacht. 

[E] 25. οἱ μέν γε μάλλον nämlich 
χαίροντες μάλλον näml. ἀγαϑοί 
εἰσι, ol δὲ μᾶλλον ἀνιώμενοι μᾶλ- 
λον κακοί. Ξ 


TOPTIA2Z. 


133 


τοὺς φρονίμους καὶ τοὺς ἄφρονας καὶ τοὺς δειλοὺς καὶ τοὺς 
ἀνδρείους, ἢ καὶ μᾶλλον ἔτι τοὺς δειλούς; 


KAA. Ἔγωγε. 


ZR,. Συλλόγισαι δὴ κοινῇ μετ᾽ ἐμοῦ, τί ἡμῖν συμβαίνει | 


5 ἐκ τῶν ὡμολογημένων καὶ δὶς γάρ τοι καὶ τρίς φασι καλὸν 
εἶναι. τὰ καλὰ λέγειν τε καὶ ἐπισκοπεῖσϑαι. ἀγαϑὸν μὲν εἶναι 
τὸν φρόνιμον καὶ ἀνδρεῖόν φαμεν. ἦ γάρ: 


10 


15 _ 


KAA. Ναί. 


ΣΦ. Κακὸν δὲ τὸν ἄφρονα καὶ δειλόν ; 


KAA. Πανυ γε. 


ER. ᾿4γαϑὸν δὲ αὖ τὸν χαίροντα; 


KAA. Ναί. 


ZR. Κακὸν δὲ τὸν ἀνιώμενον; 


KAA. ᾿Ζναγκη. 


ZR. ᾿Δνιᾶσϑαι δὲ καὶ χαίρειν᾽ τὸν ἀγαϑὸν καὶ κακὸν 


ὁμοέως, ἴσως δὲ καὶ μᾶλλον τὸν κακόν; 


KAA. Ναί. 


. Οὐκοῦν ὁμοίως γίγνεται κακὸς καὶ ἀγαϑὸς τῷ ἀγα- 
90 ἢ καὶ μᾶλλον ἀγαϑὸς ὁ κακός; οὐ ταῦτα συμβαίνει καὶ τὰ 
20 πρότερα ἐκεῖνα, ἐάν τις ταὐτὰ φῇ ἡδέα τε καὶ ἀγαϑὰ εἶναι; 
οὐ ταῦτα ἀνάγκη, ὦ Καλλίκλεις 
LIV. KAA. Πάλαι τοί σου ἀκροῶμαι, ὦ Σώκρατες, καϑ- 
ομολογῶν, ἐνθυμούμενος ὅτι, χἂν παίζων τίς σον ἐνδῷ 
ὁτιοῦν, τούτου ἄσμενος ἔχει ὥσπερ τὰ μειράκια. ὡς δὴ σὺ οἴεν 
25 ἐμὲ ἢ καὶ ἄλλον ὁντινοῦν ἀνθρώπων οὐχ ἡγεῖσϑαι τὰς μὲν 
βελτίους ἡδονάς, τὰς δὲ χείρους. 


ER. Ἰοὺ ἰού, ὦ Καλλίκλεις, ὡς πανοῦργος El, καί wor 
. 


5. δὶς γὰρ καὶ τρίς. Der Ur- 
sprung dieses Sprichworts wird auf 
Empedokles zurückgeführt. Platon 
wendet es auch Phileb, 59 E an, wo 
es heisst τὸ δὶς καὶ τρὶς τό γε κα- 
λῶς ἔχον ἐπανοπολεῖν τῷ λόγῳ. 
Vgl. Soph. Philoet.: dig ταυτὰ βού- 


„hei καὶ τρὶς ἀναπολεῖν μ᾽ ἔπη. 


. Car. LIV. [Β] 23. κἂν παίζων. Κὶ. 
meint kleine Kinder, denen man zur 
Beruhigung etwas@Beliebiges hinhält. 
Sie greifen nach Allem und halten es 
fest. Seinen Rückzug sucht K. zu 


verdecken, indem. er seine frühere 
Behauptung als blossen Scherz dar- 
stellt. Man vgl. übrigens 495 A. 


24. ὡς δὴ σὺ οἴει 5. zu 468 E.K. 
sucht dadurch die Wahrscheinlichkeit, 
dass er nur gescherzt habe, zu echa- 
hen, dass er selbst die erste Behanp- 
tung für eine ganz unsinnige erklärt. 


25. τὰς μὲν βελτίους ἡδονάς eine 
Art Attraction für τὰς μὲν τῶν ndo- 
νῶν βελτίους. 


27. ὡς πανοὔργος εἶ nicht gerade 


499 


194 ‚IIAAT2NO2Z 


ὥσπερ παιδὶ χρῇ, τοτὲ μὲν αὖ φάσκων οὕτως ἔχειν, τοτὲ δὲ 
ἑτέρως, ἐ ἐξαπατῶν ἐξ. καέτοι οὐκ ὥμην γε κατ᾽ ἀρχὰς ὑπὸ σοῦ 
ἑκόντος εἶναι ἐξαπατηϑήσεσϑαι, ὦ ὡς ὄντος φίλου" νῦν δὲ ἐψεύ- 
σϑην, καὶ ὡς ἔοικεν ἀνάγκη μοι κατὰ τὸν παλαιὸν λόγον τὸ 
παρὸν εὖ ποιεῖν καὶ τοῦτο δέχεσϑαι τὸ διδόμενον παρὰ σοῦ. δ΄ 
ἔστι δὲ δή, ὡς ἔοικεν, ὃ νῦν λέγεις, ὅ ὅτι ἡδοναί FR εἰσιν αἵ 
μὲν ἀγαϑαί, αἱ δὲ κακαί" ἡ γάρ; Ι 

KAA. Nai. | δι 3 

ΣΩ. Ag οὖν ἀγαϑαὶ μὲν αἵ ar κακοὶ δὲ αἴ βλα- 
βεραί; τι 

KAA. Πάνυ γε. δ᾿ ς 

ER. φέλιμοι δέ γε ἀΐ ἀγαϑὸόν τι ποιοῦσαι, PRO δὲ αἵ 
κακὸν τυ; 

KAA. Φημί. 

ER. "Ag οὐν' τὰς τοιάσδε λέγεις, οἷον κατὰ τὸ σώμα ἃ ἃς Ἵ 
νῦν δὴ ἐλέγομεν ἐν τῷ ἐσϑέειν καὶ. πίψειν ἡδονάς; εἰ ἄρα | 
τούτων αἱ [μὲν ὑγέειαν ποιοῦσιν ἐν τῷ σώματι, ἢ ἰσχὺν ἢ ἄλ- 
λην τινὰ ἀφετὴν τοῦ σώματος, αὗται μὲν ἀγαϑαί, al δὲ τὰ- 
ναντία τούτων κακαί; ὃ h 

ΚΑΛΆ. Πάνυ γε. 

ΣΦ. Οὐκοῦν καὶ λῦπαι ὡσαύτως al μὲν Kae: clan, : 
αἷ δὲ πονηραί; 

KAA. Πῶς γὰρ οὔ; N 

ZR. Οὐκοῦν τὰς μὲν χρηστὰς καὶ ἡδονὰς καὶ λύπας καὶ | 
αἱρετέον ἐστὶ καὶ πρακτέον ; 28 


᾿ 


boshaft (wie Prot. 317 B), sondern denen ee δὼ sein ‚(sichnachs seiner 
schelmisch wie Menon 80 B. Decke strecken). εὖ ποιεῖν wie oft τ 
.[C] 1. ὥσπερ παιδί. Mit’feiner bei Demosthenes im Parteipium von 

Rückbeziehung auf das von K. selbst der Gabe der Götter oder des Glückes. 


gebrauchte Bild, tadelt Sokrates das 
Benehmen des K. als unwürdig. Er 
thut, als habe er nicht Männer, son- 
dern Kinder vor sich. 

2. καίτοι. Wie 495 A das Ver- 
trauen auf die παρρησέα, 497 A auf 
die σοφία, so wird jetzt das auf die 
εὔνοια des Kallikles wankend. 

4. τὸ παρὸν εὖ ποιεῖν. Dies 
Sprichwort sagt, man muss mit dem 
‘jedesmal Dargebotenen oder Vorhan- 


Vgl. Ol. I, 28. τῶν πολλῶν ὧν καλῶς 
ποιοῦντες ἔχουσι. Die Worte δέ- 
χεσϑαι τὸ διδόμενον enthalten die 
Erklärung des Sprichworts. τ 

[D] 17. τούτων αἵ μὲν --- αὗται μέν. 
Entsprechend ist die Wiederholung 
des μὲν in Demosth. Ol. II, 18 εἰ μὲν 
γάρ τις ἀνήρ ἐστιν ἐν αὐτοῖς, ὁ οἷος 
ἔμπειρος πολέμουμαὶ ἀγώνων τού- 
τους μὲν φιλοτιμίᾳ πάντας ἀπω- 
δεῖν αὐτὸν ἔφη. 


ΓΟΡΓΊΑΣ. ἕῳ 135 


KAA. Ilavv γε. 
ZR. Τὰς δὲ πονηρὰς οὔ; 
ΚΑ“. Anlov δή. 


5 πρακτέον εἶναι, εἰ μνημονεύεις, ἐμοί τε καὶ Πώλῳ. ἄρα καὶ 
σοὶ συνδοκεῖ οὕτω, τέλος εἶναι ἁπασῶν τῶν πράξεων τὸ ἀγα- 
ϑόν, καὶ ἐκείνου ἕνεκεν δεῖν πάντα τάλλα πράττεσϑαι, ἀλλ᾽ 
οὐκ ἐκεῖνο τῶν ἄλλων; σύμψηφος ἡμῖν εἶ καὶ σὺ ἐκ τρίτων; 
τ ΚΜ Α͂. “Ἔγωγε. 
10 ΣΩ. Τῶν ἀγαϑῶν ἄρα ἕνεκα δεῖ καὶ τἄλλα καὶ τὰ ἡδέα 
; πράντειν, ἀλλ᾽ οὐ τἀγαϑὰ τῶν ἡδέων. 
 KAA. Πάνυ γε. 


ἀγαϑὰ τῶν ἡδέων ἐστὶ καὶ ὁποῖα κακά, ἢ τεχνικοῦ δεῖ εἰς 
115 ἕκαστον ; 

KAA. "Τεχνικοῦ. 

LV. 22. ᾿Δἀναμνησθῶμεν δὴ ὧν αὖ ἐγὼ πρὸς Πῶλον 
καὶ Γοργίαν ἐτύγχανον λέγων. ἔλεγον γάρ, ei μνημονεύεις, 
ὅτι εἶεν παρασχευαὶ al μὲν μέχρι ἡδονῆς, αὐτὸ τοῦτο μόνον 
παρασκχευάξουσαι. ἀγνοοῦσαι δὲ τὸ βέλτιον καὶ τὸ χεῖρον, αἵ 
δὲ γιγνώσκουσαι ὅ τι τε ἀγαϑὸν καὶ ὅ τι κακόν. καὶ ἐτίϑην 
τῶν μὲν περὶ τὰς ἡδονὰς τὴν μαγειρικὴν ἐμπειρίαν, ἀλλ᾽ οὐ 
τέχνην, τῶν δὲ περὶ τὸ ἀγαϑὸν τὴν ἰατρικὴν τέχνην. καὶ πρὸς 
φιλίου, ὦ Καλλίκλεις, μήτε αὐτὸς οἴου δεῖν πρὸς ἐμὲ παίξειν 


ΣΩ. Ψ οὖν παντὸς ἀνδρός ἐστιν ἐκλέξασϑαι, ποῖα 


ἼΕ] 6. τέλος --- τὸ ἀγαϑόν. Vgl. 
A ff. Das Substantiv fasst das 
dort Gesagte in einen Begriff zusam- 
men und gibt ihm so allgemein gül- 
e Form. 
[500 A] 8. σύμψηφος effnnert an 


eine förmliche Abstimmungund klingt 


daher feierlich. Vgl. übrigens 495 A 
und 474 A. 

14. τεχνικοῦ. Sokrates will zeigen, 
dass alles Handeln auf dem Be wnsst- 
sein seines Zieles ruhen soll. Wo es 
sich um ein solches Wissen handelt, 
bedient er sich gern der Vermittlung 
des persönlichen Begriffes reyvınos. 
Vgl. Criton 47 A. 


Car. LV. 17. ὧν αὖ. Das au ge- 


hört su dem in @v eingeschloss@nen 
Demonstrativum. Die Auseinander- 
setzung, auf die sich Sokrates beruft, 
steht 464 B ff,, Cap. XIX und XX. 

[B] 19. παρασκευαί. Der Ausdruck 
war früher vermieden worden. ϑερα- 
πεία, ἐπιτήδευσις u. dgl. waren die 
Allgemeinbegriffe, unter die sich das 
Einzelne unterordnen musste. Hier 
kommt esaufdas erstrebte Ziel an, 
nach welchem sich die, Thätigkeiten 
unterscheiden, daher ist jener Aus- 
druck am Platze. Das Ziel wird aus- 
serdem noch durch μέχρε ἡδονῆς 
besonders bezeichnet. 

23. πρὸς φιλίου. Sokrates appel- 
liert an die Freundschaft des Kallı- 


ER. Ἕνεκα γάρ που τῶν ἀγαϑῶν ἅπαντα ἡμῖν ἔδοξε 


500 


196 


δ᾽ “ “1 ,ὔ x \ ὃ » 9 ᾿ 
μηδ ὁ τι ἂν τύχῃς παρὰ τὰ δοκοὐνταταποκχρίνου. u 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


παρ᾽ ἐμοῦ οὕτως ἀποδέχου ὡς παίζοντος" ὁρᾷς γάρ, ὅτι περὶ 
τούτου εἰσὶν ἡμῖν "οὗ λόγοι, οὗ τί ἂν μᾶλλον. σπουδάσειέ mug. 
᾿ καὶ σμικρὸν νοῦν ἔχων ἄνϑρωπος, ἢ τοῦτο, ὅντινα χρὴ τρό- 


πον ξῇν, πότερον ἐπὶ ὃν σὺ παρακαλεῖς ἐμέ, τὰ τοῦ ἀνδρὸς 5 


δὴ ταῦτα πράττοντα, λέγοντά τε ἐν τῷ δήμῳ καὶ ῥητορικὴν. 
ἀσχοῦντα καὶ πολιτευόμενον τοῦτον τὸν τρόπον, ὃν ὑμεῖς 
νῦν πολιτεύεσϑε, ἢ n ἐπὶ τόνδε τὸν βίον τὸν ἐν φιλοσοφίᾳ, καὶ 
τί ποτ᾽ ἐστὶν οὗτος ἐκείνου διαφέρων. ἴσως οὖν βέλτιστόν. 
ἐστιν, ὡς ἄρτι ἐγὼ ἐπεχείρησα, διαιρεῖσϑαι, διελομένους δὲ 


καὶ ὁμολογήσαντας ἀλλήλοις. 


σχέψασϑαι, τί τε διαφέρετον ἀλλήλοιν καὶ ὁπότερον βιωτέον 


εἰ ἔστι τούτω διττὼ τὼ Bio, 


αὐτοῖν. ἴσως οὖν οὔπω οἶσϑα τί λέγω.. 


KAA. Οὐ δῆτα. 


ER. ᾿᾽4λλ ἐγώ σαφέστερον E00. ὠὰ ὁμολογήκαμεν 4 


ἐγώ τε καὶ σὺ εἶναι μέν τι ἀγαϑόν, εἶναι δέ τι ἡδύ, E ἕτερον δὲ 
τὸ ἡδὺ τοῦ ἀγαϑοῦ, ἑκατέρου δὲ αὐτοῖν μελέτην τινὰ εἶναι 
καὶ παρασκευὴν τῆς κτήσεως "τὴν μὲν τοῦ ἡδέος ϑήραν, τὴν 
δὲ τοῦ ἀγαϑοῦ ---- αὐτὸ δέ μοι τοῦτο πρῶτον n σύμφαϑι n μή 


σύμφῃς:; 


kles, die ihn eben erst im Stich ge- 
lassen. Passend wendet er sich daher 
an den Gott, der sie schützt. Vgl. 
519 E und Phaedr. 234 E. εἰπὲ πρὸς 
Διὸς φιλίου. --- μήτε αὐτός „findet 
seinen Gegensatz erstin μήτ᾽ αὖ παρ᾽ 
ἐμοῦ. "Ygl. . 495 A u. 499 C. 

[©] 3. οὗ hängt von μᾶλλον ab. 
σπουδάσειε hier auf die Untersu- 
chung zu beziehen, die man mit Ernst 
betreiben soll. 4. σμικρὸν νοῦν E- 
χῶν entspricht unserer Redensart: 
wenn Jemand gesunden Menschen- 
verstand hat. — Sokrates formuliert 
hier die Frage, um die es sich han- 
delt, nochmals, ‚weil gerade jetzt 
die Prineipien in ihrem Unterschiede 
bekannt sind, nach denen die beiden 
Lebensrichtungen sich trennen. 

5. τοῦ ἀνδρὸς δή mit Ironie, weil 
K. die Beschäftigung des rechten 
Mannes so bestimmthatte. Nach den: 
Protagoras lässt sich diese Beschäfti- 
gung unter den Begriff der πολιτικὴ 


΄ 


ἀρετή ‚ordnen. Doch wird der Aus- 
druck ἀρετή hier absichtlich vermie- 
den. 

8. ἐπὶ τόνδε anakaluthisch, wie 
wenn schon ἐπὶ πότερον χρὴ ᾿βίον 
παρακαλεῖν vorausgienge, während 
zu πότερον selbst τρόπον En χρή 
zu ergänzen war. 

[0] 11. εἰ ἔστι. Von ὁμολογησανὶ 
τας abhängig konnte der Ace, 6. Inf. 
erwartet werden. Doch tritt der In- 
halt des»Zugeständnisses selbständi- 
ger hervor im Verhältnis der Protasis 
zu σκέψασϑαι.. 

12. ὁπότερον βιωτέον erg. βέον. 


18. ϑήραν gehört zum Prädicat 
εἶναι ὡμολογήκαμεν. Das, Wort 
selbst wie 464 D. τῷ δὲ ἀεὶ δ 
ϑηρεύεται. Im zweiten Gliede ver- 
schweigt Sokr. den Begriff, um mit 
ein erraschen Frage aus der explicie- 


9» 5 # 
uut,av va, | 


renden Darstellungsform in dialekti- _ } 


sche Untersuchung zurückzuführen, 


‚ τὴν αἰτία 


- 


ΓΟΡΓΊΑΣ, 


KAA. Οὕτω τὰς 


137 


LVI. Z2. Ἴ9ι δή, ἃ καὶ πρὸς τούσδε ἐγὼ ἔλεγον, διομο- 
λόγησαί μοι. εἰ ἄρα σοι ἔδοξα τότε ἀληϑὴ λέγειν. ἔλεγον δέ 
που. ὅτι ἡ μὲν ὀψοποιικὴ οὔ ‚wor δοκεῖ τέχνη. εἶναι ἀλλ ἐμ- 
πειρία, ἡ ἡ δ᾽ ἰατρική, λέγων © ὅτι ἡ μὲν τούτου οὗ ϑεραπεύει 
καὶ τὴν͵ φύσιν ἔσκεπται καὶ τὴν αἰτίαν ὧν πράττει, καὶ λόγον 
ἔχει τούτων ἑκάστου δοῦνδι, ἡ N ἰατρική" ἡ δ᾽ ἑτέρα τῆς ἡδονῆς. 
πρὸς ἣν ἡ degameia αὐτῇ ἐστὶν ἅπασα, κομιδῇ ἀτέχνως ἐπὶ 
αὐτὴν ἔρχεται, οὔτε τι τὴν φύσιν σκεψαμένη τῆς ἡδονὴς οὔτε 


᾿ διαριϑμηι 


ἰλόγως TE παντάπασιν, ὡς ἔπος εἰπεῖν, οὐδὲν 
vn, τριβῇ καὶ ἐμπειρίᾳ μνήμην μόνον σφξομένη 


τοῦ εἰωϑότος γίγνεσθαι, ς ᾧ δὴ καὶ βύφεθενοι τὰς ἡδονάς. ταῦτ 
οὖν πρῶτον σκόπει εἰ δοκεῖ. σοι ἱκανῶς λέγεσϑαι, καὶ εἶναί 
τινες καὶ περὶ ψυχὴν τοιαῦται ἄλλαι πραγματεῖαι, al μὲν τεχ- 
vınal, προμήϑειάν τινὰ ἔχουσαι τοῦ βελτίστου περὶ τὴν ψυχήν, 
al δὲ τούτου μὲν ὀλιγωρφοῦσαι, ἐσκεμμέναι δ᾽ αὖ, ὥσπερ ἐκεῖ, 
τὴν ἡδονὴν μόνον τῆς ψυχῆς. τίνα ἂν αὐτῇ τρόπον γίγνοιτο, 


Car. LVI. [Ε] 2. πρὸς τούσδε. 
Die in Cap. ΧΥΠΙῚ--- ΧΧ gegebenen 
iffsunterscheidungen galten aus- 
drücklich dem Gorgias und Polos zu- 
leich. — διομολόγησαι endgültig. 
ἔδοξα statt δοκῶ, weil K. sich da- 
mals schon innerlich entschieden ha- 
ben muss. 


[501 ΑἹ 5. ἡ δ᾽ ἑἐατρική erg. do- 


κεῖ τέχνη εἶναι (wolaber). DerCha- , 


rakter der Demonstration bewirkt 
Wiederholung desselben Begriffs am 
Ende des Satzes. Vgl. Protag. 351 A. 

6. αἰτέα wie 465 A. Dort war vor- 
zugsweise an die Mittel gedacht, die 


in Anwendung kommen (ὧν προσφέ- 


o&:). Hier ist das Prädicat allgemei- 
ner. Der innere Grund einer Thätig- 
keit schliesst die Kenntnis des zu er- 
A: Zieles ein. 


ἡ δ᾽ ἑτέρα κ. τ. A. anakolu- 
ihisch, Als Prädicat sollte man erwar- 
ten οὔτε τὴν φύσιν ἔσχεπται οὔτε 
τὴν αἰτίαν. Durch den relativen 


Zwischensatz wird ein allgemeineres 


und positives Prädicat angebahnt — 
ἀτέχνως ἐπ᾽ αὐτὴν ἔρχεται -- woran 


sich jene negativen SFRT RR TUN 
leicht in Participialform anschliessen, 

10. ἀλόγως wie 465 A; ὃ ἂν n 
ἄλογον πρᾶγμα tritt für ἀτέχνως 
ein, weil das Merkmal der τέχνῃ in 
dem δοῦναι λόγον besteht. — ὡς ἔπος 
εἰπεῖν gehört zur folgenden Nega- 
tion. διαριϑιμησαμένη wird aus R- 
yog herausgenommen,. weil auch das 
λογίξζεσϑαι ein Berechnen ist. Das 
Resultat entsteht ‘hier durch die bei- 
den Factoren: die Natur des Gegen- 
standes und das eigene Thun. 

[B] 12. ᾧ δή geht auf den ganzen 
Satz, ist also gleich τῷ ) σώξεσϑαι μνή- 
μὴν κ. τ. λ. 

16. προμήϑεια bildet einen direc- 
ten Gegensatz zu μνήμην τοῦ εἰω- 
ϑότος γίγνεσϑαι — der Vorblick 
in’dieZukunft und auf das, was notwen- 
dig geschehen muss, gegen die nach- 
trägliche Erinnerung an das Gesche- 
hene. Aus der diesem Begriff zukom- 
menden Bedentung erklärt sich auch 
die Stellung, welche Platon dem Pro- 
metheus in der mythischen Darstel- 


lungsform (523 E) anweist. 


16. ὥσπερ ἐκεῖ Βεὶ dem Leibe, 


001 


D 


138 TIAATQNOZ 


ἥτις δὲ ἢ βελτίων ἢ χείρων τῶν ἡδονῶν, οὔτε δὀκοπούμεναι 
οὔτε μέλον αὐταῖς ἄλλο 7 ἢ χαρίξεσϑαι μόνον, εἴτε βέλτιον εἴτε 
χεῖρον. ἐμοὶ μὲν γάρ, ὦ Καλλέκλεις, δοκοῦσί τε εἶναι, καὶ 
ἔγωγέ φημι τὸ τοιοῦτον χολακείαν εἶναι καὶ περὶ σῶμα καὶ 
περὶ ψυχὴν καὶ περὶ ἄλλο 6 ὅτου ἄν τις τὴν ἡδονὴν ϑεραπ 
ἀσκέπτως ἔχων τοῦ ἀμείνονός τε καὶ τοῦ χείρονορ᾽ σὺ δὲ ὃ' 
πότερον συγκατατίϑεσαι ἡμῖν περὶ τούτων τὴν αὐτὴν δόξαν 
n ἀντίέφῃς: ἘΣ | 
KAA. Οὐκ ἔγωγε, ἀλλὰ συγχωρῶ, ἵνα δοι καὶ περ 
ὁ λόγος καὶ Γοργέᾳ τῷδε χαφίσωμαι. ΠΕ 
22. Πότερον δὲ περὶ μὲν μίαν ψυχὴν ine, 
δὲ δύο καὶ πολλὰς οὐκ ἔστιν; ἀν. 
KAA. Οὔκ, ἀλλὰ καὶ περὶ δύο καὶ περὶ πολλόν 2; 
ZR. Οὐκοῦν καὶ ἀϑρόαις ἅμα ἜΝ van erh 
σχοπούμενον τὸ βέλτιστον ; 5 
KAA. Οἷμαι ἔγωγε. ' 
LIU. ΣΙ. Ἔχεις οὖν εἰπεῖν, αἵτινές εἰσιν αἵ Zee 
σειβ αἷ τοῦτο ποιοῦσαι; μᾶλλον δέ, εἰ βούλει, ἐμοῦ ἐρωτῶντος ᾿ 
N μὲν & ἄν σοι δοκῇ τούτων εἶναι, φάϑι, ἣ δ᾽ ἂν μή, μὴ φάϑι. 
πρῶτον δὲ “σκεψώμεϑα τὴν αὐλητικήν. οὐ δοκεῖ σοι τοιαὐτῆ : 
τις εἶναι, ὦ Καλλίκλεις, τὴν ἡδονὴν ἡμῶν μόνον. διώκε "Ἢ 
ἄλλο δ᾽ οὐδὲν φροντίξειν; - 


1. ἥτις δὲ ἢ βελτίων κ. τ. λ. Nöugung > durch sachliche Gründ 
Hiermit wird die Rücksicht auf die nicht an. Er setzt persönliche Ge- 
φύσις, wie im folgenden Gliede οὔτε fälligkeit an ihre Stelle. Ebenso Sl 
μέλον die Rücksicht auf die αὐτέα A, 513 E, 514 A, 516 Β, C. ne 
umschreibend bei Seite geschoben. [Ὁ] 11. Der Uebergang auf mehı 
— Das absolute Part. μέλον wird Seelen ist notwendig, damit die Un- 
ebenso mit einem relativen, Particip tersuchung. der politischen Thätigkei 
verbunden Phaedr. 235 A. ὡς οὐ md- sich zuwenden könne. Be. 
vv εὐπορῶν τοῦ πολλὰ λέγειν περὶ Car. ΓΥ͂Π. 25. τὴν αὐλητικήν. 
τοῦ αὐτοῦ ἢ ἴσως οὐδὲν αὐτῷ μέ- Sokrates wählt die Beispiele so, dass 
λον τοῦ τοιούτου. er von unten aufsteigend zu immer 

[0] 6. ἀσκέπτως ἔχων gleich &- höheren Gattungen übergeht, zugleich. 
μελῶν vgl. 494 E τὰ ἀφϑόνως ἔζων. aber auch der Rhetorik immer näher 

7. συγκατατέϑεσαι erinnert auch rückt. Das Flötenspiel galt für die 5 
an die Abstimmung (wie 500 A σύμ- niedrigste Gattung der Musik (av- 
Yynyos). Sein Object würde ψῆφον λεέτωσαν Θηβαίων παῖδες" οὐγὰρ 
sein, wofür hier δόξαν eintritt. Zu- ἔσασι διαλέγεσϑαι). InAthen über- 
gleich schliesst es die Bedeutung des liess man es zum grössten Theil sol- 
Deponierens zu künftigem Gebrauche chen, die ein Gewerbe daraus mach- 
in sich. τ ten. Bei Ge αΘ ΚΙ ΟΌΝ 

9, ἕνα περανϑῇ. K. erkennt die bläserinnen aufzutreten, - 

ΕΣ 


2 


= -TOPTIAZ. 189 
4. Ἔμοιγε δοκεῖ. 
= ροῦν καὶ αἱ τοιαίδε ἅπασαϊ, οἷον ἡ Maar 
ἡ ἐν τοῖς ἀγῶσιν; 
τ KAA. Ναί. 


BR. 


A δέ; ἡ ἡ τῶν χορών διδασκαλία καὶ m τῶν διϑυραμ- 


ν ποίησις οὐ τοιαύτη τίς σοι καταφαίνεται: ἢ ἡγεῖ Tu φρον- 
Ran |: τὸν ν Μέλητος, ὅ ὅπως ἐρεῖ τι τοιοῦτον, ὅϑεν ἂν 


ΤΕ] 8. ἡ ἐν ἀγῶσι. Nur dieKitha- 
che bei öffentlichen Festen 
hen Wettkämpfen geübt 
wurde, rechnet Platon zur Gatt 

der Schmeichelei. Dagegen hei 


er eine Art derselben an, welche der. 


| — der sie treibt — förderlich 
sein, ja dessen sittliche Gesinnung 
heben kann. Diese empfiehlt er selbst 
Rep. ΠῚ, p. 399 Ὁ f. Die Kitharistik 
war auch που μὰ des Unterrichts 
für ‚alle jungen Athener. 


En Bildung der Seele des Ein- 


«Ὁ. ορῶν διδασκαλέα. Der 
ἀδ δὲ ἐξ αἀσπκαλέα bezeichnet die 
Einübung der Chöre sowol für den 
Gesang als die orchestische Darstel- 
15 "ie fiel dem Dichter zu. Her. 

see von Arion ἐόντα κιϑαρῳ- 
τῶν τότε ἐόντων οὐδενὸς δεύ- 
er καὶ διϑύραμβον πρῶτον ἀν- 


τῶν ἡμεῖς, ἴδμεν ποιήσαν- 


ε καὶ οὐνομάσαντα καὶ δι- 


ϑάξα νταὰ ἐν Κορίνϑῳ. Was un- 


ter den Chören hier zu verstehen sei, 


‚wird durch den Zusatz ἡ διϑυραάμ- 
En ποίησις erläutert. 


chorische Lyrik, wie sie bei 

ı Dorern sich ausgebildet hatte, 
wird verurteilt, sondern nur der Theil 
derselben, welcheran den Dionysoscult 
anlehnend, i in Athen Eingang gefunden 
hatte und gerade dort von Staats- 
ὩΣ sehr gepflegt ward. Denn yon 
ten des Staates wurden einheimi 
sche und fremde Musiker mit derEin- 
übnng von Dithyramben für die Dio- 
uysischen Feste betraut und fanden 
darin Wettkämpfe, ἀγῶνες, Statt. Der 
ander der dithyrambischen Melik 


Nicht die. 


war der oben genannte Arion von 
Methymne (600), der am Hofe Perian- 
ders von Korinth sich aufhielt. Er 
führte strophische rung der 
Lieder und die sog. kyklischen 
Chöre (aus 50 Mitgliedern bestehend) 
ein.» So hiessen dieselben, weil die 
Chöre im Kreise um den Altar zu ste- 
hen pflegten. Eine zweite Periode be- 
ginnt für den Dithyrambos mit seiner 
Uebersiedelung nach Athen durch La- 
sos vonHermione, einem Zeitge- . 
nossen der Peisiträtiden und Lehrer 
Pindars, Baldgieng er in Attika durch 
Uebertreibung, Künstelei und Phan- 
tastik rasch der Entartung entgegen. 
ErstdurehPhiloxenos von Kythe- 
ra nahmer am Ende des Peloponnesi- 
schen Kriegs durch feinere Ausbil- 
dung des dramatischen und musika- 
lischen Elermentgs einen neuen Auf- 
schwung. 


= 


9. Χινησίας (420) war ein sehr 
populärer Dithyrambendichter; aber er 
trägt vorzugsweise die Schuld, den 
Verderb der Dithyrambendichtung be- 
fördert zu haben. Durch phantasti- 
schen, nebelhaften oft unsittlichen In- 
halt einerseits, wie durch Wort- 
schwall, Bilderfülle, hohle Redensar- 
ten andererseits suchte er Effect zu 
machen. Es gelang ihm auch; daher 
verspotten ihn die Komiker — auch 
Aristophanes in den Vögeln und Frö- 


- schen — als einen Kunst- und Ge- 


schmackverderber. Sein Vater Meles 
ist uns weniger bekannt. Gewis war 
erunbedeutender als Kinesias. Doch 
hat auch er den Spott der Komiker 
auf sich gezogen, 


140 


JIAATQNOZ"’ 


502 οἱ ἀκούοντες βελτίους γίγνοιντο, ἢ ὅ τι μέλλει BERN: τῷ 


Β 


ὄχλῳ τῶν ϑεατὼῶν; 


KAA. Ankov δὴ τοῦτό γε. 


γε πέρι. 


© Σώκρατες, Κινησίου 


ἘΣ 
ER. Τί δέ; ὁ πατὴρ αὐτοῦ Μέλης ἦ πρὸς τὸ ae | 


[βλέπων ἐδόκει σοι zıdagmwdsiv; ἢ, ἐκεῖνος μὲν οὐδὲ πρὸς 
ἥδιστον" ἠνία γὰρ ἄδων τοὺς ϑεατάς" ἀλλὰ δὴ σκόπει᾽ οὐχὶ. 
ἥ τὲ κιϑαρῳδικὴ δοκεῖ σοι πᾶσα καὶ ἡ ἡ τῶν OR wo 


σις ἡδονῆς χάριν εὑρῆσϑαι; 
KAA. Ἔμοιγε. 


ZN. Τί δὲ δή; ἣ σεμνὴ αὕτη καὶ ,ϑαυμαστή, ἡ 


τρα- 1 


γῳδίας ποίησις ἐφ᾽ © ἐσπούδαήε, πότερόν ἐστιν [αὐτῆς τὸ | 
ἐπιχείρημα καὶ ἡ σπουδή], ὦ ὡς σοὶ doxer, χαρίξεσϑαι τοῖς ϑεα- 
ταῖς μόνον, ἢ καὶ διαμάχεσϑαι, ἐάν τι αὐτοῖς ἡδὺ μὲν ἦ καὶ 
κεχαρισμένον, πονηρὸν δέ, ὅπως τοῦτο μὲν μὴ ἐρεῖ, εἰ δέ τι | 
τυγχάνει ἀληϑὲς καὶ ὠφέλιμον, τοῦτο δὲ καὶ λέξει καὶ & ἄσεται, ' 


[502 A] 2. τῶν ϑεατῶν. Aller- 
dings war bei der Aufführung solcher 
Chöre auch Stoff zum Schauen; aber 
ϑεαταί hat auch die weitere Beden- 
tung Festversammlung, Publikum, wie 
gleich ἠνέα γὰρ ἄδων τοὺς ϑεατᾶς. 
Vgl. Sympos. 194 A. φαρμάττειν 
βούλει μὲ ἵνα ϑορυβηϑώ διὰ τὸ 
οἴεσϑαι τὸ Heu ρον» προσδοκίαν 
μεγάλην ἔχειν ὡς εὖ ἐροῦντος 

μοῦ. 


7. οὐχὶ n τε κιϑ. Der Schluss 
könnte voreilig erscheinen, da er nur 
aufpersönliches Ungeschick sich grün- 
det, aber Platon genügt es zu zeigen, 
dass in seiner Zeit diese Künste 
den an sie zu stellenden sittlichen 


Forderungen wirklich nicht genü- 


gen. 


[B] 11. ἡ σεμνή kann sowol ehr- 
würdig als hochverehrt bezeichnen. 
Ersteres ist vorzuziehen. Dann be- 
zieht essichaufdie pathetische Würde 
durch Sentenzen, Worte und Vortrag k 
erstrebende Darstellung. Vgl. Theaet. 
208 E οὐ προδοτέον οὕτω ἀνάν- 
dowg μέγαν τε καὶ σεμνὸν λόγον. 
Vgl. auch ὅ11 D und 512 Β. Die Tra- 
gödie galt auch um ihrer sittlichen 


Tendenzen willen für besonders ehr 
würdig. 

14. dieuageo#eı.Hierwie einVerd 
bum des Strebens construiert. ; 
Substantiven und Pronomin. st 
περί oder ὑπέρ. Sonst schliesst si 
das Partieip leicht an wieö03 A, od 
es folgt der Infinitiv wie nach einem 
Verbum voluntatis oder declarandi 
Theaet. 158 Ὁ. Dafür kann auch Mi 
oder ὡς eintreten. Theaet. 170 C, 
Soph. 260 D, Phaed. 106 C. — Der 
Wechsel in der Form der Bedingungs- 
sätze ἐὰν μέν aber el δὲ τυγχάνει 
hat guten Grund. Das erste richtet 
sich nach den jedesmaligen Verhält- 
nissen; Wahrheit und Nützlichkeit. 
eines Ausspruchs wird durch sein Won 
sen bestimmt. 

16. ἀληϑές. Die alte Lesart war 
ἀηδές. Das passt aber weder zu 
ὠφέλιμον noch ist daneben der Be- 
ge ἐάν τε χαίρωσιν ἐάν. 

τεῳμή zu rechtfertigen. Ausserdem 

t es auch hier auf einen Gegen- 

satz zu πονηρόν an, während Dasein 

oder Abwesenheit der ἡδονή gleich- 
iltig erscheinen muss. — λέξει καὶ 

re mit Rücksicht auf Dialogund 
Chor gesang. Ξ 


9 


0 


δ 


ἡδονὴν μᾶ 


R TOPTIA2. 


141 


ἐάν re χαίρωσιν ἐάν τε μή; ποτέρως σοι δοκεῖ παρεδκευάσϑαι 


ἡ τῶν τραγῳδιῶν ποίησις; 


KdA. Ankov δὴ τοῦτό Ye, ὦ Σώκρατες, ὅτι πρὸς τὴν 


DR. 
κολακείαν τ 
KAA. Πανυ γε. 


τὸ λειπόμενον : ; 
A. "Avayan. 


οὗ λόγοι; 
ΘΑ͂. - ἌΝ 


ὥρμηται καὶ τὸ χαρίξεσϑαι τοῖς ϑὲαταῖς ; 
γὐκοῦν τὸ τοιοῦτον, ὦ Καλλίκλεις, ἔφαμεν νῦν δὴ 


ZN. Φέρε δή, εἴ τις περιέλοιτο τῆς ποιήσεως πάσης τὸ 
τε μέλος καὶ τὸν ῥυϑμὸν καὶ τὸ μέτρον, ἄλλο τι ἢ λόγοι γί- 


ER. Οὐκοῦν πρὸς πολὺν ὄχλον καὶ ER οὗτοι λέγονται 


ΣΩ. Δημηγορία ἄρα τίς ἐστιν ἡ ποιητική. 


KAA. Φαίνεται. 


ER. Οὐκοῦν ῥητορικὴ δημηγορία ἂν εἴη" ἢ οὐ δητορεύειν 
δοκοῦσί σοι ol ποιηταὶ ἐν τοῖς ϑεάτροις; ; 


ς΄ ΚΑ΄. Ἔμοιγε. 
ΣΩ. 


Növ ἄρα ἡμεῖς εὑρήκαμεν ῥητορικήν τινα πρὸς 


δῆμον τοιοῦτον οἷον παίδων τὲ ὁμοῦ καὶ γυναικῶν καὶ ἀν- 
ὁρῶν, καὶ δούλων καὶ ἐλευϑέρων, ἣν οὐ πάνυ ἀγάμεϑα᾽ Role: 


κικὴν γὰρ αὐτήν φαμεν εἶναι. 
KAA. Πάνυ γε. 


LVII. Σι. Eiev' τέ δὲ ἡ ἡ πρὸς τὸν ᾿“ϑηναίων δῆμον ῥη- 


τορικὴ καὶ τοὺς ἄλλους τοὺς ἐν ταῖς πόλεσι δήμους τοὺς τῶν 


_ [0]8. περιέλοιτο weil die genannten 
| sich wie die äussere umgebende 
Hülle um den inneren Kern, den aus- 
zusprechenden Gedanken legen. In- 
sofern erscheinen sie als Zuthaten. 

9. “μέλος ist das musikalische Ele- 
ment, die Melodie, ῥυϑμός das ver- 
mittelnde zwischen Melodie und Me- 
trum, die durchgehende Bewegung. 

15. δημηγορία an sich hier ohne 

schlimme Nebenbedeutung. _Doch 
fölgt 503 A die Verurteilung in dem 
Attribute αὐσχρά. — Kallikles kann 
ka leicht zustimmen , weil das 


Gebiet der Rhetorik sogar erweitert 
wird. 

[Ὁ] 21. οἷον γυναικῶν. Jedenfalls 
ist man nach dieser Stelle berechtigt, 
den Zutritt der Frauen‘ zu tragischen 
Schauspielen anzunehmen; ob ihnen 
derselbe auch zu Komödien gestattet 
war, bleibt dahingestellt. Der Besuch 
der Theater durch Sklaven war jeden- 
falls ein beschränkter. 

Car. LVIII. 25. Eiev schliesst nur 
einen Theil der Erörterungab, die Prä- 
missen, aus denen der Sehluss gezo- 
gen werden soll. 


C 


D 


142 


ἐλευϑέρων ἀνδρῶν, τί ποτε ἡμῖν αὕτη ἐστί; πότερόν σοι δοξ 
κοῦσι πρὸς τὸ βέλτιστον ἀεὶ λέγειν ol ῥήτορες, τούτου στο- 
χαξόμενοι, ὅπως οὗ πολῖται ὡς βέλτιστοι ἔσονται διὰ τοὺς αὖ- 
τῶν λύγους, ἢ καὶ οὗτοι πρὸς τὸ χαρίξζεσϑαι τοῖς πολί us 
ὡρμημένοι; καὶ ἕνεκα τοῦ ἰδίου τοῦ αὑτῶν ὀλιγωροῦντες 1 τοῦ. 
κοινοῦ, ὥσπερ παισὶ προσομιλοῦσι Tölg δήμοις, χαρίέξεσϑ χε 
αὐτοῖς πειρώμενοι μόνον, εἰ δέ γε βελτίους ἔσονται A ve ρους 
διὰ ταῦτα, οὐδὲν φροντίζουσιν; : DS 
KAA. Οὐχ ἁπλοῦν ἔτι τοῦτο ἐρωτᾷς" εἰσὶ μὲν γὰρ 
κηδόμενοι τῶν πολιτῶν λέγουσιν ἃ λέγουσιν, 


σὺ λέγεις. 


ZN. Ἐξαρκεῖ. εἰ γὰρ καὶ τοῦτό ἐστι διπλοῦν, τὸ μὲν ἔτε ἡ 
ρόν που τούτου κολακεία ἃ αν εἴη καὶ αἰσχρὰ δημηγορία, τὸ δ᾽ 


ἐστιν; ; 


νῦν ῥητόρων οὐδένα. 


ER. Τί δέ; τῶν παλαιῶν ἔχεις τινὰ suite: δι᾿ Bi 
αἰτίαν ἔχουσιν ᾿4ϑηναῖοι βελτίους γεγονέναι, ἐπειδὴ ἐκεῖνος, 


[ΕἸ 1. τοὺς τῶν ἐλευϑέρων. Iro- 
nisch gemeint; siehalten sich für freie 
Männer und sind doch, auch nach der 
wahren Meinung des Kallikles, Skla- 
ven. Vgl. Dem. Ol. III, 30. τὸ μὲν 
πρῶτον καὶ στρατεύεσθαι “τολμῶν 
αὐτὸς ὃ. δῆμος δεσπότης τῶν πολι- 
τευομένων nv καὶ κύριος αὐτὸς 
ἁπάντων τῶν ἀγαϑῶν -- νῦν δὲ 
τοὐναντίον κύριοι μὲν ol ἱ πολιτευό- 
μενοι τῶν ἀγαϑῶν κι καὶ διὰ τούτων 
ἅπαντα πράττεται, ὑμεῖς δ᾽ ὁ δῆ- 
μος -- ἐν ὑπηρέτου καὶ προσϑή- 
uns μέρει γεγένησϑε, 

6. ὠσπερ παισί. Mit Bezug auf 
ni Kallikles Worte 4998. Cap. LIV. 


Anf, 
1503 A] 9. οὐχ En Letzte- 
res Wort ist in seiner Grundbedeu- 


TIAAT2NOZ 


ΚΑΛΆ. ᾿4λλὰ μὰ ar οὐκ ἔχω ἔγωγέ δοι ἐβόων: τῶν Ἵ ΠῚ 


οὐρα 


εἰσὶ δὲ eo s. 


μὲ, Ι 


οὐ πώ- 


tung zu nehmen. Die Frage verlangt” 
eine Gen Antwort. Vgl. übri- 
gens C, Phaedo 62 A. ; 
12. εἰ γὰρ καί. Sok. adoptiert die 
von K. aufgestellte Theilung und er- 
kennt damit die Möglichkeit einer gu- 
ten, berechtigten Rhetorik an, 5. die, 
Einl. S. 11. j 
16. εἴτε ἡδίω εἴτε ἀηδέστερα. Ve. 
Dem. Ol. III, 18, der wol mit Bez 
auf Platons Lehre ‚sagt ἀλλὰ δεῖ Ἵ 
βέλτιστα ἀντὶ τῶν ἡδέων, ἂν μὴ 
er α ἐξῇ, λὰ u 
1 17. εἶδες wie lat. vö idere, 
a 18. τέ οὐχὶ “ἔφρασας vor 
wurfsvolle Frage im imperativ. Sinn, ᾷ 
wie Phaedo 86 Ὁ. εἴ τιρ ὑμῶν εὐ- 
RER ἐμοῦ, τίοὐκ ἀπεκρίνατο, 
T. αἰτίαν a Redens- 


PATE 


) 


nn ΨΨΨ de 


TOPTTAZ. 


143 


| ᾿ἤρξατο δημηγορεῖν, ἐν τῷ πρόσϑεν χρόνῳ χείρους ὄντες; ον 


μὲν γὰρ οὐκ οἶδα τίς ἐστιν οὗτος. 
KAA. Τί δέ; Θεμιστοκλέα οὐκ ἀκούεις ἄνδρα οὐ 


᾿ γεγονότα: 


Κίμωνα καὶ Μιλτιάδην καὶ Περικλέα τουτονὶ 


τὸν νεῶστ τετελευτηκότα, οὗ καὶ σὺ ἀκήκοας; 
2ER. Εἰ ἔστι γε, ὦ Καλλίκλεις, ἣν πρότερον σὺ ἔλεγες 


FREE TUREE τὸ τὰς ἐπιϑυμίας ἀποπιμπλάναι καὶ τὰς @b- 


τοῦ καὶ τὰς τῶν ἄλλων εἰ δὲ μὴ τοῦτο, ἀλλ᾽ ὅπερ ἐν τῷ 
ὑστέρῳ λόγῳ ἠναγκάσθημεν ἡμεὶς ὁμολογεῖν, ὅτι αἱ μὲν τῶν 
| ὧν πληρούμεναι βελτέω ποιοῦσι τὸν ἄνϑρωπον, ταύ- 


ν ἀποτελεῖν, αἵ δὲ χείρω, um‘ τοῦτο δὲ τέχνη τις εἶναι" 


τοιοῦτον ἄνδρα τούτων τινὰ γεγονέναι ἔχεις εἰπεῖν; 
KAA. Οὐκ ἔχω ἔγωγε πῶς εἴπω. 


art bezeichnet ursprünglich „den Vor- 
wurf tragen“, hat sich aber bis zur 


. Bedeutung des einfachen λέγεσθαι 


abgeschliffen. So 'Theaet. ὧν δὴ σὺ 
περὶ αἰτίαν ἔχεις διαφέρειν oder 
de Rep. IV, 435 E. ol δὴ καὶ ἔχουσι 
ταύτην τὴν αἰτίαν — »ϑυμοειδεῖς 
εἶναι oder Apol. 88 C. ὄνομα ἕξετε 


᾿καὶ αἰτίαν --- ὡς μα αν ἀπε- 


κτόνατε. 
[6] 8. Θεμιστοκλέα x. τ. 1. Die 


Namen dieser Staatsmänner waren 


im Gegensatz zu denen der Gegenwart 
in aller Mund wie Demosthenes be- 


zeugt Ol. III, 21 καὶ γὰρ τοὺς ἐπὶ 


- DES, ei κε μία 


τῶν προγόνων ἡμῶν λέγοντας ἀ- 
κούω, ὥσπερ ἴσως καὶ ὑμεῖς, οὕς 
ἐπαινοῦσι μὲν οἵ παριόντες dmav- 
οὐ πάνυ. Den 
Aristides übergeht Kallikles. Sokra- 


tes selbst erwähnt ihn später mit Au-' 


erkennung. -Sein stilles, rechtliches, 
uneigennütziges Wirken verstand K. 
am wenigsten. Er glaubt vorzugs- 
weise solche nennen zu müssen, die 
durch ihre Thaten den Staat gross 
gemacht, dabei begegnet esihm aber, 
dass er nur solche nennt, welche von 


.den Athenern bestraft worden sind— 


ein Widerspruch zwischen ihrer Auf- 
gebe und dem Erfolg ihres Thuns. — 

ἐρικλέα τουτονὶ τὸν νεωστὶ τε- 
τελευτηκότα. Der Schluss, als wäre 
hiernach das Gespräch bald nach Pe- 


rikles Tode gehalten, ist ungerecht- 
fertigt. Denn vewor! bezeichnet nur 
relativ in Bezug auf die anderen eben 


genannten Saatsmlänner die Nähe des 


Zeitpunktes. Der zwischenliegende 
Zeitraum kann an sich deinoch gross 
sein. Vgl. 523 Β, τούτων “δὴ δικα- 
σταὶ ἐπὶ Κρόνου καὶ ἔτι νεωστὶ 
τοῦ Διὸς τὴν ἀρχὴν ἔχοντος. Von 
nuper zeigt dasselbe Teuffel zu Horat. 
Satir. II, 133. 

ὅ." οὗ ἀκήκοας nämlich λέγοντος. 
Die Volksversammlungen besuchte 
Sokrates, wenn er auch nicht selbst 
nach staatsmännischer NIEKEBDERON 
strebte. 


6. εἰ ἔστι als Nachsatz ergänze 
καλῶς εἶπες, im zweiten Gliede εἰ 
δὲ μή titt eine Anakoluthie ein, in- 
dem statt des erwarteten Urteils über 
jene Männer eineFrage vorgeschoben 
wird, die sich an den Inhalt des vor- 
her entwickelten Grundsatzes anlehnt. 

[Ὁ] 11. ἀποτελεῖν. Der Infinitiv 
erklärt sich hier — ohne Ergänzung 
eines Verb. des Wissens — nach 
ὁμολογεῖν als Vertreter eines Imper. 
oder Conjunctiv adhort. ὅτι ist, wie 
in der oratio obliqua oft, nur zur "Ein- 
leitung vorgesetzt ohne Einfluss auf 
die Construction. 

‚13. οὐκ ἔχω. K. kennt den Mass- 
stab der Beurteilung nicht. Diesen 
darzustellen ist nun Aufgabe, 


C 


04 


144 TEAM FIENENE 
LIX. ER. AR ἐὰν ξητῇς μαλιῶς ; εὑρήσεις" ἴδωμεν δὴ 
οὑτωσὶν ἀτρέμα δκοπούμενοι, εἴ τις τούτων τοιοῦτος γέγονε 
φέρε γάρ, ὁ ἀγαϑὸς ἀνὴρ καὶ ἐπὶ τὸ βέλτιστον λέγων, ἃ ἂν 
λέγῃ, ἄλλο τι οὐκ εἰκῇ ἐρεῖ, ἀλλ ἀποβλέπων πρόξβ τι; ὥσπερ. 
καὶ ol ἄλλοι πάντες δημιουργοὶ βλέποντες πρὸς τὸ αὑτῶν ἔρ- 
γον ἕκαστος οὐκ εἰκῇ ἐκλεγόμενος. προσφέρει ἃ προσφέρει 
πρὸς τὸ ἔργον τὸ αὑτοῦ, ἀλλ᾽ ὅπως ἂν εἶδός τι ᾿ αὐτῷ σχῇ τοῦ- 
τὸ ὃ “ἐργάξεται. οἷον εἰ βούλει ἰδεῖν τοὺς ξωγράφουρ, 
τοὺς οἰκοδόμους, τοὺς ναυπηγούς, τοὺς ἄλλους πᾶάν- 
τας δημιουργούς, ὅ ὄντινα βούλει αὐτῶν, ὡς εἰς τι τινὰ 
ἕκαστος ἕκαστον τίϑησιν ὃ ἂν τιϑῇ, καὶ bene. ὁ τὸ | 
ἕτερον τῷ ἑτέρῳ πρέπον τε εἶναι καὶ ἁρμόττειν, ἕως ἂν τὸ 
ἅπαν συστήσηται τεταγμένον τε καὶ “κεκοσμημένον πρᾶγμα 


καὶ οἵ τε δὴ ἄλλοι δημιουργοὶ καὶ οὗς νῦν δὴ ἐλέγομεν, ie | 


Car. LIX. 1. AA ἐὰν ξητῆς εὑ- 
ρήσεις. Für Sokrates und Platon 
charakteristisch ist das Vertrauen auf 
die Möglichkeit wahrer Erkenntnis. 
WirddierechteMethodeangewandt, 
so wird auch die Wahrheit notwendig 
gefunden. 2. οὑτωσὶν ἀτρέμα in al- 
ler Ruhe, ein Ausdruck, welcher der 
leidenschaftlichen Unruhe des K. ge- 
genüber ganz am Platze ist. Ueber 
οὑτωσίν vgl. zu 494 E. 

4. ἀποβλέπων πρός τι ist der 
Ausdruck, durch welchen Platon dar- 
auf hinzuführen pflegt, dass alles be- 
sondere Thun sich nach einem Allge- 
meinen, sei es ein Begriff, eine Idee, 
eine Anschauung — oder nach dem 
Wesen der Sache als seinem Masse 


. richten müsse. 


[E] 6. προσφέρει. Gedacht ist an 
die einzelnen Stoffe, aus denen das 
zu arbeitende Ding bestehen soll. 

7. ὅπως ἂν --- σχῇ alsallgemeiner 
Relativsatz zu fassen drückt den Ge- 
gensatz zu δέκῆ aus. εἶδος ist das 
äussere Ansehn, das die Sache dar- 
bietet, ihre Form und Gestalt. Hier 
ist daher nicht an die in der Seele 
entstehende Anschauung oder den 
Begriff der Sache zu denken. 

8. Zu ei βούλει ἰδεῖν fehlt der 


Nachsatz; es würde ein aus ἐδεῖν zu 


entnehmendesö ὄψει sein. Davon würde 


der nun unmittelbar zu len. con- 
struierte Nebensatz ὡς εἰς τάξιν κ΄ 
τ. A. abhängen. Jener hypothet. Satz. 
vertritt übrigens einen imperativ. ._ 

10. Die Begriffe τάξις und κόσμος 
werden für dieUntersuchung sehr wich- 
tig. Das Ideale, Begriffliche, das Gesetz 
stellt sich sinnlich wahrnehm- 
bar nur in der Ordnung und dem 
Masse dar. Die τάξες bezieht sich 
auf das Verhältnis der einzelnen 
Theile zu einander, κόσμος geht auf. 
die Darstellung des Ganzen. Die- 


ser Ausdruck dient zugleich dazu 


die Einheit des 
seren Objecten ἡ 
mitteln. 

11. τὸ ἕτερον τῷ ἑτέρῳ bezieht 
sich auf die einzelnen Theile, Diese 
müssen nach dem εἶδος des Ganzen 
(τὸ ἁπαν) sich richtend unter einan- 
der in Harmonie treten. . 

[504 A] 13. συστήσεται ist der 
Ausdruck für das Gestalten eines 
Ganzen, weil dieses eben durch die 
Harmonie der Theile entsteht. Vgl. 
Phaedr. 269 C τὸ δ᾽ ἕκαστα — 
λέγειν τε καὶ τὸ ολον συνίστασϑαι. 

14. οἵ τε δὴ ἄλλοι δημιουργοί er- 
forderte eigentlich‘ ein allgemeines _ 
Prädicat ποιοῦσιν οὕτως ‚oder κο- 
σμοῦσιν ἕκαστος τὸ ἑαυτοῦ ἔργον. 
Es bleibt weg, weil Sok. nur den für 


cips zwischen äus- 
d der Seele zu ver- 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 145 


= τὸ σῶμα, παιδοτρίβαι TE καὶ ἰατροί, κοσμοῦσί που τὸ 
σῶμα καὶ συντάττουσιν. ὁμολογοῦμεν οὕτω τοῦτ᾽ ἔχειν ἢ οὔ 
KAA. "Ἔστω τοῦτο οὕτως. 


ER. Φάξεως ἄρα καὶ κόσμου τυχοῦσα οἰκία χρηστὴ ἂν 
' οἴη, ἀταξίας δὲ μοχϑηρά; 
‚KAA. Φημί. 
ER. Οὐκοῦν καὶ πλοῖον ὡσαύτως. 
KAA. Ναί. 
22. Καὶ μὴν καὶ τὰ σώματά φαμεν τὰ ἡμέτερα; : 
Be: . Πάνυ γε. 


Te δ᾽ ἢ ψυχή; ἀταξίας εὐῤοῦσα ἔσται χρηστή, ἢ 
τάξεώς. TE καὶ κόσμου τινὸς: 
KAA. ’Avayan ἐκ τῶν πρόσϑε καὶ τοῦτο ER 
22. Ti οὖν ὄνομά ἐστιν ἐν τῷ σώματι τῷ ἐκ τῆς τάξεώς 
β ‚ τὲ καὶ τοῦ κόσμου γιγνομένῳ: ; 
| KAA. Ὑγίειαν καὶ ἰσχὺν ἴσως λέγεις. 
ZN. Ἔγωγε. τί δὲ αὐτῷ ἐν τῇ ψυχῇ ἐγγιγνομένῳ ἐκ τῆς 
β τάξεως καὶ τοῦ κόσμου; πειρῶ εὑρεῖν καὶ τὶ εἰπεῖν ὥσπερ ἐκεῖνο 
τὸ ὄνομα. 
0 KAA. Ti δὲ οὐκ αὐτὸς λέγει, ὦ “Σώκρατες; : 

ΠΟ ΣΏ. ᾽4λλ᾽ εἴ σοι ἥδιόν ἐστιν, ἐγὼ ἐρῶ" σὺ δέ, ἂν μέν δοι 
δοκῶ ἐγὼ καλῶς λέγειν, φάϑι᾽ εἰ δὲ un, ἔλεγχε καὶ μὴ ἐπί- 
τρεπε. ἐμοὶ γὰρ δοχεῖ ταῖς μὲν τοῦ σώματος τάξεσιν ὄνομα 
εἶναι ὑγιεινόν, ἐξ οὗ ἐν αὐτῷ ἡ ὑγίεια γίγνεται καὶ ἡ ἄλλη 


ἐν 


KAA. Ἔστιν. 


| die Untersuchung wichtigen _Pfle- 

‚des Leibes zueilt. ος νῦν δὴ 

owev, weil der Leib überhaupt 

als Analogie für die Seele diente, 
zuletzt 500 B. 

14, τῷ ἀν Evo hängt unmit- 

von ὄνομά Be ab. Ihmord- 

| Be sich ἐν τῷ σώματι unter. Sokra- 

tes geht jetzt dazu über, zu zeigen, 

dass für die allgemeinen Ans- 

drücke τάξις ἀπὰ κόσμος; welche bei 

leblosen Gegenständen dem Urteil 

über ihre Tüchtigkeit unmittelbar zu 

Grunde gelegt werden’ bei dem Leibe 

Platons ausgew, Dialoge, II. 


΄σ- 


ἀρετὴ τοῦ σώματοξ. ἔστι ταῦτα ἢ οὐκ ἔστιν: 


und ebenso beider ὅθε besond er ὃ 
Bezeichnungen eintreten. 


[C] 20. τέ δὲ οὐκ αὐτὸς λέγεις; 
Ueber die Bedeutung des Fragesatzes 
siehe zu 503 Β, 


22. Zu un Enirgene ergänze ἐμὲ 
λέγειν. 

25. ἀρετή wird zunächst im allge- . 
meinen Sinn „Tüchtigkeit“ ange- 
wandt, um dann in sittlicher Bedeu- 
tung auftreten zu können, olıne dass 
damit das Prineip der Beurteilung ge- 
ändert erscheine. 


10 


505 


146 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ER. Ταῖς δὲ τῆς ψυχῆς τάξεσι καὶ κοσμήσεσε νόμιμόν 
TE καὶ νόμος, ὅϑεν καὶ νόμιμοι γίγνονται καὶ κόσμιοι ταῦτα΄ 
δ᾽ ἔστι δικαιοσύνη τε καὶ COPA φὴς ἢ οὔ; 


ΚΑ“: Ἔστω. 


LX. 22. Οὐκοῦν πρὸς ταῦτα βλέπων ὁ 0 Eh in ἐκεῖνος, δ 
ὁ τεχνικός τε καὶ ἀγαϑός, καὶ τοὺς λόγους προσοίσει ταῖς 
ψυχαῖς, οὕς ἂν λέγῃ, καὶ τὰς πράξεις ἁπάσας, καὶ δῶρον ἐάν 
τι διδῷ, δώσει, καὶ ἐάν τι ἀφαιρῆται, ἀφαιρήσεται, πρὸς τοῦ- 
To ἀεὶ τὸν νοῦν ἔχων, ὅπως ἂν αὐτῷ τοῖς πολίταις δικαιοσύνη 


μὲν ἐν ταῖς ψυχαῖς γίγνηται, 


ἀδικία δὲ ἀπαλλάττηται, καὶ 1 


σωφροσύνη μὲν ἐγγίγνηται, ἀκολασία δὲ ἀπαλλάττηται, καὶ 
ἡ ἄλλη ἀρετὴ ἐγγίγνηται, κακία δὲ ἀπίῃ. συγχωρεῖς ἢ οὔ; 


KAA. Συγχωρῶ. 


ZR2. Τί γὰρ ὄφελος, ὦ Καλλίαλεις, σώματί γε κάμνοντι. 
καὶ μοχϑηρῶς διακειμένῳ σιτία πολλὰ διδόναι καὶ τὰ ἥδιστα. I 
ἢ ποτὰ ἢ ἀλλ ὁτιοῦν, ὃ μὴ ὀνήσει αὐτὸ ἔσϑ᾽ ὅτε πλέον ἢ τοὐ- 
ναντίον κατά γε τὸν δίκαιον λόγον καὶ ἔλαττον; ἔστι RE 


ΚΑ4. Ἔστω. 


[D] 2. νόμος kommtauf seelischem 
Gebiet dem Ausdruck re@&ıgamnäch- 
sten. Man denke dabei auch an die 
übertragene Bedeutung von τάττω 
(anordnen). Zur Sache vgl.Phaedon 
114 E. κοσμήσας " τὴν ψυχὴν͵ οὐκ 
ee ἀλλὰ To avens, κόσμῳ 
Ba SA τε καὶ δικαιοσύνῃ καὶ 
eig καὶἐλευϑερίᾳ καὶ ἀληϑείᾳ. 

4, ar δῶν sagt Kallikles, nicht ἔστι, 
um sein Zügeständnis als ein willkür- 
liches, nuraus Höflichkeit gemachtes 
zu bezeichnen. 

Car. LX. 5. πρὸς ταῦτα βλέπων 
%. τ. A. Sokrates bezieht sich auch in 
der Wahl der Worte auf das 503 E 
Gesagte zurück. 6. προσοέσει wie 
oben προσφέρει. Nur sind hier vor- 
zugsweise λόγον der Gegenstand, 
durch den die Seele gestaltet wird. 
Doch hat der Redner oder Staatsmann 
auch Macht, dem Volke Gaben zu- 


kommen zu lassen — man denke an 


die ϑεωριπα, das δικαστικόν, στρα- 
τιωτιπόν und βουλευτικόν --- ferner 
an Verteilung der Beute, Aufzüge 
u. dgl. — und ihm auch zu nehmen, 


“ 


z. B. Feste oder Geld in der Gestalt, 
von Steuern (εἐσφοραΐ). 9. ὅπως ἂν 
-- γίγνηται entspricht dem Satze 
ὅπως ἂν εἶδός τι αὐτῷ σχῇ. 

[ΕἸ 16.0 μὴ ὀνήσει. Die Wahl der. 
Negation μή wird dureh die Natur 
des Relativsatzes bestimmt. Da der 
Leib und die Speisen, von denem hier 
die Rede ist, allgemein gedacht sind, | 
so muss der ıtivsatz auch als ein 
allgemeiner (gemischt hypothetischer) 
gefasst werden. τοὐναντίον ist ad- 
verbial zu fassen und zu ἔλαττον 
(ὀνήσει) zu beziehen. Hinzuzuden- 
ken ist dann noch: als das Darrei-. 
chen von Wenigem und Unangeneh- 
mem nützen wird. Der Sinn ist also: 
der Arzt wird dem kranken Leibe 
überhaupt nichts geben, was im be- 
sten Fall nieht mehr nützen oder die 
Wahrheit zu sagen, nur weniger. 
nützen kann, als ‚das u.8.w. Wenn 
man in τοὐναντίον den Gegensatz zu. 
ἀλλ᾽ ὁτιοῦν ausgesprochen finden 
will, so lässt man den Sokrates oh 
Grund sehr unbestimmt und enghalit 
reden. | 


Ἔ 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 147 


τ ΣΙ. Οὐ γάρ, οἶμαι, λυσιτελεῖ μετὰ μοχϑηρίας σώματος 
ξὴν ἀνθρώπῳ. ἀνάγκη γὰρ οὕτω καὶ ξῇν μοχϑηρωῖς. ἢ οὐχ 
οὕτως; 

Ὧν: 'ΚΑΑ. Ναί. 

» Ζῶ. Οὐκοῦν καὶ τὰς ἐπιϑυμίας ἀποπιμπλάναι, οἷον 
πεινῶντα φαγεῖν ὅσον βούλεται ἡ ἢ διψῶντα πιεῖν, ὑγιαίνοντα 
μὲν ἐῶσιν ol ἰατροὶ ὡς τὰ πολλά, κάμνοντα δέ, ὡς ἔπος 
εἰπεῖν, οὐδέποτ᾽ ἐῶσιν ἐμπίπλασϑαι ὧν ἐπιϑυμεῖ; συγχωρεῖς 
| γε καὶ δύ; 

KAA. Ἔγωγε. 

Br ER. “Περὶ δὲ ψυχήν, ὦ ἄριστε, οὐχ ὁ αὐτὸς τρόπος ; ἕως 
μὲν ἃ ἂν πονηρὰ N, ἀνόητός τε οὖσα καὶ ἀκόλαστος καὶ ἄδικος 
old ἀνόσιος, εἴργειν αὐτὴν. δεῖ τῶν ἐπιϑυμιῶν καὶ μὴ ἐπιτρέ- 
new ἄλλ᾽ ἄττα ποιεῖν ἢ ἀφ᾽ ὧν βελτίων ἔσται" φὴς ἢ οὔ; 

ἂ ΚΑΛΆ. Φημί. 

2 ZR. Οὕτω γάρ που αὐτῇ ἄμεινον τῇ ψυχῇ: 

a ΚΑ. Πάνυ 7: 
ἼΣΩ. Οὐκοῦν τὸ εἴργειν ἐστὶν ἀφ᾽ ὧν I κολάξειν:; 
 KAA. Ναί. 

ZR. To κολάξεσϑαι ἄφα τῇ ψυχῇ ἄμεινόν" ἐστιν ἢ ἡ 
ἀκολασία, ὥσπερ σὺ νῦν δὴ wor. 

 KAA. Οὐκ οἶδ᾽ ἄττα λέγεις, ὦ Σώκρατες % ἀλλ᾽ ἄλλον 
δὼ: ἐρώτα. 
ο΄ ΣΩ. Οὗτος ἀνὴρ οὐχ ὑπομένει ὠφελούμενος καὶ αὐτὸς 
' οὔτο πάσχων περὶ οὗ ὁ ὁ λόγὸς ἐστέ [κολαξόμενορ]. 
a KAA. Οὐδέ γέ (ἰοὺ μέλει οὐδὲν ὧν σὺ λέγεις, ; καὶ ταῦτά 


' Γοργίου χάφιν͵ ἀπεκρινάμην. 
| „pe BA 6. ὑγιαίνοντα — πολλά 
ne Nachteil fehlen. Aber 


Hi :che strebt überall den Gegen- 
be: voll auszuprägen. 


12. Zu ἀνόητος κ. τ. A. vgl.in 

m Gesprächemit Polos zu 477 B, wo 

ebenfalls die πονηρία der Seele dar- 
νι wird. 


21. ὥσπερ σὺ νῦν δὴ @ov, wie 
 Kallikles i in der Rede 491. E --- 402 ἢ 
inander setzte. -ὰ hiermit die 
sieht‘ des K. aufs entschiedenste 


Φ 


verworfen wird, fühlt sich dieser per- 
sönlich beleidigt und um seine Nie- 
derlage Shui abbrechen will er die 
Untersuchung -abbrechen und stellt 
das Resultat. derselben in Frage. 

[C] 24. αὐτὸς τοῦτο πάσχων. Kal- 
likles hat auch ‚in der Unterredung 
praktisch ἀϊο ἀκολασέα geübt, wie 
er sie theoretisch verteidigte. Daher 
ist für ihn die "Untersuchung selbst 
eineZucht des Denkens. 25. κολαζόμε: 
νος dürfte als Glossem zu betrachten 


sein. - 


10* 


148 


λύομεν; 
*KAA. Αὐτὸς γνώσει. 


ΣΩ. Εἶεν" τί οὖν δὴ ποιήσομεν; μεταξὺ τὸν λόγον κατα - 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


3 


ZN, "AR οὐδὲ τοὺς μύϑους φασὶ μεταξὺ ϑέμι ae 
καταλείπειν, ἀλλ᾽ ἐπιϑέντας κεφαλήν, ἵ ἵνα μὴ ἄνευ κεφαλῆς 
περιίῃ. ἀπόκριναι οὖν καὶ τὰ λοιπά, ἵνα ἡμῖν ὃ λόγος 2 


Anv λάβῃ. 
{Χ1, 


διαλέξει. 


KAA. Ὡς βίαιος εἶ, ὦ Σώκρατες. di: δὲ 
πείϑῃ. ἐάσεις χαίρειν τοῦτον τὸν λόγον, ἢ “καὶ FA 


ER. Τίς οὖν ἄλλος ἐϑέλει; μὴ γάρ τοι ἀτελῆ γε: τὸν 16. 


yov καταλίπωμεν. 


KAA. “Αὐτὸς δὲ οὐκ ἂν δύναιο διελϑεῖν τὸν ἐῶ, 
λέγων κατὰ σαυτὸν ἢ ἀποκρινόμενος σαυτῷ; 

ER. Ἵνα μοι τὸ τοῦ Ἐπιχάρμου γένηται, ἃ ἃ πρὸ τοῦ 
ἄνδρες ἔλεγον, εἷς ὧν ἱκανὸς γένωμαι ἀτὰρ κινδυνεύει ἀναγ- 
καιότατον εἶναι οὕτως. εἰ μέντοι ποιήσομεν, οἶμαι ἔγωγξ χρῆ- 
ναι πάντας ἡμᾶς φιλονείκως ἔχειν πρὸς τὸ εἰδέναι τὸ ἀληϑὲς 


[Ὁ] 4. οὐδὲ τοὺς μύϑους ge- 
schweige denn einen λόγος, dereinem 
bestimmten Ziele zustrebt. Das Sprich- 
wort, auf das sich Sokrates beruft, 
scheint auf religiöser Scheu zu beru- 
hen, wonach man Mythen zu Ende 
erzählen müsse, um nicht den Hass 
einer Gottheit auf sich zu laden. Phi- 
leb. 66D τὸ μετὰ ταῦϑ' ἡμῖν οὐδὲν 
λοιπὸν πλὴν ὥσπερ κεφαλὴν ἀ- 
ποδοῦναι τοῖς εἰρημένοις. 


Car. ΧΙ. 8. ὡς βέαιος εἶ wie 
491 E ὡς ἡδὺς ei. βίαιος bildet ei- 
nen Gegensatz zu πείϑειν wie Polit. 
304 D εἴτε διὰ πειϑοῦς εἶτε διά τι- 
vos βίας. 

14, λέγων κατὰ say (für dich 
allein) bildet insofern ein ee 
zu ἀποκρινόμενος σαυτῷ als jenes 
durch zusammenhängende Rede ge- 
schehen soll, dieses die Form der Un- 
terredung, Frage und Antwort, nach- 
zuahmen auffordert. 

[E] 15. τὸ τοῦ ᾿Ἐπιχάρμου. Epi- 
charmos war aus Kos gebürtig, kam 
aber früh nach Sieilien (Megara) und 


‚tur der Sache nach ER zukomme 


” 


4 


widmete sich daselbst dem Studiun 
der Arzneikunst und Philosophie, na- 
mentlich derpythagoräischen und em- 
pedokleischen. Aber am. berühmte- 
sten wurde er durch seine Komödien. 
Er steht an der Spitze der sicilischen 
Komödiendichter und zeichnet sich 
durch den ethischen Gehalt seineı 

Dichtungen ἃ Sie waren reich 
an Sentenzen und erweckten dadurch 
auch Platons Interesseinhohem Grat 

Seine Blüte fällt in die Zeit der Per- 
serkriege unter Gelons Regierung 
Der hier angeführte Vers. lautet nach 
Athenaeus: 
ἃ πρὸ τοῦ δυ᾽ ἄνδρες Eleyov & 
ἐγὼν ἀποχρέω. Sokrates meint, er 
nehme eine Last auf sich, die der Na- 


18: φιλονείκως ἔχειν 5. zu457D 
Die φιλονεικία besteht darin, dass 
Jemand nur mit Rücksicht auf sei 
eigene Ehre und Person verfähr 
wie Kallikles es that, der eine Wider- 
legung als persönlichen Schimpf ὃ 
fasste, Sokrates zeigt, dass jeder se 
Interesse am besten wahrt, wenn 


β 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


149 


τέ ἐστι περὶ ὧν γυλώνόμον καὶ τί ψεῦδος" κοινὸν γὰρ ἀγαϑὸν 
ἅπασι φανερὸν γενέσϑαι αὐτό. δίέξεμι μὲν οὖν τῷ λόγῳ ἐγὼ 
ὡς ἄν μοι δοκῇ ἔχειν" ἐὰν δέ τῳ ὑμῶν μὴ τὰ ὄντα δοκῶ ὁμο- 
λογεῖν ἐμαυτῷ, χρὴ ἀντιλαμβάνεσϑαι καὶ ἐλέγχειν. οὐδὲ γάρ 


7 τοι ἔγωγε εἰδὼς λέγω ἃ λέγω, ἀλλὰ ξητῶ κοινῇ us ὑμῶν, 


ὥστε, ἂν τὶ φαίνηται λέγων ὁ ἀμφισβητῶν ἐμοί, ἐγὼ πρῶτος 
συγχωφήσομαι. λέγω μέντοι ταῦτα, εἰ δοκεῖ χρῆναι οἐὴς αὴρ ἐρμϑ 
ϑῆναι τὸν λόγον" εἰ δὲ μὴ BovAsode, Bu. δὴ χαίρειν καὶ 


μεν. 


TOP. ᾿4λλ᾽ ἐμοὶ μὲν οὐ δοκεῖ. ὦ Σώκρατες . χρῆναί πῶ 
Br: ἀλλὰ διεξελθεῖν σε τὸν λόγον" διδόναι δέ wor καὶ 
τοῖς ἄλλοις δοκεῖν. βούλομαι γὰρ ἔγωγε καὶ αὐτὸς ἀκοῦσαί 
δου αὐτοῦ διιόντος τὰ ἐπίλοιπα. 

20. ᾿Δλλὰ μὲν δή, ὦ Togyie, καὶ αὐτὸς ἡδέως μὲν ἂν 


OR an den Tag zu bringen 


sucht und fordert daher zu dieser 


φιλονεικέα auf. 


ee ΕἸ 3. banisyeis ἐμαυτῷ in- 
ern Sokrates zugleich die Stelle 


des Antwortenden übernimmt und als 
soleher sich selber Zugeständnisse 
machen muss. 4. ἐντιλαμβάνεσϑαι 
(mit dem Genetiv) bezeichnet das Ein- 
πον ‚die Einmischung in ein Ge- 
, wie de Rep. 1, 336 B. καὶ ὁ 
μαχος. zolldhic καὶ διαλε- 

νῶν ἡμῶν μεταξὺ ὥρμα ἄντι- 
Wed τοῦ λόγου. Das spä- 
Be ἐπιλαμβάνεσϑαι be- 

et nur das Anhalten der Un- 


tersuchu 
10. γὴν ᾿ ἐμοί. Gorgias ist am be- 
eignet im Namen aller zu re- 
den. arf auch von seinem Wun- 
sehe auf den der-Anderen schliessen. 
Wenn er selbst den Sokrates auffor- 
dert, die Untersuchung allein zu 
Ende zu führen, so spricht sich darin 
das Gefühl aus, dass 5. Ansicht nun 
-80 weit begründet ist, dassesnurnoch 
auf die Darlegung der Schlussfolge- 
rungen ankommt, dass also in der 
That kein Anderer zur Erreichung des 


; Καλλικλεῖ τούτῳ ἔτι διελεγόμην, ἕ ἕως αὐτῷ τὴν τοῦ “Ἀμφίονος 
ἀπέδωκα δῆσιν ἀντὶ τῆς τοῦ Ζήϑου᾽ ἐπειδὴ δὲ σύ, ὦ Καλ- 


nahen Zieles wirklich mit beizutragen 
geeignet ist. Sokrates hat aber eben 
auch schon sämmtliche Anwesende 
ins Gespräch hereingezogen und für 
seinen Gang mit verantwortlich ge- 
macht. So tritt er Allen gegenüber 


506 


und die Sache, die er vertritt, wird * 


zugleich als die Aller auch äusser- 
lich dargestellt und über die Zufällig- 
keit eines Gesprächs mit einer be- 
stimmtenPerson hinweggehoben. End- 
lich wird noch ein künstlerisches In- 
teresse gewahrt. Die gewonnenen Re- 
sultate müssen, damit der Beweis iu 
sich übersichtlich sich abrunde, reca- 
pituliert werden. Ein wirkliches Ge- 
spräch hätte diese Recapitulation un- 
motiviert und schleppend erscheinen 
lassen. 

[B] 15. Ἀμφίονος. Sokrates ant- 
wortet mit anmutigem Scherze auf 
485 E. Er will die ihm zuerteilte 
Rolle des Amphion wirklieh überneh- 
men und wie es im Stücke des .Euri- 
pides jedenfalls Amphion in Bezug 
auf seinen Beruf gethan, so den Le- 
bensberuf des Philosophen als berech- 
tigt nachweisen. 16, ἀπέδωκα Attra- 
etion des Modus durch διελεγόμην. 


150 . ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


λέκλεις, οὐκ ἐθέλεις ἘΘΡΉΠΘΕΝ SRG τὸν λόγον, ἀλλ᾽ οὖν ἐμοῦ 
γε ἀκούων ἐπιλαμβάνου, ἐάν τί σοι δοκῶ μὴ. καλῶς λέγειν. 
καί us ἐὰν ἐξελέγχῃς» οὐκ ἀχϑεσϑήσομαί σοι ὥσπερ σὺ ἐμοί, 


ἀλλὰ μέγιστος δὐεργέτης παρ᾽ ἐμοὶ ἀναγεγράψει.. 
ὦ ᾿γαϑᾷ, αὐτὸς καὶ πέραινε. 


KAA. 4έγε. ὦ 


{ἢ 
"ᾷ 


Χ}. Σῷ, ἄκουε δὴ ἐξ ἀρχῆς ἐμοῦ ἀναλαβόντος τὸν 


λόγον. Ἄρα τὸ ἡδὺ καὶ τὸ ἀγαϑὸν τὸ αὐτό ἐστιν; Οὐ ταὐτόν, 


ὡς ἐγὼ καὶ Καλλικλῆς ὡμολογήσαμεν.. Πότερον δὲ τὸ ἡδὺ | 


ἕνεκα τοῦ ἀγαϑοῦ πρακτέον, ἢ τὸ ἀγαϑὸν ἕνεκα τοῦ ἡδέος ; 
Τὸ ἡδὺ ἕνεκα τοῦ ἀγαϑοῦ. Ἡδὺ δέ ἐστι τοῦτο, οὗ mapaysvo- 
μένου ἡδόμεϑα, ἀγαϑὸν δὲ οὗ παρόντος ἀγαϑοί ἐσμεν; Πάν 
γε. ᾿Δλλὰ μὴν ἀγαϑοί γέ ἐσμὲν καὶ ἡμεῖς καὶ τάλλα πάντα, 
ὅσα ἀγαϑά ἐστιν, ἀρετῆς τινὸς παραγενομένης ; Ἔμοιγε δοκεῖ 
ἀναγκαῖον εἶναι; ὦ Καλλίκζεις.᾽ 4λλὰ μὲν δὴ ἥ γε ἀρετὴ ἑχά- 
στου, καὶ σκεύους καὶ σώματος καὶ ψυχῆς αὖ καὶ ξώου παντ ΠῚ 
οὐ τῷ εἰκῇ [κάλλιστα] παραγίγνεται, ἀλλὰ τάξει καὶ ὁ ϑότ 
καὶ τέχνῃ, ἥτις ἑκάστῳ ἀποδέδοται αὐτῶν" ἄρα ἔστι ταῦτο ; 
’Eyo μὲν γάρ φημι. Τάξει ἃ ἄρα τεταγμένον καὶ κεκοσμημένον 
ἐστὶν ἡ ἀρετὴ ἑκάστου; Φαίην ἂν ἔγωγε. Κόσμος τις ἄρα ἐγ- 
γενόμενος ἐν ἑκάστῳ 6 ἑκάστου οἰκεῖος ἀγαϑὸν παρέχει ἕκα- 
στον τῶν ὄντων; Ἔμοιγε δοκεῖ. Καὶ ψυχὴ ἄρα κόσμον ἔχουσ 


1. ἀλλ᾽ οὖν γὲ 5. zu 496}. 

[C] 4. εὐεργέτης ἀναγεγράψει. 
Nicht selten wurde von griechischen 
Staaten Bürgern oder Fremden, na- 
mentlich auswärtigen Staatsmännern 
und Fürsten, für ihre Verdienste um 
den Staat der Titel eines Wohlthäters 


‚zuerkannt. Ihr. Name wurde alsdann. 


auf einer Marmortafel eingegraben. 
In der Apol.36 D legt sich Sokrates 

selber diesen Titel ‘bei. Die grösste 
Wohlthat besteht aber ‚498 A in 
der Befreiung von einem um. 

Car. LXI. 8. ὡς ig καὶ Καλλι- 
κλῆς ὡμολογήσαμεν. Unter dieser 
Form verweist Platon, auf den früher 
gelieferten Beweis für den genannten 
Satz. ὁ 

[Ὁ] 10. παραγενομένου und παρ- 
ὄντος sind absichtlich einander ent- 
gegengestellt. Das Angenehme ist, 


7 Ἂς 


wie obenerwiesen war, einWerden- 
des, das Gute aber ein Seiendes. 
13. &oern drückt, nur in substanti- 
vischer Form, die Erscheinungsweise 
des Guten in Dingen und Personen 
aus. Dieses bleibt em Wesen 
nach ein und dasselbe, aber die Er- 
scheinung (die ἀρετή) nimmt ‚ver 
schiedene Namen an. _ | 
16. τάξει καὶ ὀρϑότητι en rigen: | 
Die beiden letzten Begriffe si ur 
nähere "Bestimmungen zu nd 
werden daher am besten in adjopl γὶ- 
scher Form „übersetzt. $ 
[Ε]20. ὁ ἑκάστου οἰκεῖος. Das Wer 
sen einer jeden Sache bedingt die Ei- 
gentümlichkeit ihres κόσμος. 
Daher kann dieser unter. verschiede- 
nen Namen auftreten. Der Ausdri ck 
κόσμος tritt hier wieder ein aus dem- 
selben Grunde wie 503 E, 


τὶ 
Υ 
Ἄ 
Ἐν ὁ 
ΕῚ 
Ἧξ 

N 
» 
ν 
ες 


TOPTIA2. 


151 


τὸν ἑαυτῆς ἀμείνων τῆς ἀκοσμήτου ; ᾿Ανάγκη. Akka μὴν ἤ γε 
κόσμον ἔχουσα κοσμέα; Πῶς γὰρ οὐ μέλλει; Ἢ δέ γε κοσμία 


"σώφρων: Πολλὴ ἀνάγκη. Haü ἄρα σώφρων ψυχὴ ἀγαϑή. ἐγὼ 


μὲν οὐκ ἔχω παρὰ γαῦτα ἄλλα φάναι, ὦ φίλε Καλλίκλεις" σὺ 
8 δ᾽ εἰ ἔχεις, δίδασκε. 


KAA. Ay, yade. 


507 


2Q+ Δέγω δὴ ὅτι, εἰ ἡ σώφρων ἀγαϑή ἔστιν, 7 τοὐναντίον 
τῇ σώφρονι πεπονϑυῖα κακή ἐστιν᾽ ἦν δὲ αὕτη ἡ ἄφρων τε 
τον ἀκόλαστος. Πάνυ pe. Καὶ μὴν ὅ γε σώφρων τὰ προσήκον- 
10 τὰ πράττοι ἂν καὶ περὶ ϑεοὺς καὶ περὶ ἀνθρώπους" οὐ γὰρ 
ο΄ ἂν σωφρονοῖ τὰ μὴ προσήκοντα πράττων. ᾿Δνάγκη ταῦτ᾽ εἶναι 
οὕτως. Καὶ μὴν περὶ μὲν ἀνϑρώπους τὰ προσήκοντα πρᾶτ- ᾿ 
τῶν δίκαι ἂν πράττοι. περὶ δὲ ϑεοὺς 0018" τὸν δὲ τὰ δίκαια 
καὶ ὅσια πράττοντα ἀνάγκη δίκαιον καὶ ὅσιον εἶναι Ἔστι ταῦτα. 
δ Καὶ μὲν δὴ καὶ ἀνδρεῖόν γε ἀνάγκη" οὐ γὰρ δὴ σώφρονος ἀν- 
δρός ἐστιν οὔτε διώκειν οὔτε φεύγειν ἃ μὴ προσήκει, ἀλλ᾽ ἃ δεῖ 
καὶ πράγματα καὶ ἀνθρώπους καὶ ἡδονὰς καὶ λύπας φεύγειν 
καὶ διώκειν, καὶ ὑπομένοντα καρτερεῖν ὅπου δεῖ" ὥστε πολλὴ 
ἀνάγκη, ὦ Καλλέκλεις, τὸν σώφρονα, ὥσπερ διήλθομεν, 
20 δέκαιον ὄντα καὶ ἀνδρεῖον καὶ ὕσιον ἀγαϑὸν ἄνδρα εἶναι Te- 


[507 A] 3. σώφρων. Die Tugend 
(der Seele) wird zunächst nur unter 
diesem Namen erfasst, aber Sokrates 
kann leicht beweisen, dass in der ei- 
nen Tugend alle anderen mitgegeben 


sind. An Kallikles wendet er sich 


jetzt noch einmal und versucht ihn 
ins Gespräch hereinzuziehen, weil der 
Beweis gerade bis zu diesem Punkte 


‚gediehen war, als K. das (respräch 


ahbrach. 

7. εἰ ἔστιν. Diese Form des Be- 
dingungssatzes eignet sich vorzugs- 
weise für den hypothetischen Schluss, 
weil sie ein notwendiges Verhältnis 
(hier ein logisches) zwischen protasis 
und apodosis ausspricht. 

[B] 11. Der Begriff der σωφροσύνη 
wird in allgemeinster Weise durch 
den Ausdruck τὰ προσήκοντα defi- 
niert. Zum Begriff der Gerechtigkeit 
und Frömmigkeit gelangt man durch 


Beschränkung des προσήκοντα aufbe- 


stimmte nach den Persönlichkeiten zu 
unterscheidende Gebiete, gegen wel- 
che Pfiichten zu üben sind (Menschen 
und Götter). Zum Begriff der Ta- 
pferkeit gelangt man 

12. durch die Specialisierung 
des Begriffes πράττειν. Dafür tritt 
διώκειν καὶ φεύγειν einerseits und 
ὑπομένοντα καρτερξῖν andererseits 
ein. 

17. ἡδονὰς καὶ λύπας fügt Sokra- 
tes bezeichnend hinzu, weil gerade 
auf sie gewöhnlich die σωφροσύνη 
angewandt wird. Der Punkt, in wel- 
chem die Tapferkeit mit ihr netwen- 
dig eins wird, tritt so am stärksten 
hervor. 

[CE] 20. ἀγαϑὸν — τϑλέως weil 
sämmtliche Tugenden nun vereint 
sind. Die Weisheit kann als die ge- 
meinsame Grundlage für Alle voraus- 
gesetzt werden, da der Begriff der 
Tugend im Wissen aufgeht. 


ε 


152 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


53 »-» 
λέως, τὸν δὲ ἀγαϑὸν εὖ TE καὶ καλῶς πράττειν ἃ ἂν πράττῃ, 


.4 2 ὶ ͵ 
τὸν δ᾽ εὖ πράττοντα μακάριόν τε καὶ εὐδαίμονα εἶναι, τὸν δὲ 


πονηρὸν καὶ κακῶς πράττοντα ἄϑλιον. οὗτος δ᾽ ἂν εἴη ὃ 

ἐναντίως ἔχων τῷ σώφρονι," ὁ ἀκόλαστος, ἡ ὧν σὺ ἐπήνεις. 
LXIN. Ἐγὼ μὲν οὖν ταῦτα οὕτω τίϑεμαι καί φημι ταῦτα 

ἀληϑὴ εἷναι" εἰ δὲ ἔστιν ἀληϑῆ, τὸν βουλόμενον, ὡς ἔοικεν, 


εὐδαίμονα εἶναι σωφροσύνην μὲν -διωκτέον καὶ 


τέον, 


ἀκολασίαν δὲ φευκτέον ὡς ἔχει ποδῶν ἕκαστος ἡμῶν, καὶ 
παρασκευαστέον μάλιστα μὲν μηδὲν δεῖσϑαι τοῦ κολάξεσϑαι, 


ἐὰν δὲ δεηϑῇ ἢ αὐτὸς ἢ ἄλλος τις τῶν οἰκείων, ἢ ἰδιώτης ἢ τ 


πόλις, ἐπιϑετέον δίκην καὶ κολαστέον, εἰ μέλλει εὐδαίμων. 
εἶναι. οὗτος ἔμοιγε δοκεῖ ὁ σκοπὸς εἶναι, πρὸς ὃν βλέποντα 
δεῖ ἑῇν, καὶ πάντα εἰς τοῦτο καὶ τὰ αὑτοῦ συντείνοντα καὶ 
τὰ τῆς πόλεως. ὅπως δικαιοσύνη παρέσται καὶ “σωφροσύνη, 


τῷ μακαρίῳ μέλλοντι ἔσεσθϑαϊ, οὕτω πράττειν, οὐκ ἐπιϑυμίας I 


ἐῶντα ἀκολάστους εἶναι καὶ ταύτας ἐπιχειροῦντα πληροῦν, 
wer) ‚ ra, ö ” NE re ἂν ᾽ 
ἀνήνυτον κακὸν, λῃστοῦ βίον ζῶντα. οὔτε γὰρ ἂν ἀλλῷ av- 


ϑρώπῳ προσφιλὴς ἂν εἴη ὁ τοιοῦτος οὔτε HER" κοινωνεῖν "γὰρ E 


y . ’ ” * 
1. εὖ re καὶ καλῶς πράττειν wird 
in zwiefacher, in transitiver und in- 


transitiver Bedeutung gebraucht und . 


dient so als Uebergang zu dem Syno- 
nymon „glücklich sein“, Darin liegt 
aber keine Erschleichung; denn die- 
ses Sein muss mit jenem Han- 
deln zusammenfallen, weil auch die- 
ses auf einem Sein, dem Wissen be- 
ruht. So erleichtert die Sprache nur 
die Ergänzung des Beweises, 


Car. LXIN. 5. φημι ταῦτα. Die 
Wiederholung des ταῦτα lässt diese 
Grundsätze besonders gewichtig er- 
scheinen. Pr 

[D] 8. ὡς ἔχει ποδῶν ‚der eine 
langsamer, der andere schneller, je- 
der nach Kräften. Vgt. Apol. 39 A. 
χαλεπὸν ϑάνατον ἐκφυγεῖν, ἀλλὰ 
πολὺ αλεπώτερον πονηρίαν" ϑᾶτ- 
τον γὰρ ϑανάτου ϑεῖ. 


11. ἐπιϑετέον δίκην. Sokrates fol- 
gert aus den erwiesenen Sätzen ge- 
rade dieBehauptungen, welchein sei- 
ner Unterredung mit Polos am mei- 


\ 


ten, 


13. συντείνοντα. Das Bild ist vom 
Bogenspannen und Zielen hergenom- 


sten Anstoss bei Kallikles erregt hat- 


men Phaed. 98 D. Dazu hatte schon A 


σκοπός den ersten Schritt ethan. 


Vgl. auch Polit..294 Β, τὸν δὲ γε νό- : 


μὸν ὁρῶμεν σχεδὸν ἐπ᾽ αὐτὸ τοῦτο 


ξυντείνοντα ὥσπερ τινὰ ἄνϑρωπον ᾿ 


αὐϑάδη. 
Epexegese, zu τοῦτο und dadurch 
anch zu οὗτος 6 σκοπός. πράττειν 
tritt für ξῆν (dei) ein. 


[E] 17. ἀνήνυτον κακόν ein Uebel, 
das nie sein Ende erreicht. Das Stre- 
ben, die Begierden zu befried 
wird auch im Phaedon 84 A als Re 
νήνυτον ἔργον bezeichnet und vergli- 
chen mit dem Gewebe der Penelope, 


Der Satz mit Orwog ist 


das alltäglich von neuem ‚begonnen 


wird. λῃστοῦ βίον. Der ἀκόλαστος 


ist dem Prineip nach ein Räuber, aber 


er lebt auch wie dieser ohne ein Ziel 


zu finden, weil die „böse That fort- 
zeugend Böses muss gebären.“ 


£ 
Hr 


TOPTIAZ. 


153 


in ὃ ὅτῳ δὲ μὴ ἔνι κοινωνία; φιλία οὐκ ἂν εἴη. φασὶ δ᾽ 
οἵ. σοφοί, ὦ Καλλίκλεις, καὶ οὐρανὸν καὶ γῆν μαὶ ϑεοὺς καὶ 
᾿ ἀνθρώπους τὴν κοινωνίαν συνέχειν καὶ φιλίαν καὶ κοσμιό- 
ya καὶ σωφροσύνην καὶ ϑικαιότητα, καὶ τὸ ὅλον τοῦτο διὰ 
5 ταῦτα κόσμον καλοῦσιν. ὥ ἑταῖρε. οὐκ ἀκοσμίαν οὐδὲ ἀκο- 
rg σὺ δέ μοι δοκεῖς οὐ προσέχειν τὸν νοῦν τούτοις. καὶ 
σοφὸς ὦν, ἀλλὰ λέληϑέ σε ὅτι ἡ ἰσότης ἡ γεωμετρικὴ 

er ἐν ϑεοὶς καὶ ἐν ἀνθοώποις μέγα δύναται" σὺ δὲ πλεονεξίαν 
οἴει δεῖν ἀσκεῖν γεωμετρίας γὰρ ἀμελεῖς. εἶεν" ἢ ἐξελεγκτέὸς δὴ 
10 οὗτος ὁ λόγος ἡμῖν ἐστίν, ὡς οὐ δικαιοσύνης καὶ σωφροσύνης 
| κτήσει εὐδαίμονες οὗ εὐδαίμονεβ, κακίας δὲ οἱ ἄϑλιοι ἐάϑλιοιξ, 

ἢ εἰοὗτος : ἀληϑής ἐστι. σκεπτέον τί τὰ REEMEREON τὰ πρόσϑεν ; 
᾿ ἐχεῖνα, ὦ Καλλίκλεις, συμβαίνει πάντα, ἐφ᾽ οἷς σύ wengov, εἰ 
 σπουδάξων λέγοιμι, λέγοντα ὅτι κατηγορητέον εἴη καὶ αὑτοῦ 
15 καὶ υἱέος καὶ ἑταίρου, ἐάν τι ἀδικῇ, καὶ τῇ ϑητορικῇ ἐπὶ τοῦτο 
᾿ χρηστέον᾽ καὶ & Πῶλον αἰσχύνῃ ὥου συγχωρεῖν, ἀληϑὴ ἄρα 


- 


1. κοινωνία. Das Prineip der sitt- 
lichen Anschauung weist Sokrates, 
wenn auch nurandeutend, als Grund- 
lage’einer Alles umfassenden W elt- 
anschauung nach. Auch in der Natur 

‚dem Weltall,ist Harmonie der 
Theile unter einander und mit dem 
Ganzen unentbehrlich für ihr Beste- 


_ hen. Der Staat und weiter herab der’ 
sittliche Zustand der Seele soll daher’ 


ein Abbild der allgemeinen Weltord- 
nung werden. 

2. οἵ σοφοί. Vorzugsweise hat 
man an die Pythagoräer zu denken, 
auf deren Anschauung sich Platon 
schon früher berufen hatte. Pytha- 
goras soll auch zuerst der Welt den 

amen κόσμος beigelegt haben. An 
ihn schliesst sich Empedokles 
mit seinem naturwissenschaftlichen 
System an. Nach demselben gab es 
in der Welt zwei wirkende Kräfte, 
Liebe und Hass, φιλότης (στοργή, 
Ageodirn, ἁρμονίη}) und νεῖκος. 
Jene wirkt Verbindung und Gemein- 
schaft, dieser Trennung und Auflö- 
sung. 

[508 A] 4. δικαιότητα ein selte- 
ner Ausdruck für Gerechtigkeit, ge- 


bildet wie κοσμιότης und ἐσότης und 
wol um des Gleichklangs willen mit 
diesen Ausdrücken hier gewählt. 
Aehnlich Prot. 331 Β, ταὐτόν ἐστι 
δικαιότης ὁσιότητι. 


7. ἡ ἰσότης ἡ γεωμετρική. Da 
der Gegensätz hierzu durch mAsovs- 
Ela gebildet wird, braucht man nicht, 
wie Einige thun, an den Unterschied 
zwischen geometrischer und arithme- 
tischer Gleichheit zu denken. Man 
kann darunter mathematische Gleich- 
heit überhaupt verstehen. Die Haupt- 
sache ist in der ἐσότης, dass jedem das 
Gebührende nach einem bestimm- 
ten Masse zu Theil wird und dieses 
Mass festzustellen ist Aufgabe der 
Mathematik. Diese Wissenschaft sieht 
Platon überhaupt als Vorstufe zur Phi- 
losophie an. 


[B] 16. ἃ Πῶλον αἰσχύνῃ κ. τ. 1. 
Sokrates widerlegt damit zugleich den 
Vorwurf, als habe er jene Sätze nur 
verteidigt, um in dem Gespräche den 
Gegner zu Fall zu bringen. Sie er- 
weisem sich jetzt als notwendig ver- 
bunden mit einer sittlichen Lebensan- 
sicht überhaupt. 


508 


B 


154 \ ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


5 Pr > ὼ ; 
α ἤν, τὸ εἶναι τὸ ἀδικεῖν τοῦ ἀδικεῖσϑαι, ὁσῳπερ cioyhv, To- 


σούτῳ κάκιον" καὶ τὸν βέλλοντα ὀρϑῶς ῥητορικὸν ἔσεσθαι 


Ων; ὃ ὃ αὐ Τρ. Υ. 


δίκαιον ἃ ἄρα δεῖ εἶναι καὶ ἐπιστήμονα τῶν δικαΐων. 
᾿γίαν ἔφη Πώῶλος di αἰσχύνην ὁμολογῆσαι. 


LAIV. Τούτων δὲ οὕτως ἐχόντων σχεψώμεϑα, τί nor 5 


ἐστὶν ἃ σὺ ἐμοὶ ὀνειδέξεις, ἄρα καλῶς λέγεται 7 οὔ, ὡς ἄρα 


. ἐγὼ οὐχ οἷός τ᾽ εἰμὶ βοηϑῆσαι οὔτε ἐμαυτῷ οὔτε τῶν φίλων 


οὐδενὶ οὐδὲ τῶν οἰκδέων, οὐδ᾽ ἐκσῶσαι ἐκ τῶν ν μεγίστων κιν- 


D δύνων, εἰμὶ δὲ ἐπὶ τῷ βουλομένῳ ὥσπερ οὗ ἄτιμοι τοῦ ἐϑέ- 


509 


λοῦτος, ἂν τε τύπτειν βούληται, τὸ νεανικὸν δὴ τοῦτο τοῦ. 


σοῦ λόγου, ἐπὶ κόρρης. ἐάν τε χρήματα ἀφαιρεῖσϑαι. ἐάν τὲ 


ἐκβάλλειν ἐκ τῆς πόλεως, ἐάν τε, τὸ ἔσχατον, ἀποκτεῖναι; καὶ 


οὕτω διακεῖσϑαι πάντων δὴ αἴσχιστόν ἐστιν, ὡς ὃ σὸς λόγος. 
ὁ δὲ δὴ ἐμὸς, ὅστις πολλάκις μὲν ἤδη εἴρηται, οὐδὲν δὲ κωλύει 
καὶ ἔτι λέγεσϑαι" οὔ φημι, ὦ Καλλίκλεις, τὸ τύπτεσϑαι ἐπὶ 
κόρρης ἀδίκως αἴσχιστον εἶναι, οὐδέ γε τὸ ᾿πέμνεσϑαι οὔτε 
τὸ σῶμα τὸ ἐμὸν οὔτε τὸ βαλάντιον, ἀλλὰ τὸ τύπτειν καὶ ἐμὲ 
καὶ τὰ ἐμὰ ἀδίκως καὶ τέμνειν καὶ αἴσχιον καὶ κάκιον, καὶ 


» 
ἢ 
# 
.> 
Ἄν 
a 


κλέπτειν ye ἅμα καὶ ἀνδραποδίξεσϑαι καὶ τοιχωρυχεῖν nel 


συλλήβδην ὁτιοῦν ἀδικεῖν καὶ ἐμὲ καὶ τὰ ἐμὰ τῷ ἀδικοῦντι 2 


καὶ κάκιον καὶ αἴσχιον εἶναι ἢ ἢ ἐμοὶ τῷ ἀδικουμένῳ. ταῦτα 


ἡμῖν ἐκεῖ ἐν τοῖς πρόσϑε λόγοις οὕτω φανέντᾶ, ὡς ἐγὼ λέγω, 
κατέχεται καὶ δέδεται, καὶ εἰ ἀγροικότερόν τι εἰπεῖν ἐστι, σι- 


Car. LXIV. [0] 5. Sokrates wen- 
det sich nunmehr der Abwehr eines 
Vorwurfes zu, dass ersichnichtselbst 
zuhelfen wisseund zeigt, worin die 
wahre Selbsthülfe bestehe. Der 
Vorwurf war 486 A, B ausgesprochen. 

6. ὡς οἷός τ᾽ εἰμί. Im Indicativ wird 
die Anklage formuliert vorgetragen. 

[Ὁ] 9. ὥσπερ οἵ ἄτιμοι. S. zu 
486 C. Zu νεανικὸν ‚vgl. zu 482 C. 

14. 6 δὲ δὴ ἐμός (λόγος) ohne Prä- 
dicat, weil dieser Satz ‚durch οὔ φημι 
vertreten wird. 

16. τέμνεσϑαι τὸ σῶμα. Vielleicht 
mit Bezug auf 473 Οἱ gesagt (ἐκτέ- 
uvnraı) wie τὸ βαλάντιον und MaE- 
zreıv auf 4800 (ὑπὸ δὲ τῶν ἐχϑρῶν 
περισυλᾶσϑαι πᾶσαν τὴν οὐσίαν). 


Die βαλάντια waren lederne Beutel 


zur Aufbewahrung des Geldes, die 


man an dem Gürtel befestigte. Die 
βαλαντιοτόμοι waren Leute, die aus 


nn 


dem Abschneiden soleher Beutel anf _ 
dem Markt und in Bädern ein Geschäft = 


machten wie unsere Taschendiebe. 
(regen sie ist es schwersich zu hüten. 
Sokrates weist nachträglich auch auf 
die unsittlichen Consequenzen jenes 
von K. verteidigten Prineipes dadurch 
hin, dass er möglichst verabscheu- 
ungswürdige Arten der ddında an- 
führt. Vgl. hierfür die Ansicht ‘des 
Thrasymachos de Rep. I, 344, 

[509 A] 23. καὶ el ἀγροικότερόν 
τι εἰπεῖν vgl. zu 486C. Warumhier 
καὶ εἰ dort el καί Der Ausdruck 


IE I λέν τας νρον κε θια, 


ον πο TE EEBERENTENE, 


ἘΣ 


β 


4 


TOPTIA2. 


155 


᾿δηροῖς καὶ ἀδαμαντίνοις λόγοις, ὡς γοῦν ἂν δόξειεν οὑτωσί, 
og σὺ εἰ μὴ λύσεις ἢ σοῦ τις νεανικώτερος, οὐχ οἷόν τε ἄλ- 


u . ER. , x Er ͵ Er , ἃ ᾽ \ ς 
Aug λέγοντα ἡ ὡς ἐγὼ νῦν λέγω καλῶς λέγειν" ἐπεὶ ἔμοιγε ὁ 
αὐτὸς λόγος ἐστὶν ἀεί, ὅτι ἐγὼ ταῦτα οὐκ οἶδα ὅπως ἔχει, ὅτι 


ἄλλως λέγων μὴ οὐ κατ 
ταῦτα ο οὕτως ἔχειν" δἰ ὃ 


5 μέντοι ὧν ἐγὼ ἐντετύχηκα, ὥσπερ νῦν. οὐδεὶς οἷός T ἐστὶν 


3 5 
λαστος εἶναι. ἐγὼ μὲν οὐν αὖ τέϑημι 
ne ἔχει καὶ μέγιστον τῶν κακῶν 


ἐστὶν ἡ N ἀδικία τῷ ἀδικοῦντι καὶ ἔτι τούτου μεῖζον μεγίστου 
ὄντος, εἰ οἷόν τε, τὸ ἀδικοῦντα μὴ διδόναι δίκην. τίνα ἂν 
10 βοήϑειαν μὴ δυνάμενος ἄνϑρωπος βοηϑεῖν ἑαυτῷ καταγέλα- 
στος ἂν τῇ ἀληϑείᾳ ein; do οὐ ταύτην. ἥτις ἀποτφέψει τὴν 
μεγίστην ἡμῶν βλάβην; ἀλλὰ πολλὴ ἀνάγκη ταύτην εἶναι 
τὴν αἰσχίστην βοήϑειαν,, μὴ δύνασϑαι βοηϑεῖν μήτε αὑτῷ 
μήτε τοῖς αὑτοῦ φίλοις τε καὶ οἰκείοις, δευτέραν δὲ τὴν τοῦ 
"ὁ δευτέρου κακοῦ καὶ τρίτην τὴν τοῦ τρίτου καὶ τάλλα οὕτως, 
ὡς ἑκάστου κακοῦ μέγεϑος πέφυκεν. οὕτω καὶ κάλλος τοῦ 
δυνατὸν εἶναι ἐφ᾽ ἕκαστα βοηϑεῖν καὶ αἰσχύνη τοῦ μή. ἦρα 
ἄλλως ἢ οὕτως ἔχει, ὦ Καλλίκλεις; 


ist hier bestimmt das Ungewöhnliche 


des treffenden Vergleiches der Gründe 

eisernen und stählernen Banden 

ntschuldigen. Das Bild ist wol 
gewählt; im Gegensatz zu 484 A, wo 
K. die Gesetze und sittlichen Vorschrif- 
ten als Bande bezeichnet hatte, die 
der rechte Mann durchbrechen muss 
(διαρρήξας). 1. ἀδαμάντινος hat 
vor Alexander d. Gr. noch nicht die 
Bedeutung diamanten, sondern be- 
bezeichnet nur die härteste Eisenart. 
— ὡς γοῦν ἂν δόξειεν οὑτωσίν, 


80, weit bis jetzt diese Grundsätze ge- 


prüft sind. Sie können mit neuen 
Gründen angegriffen werden und müs- 
sen sich dann von neuem bewähren. 

8. ὃ αὐτὸς λόγος vgl. ὅ06 . οὐδὲ 
γὰρ ἔγῳγε εἰδὼς λέγω ἃ λέγω. 

6. αὖ im Gegensatz zu den entge- 
genstehenden Meinungen aller Ande- 
ren. Zuerst wird dem Satze Ueber- 
zeugungskraft verliehen, dann wird 


er durch ei δὲ οὕτως ἔχει zur Prä-, 


misse für eine in Form einer Frage 
angebahnteSchlussfolgerung gemacht. 


u 4 


[B] 12. ἀλλὰ. Eigentlich sollte sich 


an das vorhergehende δευτέραν ds 


anschliessen, allein der Gedanke, dass 
mit dem. grossen Schaden zugleich die 
grössteSchande sich verknüpfe, drängt 
sich vor. 13. βοήϑειαν nach αἰσχέ- 
στὴν kann, obwolim folgenden gerade 
die Hülfe selbst als nichtvorhanden be- 
zeichnet wird, doch darum keinen An- 
stoss erregen, weil man sagt βοήϑει- 
αν βοηϑεῖν. Der Substantivbegriff 
ist nunmehr vorgestellt und hat das 
Prädicat im Genus sieh assimiliert. 
Eigentlich sollte es heissen ἀλλὰ 
πολλὴ ἀνάγκη ταύτην τὴν βοή- 
ϑειαν μὴ δύνασϑαι βοηϑεῖν εἶναι 
αἴσχιστον. Diese Assimilation ist 
darum auch gar nicht unlogisch, weil 
das Fehlen dieser Art von βοήϑεια 
keineswegs das Vorhandensein einer 
anderen (hier der Fähigkeit, durch 
rhetorische Kunsigriffe sich vor Strafe 
zu sichern) ausschliesst und gerade 


in dieser Art von βοήϑεια liegt dann 


das Schimpfliche. 
[C] 17. ἐφ᾽ ἕκαστα nämlich κακά, 


B 


510 


& 


156 ITAATQANOE { 


KAA. Οὐκ ἄλλως. ᾿ 
ΟΠ LXV. ZR. Ζυοῖν οὖν ὄντοιν, τοῦ ἀδικεῖν τε καὶ ἀδικεῖ- 
σϑαι, μεῖζον μέν φαμεν κακὸν τὸ ἀδικεῖν, ἔλαττον δὲ τὸ ἀδι- ' 
κεῖσϑαι. τί οὖν ἂν παρασκευασάμενος ἄνϑρωπος βοηϑήσειεν 
αὑτῷ, ὥστε ἀμφοτέρας τὰς ὠφελείας ταύτας ἔχειν, τήν τε δ᾽ 
ἀπὸ τοῦ μὴ ἀδικεῖν καὶ τὴν ἀπὸ τ N ἀδικεῖσϑαι; πότερα 
δύναμιν ἢ βούλησιν; ὧδε δὲ λέγω ke ἐὰν μὴ βούληται 
ἀδικεῖσϑαι, οὐκ ἀδικήσεται, ἢ ἐὰν δύναμιν παρασκευάσηται 
τοῦ μὴ ἀδικεῖσϑαι, οὐκ ἀδικήσεται; ” > | 

KAA. Δῆλον δὴ τοῦτό γε, ὅτι ἐὰν δύναμιν. WEN ,5 

ZR. Τί δὲ δὴ τοῦ ἀδικεῖν; πότερον ἐὰν μὴ βούληται 
ἀδικεῖν, ἱκανὸν τοῦτ᾽ ἐστίν --- οὐ γὰρ ἀδικήσει --- ἢ καὶ ἐπὶ 
τοῦτο δεῖ δύναμέν τινα καὶ τέχνην παρασκευάσασθαι, ὡς, 
ἐὰν μὴ μάϑῃ αὐτὰ καὶ ἀσκήσῃ. ἀδικήσει: ; τί οὐκ αὐτό ) γέ μοι 
τοῦτο ἀπεκρίνω, ὦ Καλλίκλεις, πότερόν σοι δοκοῦμεν ὀρϑῶς! (δ᾽ 


ἀναγκασϑῆναι ὁμολογεῖν ἐν τοῖς ἔμπροσϑεν λόγοις ἐγώ τε καὶ 


Πῶλος ἢ οὔ, ἡνίκα ὁμολογήσαμὲν μηδένα βουλόμενον ἀδικεῖν, 
ἀλλ᾽ ἄκοντας τοὺς ἀδικοῦντας πάντας ἀδικεῖν; 


KAA. Ἔστω σοι τοῦτο, ὦ Σώκρατες. οὕτως, ἵνα καὶ 
“διαπεράνῃς τὸν λόγον. 

DER. Καὶ ἐπὶ τοῦτο ἄρα. ὡς ἔοικε, παρασκευαστέον 
δύναμίν τινα καὶ τέχνην, ὅπως μὴ ἀδικήσομεν. 


1. οὐκ ἄλλως. K. ist wieder ruhi- 
ger geworden und lässtsich daher bei 
der Frage, die sein Interesse erweckt, 
auch wiederins Gespräch herein ziehn. 

Car. LXV. 2. Zu δυοῖν — ὄντοιν 
erg. κακοῖν. 


5. ὥστε ἀμφοτέρας. Als das Beste 
muss Sokrates natürlich voraussetzen, 
dass man sich gegen beide Uebel 
schützen. könne, aber es muss die 


‚Frage entstehn, obbeides zugleich 


stets möglich ist. 


[D] 7. δύναμιν ἢ βούλησιν. Was 
über δύνασϑαι und βούλεσϑαι 466 
D ff. entwickelt war, bleibt gültig, 
wird aber durch das Nachfolgende er- 
gänzt, 

10. δῆλον .δή. K. hofft, 5. werde 
nun seine eigene Ansicht, die ja auf 


᾿ 


Erwerbung einer δύναμις ausgeht, 
stützen, vol. 510B, allein Sokrates 
gibt E durch die Bestimmung der δύ- 
vauıg τοῦ μὴ ἀδικεῖν als einer τέ- 
yvn der Untersuchung eine andere 
Richtung. 

[E] 14. μζϑῃ passt nur Bis νυν: ; 
daher wird ἀσκήσῃ zugefügt, zu 
vauıv passend. Das Wissen muss sich 
im Handeln bewähren und stärken. 
— ri 00% — anenolvo 5. zu 503 B. 

17. βουλόμενον für das gewöhnli- 
che ἑχόντα,. um den Gegensatz zwi- 
schen δύναμις und βούλησις nicht 
zu verwischen; übrigens war dem 
Polos gerade gezeigt worden, dass 
der, welcher Unrecht thut, nur thut, 
was ihm gut-dünkt, nicht was er 
will, da das Wollen stets auf rg 
Gute "geht, 


ἐμῇ 


Ἷ 


[4 


5 ραννεῖν, ἢ τῆς ὑπαρχούσης πολιτείας £ ergigor εἶναι. 
| ΚΑ4.. Ὁρᾷς, ὦ Σώκρατες, ὡς ἐγὼ ἕτοιμός εἰμι ἐπα 
"av τι καλῶς λέγῃς ; τοῦτό μοι δοκεῖς πάνυ καλῶς εἰρηκέναι. 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


ΚΑ4. Πάνυ γε. 


PZ 


157 


a8. Τίς οὖν ποτ᾽ ἐστὶ τέχνη τῆς παρασκευή τοῦ μηδὲν 
. ἀδικεῖσϑαι ἢ ἢ ὡς ὀλίγιστα; σκέψαι εἰ σοὶ δοκεῖ ἥπερ ἐμοί. ἐμοὶ 
Ei γὰρ δοκεῖ ἥδε ἢ αὐτὸν ἄρχειν δεῖν ἐν τῇ πόλει ἢ καὶ τυ- 


_LXVI. 29. Σκόπει δὴ καὶ τόδε ἐάν σοι δοκῶ εὖ λέγειν. 
“φίλος μοι δοκεῖ ἕκαστος ἑκάστῳ εἶναι ὡς οἷόν τε μάλιστα, 
10 ὅνπερ οἵ παλαιοί τε καὶ σοφοὶ λέγουσιν, ὁ ὅμοιος τῷ ὁμοίῳ. 


οὐ καὶ σοί; 
KAA. Ἔμοιγε. 


ZR. Οὐκοῦν ὅπου ᾿ τύραννός ἐστιν ἄρχων ἄγριος καὶ 
ἀπαίδευτος, εἴ τις. τούτου ἐν τῇ πόλει πολὺ βελτίων εἴη, φο- 


KAA. Ἔστι ταῦτα. 


15 βοῖτο δήπου ἂν αὐτὸν ὁ τύραννος καὶ τούτῳ ἐξ ἅπαντος τοῦ 
- 3 » ᾿ ϊ 
᾿νοῦ οὐκ ἂν ποτε δύναιτο φίλος γενέσϑαι; ı 


ZR. Οὐδέ γε εἴ τις πολὺ φαυλότερος εἴη, οὐδ᾽ ἂν οὗτος" 
καταφρονοῖ γὰρ ἂν αὐτοῦ ὁ τύραννος καὶ οὐκ ἄν ποτε ὡς πρὸς 
20 φίλον σπουδάσειεν. 


 KAA. Καὶ ταῦτ᾽ ἀληϑῆ. 


[510 Α] ὅ." ἑταῖρον. Gewöhnlicher 
Ausdruck von der Parteistellung (da- 
her auch  Eraıgeicu) wie Apol. 2LA. 


ὑμῶν τῷ nee ἑταῖρος. 


4 


᾿[Β] 6. ὁρᾷς — ὡς ἕτοιμός εἶμι 
vornehm herablassend, 

Car. LXVI. 9. ἕκαστος ἑκάστῳ be- 
zeichnet keine unbeschränkte Reeci- 
procität, „ Beide sind in unbestimm- 


‚ ter Bedeutung zu fassen, wie ἄλλος 


΄ 


ἄλλω; ihre nähere Bestimmung er- 
halten ‚sie durch ὅμοιος ὁμοίῳ. 


10. ὄνπερ οἵ παλαιοί. Das Sprich- 
wort ist sehr alt. Schon Homer kenut 
es. Od. XVII, 218 ὡς αἰεὶ τὸν ö- 
doiov ἄγει ϑεὸς ὡς τὸν ὁμοῖον. 
Platon macht öfter davon Gebrauch. 
So Protag, 337 Ὁ. τὸ γὰρ ὅμοιον 
τῷ ὁμοίῳ φύσει συγγενές ἐστιν. 


PP 


ER. Δείπεται δὴ ἐκεῖνος μόνος ἄξιος λόγου. φίλος τῶ 


Sympos. 195 B. ὁ γὰρ παλαιὸς λό- 
γος εὖ ἔχει, ὡς ὅμοιον ὁμοίῳ ἀεὶ 
πελάξει, Lys. 214 B τὸ ὁμοίον τῷ 
ὁμοίῳ ἀνάγκῃ ἀεὶ φίλον εἶναι und 
in etwas veränderter Form Phaedr, 
240 Ὁ. ἥλικα τέρπειν τὸν ἥλικα. 


13. οὐκοῦν ὅπου. Der Satz ist wie- 
der anakoluthisch gebaut, ganz ent- 


„sprechend der natürlichen Art der Ge- 


dankenbildung. In δύναιτο ist, wie 
das nachfolgende οὐδέ γε εἴ τις be- 
weist, ὁ βελτίων Subjeet. τούτῳ be- 
zieht sich daher auf den Tyrannen. 


[Ὁ] 22. ἄξιος λόγου φίλος gehört 
zu dem Prädicat λείπεται. ΚΑ πάθια 
können nach der Natur der Sache als 
Freunde des Tyrannen, anch wennsie 
es einmal vorübergehend sein sollten, 
nichtin Betracht kommen, 


E 


158 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 
τοιούτῳ. ὃς ἂν ὁμοήϑης ὦν, ταὐτὰ ψέγων καὶ ἐπαινῶν, ἐθέλῃ, 
ἄρχεσϑαι καὶ ὑποκεῖσθαι τῷ ἄρχοντι. οὗτος μέγὰ ἐν ταύτῃ 
τῇ πόλει δυνήσεται, τοῦτον οὐδεὶς χαίρων mmen οὐχ 
οὕτως ἔχει; | | 
AA. Ναί. Ä \ : δ᾽ 
2. Εἰ ἄρα τις ἐννοήσειεν ἐν ταύτῃ τῇ πόλει τῶν νέων, 
τίνα ἂν τρόπον ἐγὼ μέγα δυναίμην καὶ μηδείς we ἀδικοῖ, ἡ 
αὐτή, ὡς ἔοικεν, αὐτῷ ὁδός ἐστιν, εὐθὺς ἐκ νέου ἐθίξειν αὖ- ὁ 
τὸν τοῖς αὐτοῖς χαίρειν καὶ ἄχϑεσϑαι To δεσπότῃ, καὶ παρὰ- 
σκευάξειν ὅπως ὃ τι μάλιστα ὅμοιος ἔσται ἐκείνῳ. οὐχ, οὗτος: 

KAA. Net. 

ΣΙ. Οὐκοῦν τούτῳ τὸ μὲν μὴ ἀδικεῖσϑαι καὶ μέγα ie: 
σϑαι, ὡς ὃ ὑμέτερος λόγος, ἐν τῇ πόλει ing 

KAA. Πάνυ γε. 

ER. "Ag οὖν καὶ τὸ μὴ ἀδικεῖν; ἢ πολλοῦ δεῖ, εἴπερ 15 
ὅμοιος ἔσται τῷ ἄρχοντι, ὄντι ἀδίκῳ καὶ παρὰ τούτῳ μέγα 
δυνήσεται: ἀλλ οἶμαι ἔγωγε, πᾶν τοὐναντίον οὑτωσὶ ἡ παρα- 
σκευὴ ἔσται αὐτῷ ἐπὶ τὸ οἵῳ τε εἶναι ὡς πλεῖστα ἀδικεῖν καὶ ἢ 
ἀδικοῦντα μὴ διδόναι du ἢ γάρ; ὶ 

KAA. Φαίνεται. 20 

ZR. Οὐκοῦν τὸ μέγιστον αὐτῷ κακὸν ὑλάξξοι μοχ | 
ὄντι τὴν ψυχὴν καὶ λελωβημένῳ διὰ τὴν ah τοῦ δὲ 
του [καὶ δύναμιν]. 


6. ἐν ταύτῃ τῇ ἐνέδει 8. zu 468. 
— εἶ ἄρα τις. Der Fall, welchen 
Sokr. annimmt, dient nicht bloss zur 


l. ταὐτὰ ψέγειν καὶ ἐπαινεῖν wie 
τοῖς αὐτοῖς χαίρειν καὶ ἄχϑεσϑαι 
sind die äusseren Merkmale gleicher, 


freundschaftlicher Gesinnung. _S. zu 


478 A. 


2. ὑποκεῖσϑαι in der sonst nicht 

gewöhnlichen Bedentung untertänig 
sein ist gewählt, um das Entwürdi- 
gende für einen freieu Mann hervor- 
zuheben. Vgl. auch Criton,53 E ὑπ- 
ἐρχόμενος δὴ βιώσει πάντας dv- 
ϑρώπους καὶ δουλεύων. 
[D] 8. χαίρων ἀδικήσει. DasPar- 
ticip. drückt die Folge aus: er wird 
keine Freude daran haben oder es 
wird ihm schlecht bekommen (nicht 
ungestraft). Vgl. Antig, 759 ἀλλ᾽ οὐ, 
τόνδ᾽ Ὄλυμπον, ἴσϑ' ὅτι --- χαίρων 
ἐπὶ ψόγοισι δεννάσεις ἐμέ. 


Belebung der Untersuchung, sondern 
zeigt auch (im Gegensatz zu den Vor- 
würfen 485), welche unwürdigen und 
äusserlichen Ziele der Erziehung zu 
setzen seien, wenn der Besitz der 
Macht im Staate das Haußtziel für 
den Mann werden soll. 


[E] 13. ὁ ὑμέτερος λόγος des Kal- 
likles und Polos. Doch stimmten ih- 
nen darin die Anwesenden bei 472A, 
473 E. 


18, ἐπὶ τὸ οἵῳ τε εἶναι. Diese Con- 
sequenz hatte sich im Gespräch mit 
Polos herausgestellt. 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 159 


v 
ie: RA. οὐκ οἶδ᾽ ὅ ὅπῃ στρέφεις ἑκάστοτε τοὺς λόγους ὃ ἄνω 
καὶ κάτω, ὦ Σώκρατες" ἢ οὐκ οἶσϑα ὅτι οὗτος ὁ μιμούμενος 
τὸν μὴ μιμούμενον ἐκεῖνον ἀποκτενεῖ, ἐὰν αἰπδιδιενν, καὶ 
ἀφαιρήσεται τὰ ὄντα; - 
ΟΣ. Οἶδα, ὦ yore Καλλίέκλεις, εἰ μὴ κωφός γ᾽ εἰμί, καὶ Β 
σοῦ ἀκούων καὶ Πώλου ἄρτι πολλάκις καὶ τῶν ἄλλων ὀλίγου 
πάντων τῶν ἐν τῇ πόλει" ἀλλὰ καὶ σὺ ἐμοῦ ἐ ἄκουε, ὅτι ἀπο- 
ατενεῖ μέν, ἂν Ben ἀλλὰ πονηρὸς ὧν καλὸν κἀγαϑὸν 


δι: 


"θεός Ἢ Οὐκοῦν τοῦτο δὴ καὶ τὸ ἀγανακτητόν: 
᾿ς Σῶ. Οὐ νοῦν γε ἔχοντι, ὡς ὁ λόγος σημαίνει. ἢ οἴει δεῖν 
: =. παρασκευάξεσϑαι ἄνϑρωπον, ὡς πλεῖστον χρόνον Ev, 
καὶ μελετᾷν τὰς τέχνας ταύτας, αἵ ἡμᾶς ἀεὶ ἐκ τῶν κινδύνων 
σώξουσιν, ὥσπερ καὶ ἣν σὺ κελεύεις ἐμὲ μελετᾶν τὴν δητο- C 
5 rg τὴν ἐν τοῖς δικαστηρίοις διασώξουσαν; 


KAA. Ναὶ μὰ Ai ὀρϑῶς γέ σοι συμβουλεύων. 
LXVI. 22. Τί δέ, ὦ βέλτιστε; ἡ καὶ ἡ τοῦ νεῖν ἐπι- 


Heim βεμνή τίς σοι δοκεῖ εἶναι; 
KAA. Μὰ Ai οὐκ ME: 


20° 
900 


u A] 1. ὅπῃ στρέφεις. Die 
Wendung, die das Gespräch genom- 
. men, ist Kallikles wieder tiherwartet 
‚gekommen. Er hält sie für willkürlich 
ht. Das στρέφειν ἄνω κάτω, 
Hin- und Herwenden der Worte 
und Begriffe, sodass ihr Sinn ins Ge- 
Br umschlägt, war ein Hauptstück 
Eristik. Vgl. Euthyd. 270 Ὁ. ὥσπερ 
οἵ ἀγαϑοὶ ὀρχησταὶ διπλὰ ἔστρεφε 
ἐρωτήματα περὶ αὐτοῦ. 


, 3. ἐὰν βούληται: Der Gebrauch 
“des Wortes zeigt, lass die Erörte- 
rung des Sokrates über den Unter- 
schied von βούλεσθαι und δοκεῖν 
vergeblich war. Er selbst lässt ihn 
daher in der Antwort fallen. 


[B] 5. εἰ un κωφός γ᾽ εἰμί ich 
_ müste ja sonst taub sein. Vgl. Prot. 


22. Καὶ μὴν σώξει γε καὶ αὕτη ἐκ ϑανάτου τοὺς ἀν- 
DVG, Ὅταν eis τοιοῦτον ἐμπέσωσιν , οὗ δεῖ ταύτης τῆς 
ng. εἰ δ᾽ αὕτη σοι δοκεῖ σμικρὰ εἶναι, ἐγώ 601 μείζονα 


349 E καλλιστον — εἰ μὴ μαένο- 
μαΐ γξ. 

12. ὡς πλεῖστον χρόνον ξῇν. Die 
Ansicht des Kalfikles beruht auf einer 
Ueberschätzung des Lebens. Dieses 
wird als das höchste'Gut angesehen 
und darum, weil sie das Leben rettet, 
wird der Rhetorik ein =...” zu- 
geschrieben, Sokrates” zeigt, dass 
viele andere Künste Kuch " dieselbe 
Aufgabe .erfüllen, nur auf anderem 
Gebiete und diese müsten dann in 
derselben Weise geschätzt werden. 
In ähnlicher Weise erklärt sich 50- 
krates in der Apol. 38 E ff. 

Car. LXVIL [0] 21. Was unter 
τοιοῦτον zu verstehen, ergibt sich 
aus dem vorausgehenden ἐκ ϑανά- 
του σώζει. Daraus ist ein allgemei- 
nerer Ausdruck, etwa κίνδυνος, zu 
entnehmen, 


ΕΣ 


512 


160 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ταύτης ἐρῶ, τὴν κυβερνητικήν, ἢ οὐ μόνον τὰς ψυχὰς σώξει, 


ἀλλὰ καὶ τὰ σώματα καὶ τὰ χρήματα, ἐκ τῶν ἐσχάτων κινδύ-, 
νῶν, ὥσπερ ἡ ῥητορική" καὶ αὕτη μὲν προσεσταλμένη ἐστὶ 


καὶ κοσμέα, καὶ οὐ σεμνύνεται ἐσχηματισμένη ὡς ὑπερήφανόν ᾿ 
τι διαπραττομένη, ἀλλὰ ταὐτὰ διαπραξαμένη τῇ δικανικῇ, ε΄ 


ἐὰν μὲν ἐξ Αἰγίνης δεῦρο σώσῃ, οἶμαι δυ᾽ ὀβολοὺς ἐπράξατο, Ὁ 


ἐὰν δὲ ἐξ Αἰγύπτου ἢ ἐκ τοῦ Πόντου, ἐὰν πάμπολυ, ταύτης ᾿ 


τῆς μεγάλης εὐεργεσίας, σώσασ᾽ ἃ νῦν δὴ ἔλεγον, καὶ αὐτὸν 


καὶ παῖδας καὶ χρήματα καὶ γυναῖκας, ἀποβιβάσασ᾽ εἰς τὸν 
λιμένα δύο δραχμὰς ἐπράξατο, καὶ αὐτὸς ὁ ἔχων τὴν τέχνην 1 
καὶ ταῦτα διαπραξάμενος ἐκβὰς παρὰ τὴν ϑάλατταν καὶ τὴν 
ναῦν περιπατεῖ ἐν μετρίῳ σχήματι. λογίξεσϑαι γάρ, oluaı, 
ἐπίσταται, ὅτι ἄδηλόν ἐστιν, οὔστινάς τε ὠφέληκε τῶν συμ- 


πλεόντων οὐκ ἐάσας καταποντωϑῆναι καὶ οὔστινας ἔβλαψεν, 


εἰδὼς ὅτι οὐδὲν αὐτοὺς βελτίους ἐξεβίβασεν ἢ οἷοι ἐνέβησαν, 


u \ ’ ” \ ‚ 5 χα = 
οὔτε τὰ σώματα οὔτε τας ψυχὰς. λογίζεται 00V, οτι οὐκ, εὐ 


- 


[Ὁ] 1. τὰς ψυχάς. Den Ausdruck, 
der demLeben und der Seele gemein- 
schaftlich zukommt, braucht S. hier 
scherzhaft im Gegensatz zu σώματα, 
damit kein Gut ausgeschlossen bleibe, 
das nicht die Steuerkunst so gut wie 
die Rhetorik bewahre, 

3. προσεσταλμένη bezeichnet das, 
was sich in den ihm gebührenden 
Schranken erhält, daher anspruchs- 
los: Zu ἐσγηματισμένη vgl. Soph. 
268 A. ὡς dyvosi ταῦτα ἃ πρὸς τοὺς 
ἄλλους ὡς εἰδὼς ἐσχημάτισται und 
Protag. 342 B. ἀλλ᾽ ἐξαρνοῦνται 
καὶ σχηματίζονται ἀμαϑεῖς εἶναι. 

6. δυ᾽ ὀβολούς. Der Obolos hat 
den Wert ein@ Groschens. Die Preise 
waren daher sehr billig, wenn, wie 
das Folgende zeigt, das Fahrgeld aus 
Egypten und dem Pontus (einer oh- 
nehin gefährlichen Fahrt) für eine 
ganze Familie mit Gepäck nur zwei 
Drachmen oder zwölf Groschen betrug. 

[ΕἸ 8. αὐτόν im Gegensatz.zu den 
Gliedern der Familie der Herr dersel- 
ben. ͵ 

11. παρὰ τὴν ϑάλατταν. Der 
Steuermann macht es also nicht, wie 
der Redner, welcher möglichst be- 


% 


lebte Plätze anfsucht, um sich mit 


᾿ 


Ἵ 


is 


seinerKunstzubrüsten. 12. &vuergio 


σχήματι vielleicht im Gegensatz zu 
der Gewohnheit des Gorgias in einem 
Prunkgewande aufzutreten. 
Einl. S. 3. j 

[512 A] 16. λογέξεται ὅτιο 
Prädicat hierzu folgt erst in 


. Das 
τουτῳ 


δὲ βιωτέον und ὀνήσει. Diesem Ge- 
danken ist aber des Contrastes wegen 


nach griechischer Weise in paratakti- 
scher, Form mit εὐ μὲν u. 5. f. ein 


affirmativerGegensatz vorangeschickt. _ 
Die beiden Glieder des Gegensatzes 


werden durch eine hypothetische Pe- 
riode gebildet und weil die Kraft des 


(regensatzes in dem Hauptsatze ruht, 


so nehmen auch diese wevund δέ an, 


wie ihre Vordersätze. Vgl. Apolog. 


28 E. ἐγὼ οὖν δεινὰ ἂν εἴην εἰρ- 


γασμένος, εἰ, ὅτε μέν μὲ οἵ ἄρχον- 
τες ἔταττον, οὐς ὑμεῖς εἴλεσϑε ἀρ-. 


χεξιν μου, τότε μὲν οὗ ἐκεῖνοί ἔτατ- 
τον ἔμενον — τοῦ δὲ ϑεοῦ τάττον- 
τος, ὡς ἐγὼ ὠήϑην τε καὶ ὑπέλα- 
βον, φιλοσοφοῦντα μὲ δεῖν ξῆν — 


ἐνταῦϑα δὲ φοβηϑεὶς ἢ ϑάνατον 
ἢ ἄλλο ὁτιοῦν πρᾶγμα λίποιμι τὴν 


ταξιν. 


S. die 


ee το A RE, 


er ee 


Be 


TOPTIAZ. 


161 


μέν τις μεγάλοις καὶ ἀνιάτοις νοσήμασι κατὰ τὸ σῶμα συνε- 
χόμενος μὴ ἀπεπνίγη, οὗτος μὲν ἄϑλιός ἐστιν ὅτι οὐκ ἀπέ- 
ϑανε, καὶ οὐδὲν ὑπ’ αὐτοῦ ὠφέληται᾽ εἰ δέ τις ἄρα ἐν τῷ τοῦ 
σώματος τιμιωτέρῳ, τῇ ψυχῇ, πολλὰ ἰ νοσήματα ἔχει καὶ ἀνίατα, 


δ τούτῳ δὴ βιωτέον ἐστὶ καὶ τοῦτον ὀνήσει, ἄν τε ἐκ ϑαλάττης 


ἄν τε ἐκ ; δικαστηρίου ἄ ἄν τε ἄλλοϑεν ὁποϑενοῦν σώσῃ, ἀλλ᾽ 
οἶδεν, ὅ ὅτι οὐκ ἄμεινόν ἐστι ξῇν τῷ μοχϑηφῷ᾽ κακῶς γὰρ Β 


ἀνάγκη ἐστὶ ξῆν. 


ΟΠ  LXVII. Διὰ ταῦτα οὐ νόμος FR σεμνύνεσϑαι τὸν κυ- 
Ὁ βερνήτην, καίπερ σώξοντα ἡμᾶς" οὐδέ 7; ὦ ϑαυμάσιε, τὸν 

ανοποιόν, ὃς οὔτε στρατηγοῦ, μὴ ὅτι κυβερνήτου, οὔτε 
ἄλλου οὐδενὸς ἐλάττω. ἐνίοτε δύναται σώξειν᾽ πόλεις γὰρ 
ἔστιν ὅτε ὅλας σώξει. μή σοι δοκεῖ κατὰ τὸν δικανικὸν εἶναι; 
καίτοι εἰ βούλοιτο λέγειν, ὦ Καλλίκλεις, ἅπερ ὑμεῖς, σεμνύ- 
δ νῶν τὸ πρᾶγμα, καταχώσειεν ἂν ὑμᾶς τοῖς λόγοις, λέγων καὶ 
παρακαλῶν΄ ἐπὶ τὸ δεῖν γίγνεσϑαι μηχανοποιούς, ὡς οὐδὲν 
τἀλλά ἐστιν᾽ ἱκανὸς γὰρ αὐτῷ ὁ λόγος. ἀλλὰ σὺ οὐδὲν ἡ ἧττον 
αὐτοῦ καταφρονεῖς καὶ τῆς τέχνης τῆς ἐκείνου, καὶ ὡς ἐν 
ὀνείδει ἀποκαλέσαις ἂν μηχανοποιόν, καὶ τῷ υἱεῖ αὐτοῦ οὔτ᾽ 


ϑλιος ὅτι οὐκ ἀπέϑανΞ. 
Diese Anschauungswar allgemein hel- 
lenisch, Vgl. Criton 47 D. ἐὼν διο- 
λέσωμεν (τὸ σώμα) ἄρα βιωτὸν ἡ; 
μῖν ἔστι διεφϑαρμένου αὐτοῦ; Οὐ- 
ϑαμώς. 

6. ὁποθενοῦν nur das Feld der 
Gefahr ist ein verschiedenes bei die- 
sen Künsten. 


Car. LXVIM. [B] 9. οὐ νόμος 
ἐστί! in der Bedeutung: es ist nicht 
Brauch. 


‚11. μηχανοποιόν. Man hat an den 
Verfertiger grosser Maschinen zu den- 
ken, die:zur Verteidigung von Städten 
verwandt wurden. Dieser rettet da- 
her vielen Menschen zugleich das Le- 
ben, der Rhetor immer nureinzelnen. 

*13. μή σοι δοκεῖ. Die Antwort des 
Kallikles würde lauten wie oben: Μὰ 
Al οὐκ ἔμοιγε. Ueber diese Fra- 
geform vgl. Cron zu Apol. 


Platons ausgew. Dialoge. II. 


25 A.. 


Ὁ ὁ ἂν ν δοῦναι ϑυγὰατέρα ἐθέλοις, οὔτ᾽ ἂν αὐτὸς τῷ σαυτοῦ λαβεῖν 
eivov. καίτοι ἐξ ὧν τὰ σαυτοῦ ἐπαινεῖς, τίνι δικαέῳ 


— κατά τινὰ εἶναι vergleichbar 
sein mit- Jemandem (auf dieselbe 
Stufe gehören). 

16. τὸ πρᾶγμα sein Geschäft. κα- 
ταχώσειεν nicht bloss überschütten, 
sondern zugleich zudecken, so dass sie 
überhaupt unsichtbar werden. Vgl. He- 
rod. I, 68 συνέχωσα. Die Beden- 
tung: verdunkeln Crat. 414 C ὅτι τὰ 
πρῶτα ὀνόματα τεϑέντα κατακέ- 
χώσται ἤδη ὑπὸ τῶν μένων 
τραγῳδεῖν würd. 

[C] 15. λέγων ohne Ohjoätsaktz, 
weil παρακαλῶν, derspeciellere Aus- 
druck, die Construction bestimmt. 

17. ö “λόγος der Stoff zum Reden. 

19. ἀποκαλέσαις wegwerfend 
nennen wieSoph.Ajax 727 τὸντοῦ μα- 
νέντος καἀπιβουλευτοῦ στρατοῦ --- 
ξύναιμον ἀποκαλοῦντες. So auch 
Theaet, 168 D. yagısvrıouov τινὰ 
ἀποκαλῶν. 

21, ἐξ ὧν steht für. ἐκ τούτων ἐξ 


11 


162 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


λόγῳ τοῦ μηχανοποιοῦ καταφρονεῖς καὶ τῶν ἄλλων ὧν νῦν 


δὴ ἔλεγον; old’ ὅτι φαίης ἂν βελτίων εἶναι καὶ ἐκ βελτιόνων. | 
τὸ δὲ βέλτιον εἰ μὴ ἔστιν ὃ ἐγὼ λέγω, ἀλλ᾽ αὐτὸ τοῦτ᾽ ἐστὶν 


ἀρετή, τὸ σώξειν αὑτὸν καὶ τὰ ἑαυτοῦ ὄντα ὁποῖός τις ἔτυχε, 
καταγέλαστός σοι 6 ψόγος γίγνεται καὶ μηχανοποιοῦ καὶ ἐα- Ὁ 
τροῦ καὶ τῶν ἄλλων τεχνῶν, ὅσαι τοῦ σώξειν ἕνεκα emo. 
ται. ἀλλ᾽, ὦ μακάριε, ὅρα μὴ ἄλλο τι τὸ γενναῖον καὶ τὸ ἀγα- 
ϑὸν ἢ τοῦ σώξειν τε καὶ σώξεσϑαι. μὴ γὰρ αὐτὸ μὲν τὸ Ei 
ὁπόσον δὲ χρόνον, τόν γε ὡς ἀληϑῶς ἄνδρα ἐατέον ἐστὶ καὶ οὐ 
Ε φυλοψυχητέον, ἀλλὰ ἐπιτρέψαντα περὶ τούτων τ ϑεῷ καὶπι- 1 
στεύσαντα ταῖς γυναιξὶν, 6 ὅτι τὴν εἱμαρμένην οὐδ᾽ ἂν eigen 


φύγοι, τὸ ἐπὶ τούτῳ σκεπτέον, τέν᾽ ἂν ΜΕΝ τοῦτον ὃν μέλλοι. 


ὧν auf die Gründe hin, aus welchen 
ἣν deine Leistungen lobst, hast du 
“en Recht jenen zu verachten. 

2. βελτίων εἶναι. Sehr fein 
mach Sokrates auf den Widerspruch 
aufmerksam, der darin liegt, dass K. 
die Gleichberechtigung der Menschen 
von Natur vertritt, während er für 
die eigene Person seiner edlen Ab- 
stammung einen hohen Wert beilegt. 
Hochmut liegt aber nicht bloss in dem 
persönlichen Wesen des Κ,, sondern 
auch in seinem Principe begründet. 

4. ὁποῖός τις ἔτυχε sei er gut 
oder schlecht, ohne Rücksicht auf die 
innere, sittliche Qualität des Men- 
schen. 

7. γενναῖον war im Sinn des Kal- 
likles ein Schlagwort vgl, 485 ἢ, E. 
Gerade die Liebe zum Leben muss, 
wo es höhere Ziele gilt, ‘als Zeichen 
einer unedien und kleinlichen Gesin- 
nung angesehen werden, wie es gleich 
nachher heisst καὶ οὔ φιλοψυχητέον. 

8, μὴ γὰρ αὐτὸ μὲν τὸ ξῇν. Zu 
ergänzen ist ἀγαϑὸν n. Begründet 
war dieser Satz schon im vorherge- 
henden Capitel. Dem Urteil über das 
Leben überhaupt tritt füglich die Be- 
merkung über das Verhalten des Men- 
schen zur Länge desselben entgegen. 
Der Hauptgedanke wird aber erst mit 
den Worten τὸ ἐπὶ τούτω σκξπτέον 
eingeleitet. 

[ΕἸ 9. τόν γε ὡς ἀληϑῶς ἄνδρα 


“καλῇ. 


+ ἐκ τ. 


bezieht sich auf die oft von Kallikles ge 
thane Aeusserung zurück, dass di 
ἄνᾳνδρον sei, während gerade darin ᾿ 
die wahre Tapferkeit sich AB Vgl. 
Apol. 38 Eund 39A. BR. 
10. ἐπιτρέψαντα ---τῷ ϑεῶ. Diese: 
gottergebene Gesinnung bewährte Ss 
selbst bei seinem Lebensende. V % 
Apol. 41}. οὐκ ἔστιν ἀνδρὶ ἀγαθῷ 
κακὸν οὐδὲν οὔτε ξῶντι οὔτε τε-. 
λευτήσαντι, οὐδὲ ἀμελεῖτι αι ὑπὸ 
ϑεῶν τὰ τούτου πράγματα" οὔ! ἃ 
τὰ ἐμὰ νῦν ἀπὸ νοῦ αὐτομ του γέ- 
γονεν, ἀλλά μοι, δῆλόν ἐστι τοῦτος 
ὅτι ἤδη͵ τεϑνάναι καὶ ἀπηλλάχϑαι | 
πραγμάτων βέλτιον ἦνμ. 
11, ταῖς γυναιξίν. Die Weiber | 
sind am meisten einer fatalisti- 
schen Auffassung zugänglich. Sie 
trösten sich mit dem Worte, „dass eg 
so kommen sollte“, Diese Ansicht _ 
aber, zeigt Sok., macht in der That 
ein männlicheres Beträgen möglich, 
als die Lebensliebe des Kallikles. Den 
Weibern wird jener (seit Homer. 
Il. VI, 488 μοῖραν δ᾽ οὔ τινά φημι 
πεφυγμένον ἔμμεναι ἀνδρῶν) all 
gemein hellenische Ausspruch (vgl. 
Nägelsbach Nachhomer. Theologie IH, 
3. 8.145) doch gemäss der Ansicht 
des Kallikles zugeteilt. Zur Sache 
vgl. noch Phaedon 115 A οὕτω παν 
μένει τὴν εἰς “Διδου “πορείαν ὡς 
πορευσόμενος, ὅταν ἡ εἵμαρμ 


R # 

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E; 
» 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


163 


χρόνον βιῶναι ὡς ἄριστα βιφη, ἄρα ἐξομοιῶν. αὑτὸν τῇ πολι- 
τείᾳ ταύτῃ ἐν ἡ ἂν οἰκῇ, καὶ νῦν δὲ ἄρα δεῖ σὲ ὡς ὁμοιότατον 
γίγνεσϑαι τῷ ϑήμῳ τῷ τῶν ᾿Αϑηναίων, εἰ μέλλεις. τούτῳ 
προσφιλὴς εἶναι καὶ μέγα δύνασϑαι ἐν τῇ πόλει" τοῦϑ᾽ ὅρα εἰ 
σοὶ λυσιτελεῖ καὶ ἐμοί, ὅπως μή, ὦ δαιμόνιξ, πεισόμεϑα ὅπερ 


φασὶ τὰς τὴν σελήνην καϑαιρούσας, τὰς Θετταλίδας᾽ σὺν τοῖς 


φιλτάτοις ἡ αἵρεσις ἡμῖν ἔσται ταύτης τῆς δυνάμεως τῆς ἐν 
τῇ πόλει. εἰ δέ σοι οἴει ὁ ὁντινοῦν ἀνθρώπων παραδώσειν τέ- 
νην. τινὰ τοιαύτην, ἥτις δε ποιήσει. μέγα δύνασϑαι ἐν τῇ 
wo πόλει. τῇδε ἀνόμοιον ὄντα τῇ πολιτείᾳ εἴτ ἐπὶ τὸ βέλτιον εἴτ᾽ 

ὶ τὸ χεῖρον, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ, οὐκ ὀρϑῶς βουλεύει , ὦ Καλ- 
Anhsız οὐ γὰρ μιμητὴν δεῖ εἶναι ἀλλ᾿ αὐτοφυῶς ὅμοιον τού- 
τοις, εἰ μέλλεις τι γνήσιον ἀπεργαάξεσϑαι εἰς φιλίαν τῷ 4ϑη- 
ναίων δήμῳ καὶ ναὶ μὰ Δία τῷ 5 Πυριλάμπους γὲ πρός. ὅστις οὖν 
τὸ σὲ τούτοις ὁμοιότατον ἀπεργάσεται, οὑτός GE ποιήσει," ὡς ἐπι- 
ϑυμεῖς πολιτικὸς εἶναι πολιτικὸν καὶ δητορικόν' τῷ αὑτῶν 
γὰρ ἤϑει λεγομένων τῶν λόγων ἕκαστοι χαίρουσι, τῷ δὲ ἀλ- 


, 


[513 A] 2. καὶ νῦν δὲ ἄρα leitet 
über zur Änwendüung aufKallikles und 
rhältnis zum  athenischen 


\ 


δ Me A 


6. τὰς ᾿θετταλίδας. Die Thessa- 
en Frauen waren in der Zauberei 
und Giftmischerei sehr bewandert. 
Sie standen — wie dieGeschichte der 
Zauberin Medea zeigt — mit der 
Nachtgöttin Hekate in Verbindung. 
'her schrieb man ihnen die Fähig- 
zu, den Mond vom Himmel ab- 
nehmen zu können. Horat. Epod. V, 
45 quae sidera excantata voce 1 hes- 
sala lunamgque coelo deripit. Dafür 
rächte sich aber die Göttin.  Suidas 
sagt: ἐπὶ σαυτῷ τὴν σελήνην κα- 


ϑαιρεῖς" αἵ τὴν σελήνην καϑαι- 


σαι Θετταλέδες λέγονται τῶν 
Get ὧν καὶ τῶν παίδων (besser 
als ποδῶν) στερίσκεσθαι. εἴρηται 

ἡ τῶν ἑαυτοῖς τὰ κακὰ ἐπισπω- 
μένων ἡ παροιμία. — σὺν τοῖς 
φιλτάτοις mit Verlust des Liebsten; 
das Liebste ist hier die Seele und de- 


. ren ἀρετή. So auch Protag. 314 A 


ὅρα, 10) μακάριε, un περὶ τοῖς φιλ- 
τάτοις κυβεύῃς ı καὶ κινδυνεύῃς. — 
Der Ausdruck αὔρεσις spielt auf das 
καδϑοαιρεῖν an. 


8. ὁντινοῦν dvd. weist auf die 
Versprechungen des Gorgias von der 
Rhetorik zurück. 

[B] 12. μεμητήν. Verstellung ist 
hier nicht möglich; denn unsittliches 
Thun nach Aussen ist bei sSittlicher 
Gesinnung im Innern unmöglich. Da- 
her muss „ene Aehnlichkeit die eigene 
Natur (αὐτοφυώς) ergreifen. 


14. καὶ ναὶ μὰ Ale τῷ Πυριλαμ- 
πους. ὃ. σὰ 481 Ὁ. Hier macht die 
Erwähnung dieses Demos einen ent- 
schieden komischen Effect. 


6] 16. τῷ αὐτῶν γὰρ ἤϑει λεγο- 
μένων. Vgl. Demosth. Ol. III, 19. 
ἀλλ᾽ οἶμαι μέγα τοῖς τοιούτοις ὑπ’ 
ἄρχει λόγοις ἡ “παρ᾽ ἑκάστου βού- 
λησις, διόπερ δᾶστον ἁπάντων ἐ- 
στὶν αὑτὸν ἐ ἀπατῆσαι" .ö γὰρ 
βούλεται, τοῦδ᾽ ὃ ἕκαστος καὶ οἴεται; 
τὰ δὲ πράγματα πολλάκις οὐχ οὔ- 
τώ πέφυκεν. 


1 


513 


Ε 


164 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


λοτρέῳ ἄχϑονται" εἰ μή τι σὺ ἄλλο λέγεις, ὦ φίλη. κεφαλή. 
λέγομέν τι πρὸς ταῦτα, ὦ Καλλίχλεις; | 

LXIX. KAA. Οὐκ old’ ὄντινά μοι τρόπον δοκεῖς εὖ λές, 
γειν, ὦ > Σώκρατες" πέπονϑα δὲ τὸ τῶν πολλῶν πάϑος" οὐ πάνυ. 


σοι πείϑομαι. 


5 


ΣΙ. Ὁ δήμου γὰρ ἔρως, ὦ Καλλίκλεις, ἐνὼν ἐν τῇ ψυχῇ. 
τῇ σῇ ἀντιστατεῖ μοι᾿ ἀλλ᾽ ἐὰν πολλάκις ἴσως καὶ βέλτιον ταὐ- 
τὰ ταῦτα διασκοπώμεϑα, πεισϑήσει. ἀναμνήσϑητι, δ᾽ οὖν, ὅτι 
δύο ἔφαμεν εἶναι τὰς παρασκευὰς ἐπὶ τὸ ἕκαστον ϑεραπεύειν. 
καὶ σῶμα καὶ ψυχήν, μίαν μὲν πρὸς ἡδονὴν ὁμιλεῖν, τὴν ἕτέ- 1 
ραν δὲ πρὸς τὸ βέλτιστον, μὴ καταχαριξόμενον ἀλλὰ Baar ; 
uevov. οὐ ταῦτα ἦν ἃ τότε ὡριξόμεϑα; 


KAA. Πάνυ 7. 


ER. Οὐκοῦν ἡ ἡ μὲν ἑτέρα, ἡ πρὸς ἡδονήν , ἀγεννὴς ii 
οὐδὲν ἄλλο ἢ κολακεία τυγχάνει οὖσα ἦγάρ; > 2 

ΚΑ4. Ἔστω, εἰ βούλει, σοὶ οὕτως.. 

ER. Ἡ δέ ye ἑτέρα, ὃ ὁπῶς ὡς βέλτιστον ἔσται τοῦτο, εἴτε. 
σῶμα τυγχάνει ὃν εἴτε ψυχή, ὃ ϑεραπεύομεν; 


KAA. Πάνυ γε. 


ER. "Ag οὖν οὕτως ἐπιχειρητέον ἡ ἡμῖν ἐστὶ τῇ πόλει με | 


τοῖς πολίταις" ϑεραπεύειν, ὡς βελείσφους αὐτοὺς τοὺς 


ποιοῦντας; ἄνευ γὰρ δὴ τούτου, ὡς ἐν τοῖς ἔμπροσϑεν εὑρί- 
σκομεν, οὐδὲν ὄφελος ἄλλην εὐεργεσίαν οὐδεμίαν ΡΈΕΙ 


1, ὦ φίλη κεφαλή: „trautes 
Haupt“. Pathetische Anrede, der 
homerischen Sprache entlehnt (Il. 
VII, 281 u. s.) Vgl. auch Antig. 1. 
N χοινὸν Ἰσμήνης κάρα. ᾿ 
“ Car. LXIX. 3. DieRededes Sokra- 
tes hat ihre Wirkung bei Kallikles 
nicht verfehlt. Doch befindet er sich 
noch in dem Zustand des Schwan- 
kens zwischen zwei Ueberzeugungen. 
Das nächste Ziel der Sokratischen 
Dialektik ist es, dieses (das &- 
zog&iv) in dem Menschen hervor- 
zurufen. Die feste Ueberzeugung ist 
erst Ziel einer oftmaligen Erörterung 
derselben Frage, wodurch dieselbe 
von verschiedenen Seiten beleuchtet 
und ein Grundsatz allseitig befestigt 
wird. Vgl. Phaedon 89 C über die 


Gründe der μεσολογία. 4. τὸτῶνπολ- 
λῶν πάϑος, dass sie nämlich, wie 
Sokrates eben sagte, nur gern hören, B 
was ihrem Sinne entspricht. _ 'E 

[D] 8. ἀναμνήσϑητι δ᾽ οὖν epa- 
naleptisch nach einem Mingeren Ex- 
curse. 

[E] 16. εἰ ϑόύλει,. wie 514 A εἴ' 
σοι ἥδιον, fügt Kallikles hinzu, um 
sich für seine Person zu reservieren. 

17. ὅπως μή ist abhängig zudenken 
von dem aus ϑεραπεύομεν zu ent- 
lehnenden Prädicatsbegriff, 

21. ϑεραπεύειν Epexegese zu οὔτι 
τως. Die Objecte zu ἐπεχειρητέον, 
(πόλει und πολέταις) gehören dem 
Sinne nach zu ϑεραπεύεινς nach 
dessen Subjett richtet sich ποιοῦν 
τας, obwol ἡμῖν vorangelh u: 


15 15 μὲν εὑρίσκομεν σκοπούμενοι διδασκάλους τε ἡμῶν ἀγαϑοὺς 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


165 


ἐὰν un καλὴ κἀγαϑὴ ἡ διάνοια ἢ τῶν usAkovrov, n. χφήματα 
πολλὰ λαμβάνειν ἢ ἢ ἀρχήν τινων ἢ ἄλλην ΩΝ ἡντινοῦν. 


 ϑῶμεν οὕτως ἔχειν : 


KAA. Πάνυ γε, εἴ σοι ἥδιον. 

ΟἼΣΩ. Εἰ οὖν παρεκαλοῦμεν ἀλλήλους. ὦ Καλλίκλεις, δη- 
Τ μας πράξοντες τῶν πολιτικῶν πραγμάτων ἐπὶ τὰ οἰκοδο- 
μικά, ἢ τειχῶν ἢ νεωρίων ἢ ἱερῶν ἐπὶ τὰ μέγιστα οἰκοδομή- 
ματα, πότερον ἔδει ἂν ἡμᾶς σκέψασϑαι ἡμᾶς αὐτοὺς καὶ ἐξε- 
τάσαι, πρῶτον μὲν εἰ ἐπιστάμεϑα τὴν τέχνην. ἢ οὐκ ἐπιστά- 


KAA. Πάνυ γε. 


τὸ μεϑα. τὴν οἰκοδομικήν, καὶ παρὰ τοῦ ἐμάϑομεν; ἔδει ἃ ἂν ἢ οὔ; 


3 a , 
ZN. Οὐκοῦν δεύτερον av τόδε, εἴ τι πώποτε οἰκοδό- 


une φκοδομήκαμεν ἰδίᾳ ἢ τῶν φίλων τινὶ ἢ ἡμέτερον αὐ-. 


514 


τῶν. καὶ τοῦτο τὸ οἰχκόδόμημα καλὸν ἢ αἰσχρόν ἐστι καὶ εἰ C 


καὶ ἐλλογέμους γεγονότας καὶ οἰκοδομήματα πολλὰ μὲν κἂὶ 


‚nahe μετὰ τῶν διδασκάλων φὠκοδομημένα ἡμῖν, πολλὰ δὲ καὶ 


διὰ ἡμῶν, ἐπειδὴ τῶν διδασκάλων ἀπηλλάγημεν. οὕτω μὲν 


[514 ΑἹ 1. ἐὰν un erläutert das 


ad 
ἄνευ δὴ τούτου. — διάνοια ist die 


innere Thätigkeit der Seele an sich; 
AR auch oft für Seele schlechthin 
räuchlich. Von seiner eigenen Le 
bensthätigkeit erklärt Sokrates Apol, 
. 30.A οὐδὲν γὰρ ἄλλο πράττων ἐγώ 
περιέρχομαι ἢ πείϑων (ὑμᾶς) un- 
‚TE σωμάτων ἐπιμελεῖσϑαι μήτε χρη- 
“μάτων πρότερον μηδὲ ὦ οὕτω σφόδρα 
ὡς τῆς φυχῆς Omas ὡς. ἀρίστη ἔ- 
σται, λέγων ὅτι οὐκ ἐκ χρημάτών 
ἀρετὴ γίγνεται, ἀλλ᾽ ἐξ ἁ ἀρετῆς χρή- 
ματακαὶ τἄλλα ἀγαϑὰ τοῖς ἀνθρώ- 
ποις ἅπαντα καὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσίᾳ. 
5. εἰ οὖν παρεκαλοῦμεν. Durch 
einige Analogieen sucht Sokrates zu 
zeigen, dass die staatsmännische 
Thätigkeit verschiedene Vorstufen 
voraussetzt und dass der angehende 
Staatsmann einer Prüfung in Bezug 
auf seine Bildung und vorausgehende 
Leistungen sollte unterzogen werden 
im Gegensatz zur Praxis des atheni- 
schen Staates, Vgl. Prot. 319 Ὁ, &meı- 
δὰν δέτι περὶ τῆς πόλεως διοικήσε- 


τς ὡς δέῃ βουλεύσασϑαι, συμβουλεύει 


:- 
5 


αὐτοῖς ἀνιστάμενος, περὶ τούτων ὁ- 
μοέως μὲν τέκτων, ὁμοίως δὲ χαλ- 
κεῦς, σκυτοτόμος, ἔμπορος, ναύκλη- 
ρος, πλούσιος πένης. γενναῖος ayev- 
uns καὶ τούτοις οὐδεὶς ἐπιπλήττει 
ὅτι οὐδαμόὄϑεν μαϑών, οὐδὲ ὄντος 
διδασκάλου οὐδενὸς αὐτῷ, ἔπειτα 
συμβουλεύειν ἐπιχειρεῖ. 

τὰ μέγιστα οἰκοδομήματα. 
Die grössten Bauunternehmungen sind 
die δημόσια ἔργα, da Privathäuser 
in Athen selten grossartig angelegt 
waren. Für den Vergleich mit Kal- 
likles Aufforderung an Sokrates ist 
μέγιστα sehr nötig. Vgl. 484 C. 
γνώσει δὲ ἂν ἐπὶ τὰ μείζω ἔλϑης. 
8. ἔδει ἄν. Wasist als Gegenteil der 
Wirklichkeit hinzuzudenken? 

[B] 12. δεύτερον αὖ τόδε ergänze 
ἔδει ἂν ἐξετάσαι. Der Erlernung 
folgt die Uebung in allmählig auf- 
steigender Stufenfolge vom Leichte- 
ren zum Schwereren. 

[6] 17. μετὰ τῶν dıdaoa. Die erste 
Uebung wirdunter Leitung der Leh- 
rer stattfinden. Gegensatz διὰ ἡμῶν 
selbständig.‘ 


166 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


διακειμένων νοῦν ἐχόντων ἦν ἂν ἰέναι ἐπὶ τὰ δημόσια ἔργα 
εἰ δὲ μήτε διδάσκαλον εἴχομεν ἡμῶν αὐτῶν ἐπιδεῖξαι οἰκοδο- 
μήματά τε ἢ μηδὲν ἢ πολλὰ καὶ μηδενὸς ἄξια, οὕτω δὲ 
ἀνόητον nv δήπου ἐπιχειρεῖν τοῖς δημοσίοις ἔργοις καὶ παρα- 
καλεῖν ἀλλήλους ἐπ᾽ αὐτά. οὐρα ταῦτα ὀρϑῶς Mo 5 
ἢ οὔ: | ) 
KAA. Πάνυ γε. ᾿ “μὰ τ να 
LXX. 22. Οὐκοῦν οὕτω πάντα, τά τὸ ἄλλαι κἂν τὼ Fa 4: 
χειρήσαντες δημοσιεύειν παρεκαλοῦμεν ἀλλήλους ὡς ἱκανοὶ 
ἰατροὶ ὄντες, ἐπεσκεψάμεϑα δήπου ἂν ἐγώ re σὲ καὶ σὺ ἐμέ, 1 
φέρε πρὸς ϑεῶν, αὐτὸς δὲ ὁ Σωκράτης πῶς ἔχει τὸ σῶμα πρὸς 
ὑγίειαν; ἢ ἤδη τις ἄλλος διὰ Σωκράτην ἀπηλλάγη νόσου, ἢ 
δοῦλος ἢ ἐλεύϑερος ; κἂν ἐγώ, οἶμαι, περὶ σοῦ ἕτερα τοιαῦτα 
; ἐσκόπουν" καὶ εἰ μὴ εὑρίσκομεν δι’ ἡμᾶς μηδένα βελτέω γε- 
γονότα τὸ σώμα, μήτε τῶν ξένων μήτε τῶν ἀστῶν, μήτε ἄν- I 
δα μήτε γυναῖκα, πρὸς Auog, ὦ Καλλίκλεις, οὐ καταγέλαστον 
ἂν ἣν τῇ ἀληϑείαᾳ, [εἰς τοσοῦτον ἀνοίας ἐλϑεῖν ἀνθρώπους, 
ὥστε] πρὶν ἰδιωτεύοντας πολλὰ μὲν ὅπως ἐτύχομεν ποιῆσαι, 
πολλὰ δὲ κατορϑῶσαι καὶ γυμνάσασϑαι ἱκανῶς τὴν τέχνην, 
τὸ λεγόμενον δὴ τοῦτο ἐν τῷ πίϑῳ τὴν καραμεαα a 2 


3. οὕτω δέ ist für δὴ Törsneäbeneg 
da δήπου folgt und es ohnehin Ge- 
brauch ist innerhalb zweier hypothe- 
tischer Perioden, die in gegensätzli- 
chem Verhältnis stehen, die protasis 
und apodosis der ersten mit μέν, der 
zweiten mit δέ auszustatten, 

Car. LXX. [Ὁ] 8. τάτε ἄλλα κἄν 
bildet den Uebergang von den blossen 
Anälogieen zu dem Hauptgegenstand 
der Untersuchnng. 

9: δημοσιεύειν. Der Ausdruck 
geht allgemein anf den Staatsdienst; 
von Aerzten kommen die in Betracht, 
welche von einem Staate in Lohn ge- 
nommen werden. Vgl. zu 455 B. 
Polit. 259 A. εἰ τῷ τις τῶν δημο- 
σιευόντων ἰατρῶν ξυμβουλεύειν 
ἰδιωτεύων αὐτός. 

12. n δοῦλος. Der Sklave kommt 
insofern in Betracht, als junge Aerzte 
an ihnen vorzugsweise ihre Proben 
machten. Die Praxis bei Sklaven ist da- 
her als Vorstufe zu der unter freien 


Leutenanzusehn. 515 A soll ἃ 
hervorgehoben werden, dass 


ei 


der ethischen Praxis auf die Person 
und ihre Stellung im Leben nicht an- 
komme, Platon lässt den Sokratesrhe- 
torische Fülle auch nicht verschmä- 


hen, wo, sie dem Gedauken ‚dient. 


a a 


17. [ἀνϑιρώπους tritt fürnweg ein, 


um durch die Allgemeinheit des Aus- 
drucks (dass Menschen überhanpt so 
weit kommen können) das Unvernünf- 
tige des Benehmens stärker hervor- 


zuheben. Doch ist der eingeklammerte | 


Satz sehr verdächtig]. 
18. ὅπως ἐτύχομεν bildet den Gegen- 
satz zu κατορϑῶσαι. Vieles wird auf 


ungewissen Erfolg probiert; aber Vie- 


les muss auch glücken. 
20. ἐν τῷ πέϑῳ τὴν κεραμείαν. 
Das Sprichwort bedeutet: 


mit dem 


Grossen anfangen statt mit dem Klei- 
nen. Vgl. Laches 187 A. εὐ γὰρ νῦν 
πρῶτον ἄρξεσϑε. παιδεύειν, σκο- 


πεῖν χρὴ μὴ οὐκ ἐν τῷ Καρὶ ὑμῖν. Ἢ 


- 


Tr 


TOPTIA2Z. 167 


μανϑάνειν, καὶ αὐτούς TE δημοσιεύειν ἐπιχειρεῖν καὶ ἄλλους 
τοιούτους παρακαλεὶν ; οὐκ ἀνόητόν συι δοκεῖ ἂν εἶναν οὕτω 
πράττειν; - ὶ 
 KAA. "Euoıye. 
5 Σῶ. Nov δέ. ὦ βέλτιστε ἀνδρῶν, ἐπειδὴ σὺ μὲν αὐτὸς 
ἄρτι ἄρχει πράττειν τὰ τῆς πόλεως πράγματα, ἐμὲ δὲ παρα- 
καλεῖς καὶ ὀνειδίζεις ὅτι οὐ πράττω, οὐκ ἐπισκεψόμεϑα ἀλλή- 
λους, φέρε, Καλλικλῆς ἤδη τινὰ βελτίω πεποίηκε, τῶν πολι- 
τῶν; ἔστιν ὅστις πρότερον πονηρὸς ὦν, ἄδεκός τεκαὶ ἀκόλαστος 
καὶ ἄ ἄφρων, διὰ Καλλικλέα καλός τὲ κἀγαϑὸς γέγονεν, ἢ ) ξένος 
ἢ ἀστός, ἢ δοῦλος ἢ ἐλεύϑερος; λέγε μοι, ἐάν τίς σε ταῦτα 
ἐξετάξῃ, ὦ Καλλίκλεις, τί ἐρεῖς; τένα φήσεις βελτέω πεποιη- 
κέναι ἄνϑρωπον τῇ συνουσίᾳ τῇ σῇ; ὀκνεῖς ἀποκρίνασϑαι, 
᾿ εἴπερ ἔστι τι ἔργον σὸν ἔτι ἰδιωτεύοντος, πρὶν δημοσιξύειν 
᾿ zz x 
"KAA. Φιλόνεικος el, ὦ ΎΜΝΟΙ 
LXXI. Z2. 444 οὐ φιλονεικίᾳ γε ἐρωτῶ, ἀλλ᾽ ὡς ΝΑ 
ϑῶς βουλόμενος εἰδέναι, ὄντινά ποτε τρόπον οἴει δεῖν πολι- 
τεύεσϑαι ἐν ἡμῖν. ἢ ἄλλου του ἄρα ἐπιμελήσει ἡμῖν ἐλθὼν ἢ 
20 ἐπὶ τὰ τῆς πόλεως πράγματα, ἢ ὅπως ὅ τι βέλτιστοι οἵ πολῖ- 
ται ὦμεν: ἢ οὐ πολλάκις ἤδη ὡμολογήκαμεν" τοῦτο δεῖν πράτ- 
τειν τὸν πολιτικὸν ἄνδρα: ὡμολογήκαμεν ἢ οὔ: ἀποκρίνου. 
ὡμολογήκαμεν" ἐγὼ ὑπὲρ σοῦ ἀποκρινοῦμαι. εἰ τούνυν τοῦτο 


91 


ὁ κένδυνος κινδυνεύηται;, ἐλλ᾽ ἐν 
τοῖς υἱέσι τε καὶ ἐν τοῖς τῶν φίλων 
παισὶ καὶ ἀτεχνῶς τὸ λεγόμενον 
κατὰ τὴν παροιμίαν ὑμῖν συμβαί- 
νῃ ἐνπέϑῳ ἡ κεραμ εέα γιγνο- 
uevn. Ziemlich gleichbedeutend war 
4976 τὰ μεγάλα, μεμύησαι πρὶν τὰ 
σμικρά. Den Athenern lagein Sprich- 
wort von der Töpferkunst nahe, weil 
diese dort in grosser Blüte stand (Ke- 
ραμεικός) 
[515 ri ὅ. ὦ βέλτιστε ἀνδρῶν 
“auch pathetische Anrede. Es folgt die 
eigentliche demonstratio. _ Zur Sache 
vgl. Apol. 36 Ὁ, ἐπιχειρῶν E ἕκαστον 
ὑμῶν πείϑειν μὴ πρότερον μήτε 
τῶν ἑαυτοῦ μηδενὸς ἐπ πιμελεῖσϑαι, 
vr ὁ ἑαυτοῦ ἐπιμεληϑείη, ὅ ὅπως ὡς 
βέλτιστος καὶ φρονιμώτατος ἔσοι- 


το, μήτε τῶν τῆς πόλεως, πρὶν αὖ- 
τῆς τῆς πόλεως. 

[Β] 14. εἴπερ im Anschluss an «- 
ποκρίνασϑαι ob überhaupt; d.h. du 
zögerst also schon mit einer Antwort 
auf die noch so allgemein gehaltene 
Frage. Ὁ 

16. Zu φιλόνεικος vgl. zu 457D. 


Car. LXXI. 17. ἀλλ ὡς ἀληϑώς, 
weil die φιλονευκέα τιν ἄθη Schein 
des Strebens nach Wissen zeigt. 


[C] 4. ὑπὲρ σοῦ πῃ deinem Na- 
men. Vgl. Protag. 317 E. περὶ ὧν 
μνείαν ἐποιοῦ πρὸς ἐμὲ ὑπὲρ τοῦ 
νεανίσκου. --- Jetzt erst kann Sokra- 
tes auf eineKritik der früheren Staats- 
männer eingehen, nachdem der Mass- 
stab des Urteils festgestellt ἰδέ, Der 


108 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


δεῖ τὸν ἀγαϑὸν ἄνδρα παρασκευάξεὶν τῇ ἑαυτοῦ πόλει . νῦν 
wor ἀναμνησϑεὶς εἰπὲ περὶ ἐκείνων τῶν ἀνδρῶν ὧν ὀλίγῳ 


πρότερον ἔλεγες, εἰ ἔτι σοι δοκοῦσιν ἀγαϑοὶ πολῖται γεγονέναι; 
Περικλῆς καὶ Κίμων καὶ Μιλτιάδης καὶ SERIE 


KAA. Ἔμοιγε. 


ER. Οὐκοῦν “εἴπερ ἀγαϑοί, δῆλον ὅ οτι ἕκαστος. αὐτῶν, e; 
βελτίους ἐποίει τοὺς πολίτας ἀντὶ χειρόνων. ἐποίει ἢ ᾿Α οὔ; Hr 


KAA. Ἐποίει. 


ER. Οὐκοῦν ὅτε Περικλῆς ἤρχετο λέγειν ἐν τῷ er 1 | 
χείρους ἦσαν ol ’Admvaloı ἢ ὅτε τὰ τελευταῖα ἔλεγεν; | | 


KAA. Ἴσως. 


ΟΣ. Οὐκ ἴσως δή, ὦ βέλτιστε, ἀλλ᾽ ἀνάγκη ἐκ τῶν ei 3 | 
λογημένων. εἴπερ ἀγαϑός γ᾽ ἦν ἐκεῖνος πολίτης. ͵ 


KAA. Τί οὖν δή; 


ER. Οὐδέν" ἀλλὰ τόδε μοι εἰπὲ ἐπὶ τούτῳ, εἰ Ἀὐγϑνναὶ 
᾿4ϑηναῖοι διὰ II ἐρικλέα βελτίους γεγονέναι, ἢ πᾶν τοὐναντίον ἢ 
διαφϑαρῆναι ὑπὶ ἐκείνου. ταυτὶ γὰρ ἔγωγε ἀκούω, Mlsgınlda 
πεποιηκέναι ᾿4ϑηναίους ἀργοὺς καὶ δειλοὺς καὶ λάλους καὶ Ἡ 
φιλαργύρους. εἰς μισϑοφορίαν πρῶτον καταστήσαντα. ; 
KAA. Τῶν τὰ ὦτα κατεαγότων ἀκούεις weg ὦ Σώ- 


χρατες. 


nächste Beweis ist ein indireeter, in- 
dem vorausgesetzt wird, die Genann- 
ten seien gute Staatsmänner und dar- 
aus die Folge gezogen wird. 

[D] 3. πολῖται hat die Beden- 
tung von Staatsmann gleich πολιτευ- 
σάμενοι. 

12. ἀνάγκη. Da Perikles als guter 
Staatsmann die Aufgabe, sie besser ge- 
macht zu haben, erfüllt haben muss. 

[ΕἸ 14. τί οὖν δή; erg. διαφέρει. 
Vgl. zu 453 B. 

18. ὠργοὺς x. τ. A. Der Vorwurf 
. sich — mit Recht — darauf, 

ass Perikles die Athener für alle 
Leistungen an den Staat besoldete 
und damit die eigentliche Bürgertu- 
gend vernichtete. Es gab einen wı- 
σϑὸς στρατιωτικός, δικαστικός, € ἐκ- 
κλησιαστικός und ϑεωρικός. Von 
diesem Solde konnten die athen. Bür- 
ger wenigstens kümmerlich leben anf 
Kosten des Staates und wurden da- 


we 


durch in der That faul. ἐμοὺς feige 
wurden sie, indemsiebalddemKriegs- 
dienst sich entzogen und die Kriege 
durch Söldnerheere hren liessen. 
— λάλους. An die Thätigkeit im 
wirklichen Dienste des Staates knü- 
pfte sich sehr bald die Sucht an, im 
öffentlichen Leben Unterhaltung zu. 
suchen. Die Neugierde fand da vor- Ὁ 
zugsweise durch Klatschereien und 
Geschwätze über Alles Nahrung. — 
φιλαργύρους. Die Bereitwilligkeit 
zu Opfern für den Staat erlosch, 4 
weil man von ihm nur empfangen, 
nicht ihm geben wollte. Ganz so 3 
schildert die Athener noch Demosth. 
ΟΙ: III; 33 und 35. I, 12. Phil. 1,° 
10 βούλεσϑε περιιόντες αὐτῶν 
πυνϑάνεσϑαι".,λέἐγεταέτι καινόν;“. 
XIX, 288 hat Dem. dafür den Aus- 
druck ὠτασκοῦντες, τί τὰ τῶν Ag 
κάδων x. τ. λ., 

20. τῶν τὰ ὦτα κατεαγότων. In 


wa 


ie Asian 


τς 


ΓΟΡΓΊΑΣ, 


169 


: ΠΝ 
2ER. Alla τάδε οὐκέτι ἀκούω, ἀλλὰ οἶδα σαφῶς καὶ ἐγὼ 
καὶ σύ, ὅτι τὸ μὲν πρῶτον ηὐδοκίμει Περικλῆς καὶ οὐδεμίαν 
αἰσχρὰν δέκην κατεψηφίσαντο αὐτοῦ ᾿᾿ϑηναῖοι, ἡνίκα nelgovs 
ἦσαν" ἐπειδὴ δὲ καλοὶ καγαϑοὶ ἐγεγόνεσαν ὑπ᾽ αὐτοῦ, ἐπὶ 
5 τελευτῇ τοῦ βίου τοῦ Περικλέους, κλοπὴν αὐτοῦ κατεψηφίές- 
σαντο, ὀλίγου δὲ καὶ ϑανάτου ἐτίμησαν, δῆλον ὅτι ὡς πονη- 


ροῦ ὄντος. 
LXXI. 
Bee 


3 5 
KAA. Τίώοὐν; τούτου ἕνεκα _ nv Πε- 


ἼΣΩ. Ὄνων γοῦν av ἐπιμελητὴς καὶ ἵππων καὶ βοῶν 
τοιοῦτος ὧν κακὸς ἂν ἐδόκει εἶναι, εἰ παραλαβὼν μὴ λακτίέ- 
ζοντας [ἑαυτὸν] μηδὲ κυρίττοντας μηδὲ δάκνοντας ἀπέδειξε 
᾿ ταῦτα ἅπαντα ποιοῦντας dr ἀγριότητα. ἢ οὐ δοκεῖ σου κακὸς 
εἶναι ἐπιμελητὴς ὁστισοῦν ὁτουοῦν ξώου, ὃς ἂν παρα- 


“ 


Athen gab es eine Partei, welche der 
Demokratie feindlich in Lakedämon 
das Vorbild eines tüchtigen Staates 
sah und von dort allesHeil erwartete, 
die Lakonisten oder Lakomanen. Sie 


. glaubten im Aeussern die lakoni- 
‚sche Strenge nachahmen zu müssen, 


daher trugen sie Schnurrbärte, kurze 
Mäntel und dgl. und trieben dieGym- 
nastik sehr eifrig. Ja zur Abhärtung 
des Leibes übten sie auch den Faust- 
kampf, der in Sparta verboten war. 
Sie wurden natürlich Zielscheibe des 
Spottes. So nannte man sie nach 
den mit dem Kampfriemen zerschla- 
Bsnen Ohren. ‚Vgl. Protag. RE νῦν 
μα ἀποκρυψά ενον ἐκεῖνο ἐξηπα- 
κασι, τοὺς v ταῖς, πόλεσι λακω- 
ovrag καὶ οἵ μὲν ὦτα κατάγνυν- 
αἰδῇ μιμούμενοι αὐτοὺς καὶ ἱμάν- 
τας περιξιλέττονται nal φιλογυ- 
μναστοῦσι καὶ βραχείας ἀναβολὰς 
φοροῦσιν ὡς δὴ τούτοις κρατοῦν- 
τας τῶν Ἑλλήνων τοὺς Aunedaıuo- 
νέους. Mit jenem Ausspruch beschul- 
digt daher Kallikles den S. der Par- 
teileidenschaft, aber mit Unrecht. 


4. ἐπειδὴ δὲ καλοὶ κἀγαϑοί mit 
bitterer deonie. Waren sie wirklich 
gut, dann müste wol auch ihr Urteil 
über Perikles seine Berechtigung ha- 

ῷ 


ben, war das Urteil ungerecht, so hat 
Perikles sie schlecht gemacht. 


[516 A] 5. κλοπὴν αὐτοῦ κατεψ. 
Im zweiten Jahre des Peloponnesi- 
schen Krieges, als Perikles von einem 
Streifzug nach der spartan. Küste zu- 
rückkehrte, brach in Folge der Ver- 
wüstung des Landes durch die Spar- 
taner und der Verheerung der Pest in 
Athen der Unwille des Volkes gegen 
ihn los und zog ihm eineAnklage zu, 
in Folge deren er, um Geld, wie viel 
ist ungewiss, gestraft wurde. Thucyd. 
II, 56, 59, 65. Dass der vorgebliche 
Grund der Verurteilung Unterschla- 
gung öffentlicher Gelder gewesen sei, 
ist nur aus dieser Stelle Platons zu 
schliessen. 


Car. LXXII. 11. εἰ παραλαβών x. 
τ. A. ist Epexegese zu τοιοῦτος ὦν. 
παραλαμβάνειν bezeichnet nament- 
lich zur Erziehung annehmen. Die 
Ausdrücke λακτέξοντας κυρίττον- 
τας und δάκνοντας haben im Ver- 
hältnis zu den genannten Thier- 


- klassen eine Umstellung erfahren, da 


κυρ. sich auf βοῶν bezieht. 

12. ἀπέδειξε zuetwas machen, in- 
sofern dieses ein darstellen ist. So 
unter C auch ἀπέφηνεν. Anders: &» 
ποδεικνύναι τινὰ στραζηγόν. 


170 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 

λαβὼν ἡμερώτερα ἀποδείξῃ EEE ῇ Rn δοκεῖ 
ηοῦυ; 

KAA. Πάνυ γε, ἵνα σοι χαφίσωμαι. 

ER. Καὶ τόδε τοίνυν μοι χάρισαι ἀποκρινάμενος" πότε- 
ρον καὶ ὃ ἄνϑρωπος ἕν τῶν ξώων ἐστὶν ἢ οὔ; 5 

KAA. Πῶς γὰρ οὔ; 

ER. Οὐκοῦν ἀνθρώπων Περικλῆς PRIOR 

KAA. Ναί. 

ER. Τίοὖν; οὐκ ἔδει αὐτούς, ὡς ἄρτι Pe 
δικαιοτέρους γεγονέναι ἀντὶ ἀδικωτέρων ὑ ὑπ᾿ ἐχείνου Vi F 

( ἐκεῖνος ἐπεμελεῖτο αὐτῶν πρὸ ρῶν ὧν τὰ πολιτικά; # 

KAA. Πάνυ γε. 

ER. Οὐκοῦν οἵ γε δίκαιοι ἥμεροι, ὡς ἔφη Ὅμηρος σὺ δὲ. 
τί φής; οὐχ οὕτως; ὁ 

KAA. Ναί. 

ER. ᾿Δλλὰ μὴν ἀγριωτέρους pe αὐτοὺς ἀπέφηνεν ἢ 7 οἵους. 
παρέλαβε, καὶ ταῦτ᾽ εἰς αὑτόν. ὃν ἥκιστ᾽ ἂν ἐβούλετο. 

KAA. Βούλει σοι ὁμολογήσω; 

ER. Εἰ δοκῶ γέ σοι ἀληϑῆ λέγειν. 


u 


KAA. Ἔστω δὴ ταῦτα. x » 
ZR. Οὐκοῦν. εἴπερ ἀγριωτέρους, a TE καὶ 
χείρους ; ὶ 
KAA. Ἔστω. : 
ER. Οὐκ ἄρ᾽ ἀγαϑὸς τὰ πολιτικὰ Περικλῆς ἦν ἐκ τού- 
του τοῦ λόγου. | ’ | 


KAA. Οὐ σύ γε φῇς. 
ER. Μὰ Al’ οὐδέ γε σὺ ἐξ ὧν SnoAöyeıg. πάλιν δὲ λέγε, 


- 


Kein Vers Homers 


[Β] 4. καὶ τόδε μου χάρισαι iro- 
nisch. Ebenso gut wie Kallikles das 
vorhergehende selbstverständliche 
‚ Zugeständnis nur aus Gefälligkeit ge- 
macht haben will, ebenso gut muss 
auch das Zugeständnis, dass der 
Mensch ein ξώον sei, nur’seiner Ge- 
fälligkeit zu danken sein. [Vielleicht 
ist yagısi zu lesen, wozu auch das 
part. aor. ἀποκρινάμενος besser pas- 
sen würde]. 

[C] 13,0% γε δίκαιοι ἥμδροι, ὡς 


ἔφη Ὅμηρος.. 
spricht dies directaus; aber dem Sinne 
nach sagt dasselbe Od. VI, 120. ΙΧ, 


175 ἢ 90. οἵ γ᾽ ὑβρισταί τε καὶ ἅ- 


ygıoı οὐδὲ δίκαιοι. Hier kommt es 


aber auch vorzugsweise auf die Aus E 


schliessung des Begriffes δέκαιοι von 
ἄγριοι : an. 

17. ὃν ἥκιστ᾽ ἂν ἐβούλετο. Val. 
Apol. 25D ἔστιν οὖν neo 


ὑπὸ τῶν ξυνόντων' βλάπτεσϑαι μᾶλ- 


λον ἢ ὠφελεῖσϑαι. ὡς 


Fr 


Fr 
fi 


ΓΟΡΓΤΊΑΣ. 


171 


μοι περὶ Κίμωνορ" οὐκ ἐξωστράκισαν αὐτὸν οὗτοι οὗς ἐϑε- 
ράπευεν, ἵνα αὐτοῦ δέκα ἐτῶν μὴ ἀκούσειαν τῆς φωνῆς; καὶ 
“Θεμιστοκλέα ταὐτὰ ταῦτα ἐποίησαν καὶ φυγῇ πρὸς ἐζημίωσαν; 
Μιλτιάδην δὲ τὸν ἐν Μαραϑῶνι εἰς τὸ βάφαϑφον. ἐμβαλεῖν 
5 ἐψηφέσαντο, καὶ εἰ μὴ διὰ τὸν πρύτανιν, ἐνέπεσεν ἄν ; καίτοι 
οὗτοι, εἰ ἦσαν ἄνδρες ἀγαϑοί, ὡς σὺ φῇς. οὐκ ἄν ποτε ταῦτα 
ἔπασχον. οὔκουν οἵ γε ἀγαϑοὶ ἡνίοχοι κατ᾽ ἀρχὰς μὲν οὐκ ἐκ- 
πίπτουσιν ἐκ τῶν ξευγῶν, ἐπειδὰν δὲ ϑεραπεύσωσι τοὺς ἵπ- 


3 3 , 2 e , 3» f} 
πους καὶ αὐτοὶ ἀμείνους γένωνται ἡνίοχοι, τὸν ἐκπίπτουσιν' 


9 οὐκ ἔστι ταῦτ᾽ οὔτ᾽ ἐν ἡνιοχείᾳ οὔτ᾽ ἐν ἄλλῳ ἔργῳ οὐδενί" ἢ 


τα σου: 
ΚΑΛΆ. Οὐκ ἔμοιγϑξ. 


΄ 


ἜΣΣΩ. ᾿4ληϑεῖς ὦ ἄρα, ὡς ἔοικεν, οἷ ἔμπροσϑεν λόγοι ἦσαν, 
ὅτι οὐδένα ἡ ημεῖς ἴσ σμὲν ἄνδρα ἀγαϑὸν. γεγονότα τὰ πολιτικὰ 
5 ἂν Εν τῇ πόλει. σὺ δὲ ὡμολόγεις τῶν γε νῦν οὐδένα, τῶν 


[m] 1. ἐξωστράκισαν αὐτόν. Ki- 
mon war ein Anhänger des lacedämo- 
nischen Bündnisses und hatte auch 
die Unterstützung Spartas im dritten 
 messenischen Kriege durchgesetzt. 
Da aber die Athener von Ithome mit 
Hohn von den Spartanern zurückge- 
schickt wurden, so gelang es seinem 
Gegner Perikles im Jahre 461 seine 
Exostrakisation durchzusetzen. Thuc. 
1, 102, Plut, Cim. 17. Corn. Nep: Ci- 
mou 3. Die Verbannung durch Ostra- 
kismos dauerte gesetzlich 10 Jahre. 
Kimon ward bereits 457, auchauf Pe- 

es Antrag, zurückberufen. Da der 

ekumis eigentlich keine Strafe 

1, 80 hebt Sokrates mit den Worten 

vo αὐτοῦ δέκα ἐτῶν un ἀκού- 

tv ausdrücklich das Moment her- 

, das darin gegen Kimons Wirk- 
samkeit spricht. : 


8. Themistokles war im Jahre 
471 exostrakisiert worden und hatte 
sich nach Argos begeben. Aber durch 
die Spartaner der Theilnahme an dem 


Verrate des Pausanias oder des un- 


Be ängeklagt, wurde erabwesend 
mit der Verbannung bestraft. 
Daran ἕως "ὦ sich zugleich die Con- 


ah te ΔῊΝ 
* Be “ΧὩ 
ur 


ie 


En 


fiseation seines bedeutenden Vermö- 
gens. 


[E] 4. Μιλτιάδην τὸν ἐν Μαρα- 
ἁῶνι. Das Attribut ist charakteri- 
stisch. Die Marathonsieger wur- 
den von der Nachwelt ungemein ge- 
feiert. Miltiades ward in Folge des 
verunglückten Unternehmens gegen 
Paros auf den Antrag des Xanthippos 
der ἀπάτησις τοῦ δήμου schuldig 
erklärt uud zuletzt zu 50 Talenten 
vernrteilt. Wie aus unserer Stelle er- 
sichtlich ist, war dievom Gesetze vor- 
geschriebene Strafe der Tod und zwar 
durch Sturz in den Abgrund unfern 
des Peiräens. Auf Antrag des vor- 
sitzenden Prytanen ward er vom Volke 
zu jener Geldstrafe begnadigt. 


5. εἰ un διά d. i. wenn nicht des- 
sen Vermittlung eingetreten wäre. 


7. οὔκουν οἵ γε ἀγαϑοὶ ἡνίοχοι. 
Die Form des Satzes stellt das Wider- 
sprechende, das der Ansicht des Kal- 
likles zu Grunde liegt, in möglichst 
starkem Contraste dar. Der Vergleich 


517 


des Staatslenkers mit dem Wagen- . 


lenker ist so gebräuchlich, dass das 
Bildenicht braucht als solches bemerk- 
bar gemaeht zu werden. 


172 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


μέντοι ἔμπροσϑεν, καὶ προείλου τούτους τοὺς ἄνδρας" οὗτοι 
δὲ ἀνεφάνησαν. ἐξ ἴσου τοῖς νῦν ὄντες, ὥστε, εἰ οὗτοι φή- 
τορεβ ἦσαν, οὔτε τῇ ἀληϑινῇ ῥητορικῇ ἐχρῶντο --- οὐ γὰρ. 
ἂν ἐξέπεσον --- οὔτε τῇ κολακικῇ. 


LAK. 


KAA. "Alla μέντοι πολλοῦ γε δεῖ, ὦ Σώκρα-: ἣν 


τες, μή ποτέ τις τῶν νῦν ἔργα τοιαῦτα a ἐπδῶ οἷα τούτων. 


ὃς βούλει εἴργασται. 


»χ' 


ZR. Ὦ δαιμόνιε, οὐδ᾽ ἐγὼ ψέγω τούτους ὥς γὲ διακό-᾿ 
νους εἶναι πόλεως, ἀλλὰ μοι δοκοῦσι τῶν γε νῦν διακονικώ- 
τεροι γεγονέναι καὶ μᾶλλον οἷοί τε ἐκπορίξειν τῇ πόλει ὧὦν 1 
ἐπεϑύμει" ἀλλὰ γὰρ μεταβιβάξειν τὰς ἐπιϑυμίας καὶ μὴ ἐπι- Ὁ 
τρέπειν, πείϑοντες καὶ βιαζόμενοι ἐπὶ τοῦτο, ὅϑεν ἔμελλον. 
ἀμείνους ἔσεσϑαι οἱ πολῖται, ὡς ἔπος εἰπεῖν οὐδὲν τούτων 
διέφερον ἐκεῖνοι" ὅπερ μόνον ἔργον ἐστὶν ἀγαϑοῦ πολέτου. 
ναῦς δὲ καὶ τείχη καὶ νεώρια καὶ ἄλλα πολλὰ τοιαῦτα καὶ ἐγώ 1 
σοι ὁμολογῶ δεινοτέρους εἶναι ἐκείνους τούτων ἐκπορίζειν. Ὁ 
πρᾶγμα οὖν γελοῖον ποιοῦμεν ἐγώ τε καὶ σὺ ἐν τοῖς λόγοις" 
ἐν παντὶ γὰρ τῷ χρόνῳ, ὃν διαλεγόμεϑα, οὐδὲν παυόμεϑα eis. 
τὸ αὐτὸ ἀεὶ περιφερόμενοι καὶ ἀγνοοῦντες ἀλλήλων ὅ τι λέ- 
γομεν. ἐγὼ οὖν σε πολλάκις οἶμαι ὡμολογηκέναι καὶ ἐγνωκχέ- 1 


[517 ΑἹ 1. προξέλου du wähltest 
aus einer grossen Zahl diese als Mu- 
ster aus. 

3. οὐ γὰρ ἂν ἐξέπεσον, ergänze 
τῆς ἀρχῆς mit offenbarer Rückbezie- 
hung auf den Vergleich mit dem Wa- 


genlenker. e 
Cap. LXXIM. 5. πολλοῦ γε dei 
— μή more. Die gewöhnliche Con- 


struction von zz. ©. ist die des In- 
finitiv. Hier vertritt diese Redensart 
ein negiertes verb. timendi (οὐ δεινόν 
es ist nicht zu erwarten, dass). So 
wird ein Urteil über eine vergan- 
gene Thatsache als unmöglich be- 
zeichnet. 

[B] 8. ὥς γε διακόνους εἶναι. in- 
sofern sie Diener des Staates waren. 
Die Unterscheidung zwischen dienen- 
den und herschenden Künsten, die 
. hierdurch angebahnt wird, ruht, wie 
sich gleich zeigt, auch auf dem Cap. 
XIX f. Erörterten. Sie führt diesesaber 
weiter und erläutert es. 


11, μεταβιβάξειν (eine andere 
Richtung geben 5. zu 498 A) ist ab- 
hängig von διέφερον. Aehnlich ist 
die ‚Stelle Protag. 328 A. ἀλλὰ κἂν. 
εἰ oAlyov ἔστι τις ὅστις διαφέρει, 
ἡμῶν προβιβάσαι εἰς ἀρετὴν ἄγον . 
πητόν. 


12. ἐπὶ τοῦτο schliesst sich ac 
Sinne nach an μεταβιβάξειν an; da- 
her ist daraus das allgemeine Sub- 
stantiv zu entnehmen, welches durch 
den Relativsatz οϑὲν κ. τ. A. be- 
stimmt wird. 15. ναῦς x. τ. A. vgl. 
455 E. ᾿ i 


[C] 19. περεφερομενοι εἰς ταὐτό 
entspricht dem deutschen: sich im 
Kreiseherumdrehen, aber nicht 
aufein und demselben Punkte, sondern 
einen’Cirkel beschreiben, so dassman 


‚wieder nach dem Anfangspunkt zu- 


rückkommt. Vgl. de Rep. V, 456 B 
ἥκομεν εἰς τὰ x πρότερα περιφερό- 
wevor. P 


ΑΒ 


ἣν ΕΣ . 
Fa: DO 


er 


“ 


8 ΓΟΡΤΊΑΣ. 


178 


ναι; ὡς ἄρα διττὴ αὕτη τις n πραγματεία, ἔστι καὶ περὶ τὸ σῶ- D 
μα καὶ περὶ τὴν ψυχήν, καὶ ἡ μὲν ἑτέρα διακονίκή ἐστιν, ἡ 
δυνατὸν εἶναι ἐκπορίζειν, ἐὰν μὲν πεινῇ. τὰ σώματα ἡμῶν, 
σιτία, ἐὰν δὲ διψῇ, ποτά, ἐὰν δὲ ῥιγῷ, ἱμάτια, στρώματα, 
5 ὑποδήματα, ἄλλ᾽ ὧν ἔρχεται σώματα εἰς ἐπιϑυμίων" καὶ ἔξε- 
πίτηδές. σοι διὰ τῶν αὐτῶν εἰκόνων λέγω, ἵνα ῥᾷον καταμά- 
ϑῃς. τούτων γὰρ ποριστικὸν εἶναι ἢ κάπηλον ( ὄντα n ἢ ἔμπορον 
ἢ. δημιουργόν του αὐτῶν τούτων, σιτοποιὸν ἢ ὀψοποιὸν ἢ 
ὑφάντην ἢ σκυτοτόμον ἢ σκυτοδεψό ν, οὐδὲν ϑαυμαστόν ἐστιν 
Ὁ ὄντα τοιοῦτον δόξαι καὶ αὑτῷ καὶ τοῖς ἄλλοις ϑεραπευτὴν 
εἶναι σώματος, παντὶ τῷ μὴ εἰδότι, ὅτι ἔστι τις παρὰ ταύτας 
ἁπάσας τέχνη γυμναστική τε καὶ ἰατρική, ἢ δὴ τῷ ὄντι ἐστὶ 
σώματος ϑεραπεία, ἥνπερ καὶ προσήκει τούτων ἄρχειν πα- 
σῶν τῶν τεχνῶν καὶ χρῆσϑαι τοῖς τούτων ἔργοις διὰ τὸ εἰδέ- 


ἰδ var, ὅ τι τὸ χρηστὸν καὶ πονηρὸν τῶν σιτίων ἢ ποτῶν ἐστιν 


εἰς ἀρετὴν σώματος, τὰς δ᾽ ἄλλας πάσας ταύτας ἀγνοεῖν διὸ 
δὴ καὶ ταύτας μὲν δουλοπρεπεῖς τε καὶ διακονικὰς καὶ ἀνε- 
λευϑέρους εἶναι περὶ σώματος πραγματείαν, τὰς ἄλλας τέχνας, 
τὴν δὲ γυμναστικὴν καὶ ἰατρικὴν κατὰ τὸ δίκαιον δεσποίνας 
" elvaı τούτων. ταὐτὰ οὖν ταῦτα ὅτι ἔστι καὶ περὶ ψυχήν, τοτὲ 
μέν μοι δοκεῖς μανϑάνειν ὅτι λέγω, καὶ ὁμολογεῖς ὡς εἰδὼς 


[D] 2. ἡ μὲν ἑτέρα. Der Gegen- 
satz folgt erst in anderer Form 518 A 
in δεσποίνας εἶναι τούτων. 


5. ὧν ἔρχεται --- εἰς ἐπιϑυμίαν. 
Die Umschreibung für ἐπιϑυμεῖ ist 
am Platz, weil die Begierden allmäh- 
lig sich entwickeln, wachsen und zahl- 
reicher werden. — καὶ ,ἐξεπίτηδές 
σοι διὰ τῶν αὐτῶν εἰκόνων A. vgl. 
Phaedo 95E. καὶ ἐξεπίτηδες πολλά- 
κις ἀναλαμβάνω di ἕνα μή τι διαφύ- ° 
γῇ ἡμᾶς. εἰ 

7. κάπηλος. ist der Kleinhändler, 
Krämer, eigentlich der mit Landes- 
producten handelt, ἔμπορος eigent- 
lich der Importeur, daher Grosshänd- 
ler. δημιουργός hier der, rz 
aus Rohstoffen Dinge für die Bedürf- 
nisse des Leibes verfertigt. Dies sind 
die drei Arten des ποριστιπὸν εἶναι. 
Von ϑαυμαστόν ἔστι an wirdder Satz 


- 


anakoluthisch, indem an die Stelle 
des obigenInfinitivs, der in dem par- 
tic. ὄντα τοιοῦτον aufgenommen 
wird, ein anderer, δόξαε, tritt. Was 
Sokrätes erläutern will, ist, dass Je- 
mand, der für die Bedürfnisse des 
Leibes sorgt, ohne etwas von Gym- 
nastik und Heilkunde zu verstehen, 
leicht aufden Gedanken kommen kann, 
= er der wahre Pfleger des Leibes 


ie] 10. τοῖς ἄλλοις wird durch 
παντὶ τῷ μὴ εἰδότι erklärt. Zu me- 
ρὰ ταύτας ἁπάσας erg. πραγμα- 
τείας oder παρασπευας. 

[518. Al 17. δουλοπρεπεῖς wie 
ähnliche Ausdrücke mit Bezug auf die 
Behauptungen des Kallikles. Die At- 
tribute der Rhetorik und Philosophie 
werden geradezu umgetauscht. 

18. τὰς ἄλλας τέχνας Künste nach 
dem gewöhnlichen Sprachgebrauch. 


518 ' 


ν 


174 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


“ 


ὅ τι ἐγὼ λέγω" ἥκεις δὲ ὀλίγον ὕστερον λέγων, ὅτι ἄνϑρωποι 
καλοὶ κἀγαϑοὶ γεγόνασι πολῖται ἐν τῇ πόλει, καὶ ἐπειδὰν ἐγὼ 
ἐρωτῶ οἵτενερ, δοκεῖς μοι ὁμοιοτάτους προτείνεσϑαι ἀνϑρώ- 
πους περὶ τὰ πολιτικά, ὥσπερ ἂν εἰ περὶ τὰ γυμναστικὰ ἐμοῦ | 
ἐρωτῶντος, οἵτινες ἀγαϑοὶ γεγόνασιν ἡ εἰσὶ σωμάτων ϑερα-. ᾿ | 
πευταί, ἔλεγές. μοι πάνυ σπουδάξων, Θεαρίων ὁ ἀρτοκόπος 
καὶ Μίϑαικος ὃ τὴν ὀψοποιέαν συγγεγραφὼς τὴν Σικελικὴν 
καὶ Σάραμβος ὁ κάπηλος, ὅ ὅτι οὗτοι ϑαυμάσιοι γεγόνασι σω- 
μάτων ϑεραπευταί, ὃ ὁ μὲν ἄρτους en Ber πάαρςος 


ὁ δὲ ὄψον, ὁ δὲ οἶνον. 


LXXIV. Ἴσως ἂν οὖν ἠγανάκτεις, el σοι PR ἐγὼ ὅτι, 


ἄνϑρωπε, ἐπαΐεις οὐδὲν περὶ γυμναστικῆρ᾽ διακόνους μοι λέ- 
γεις καὶ ἐπιϑυμιῶν παρασκευαστὰς ἀνθρώπους, οὐκ ἐπαΐον- 


τας καλὸν κἀγαϑὸν οὐ 


75 


ἐμπλήσαντες καὶ παχύναντες͵ τὰ σώματα τῶν ἀνθρώπων, | 
ἐπαινούμενοι ὑ ὑπ᾽ ᾿αὐτῶν,προσαπολοῦσιν αὐτῶν καὶ τὰς ἀρχαίας, 
σάρκας᾽ οὗ δ᾽ αὖ δι᾽ ἀπειρίαν οὐ τοὺς ἑστιῶντας αἰτιάσονται. 
τῶν νόσων αἰτίους εἶναι καὶ τῆς ἀποβολῆς τῶν ἀρχαίων σαρ- 


6. Thearion, Mithaikos und Saram- 
bos waren damals berühmte Speise- 
künstler. Sie werden auch sonst er- 
wähnt. Mithaikos stammte aus Siei- 
lien, wo die Kochkunst namentlich in 
dem reichen und üppigen Syrakus 
schon früh eine feine Ausbildung er- 
langt hatte. Seine δι rift führte den 
Namen ὀψαρτυτικά. Der ἀρτοκόπος 
ist zugleich Kuchenbäcker. Der aus 
Weizenmehl gefertigte ἄρτος war 
eine Festspeise. Vgl. Ath. IV, 14 
Σόλων δὲ τοῖς ἐν πρυτανείῳ σιτου- 
μένοις μᾶξαν παρέχειν κελεύει ἄρ- 
τον δὲ ταῖς ἑορταῖς προσπαρατι- 
ἡἁγέναι. 

Car, LXXIV. [6] 11. Ἴσως ἂν οὖν 
ἠγανάκτεις wie Kallikles wirklich 
that, da Sokrates ihm nachwies, dass 
er von der Politik nichts verstehe. S. 
geht ı nun dazu über, zu zeigen, dass 
jene Befriedigung der Begierden ei- 
nes Staates ohne sittliche Grundlage 
wol eine äussere Glanzperiode des 
Staates herbeiführen und den Staats- 
männern einen grossen Namen ver- 


ἀγνοῶ 


ἃ 


schaffen könne, dass aber der$turz die- 


ses Staates unvermeidlich; ist undge- 
radein jenem äusseren Scheinwachs- 


thum die Schuld seiner Krankheit zu 


suchen ist. 
18. 


274 


vs 3 ΤῊΣ 
παρασκευασταὰς ἀνϑρώ- 


πους. Letzteres ist verächtlich zuge- 


fügt. 


14 ἂν οὕτω τὐχωσῖὶν wenn es sich 


so trifft, aber möglicherweise folgt Ν 


gleich die Krankheit. 


[D] 16. προσαπολοῦσι. τὰς de 
Ein anderes Bild für 


χαίας σάρκας. 


Bei Φ κ 


dieselbe" ‚Sache hat Dem. 0]. 1, 1 
ὥσπερ ol δανειξόμενοι ῥᾳδίως, ἐπὶ 


τοῖς μεγάλοις Tor 
ρήσαντες χρόνον 
ἀρχαίων ἀπέστησαν. Auch zu dem 
Folgenden &44’ ol ἂν αὐτοῖς τύχω- 
συν vgl. Dem. Ol, I, 16 ἐγὼ, δὲ οὐκ 
ἐν, ὦ, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι,, 
wr οτι πολλάκις ὑμεῖς. οὐ τοὺς 
ἰτίους ἀλλὰ τοὺς ὑστάτους πε: 
ἡ τῶν πραγμάτων ἐπόντας 
ἕν ὀρ γ ποιξῖσϑ 


κατὰ γνώμην ἐκβῇ. 


Ἂ 


u μικρὸν εὐπο- 
τερον καὶ τῶν 


vu μὴ 


re, Ta NE ἐλ, er 


“ὧι 


a 


ι 


ν περὶ αὐτῶν, οἵ, ἂν οὕτω τύχωσιν, ἣ | 


r} 


“ _TOPTIAZ. 175 


κῶν, ἀλλ᾽ οἵ ἂν αὐτοῖς τύχωσι τότε παρόντες καὶ συμβου- 
Asvovres τι, ὅταν δὴ αὐτοῖς ἥκῃ ἡ τότε πλησμονὴ νόσον φέ- 
ρουσα συχνῷ ὕστερον χρόνῳ, ἅτε ἄνευ τοῦ ὑγιεινοῦ γεγονυῖα, 
τούτους αἰτιάσονται καὶ ψέξουσι καὶ κακόν τι ποιήσουσιν, 
5 ἂν οἷοί τ᾽ ὦσι. τοὺς δὲ προτέρους ἐκείνους καὶ αἰτίους τῶν 
χαχῶν ἐγκωμιάσουσι. καὶ σὺ νῦν, ὦ Καλλίκλεις, ὁμοιότατον 
τούτῳ ἐργάξει' ἐγκωμιάξεις ἀνθρώπους, οὗ τούτους εἵστιάκα- 
σιν εὐωχοῦντες | ὧν ἐπεϑύμουν, καί φασι μεγάλην τὴν πόλιν 
πεποιηκέναι αὐτούς ὅτι δὲ οἰδεῖ καὶ ὕπουλός ἐστι δι᾽ 
Ὁ ἐκείνους τοὺς παλαιούς, οὐκ αἰσϑάνονται. ἄνευ γὰρ σωφρο- 
σύνης καὶ δικαιοσύνης λιμένων καὶ νεωρίων καὶ τειχῶν καὶ 
φόρων καὶ τοιούτων φλυαριῶν ἐμπεπλήκασι τὴν πόλιν" ὅταν 
οὖν ἔλϑῃ ἡ καταβολὴ αὕτη, τῆς ἀσϑενείας, τοὺς τότε παρόν- 

τας αἰτιάσονται συμβούλους, Θεμισ κλέα δὲ καὶ Κίμωνα 
5 καὶ Περικλέα ἐγκωμιάσουσι , τοὺς Ὥς τῶν κακῶν σοῦ 
δὲ ἴσως ἐπιλήψονται, ἐὰν μὴ εὐλαβῇ, καὶ τοῦ ἐμοῦ ἑταίρου 
᾿Αλκιβιάδου, ὅταν καὶ τὰ ἀρχαῖα προσαπολλύωσι πρὸς οἷς 
ἐχτήσαντο, οὐκ αἰτίων ὄντων τῶν κακῶν ἀλλ᾽ ἴσως συναιτίων. 
καίτοι ἔγωγε ἀνόητον πρᾶγμα καὶ νῦν ὁρῶ γιγνόμενον καὶ 
Ὁ ἀχούω τῶν παλαιῶν ἀνδρῶν πέρι. αἰσϑάνομαι γάρ, ὅταν ἡ 


519 


2. ἥκῃ φέρουσα anschaulich; sie 
kommt an, die Krankheit mit sich 
schleppend. 


‚[E] 7. οἱ τούτους nämlich die. 


Äthener, Mit καί φασι wechselt das 
. Subject, Der Satz geht in demonstra- 
tive orm über., — αὐτούς entspricht 
dem οἵ. 


9% οἰδεῖ und ὕπουλος Krankhei- 

die im Gegensatz stehen; erste- 
res bezeichnet die äusserlich durch 
ungesunde Anschwellung hervortre- 
‚tende Aufgedunsenheit, die eine Zeit 
lang selbst den Scheiu der Gesund- 
heiterwecken kann, letzteres dienicht 
wahrnehmbare i innere Verderbnis der 


[519 A] 12. φόρων die Zölle und 


Abgaben, welche die Athener von 


anderen Staaten erhoben und nur 

im eigenen eresse verwandten. καὶ 
ριῶν. Vgl.Dem, ΘΙ. 

111,29. "αἱ τέαν εἰπεῖν τις ἔχοι; τὰς 


ἐπάλξεις ; ἃς κονιῶμεν καὶ ἡ τὰς 
ὁδοὺς ἃς ἐπισκευάξομεν, καὶ κρή- 
νας καὶ λήρους; 

σοῦ ἐπιλήψονται sie werden dich 
fassen, um dieh zur, Strafe zu ziehen. 
16. καὶ τοῦ ἐμοῦ ἑταίρου Alnıpıd- 
δου. Ueber ἀδ5Ὺ εὐ]! {π|5 dieser Pro- 
phezeiung des Sokrates zur Zeit, in 
welcher der Dialog stattfindet, s. die 
Einl. S. 19 unter 5. Für αἷς Leser 
des Dialogs dient die Geschichte des 
Alkibiades als bestätigendes Beispiel 
für ‚die allgemeine Behauptung des 
Sokrates. 

[B] 19. καέτοι ἔγωγε. Hiermit geht 
Sokrates zu dem Beweise über, dass 
eine Verurteilung der*Staatsmänner, 


' Undank, den. ‚sie ernten, nur als Fol- 


ge ihrer eigenen Thätigkeit und ‚Be- 
weis für ihre Untüchtigkeit anzu- 
sehen sei. ὁρῶ — ἀκούω. So- 
krates legt Wert darauf, hervorzuhe- 
ben, "dass in der Vergangenheit und 
Gegenwart sich dasselbe wiederholt, 


176 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ , 


πόλις τινὰ τῶν πολιτικῶν ἀνδρῶν μεταχειρίζηται ὡς ἀδικοῦν- 
τα, ἀγανακτούντων. καὶ σχετλιαξόντων ὡς δεινὰ πάσχουσι" 
πολλὰ καὶ ἀγαϑὰ τὴν πόλιν πεποιηκότες ἄρα ἀδίκως vn αὐ 
τῆς ἀπόλλυνται, ὡς ὃ τούτων λόγος" τὸ δὲ ὅλον ψεῦδός ἔστι. | 


ep) 


προστάτης γὰρ πόλεως οὐδ᾽ ἂν εἷς ποτε ἀδίκως ἀπόλοιτο ὑπ ' 


αὐτῆς τῆς πόλεως ἧς προστατεῖ᾽" κινδυνεύει ἄρα ταὐτὸν εἶναι, 


ὅσοι te πολιτικοὶ προσποιο üyrae 


εἶναι καὶ ὅ ὅσοι σοφισταί. καὶ ὁ 


γὰρ οἵ σοφισταί, τἄλλα σοφοὶ ὄντες, τοῦτο ἄτοπον ἐργάξονται. ; 
πρᾶγμα" φάσκοντες γὰρ ἀρετῆς διδάσκαλοι εἶναι πολλάκις, 


κατηγοροῦσι τῶν μαϑητῶν, ὡς ἀδικοῦσι σφᾶς αὐτούς, τ 


Α ri 


Te μισϑοὺς ἀποστεροῦντες καὶ ἄλλην χάριν οὐκ ἀποδιδόντες, 


εὖ παϑόντες ὑπ᾽ αὐτῶν' καὶ τούτου τοῦ λόγου τί ἂν ἀλογώ- 


τερον εἴη πρᾶγμα, ἀνθρώπους ἀγαϑοὺς καὶ δικαίους γενομέ-. a 
vovg, ἐξαιρεϑέντας μὲν ἀδικίαν ὑπὸ τοῦ διδασκάλου, σχόντας 
δὲ δικαιοσύνην, ἀδικεῖν τούτῳ ὃ οὐκ ἔχουσιν; οὐ δοκεῖ so 
τοῦτο ἄτοπον εἶναι, ὦ ἑταῖρε: ὡς ἀληϑῶς δημηγορεῖν we 


ἠνάγκασας. ὦ Καλλίκλεις, οὐκ ἐϑέλων ἀποκχρίνεσϑαι.. 


HE 


LXXV. ΚΑΛΆ. Σὺ δ᾽ οὐκ ἂν οἷός τ᾽ εἴης ep εἰ μή is 


σοι ἀποχρίνοιτο; 
Ε 


2. ἀγαναχτούντων von αἰσϑά- 
voucı abhängig mit ausgelassenem 
αὐτῶν. Der Plural steht mit Recht, 
obwol τενὰ vorhergeht. Die-Aussage 
gilt von allen; die Handlung des 
Zwischensatzes wird immer nur an 
einem vollzogen. 


3. ἄρα nachgestellt, wie Prot. 355 
B ὡς δὲ ταῦτα γελοῖά ἐστι κατάδη- 
λον ἔσται, ἐὰν μὴ πολλοῖς ὀνόμασι 
χρώμεϑα ἄρα. In unserer Stelle soll 
die Schlussfolgerung auf ἀδέκως d&- 
πόλλυνται möglichst scharf οὐρα 
treten. 


[C] 7. προσποιοῦνται, gedacht ist 
an die von beiden übernommene Auf- 
gabe» den Gegenstand ihrer Behand- 

"besser zu machen, ihm die-Tu- 
in beizubringen;- der angebliche 
Staatsmann verspricht es dem Staate 
im Ganzen, der Sophist (der sich als 
Tugendlehrer ausgibt) dem Einzelnen. 


. 2R. Ἔοικα γε" νῦν γοῦν συχνοὺς τείνω τῶν λύγων,» 


[0] 18, αἱ ρώπους ἀγαϑούς x. ΞΕ 
A. ironisch; nach der Behauptung der 
Sophisten muss man das aunehmen; 3 
am meisten bezeichnend ist &&auge- 
ϑέντας ἀδικίαν. Daraus geht der 
Schluss hervor, der eben als ein Wi- 
derspruch in sich bezeichnet yerüeng 
muss. 

15. ἀδικεῖν τούτῳ — das würde. 
nämlich die ἀδικία sein — ὃ on 
ἔχουσιν. 

10, ὡς ἀληϑῶς δημηγορεῖν hide! 
in dem Sinne eine lange zusammen- 
hängende Rede im Gegensatz 
zu der dialektischen. Untersuchung. 
Uebrigens ist diess die Antwort auf 
den Vorwurf des Kallikles 482 c a 
ἀληϑῶς δημηγόρος ὦν. 

x Car. LXXV. [E] 20. ἔοικά γε: «ὖ 


in 
hat wenigstensso den Anschein, näm- 


lich als ob ich reden. ‚könnte, auch 
ohne dass Jemand ortet, Zu 
πρὸς φιλίου vgl. zu 3 


Pu u... 


8 2 


10 


20 


2... 


TOPTIA2Z. 177 
ἐπειδή μοι οὐχ ἐϑέλεις ἀποκρίνεσϑαι. ἀλλ᾽, ὦ ὦ ᾽γαϑέ, εἰπὲ πρὸς 
φιλίου, οὐ δοκεῖ σοι ἄλογον εἶναι ἀγαϑὸν φάσκοντα πεπούη: 
κέναι τινὰ μέμφεσϑαι τούτῳ, ὅτι ὑφ᾽ ἑαυτοῦ ἀγαϑὸς γεγονώς 
TE καὶ ὧν ἔπειτα πονηρός ἐστιν; 
ΚΑ4. Ἔμοιγε δοκεῖ. 
ER. Οὐκοῦν ἀκούεις τοιαῦτα λεγόντων τῶν φασχόντων 
Dan ἀνθρώπους εἰς ἄρε ὁ 

KAA. Ἔγωγε᾽ ἀλλὰ τί ἂν ἥν»; ἀνθρώπων πέρι οὐδενὸς 
Alone Bi 
ΟΣ. Τί δ᾽ ἂν περὶ FR λέγοις, οἵ φάσκοντες προε- 
στάναι ung: πόλεως καὶ ἐπιμελεῖσϑαι, ὅ ὁπῶς ὡς βελτίστη ἔσται, 
πάλιν αὐτῆς κατηγοροῦσιν, ὅταν τύχωσιν, ὡς πονηροτάτης; 
οἴει τι διαφέρειν τούτους ἐκείνων; ταὐτόν, ὦ μακάρι", ἐστὶ 
σοφιστὴς καὶ ῥήτωρ, ἢ ἐγγύς τι καὶ παραπλήσιον, ὥσπερ 
15 ἐγὼ ὄλεγον πρὸς Πώλον᾽ σὺ δὲ Öl ἄγνοιαν τὸ μὲν πάγκαλόν 
τι οἴει εἶναι, τὴν δητορικήν, τοῦ δὲ καταφρονεῖς. τῇ δὲ ἀλη- 
ϑείᾳ κάλλιόν ἐστι σοφιστικὴ ῥητορικῆς ὅσῳπερ νομοϑετικὴ 
δικαστικῆς καὶ γυμναστικὴ ἰατρικῆς μόνοις δ᾽ ἔγωγε καὶ 
ὥμην τοῖς δημηγόροις τε καὶ σοφισταῖς οὐκ ἐγχωρεῖν μέμ- 
φεσϑαι τούτῳ τῷ πράγματι, ὃ αὐτοὶ παιδεύουσιν, ὡς πονηρόν 
ἐστιν εἰς σφᾶς, ῇ τῷ αὐτῷ λόγῳ τούτῳ ἅμα καὶ ἑαυτῶν κατη- 
yogeiv, ὅτι οὐδὲν SE λήχααιν οὕς φασιν ὠφελεῖν. οὐχ οὔ- 
τῶς ἔχει; ἐν 
KAA. Πάνυ γε. - 
22. Καὶ προέσϑαι γε δήπου τὴν εὐεργεσίαν ἄνευ μι- 


} 


1520 A] 8. ἀλλὰ τί ἀνλέγοις, was 
soll man übersiereden in dem Sinne: 


γνοεῖς RD ὅτῳ π 


ψυχὴν οἶσϑα, οὔτ᾽ εἶ ἀγαϑῶ ode 


αδέίδως τῇ 7 
τ 


i Iche Menscheu braucht man 

τὶ Worte zu νουϊογεη. ΚΑ|Π- 

obwol selbst Sophist, verachtet 

die Sophisten entsprechend der An- 

sicht des Gorgi über sie. Vgl. Einl. 
5. 6 und 465 C. 

ἐδσταν ae wenn sie inden 

imen gestürzt zu werden. 


] 20. τούτῳ τῷ πράγματι, das 
Object ihrer Erziehung, sei es eine 


i ae Bürgerschaft oder Einzelne. 


abstracteNeutrum ist verächtlich, 
wie Prot. 312 € von den Sophisten 
selbst gesagt wird καίτοι εἰ τοῦτ᾽ ἀ- 


Platons ausgew. Dialoge. II, 


εἰ κακῷ πράγματι. 

21. Nach ist ἐγχωρεῖν mitzuden- 
ken — oder es trete derFallein, dass 
ihre Worte zugleich eine Selbstan- 
klage enthalten. 

[C] 25. προέσϑαι τὴν εὐεργεσίαν ; 
jeder Unterricht wird als Woltat ge- 
dacht, die er Lehrer dem Schüler 
erweist; der Lohn isteine Vergeltung 
für das empfangene Gute. προέσϑαι 
ist gewählt mit Beziehung auf das zu- 
tretende ἄνευ μισϑοῦ, indem es das 
freiwillige Hingeben schon au sich 
bezeichnet, Dass die Sophisten sich 


12 


ne 


520 


Ü 


178 


σϑοῦ, ὡς τὸ εἰκός, μόνοις ις τούτοις ἐνεχώρει, εἴπερ ἀληϑῆ ἔλε- 
γον. ἄλλην μὲν γὰρ εὐεργεσίαν τις εὐεργετηϑείς, οἷον ταχὺς 
γενόμενος διὰ παιδοτρίβην, ἴσως ἂν ἀποστερήσειε τὴν χάριν, 
εἰ προοῖτο αὐτῷ ὁ παιδοτρίβης καὶ μὴ συνθέμενος αὐτῷ μι- 
σϑὸν ὅ τι μάλιστα ἅμα μεταδιδοὺς τοῦ τάχους λαμβάνοι τὸ 
ἀργύριον᾽ οὐ γὰρ τῇ βραδυτῆτι, σον ἀδικοῦσιν οἵ Bene 
ποι, ἀλλ᾽ adında' ἄ γάρ; ὼ ἐπ et 
KAA. Ναί. αξϑνς το 
ER. Οὐκοῦν εἴ τις αὐτὸ τοῦτο ἀφαιρεῖ, τὴν ἀδικίαν, 
οὐδὲν δεινὸν αὐτῷ μήποτε ἀδικηϑῇ, ἀλλὰ μόνῳ ἀσφαλὲς ταύ- 
την τὴν εὐεργεσίαν, προέσϑαι, εἴπερ τῷ ὄντι δύναιτό τις ἄγαν 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 
Γ 


“ἃ 
. Ma 


ϑοὺς ποιεῖν. οὐχ οὕτως; 
KAA. Φημί. 


LXXVL 22. Διὰ ταῦτ᾽ ἄρα, ὡς ee τὰς ar 
συμβουλὰς “συμβουλεύειν λαμβάνοντα Bergen; oben 
μίας πέρι ἢ N τῶν ἄλλων τεχνῶν. οὐδὲν “one 


KAA. Ἔοικέ γε... 


an. Περὶ δέ γε ταύτης τῆς πράξεως, ὅ ὅντιν ἄν τις τρό- 
πον ὡς βέλτιστος εἴη καὶ ἄριστα τὴν αὑτοῦ οἰκίαν διοικοῖ ἢ 


Lohn zahlen liessen, war den Helle- 
nen überhaupt anstössig (vgl. Apol. 
19 E £f., 31 B, 33 B), theils weil da- 
durch die seitherige Art der Bildung 
und Erziehung junger Männer ver- 
drängt wurde, theils weil man eine 


a niedrige Auffassung von Wissenschaft 


und Tugend — die wie eine Waare 
behandelt ward — als Grundlage der 
Forderungen der Soplisten mit Recht 
voraussetzte. Die älteren Sophisten, 
wie namentlichProtagoras, waren auch 
in dieser Beziehung vorsichtiger. Ue- 
ber das Ak 2 en desProt. vgl. Prot. 
328 B, 

“ἃ, a un συνϑέμενος --- λαμβά- 
vor: wenn er sich nicht vorher Lohn 
ausbedungen hätte und daun so weit 
es möglich ist, jedesmal bei der Mit- 
teilung der Schnelligkeit unmittelbar 
zugleich sein Geld in Empfang nähme. 
Es hätte, meint Sokrates, einen Sinn, 
wenn dort beides gleichzeitig vor Sich 
gehe, denn mit der grösseren Schnel- 


< 


ΤΑΣ Pu 


» 


den Lehrer die Ge- 
m entlaufen möge, oh- 


ne ihn zu bezahlen, umgekehrt nimmt 


ι 


ef 
ligkeit, die sich jener "Schüler aneig- 


si@für den Sophisten ab, ‚wenmer lei- 


stet, was er verspricht. 


Car. LXXVI. 14: τὰς μὲν ἄλλας 


συμβουλάς ist gleich τὰς ya ἄλ- 
λων sur 

[ΕἸ 1 ὄντιν᾽ ἄν τις τρόπ ist 
Epexegese zu ταύτης τῆς π Ἴ 
Letzteres stelıt in ‚allgemeiner Be 
tung: Verhältniss, Frage. Die ἀρετὴ 
πολιτική, welche die Sophisten zu 
lehren verspracheı asste die bei- 
den Seiten Verwaltung des eigenen 
Hanswesens und des Staates. 
Vgl. Prot. 318 Ero δὲ u τιν 
ευβουλία megi'te τῶν οἰκείων, ὅπως 
ἂν ἄριστα τὴν αὑτοῦ οἰκίαν διοι- 
κοῖ καὶ περὶ τῶν τῆς πόλεως δ: 
τὰ τῆς πόλεως δὺυν 
εἴη καὶ πράττειν κοῦ 


γειν. Vgl. 
auch Menon 91 % Β. es 


‘ 


deu- 


τατος αν 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


179 


ἂν 


πόλιν, αἰσχρον͵ νενόμισται. μὴ φάναι συμβουλεύειν, ἐὰν μή 
τι αὐτῷ ἀργύριον διδῷ. ἦ γάρ; 


Br © K4AA. Ναί. 


20. Δῆλον γὰρ ὅτι τοῦτο N ἐστιν, ὅτι μόνη αὕτη 
5 τῶν εὐεργεσιῶν τὸν εὖ παϑόντα ἐπιϑυμεῖν ποιεῖ ἀντ᾽ εὖ 
ποιεῖν" ὥστε καλὸν δοκεῖ τι τὸ σημεῖον εἶναι, εἰ εὖ ποιήσας ταύ- 


τὴν τὴν εὐεργεσίαν ἀντ 
οὕτως ἔχοντα; 
ΟΚΑ͂Δ. Ἔστιν. 


Ye ? 
ΤΌ. 
; 


εὖ πείσεται" εἰ δὲ μή, οὔ. ἔσει ταῦτα 


ZR. ’Eni ποτέραν. οὖν μὲ παρακαλεῖς ϑεραπείαν τῆς πό- 
ὅν . διόρισόν wor‘. τὴν τοῦ διαμάχεσϑαι Adels, ὃ ὕπως 


ὡς βέλτιστοι ἔσονται, ὡς ἰατρόν, ἢ ὡς διακονήσοντα καὶ πρὸς 
χάριν. ὁμιλήσοντα; τἀληϑῆ μοι εἰπέ, Καλλίκλεις" δίκαιος γὰρ 
εἶ, ὥσπερ ἤρξω παρρησιάξεσϑαι πρὸς ἐμέ, διατδλεῖν κι α νοεῖς 


15 λέγων᾽ καὶ νῦν εὖ καὶ γενναίως εἰπέ. 


KAA. A2yo τοίνυν ὅτι ὡς διακονήσοντα. 

Σὰ. Κολακεύσοντα ἄρα μὲ, ὦ γενναιότατε, παρακαλεῖς. 

KAA. Ei σοι Mvoov γε ἥδιον καλεῖν, ὦ Σώκρατες" ὡς 
ῳ- 


εἰ un ταῦτά γε ποιήσεις --- 


5. ἀντ᾽ εὖ ποιεῖν. Dankbarkeit 
wird nur als eine Art von Gerechtig- 
keit angesehen. 6. ὥστε καλὸν τὸ ση- 
μι" 4 δοκεῖ εἶναι ein Ze 

für, dass er wirklich den anı 
ser "gemacht hat. In εἰ εὖ ποιήσας 
Ἀ. τ. A. ist der Lehrende Subject ge- 
worden; der Gedanke würde vollstän- 
dig soausgedrücktsein: καλὸν δοκεῖ 
τὸ σημεῖον εἶναι ὅτι εὖ ἐποίησε 
ως ἃ τι ἐποίησε ταύτην τὴν εὔξρ- 
ἐν, εἰ ἀντ᾽ εὖ πείσεται. Die 
‚beiden abhängigen Sätze sind aber in 
De ΓΚ epBezogen. 

1 A] 10. ἐπὲ ποτέραν. Die fol- 

e Frage s Rn nicht die bei- 

hr τὰν p Lebensweisen ein- 
ander gegenüber, sondern nur die ver- 
86 en Arten der politischen. 
‚gesetzt wird, dass Kallik. noch 
immer zu einer Art derselben auffor- 
Di und die Frage ist, zu welcher? 
ng: Antwort würde sein: wie 
die Sachen en zu keiner, denn die 
eine ist umsittlich, die andere, wie 
Sokrates auch selbst in der Apol, 31 


DE. auseinahdersetzt, für jetzt un- 
möglich. Daher wird auch im Fol- 
genden angedeutet, dass eben die 
einzige Ätt, wahre Politik zu treiben, 
in Athen für jetzt beschränkt sei 
auf die Besserung Einzelner im Pri- 
vatverkehr. 


IR: Rn 


[B] 17. κολακεύσοντα, spe ein. 
solches Urteil über dıanovnjoovze 


aus, dass darin zugleich der Wider- 
spruch jener Aufforderung mit dem 
Begniff γενναῖος (γενναιότατε, yev- 
varws εἰπε) hervortreten muss. 

18. εἴ σοι Mv6ov γε ἥδιον καλεῖν. 
Die Myser waren sehr verachtet. 
Selbst die Sklaven, die aus Mysien 
stammten, waren sehr billig. Daher 
wurde Mvoav ἔσχατος ein Sprich- 
wort gleichbedeutend mit dem Aller- 
yerachtetsten. Cie. pro Flaeco 27 
Quid porro in Graeco sermone tam 
tritum .atque celebratum est, quam, 
si quis despicatui dueitur, ut Myso- 
rum ultimus esse dicatur? Vgl. auch 
Theaet. 209 Β, αὕτη οὖν ἡ διάνοια 
ἔσϑ᾽ ὅτι μᾶλλον ποιήσει μὲ Θεαί- 


12* 


180 


ı- 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ER. Μή εἴπῃς ὃ πολλάκις εἴρηκας, ὅτι ἀποκτενεῖ μὲ ὃ 
βουλόμενος, ἵνα μὴ αὖ καὶ ἐγὼ εἴπω, ὅτι πονηρός γε ὧν ἀγα- 
( ϑὸν ὄντα᾽ μηδ᾽ ὅτι ἀφαιρήσεται ἐάν τι ἔχω, ἵνα, μὴ αὖ ἐγὼ 
εἴπω ὅτι ἀλλ᾽ ἀφελόμενος οὐχ ἕξει ὅ τι χρήσεται αὐτοῖς, ἀλλ᾽ 
ὥσπερ μὲ ἀδίκως ἀφείλετο, οὕτω καὶ λαβὼν ἀδίκως. 5 ἡ δ᾽ 
εἰ δὲ ἀδίκως, αἰσχρῶς, εἰ δὲ αἰσχρῶς, a (ακώῶς. 

LXXVII. KAA. Ὥς μοι δοκεῖς, ( ὦ Σώκρατες, πιστεύειν 
und’ ἂν ἕν τούτων παϑεῖν, ὡς οἰκῶν ἐκποδὼν καὶ οὐκ ἂν 
εἰσαχϑεὶς εἰς δικαστήριον [ὑπὸ πᾶνυ ἴσως ig ἀνϑρώ- 


που καὶ φαύλου. 


10 


ΣΦ. ᾿Ἵνόητος ὁ ἄρα εἰμί, ὦ Καλλίκλειξ, ὡς ἀληϑῶς, εἰ μὴ 
οἴομαι ἐν τῇδε τῇ πόλει ὃντινοῦν ἄν, ὅτι τύχοι, τοῦτο παϑεῖν. 
τόδε μέντοι εὖ οἶδ᾽ ὅτι, ἐάνπερ εἰσίω εἷς δικαστήριον περὶ 
τούτων τινὸς κινδυνεύων ὧν σὺ λέγεις, πονηρός τίς we ἔσται 
ὁ εἰσάγων" οὐδεὶς γὰρ ἂν φηστὸς μὴ ἀδικοῦντ᾽ ἄνϑρωπον 
εἰσαγάγοι" καὶ οὐδέν γε ἄτοπον εἰ ἀποϑάνοιμι. έν σοι 


εἴπω di ὃ τι ταῦτα προσδοχῶ; 
KAA. Πάνυ γε: 


Fr 


ER. Oiuas μετ᾽ ὀλίγων 4ϑηναίων, ἵ ἵνα μὴ ae uovo 
ἐπιχειρεῖν τῇ ὡς ἀληϑῶς πολιτικῇ τέχνῃ καὶ BORELERUER 


τητον ἡ Θεόδωρον διανοεῖσϑαι, ἢ 
τὸ λεγόμενον. Μυσῶν τὸν ἔσχα- 
τον. Ob dieses Sprichwort vielleicht 
dem Teleplıos des Euripides seinen 
Ursprung verdankt, lässt sich nicht 
ermitteln. Jedenfalls willKallikles sa- 
gen: Meinetwegen gib ihm einen Na- 
men, welchen du willst, auch den al- 
lerverächtlichsten, aber bedenke —. 


1, ὃ πολλάκις εἴρηκας. S. 486 A, 
B. 511 B. Dasselbe hatte aber auch 
schon Polos gesagt. 


Car. LXXVIL 7. ὥς μοι δοκεῖς 
ist als Ausruf zu fassen, 


8. ὡς οἰκῶν ἐκποδών, als wohntest 
du vom Wege ab, ausser der‘ Welt,” 
eigentlich so, dass dich Füsse nicht er- 
reichen können, indem kein Weg zu 
dir führte. 

11. ἀνόητος ἄρα εἰμί durch.den 
Indicativ praesentis wird das Urteil 


Erin 
ohne Rücksicht auf die Ungäle keit 
seines Inhalts nur mit Bezug auf die 
dem Ausruf des Kallikles unterliegen- 
de Voraussetzung ausgesprochen. 
ἄρα vermittelt diese Beziehung. 

12. ὄντινουν — τι τύχοι jedes 
ohne Unterschied, alles Beliebige; also : 
in Athen ist Alles möglich, Vgl. Me- 
non 94 E ἐγὼ μὲν οὖν ἂν σοι. μ- 
βυυϊεύδαιμε; ὩΣ ἐθέλεις ; τοὶ τ 
ϑεσθαι,, εὐλαβεῖσθαι". ς ἴσως u 
καὶ ἐν ἄλλῃ πόλει ῥδάδεόν ἐστι Re 

κῶς ποιεῖν ἀνϑρώς ους ἢ εὖ" ἐν 
τῇδε δὲ καὶ πάνυ. 

18, περὶ τούτων τινὸς χιψδυ. 
νεύων bezieht sich auf den n- 
stand der Strafe; Leben, Vermögen. 

19. ἕνα εἴπω um nicht 
Εν sagen, τος In Wahrheit 
soll diese Beschränkgas gelten, 
wie die Wiederholung d ιόνος be- 
weist. Zur Sache vgl. Apol. 30 Ὁ ff, 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 181 


λιτικὰ μόνος τῶν νῦν᾽ ἅτε οὖν οὐ πρὸς χάριν λέγων τοὺς λό- 
γους οὗς λέγω ἑχάστοτε. ἀλλὰ πρὸς τὸ βέλτιστον, οὐ πρὸς τὸ 
ἥδιστον, καὶ οὐκ ἐθέλων ποιεῖν ἃ σὺ παραινεῖς, τὰ κομψὰ 
ταῦτα, οὐχ ἕξω ὅτι λέγω ἐν τῷ ἡ δικαστηρίῳ. ὁ 0 αὐτὸς δέμοι ἥκει 
5 λόγος, ὅνπερ πρὸς Πῶλον ἔλεγον" χρινοῦμαι γὰρ ὡς ἐν παιδίοις 
ἰατρὸς ἃ ἂν κρένουτο κατηγοροῦντος, ὀψοποιοῦ. σχόπει γὰρ, τί 
ἂν ἀπολογοῖτο ὁ τοιοῦτος ἄνϑφωπος ἐν τούτοις ληφϑείς, εἶ 
αὐτοῦ κατηγοροῖ τιβ δέγων ὅτι ὦ παῖδες, πολλὰ ὑμᾶς καὶ 
κακὰ ὅδε εἴργασται ἀνὴρ καὶ αὐτούς, καὶ τοὺς νεωτάτους ὑμῶν 
10 διαφϑείρει τέμνων TE καὶ κάων, καὶ ἰσχναίνων καὶ πνίγων 
ἀπορεῖν ποιεῖ, πικρότατα πόματα διδοὺς καὶ πεινῇν καὶ διψῇν 
ἀναγκάζων, οὐχ ὥσπερ ἐγὼ πολλὰ καὶ ἡδέα καὶ παντοδαπὰ 
εὐώχουν ὑμᾶς" τέ ἂν οἴει ἐν τούτῳ τῷ κακῷ ἀποληφϑέντα 
ἰατρὸν ἔχειν εἰπεῖν: ἢ εἰ εἴποι τὴν ἀλήϑειαν, ὅτι. ταῦτα πάντα 
[15. ἐγὼ ἐποίουν, ὦ παῖδες. ὑγιεινῶς, ὁπόσον οἴει ἂν ἀναβοῆσαι 
. τρὺς τοιούτους δικαστάς: οὐ μέγα: ; 
. KAA. Ἴσως" οἴεσϑαί pe χρή. 

ΣΩ. Οὐκοῦν οἴει ἐν πάσῃ ἀπορίᾳ ἂν αὐτὸν PP ὃ ῦ 

τι χρὴ εἰπεῖν, ὸ 

2. 5ΚΆΑ4. Πανὺ γε. a. 
LXXVIM. 22. Τοιοῦτον μέντοι καὶ ἐγὼ οἶδα ὁτι πάϑος 


2, οὐ πρὸς τὸ ἥδιστον vgl. zu 
452 E. 

[E] 4. ὁ αὐτὸς ἥκει, ᾿λόγος wie 
häufig ἔρχεταν oder ἐπέρχεται λέ- 
yeıv vgl. 485 E, Das Folgende ent- 
hält eine weitere Ausführung des 464 
D ten. 

6. τί ἃ ἂν ἀπολογοῖτο ; wassollte er 
zu Pe: Verteidigung vorbringen? 
νὰ τούτοις nämlich τοῖς παι- 


δες. Das ‚Folgende ent- 
hält eine > Parodie aufdiegegen Sokra- 
tes gerichtete Anklage, vorzugsweise 
ern er als Verderber der Jugend 
et wurde. 9. τοὺς νεωτά- 
‚ Der Superlativ muss für νέους 
ἂν Anklage eintreten, weil die Rich- 
ter selbst als Kinder ged acht werden. 
[522 A] 11. ἀπορεῖν das nächste 
Ziel der Sokratischen Dialektik war 
wirklich eine ἀπορία, vgl. Menon79E, 


Theaet. 149 A λέγουσι “περὶ ἐμοῦ 
οτι αἀτοπώτατός εἶμι καὶ ποιῶ τοὺς 
ἀνθρώπους κ«ἰπορεῖν. 

12. οὐχ ὥσπερ ἐγὼ - εὐώχουν 


steht für οὐχ ὥσπερ ἐγὼ ἐποίουν "πὸ 


εὐωχῶν ὑμᾶς. 

15. ἀναβοῆσαι wiedie Richter des 
Sokrates wirklich thaten vgl. Ap. 30 
Ο ἐφ᾽ οἷς ἔσως βοήσεσϑε: daher die 
wiederholte Bitte des Sokrates un 
#oovßeite. 

17. οἴεσϑαί γε χρή. Be Ant- 
wort auf eine rhetorische Frage, weil 
diese zur Ueberzeugung nötigt. Da- 
her wird diese Formel häufig ange- 
wandt, wo der Sprechende sich selbst 
antwortet. Criton 53 © καὶ οὐκ οἴει 
ἄσχημον ἂν φανεῖσϑαι τὸ τοῦ > Σω- 
κράτους πράγμα; οἴεσϑαέ γε χρή. 

18. ἐν πάσ ἀπορίᾳ ἔχεσϑαι vgl. 
Her. ΙΧ, 98 ἐν ἀπορίῃ εἴχοντο ὅ,τι 
ποιέωσι. 


522 


Β 


182 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


πάϑοιμι ἂν εἰσελθὼν εἰς δικαστήριον. οὔτε γὰρ ἡδονὰς ἃς 
ἐχπεπόρικα ἕξω αὐτοῖς λέγειν, ἃς οὗτοι εὐεργεσίας καὶ ὠφε- 
λείας νομέζουσιν, ἐγὼ δὲ οὔτε τοὺς πορίξοντας ξηλῶ οὔτε οἷς 
πορίζεται" ἐάν τέ τί με ἢ τοὺς νεωτέρους φῆ διαφϑείρειν 
ἀπορεῖν ποιοῦντα, N τοὺς πρεσβυτέρους κακηγορεῖν λέγοντα 5 
πικροὺς λόγους ἢ ἢ ἰδίᾳ ἢ δημοσίᾳ, οὔτε τὸ ἀληϑὲς ἕξω εἰπεῖν, 
ὅτι δικαίως, πάντα ταῦτα ἐγὼ λέγω ! πράττω τὸ ὑμέτερον 
δὴ τοῦτο, ἄνδρες δικασταί, οὔτε ἄλλο οὐδέν" ὥστε 0.0 
τι ἂν τύχω, τοῦτο πείσομαι. Bi ae κε: 
KAA. Jonei οὖν σοι, ὦ Σώκρατες. war ἔχειν ἄνοψω: 
πος ἐν πόλει οὕτω διακείμενος καὶ ἀδύνατος ὧν ἥν» 
βοηϑεῖν:; | 
ER. Εἰἐκεῖνό γε ἐν αὐτῷ ὑπάρχοι, ὦ ᾿Κλλίκλεις, δε 00V BR 
λάκις ὡμολόγησας" εἰ ᾿βεβοηϑηκὼς εἴη αὑτῷ, μήτε περὶ ἀνϑρώ- 
D πους μήτε περὶ ϑεοὺς ἄδικον μηδὲν μήτε εἰρηκὼς μήτε εἰργα- 
σμένος. τοιαύτῃ γάρτις βοήϑεια ἑαυτῷ πολλάκις ἡμῖν ὡμολόγη- 
ται κρατίστη εἶναι. εἰμὲν οὖν ἐμέ: τις ἐξελέγχοι ταύτην τὴν βοή- 
ϑειαν ἀδύνατον ὄντα ἐμαυτῷ καὶ ἄλλῳ βοηϑεῖν, αἰσχυνοίμην 
ἂν καὶ ἐν πολλοῖς καὶ ἐν ὀλίγοις ἐξελεγχόμενος καὶ μος, "ἃ 
μόνου, καὶ εἰ διὰ ταύτην τὴν ἀδυναμίαν ἀποϑνήσκοιμι, 
νακτοίην av’ εἰ δὲ κολακικῆς ῥητορικῆς ἐνδείᾳ, τελευτώην 
ἔγωγε, εὖ οἶδα ὅτι ῥαδίως ἴδοις ἄν we Mn: τὸν ϑάνατον. 


αὐτὸμὲν γὰρ τὸ rr οὐδεὶς φοβεῖται, ὅσεὶρ μὴ παν- 
3 


Car. LXVI. 1. οὔτε γάρ. Die- 
sem Satzgliede entspricht (auch ana- 
koluthisch) 2 ἐάν τε τίς με κ. τ. λ. 

Ὁ. ἀπορεῖν. zu Ä. —A£yovra πι- 
κροὺς λόγους ‚entspricht im Verglei- 
che dem πικρότατα πόματα διδούς. 

7. ὅτι δικαίως. So spricht Sokra- 
tes wirklich Apol. 30 E ff, 

[ce] 11. καὶ ἀδύνατος ὧν epexege- 
tisch zu οὕτω διακεέμενος. Dasselbe 
könnte auch in einem Satze mit ὥστε 
ausgedrückt sein. 

14. βεβοηϑηκώς diese Selbsthülfe 
besteht in einem aus dem Thun des 
Menschen hervorgehenden Zustand; 
darum perfectum. 

[D] 17. ἐξελέγχοι durch seinenB 
weis darstellte; daher mit dem partei 

19. μόνος ὑπὸ μόνου. Die Schande 


liegt nicht darin, dass man Fa 
πολλῶν durch die Widerlegung 'des 


᾿ Gegners eine Niederlage erleidet, son- 


dernin der Sache, der Schlechtigkeit, 
die aufgedeckt wird.Daher ταύτην τὴν 
ἀδυναμέαν der Sache nach gleiohbe- 
deutend mit ἀδικέαν. 

21. εἰ δὲ κολακικῆς κιτ.λ. So 
erklärt Sokrates nach seiner Vernr- 
teilung Ap. 38 E, nachdem er jene 
Art der Rhetorik charakterisiert hat, 
zu deren Gebrauch er, sich nicht 
schliessen konnte; οὔτε νῦν age 
ταμέλει οὕτως ἀπολογησαμένῳ, 
ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον αἱροῦμαι ὧδε 
ἀπολογησάμενος τεϑνάναι ῆ ἢ ἐκεί- 
vos ζῇν. 

[ΕἸ 23. αὐτὸ μὲν γὰρ τὸ amo- 
ϑνήσκειν. Der Τοῦ wirdstetsnur ge- 


TOPTIAZ. 


183 


τάπασιν ἀλόγιστός Te καὶ ἄνανδρός ἐστι, τὸ δὲ ἀδικεῖν φο- 
βεῖται᾽ πολλῶν γὰρ ἀδικημάτων γέμοντα τὴν ψυχὴν εἰς 
“Διδου ἀφικέσϑαι πάντων ἔσχατον κακῶν ἐστιν. εἰ δὲ βούλει, 
σοὶ ἐγώ, ὡς τοῦτο οὕτως ἔχει, ἐθέλω λόγον λέξαι. 

Κ44. ᾽4λλ st γε ὍΝ: τάλλα ἐπέρανας. καὶ τοῦτο 


πέρανον. 


> LXXIX. 28. "Anove δή, Hua, Σὲ καλοῦ λόγου, ὁ ὃν σὺ 
μὲν ἡγήσει μῦϑον, ὡς ἐγὼ οἶμαι, ἐγὼ δὲ λόγον" ὡς ἀληϑὴ 
γὰρ ὄντα σοι λέξω ἃ μέλλω λέγειν. ὥσπερ γὰρ Ὅμηρος λέγει, 


10 διενείμαντο τὴν ἀρχὴν ὁ Ζεὺς καὶ ὁ Ποσειδῶν. καὶ ὁ Πλού- 


των, ἐπειδὴ παρὰ τοῦ πατρὸς παρέλαβον. ἦν οὖν νόμος ὅδε 
περὶ ἀνθρώπων ἐπὶ Κρόνου, καὶ ἀεὶ καὶ νῦν ἔτι ἔστιν [ἐν 
92015], τῶν ἀνθρώπων τὸν μὲν δικαίως τὸν βίον διελϑόντα 


fürchtet um des nach ihm zu erwar- 
tenden Zustandes und dieser kann 
nur dann Furcht erwecken, wenn der 
Mensch Unrecht that. So stellt Sokra- 
tes auch den Tod und die Ungerech- 
tigkeit Apol. 39 A, Beinander gegen- 
über. 


4. λό γον hier nicht ein dialekti- 
sche eweis,s sondern eineGeschichte. 
Vgl. λογογράφος. 

Car. LXXIX. [523 A] 7. ἄκουε δή. 
Feierlicher Anfang, nm Spannung zu 
erregen. Aehnlich Tim. 20 Ὁ. ἄκουε 
δή, ὦ Σώκρατες, λόγου μάλα μὲν 
ἀτόπου, παντάπασί „VE μὴν ἀλη- 
ϑοῦς. Theaet. 201 Ὁ ἄκουε δὴ ὄναρ 
ἀντὶ ὀνείρατος. Polit. 269 Οἀκούοις 
ἄν. λόγος und wößog bilden einen 
Gegensatz, indem jenes sich auf wahre 
und wirkliche, wö®og auf gedachte 
und erdichtete Thatsachen bezieht. 
Sokrates will durch diese Unter- 
scheidung darauf aufmerksam ma- 
chen, dass dem folgenden „Mythos“ 
eine wahre Thatsache zu Grundeliege, 
während die Einkleidung gleichgül- 
tig ist. S. die Einl. 5. 12. Man achte 
in diesem Mythos auch auf die edle 
Form, dieEinfachheit und Würde der 
Dietion. Die leichte Nachlässigkeit 
des Dialoges fällt weg, ohne dass die 
Rede an Natürlichkeit verlöre. 


9. ὥσπερ Ὅμηρος λέγει. Sokra- 


tes meint die Stelle in der llias 0, 


187, wo Poseidon sagt: 


τρεῖς γάρ τ᾽ ἐκ Κρόνου εἰμὲν ἀδελ- 
φεοὶ οὃς τέκετο Ῥέα, 

Ζεὺς καὶ o τρίτατος͵ δ᾽ ᾿4ίδης 
νέροισιν ἀνάσσων. 

τριχϑὰ δὲ πάντα δέδασται, ἕχα- 
στος δ᾽ ἔμμορι τιμῆς. 

ἦτοι ἐγὼν ἔλαχον πολιὴν ἅλα ναι- 
ἔμεν αἰεί 

παλλομένων, Aldng δ᾽ ἔλαχε ξόφον 


: ἠερόεντα 
Ζεὺς δ᾽ day οὐρανὸν εὐρὺν ἐν 
αϑερι καὶ νεφέλῃσιν. 


γαῖα δ᾽ ἔτι ξυνὴ πάντων καὶ μά- 
κρὸς Ὄλυμπος. 

An diese Stelle knüpft βρίκαιδς an, 
um ein Reich der Todten oder das 
Fortleben der Seelen nach dem Tode 
als eine gegebene Thatsache 
hinstellen zu können, die keines Be- 
weises bedarf. 

11. παρὰ τοῦ πατρὸς παρέλαβον. 
Dieser Ausdruck, der die Herrschaft 
wie ein Erbe an die Söhne kommen 
lässt, entfernt die unwürdige Vorstel- 
lung von einem feindlichen Verhält- 
nis der Söhne zuihrem Vater Kronos. 
ἦν οὖν νόμος — ἐπὶ Κρόνου. 
Dadurch wird das Gesetzals ein ewi- 
ges bezeichnet. Ein Unterschied im 
Zustande der Guten und Bösen, dar- 


— 


auf kommt es allein an, folgt aus der‘ 


Natur der Sache notwendig. 


“ὧν 
δῚ 


523 


184 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


Β καὶ ὁσίως. ἐπειδὰν τελευτήσῃ. εἰς μακάρων. νήσους ἀπιόντα 
οἰκεῖν ἐν πάσῃ εὐδαιμονίᾳ ἐχτὸς κακῶν, τὸν δὲ ἀδίκως καὶ 


ἀϑέως εἰς τὸ τῆς τίσεώς τὲ καὶ δίκης δεσμῶτ 
ταρον καλοῦσιν. ἰέναι. τούτων δὲ δικασταὶ 


rs 


ιον, ὃ δὴ Τάρ- 
τὶ Κρόνου καὶ 


ἔτι νεωστὶ τοῦ ΖΙιὸς τὴν ἀρχὴν ἔχοντος ξῶντες ἦσαν ξώντων. 


ἐκείνῃ τῇ ἡμέρα δικάξοντερ ἡ μέλλοιεν τελευτᾷν. κακῶς οὖν 


αἱ δίκαι ἐκρίνοντο" ὅ TE οὖν “Πλούτων καὶ οἵ ᾿ἐπιμεληταὶ 


ἐχ μακάρω 


νήσων ἰόντες ἔλεγον πρὸς τὸν Δία, ὅτι, φοιτῷέν ᾿ 


σφιν ἄνϑρωποι ἑκατέρωσε ἀνάξιοι. εἶπεν οὖν ὁ Ζεύς" ἀλλ᾽ 
ἐγώ. ἔφη, παύσω τοῦτο γιγνόμενον. νῦν μὲν γὰρ κακῶς αἱ 


7 1. εἰς μακάρων vnoovg.Nach 
Homer Od. IV, 564 versetzt Zeus seine 
Lieblinge (Rhadamanthys und Mene- 
laus, letzterer alsEidam des Zeus, wer- 
den besonders genannt) lebend nach 
dem.HAvcıov πεδίον,ννο sie ein’glück- 
seliges Leben führen. Hesiod hat zu- 
erst die Vorstellung. von Inseln der 
Seligen. Nach ihm gelangen dahin 
nach dem Tode dieMenschen des 
vierten Geschlechtes, die Heroen und 
die Helden des trojanischen Krieges 
Opp. 170. Diess ist ihr Lohn; die 
Strafe des zweiten unddritten Ge- 
schlechtes ist es dagegen, dass diese 
Menschen nach dem Tode in den Ha- 
des (ἐς εὐρώεντα δόμον κρυεροῦ 
᾿4Γδαο) wandern müssen. Diese Vor- 
stellung wird dann weiter a ὙΥΝ 
und allmähligwerden die In der 
Seligen, insbesondere durch Pindars 
Einfluss, im Glauben des Volkes, wenn 
auch nicht allgemein ein Aufenthalts- 
ort aller Gerechten nach dem Tode. 
‚ Der Tartaros warursprünglich nach 
Homer nur Gefängnis der Titanen. Il. 
VIII, 13. 478. Dieser wird nun von Pla- 
ton das Gefängnis für alle Ungerech- 
ten genannt. Den Gegensatz zwischen 
dem Zustand der Guten undBösen nach 
dem Tode in seiner Allgemeinheit er- 
fasst und als Forderung des sittlichen 
Bewusstseins dargestellt zu haben, ist 
daher jedenfalls sein Verdienst. 
ἄς τὸ τῆς τίσεωώς τε καὶ δίκης δε- 
σμωτήριον heisst der Tartaros, weil 
dieBestimmung des Gefängnisses;üb 
haupt nur die war, dass darin dieStrafe 
an den Verurteilten vollzogen ne 


4, τούτων δὲ δικασξαί Be Vor- 
stellung von einem Todtengericht mit 
anderen Richtern alsPlutonselbstund 
bevor tie Seelen in den Hades ein- 
gehen, findet sich zuerst in diesem 
Platonischen Mythos, — Zu καὶ ἔτι 


νεωστί vgl. zu ὅ08 Ὁ. 

5. ξῶντες σαν ξώντων. Diese 
Darstellung fällt ganz der mythischen 
Einkleidungsweise anheim. In diesem 
Mythos soll der G tz zwischen 
menschlichem und unwahrem auf 
Schein sieh gründendem μέλ), ΝᾺ 
dem wahrhaften auf reine und 
telbare Anschauung sich stützenden 
dargestellt werden. Zu dem Ende 
wird das menschliche in dieser Form 
als das früher bestehende in den My- 
thos mit hereingenommen; dasandere 
lässt Platon dann im Gegensatz dazu 
erst entstehen, während es natür- 
lich als bestehend gedacht "werden 
muss seit Menschen leben ‚und ster- 
ben. An jenem früheren Gericht kann 
nun ganz dieselbe Kritik geübt. wer- 
den, welche das unter Menschen üb- 
liche verdient. Das attische Gerichts- 
verfahren Jässt sich in dem kurzen 
Bilde wiedererkennen (ἔρχονται αὖ- 
τοῖς πολλοὶ μάρτυρες). 

7. οἱ ἐπιμεληταί. Wer ‚darunter 
zu verstehen ist, bleibt unbestimmt. 
ἑκατέρωσε sowol nach dem Tartaros, 
als nach den Inseln der Seligen. &v«- 
Eıoı geht daher sowol auf den Lohn 
ee die Strafe. Ä 

[C]10. κακῶς δικάξονται. DerGrund 
der Täuschung der Richter ist nach 


dem Folgenden ein dopp elter, ein 


hm; 
Dr 


ae Ye aa. — 2 


NT 


sk N ne 


at a a “ἀν u Et ἡ 


TOPTIAZ. 


185 


ἔκαι δικάξονται. ἀμπεχόμενοι γάρ, ἔφη. οὗ κρινόμενοι χρί- 


ψονται" ξῶντες γὰρ κρίνονται. 


πολλοὶ οὖν, ἡ δ᾽ ὅς, ψυχὰς 


“πονηρὰς ἔχοντες ἠμφιεσμένοι εἰσὶ σώματά τὲ καλὰ καὶ γένη 


καὶ πλούτους, καί, ἐπειδὰν ἡ κρίσις ἢ, ἔρχονται αὐτοῖς πολ- 


5 Aol μάρτυρες, μαρτυρήσοντες ὡς δικαίως βεβιώκασιν᾽ οἵ οὖν 


δικασταὶ ὑπό τε τούτων ἐκπλήττονται, καὶ ἅμα καὶ αὐτοὶ 
ἀμπεχόμενοι. δικάξουσι, πρὸ τῆς ψυχῆς τῆς αὑτῶν ὀφϑαλμοὺς 
καὶ ὦτα καὶ ὅλον τὸ σῶμα προχκεκαλυμμένοι. ταῦτα; δὴ αὐτοῖς 
πάντα, ἐπίπροσθεν γίγνεται. καὶ τὰ αὑτῶν ἀμφιέσματα καὶ 


Ὁ τὰ τῶν κρινομένων. πρῶτον μὲν οὖν, ἔφη, παυστέον ἐστὶ 


προειδότας αὐτοὺς τὸν ϑάνατον. νῦν γὰρ προΐσασι. τοῦτο 
μὲν οὖν καὶ δὴ εἴρηται τῷ Προμηϑεῖ ὅπως ἂν παύσῃ αὐτῶν. E 


objectiver, insofern der zu beurteilen- 
de Gegenstand, die Person, nicht rein 
sich darstellt und ein subjectiver, in- 
sofern en thisfähigkeit 
der Rie selbst eine mangelhafte 
ist. Beide Mängel -gehen aus der 
Leiblichkeit, "die beiden Theilen 
gemeinsamist, hervor. Diese mitdem, 
was daran hängt, muss weggenommen 
werden, damit die Erkenntnis eine 
reine werde und der Täuschung nicht 
mehr ausgesetzt sei. 

. ἠμφιεσμένοι. Die Bekleidung 
ist im weiteren Sinn zu verstehen. 
Alles Aeussere, wornach im irdischen 
Leben der Wert des Menschen ge- 
schätzt zu werden pflegt, gehört da- 
hin: Leibesschönheit, edle Abkunft, 
Reichtum. Vgl. 451 E und ‚Protag. 
319 C κἂν πάνυ καλὸς N καὶ πλού- 
σιος καὶ τῶν γενναίων. ; 

[0] 6: ἐκπλήττονται werden ein-. 
'geschüchtert, befangen gemacht. 

7. πρὸ τῆς ψυχῆς. Die Sinnes- 
‚wahrnehmung ist nach Platon 
durchaus unzuverlässig und die durch 


ἢ sie vermittelte Erkenntnis daher 


‚eine unsichere, oft unwahre. Ihr stellt 
er diewnmittelbar durch Denktä- 
tigkeit der Seele gewonnene Erkennt- 
nis gegenüber. Hier wird diese zu- 
gleich als seelische Anschauung 
‚dargestellt. 

9. ἐπίπροσϑεν γίγνεται steht vor 
ihnen im Wege, oder wird ihnen hin- 
derlich. ᾽ 


διὰ P} 
” ν» 


10. πρῶτον μὲν οὖν führt die zu- 
erst zu erledigende Vor be sap g 
ein. 


[E] 12. Τιρόμβηϑεςς Bromeihans ai 
der Repräsentant des zum Bewusst- 
sein kommenden, Bildung erstreben- 
den Menschengeistes. Daher ist eres, 
welcher dem Menschen gibt und ver- 
schafft, was ihn zum Menschen macht 
und sein Verhältris zu den Göt- 
tern regelt. Vgl. den Mythos im Pro- 
tagoras ; 320 ff. In.der Volkssage von 
ihm hat namentlich das Widerstreben 
des Menschengeschlechtes gegen die 
Gottheit einen Ausdruck gefunden. 
Platon-fasst ihn dagegen in innerer 
Einstimmung mit demgöttlichen Wil- 
len, als den, der die Gedanken der 
Vorsehung verwirklicht. Sohater zu- 
gleich die ‚Aufgabe, dem Streben des 
Menschen "entsprechende Schranken 
zu setzen, wie hier durch Entziehung 
des Vorauswissens vom Tode. An- 
ders Aeschylus Prometh. 248—250. 
BE Θνητοὺς ἔπαυσα un προδέρ- 
κεσῆλαι μόρον 

Xog. Τὸ ποῖον εὑρὼν τῆσδε φάρ- 
μᾶκον “νόσου: 

Πρ. Τυφλὰς ἐν αὐτοῖς ἐλπίδας 
κατῴώκισα. 

Χορ. Mey’ ὠφέλημα τοῦτ᾽ ἐδωρή- 
oo βροτοῖς. 


ὅπως ἂν παύσῃ. Zeus hat dem Pro- 
metheus auch die Art angegeben, wie 


‚er dem Uebelstand ER soll. 


RE δι 


wi 
= 


524 


186 


ἔπειτα γυμνοὺς κρυτέον ἁπάντων τούτων" τεϑνεῶτας 
κρένεσϑαι. καὶ τὸν κριτὴν δεῖ γυμνὸν εἶναι, τεϑνεῶτα, αἱ 
τῇ ψυχῇ αὐτὴν τὴν ψυχὴν ϑεωροῦντα ἐξαίᾳ 

ἑκάστου, ἔρημον πάντων τῶν συγγενῶν καὶ 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


᾿ἀποϑανόντος 
ταλιπόντα ἐπὶ 


τῆς γῆς πάντα ἐκεῖνον τὸν κόσμον, ἴ ἵνα δικαία ἡ κρίσις ἧ. ἐγὼ 
μὲν οὖν ταῦτα ἐγνωκὼς πρότερος ἢ ὑμεῖς ἐποιησάμην δικα- 
στὰς υἱεῖς. ἐμαυτοῦ, δύο μὲν ἐκ τῆς ᾿Δσίας, Mivo τε καὶ Ῥα- 
δάμανϑυν, ἕνα δὲ ἐκ τῆς Εὐρώπης, Αἰακόν᾽ οὗτοι οὖν ἐπειδὰν 


τελευτήσωσι, δικάσουσιν ἐν τῷ λειμῶνι, ἐν τῇ τριόδῳ, ἐξ ἧς 
φέρετον τὼ ὁδώ, ἡ μὲν εἰς μακάρων νήσους, ἡ δ᾽ εἰς Tag- 


ταρον. καὶ τοὺς μὲν ἐκ τῆς ᾿4σίας Ῥαδάμανϑυς κρινεῖ, τοὺς 
δὲ ἐκ τῆς Εὐρώπης Αἰακός" Μίνῳ δὲ πρεσβεῖα δώσω ἐπιδια- 


1. τεϑνεῶτας γάρ. Vom Stand- 
punkte des Zeus aus ist die causale 
Verbindung möglich, da er natürlich 
weiss, dass der Tod eine Trennung 
derSeelevon dem Leibe ist, was Sok. 
erst 524 B erschliesst. 

2. αὐτῇ τῇ ψυχῇ αὐτὴν τὴν ψυ- 
χήν bezeichnet die Unmittelbarkeit 
der Erkenntnis von der subjectiven 
und objecrg Seite zugleich. 


6. πρότερος N ὑμεῖς. Zeus ist In- 
haber ἀογ πρόνοια. Diess gibtihm zu- 
gleich das Recht, seinen eigenen 
Söhnen die richterlichen Würden zu 
erteilen. © 


7. Μίνω, Ῥαδάμανϑυν, Alanov. 
Dieselben nennt auch Sokrates in der 
Apol. 41 A als Richter in der Unter- 
welt und daneben noch einen Athener 
Τριπτόλεμος. Minos und Rhadaman- 
thys waren Brüder, Söhne des Zeus 
und der Tochter des Phönix, jener 
König in Kreta und als weiser Gesetz- 
geber berühmt, dieser ausgezeichnet _ 
in .der Gerechtigkeitspflege.  Eben- 
falls berühmt durch Frömmigkeit und 
Gerechtigkeitwar Aeakos, der Sohn 
des Zeus und der Aegina. Diese drei 
nenut auch Dem. de cor. 127 zusam- 
men. Nach der Sage wurden Minos 
undRhadamanthysallgemein alsRich- 
ter unter den Todten (nicht aber vor 
ihrem Eintrittin das Todtenreich, son- 
dern für Streitigkeiten unter ihnen) 


E20 
F 


ΓΌΟΝ 


bezeichnet, Acakos ihnen ir in der Sage 
der Aegineten Ba 

anerkannt. Dass 
manthys die aus Asien 


Todten zu richten haben, erklärt sich - 


tas zu Asien, 
öniciern, wel- 
n. der 

ada- 


aus dem Verhältnis 
insbesondere zu den P 
ches sich auch in der Sage 
Abstammung des Minos und 
manthys ausspricht. 


[524 A] 9. ἐν τῷ λειμῶνι. Ge- 


dacht ist an die Asphodeloswiese nach 


Hom. Od. ΧΙ, 539. Nach Homer scheint 


ee N 


i 


dieselbe sich durch den ganzen Hades 
hinzuziehn und Wohnplatz der Schat- 


ten zu sein. Vgl. Od. XXIV, 13 
αἶψα a: ἵκοντο κατ Ken. λει- 


ἔνϑα τε ναίουσι ψυχαί, εἴδωλα κα- 


Platon verlegt sie vor den Be — 

Zu τριόδῳ vgl. Virg. Aen. VI, 540. 

Hic locus est, partis ubi se via fin- 

dit in ambas 

Dextera quae Ditis magni sub moe-_ 
nia tendit. 


| 3 


Ζ 


Hac iter Elysium nobis: at laeva 


malorum 


Exercet poenas et ad impia Tar- 


tara mittit. 


Re 


12. ἐπιδιακρένειν das entschei- 
dende Urteil abgeben. περὶ τῆς πο- 


ρξεέας nicht in Bezug anf den Wan- 


del auf Erden, sondern ob sie nach 


Ν᾿ 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


187 


ν, ἐὰν ἀπορῆτόν τι τὼ ἑτέρω; ἵνα ὡς δικαιοτάτη ἡ a 
περὶ τῆς πορείας τοῖς ἀνθρώποις. 

XX. Ταῦτ᾽ ἔστιν, ὦ Καλλέκλειρ: ἃ ἐγὼ ἀκηκοὼς πι- 
en ἀληϑὴ εἶναι" καὶ ἐκ τούτων τῶν λόγων τοιόνδε τι λο- B 


3 γίζομαι συμβαίνειν. ὁ ϑάνατος τυγχάνει ὦν, ὡς ἐμοὶ oa. 
οὐδὲν. ἄλλο ἢ n δυοῖν πραγμάτοιν διάλυσις, τῆς ψυχῆς καὶ τοῦ 


06, ἀπ᾽ ἀλλήλοιν" ἐπειδὰν δὲ διαλυϑῆτον ἄρα ἀπ ἀλ- 
οὐ πολὺ > ἧττον ἑκάτερον αὐτοῖν ἔχει τὴν ἕξιν τὴν αὑ- 


τοῦ, ἥνπερ καὶ ὅτε ἔζη ὁ ἄνϑρωπος, τό τὲ σῶμα τὴν φύσιν τὴν 
) αὑτοῦ καὶ τὰ ϑεραπεύματα καὶ τὰ παϑήματα ἔνδηλα πάντα. 
οἷον εἴ τινος μέγα ἦν τὸ σώμα φύσει N τροφῇ ἢ ἀμφότερα ξῶν- C 
τος, τούτου καὶ ἐπειδὰν ἀποϑάνῃ ὁ νεκρὸς μέγας; καὶ εἰ παχύ, 
παχὺς καὶ ἀποϑανόντος, καὶ τάλλα οὕτωρ' καὶ εἰ αὖ ἡ ἐπετήδευε 
κομᾷν, κομήτης τούτου καὶ ὁ νεκρός. μαστιγίας αὖ εἴ τις ἦν 


et ταῦτα ἔχον: EN te εἴ του ἦν μέλη ἢ διεστφαμ- 
μένα, ξῶντος καὶ τεϑνεῶτος ταὐτὰ ταῦτα ἔνδηλα. ἑνὶ δὲ λό- ἢ 


den Inseln der Seligen oder dem Tar- 
taros wandern sollen. Vgl. Phaed. 
107 Ὁ. ἐν ἀρχῇ τῆς ἐκεῖσε πορείας. 

Car. LXXX.3. Ausdem vorgetrage- 
nen Mythos werden Schlüsse gezogen 
über das Wesen des Todes und 
die Erscheigungsform der 
Seele nach dem Tode. 

[B] 5. ὁ ϑάνατος κ. τ. A. νεῖ. 
Phaedon 64 C. 

8. ἕξιν. Unter ἕξες ist die ausdem 
Wesen hervorgehende, also qualitativ 
bestimmte Haltung, Beschaffenheit 
und Darstellungsweise einer Sache zu 
verstehen, nicht ihr Wesen an sich 
und auch nicht ein äusserlich ange- 
mener Zustand. Aber beides, die 
gliche Natur der Sache (φύ- 
σις} und ihre Entwickelungszu- 
stände (ϑεραπεύματα καὶ παϑή- 

finden in der ἕξις gleichzeitig 
n Ausdruck. Vgl. Theaet. 153 B. 

9. τό re σῶμα. Im Phaedon be- 
nutzt Sok. die Thatsache, dass der 
Leib nach dem Tode noch eine Zeit- 
lang in derselben ἕξις fortdauert, zu 
einem Unsterblichkeitsbeweise. Vgl. 


80 Ὁ. Ὁ. 10. ϑεραπεύματα καὶ τὰ 
παϑήματα. Beide Ausdrücke bezeich- 
nen die durch Eutwicklung ent- 
standenen Zustände, jene insofern 
dieselbe auf-der durch Pflege (sei es 
richtige oder falsche) geförderten in- 
neren ı Ausbildung der φύσις hernht, 
letztere insofern sie auf Einwirkun- 
gen von Aussen beruhen. Zur Erläu- 
terung kann auch dienen Phaedon 
„107 Ὁ. οὐδὲν γὰρ ἄλλο ἔχουσα εἰς 
Ἅιδου ἡ ψυχὴ ἔρχεται πλὴν τῆς 
παιδείας τε καὶ τῆς τροφῆς. Der 
Ausdruck παϑήματα, weil er derall- 
gemeinere ist, kann daun D für 
die Entwiekelungszustände überhaupt 
eintreten. Jedoch gibt ebenda der, Re- 
lativsatz & διὰ τὴν ἐπιτήδευσιν € ἑκά- 
στου πράγματος ἔσχεν eine nähere 
Erklärung des Ausdrucks. 

[6] 11. ἀμφότερα wie 477 D. 

14, κομᾶν langes Haar tragen. Ge- 
meint ist die Üebertreibung darin; 
denn kurz abgeschorenes Haar war 
eine ἀνδραποδώδης ϑοίξ. * 

[D] 18. Evi δὲ λόγῳ KA wie ὡς 
συνελόντι εἰπεῖν. Vgl.Phaedon 111 


525 


9 


ae τ 


οἷος εἶναι παφεσχεύαστο τὸ σῶμα ξών, ἔνδηλα ταῦτα κι ὶ 
τελευτήσαντος ἢ πάντα ἢ τὰ πολλὰ ἐπέ τινα χρόνον. ταὐτὸν 
δή μοι δοκεῖ τοῦτ᾽ ἄρα καὶ περὶ τὴν ψυχὴν εἶναι, ὦ Κα, - 


Pi 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 2 | 


λίκλεις" ἔνδηλα πάντα ἐστὶν ἐν τῇ ψυχῇ, ἐπειδὰν γυμνωϑῇ 
τοῦ σώματος. τά τε τῆς φύσεως καὶ τὰ παϑήματα, ἃ διὰ τὴν i 
ἐπιτήδευσιν ἑκάστου πράγματος ἔσχεν ἐν τῇ ψυχῇ ὁ ἄνϑρω- 
πος. ἐπειδὰν οὖν. ἀφίκωνται παρὰ. τὸν. δικαστήν, ol μὲν ἐκ 
τῆς “σίας παρὰ τὸν Ῥαδάμανϑυν, ὁ Ῥαδάμανϑυς ἐκείνους 
ἐπιστήσας ϑεᾶται ἑκάστου τὴν ψυχήν. οὐκ εἰδὼς ὅτου ἐστίν, 
ἀλλὰ πολλάκις τοῦ μεγάλου βασιλέως ἐπιλαβόμενος ἢ ἄλλου I 
ὁτουοῦν βασιλέως ἢ δυνάστου κατεῖδεν οὐδὲν ὑγιὲς ὃν τῆς 
ψυχῆς, ἀλλὰ διαμεμαστιγωμένην καὶ οὐλῶν μεστὴν ὑπὸ 
ἐπιορκιῶν καὶ ἀδικίας, ἃ ἑκάστῃ ἡ πράξις αὐτοῦ ἐξωμόρξατο, 
[εἰς τὴν ψυχήν]. καὶ πάντα σκολιὰ ὑπὸ ψεύδους καὶ ἀλαζονείας 


A, καὶ ἑνὶ λόγῳ ὅ ὅπερ ἡμὲν τὸ ὕδωρ 
pe — τοῦτο ἐκεὶ τὸν ἀέρα. — οἷ- 
ος εἶναι παρεσκεύατο τὸ σῶμα Ev 
wie sich Jemand im Leben in leibli- 


‚cher Beziehung entwickelt hat. 


2. ἐπί τινὰ χρόνον eine geraume 
Zeit. Vgl. Phaedon 80 C, wo es von 
derselben Sache, heisst: ἐπιεικῶς 
συχνὸν ἐπιμένει χρόνον. -- ταὐ- 
τὸν δή κ.τ.λ. Die Analogie der Seele 
mit dem Leibe wird zuerst im Allge- 
meinen, dann möglichst ins Einzelne 
durchgeführt. 

[ΕἸ 7. οἵ μὲν ἐκ τῆς Ao. Man be- 
achte die woltuende, fast episcHe 
Breite der Darstellung, die zugleich 
der Veranschaulichung des Gedan- 
kens vortrefflich dient. 

9. ἐπιστήσας. Er hält sie an; die 


' Seele würde sonst wol ihren eigenen 


Weg wandeln. 

10. τοῦ μεγάλου βασιλέως. War- 
un gerade dieses Beispiel gewählt ist, 
erklärt sich aus dem zu 470 E Ge- 
sagten. — ἐπιλαβόμενος vgl. zu 
519A. 11. κατεῖδεν der Aorist belebt 
die Darstellung. 

12. διαμεμαστιγωμένην nach der 
Analogie des Leibes, der einem 
μαστιγίας gehörte. — So entspricht 
00 td oben dem κατεαγότα μέλη 
καὶ διεστραμμένα πα das letzte den 


in 524 C rose 


nissen (παχύς) des Leibes. _ 
[525 A] Sok. gibt drei Anschauun- 
gen von der unsittlichenErscheinungs- 
form der Seele. 1) Das Wesen der 
Sittlichkeit besteht in der δικαιοσύ- 
vn. Daher wird ἀδικία vorangestellt. _ 
Daneben steht als die stärkste Form 
derselben, deren Bestrafung nachdem 
Tode schon das Homerische Zeitalter 
annahm (Ilias III, 278 u. 279. ΧΙΧ, ὁ 
209 αἴ ϑ᾽ ὑπὸ aan ἐνϑρώπους ti- 
νυνται ὅ τίς κ᾽ ἐπίδρκον ὀμόσσῃ.) 
der Meineid. Die ddına vaileinı 9 
daher das Wesen der Seele selbst. 
2) Ihrenaturgemässe Entwicklung 
beruht auf Wahrheitserkenntnis. 
Die Lüge hemmt jene Entwicklung 
und verkrümmt und verbiegt daher- 
die Seele. Dieses Bild entspricht zu- 
gleich der Allen geläufigen Anschau- 
ung von dem Wesen der Wahrheit. 
3) Die Thätigkeit derSeele nach Aus- 
sen macht die Einhaltung 'hestimmter. 
Masse nötig. Fehlt ihr diese Eigen-. 
schaft — die σωφροσύνη —, hat sie 
vielmehr die ἀκολασέα, welchd sich 
je nach den äusseren Objeeten, mit 
denen der Mensch es zu thun. hat, dar-. 
stellt als ἐξουσέα, τρυφή und ὕβρις. 
(ἀκρατέα ist allen gemeinschaftlich), 
so wird dadurch dasrechte Verhältnis 


EN - „ MN 


ΓΟΡΓΊΑΣ. * 


δὲν εὐθὺ διὰ τὸ ἄνευ ἀληϑείας τεϑράφϑαι" καὶ ὑπὸ 
los καὶ τρυφῆς καὶ ὕβρεως καὶ ἀκρατίας τῶν von 
ἄσυμ ἑτρίας te καὶ αἰσχφότητος γέμουσαν τὴν ψυχὴν εἶδεν' 
ἰδὼν ὃὲ ἀτίμως ταύτην ἀπέπεμψεν εὐθὺ τῆς φφουρᾶς, οἷ ΠΣ 
; rg ἀνατλῆναι τὰ προσήκοντα πάϑη. 
LXXXI. Προσήκει δὲ. παντὶ τῷ ἐν τιμωρίᾳ ὄντι, ὑπ᾽ Pr B 
λου ὀρθῶς τιμωρουμένῳ, N βελτίονι οὐδὲ ἀρειαρον, καὶ ὀνίνασϑαι 
7 παραδείγματι τοῖς ἄλλοις γέγνεσϑαι, ἵνα ἄλλοι ὁρῶντες 
πάσχοντα ἃ ἂν πάσχῃ φοβούμενοι βελτίους γίγνωνται. εἰσὶ 
30% οἵ μὲν ὠφελούμενοί τε καὶ δίκην διδόντες ὑπὸ ϑεῶν τε 
᾿ καὶ ἀνθρώπων οὗτοι, οἱ ἂν ἰάσιμα ἁμαρτήματα ἁμάρτωσιν" 
ὅμως δὲ δι ἀλγηδόνων καὶ ὀδυνῶν γίγνεται αὐτοῖς ἡ ὠφέλεια 
καὶ ἐνθάδε καὶ ἐν Ardov οὐ γὰρ οἷόν τε ἄλλως, ἀδικίας 
ἀπαλλάττεσϑαι. οἱ δ᾽ ἂν τὰ ἔσχατα ἀδικήσωσι. καὶ διὰ τοιαῦτα C 
5 ἀδικήματα ἀνίατοι γένωνται, ἐκ τούτων τὰ παραδείγματα 


zwischen den rain en Theilen 
der Seele selbst zerstört und ihre G e- 


‚stalt im Ganzen wird masslos nnd 


hässlich. Gedacht ist natürlich an die 
Ausdehnung, welche die ἐπιϑυμέαι 
‚ erlangen. So führen diese drei Bilder 
zurück einmal auf die eben erst er- 
wähnten Unterschiede der φύσις, ὅε- 
ραπεύματα und παϑήματα der 
Seele, sodann auf die Grundlage der 
Lebensanschauung des‘ Sokrates. 

4. ἀτίμως entsprechend der erı- 
μέα, die von irdischen Richtern ver- 
hängt wird. 

Car. LXXX1I. [B] 6. Προσήκει. 
Der Zweck der Strafe bestimmt auch 
das Mass derselben. Auf den Zweck 
der Strafe musste Sokrates noclımäls 
zurückkommen, um ihr Verhältnis zu 
dem Leben der Seele tiefer zu begrün- 
den als das früher geschehen konnte. 

8. ἢ παραδείγματι ἢ. Auch dabei 
ist das Ziel, wie das Folgende zeigt, 
ein Besserwerden, aber Anderer als 
‚der Gestraften. Die von Protago- 
ras 824 ΒΕ aufgestellte Abschrek- 
kungstheorie: ὁ δὲ μετὰ λόγου 

χειρῶν κολάξειν οὐ τοῦ ᾿πα- 
ρεληλυϑότος ἕνεχα ἀδικήματος τι- 
μωφεῖται, ἀλλὰ τοῦ μέλλοντος χά- 
ev, ἕνα μὴ αὖϑις ἀδικήσῃ unte 


αὐτὸς οὗτος. ἥτε ἄλλος ὁ τοῦτον 
ἰδὼν κολασϑέντα ist in der Platoni- 
schen Bestimmung aufgenommen, 
aber auf sittlichen Grund gestellt und 
veredelt. Seine Theorie über die 
Strafe in der Unterwelt lässt, ohne 
dass sie ausdrücklich erwähnt wird, 
die Lehre von der Seelenwanderung 
voraussetzen. : : 

9. φοβούμενοι. DieFurcht ist da- 
bei nicht zu einem sittlichen Motive 
gemacht, sondern durch sie wird eine 
Umkehr in der Erkenntnis bewirkt; 
in den Folgen wird das Wesen des 
Bösen und des Unrechts erkannt. 

10. ὠφελούμενοί τε καὶ δίκην δι- ᾿ 
δόντες. Das zweite Partieipium ist 
logisch dem ersten untergeordnet a 
durch dass). Gegensatz "οἱ δ᾽ ἅ 

[0] 15. ἀνέατοι. Aus der nn. 
nis von dem Gegensatz. des Unrechts 
gegen das Wesen der menschlichen 
Seele selbst folgt, dass jenach ἃ 6 πὶ 
Grade der Grösse und Stärke des 
Unrechts .auch eine geringere oder 
grössere Zerstörung der Seele selbst 
eintrete, die sich steigern kann bis zur 
Unfähigkeit umzukehren zu ihrem ei- 
gentlichen Berufe oder der Unheil- 
barkeit. Vgl. Phaedon 113 E. οἵ δ 
ἂν δόξωσιν ἀνιάτως ἔχειν διὰ τὰ 


: γίγνεται. καὶ οὗτοι αὐτοὶ μὲν οὐκέτι ὀνίνανται οὐδέν, ἅτ | 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἀνίατοι ὄντες, ἄλλοι δὲ ὀνίνανται ol τούτους ὁρῶντες διὰ 
τὰς ἁμαρτίας τὰ μέγιστα καὶ ὀδυνηρότατα καὶ φοβ 
ρώτατα πάϑη πάσχοντας τὸν ἀεὶ χρόνον, ἀτεχνῶς παρα- 
δείγματα ἀνηρτημένους ἐκεῖ ἐν "Audov ἐν τῷ δεσμωτηρίῳ, 


Ἵ:- 


ῃ τοῖς ἀεὶ τῶν ἀδίκων ἀφικνουμένοις ϑεάματα καὶ νουϑετήμα- 


526 


τα. ὧν ἐγώ φημι ἕνα καὶ | ᾿Αρχέλαον ἔσεσϑαι, εἰ ἀληϑῆ λέγει 
Πώῶλος, καὶ ἄλλον ὅστις ἂν τοιοῦτος τύραννος ἢ" οἶμαι δὲ καὶ 
τοὺς πολλοὺς εἶναι τούτων τῶν παραδειγμάτων ἐκ τυράννων 
καὶ βασιλέων. καὶ δυναστῶν καὶ τὰ τῶν πόλεων πραξάντων 
γεγονόταρ" οὗτοι γὰρ διὰ τὴν ἐξουσίαν μέγιστα καὶ ἀνοσιώτα- 
τὰ ἁμαρτήματα ἁμαρτάνουσι. μαρτυρεῖ δὲ τούτοις καὶ Ἵ Oun- 
005° βασιλέας γὰρ καὶ δυνάστας ἐκεῖνος πεποίηκε τοὺς ἐν 
"Audov τὸν ἀεὶ χρόνον τιμωρουμένους, Τάνταλον καὶ Σίσυφον 
καὶ Τιτυόν". Θερσίτην δέ, καὶ εἴ τις ἄλλος πονηρὸς ἦν ἰδιώ- 
της, οὐδεὶς πεποίηκε μεγάλαις τιμωρίαις συνεχ ν ὡς 
ἀνίατον" οὐ γάρ, οἶμαι, ἐξῆν αὐτῷ" διὸ καὶ ῥβκινμαμας 
ἦν ἢ οἷς ἐξῆν. ἀλλὰ γάρ, ὦ Καλλέκλεις, ἐκ τῶν δυναμέν 
εἰσὶ καὶ ol σφόδρα πονηροὶ γιγνόμενοι ἄνϑρωποι᾽ οὐδὲν μὴν 
κωλύει καὶ ἐν τούτοις ἀγαϑοὺς ἄνδρας ἐγγίγνεσθαι, καὶ. 
σφόδρα γε ἄξιον ἄγασϑαι τῶν γιγνομένων" χαλεπὸν γάρ, ὦ 
Καλλίκλεις, καὶ πολλοῦ ἐπαίνου ἄξιον ἐν μεγάλῃ ἐξουσέᾳ τοῦ 
ἀδικεῖν γενόμενον δικαίως διαβιῶναι. ὀλίγοι δὲ γίγμαμεαι οἵ 


μεγέϑη τῶν ἁμαρτημάτων “. τ. A. 
de Rep. X, 615 E. Man beachteaber, 
dass die Strafenicht nach den Hand- 
lungen als solchen bestimmt wird 
— die braucht der Richter nicht ein- 
mal zu kennen — sondern nach dem 
in der Seele dadurch entwik- 
kelten Wesen. 

4. παραδείγματα ἀνηρτημένους 
wie man Warnuıfßstafeln u. dgl., damit 
sie jeder in Ruhe deutlich betrachten 
kann, aufzuhängen pflegt. 

[D] 6. ϑεάματα καὶ νουϑετή- 
ματα. Das zweite Substantiv gibt 
den Zweck des ersten an. 


7. ᾿ἀρχέλαον mit Bezug auf 470 D 
— 411D. 
11. οὗτοι γὰρ διὰ τὴν LEovola». 


„Wo viel Freiheit, ist viel tert τὸν. 

[E] 14. Τάνταλον καὶ Σίσυφον 
καὶ Τιτυόν in der bekannten Stelle 
der Odyss. X1,576 — 600. Alle drei 
waren Herscher; Tantalos, der Ahn- 
herr des Pelopidenhauses, war König 
in Sipylos; Sisyphos in Korinth, Ti- 
tyos in Euböa. 15. Thersites war 
schlecht und ‚darum verachtet, aber 
seine Freiheit des Handelns war be- 
schränkt. 1. II, 211—277. j 

‚17. Zu ἐξῆν ist daher zuergänzen , 
τὰ μέγιστα καὶ “ἀνοσιώτατα u ; 
τήματα ἁμαρτάνειν. 

„18. ἐκ τῶν δυναμένων εἰσὶ καὶ, - 
οἵ σφόδρα πονηροί deren sind, wie 
der σφόδρα ἀγαϑοί immer nur we- 
nige; die meisten stehen in der Mitte 
nach Phaedon 90 A, B. 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


rich 


- ἐπεὶ καὶ ἐνθάδε καὶ ἄλλοϑιε γεγόνασιν, οἶμαι δὲ καὶ 
καλοὶ κἀγαϑοὶ ταύτην τὴν ἀρετὴν τὴν τοῦ δικαίως Β 
sıolkeıv ἃ ἂν τις ἐπιτρέπῃ" εἷς δὲ καὶ πάνυ ἐλλόγιμος 
E' Eyovs καὶ εἰς τοὺς ἄλλους Ἕλληνας, ᾿Δριστείδης ὃ Δυσι- 
5 μάχου" οὗ δὲ πολλοί, ὦ ἄριστε, κακοὶ γίγνονται τῶν δυνα- 


ΠΊΧΧΧΠ. Ὅπερ οὖν ἔλεγον, ἀλλ 0 Ῥαδάμανϑυς ἐκεῖ- 
τ᾿ τοιοῦτόν τινὰ λάβῃ, ἄλλο μὲν περὶ αὐτοῦ οὐκ οἶδεν οὐ- 
ϑέν, οὔϑ᾽ ὅστις οὐϑ᾽ ὥντινων, ὅτι δὲ πονηρός τις" καὶ τοῦτο 


, ἀπέπεμψεν εἰς Τάρταρον, ἐπισημηνάμενος . ἐάν TE 
ἐάν τε ἀνίατος δοκῇ εἶναι" ὁ δὲ ἐκεῖσε ἀφικόμενος τὰ 


0 »οσήκοντα πάσχει. € ἐνίοτε δ᾽ ἄλλην εἰσιδὼν ὁσέως βεβιωκυῖαν 
καὶ μετ᾽ ἀληθείας, ἀνδρὸς ἰδιώτου ἢ ἄλλου τινός, μάλιστα 


[526 B]3. διαχειρίξειν das anver- 
τ Gut so verwalten, dass man es 
auch wieder aus der Hand gibt. (Ge- 
gensatz zum πλεονεχτεῖν τῶν ἄλλων. 
— ἐλλόγιμος εἰς τοὺς ἄλλους Ἔλ- 
ληνας. Sein Ruhm ist auch zu den 
anderen Hellenen durchgedrungen, 
weil Aristides den gemeinsamen 
Schatz der Hellenen verwaltete (EA- 
ληνοταμίας). Ueber die Präposition 

„ Prot. 312 A. οὐκ αν αἰσχύνοιο 
“τοὺς Eiinvas σαυτὸν 00- 


> Puch? ib, 349 A. 
LXXXI. 7. ὅπερ οὖν ἔλεγον 
‚knüpftan ἀδ5 024 E Gesagte wiederan. 

9. ὧντινων aus welchem Ge- 
Ne er ist. 

10. ἐπισημηνάμενος, er machtein 
Zeichen an ihm, wodurch sein Schick- 
δικασκὰο δὲ wird. Vgl. Rep.-614 C 

στὰς δὲ — καϑῆσϑαι, οὔς, ἐ- 
πειδὴ διαδικά σειαν, τοὺς μὲν δικαί.- 
ee ‚nogevEodeL τὴν εἰς δε- 
σημεῖα περιάψανταςτῶν 
αἀσμένων ἐν τῷ πρόσϑεν, τοὺς 


μέν, ἔγωγέ φημι, ὦ Καλλίκλεις, φιλοσόφου τὰ αὑτοῦ πράξαν- 
τὸς καὶ οὐ πολυπφαγμονήσαντος ἐν τῷ βίῳ, ἠγάσϑη τε καὶ 
ἐς μακάρων νήσους ἀπέπεμψε. ταὐτὰ ταῦτα καὶ ὁ Αἰακός" 
ἑκάτερος δὲ τούτων ῥάβδον ἔχων δικάξει᾽ ὁ δὲ Μίνως ἐπι- 
»πῶν κάϑηται, μόνος ἔχων χρυσοῦν σκῆπτρον, ὥς φησιν 
Ἰυσφοῖς ὁ Ὁμήρου ἰδεῖν αὐτὸν 


δὲ ἀδίκους τὴν εἰς ἀριστερὰν, ἐ- 
χοντας καὶ τούτους ἐν τῷ ὕπισϑεν 
σημεῖα πάντων ὧν ἔπραξαν. 

Ο]'᾽ 18. wer ἀληϑείας auf Grund 
der Wahrheit. 3. zu 525 A. 

14.78 αὑτοῦ πράξαντος der Aus- 
druck für die Tugend der σωφροσύ- 
vn, welche dem Menschen es: zur 
Pflicht macht, für sein eigenes Heil 
zu sorgen. Das schliesst ein Thun 
für andere nicht aus. Vgl. Apol. 33 
A τὰ ἐμαυτοῦ πράττοντος. Im Ge- 
gensatz dazu bezeichnet das πολυ- 
πραγμονεῖν eine solche Vielgeschäf- 
tigkeit, welche in dieRechte und Auf: 
gabe Anderer eingreift. Anders, aber 
mit Ironie Apol. 31 €, Vgl. Cron zu 
der Stelle. 

15. ἠγάσϑη er ist befriedigt, zu- 
frieden „gestellt 8 s. zu 482 D. 

17. ῥάβδον ἔχων, derStab war das 
Zeichen, dass Jemand mit öffentlicher 
Autorität bekleidet war. Ihn trugen 
Herolde, Seher, Priester, Kampford- 
ner und Andere, namentlich aber 


527 


NAATBNOZ‘ 


192 : 


ν". 


χφύσεον σκῆπτρῳν ἔχοντα, ϑεμιστεύοντα vervoow. 
ἐγὼ μὲν οὖν, ὦ Καλλίκλεις, ὑπὸ τούτων τῶν λόγων πέπει- 
σμαι; καὶ σκοπῶ ὕπως ἀποφανοῦμαι τῷ κριτῇ. ὡς ὑγιεστάτην 
τὴν ψυχήν" χαίρειν οὖν ἐάσας τὰς τιμὰς τὰς τῶν πολλῶν, τὴν 
ἀλήϑειαν σκοπῶν πειράσομαι τῷ ὄντι ὡς ἂν δύνωμαι βέλ- 
τιστος ὧν καὶ ξῇν καὶ ἐπειδὰν ἀποϑνήσκω ἀποϑνήσκειν. 
παρακαλῶ δὲ καὶ τοὺς ἄλλους πάντας ἀνθρώπους, a ὅσον 
δύναμαι, καὶ δὴ καὶ σὲ ἀντιπαρακαλῶ ἐπὶ τοῦτον τὸν βίον 
καὶ τὸν ἀγῶνα τοῦτον, ὃν ἐγώ φήμι ἀντὶ πάντων τῶν ἐνθάδε 
ἀγώνων εἶναι, καὶ ὀνειδίξω σοι, ὅτι οὐχ οἷός τ᾽ ἔσει σαυτῷ, 
βοηϑῆσαι, ὅταν ἡ δίκη σοι ἡ καὶ ἡ κρίσις ἣν νῦν δὴ ἐγὼ ἔλε- 
γον, ἀλλὰ ἐλϑὼν παρὰ τὸν δικαστὴν τὸν τῆς «ἰγίνης υἱόν, 
ἐπειδάν σου ἐπιλαβόμενος ἄγῃ , χασμήσει καὶ ἐλιγγιάσεις οὐ- 
δὲν ἡ ἧττον N ἐγὼ ἐνθάδε σὺ ἐκρῖ, καί σε ἴσως τυπτήσει τις καὶ 
ἐπὶ κόρρης ἀτίμως καὶ πάντως προπηλακιεῖ. % 

LXXXIU. Τάχα δ᾽ οὖν ταῦτα μῦϑός σοι δοκεῖ λέγεσθαι. 
ὥσπερ γραὸς καὶ καταφρονεῖς αὐτῶν, καὶ οὐδέν γ᾽ ἂν 
ϑαυμαστὸν καταφρονεῖν τούτων, εἶ πῃ ξητοῦντες εἴχομ 
αὐτῶν βελτίω καὶ ἀληϑέστερα εὑρεῖν" νῦν δὲ ὁρᾷς, ὅτι τρεῖς 
ὄντες ὑμεῖς, οἵπερ σοφ ὥτατοί ἐστε τῶν νῦν Ἑλλήνων, σύτεκαὶ 
Πῶλος καὶ Γοργίας, οὐκ ἔχετε ἀποδεῖξαι, ὡς δεῖ ἄλλον τινὰ 
βίον ξῇν ἢ τοῦτον, ὅσπερ καὶ ἐκεῖσε φαίνεται συμῳέφωι, ἀλλ᾽ 


Richter. Vgl. Dem. de Cor. 210 καὶ 
παραλαμβάνειν γε ἅμα, τῇ βακτη- 
ρέᾳ καὶ τῷ συμ μρύλφ τὸ φρόνημα 
. πόλεως νομίξειν ἕκαστον ὑμῶν 


[D] 1. Die Stelle steht Od. ΧΙ, 567. 


[E] 8. αντιπαρακαλῶ nochmals 
mit Bezug auf 486 A und 521 A. 9. 
τὸν &yovedoppelsinnig; einmal mit 
Bezug auf die öffentlichen Wettkäm- 
pfe, bei denen ein Preis zuerkannt 
ward. Vgl. 482 C. In diesem Sinn 
kann das ganze Leben so heissen, 
da verschiedene Weisen desselben 
einander gegenüber stehen. Vgl. auch 
Phaed. 114C. S. auch den Schluss 
dieses Dialoges. , Aber auch der 
Process hiess ἀγών und ein solcher 
erwartet jeden in dem letzten Gericht. 
Vgi. Apol. 34. Ο εἰ ὁ μὲν καὶ ἐλάτ- 


τῶ τουτουΐϊ τοῦ ἀγῶνος; ἀγῶνα ἄγων ; 
ψιξόμενος δεήϑη. ᾿ 

10. ὅτι οὐχ οἷός 7’ ἔσει u. τ᾿ λὲ εἶ 
Im Einzelnen ganz entsprechend den 
Vorwürfen des Kall. in 486A, B. νῦν 
γὰρ εἴ τις σοῦ λαβόμενος u. τ. λ. ὁ 

Car. ΥΧΧΧΙΗΠ. 17. ὥσπερ vorbei 
ohne Wert, wie es als Sprichwort 
heisst Theaet.176B. ταῦτα γάρ ἐστιν 
ὁ λεγόμενος γραῶν ὥϑλος. „Yel. 
auch Rep. I, 350 Ὁ. ἐγὼ δέσοι ὥσπερ, 
ταῖς γραυσὶ ταῖς τοὺς μυύϑους͵ λε- 
γούσαις εἶεν ἐρῶ καὶ κατανεύσο- 
wer καὶ ἀνανεύσομαι. 

19. ἀληϑέστερα. Der Comparktieil 
weil die erkannte Wahrheit durch 
neue Erkenntnisse und Gründe noch 
mehr gestützt und vertieft. werden , 
kann. aß 

[B] 22. ἐκεῖσε das Leben im Jen- 
seits; Gegensatz zu ἐνϑάδε 525 Be 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 


193 


ἐν τοσούτοις λόγοις τῶν ἄλλων ἐλεγχομένων μόνος οὗτος 
ἠρεμεῖ 6 0 λόγος, ὡς εὐλαβητέον ἐστὶ τὸ ἀδικεῖν μᾶλλον ἢ τὸ 
 ἀδικεῖσϑαι, καὶ παντὸς μᾶλλον ἀνδρὶ BREUER οὐ τὸ δοκεῖν 
Fe ἀγαϑὸν ἀλλὰ τὸ εἶναι, καὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσίᾳ. ἐὰν δέ τις 
> κατά τι κακὸς γίγνηται, κολαστέος ἐστί, καὶ τοῦτο δεύτερον 
ἀγαϑὸν μετὰ τὸ εἶναι δίκαιον, τὸ γίγνεσθαι καὶ κολαξόμενον 
διδόναι δίκην" καὶ πᾶσαν κολακείαν καὶ τὴν περὶ ἑαυτὸν καὶ 
τὴν περὶ τοὺς ἄλλους, καὶ περὶ ὀλίγους καὶ περὶ πολλούς, 
φευκτέον" καὶ τῇ ῥητορικῇ οὕτω φηστέον ἐπὶ τὸ δίκαιον ἀεί, 
) καὶ τῇ ἄλλῃ πάσῃ πράξει. ἐμοὶ οὖν πειϑόμενος ἀκολούϑησον 
ἐνταῦϑα, old ἀφικόμενος εὐδαιμονήσεις καὶ ξῶν καὶ τελευτή- 
σας, ὡς ὁ σὸς λόγος ES, καὶ ἔασόν τινά σου xaragpgo- 
νῆσαι ὡς ἀνοήτου καὶ προπηλακίσαι 3 ἐὰν βούληται, καὶ ναὶ ἢ 
“μὰ Δία σύ γε ϑαρρῶν πατάξαι τὴν ἄτιμον ταύτην πληγήν" 
5 οὐδὲν γὰρ δεινὸν πείσει, ἐὰν τῷ ὄντι ἧς καλὸς κάγαϑύς, 


x 


ἀσκῶν ἀρετήν. κἄπειτα οὕτω κοινῇ ἀσκήσαντες, τότε ἤδη, 
δοκῇ χρῆναι, ἐπιϑησόμεϑα τοῖς πολιτικοῖς, ἢ ὁποῖον ἄν 
τὶ ἡμῖν δοκῇ, τότε βουλευσόμεϑα, βελτίους ὄντες βουλεύε-: 
σϑαι ἢ νῦν. αἰσχρὸν γὰρ ἔχοντάς γε ὡς νῦν φαινόμεϑα ἔχειν, 


) ἔπειτα νεανιξύεσϑαι ὡς τὶ ὄντας. οἷς οὐδέποτε ταὐτὰ δοκεῖ 

περὶ τῶν αὐτῶν, καὶ ταῦτα περὶ τῶν μεγίστων᾽ εἰς τοσοῦτον 
»" = Pr 

ἥκομεν ἀπαιδευσίας ὥσπερ οὖν ἡγεμόνι τῷ λόγῳ χρησώμεϑα 


2. ἠρεμεῖ, er steht allen Angriffen 3 


gegenüber fest und unbeweglich, ohne 
sich schrecken oder erschüttern zu 
lassen. 
8. οὐ τὸ δοκεῖν x. τ. A. wie 
Aesch. Sept. adv. Thebas 574 den 
Boten sagen lässt: οὐ γὰρ δοκεῖν 
στος ἀλλ᾽ εἶναι ϑέλει. Diese 
Norte wurden bekanntlich von den 
Athenern auf Aristides bezogen. In 
der That lassen sich die beiden be- 
sprochenen Lebensrichtungen nach 
ehein und Wahrheit unterschei- 


den. Vgl. Anhang 203A. 


e 1 6. εἶναι undylyveodaı unter- 
eidet Platon bereits Prot. 343 B ff. 
- 10. ἐμοὶ οὖν πειϑόμενος beginnt 
den eigentlichen pathetisch gehalte- 
nen Schluss. 11. ἐνταῦϑα auf den 
Be oder zu dem Ziel der eig- 
nen Vervollkommnung. 
Platons ausgew. Dialoge, II. 


[D] 14. τὴν ἄτιμον ταύτην πλη- 
γήν nämlich τὴν ἐπὶ κόρρης, das 
Kennzeichen des ἄτιμος. 15. οὐδὲν 
γὰρ δεινὸν πείσει, damit wird dir 
nichts Schlimmes widerfahren — mit 
äusserer Beschimpfung. 

[ΕἸ 22. ἀπαιδευσίας ἴπι Gegensatz 
zu der παιδεία, deren Kallikles und 
Polos sich rühmten. -- ὥσπερ οὖν 
ἡγεμόνι. Der Satz wird wie ein Le- 
bender behandelt, dessen Leitung 
man sich anvertrauen darf. Er ist 
der Grundsatz, aus welchem die an- 
deren sittlichen Forderungen hervor- 
gehen. — Zum Schlusse vgl. Phae- 
don 114 C. ᾿Αλλὰ τούτων δὴ ἕνεκα 

ρὴ ὧν διεληλύϑαμεν, πᾶν ποιεῖν, 
ὥστε ἀρετῆς 1 καὶ φρονήσεως ἐν τῶ 
βίῳ μετασχεῖν" 
Καλὸν γὰρ τὸ ἄϑλον καὶ ἡ ἐλπὶς 


μεγάλη. 
13 


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τὰ Ὁ 
χ,Ὁγ 


ΕΝ 1. Logische Änalyse des Dialogs. 


a Die Alan sind Meister und Muster in aller Form. Das gilt 
‚nsbesondere auch von der logischen Form. Sie haben die Ge- 
setze des Denkens wissenschaftlich ergründet, aber auch in der Ent- 
wicklung eigener Gedanken rein, scharf und klar zur Darstel- 
ung. gebracht. In besonders mannigfaltiger Weise kommen diesel- 
en, entsprechend dem philosophischen Zwecke, in den Platonischen 
Jialı ogen zur Uebung und Anwendung. Daher ist es an sich schon 
irreich, jener Gesetze und Formen an solchen Mustern sich be- 
st zu werden; aber je mehr die Einsicht in die Form eines Pla- 
ischen Dialoges, in die Gesetzmässigkeit der Untersuchung sich 
vertieft, um so klarer und sicherer muss sich die Erkenntnis seines 
{Inh Its, der Theile wie des Ganzen, gestalten. Diesem Zwecke soll 
lie nachfolgende Analyse der im Gorgias zur Anwendung kom- 
menden logischen Functionen an ihrem Theile dienen. 


A. Gespräch mit Gorgias. 


Sokrates verlangt 447D mit der Frage, welche Chairephon an 
‚Gorgias richten soll — was Gorgias sei? — die Angabe eines all- 
gemeinen oder Gattungsbegriffes, unter welchen Gorgias, als 
| s Einzelne (Individuum), zu subsumieren sei. Ein Begriff, dar- 

stellt in seinem Zeichen, dem Worte, wird der geeignete Aus- 
Mansrpunkı methodischer Untersuchungen ‚„ weil er ein Mannig- 
faltiges ineine Einheit zusammenfasst. Daher können an 
ihn, in der Enifaltung seines Inhalts, alle logischen Functionen an- 
inüpfen. Er selbst muss aber zunächst gegeben werden. Für die 
hätigkeit des Gorgias, weil sie neu war, war noch keine Benen- 
ng in allgemeinen Gebrauch übergegangen. Sie musste daher erst 
stimmt. und damit der Begriff gegeben werden. Als Mittel, dem 
-olos, welcher sich in die Unterredung eingedrängt hat, klar zu 
machen, worin die verlangte logische Function bestehe, benutzt Chai- 
rephon das Beispiel. Die logische Bedeutung des Beispiels beruht 


| 13* 


᾿ 


196 ANHANG. 


darauf, dass das Denken auf ein Bekanntes hingewiesen wird, : 
dem es dieselbe logische Function bereits geübt hat, oder leic 
vornehmen kann, welche auch bei dem Gesuchten, Unbekanı 
ten erforderlich ist.!) In der Wahl des ie macht Chaireph« 
die Supposition, dass Gorgias eine Kunst verstehe und fragt na, 
deren Namen. Polos verfehlt aber dennoch das Ziel und antwort: 
448 C mit einem Attribut, welches nur eine subjective Wei 
schätzung ausspricht und nur ein äusseres, kein inneres wesen 
liches oder constitutives Merkmal enthält. Sokrates zei. 
448E, dass die Aufgabe war, zunächst. den Begriff (das τέ) zu setze 
nicht die Qualität (ποιόν) der betreffenden Sache anzugeben. I 
nes geschieht dann durch Gorgias 449 A, indem er sich als Rh 
und seine Kunst als die Rhetorik Yarstellt. Dieser Name, wel 
einen Begriff enthält, erweckt zunächst nur eine Vorstellung in 
Seele. Sie wird zum Begriffe erhoben durch Definition. 
Diese hat die Aufgabe, den Begriff im Unterschied von and 
ähnlichen zu verdeutlichen oder ihn zu erklären. Dazu 
die Angabe des nächsthöheren Gattungsbegriffes (ger 
proximum) und des ihm eigentümlichen Artunterschie 
(differentia specifica) nötig. Der Gattungsbegriff wird hier vor 
gesetzt als gegeben in der Kunst. Die folgende Erörterung ist 
eine hypothetische, bis die Frage zur Lösung gelangt, ob 
Rhetorik eine Kunst sei oder nicht. Vorerst wird nur der Artun! 
schied gesucht. Er wird gefunden durch Vergleichung mit anı 
ren Künsten. Dabei handelt es sich um den Inhalt des Begri 
d. i. Merkmale, die er insich befasst — nicht den Umfang, 
Arten, die er unter sich hat. Das Gemeinsame der Künste ist οἷν 
hervorbringende, erzeugende Thätigkeit. Daher müssen sie sie 
nach den Objecten unterscheiden, die sie erzeugen, oder auf di 
sie sich beziehen. Diess ist die Bedeutung der Frage des Sokrate 
nach dem περὶ τί, 449 Ὁ. | fc Be 
Die von Gorgias 449 DE aufgestellte Definition, wornach « 
Rhetorik sich auf Reden beziehe, erweist sich als zu weit (latö 
oder streng genommen als gar keine. Denn es fällt das, was 
Artbegriff angegeben wird, dem Galtungsbegriff selbst zu, so da 


1) Vgl. Trendelenburg elementa logiees Aristotelicae $ 38. Die Bedeı 
tung des Beispiels, wie der mit ihr verwandten Analogie erkannte zuer 
Sokrates, durch seinen pädagogischen Takt geleitet. Daher bilden beide eine 
wesentlichen Bestandteil der Sokratischen Methode. Platon erfasste seine Bi 
deutung noch tiefer. et ἘΙΝ 

2) Man unterscheidet Nominal- und Realdefinition. Sokrates ve@ 
langt die letztere von Gorgias. Dessen Erklärungsversuche führen aber i 
Resultat doch nur zu einer Nominaldefinition, trotz der trefflichen Leitnn 
des Gesprächs durch Sokrates. Erst durch diesen wird später auch die Au 
gabe der Realdefinition gelöst: 2:2: 


ANHANG. 197 


‚larnach τέχνη und ῥητορική ganz identisch werden würde.!) Die 
‚Zrlär R terung, welche Gorgias für seinen Definitionsversuch gibt 
0 3 C), 5 besagt wenig und fällt in einen anderen Fehler. -Denn 
χα οἱ 1 positives. md one Merkmal anzugeben, stellt er 
n egative (— τῆς δὲ ῥητορικῆς οὐδέν ἐστι τοιοῦτον χει-- 
γούργ @) und comparative (auf mehr oder weniger διὰ λό- 
vi γ ν τὸ κῦρος ἔχειν beruhende) Bestimmung auf. Das lässt an sich 
ı Dunkelheit in dem Begriff zurück und dann ist jenes Merkmal 
eo ἰοῦ noch mehreren Künsten gemeinsam, die Definition also noch 
eit. Sokrates greift aber das von Gorgias nur ohne klare Vor- 
stell & Gebrachte auf und zeigt ihm, durch welches Hülfsmittel man 
odisch zur Definition gelangen könne. Das ist die Eintei- 
ι τ (divisio) des Gattungsbegriffs. Durch Feststellung des Um- 
ings desselben gelangt man zur Erkenntnis der in ihm enthaltenen 
Arten und dadurch zur Erkenntnis des Inhalts einer speziellen Art 
st. Der Einteilungsgrund (fundamentum divisionis) ist 
Re von Gorgias gegebene Erklärung, obwol Gorgias damit von dem 
ee eaguten Wege abgesprungen und das Reden — nicht 
15 Object (περὲ rl) — sondern als das Mittel (διὰ τί) be- 
ch: net hatte, wodurch sich die Rhetorik verwirkliche. Innerhalb 
-Classe oder Art von Künsten, die nach dieser Einteilung die 
orik umfasst, isi sie als Unterart dennoch nach dem περὶ τί, 
m Objecte, zu definieren, auf das sie sich bezieht. Denn in die- 
ı ist ein disjunctes Merkmal zu finden 451 A—C. Der Unter- 
hied von der ersten Bestimmung, den Sokrates 'nach demselben 
Gesichtspunkte verlangt hatte , ist nun der, dass jetzt der Inhalt der 
oyo: verlangt wird, damals allgemeiner das Object der Thätigkeit 
(ἐργασία. ποίησις). 

Statt dieses Object (den Inhalt) selbst zu nennen, gibt Gorgias 
wieder nur ein Attribut aus subjeetiver Wertschätzung dafür an 
451 Ὁ (τὰ μέγιστα τῶν ἀνϑρωπείων πραγμάτων καὶ ἄριστα) 
‚und wiederholt also den oben an Polos-gerügten Fehler. Gerade 
ss Subjective hebt nun Sokrates an dieser Bestimmung her- 
ν und zeigt, dass nun erst auszumachen sei, was das grösste 
τι ἐ für den Menschen sei.?) Das Subjective muss abgestreift, eine 
bjective Bestimmung an die Stelle gesetzt werden. Anderen aner- 
en Gütern des Lebens gegenüber hat die Rhetorik ihren Rang 
haupten Cap. VII (451 E—452D). Man beachte, dass Gorgias 


ΠΝ 
ws 


2 In der Widerlegung stützt sich Sokrates auf den Inhalt der Rede, 
| in seiner Besonderheit von allen einzelnen Künsten geliefert wird. Gor- 
5 hatte nur die Form im Auge, diess aber nicht ausgesprochen. 
ie 2) Die Antwort des Gorgias wird für den Hauptinhalt des Dialoges, wie 
er äter enthüllt, vorbedeutend, sowie die verfehlte Antwort des Polos 
ebenfalls. 


198 ANHANG. 


in der That ein Gut nennt, das die Rhetorik erzeuge: Freiheit (ir 
Sinn der Rhetoren) und Herrschaft über andere, aber damit hat e 
nicht .das περὶ τί der λόγοι. sondern nur das Ziel, den Ετ το]: 
derselben bezeichnet, gleichviel worauf sieh die Reden beziehen 
Daher ist das Resultat einerseits eine Artb ‚stimmung jener 16. 
yoı. Diese werden jetzt zur πειϑώ; damit verknüpft sich anderer 
seits eine Angabe des Umfangs ihrer Wirksamkeit, also ein Hinwei 
auf verschiedene Arten der Beredtsamkeit 452 E. Nachdem so di 
nächste Gattungsbegriff für die Rhetorik durch Sokrates g 
nauer formuliert ist, zeigt Sokrates, dass auch dieser relativ is 
und nach dem Inhalt sich auf die verschiedensten Objecte beziehe 
kann 453DE. Der gefundene Begriff ist daher derselbe, wie der z 
definierende (λόγοι), nur von einer anderen Seite gefasst. Insofer 
hat Gorgias — von seinem Standpunkte aus — den Fehler der Dia 
lele oder der Kreiserklärung (circulus) begangen, indem ir 
der Bestimmung des grössten Gutes, durch welches das Gebiet j 
ner λόγοι begrenzt werden sollte, sich diese wiederum als ihre 
Bestimmung eingeschlichen haben in anderer Form. $o sieht Sokra 
tes die Sache an und macht dem Gorgias daher diesen Fehler : 
. einem Beispiel (Zeuxis) klar 453 C. Aber nichtsdestoweniger Jr 
dert die Bestimmung dennoch 2 
1) indem nun leichter von Gorgias der Form der Definiti 
genügt wird. Denn 454B gibt er nun wirklich ein Objeı 
dieser z&ı$0, nämlich Recht und Unrecht an. Damit ist fo 
mell eine genügende Definition geliefert. Aber dureh‘ 1} jene 
Bestimmung wird 
2) auch eine Prüfung oder Kritik des Inhalts dieser Definition 
ermöglicht. 3 
Denn im Anschluss an 459 ἢ stellt sich heraus, dass die‘ πειϑώ οἷ 
doppeltes Ziel verfolgen kann, dass sie entweder Wissen oder Glau- 
ben in den Zuhörern wirkt und dass es darnach zwei Arten der 
selben gibt — eine neue divisio. Die Rhetorik fällt der letzteren : 
455 A. Dadurch wird eine Aenderung für den Gattungsbegriff der ἈΠῸ 
torikmöglich, aber noch nicht ausgesprochen. Kunst und Ueber: 
redung stehen nämlich nicht im Verhältnis der Ueber- und Unter 
ordnung zu einander, noch auch der Gleichordnung, sondern sin 
Begriffe, deren Sphären sich kreuzen. Die eine Seite der Uebei 
redung fällt der Kunst zu; die andere fällt ausserhalb derselben, un 
dieser eben gehört die Rhetorik an. Das wird für die Folge wichtig. 
Betrachten wir zunächst noch die logische Function, durch welche 
derBeweis von dem Unterschiede des Wissens und Glaubens erbrach! 
wird. Diess geschieht durch einen einfachen Schluss. Schliesse 
heisst, ein Urteil aus mehreren anderen ableiten. Gegeben sind zwei 
Urteile : 


ANHANG. 199 


‚Alles Glauben kann entweder wahr oder falschı sein. 

ἡ ΕΣ ‚Wissen ist immer wahr. 
| as si nd die Prämissen. Sie genügen an sich noch nicht, um zu 
‚chlie liessen, dass Glauben und Wissen nicht identisch sind. Dazu be- 
εἴ es ‚aber auch nur der Ergänzung des allgemein logischen 
1 zes der Identität, angewandt auf den vorliegenden Fall. 
tisch sind Begriffe mit gleichen Merkmalen, nicht identisch mit 
rschiedenen Merkmalen, oder was wahr und falsch sein kann und 
as Eee wahr sein muss, kann nicht identisch sein. Nimmt man 
555 als Obersatz (propositio maior) des Syllogismus, die bei- 
ergibenen Urteile zusammen als Untersatz (propositio minor), 
Φ ἀκεῖρι sich der Schluss: Glauben und Wissen sind nicht iden- 
isch, Wir haben darin einen kategorischen Syllogismus der er- 
n Figur mit Namen Celarent. Denn der terminus medius oder 
Hitte lbegriff hat im Obersatz die erste, im Untersatz die zweite 
Ste e; das ist Kennzeichen der ersten Figur. Der Obersatz ist 
Igemein (Quantität) verneinend (Qualität); der Untersatz 
Allgemein) bejahend; der Schlusssatz allgemein verneinend. Der 
[odalität nach ist der Schluss apodiktisch. Der Obersatz hat 
ach seinem Inhalte als logisches Gesetz für Platon bereits festste- 
ϊ ende Gültigkeit. Daher kann er ihn als notwendige Voraussetzung 
ir den Schluss verschweigen. Dadurch wird dieser enthymema- 
isch. Das Wesen des Syllogismus wird dadurch nicht berührt, 
ser auch nicht zu einer Folgerung (einem unmittelbaren 
Schlusse aus einem Urteil) herabgesetzt. Ebensowenig darf man 
sich durch die disjunctive Form des einen Urteils im Untersatze täu- 
ıen lassen. Für den Schluss ist das gleichgültige Form; denn es 
mit nur auf das verschiedene Verhältnis der Subjecte zu dem 

/Merkmalsbegriffe ‚„‚wahr‘“ an. 
> Nun beginnt (455B) die eigentliche Kritik der Defhition (ti 
‚worte καὶ λέγομεν). Diese prüft den Inhalt derselben an dem Um- 
fang ihrer Geltung, das Allgemeine an dem Besonderen, um zuzu- 
‚sehen, ob sich dabei die Definition von Widerspruch frei erhalte. 
‚Zunächst entsteht die Frage, ob die Anwendung der Rhetorik wirk- 
‚lich auf Recht und Unrecht im engeren Sinne beschränkt sei, oder 
' weiter greife. Gorgias behauptet, dass der Redner über alle Sach- 
Danger durch seine Rede obsiege und dass die Rhetorik die - 
| der Künste sei (456 A), erweitert also den Umfang des Be- 
εἰς, ins Masslose. Sein Beweis beruht auf Induction. Daraus, 
der Redner über Dinge Rat erteilte, worin er nicht Sachver- 
ständiger war und mit seiner Rede anderen Kunstverständigen ge- 
genüber (er bedient sich des Arztes als Beispiel) auf deren eigenem 
Gebiete Erfolge erzielte, glaubt er auf ihre Ueberlegenheit über 
alle Künste schliessen zu dürfen 456 B, C. Diese Induction ist na- 


200 ANHANG. 


türlich unvollständig; aber auch das Resultat noch unbestimr- 
Ohne dass es in seiner (logischen) Aufgabe lag, wendet er sich d 
Widerlegung einer Beschuldigung zu, die man gegen die Rhetor 
fälschlich erhebe. Dabei gibt er — und. damit kommt er der Absic 
des Sokrates unbewusst entgegen — die Möglichkeit eines ung 
rechten Gebrauches der Rhetorik zu. Nunmehr ist es an Sokrate 
den Widerspruch zwischen Inhalt und Umfang i in der gegeben 

Erklärung nachzuweisen (οὐκ ἀκόλουϑα οὐδὲ σύμφωνα 457 

Denn ein und demselben Subjecte dürfen nicht wide 
sprechende Prädicate beigelegt werden (principiu 
contradietionis). Der Beweis dafür zerfällt in’ zwei Theile. 

1) Zuerst wird 458 E— 459 C das allgemeine Resultat a 
dem von Gorgias mitgeteilten besonderen Falle gezogen, indem al 
Theile seiner Erklärung mit dem Begriffe „Wissen“ inBeziehun 
gesetzt werden. Für den Arzt tritt der Wissende ein. Dadur« 
werden (mittelst einer Folgerung per aequipollentiam 
der Redner und das Publikum, vor dem er auftritt (als Nichtärzt 
Nichtwissende, und die Folge ist das Zugeständnis, dass der Redn«- 
über die Dinge, über welche er spricht, kein Wissen besitzt, 50. 
dern nur eine μηχανή πειϑοῦς, und nur Schein des Wissens 
Nichtwissenden zu erwecken suche. Die Frage ist, ob diese Be 
mung auch auf das besondere Gebiet des Redners und das Obj 
seiner Reden, Recht und Unrecht (überhaupt sittliche Begriffe) 4 
gewandt werden solle. Diess stellt aber Gorgias in Abrede un 
macht das Wissen von Recht und Unrecht zu einer notwendigen 7 
bedingung der rhetorischen Bildung 460 A. 

2) Nunmehr wird aus dem Satze, dass der Redner das Rech 
weiss, durch einen kurzen, auf Worterklärung und Analog 
sich stützenden Beweis der Satz abgeleitet, dass der Redner nich 
unrecht handeln kann. Das widerspricht aber dem von Gorgias ge 
machten Zugeständnis (460 D — 461 B). Jener ‚Beweis ruht ἂν 
einem Syllogismus und einigen Folgerungen. ἑ 

Obersatz: Wer das Gerechte gelernt hat ist gerecht. 'ä 
Untersatz: Der Redner hat das Gerechte gelernt. 
Schlusssatz: Also ist der Redner gerecht. 

Erste Figur, modus barbara ; Obersatz allgemein bejahend, Un 
tersatz allgemein bejahend, Schluss allgemein bejahend. Der Obe 
satz beruht auf dem Platonischen Grundsatze, dass Tugend und 
sen identisch sind oder dass dem Wissen das entsprechende Woll 
und Thun folgt. An das Schlussurteil schliessen sich nun not 
Folgerungen an durch Aequipollenz. Das Urteil: der Er 


ΕΝ 


thut Gerechtes ist gleichbedeutend dem Urteil: der Gerechte 
stets Gerechtes thun, und dieses lässt sich so umkehren: der 
rechte will niemals Unrecht thun — also auch der. ‚Redner nicht. 


A 


ANHANG, 201 


PER B. Gespräch zwischen Sokrates und Polos. 


Von 462 B ab versucht Polos den Sokrates zu widerlegen. Er 
echt aber den Fehler der öignoratio elenchi; denn er will 
on, als ob er die Ansicht des Sokrates über das Wesen der 
ik bereits kenne. Zuerst durch die Frage tive, wobei er den 
3e ” τ τέχνη zu erschleichen sucht. Dann als Sokrates, C, den 
ἤν u ingsbegriff (ἐμπειρία und zwar als genus proximum χάριτος 
er ἡδονῆς ἀπεργασίας) bestimmt hat, verfährt er, als ob er auch 
idR en Artbegri ff oder die differentia specifica schon kenne. Daher 
‚Sokrates, dass jenen Gattungsbegriff noch andere Thätigkeiten 
ὟΝ Rhetorik theilen, ohne darum identisch mit ihr zu sein, wie 
olos E annehme und erklärt den Gattungs- und Artbegriff genauer, 
dem er zugleich die Merkmale jenes Begriffs zusammenfasst in dem 
üsdrucke Schmeichelei, κολακεία 463 B. Polos wiederholt noch- 
' seinen Fehler. Zur Erläuterung seiner Definition wen- 
} Sokrates Cap. XVIIT—XX die Methode der Division'an 
und bildet ein System von Begriffen, innerhalb dessen Ge- 
a hter und Arten des eingeteilten Ganzen nach drei ver- 
Ε πῶμα Einteilungsgründen (fundamentum divisionis) in Ver- 
tnis zu einander treten. Das eingeteilte Ganze (totum 
iwisum) ist aus den Einteilungsgliedern (membra dividentia) 
n: ergänzen, Es ist die ϑεραπεία. die sich auf den Menschen be- 
ht. Die Natur des Menschen gibt den ersten (Leib und Seele), 
15 Ziel der Pflege (wahre oder scheinbare εὐεξία — oder τὸ βέλτι-- 
"ὅξον ππά τὸ ἥδιστον) den zweiten, und die Art der Thätigkeit 
(positive, principgemäss entwickelnde oder negative, abwehrende) 
or dri tten Einteilungsgrund. So entsteht folgendes Schema. 
ϑεραπεῖαι τοῦ ἀνθρώπου. 


εἰ 1. Des Leibes I. Der Seele 
u Bu‘ ) (πολιτική) 
“.Α. τέχναι Β. ἐμπειρίαι Α. τέχναι Β. ἐμπειρίαι 


1) ἃ. 'γυμναστιχή c. κομμωτική 6. νομοϑετική δ. σοφιστική 
5 ἐατρική d. ὀψοποιική [ἴ. δικαιδδύνη h . ῥητορική 

ganze Einteilung ist diehotomisch. Sie führt zu einer 
‚gar: isch geordneten Reihe disjuneter (conträrer) Begriffe. 
beachten ist das Verhältnis des Einteilungsganzen zu den Begrif 
‘fen, die unter es fallen. Darnach kreuzen sich die Sphären der- 
‚selben, so das$$sowol von den Künsten als den Empeirien] viele 
‚ausserhalb der hier behandelten Sphäre fallen. Da sich nun durch 
‘die Unterglieder wieder derselbe Einteilungsgrund hindurchzieht, so 
er unter ihnen ein proportionales Verhältnis (s. d. A. zu 
ντίστροφοι). Durch diese Division erscheint nun der Begriffsum- 
der Rhetorik in seiner bestimmten Beschränkung oderBe- 
Beh zunga nde ren,homogenen Begriffen gegenüber, dadurch 


202 ANHANG. 


ist aber zugleich der Inhalt zu voller Klarheit und Deutlichk« 
gebracht: 

-Von 466 A. an versucht Polos eine Widerlegung der vorstehe 
den Definition, durch welche der Rhetorik eine nicht sehr ehrenvo] 
Stellung angewiesen ist. Abgesehen von der ögnoratio elenchi, ἃ 
wieder zum Vorschein kommt, macht er sich einer heter« 
setesis schuldig, d. h. statt die von Sokrates aufgestellten Begriff 
bestimmungen in sich zu prüfen und mit anderen Zugeständnissen: 
vergleichen, wendet er sich gleich gegen die Gonsequenz jener Β΄. 
finition und sucht zu zeigen, dass die Rhetoren im Staate angeseh« 
und mächtig seien.!) Dadurch wird nun die Frage nach demW eri 
und der Macht der Rhetorik Gegenstand der Untersuchung. Polo 
der sie möglichst gross erscheinen lassen will, begeht zunächst 4661 
eine fallacia synonymiue, indem er die Ausdrücke wolle 
und gutdünken identificiert, wie synonyma behandelt und eine 
dem andern unterschiebt. Er behauptet der Redner thue was ih 
gutdünke und thue was er wolle, Sokrates deckt die darin liegene 
Erschleichung auf und zeigt, was Polos zu thun habe. Dass der Reı 
ner thue was ihm gutdünke; gibt er zu; aber da der Besitz grosse 
Macht als ein Gut bestimmt ist, sei die Aufgabe des Polos zu 
gen, dass der Redner thue was er wolle, oder mit anderen Worte 
dass er mit Verstand oder als Wissender handle. Zu dem Ende müss 
aber die von Sokrates aufgestellte Definition widerlegt werden, we 
che der Rhetorik das Bewusstsein von dem eignen Thun abspricht u 
sie darum auch nicht als Kunst gelten liess. Da Polos gar nicht ve 
steht, was Sokrates will, weil ihm wollen und gutdünken zusamme 
fallen, so muss Sokrates die Leitung des Gespräches übernehmen 

Die nächste Aufgabe des Sokrates ist zu zeigen, dass Wolle 
und Gutdünken nicht identisch sind. Diess geschieht durch Erklä 
rung beider Begriffe. Beide werden zu ein und demselben Begriffe 
nämlich dem des Guten in Beziehung gesetzt und zeigen ein vei 
schiedenes Verhältnis dazu. Denn 

1) das Wollen richtet sich stets auf einen bestimmten “ἢ eck 
der immer nur ein Gutes ist. ΐ 

2) Thätigkeiten werden nicht um ihrer selbst willen,. sondern u 
eines ausser ihnen liegenden Zweckes (Gutes) willen geü 
sind also blosse Mittel zur Verwirklichung des Willens. — 
Dieser Satz ist als Hülfssatz anzusehen. 2; 

3) Das Gutdünken hat die Thätigkeit selbst zu seinem Object i 
das Gute, welches stets Ziel des Wollens ist, kann hö 
stens, muss aber nicht jener Thätigkeit folgen. 

Daher sind Wollen und Gutdünken keine congruenten 


1) Ueber die Form der Frage siehe die Anmerkung der Stelle 466 A 


ANHANG. 203 


fe.!) Wenn die Thätigkeit, die einem gutdünkt, in Wahrheit 
‘in Uebel ist, so widerstreiten beide Begriffe einander. 

ΡΥ on den Thätigkeiten, welche Polos als Beweise für die Macht 
edners im Staate anführte, dass er Andere tödten, des Vermö- 
; be üben, verbannen könne, zeigt sich, dass sie zu der unter 
ezei hneten Klasse von Thätigkeiten gehören oder an sich nicht 
sind l, also auch nicht um ihrer selbst willen gewollt werden. 

uf gründet sich folgender Syllogismus. 
rsatz a) Wollen richtet sich stets auf ein Gut. 
0) Machtbesitz ist ein Gut. 

Die Thätigkeiten, die.der Redner (nach Gutdünken) 
© übt, sind an sich nicht gut. 


Hi 

a 

Schlusssätze a) folglich thut der Redner (möglicherweise) nicht 

was er will. 

3 b) er besitzt um dieser Thätigkeiten willen. keine 
| Macht." 

b; Darin sind zwei Syllogismen vereint; aber beide haben einen 

imeinsamen Untersatz, darum haben wir sie mit einander verbun- 

sen. Der Modalität nach sind beide problematisch. Sie gehören 
‚er zweiten Figur an, indem der terminus medius in Ober- und 

Intersatz die zweite Stelle einnimmt. Der Obersatz enthält das 

Ῥ dicat und der Untersatz das Subject des Schlusssatzes. Modus 

ımesires. [Lässt man alle Glieder des Beweises, jene Begriffserklä- 

n an der Spitze, hintereinander folgen, so würde sich ein ein- 
sher Kettenschluss bilden. Auch könnte man das Ganze als 
| roblem fassen in der Frage: thut der Redner was er will 
igesitum), wenn er. die von Polos angeführten Thätigkeiten nach 
utdünken übt? (data). Die unter 1, 2, 3 angegebenen Erklärun- 
ı werden dann zu Axiomen; die Folgerung, dass der Redner 
e grosse Macht besitze, wird dann corollarium zu dem aus 

ier Auflösung des:Problems gefundenen Lehrsatze.) 

Polos versucht 468E. eine demonstratio ad homi- 
m, indem er sich mit der Frage an Sokrates wendet, ob er jene 
ht im Staate, wornach er alles Beliebige thun könne, nicht sel- 

gern annehmen würde. Aber Sokrates bleibt fest und aus der 
Srörterung,, die sich hier anschliesst (469 A — D.) entwickeln sich 
ıeue Streitpunkte und Rrepleme der Untersuchung, vor allem: ob 


4» Man darf aber hiernach nicht den Begriff des Wollens’ dem des Gut- 
unterordnen wollen.. Beide gehören verschiedenen Sphären der In- 
enz an. Das Wollen rubt auf Wissen, das Gutdünken auf dem Meinen 
᾿ rheit, Schein). Daher liegt ihrer Unterscheidung dasselbe Prineip zu 
τ welches Sokrates’ auch der Unterscheidung von Künsten und Fertig- 
nu. 8. w. unterlegt. 


204 ANHANG. 


Unrechtthun oder Unrechtleiden ein grösseres ἴ 6 8. 
sei. Polos hat seinerseits nochmals erklärt, dass der Besitz d« 
grossen Macht schlechthin in der Möglichkeit bestehe, alles Beliebi Ν᾽ 
zu thun im Staate. Sokrates zeigt ihm, dass diese Bestimmung eine 
Beschränkung bedarf durch einen apagogischen Beweis 469 
— 470 B. Darin geht er von dem Gegenteil des zu Erweisende 
oder von dem zu widerlegenden Satze aus, bildet (hypoth 
tisch) einen Fall, welcher die Bedingungen, die Polos aufgestel 
vollkommen erfüllt. Auch in diesem Falle müste also von dem, we 
cher jene Thätigkeiten übt, gesagt werden, er besitze grosse Machl‘ 
aber dem muss Polos selbst widersprechen, weil die Folge des Tht 
in jenem Falle Strafe oder ein Uebel sein würde. So ergibt sich it 
direct (modo tollente) die Unrichtigkeit der von Polos aufgestellte 
Behauptung oder die Notwendigkeit, eine Beschränkung jenem Thu 
selber zuzufügen, da es nur unter der Bedingung guter Folge 
den Besitz grosser Macht anzeigen oder gut sein kann. Sokrates be 
hauptet daher, wenn -jenes Thun mit Recht geschehe, sei es 8 
wenn mit Unrecht, ein Uebel. 1) Nun ergibt sich, dass Sokrates da 
Unrechtthun an sich für ein Uebel erkennt, Polos aber nur dat 
wenn Strafe darauf folgt. Dieser unternimmt daher 470 C ff. ei 
Widerlegung des Sokrates. Seine Beweismittel sind aber nur rh 
thorische, nicht dialektische, daher ohne wirklichen Erfolg. Ἁ 
1) Zuerst sucht er 4700 — 471 D zu zeigen, dass Jema 
glücklich sein könne, auch wenn er Unrecht thue. ‘Dafür stellt 
in dem Tyrannen Archelaos von Makedonien ein Beispiel auf. 
Beweismittel ist jedoch nicht dieses Beispiel selbst, sondern dieB 3 
rufung auf die Autorität der grossen Masse, die öffentlie μι 
Meinung, oder wie es Sokrates nennt, die Aufstellung vos 
Zeuge n. Durch sie kann wol eine Thatsache bekräftigt, aber nie 
ein Urteil über einen sittlichen Grundsatz zu objectiver Geltung g 
bracht werden. Dem Beweise fehlt alle zwingende Kraft(472} 
2) Sodann will er den Satz des Sokrates widerlegen, dass de 
jenige, welcher für begangenes Unrecht Strafe leide, minder lüc °k 
lich sei als der, welcher glücklich durchkomme. Das er e 
hiergegen 473 C besteht nur in einer rhetorischen amplif f 
catio, der Aufzählung einzelner Strafarten, während es sich ı | 


>’ 


1) Die Stellung des kleinen Beweises in der Untersu nn bestimmt 8 | 
durch diese Schlussfolge. Der vorige Beweis hätte schon dazu führen solle 
eine Beschränkung in dieser Art als notwendig erscheinen zu lassen. Für P 
los war das noch nicht möglich, weil er das Unrecht nicht als ein Uebel « 
kennt. Diess enthüllt sich in’ den an Sokrates gerichteten Fragen. Dar 
fügt Sokrates den kleinen Beweis an, um auf dieses Ziel zu kommen, von. de 
468E. 469 A. die Besprechung ausgieng. Zorn. Sinalas λέγεις 7 ἀδίκω 
Πωλ. Ὁπότερ᾽ ἂν ποιῇ οὐκ ἀμφοτέρως ξηλωτόν ἐστιν! vgl. mit 4700. 


A Sy - Aa ΡΨ 


ANHANG. 205 


as Verhältnis der Strafe im Allgemeinen zu anderen Begriffen han- 
> >». Von logischem Standpunkte betrachtet liegt darin eine fal- 
. Der Redner will durch Worte imponieren, statt durch Gründe 
Brzeugen. 
2 3) Ein drittes rhetorisches Beweismittel kommt 473 D nur an- 
itungsweise vor. Es besteht darin, dass der Gegner vor den Zu- 
örern lächerlich gemacht wird. Hierbei kommt die Sache gar nicht 
'acht, nur die Person des Gegners. Der Zweck ist auch nicht 
stellung der Wahrheit, sondern nur momentaner Eifect. So fin- 
in diesen drei Versuchen eine Abnahme der Beweiskraft oder 
ser eine Steigerung der Nichtigkeit statt. 
- Sokrates übernimmt nun wieder die Beweisführung. 
> Der erste Beweis hat den Satz zu begründen, dass das Unrecht- 
un ein grösseres Uebel sei als das Unrechtleiden. 474B — 470 ΚΕ. 
rung oder zugestandene Prämisse ist: das Unrecht- 
‘sei hässlicher (schimpflicher) als Unrechtleiden. Um daher je- 
Bchinss zu ermöglichen ist dreierlei nötig; 
„> a) Ein Vorbeweis (Prosyllogismus). Dieser hat im Allge- 
einen nachzuweisen, dass das Hässliche dem Uebel (partiell) iden- 
in Dieses erhellt aus dem Beweise, dass das Schöne (partiell) 
lentisch ist dem Guten. (Das Schöne muss also als der allge- 
reine Begriff erscheinen; wäre umgekehrt das Gute der allgemeine 
segrifl, so würde der Widerstreit zwischen der gegebenen Prämisse 
nd dem von Polos aufgestellten Satze durch ein Urteil per subal- 
srnationem zu beseitigen sein.) Es wird daher eine Detinition des 
ν: önen gebildet in der Form eines disjunctiven Urteils. Das 
:höne ist es entweder durch einen Nutzen oder durch ein Vergnü- 
on, das es gewährt: diese Definition wird durch Induction ge- 
den. An die Stelle des Nutzens kann gesetzt werden Gut. Aus 
iesem Urteil wird durch Contraposition gefolgert: das Häss- 
iche ist es entweder durch ein Uebel oder durch einen Schmerz, 


1 


en es erregl. 
eb). ‚Hieran schliesst sich eine Folgerung, welche jenes Urteil 
Ἢ comparative Form umwandelt, indem sämmtliche Glieder dessel- 


vei demselben Verfahren unterworfen werden, analog wie wenn in 
εἶπον Gleichung beide Theile mit ‘demselben Faktor multipliciert 
verden. So ergibt sich: wenn eiwas hässlicher ist als ein anderes 
10 ἰδὲ es das entweder, weil es durch ein grösseres Uebel oder durch 
srösseren Schmerz das andere übertrifft., 
€) Diese Bestimmüng ist nun auf das Verhältnis von Unrecht- 
'hun zum Unrechtleiden anzuwenden. Modo tollente wird ge- 
schlossen , dass das Unrechtthun nicht darum als hässlicher bezeich- 
; werde als das Unrechtleiden, weil es schmerzhafter sei, also für 
las gegebene Problem das eine Glied des Dilemma ausser Wirk- 


200 ANHANG. 


samkeit gesetzt. Folglich bleibt nur übrig, weil es ein ae ; 
Uebel sei. 

Hieran schliesst sich der zweite Beweis für den Satz, “> 
straflos bleiben für begangenes Unrecht das gröss 
Uebel sei. 476 A— 479E. Als Prämissen werden gegeben die 
Sätze: 1) Strafe leiden und mit Recht gezüchtigt WordaB sind iden. 
tisch, und 2) das Gerechte ist schön. Be. 

Der neue Beweis geht im Wesentlichen auf die im Bros lo- 
gismus des vorhergehenden Beweises festgestellte Definition der 
Begriffe gut und schön, schlecht und hässlich zurück. INnEBeHFENG wie 
derholen sich dabei die dort erwähnten logischen Functionen. Um 
einen Fortschritt des Beweises zu ermöglichen, verbinden sich a 
damit auch einige aus Induction oder Analogie gefundene Bestim 
mungen. 

&) Der Vorbeweis bis 477 A. stellt fest, dass mit Recht Str 
leiden schön ist. Als Obersatz wird in hypothetischer For 
das Gesetz verwandt: Wenn irgendwo ein Leiden (eine Wirkurn 
ist, so hängt dieses von einem Thun (einer Ursache) in seiner Qu: 
lität ab, oder logisch gefasst: von jedem Ausdruck des Lei Io 
kann man "die qualitative Bestimmung prädicieren, die auch dem e 
sprechenden Thun zukommt. Dieses Gesetz wird aus Induction ἢ 
gründet. Nun ist das Strafeleiden ein Leiden. Würde hier ein Yin 
facher Syllogismus gebildet, so würde der Schlusssatz lauten: folg f 
lich ist die Qualität dessölben zu prädicieren nach der Qualität, > 
den (activen) Strafen zukommt. Allein dieser Schluss wird ü 
sprungen und gleich eine Qualität des Strafens oder Tacen αὶ 
setzt — nämlich gerecht; dafür kann nach der oben angegebe 
Prämisse gesagt werden schön und so folgt (gquod erat demonstra 
dum) dass mit Recht Strafe leiden schön ist. Durch die Weglassı 
jenes Zwischengliedes entsteht ein Kettenschluss oder sorite 

b) Sodann wird festgestellt, dass die Strafe einen Nutzen b 
wirkt, indem sie die Seele von einem Uebel, der a 
freit. 477 A. 

c) Hierauf gründet sich der Haupibeweis; dass die Strafe ve | 
dem grössten Uebel befreit. Durch Vergleichung ergibt sich, d ih | 
die hässlichste Schlechtigkeit die der Seele ist. Modo tollente win 
auf Grund des vorerwähnten Prosyllogismus gezeigt, dass diese 
Prädicat ‚‚hässlichste‘* darauf beruht, dass jene Schlechtigkeit ἃ ha 
grösste Uebel ist. Durch Erfahrung steht es fest, dass die Stra 
oder allgemeiner die Rechtspflege (beides heisst öd«n) davon b δ 
freit. Diese erscheint unter den von einem Uebel befreienden Kün. 
sten als die schönste, weil sie den grössten Nutzen gewährt. Durch 
Analogie mit den Zuständen des Leibes ergibt sich, dass derjenig ge 
der glücklichste ist, der gar nicht Unrecht thut; der nächstglückliche 


- 


ANHANG. 207 
‚ler, welcher davon befreit wird. Durch Contraposition dieses 
Satzes entsteht dann das Urteil, dass der unglücklichste der ist, oder 
‚las grösste Uebel der hat, welcher Unrecht thut und straflos 
nleibt. 477 B— 479 A und 479D. An die Resultate des Beweises 
sehliesst sich zunächst 479 A—C eine Erläuterung durch Ana- 
"ogie zwischen Leib und Seele und dann eine Recapitulation der 
»rwiesenen Sätze mit Beziehung auf den eigentlichen Ausgangspunkt 
lieser Untersuchung C —E. | 
= Der Abschnitt 480 A — 481 Β (Cap. XXXVI) hat eine ge- 
mischte,, logisch-rhetorische Bedeutung. Vorausgesetzt wird, dass 
ie Rhetorik den Menschen nützen soll in Bezug auf Recht und Un- 
‚recht, dass die Gerichte es seien, welche durch ihre Strafen die Seele 
“er Menschen bessern könnten, dass endlich der Satz seine Richtig- 
keit habe, man müsse sich und den Seinigen möglichst viel Gutes 
hun, den Feinden möglichst vielSchaden zufügen. Aus den gewon- 
menen Resultaten wird gefolgert, was die Aufgabe der Rhetorik 
‚sein oder worin ihr Nutzen bestehen müsse. Das Ganze hat’ aber 
rhetorischen Anstrich im Gegensatz zu der Rede des Gorgias p. 
456 A — 457 C und den Behauptungen des Polos. 


6, Gespräch zwischen Sokrates und Kallikles. 


Aus dem einleitenden Theile dieses Gesprächs 481 B—488B ha- 
'ben wir nur wenig hervorzuheben, weil hierin der materiale Grund 
‚zu weiteren Untersuchungen gelegt wird. Die eigentlich wissenschaft- 
liche Untersuchung schliesst sich erst daran wiederan. Der Inhalt 
‘oder die Materie der Untersuchung ist an sich von der Logik unab- 
'hängig und dieser gleichgültig. Inwiefernaber diese dennoch geeignet 
ist ihn zu prüfen und zu gestalten, gibt Sokrates 482B,C an. Die Auf- 
‚gabe des menschlihhen Denkens ist es, Uebereinstimmungal- 
ler Erkenntnisse unter sich zu erzielen, oder alle Wider- 
sprüche, die sich unter ihnen finden wegzuräumen. Darin liegt 
zuletzt die Bürgschaft für die Wahrheit, welche die Logik geben 
kann. Mit dieser Aufgabe der Untersuchung im Allgemeinen hängt 
zusammen was Sokrates 487 A ff. über die (subjectiven) Bedin- 


ΓΞ 


ur... sagt, welche in der gemeinschaftlichen Prüfung von den 
iligien zu erfüllen sind, damit jenes Ziel wirklich erreicht werde. 
Dieselben müssen das nötige Wissen und den entschiedenen Wil- 
len besitzen, die vorhandenen Widersprüche aufzufinden und aufzu- 
heben und die Wahrheit ans Licht zu bringen. 

In längerer Rede gibt Kallikles 482 E f. zunächst dem Sokra- 
tes eine Erschleiechung (subreptio) oder fallacia falsi me- 
dii Schuld. Das Schöne von Natur und dem Gesetze nach sei 
verschieden. Sokrates habe sich bald auf das eine,‘ bald das 
andere gestützt und insofern mit zwei statt mit einem Mitt- 


208 ANHANG. 


leren operiert und das eine dem anderen substituiert. Dadurch 
seien Parasyllogismen entstanden. ΓΝ 

Die Beweismittel, ‘deren sich Kallikles für seine eigenen Be 
hauptungen bedient, sind abgesehen von den rein rhetorischen 
ΜΝ folgende: ἡ 
Genetische Erklärung der von ihm gemachten Hypo- 
Ki 483B—D,E.484E. 485 A. Allein diese Erklärung stützt 
sich nicht auf allgemeine als notwendig und richtig anerkannte Ge- 
setze, sondern ruht selbst wieder auf einer Hypothese, ist daher 
willkürlich und darum ohne wirkliche Beweiskraft. 
2) Induction 483 D. Vorausgesetzt wird dabei, was erst zu 
erweisen war, dass der Begriff recht (oder schön) in den angeführ- 
ten Fällen wirklich anwendbar ist. Daher haben wir in der ΤΙ 
eine petitio principüü. A 
3) Berufung auf Autoritäten. 484 B. 485 E. FEAR en 
davon, dass die Behauptung Anderer derselben Kritik unterliegt, wie 
die eigene, ist auch jene Berufung nicht einmal rein erhalten. Kalli- 
kles hat die Worte seiner Autorität (Pindars) umgedeutet und die 
eigene Meinung hineingetragen. δὲ 
4) Berufung auf das eigene (subjective) Gefühl. 488 Β --- ἢ. 
Diess kann natürlich auch trügerisch und falsch sein. E 
5) Berufung auf die äusseren Folgen der entgegengeset + 
ten Lebensrichtung. 484D. 486B. Darin liegt eine verkehrte 
Anwendung der apagogischen Beweisform. Denn die Folgen 
beweisen nur dann gegen die Richtigkeit der Hypothese, wenn sie 
mit einer zugestandenen Wahrheit in Widerspruch geraten, nich 
aber dadurch, dass der Wunsch sie zu vermeiden nahe liegen ΜΝ 
Daher haben wir hier , wie es Sokrates 473 C nannte, wiederum ein 
μορμολύττεσϑαι. ἃ 
Der nächste Abschnitt reicht bis 490 Β und hat kenrishiöch 
Bedeutung. Die Untersuchung hat zum Ziele, die eigentliche An- 
sicht des Kallikles zu enthüllen und klar und bestimmt zu formu- 
lieren. Zunächst ist die über das Verhältnis des Rechtes von Natur 
und dem Gesetze nach obschwebende Unklarheit zu entfernen, oder 
zu zeigen, dass beide auch nach den von Kallikles hingeworfene 
Behauptungen identisch sein müssen. Doch ist nicht dieser Satz : 
sich Ziel der Untersuchung, sondern eine Definition wer unter de 

Besseren zu verstehen sei, denen Kallikles das Recht zusprich 
über Andere zu herschen. : 
1) Die leiblich Kräftigeren sind besser als die Schwächeren. 

2) Die Menge ist kräftiger als der,Eine. « 


3) Folglich ist die Menge auch besser als der Einzelne. 
4) Folglich sind ihre Gesetze auch Recht von Natur, 


ANHANG. 209 


- An einen vollständigen Syllogismus der ersten Figur (Bar- 
| ae) reiht sich ein zweiter enthymematischer, so dass dadurch 
| eine Schlusskette entsteht. Zu ergänzen ist der Satz: Gesetze 
des Besseren sind Recht von Natur. Die Fortsetzung der Schluss- 
| kette ergibt: 
ca Zu den Gesetzen der Menge gehört auch der Satz, dass Un- 
τς spechtthun hässlicher sei als Unrechtleiden. 

6) Folglich ist auch dieser Satz Recht von Natur. 
© + Dieser Syllogismus gehört der dritten Figur an (modus 
Datisi), weil der terminus medius (die Gesetze der Menge) im 
Ober- (4) und Untersatz (5) voranstehen. Jener enthält ausserdem ἡ 
B. Prädicat, dieser das Subject des letzten Schlusssatzes. 

"Die zweite Definition der Besseren, welche Kallikles als die 
‚bern bestimmt (oder ἀμείνονες), zerfällt in sich, weil hier nur 
‚ein Synonymon für den’zu erklärenden Begriff gesetzt ist (obseu- 
rum per aeque obscurum), kein reales Merkmal. Nach der dritten 
Erklärung werden die Besseren identisch mit den geistig Stärkeren 
‘oder Einsichtigeren (φρονιμώτεροι). Diese Erklärung widerlegt 

Sokrates nicht, sondern zeigt nur, dass sie für den vorliegenden 
Zweck noch unvollständig ist. Die von Kallikles aufgestellte 
Behauptung heisst nur: dass die Verständigeren (herschen und) als 
Herscher mehr bekommen müssen als die Anderen. Sokrates ver- 
misst die Bestimmung des Gebietes (zeol τίνος). auf welches sich 
die Einsicht jener Stärkeren beziehen soll. Um diess dem Kallikles 
begreiflich zu machen , zieht er aus dem unbestimmten Satze 490 A 
—491B absurde Consequenzen und nötigt diesen dadurch zu 
erklären: er meine φρόνιμοι εἰς τὰ τῆς πόλεως πράγματα καὶ 
ἀνδρεῖοι. Diese Erklärung bietet mehr als zunächst verlangt war, 
indem zur Einsicht als Erfordernis die Tapferkeit hinzugesellt ist. 
Hiernach hat Kallikles zwei Tugenden in ihrem Werte anerkannt. 
Das führt Sokrates darauf zu erforschen, ob er die anderen, zunächst 
die σωφροσύνη, negiere oder vielleicht in das noch unbestimmt ge- 
haltene Prädicat herschen eingeschlossen habe. Daher die Frage, 
ob jene Besseren auch Selbstbeherschung, σωφροσύνη, nötig haben, 
d.h. ob sie über sich selbst, .d.i. über ihre Begierden, herschen sollen. 
Diese Frage nötigt Kallikles zu der weiteren Erklärung, dass im Gegen- 
teil der Stärkere seine Begierden so gross als möglich werden las- 
sen und nicht zügeln solle, sondern in der Kraft zur Befriedigung der 
Begierden, in deren Dienst Einsicht und Tapferkeit treten, bestehe 
eben Tugend und Glückseligkeit. Wir haben in diesem Satze aller- 
dings die Lebensanschauung des Kallikles ausgesprochen; aber sie 
selbst ist Folge eines allgemeineren Grundsatzes oder Prineipes. 
Will Sokrates jene als unberechtigt erscheinen lassen, so muss er 


sich gegen dieses wenden und es widerlegen. Diess muss aber erst 
Platons ausgew. Dialoge. II. 14 


210 ANHANG. 


formuliert werden. Dazu tragen zwei Gleichnisse') und dann | 
noch eine kurze dialektische Erörterung bei, bis 495 A von Kalli- 
kles mit Entschiedenheit der Satz: dass das @Guteidentisch se 
mit dem Angenehmen, als Grundlage oder Princip seiner 4 
schauung bezeichnet wird. Die Gleichnisse haben die’ Bedeutu 

das Wesen der ἡδονή, um die es sich hier handelt, im. Allgemeine 
klar zu machen. Darnach erscheint dieselbe geknüpft an eine sinn- 
liche Begierde ?); die Befriedigung derselben setzt voraus ein Un- 
befriedigtsein oder die Lust einen Schmerz 494 A, B. Hatten die 
Gleichnisse demnach die Aufgabe, die ἡδονή auf ein bestimmtes 
Gebiet zubeschränken, so hat umgekehrt die dialektische Erö 
terung 494 B— 495 A festzustellen, dass keine Art der. so be. 
stimmten ἡδονή. wie hässlich sie auch sein mag, von dem Princip 
des Kallikles ausgeschlossen werde. Diese Erörterung hat ganz die 
Gestalt eines apagogischen Beweises, indem gezeigt wird, dass 
sehr misliche Folgen herauskommen, wenn man jene Bestinmun } 
festhält. Aber sie hat darum nicht die Bedeutung eines solchen Be- 
weises; denn Sokrates zieht keinen Schluss aus jenen Consequen- 
zen und Kallikles nimmt dieselben an. | 

Nachdem in dieser Weise das der Lebensanschauung des Καὶ- 
likles zu Grunde liegende Prineip enthüllt und in einen Tassbaren 
und klar bestimmten Satz zusammengefasst ist, der Satz ee 
dass das Gute identisch sei mit dem Angenehmen;, beginnt Sokrates 
mit der Widerlegung desselben. Zwei Beweise stellt er dagegen au 
und zwar 

l.einen direeten aus dem Wr der Begriffe selbst 

ten 490 E—497 E9). Er stützt sich auf das logische Gesetz : dieVer- 
schiedenheit der Begriffe sei daran erkennbar, dass ein ver- 
schiedenes Verhältnis zu ihren Gegensätzen stalt finde. 

1) Gut und schlecht schliessen sich absolut aus. Von demselben 
Subjecte kann nicht beides zugleich in derselben Bezichang? 
prädiciert werden. 

2) Angenehmes und Unangenehmes (Lust und Schmerz) tordendl 
sich gegenseitig 4). Das Angenehme hat stets sein Gegenteil 
zur Bedingung seines Daseins, seines Enieiahene une 
-Vergehens. ἐφ | 


1) Ueber diese Gleichnisse im Einzelnen s. die Anmerkungen, Ohne ı des 
fere Bedeutung für die Untersuchung ist der Ansatz zu einem apagogischen 
Beweise, den Kallikles 492 E macht. (Οἱ Aldor γὰρ ἄν κ. τ. A.) 2 

2) Jede andere edlere Art von ἡδονή ist damit ἘΠ, und. ‚kommt 
bei der nachfolgenden Untersuchung nicht in Betracht. " 

3) 495 C—E sucht Sokrates nur die Sätze festzustellen, welche Kallikles 3 
im Allgemeinen zugesteht. 3 

4) So wie nämlich diese Begriffe, auf das Gebiet der Sinnlichkeit be- ΐ 
schränkt, von Kallikles selbst bestimmt waren. 


ANHANG. 211 


> sJenes logische Gesetz bildet den Obersatz, diese beiden Defi- 
:nitionen den Untersatz. Der Schluss ist: folglich verhalten sich gut 
‚und angenehm verschieden zu ihren Gegensätzen, können also nicht 
‚identisch sein. ‘Das logische Gesetz ist ein Axiom oder einGrund- 
'satz, der keiner Begründung fähig noch bedürftig ist. _Für das 
‚erste Glied des Untersatzes kommt es nur darauf an zu zeigen, dass 
‚solche absolut sich ausschliessende conträre Gegensätze vorkom- 
men und dass gut und schlecht dazu gehören. Diess zeigt die Er- 
fahrung. 495 E—496 C. Auch das zweite Glied des Untersatzes 
‚kann nur aus der Erfahrung oder durch Beobachtung des natür- 
lichen Vorganges, Zergliederung desselben und endlich Verallge- 
'meinerung des an dem concreten Fall erkannten Begriffsverhältnis- 
ses bestätigt werden. Die Beobachtung hat sich naturgemäss nach 
zwei Seiten zu richten, das Entstehen und das Vergehen der ἡδονή 
ins Auge zu fassen. 
ον Ἢ einen indirecten oder apagogischen Beweis. Dieser 
hat zu zeigen, dass zwei Behauptungen des Kallikles 
1) Das Gute besteht nur in der Lust, 
2) Einsichtige und tapfere Menschen sind gut, 
mit einander in Widerspruch stehen und sich aufheben. 497 E 
— 498 ἢ. 
Ueber Einsicht und Tapferkeit ist bereits 495 Ο D zugestan- 
den, dass sie von der Lust verschieden seien. 

Der Beweis ist in Kurzem folgender; | 

Nach praem. 1 muss man sagen: Gut sind die, welche Last 
schlecht die, welche Unlust empfinden. 

Einsichtslose und feige Menschen empfinden aber ebenso sehr, ja 
eigentlich mehr Lust und Unlust, als einsichtige und tapfere Menschen. 

- Daher sind die Einsichtslosen und Feigen eben so gut, jan ei- 
gentlich besser als die Einsichtigen und Tapferen. 

Nach praem. 2 kann man aber für einsichtslos and feige 
„schlecht“‘, für einsichtig und tapfer „gut“ setzen. Dann folgt der 
Satz: „‚die Schlechten sind eben so gut, ja besser, als die Guten“, 
ein Satz, welcher einen Widerspruch zwis chen nigra und 
Prädicat setzt. 

Die Tragweite dieses indireeten Beweises beschränkt sich nicht 
bloss auf die Darstellung der Inconsequenz des Kallikles, sondern 
reicht viel weiter. Er zeigt: wer das Gute aufgehen "lässt in 
dem Angenehmen , verliert damit die Möglichkeit, irgend eine an- 
dere. sittliche Wertschätzung des Menschen und menschlicher 
Handlungen eintreten zu lassen. Jenes Princip steht also in direc- 
tem Widerspruch mit aller sittlichen Wertschätzung und würde diese 
absolut negieren, das hiesse aber alle Vernunft selbst Begienen. 
Darum wird auch dieser Versuch gar nicht gemacht. 


14 * 


ö 


212 ANHANG. 


' Man könnte aber vielleicht einen Einwurf erheben gegen die 
deeulisen dieses Beweises. Aus dem Satze, dass gut und | 
nehm identisch sei, hat Sokrates abgeleitet, dass dejeien, mic 
sich freuen oder Lust empfinden, gut seien und tdiejenigen, wele 
Schmerz oder Unlust empfinden, schlecht. Man könnte sagen, gut 
werde ja nach jenem Satze nicht das Ding genannt, welches Lust: 
pfinde, sondern welches Lust errege; so müste der Satz auch 
Menschen Anwendung finden und müsten diejenigen gut genannt 
werden, welche Lust, und schlecht, welche Unlust hervorriefen. Dann 
müste der Satz des Sokrates als eine Erschleichung bezeichnet 
werden, Aber dem ist doch nicht so. Jene Wertbestimmug ist ihrer 
Natur nach eine subjective und die Einheit 465 Prineips 
liegt nur in.der Empfindung des Subjects, das urteilt. Daher 
werden allerdings die Dinge und Zustände ausser ihm nur nach 
dieser Beziehung zu dem Subjecte — nicht nach ihrer inneren Qualität 
— also je nachdem sie Lust oder Unlust erregen, als gut oder 
schlecht beurteilt werden, aber eben nur darum, weil.der. Zustand 
des empfindenden Subjectes den Massstab des Urteils: bildet. Je 
nachdem dieser Zustand durch äussere Einwirkung angenehm oder 
unangenehm ist oder wird, nennt ihn das Subject gut oder schlecht 
Nach ihm muss der Sinn jenes allgemeinen Satzes bestimmt 
werden: und jene scheinbar andere Bestimmung ist in Wahr- 
heit nur ein Ausfluss aus ihr. Am deutlichsten geht dieses dar 
hervor, dass Kallikles in der ἡδονή die ἀρετή und. εὐδαιμονία 
gegeben’ findet. Die Vermittelung. zwischen dem ersten und 
letzten Begriff liegt eben darin, dass das Gute in der‘ ‚erwähnten, 
Weise definiert wird. Also hat Sokrates durch seine Auffassun 
nichts erschlichen, dieselbe war vielmehr die logisch notwendige. 
Eben diese Grundlage des Beweises darzulegen ist Aufgabe der 
Erläuterung 498 Ὁ — 499 A, zu: welcher Sokrates ‚durch 
Erklärung des Kallikles, er verstehe:ihn nicht, ausdrücklich aufge- 
fordert wird. 'An der Spitze der Erläuterung steht die ἈΜΆΜΈΩΝΝ 
gung jener Auffassung. 4 

Dieser Beweis zeigt die Unverträglichkeit jener ‚allgemeinen 
Behauptung, dass alles Angenehme gut, sei und das Gute im Ange- 
nehmen aufgehe, mit feststehenden sittlichen Wertbestimmungen IE 
Er macht daher eine Beschränkung des Satzes im Sinne des Sokra- 
tes nötig.  Darnach sind die war var zum Tai gut, zum 
viaraget su 


.1) Dass ri Einsicht und Tapferkeit (unter dem vi 
als .etwas; Gutes anerkannt wurden, beruht darauf, dass sie sich augenschein- 
lich als Entwickelung von der Natur gegebener Grundlagen darstellen, Da- 
gegen scheinen die beiden anderen, Tugenden, σωφροσύνῃ und δικαιοσύνη 
zunächst gerade eine Richtung gegen die Natur des Menschen’ kr | 
gen. Daher bezeichnete sie auch Κα als widernatürlich. ᾿ "6 


- 
#5 
‘ 


ANHANG. 313 


| heilschlecht. Gut und angenehm kann also auseinanderfallen 
‚ad etwas gut sein, was nicht angenehm ist, wie etwas angenehm 
"sin kann, was schlecht ist 499B. Das Prin cip des Kallikles ist 
‚an widerlegt und aufgehoben. Daher nimmt das Gespräch einen 
ränderten Charakter an. Sokrates hat die Consequenzen aus 
Θ festgestellten Principe abzuleiten (Deduction), d. i. mit an- 
ren Worten seine bereits in den Hauptpunkten dargelegte Lebens- 
hauung auf dasselbe zu begründen. 
᾿ς Die erste Aufgabe war, das Zugeständnis des Kallikles oder die 
'nterscheidung zwischen gut und angenehm für die Untersuchung 
"üssig zu machen. Dieses geschieht 499 D— 500 B, indem der 
sue Satz mit früheren Thesen in Verbindung gebracht wird. Die 
wuten und schlechten ἡδοναί und λῦπαι werden nach Nutzen oder 
=. oder nach den Wirkungen unterschieden, welche sie in dem 
cite hervorbringen, auf das sie sich beziehen. Als Grund- 
ıatz für das Handeln wird wiederum festgestellt, dass Alles, also 
wch Angenehmes und Unangenehmes, um des Guten willen zu thun 
(der zu meiden ist, nicht umgekehrt. Zur Entscheidung über das 
"ber, was vom Angenehmen gut oder schlecht ist, bedarf es einer Kunst 
(der eines Wissens. Durch diese Ufiterscheidung zwischen gut und 
mgenehm rechtfertigt sich nun auch die von Sokrates schon gegen 
0105 gemachte Unterscheidung zweier Arten von Thätigkeiten, die 
ich auf dasselbe Object beziehen können, aber je nachdem das 
zute oder bloss das Angenehme ihr Ziel ist, als Künste oder, 
Is blosse Fertigkeiten aufzufassen sind. Diese Unterschei- 
ung bleibt principgemäss dieselbe, ob sie nun angewandi wird auf 
‚as Beste oder auf die Lust, des Leibes oder der Seele, einer Seele 
(der vieler Seelen 501 ἢ. Es wird durch Prüfung einiger Arten 
‘er Musik und Poesie — erst aufsteigend, dann modo tollente 
— festgestellt , dass es eine Art der Rhetorik gibt, welche nur die 
zum Ziele hat; dieMöglichkeit einer anderen auf das Gute 
rerichteten Art der Rhetorik oder Politik wird damit nieht geleugnet 
03 A. Daher muss untersucht werden, welche Forderungen δίῃ 
πόνος erfüllen müsse, wenn man ihn unter die zweite Klasse, 
der die guten Staatsmänner zählen soll. -Die Frage nach Atheni- 
‚chen Staatsmännern dieser Art dient nur zum Uebergang. Denn es 
vandelt sich nur um den Massstab der Beurteilung im Allge- 
en. Ziel der Untersuchung oder des von Sokrates zu liefern- 
len Beweises mu s sein, festzustellen, dass diePolitik auf der 
sthik ruhe, oder dass an den ae dieselben sittlichen Forde- 
en zu stellen seien, wie an jeden einzelnen Menschen; also muss 
ae gezeigt werden, welche Aufgabe oder welchen Beruf 
der Mensch habe. Dieses ist der von den Philosophen geübte 
f sittlicher Bildung der eigenen Seele. Der grundlegende 


214 ANHANG. 


| 


Beweis ist ein doppelter. Zuerst zeigt eine freiere Erörterun 
dann ein strengerer Beweis, in der Form einer Recapitulation 
Gesagten, wie die sittliche Aufgabe des Menschen von ihm ford 
dass er σωφροσύνη in seiner Seele erzeuge und das Gegenteil : ἢ 
ἀκολασία (oder die Herrschaft der Begierden) — ἀαπθ 6. 507 A: 
Die Erörterung muste dem strengeren Beweise vorangeschickt we 
den, weil einige Sätze und Begriffe nicht unmittelbar deutlie 
waren, wie namentlich der Grundsatz, dass jede Thätigkeil' 
die es mit der Bildung eines Objectes zu thun habe, sie 
richten müsse nach der diesem Objecte von Natur zukommen 
Ordnung und Gliederung. Für die Seele wird diese gefunden i 
der δικαιοσύνη und σωφροσύνη und daraus für die Thätigkeit‘ 
Staatsmannes 504 D—505D eine positive und negative Fol 
gerung gezogen, letztere mit Hülfe der Analogie (des Heiden | 
der Seele). 2. 
Der folgerechte Beweis lautet 506 A — 5076: 
1) Das Gute und Angenehme sind, nicht identisch. 
2) Das Angenehme ist nur um des Guten willen zu thun. ἢ 
3) Gut ist etwas durch die Anwesenheit Co ren eine 
ἀρετή. ἀν : 
4) Diese ἀρετή ist verschieden nach der Natur der Dinge, ει 
steht aber jedesmal in der dem Dinge ger δδαρ. τὸν τάξις" 
dem ihm zukommenden κόσμος. 3 
5) Die Seele hat einen eigentümlichen κόσμος ἴῃ der “δ 
φροσύνη. , 
'6) Folglich ist die Seele gut, wenn sie diese σαφρυνόνη hal 
Die Beweisgründe 1—4 werden durch früher bewiesen 
Lehrsätze gebildet, die nur unter einander in Beziehung gesetz 
werden, sodass der folgende Satz den vorhergehenden jedesmal ἢ 
sich aufnimmt, indem er aus ihm weiter folgert. Der fünfte Satz enl 
hält die Anwendung der in 4 gewonnenen allgemeinen Bestimmui 
auf die Seele. In 6 liegt der Schlusssatz. Wir haben darin eine 
umgekehrten odergoclenischen sorites (Kettenschluss), ἢ 
dem das erste Glied der Kette oder die erste Prämisse das Prädical 
die letzte das Subject des Schlusssatzes enthält. Dieser Schlusssat‘ 
muss der Natur der Sache nach in der Form eines hyp otheti 
schen Urteils auftreten. Auch die Prämissen 4 und 5 sind ver 
steckte hypothetische Urteile. Jener Beweis ist zwar in sich richtig 
bedarf aber noch der Ergänzung. Denn in der Prämisse 3 ist de 
allgemeine Begriff ἀρετή gesetzt und als Vertr derselben ὁ 
scheint in Bezug auf die Seele nur eine Art der Tugend, die 60990 
σύνη. Daher muste gezeigt werden, dass indieser Art notwendi 
auch die übrigenArten der Tugend mitgegeben seien. ZudemEn 
war der Begriff der σωφροσύνη weiter so zu bestimmen, dass 


ANHANG. 215 


‚deren Tugenden sich darunter subsumieren liessen. Das Wesen 
‚selben lässt sich definieren als Erfüllung der Pflichten (als τὰ προς-- 
kovre πράττειν). Fasst man den Umfang dieses Begriffs ins Auge, 
lassen sich Pilichten gegen Götter und gegenMenschen unter- 
"heiden. In der Erfüllung jener Pflichten besteht die ὁσιότης oder 
ömmigkeit, in der Erfüllung dieser die δικαιοσύνη oder Gerech- 
‚keit. Wenn man dagegen den Inhalt näher betrachtet, so gehö- 
ι zur Erfüllung der Pflichten auch besondere Arten von Thätig- 
Kiten, nämlich einerseits erstreben und meiden (verfolgen und 
‚ehen) alles dessen, was die Pflicht zu erstreben und zu meiden 
bie ietet und andererseits auszuharren, da wo es die Pflicht erheischt. 
as macht aber den Begriff der Tapferkeit aus. Nur mit Unrecht 
irde man nun noch die Weisheit vermissen, denn sie wird als 
:ichbedeutend mit dem allgemeinen Begriffe der Tugend als die 
u Anlage der einzelnen Arten vorausgesetzt. 
Nach eineranderen Seitekann eine Folgerung schon lediglich mit 
lfe der Sprache gezogen werden. Dem guten Thun entspricht 
ch notwendig ein guter Zustand. Zwischen jenem activen 
‚diesem medialen Begrille bildet der griechische Ausdruck 
Ss εὖ χαὶ καλῶς πράττειν die Vermittelung 507 Ὁ. Hiernach 
gibt sich (in Form eines corollarium) das Postulat für den Lebens- 
ΤΣ des Einzelnen wie des Staatsmannes, dass jeder, um Glückse- 
Skeit zu erzeugen, nach der Herstellung der σωφροσύνῃ streben und 
‚e ἀχολασία entfernen müsse, oder auch, dass die Forderungen der 
ahrenEthik Grundlage auch für die Politik seien. .Diess Postulat gilt 
Ἢ so mehr, als nur auf der Ordnung und demMasse das Bestehen jeder 
“emeinschaft, sei es eine gesellschaftliche und sittliche, oder sei es die 
"hysische (die des Weltganzen) beruht. Diese Andeutunghebt das Prin- 
ΤΡ über die Begrenzung hinweg, in welcher es durch die seitherige 
ntersuchung noch war gehalten worden und zeigt seine Geltung im 
veiteren Umfange. Als Folgesätze ergeben sich aus jenem 
'rineipe auch die von Sokrates früher schon aufgestellten Sätze 
108 B, €. 
‚Die Prineipien, auf welchen die Lebensanschauung des Sokra- 
85 ruht, sind nun in positiver Weise entwickelt und die daraus ab- 
leitenden Folgerungen ausgesprochen. Noch ist aber ein Ein- 
zurf des Kallikles gegen den Lebensberuf ‚des Philosophen nicht 
‚us dem. Wege geräumt, dass derselbe nämlich nicht im Stande sei 
\ieh und den Seinigen selbst zu helfen und sich aus den gröss- 
en Gefahren zu erreiten. Dieser Einwurf bedarf einer Prüfung 
ach den festgestellten Principien, damit daraus erhelle, worin für 
lie Menschen die grösste Gefahr, und worin andererseits die wahre, 
‚dieser Gefahr schützende Selbsthülfe bestehe, Man kann in 
n Widerspruche zwischen der Behauptung des Kallikles und 


216 ANHANG. 


den erwiesenen Grundsätzen ein antithetisches Problem‘ 
kennen, welches gelöst werden muss. Der Widerspruch löst 
durch Distinction, d.:i. durch den Nachweis, dass Kallikles « 
grösste Gefahr in etwas erblickt hat, was sie nicht ist, und fälsı 
lisch darnach die Selbsthülfe sich hat richten lassen. ‚Diese Bu 
wird in folgender Weise bewerkstelligt. 
Die Selbsthülfe, welche Kallikles verlangt, soll sich richten N 
gen das ‚Unrechtleiden. Allein es steht fest, dass das Unrechtth 
ein grösseres Uebel ist als das Unrechtleiden. Wenn es da 
zwei Arten von Selbsthülfe gibt, so ist von vornherein die ii 
das Unrechtthun gerichtete, weil sie von dem grösseren Uebe 
freit, als die höhere und mächtigere anzuerkennen. Daher ist 
eine "unbedingt gültige Forderung, dass man sich diese Art ΜΝ 
Selbsthülfe oder den Schutz gegen das grösste Uebel verscha‘ 
508C — 509€. Allein das würde noch nicht das Postulat at 
schliessen, dass man sich unter allen Umständen auch die andere « 
werben müsse, dass also der Mangel dieser zweiten Art von Selb; 
hülfe dem Menschen zum Vorwurf gemacht werden könne. Dies 
Postulat wird aber aufgehoben, wenn sich zeigt, dass ᾿" 
gegebenen Verhältnissen der Erwerb der zweiten Selbsthülfe 
Uebung der ersten ausschliesst und aufhebt, oder mit Erik 


dass der Schutz gegen Unrechtleiden notwendig ins Unrechtthun 
einführt. Daher sind die Mittel zu prüfen, welche beide Se 
hülfen nötig machen. Beide erfordern den Besitz einer Macht ‚te 
vauıs), der δύναμις τοῦ μὴ ἀδικεῖν und der δύναμις τοῦ μὴ 
κεῖσθαι. Jene wird in der besprochenen Lebenskunst, der Philos 
phie oder Ethik, erworben, diese hat zur Bedingung den Besitz d 
Herrschaft oder Schutz der herschenden Macht im Staate. Auf‘ 
erste Glied dieses Dilemma braucht weiter keine Rücksicht | 
nommen zu werden, weil für die meisten Menschen der Erwerb 4 
Herrschaft im Staate unmöglich ist, oder erst mit Hülfe des zweit 
sich realisieren lässt. Dieses schliesst aber die Notwendigkei 
sich, dem Herscher oder der herschenden Macht im Staate so äh 
lich “als möglich zu werden. Ist also diese Macht ungerecht, I 
muss man auch selbst nach der Fähigkeit des Unrechtthuns str 
_ ben, d. h. also eine δύναμις τοῦ ἀδικεῖν sich erwerben. So erw 
sich unter gegebenen Verhältnissen die Erfüllung des χες 
Postulats als der directe Gegensatz des ersten unbedingt Se 
und ‘daher. kann dasselbe keinen Anspruch auf ee 
machen. 

- Das Urteil, welches aus dem vorher ἀν ΘΕ Beweise 
vorgeht, hat nır problematische Gültigkeit. Zur gänzlichen I 
seitigung des Einwandes schliesst sich daher noch ein indirec 
Beweis an. Dieser enthält das Princip der HRSRHER ätz 


4 


ANHANG. 217 


welches den Kallikles fortwährend die Rhetorik empfehlen lässt und 
zeigt, zu welchen CGonsequenzen die Anwendung desselben führen 
‚würde, Consequenzen, welche am wenigsten Kallikles selbst anzuer- 
kennen bereit sein würde. Die Rhetorik wird aber eben darum so hoch 
‚gepriesen, weil sie in gegebenen Verhältnissen (vor Gericht) das Le- 
'ben rette. Als Prineip ist damit ausgesprochen, dass das Leben 
san sich, ohne Rücksicht darauf, ob es ein gutes oder schlechtes ist, 
‚das höchste erstrebenswerte Gut sei. Hieraus würde aber folgen, 
‚dass andere Künste, welche unter gegebenen Verhältnissen ebenfalls 
(das Leben reiten, Schwimmen, Steuermannskunst, Maschinenbauerei, 
'Heilkunst u. ä. ebenso hoch, ja nach ihrer Leistungsfähigkeit in die- 
ser Beziehung (als dem Gesichtspunkt der Beurteilung) noch höher 
ızu schätzen wären als die Rhetorik. Das widerspricht aber der 
‘allgemeinen, als gerecht anerkannten Wertschätzung dieser Künste. 
Die notwendige Folge ist, dass man nicht im Leben an sich 
‚ein Gut zu erblicken, das Ziel desselben ‘daher Gott zu überlas- 
sen habe. 511 C — 512E. Hieran reiht sich als Abschluss die- 
‚ses Abschnitts die Anwendung des in dem ersten Beweise gewon- 
nenen Resultats auf das Verhältnis des Kallikles zu den Athenern. 
|Bei diesen jene Macht, die vor Unrechtleiden schützt, als Staatsmann 
(erringen. oder ihnen so ähnlich wie möglich werden wollen, heisst 
‚jedenfalls sein besseres Selbst, die Seele, für ein Ding ohne Wert 
‚daran geben. 

“ Wenn die Aufgabe des Dialoges sich darauf beschränken sollte, 
‚allen Menschen den gemeinsamen Lebensberuf vorzuzeichnen,, so 
wäre dieselbe jetzt gelöst, nachdem aus dem Resultate der allge- 
‚meinen Untersuchung die notwendigen Folgerungen für die Lebens- 
weise der Individuen gezogen sind. Allein Gegensatz dazu war die - 
von den Gebildeten dieser Zeit empfohlene staatsmännische Lauf- 
bahn. Auf den Beruf des Staatsmannes, wie er in Athen factisch zu 
üben war und geübt wurde, waren daher jene Resultate ebenfalls 
noch anzuwenden. Das ist die Aufgabe des letzten Äbschnittes der 
dialektischen Untersuchung. Die erste Frage ist allgemeiner Natur: 
welche Vorbedingungen hat der zu erfüllen, der sich dem Be- 
rufe eines Staatsmannes widmen will? Voraussetzung ist hier- 
bei, dass die Aufgabe des Staatsmannes darin bestehe, die Bürger- 
schaft so gut wie möglich zu machen. Die Antwort ist: der ange- 
hende Staatsmann hat sich einer Prüfung zu unterziehen: 

a) ob und von wem er die Kunst, Anderer Seelen besser zu 
machen, erlernt hat? 
ο΄ ὁ) welche Wirksamkeit er in dieser Kunst sowol an sich als 
an Anderen im Privatverkehr mit stufenweise zunehmender Selb- 
ständigkeit geübt hat? und mit welchem Erfolge? 
Die Notwendigkeit dieser Prüfung wird aus Analogie von der 


218 ANHANG. 


Bau- und Heilkunde begründet. Sie ruht aber ausserdem auf 
dem Satze, dass die Politik, wie erwiesen, eine Kunst ist, die er- 
lernt und geübt werden: muss. Kallikles selbst wird dieser Prü- 
fung unterzogen, ohne sie bestehen zu können. 513 C —515C. 


In etwas veränderter Form wird dieselbe Prüfung auch mit d 
berühmten athenischen Staatsmännern vorgenommen. Die Frage ἴδ᾽. 
hierbei: Haben sie die Bürgerschaft besser gemacht? Diess kan 
nur aus der Erfahrung entschieden werden. Sie SRrTOR: in dop 
pelter Weise gegen die genannten Staatsmänner') ᾿. 

1) insofern die Athener in Folge ihrer Verwaltung Untw 
genden angenommen haben, die sie vorher nicht hatten. Di 
wird jedoch nur in Bezug auf die Verwaltung des Perikles erwähnt: 
515 E. ἢ 
2) insofern diese Staatsmänner selbst von den Athenern ge 
stürzt und verurteilt worden sind; also ihr eigenes Schicksal Sprich 
gegen sie. 

Dieser Gesichtspunkt bedarf, um als Beweisgrund gelten zu 
können, selbst der Er] äuterung. Man befindet sich hierbei in e 
nem Dilemm a; denn einmal: wenn die Athener sittlich gut gewor- 
den wären durch jene Staatsmänner?), so würde ihr Urteil ein ge 
rechtes gewesen und also dadurch die eigene Schlechtigkeit der 
Staatsmänner constatiert worden sein 515 E, 516 A; andererseits 
aber haben sie offenbar ihre Aufgabe nicht erfüllt, wenn die Athe- 
ner am Ende ihrer Laufbahn sich ungerechter gegen sie erwie 
sen als im Anfang derselben. Dieser Fall ist der hier anzuneh- 
mende. Durch Analogie von Wärtern zahmer Thiere und Wagen: 
lenkern wird erwiesen, dass die Athener unter ihrer Leitung ver- 
wildert sind, und dass aus ihrem Schicksal mit Recht ein Schluss 
auf ihre staatsmännische Wirksamkeit gezogen werden kann 3162 | 
— 517A. 

Hieran knüpft sich wieder ein antithetisches Problem 
welches durch Distinction gelöst werden muss. Man muss nän 
lich anerkennen, dass jene sog. Staatsmänner Grosses geleistet ha- 
ben. Sokrates zeigt, dass sie das nicht gethan haben, insofern si 
Staatsmänner, sondern insofern sie Diener des Staates (oder 
der Bürgerschaft) waren. Die Aufgabe beider wird genau geschie- 
den und beide treten in directen Gegensatz zu einander. ἥ 


“1 
1) Ueber die Anlage des Beweises 5. Anm. zu 5l5C. - 

2) Sokrates zieht auch hier zunächst Perikles allein in Betracht, weil. 
am meisten gefeiert wurde, als der, unter dessen Leitung Athen seine höchst 
Blüte, seine grösste Ausdehnung und seinen schönsten Glanz nach Aussen u 
‚Innen erreicht hat, 


Ξ 


ANHANG. 219 


| © 4) Der Beruf des Staatsmannes besteht im Herschen und dieses 
"sewährt sich in der Zucht und Umwandlung der Begierden. 
2) Der Diener aber macht sich nur Hin Organ für die Befrie- 

ligung der Begierden. 
Mit Bezug auf die Cap. XIX und XX festgestellte Unterschei- 
lung zwischen Künsten und Fertigkeiten wird gezeigt, dass das Lob 
"ener Staatsmänner auf einer Verwechslung zwischen Mittel und 
Zweck beruhe. Dieser Nachweis stützt sich wieder auf die Analo- 
ie von Leib und Seele und diese wird jetzt zugleich benutzt, um zu 
seigen, dass äusserer Glanz und äussere Grösse eines Staates, wenn 
lie innere sittliche Lebenskraft fehlt, nur ein Symptom der Krank- 
sein kann, die sich allmählig entwickelt und endlich zum -Aus- 
oruch kommt, ohne dass die Bürgerschaft dann noch die in einer 
‚entfernten Vergangenheit liegende Quelle des Elends als solche zu 
—- im Stande ist. 517 A—519B, 
Die vorliegende Kritik der athenischen Staatsmänner ruhte 
im Wesentlichen auf der Voraussetzung, dass das Schicksal der- 
selben einen Rückschluss auf ihre Wirksamkeit gestatte. Diese 
Voraussetzung hatte nur eine schwache Stütze in der genannten 
‚Analogie. Sie musste daher noch nachträglich sicher gestellt wer- 
‘den durch einen Schluss aus der Natur der Sache oder der Aufgabe 
und dem Streben der Staatsmänner. Von vornherein war das un- 
möglich, weil sonst ein circulus würde entstanden sein. Daher 
holt nun Sokrates jene Begründung nach und zwar so, dass er die 
Nichtberechtigung dergestürzten Staatsmänner nachweist, über 
‚Unrecht zu klagen,dasihnenangeblich von demStaate wider- 
fahren sei. Der Staatsmann befindet sich in analogem Verhältnis 
‚zu dem Staate wie der Sophist, der sich für einen Tugendlehrer aus- 
(gibt, zu dem Einzelnen. Beide haben die Aufgabe das Object, das 
‚sie behandeln, besser zu machen, und wenn sie behaupten diese Auf- 
gäbe erfüllt zu haben, dürfen sie unmöglich sich über Ungerechtig- 
‚keit, diese ihrer Schüler, jene des Staates beklagen. Denn 

9) Bessermachen heisst: Ungerechtigkeit entfernen. 

2) Ohne Ungerechtigkeit kann aber unmöglich Einer Unrecht 
gegen den Anderen thun. 

Damit verträgt sich nicht die Behauptung jener Männer, dass 
ihnen Unrecht widerfahre, beziehungsweise -der Lohn vorenthalten 
werde von denen, welchen sie Wohlthaten erwiesen hätten. 
Vielmehr ergibt sich als positive Folge, dass die Wohl- 
that, welche Sophisten und Staatsmänner zu erweisen verspre- 
chen, mit Notwendigkeit freiwilligen Dank (Vergeltung des Guten 
mit Gutem) desselben nach sich ziehe; denn Dankbarkeit ist eine 
Art der Gerechtigkeit. Ebendarum kann aber auch in dem Ver- 
halten des von ihnen behandelten Objectes, gegen sie ein Beweis 


220 ANHANG. 


μι re 


für die Erfüllung oder Nichterfüllung ihrer Aufgabe gefunden wer 
den. 519 B— 521 A. 4 


Man könnte hiermit vielleicht den Gegenstand des Dialoges fü 
erschöpft halten, da bereits feststeht, welchen Beruf jeder Mensc 
zu wählen und welches Ziel er zu erstreben hat. Nichts desto wenige 
wird noch einmal an Kallikles die Frage gerichtet (521 A), zu we 
cher Art von Politik er denn eigentlich den Sokrates auffordere 
Diese Frage hat aber ihren guten Grund und die Antwort daraw 
schliesst erst die dialektische Untersuchung vollständig ab. Die An 
wort des Kallikles fällt trotz der zwingenden Notwendigkeit der vor: 
ausgehenden Untersuchung dahin aus, dass Sokrates sich der zweiter 
oder verwerilichen Art der Rhetorik und Politik widmen solle. Da- 
mit wird nur indirekt von Platon anerkannt (in Uebereinstimmung: 
mit der Apolog. Socr. 31D. ff.), dass die wahre Politik (im ei 
gentlichen Sinne des Wortes) unter denin Athen gegebenen 
Verhältnissen unmöglich sei. Der Versuch sie zu treibe) 
wird entschieden den Tod dessen zur Folge haben, der gegen di 
übermächtigen Leidenschaften des unverständigen Volkes ankä 
pfen wollte. Daher folgt, dass man daselbst noch keine Art de 
Politik treiben darf. Da aber die Sorge für das wahre Wohl des 
Staates jedes Bürgers Pflicht ist, so ist dessen Aufgabe, der wahre 
Politik den Boden zu bereiten, oder sie möglich zu machen. Hier 
dient allein die Verbreitung der ethischen Grundsätze des Sok 
tes im Privatverkehr mit Einzelnen. Somit ist diese Ethik die no 
wendige Vorstufe der Politik oder unter den gegebenen Verhä 
nissen die Lehre derselben die einzig mögliche Form Poli- 
tik in Athen zu treiben. Das ist der Sinn der Worte des ᾿ ; 
krates, wenn er sich als den einzig wahren Staatsmann Athens 
der Gegenwart bezeichnet. Uebrigens soll jeder tüchlige ΒΟ 
derselben Pflicht nachkommen, auch dann, wenn als Ende ihm, 
dem Sokrates, die Verurteilung zum Tode gewiss ist. Diesem ΝΣ 
er dann im Bewussisein seine Pflicht erfüllt und damit die wahre 
Selbsthülfe sich geleistet zu haben ruhig enigegengehen. 921 Α 
— 522 E. 

Der Mythos, welcher den Schluss des Ganzen bildet, fallt 
ausserhalb der Aufgabe dieser logischen Analyse, wenn auch i in ihm, 
wie natürlich, logische Functionen geübt werden. Was zum Ver- 
ständniss desselben notwendig ist, ist theils in der Eee 5.1 
und 13, theils in den Anmerkungen zum griechischen Texte hervo 
gehoben worden. | | 


ee ur nennen a nen a ee rin 5 EN EEE EEE 


II. Zur grammatischen Erklärung. 


Die Zahlen in der ersten Reihe zeigen das Kapitel, die Seite und Zeile 
‘dieser Ausgabe an, wo die betreffenden Textesworte: stehen, die in der zwei- 
«en Reihe genannt werden. ‚Dafür verweist die Zahl in der dritten.Beihe auf 
‚Paragraphen, Abschnitte (Nummern) und Anmerkungen der griech. Sprach- 
lehre von Krüger, 


ἔξ : | 
ΠῚ 21, 8 ξὸ λϑῥόμξενον Sarg 5... 
es 97, 10, 12. 
3 | κατόπιν Eogris 4715:29, 2. 
6 | ἐπεδεέξατο 55} 8908. 
8 | Χαιρεφῶν ὅδε 50, 11,22. 
22, 6 | ἥλων 55, 1, 4, 
; καταλύει 5291,03. 
ß 8 | ἄρα ἐθελήσειεν ἄν ὅ4, 38509. 
I | πυϑέσϑαι παρὰ 68, 34, oh 
13 | οὐδὲν οἷον 62,351,973, 
15 | πρὸς anavre 68,39, 2. 
21 ὥσπερ ἄν — ἄν 695::75°°3, 
U. 23, 5 | πολλῶν ἐτῶν 473: 251 
x 9 ἀπειρηκέναι 52, Ἔρ.8. 
1: 16 | εἰ — ἐτύγχανε. 54.10, 2. 
4 24, 2 ἐπειδὴ τίνος 51, 17, 7u.9. 
* | 6 ποιεῖ πορεύεσϑαι 55, 83, 11. 
I. 24, 17 σοὶ βουλομένῳ ἐστίν 48,6, 4; 
ὰς 18 δῆλος Πῶλος ὅτι 56,:4,:7u.8.} 
ἮΝ 25, 8 τίς καὶ ὄντινα öl, 17, 2u.3. 
7 | ὡς τένος ἐπιστήμονα 5l, 17, 6. 
h 22 | un ψεύσῃ 94,7 2, 32 
Bi 26, 2 | ἀναγκαῖαι Br υΣ, 
a 4 | ἐν βραχυτέροις 43, 4,28. 
ΠΝ 11 | ῥητορικῆς γάρ᾽ 69, 14, 8. 
mW. 26, 12 | καὶ ἄλλον δήτορα 71,8 E 
T Ι 25 | ποίους τούτους δὴν τῶς 18 
δ 25 δηλοῦσι τοὺς κάμν. 6l, 6. 
h 27, 20 | ἑκάστη (asyndet.) Ber ©. 
28, 2 | ὡς ἔπος εἰπεῖν Bb4:r1, τῷ, 


en 


222 ANHANG. ᾿ 
ν. 28, 1) de’ οὖν 69, 9. 7 
13 τὸ τῆς τέχνης 47, 5, 10. 3 
13 | γραφική 50,.3,.5. 4 
15 | οὐ gas) 61,. ἐν ἅν $ 
29, 8 οὐχ ὅτι 67,14, 3. H 
vi 29, 19 }΄ ἡ περὶ τέ δι, ΤΙ ἢ | 
30, 2 ἡστινοςοῦν 51, 15, 2. 4 
13 | πῶς ἔχει πλήϑους 47,10, 5. ᾿ 
18 | καὶ ἡλίου καὶ σελήνης 50, 2,18, ” 
ὙΠ. 31, 3 ἀδόντων 1.1 PR SR 3 \ 
4 | ὑγιαίνειν — τὸ πλουτεῖν | 50, 6, 8, ἔ 
11 | ἐξαπατᾷ 53, ; 
13 | τές ὦν 51,0 ' 
32, 5 | ἔχοι ἐπλδεῖξαι ὅδ, ἐδ \ 
12 | σκόπει — ἐάν 65, 1,8u.10 1 | 
23 | καὶ σὲ δημιουργόν 60,::,64542% Ὶ 
25 | ἅμα μὲν — ἅμα δέ 59,154. 8 
33, 5 | ἐν ταύτῃ τῇ δυνάμει 68, 12, 4υ.θ. ὃ ! 
7 | ἀναφανήσεται yonu. 56, 4, 5. : 
vi. 33, 15 | τοῖς ἀκούουσιν 48, 12... A 
17 | ὁρέξεσϑαι δου, Ἵ 
20 | καὶ ἐμέ εἶναι 55, 4,7u10. ἃ 
84, 6 τὴν ἀπὸ τῆς 68, 16, 7. | 
35, 3 | ἀπεκέκριτο 53, 4. 5 
54, 10, 3n.4. H 
11 | ἐπὶ τῶν αὐτῶν 68, 40, 5. i 
IX. 36, 7 | τοῦ ἑξῆς ἕνεκα 50, 6, 2. ᾿ 
37, 18 | βούλει ϑῶμεν 54,2, 8. | 
X. 38,10 ἄλλο τι. ἢ 62,..3, Ἰ. 
39, 2 τὸ σὸν σπεύδειν 51: (Ὧν 8. 
46,.6, ἃ : 
5 | αἰσχύνοιντ᾽ ἀνερέσϑαι ὅ6,. 6, ὅ. ἢ 
6 τέ ἡμῖν ἔσται 48, τς ΐ 
40, 1 ἐκ τῆς Θεμ. συμβ. 68, 17, 9. g 
5 ἤκουον ὅτε 54,.16,:.3.. 
8 | οἵ συμβουλεύοντες. ὅ0, 4. 
9 νικῶντες τὰς γνώμας 46, 6. 


ANHANG. 


223 


‚XI. 


XV, 


XVL 


42, 


48, 


45, 


46, 
47, 


48, 


50, 


καῦσαι παρασχεῖν 

9 ᾿ Ε7) x , 
οὐ γὰρ ἔστι περὶ οτου οὐ 
ὅτι ἔμαϑε 
ἔπειτα 


ἐπὶ τῷ δικαίῳ 


τοὺς ἰατροὺς τὴν δόξαν 


τελευτῶντες 


καὶ μὴ φῇ 

οἷα ἄχϑεσϑαι 

οὐ πάνυ 

φοβοῦμαι διελέγχειν 
τοῦ καταφανὲς γενέσϑαι 
ἂν ἐγεγχϑέντων 

χρῆν 

τὸ τῶν παρόντων 

πρὶν ἐλϑεῖν 

τοῦ ϑορύβου 


‚un γένοιτο 


τὸ γ᾽ ἐμόν 

ὃ μὴ (ἰατρός ΄ 
ἐλαττοῦσϑαι τῶν ὃ. 
πρὸς λόγον 7 

τῆς δητορ. εἰπέ 

οἶμαι --- μαϑήσεται 
ἐάν περ ποιήσῃς 
μέμνησαι λέγων 
παιδοτρίβαις ἐγκαλεῖν 


χρῆταί τε καὶ ἀδικῇ 
φαίνεται ἀδικήσας 
τοῦ ἀρτίου καὶ περ. 
“ 3 σι δ 

ὁ γ᾽ de 


ὀλίγης συνουσίας 


μὴ προσομολ, μὴ οὐχέ 
τοῦ #’ ὃ δὴ ἀγαπᾶς 
δέώιαιος δ᾽ εἶ 

οὗ τῆς Ἑλλάδος 


55, ἃ, 
61,.,5, 
61, 4, 
56, 10, 
68, 41, 
47, 13, 
56, 8, 
67, 1 
δῦ, 3, 
δὴ, ἃ, 
55, 8, 
47, 22, 
54, 12, 
ER 
47, 5, 
55, 17, 
47, 10, 
54,3, 
43, 4, 
67, 9 
47,18 
| 68, 37, 
61, 6, 
55, 4, 
ὅ8, 6, 
δ, ἐν, 
8η,..7, 
48, 7, 
69, 59, 
56, 4, 
58, 3, 
69, 15, 
65, 8, 
67, 12, 
57,11 
55, 8, 
47, 10, 


EEE OU REDE DR δον θὰ 


10. 


“ 


294 ANHANG, 
17 ἐξ μὴ ἐξέσται 54, 128, 
52, 3 | ἀποιῥρίνεδιθαν 56,07, 9. : 
ΧΥΠ. ὅ2, 12] ὥς ye -ἰ εἰρῆσθαι δὅ, "1, ὃ, ; 
53, 21 τένος λέγεις ταύτης 57, 8378, 
22 | “μὴ ἀγροικότερον ἢ δᾶ, 8,118. 
| 19,65 
XVII. 54, 7 δεινῆς προσομιλεῖν 55,0, % 
10 ὃ δοκεῖ: τέχνη ὅ8,. 2, 6. 
13 | ἐπὶ τέτταρσι 68, 41,..6.. 
16 | λέληϑα  ἀποκεκριμένος 56, Ὅἢ, 
16 εἰ οὐ 67; 8, .Α. 
55, 2 | μάϑοις ἀπολριναμένου. 47, 10, 13. 
56, 5 | ἔγεν δέ 59,2, “6. 
XIX. 56, 14 | dvriorgogov τῇ 48, 13,12. 
15 | ἅτε οὖσαι 56, 12, 2u. 
57, 1 οὐ γνοῦσὰ λέγω 57, 105 05. 
2 | προσποιεῖται εἶναι ὅδ. 8,119. ὁ 
4 τῷ ἀεὶ ἡδίστῳ 50, 8, 8n. 
4 | ϑηρεύεται τὴν ἄνοιαν ὅδ 0. 4. 
5 40, 8. 
161 ὃ ἂν ἦ 61,97» 8, % 
ΧΧ, 58, 3 | ποιεῖν — ἀμελεῖν 5591 8.944. 4 
7 πρὸς ἰατρικήν 68, 39, 5. 4 
10 | ὅπερ μέντοι λέγω 51, 13, 13. 
59, 1] ζτε δ᾽ ἐγγὺς ὄντων 4705 ,073, 
2 ἔχουσιν ὅτι δ4λυῖγοϑ, 
4 τῷ σώματι ἐπεστάτει 47, 20,..8. 
6 σταϑμώμενον ταῖς 48, 15, 4. 
7 τὸ τοῦ ᾿ἀναξαγόρου 57, 10,20. 
10} ὃ ἐγώ φημι δητορικήν ΘΕ ΤΉ» 59, 
15 ἥν σοι ἀπεκρινάμην. 46,5. 
16 | οὐδὲν olöcr” ἦσϑα 46, ὅ, 9. 
XXI. 60, 6 ἐρώτημα τοῦτ᾽ ἐρωτ. δ) 18,7% 
8 | ᾿μέγιστον δύνανται ἡ 46, 5, 6. & 
20 | ἀποφαίνει 52,8, 5 
22 ἔπειτα 69, 24, 2. 
xxu. 61, 15 | μὰ τόν — 50, 5, 9. 


ANHANG. 


225 


- 


RXVI. 


'XXV1. 71, 4 


65, 


66, 


70, 


22 
24 
24 


ΧΧΠΙῚ. 62, 22 
XIV. 


2 


20 


10 
13 
14 
14 


οὐκοῦν ἀποδείξεις 

οἵ ῥήτορες ol ποιοῦντες 
el ἐάσεις 

ἐκεῖνο, τὸ ὑγιαίνειν 
ἔστιν ὅπως 

ἔστιν --- δύνασϑαι 


ze » - 
“περὶ ὧν — - τῶν ανϑρ. 


χαὶ ἐλεεινὸν δὲ πρός 
πῶς δῆτα 


“βουλοίμην ἄν 


ἑλοίμην ἀδικεῖσϑαι ἤ 


" 3 ’ 
ONEQ ἕγω 


» 
᾿ἀποκλτιννύντι 


τεϑνήξει 

τῆς κεφαλῆς κατξαγ. 
τῇδε τῇ πόλει 

τὴν τοιαύτην 

τίνα ὅρον ὁρίζει 

un κάμης εὐεργετῶν 
εἰ δὲ μή 

παιδείας ὅπως 

ἡ πᾶσα εὐδαιμονία 
τὸν δὲ ἄδικον 
προσῆκε τῆς ἀρχῆς 
ϑαυμασίως ὡς 
μεταπεμψάμενος 


ἔλαϑε γενόμενος 
μετεμέλησεν αὐτῷ 

ὡς ἑπταετῆ 

οὗ ἡ ἀρχὴ ἐγίγνετο 
ἀπὸ σοῦ ἀρξάμενος 
πόϑεν; 

παρέχωνται 
καταψευδομαρτυρηϑείη 
δοκούντων εἶναί τι 


καὶ νῦν 


Platons ausgew. Dialoge, IT, 


53,.1.7,14 
ο0,. 4, 8 
64, 12,. 2 
ὅθ. rd 
6,2 
59, 3,1 
51, 12 wA. 
08,2 
69, 20, Α. 
64,. ὃ, 10. 
δῦ, 3,10. 
ΠΝ τ 
ον ir 
53,:9wA.l. 
47, 15, -6. 
3) FAR χα: 
50,..4,.,6, 
46,8, 
506, Uhl. 
I ον 2. 
41, 10, 5 
50, 11, 12 
Te ΤῊΝ 
47, 15. 
51, .10,12u.13. 
52, 10,6. 
56,:45,...2. 
53, 6,8. 
42,114 6. 
69. .68;.. 5. 
ΑἹ... 8»... 
56,. 85...6. 
öl, 17,13 
2 2 
52,08, 4. 
öl, 16,12u.13. 
69, 32, 8. 
15 


220 ANHANG. 
14 | ὀλίγου πάντες 47,16, 6. εἰ 
72, A | ἡ Περικλέους ὅλη οἰκία 50, 11, 20. 
16 | κατ᾽ ἐμοῦ 68,24, 12. ἢ! 
73, 6 | περὲ οὗ ὃ λόγος δ᾽͵, 46).48: ° [4 
9 ὡς οὕτω σου von. 09, 65, 8. ιζ 
ΧΧΥΊΠ. 73, 11 | ἕν μὲν τουτί ἀμφισβ. 46, ὅγι}9: 
21 | τυγχάνῃ δίκης ὑπό 52,0 8... π; 
74, 2 | ταὐτὰ ἐμοί 48, 13,9. ! 
20 | τὸ ἀληϑές 435% 4,938] ἢ 
75, 3 | λωβὰς λωβηϑείς 52,164,017, 
4 | τὸ ἔσχατον 57510982, | 
5 | εὐδαιμονέστ. ἔσται 59:5 7, 9. 
8 | τῶν ἄλλων ξένων δθ0ι.:: 4. }1. ὦ 
XXIX. 76, 2 | τυραννεύσας 53; 05512 2 
3 τέ τοῦτο 1625: κϑι. 11: Τ 
4 | χαταγελᾷν 57,10, 6. 7 
5 | τοιαῦτα ἅ 51,:13,.16. 
8 | βουλεύειν λαχών 155,5 84420, 5}, 
8 | ἐπιψηφίζειν 52 9 3 
77, 1 | παρασχέσϑαι ἐπιστ. 56, 59,149, 3 
2 | αὐτόν δ. ı PIE 380 
6 | οἴμαι καὶ ἐμὲ καὶ σέ 51,518, 2} 1} 
55 ὁ 24043, δ Ἶ 
14 | οὐκοῦν ἀποκρινεῖ 58, Kr | 
XXX. 78, 2 | eig οὐδὲν ἀποβλ. 68, 21,6. 
5 | πρὸς ὅ δ. πρὸς τοῦτο 53.:..1κὐ }N 
79, 4 | ἀμφοτέροις ὑπερβ. 48,15, 9 
XXXI. 79, 19 τοῦ ἀδικεῖσϑαι AT, 9 
80, 5 ,, δῆλον. δὴ ὅτι 69; 48;.2.᾿ 
10 | κάχιον ἐφάνη 56, 4,06. 
13 | οὐδὲν βλαβήσει 52, A508. Εἰ 
19 | οὔτ᾽ ἂν ἐγὼ οὔτ᾽ av σύ θθου ὅν» 2. Ὁ: 
23  ὁρᾶς ὁ ἔλεγχος 61,::69% 1..: ἕ 
25 | ἐξαρκεῖς ὁμολογῶν ie 1. | 
81, 3 | ἐχέτω BA; Ay 2, δ! | 
XXXII. 82, ὅδ] ὃ αὐτὸς λόγος 62; ,06p& 3.}} | 
9 τμῆμα τέμνεται ὅθε Au 2. Bi | 


ANHANG, 


227 


u 2 
xx ἼΠ.91,14. 


“καλὰ ὡμολόγηται τ 
ὃ κολαζόμενος 


| ἥνπερ — τὴν ὠφέλειαν 


αἴσχιστον. ὧμολ. 
ἀμφότερα 
ὑπερφυεὶ ὡς 
,δέκην δώσοντας 


δικαιοσύνῃ τινί ον 


ὑγιεῖ εἶναι. 
“τοῦτ᾽ ἦν εὐδαιμονία 
"2,446 

‚ueyıorov ἐφάνη 
‚Sdıamgdinraı wors 


τοιοῦτον — καϑορᾶν 
μὴ ὑγιοῦς --- μὴ ὑγιεῖ 
'πᾶν ποιοῦσιν ὥστε 
βούλει συλλογισώμεϑα 
“τὸν — διδόντα 

᾿ς ἢ 

“προσήκειν ἀϑλίῳ 
“διαφερόντως τῶν ἄλλων 


αὐτὸν ἑἕαυτόν 


φυλάττειν ὅπως 
οὐ γάρ: 

ἐπὶ μὲν ἄρα τό 
ἀπολογεῖσϑαι ὑπέρ 


εἰ μὴ εἴ τις 
τοὐναντίον 
μὴ. ὑπολογιξόμενον 


wo γ 


“ὅπως ἂν ἀπαλλάττ. 

τοῦτο εὐλαβητέον. 
ΤΕ 

εἶ δὴ καί 

'ueyaan τις 


“σπουδάξει ταῦτα 


nom 


διαπράξαιτο --- διδόναι ; 


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Den (4. 
MR A DE Cap 
520 
οὔδου ARE 
.46,.,.3,:..8. 
„SL, 10,12u.13.] 
156, 12, 1. 


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46, .6,..3. 
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4.51,..2,.12. ὦ 
δ4,..8,.11. 
60; 4....8. τ τὶ 
.7.68,.42;. 3... 6] 


228 ANHANG. 
92, 1 | σὲ φῶμεν σπουδαξ. 56,» 7,8 
3 | ἡμῶν τῶν νϑο. 50; Ὁ58Βὺ..2. 
93, -3 ὁ δῆμος 6 4ϑην. 50, 8, 11. 
7) σου λέγοντος ϑαυμ. 47, 21. 
8 | διὰ τούτους 68, 23, »A 
10 παύσει τῶν λόγων 4 47,18; ἢ 
11 παύσει λέγων 58; ὄςτιῷ. 
16 ἄλλων ἐστὶ λόγων. 41,..0, 10. 
18 | ἐξέλεγξον ὡς οὐ 67...12.».ἃ. 
9, 9 ᾧ γορηγοίην 47, θύτοϑ. 
(54, 14, 4.) 
XXXVI11.94,8 | ὡς ἀληϑῶς 09, 08,. 8. 
9 | Γοργίου κατηγ. παϑεῖν 61, 6, 8 
9, A αὐτὸ τοῦτο ἀγαπᾶν 48, 15,..8 
4 σου χατεγέλα 41.,.24.... 
4} ὥς γ᾽ ἐμοὶ δοκεῖν δῦφιν , ἃ. 
6 | ἄγαμαι Πῶλον 47,10, 9. 
11 φύσει καλά 40,...4,.1 
12 | ὡς τὰ πολλά 69, 08, ὅ 
9%, 5 | ὅστις μὴ oloore 67, 4, 2 
7 | ol τιϑέμενοι τοὺς vou. 52,10, 5. 
8 | ol ἀσϑενεῖς 50, 4, 14. 
10 | τοὺς ἐπαίνους ἐπαιν. 46, 552 
13 | ὡς αἰσχρόν 56,9, 7 
ΧΧΧΙΧ. 97, 7 | δηλὸΐ 61... 5, 07 
12 | ἢ ἄλλα μυρία 69, 20. 
98, 2 ἐκ νέων οθϑε. ἀ7ουνι 
3 | λέγοντος ὡς 65, 1, 4 
8 | παρὰ φύσιν 08, 36,7 
8 [renden ὅ8, 10,...2. 
99, 11 οὔτε πριάμενος οὔτε δόντος | 56, 14, 2 
11 ἠλάσατο 52, 10. 
XL. 100, 1 φιλοσοφία -- χαρίεν 58; δύο. | 
2} αὐτοῦ ἅψηται 47, 12. 
3 | περαϊτέρω τοῦ δέοντος 47. 21,38 
4 | πόρρω τῆς ἡλικίας 47,10, 4. 
5 | γεγονέναι 63, 5:8,7(2,)} 


eh tl We van Ze a Raten ige m ΦΘΊΌΟΝ VEEREREREN Are 


ANHANG, 229 


9 | ὁμιλεῖν τοῖς ανϑρ. 48,..9. 
101, 1 τὸ τοῦ Εὐριπίδου 57,.10, 2u.7. 
6 | λοιδορεὶ τοῦτο 40, 7... Α.8. 

7 | εὐνοίᾳ τῇ ἕαυτοῦ AT, (7. u 

102, 12 | οὐδέ ποτε οὐδενὸς οὔτε 67,...9.. 1. 
12 ἀξιώσοντα πράγματος 47,17. 

15 | ὃ γὰρ νῦν δὴ ἔλεγον 51, 13, 13. 

16 | ὑπάρχει — γενέσϑαι 55,2, 

. 103, 2 πρὸς σὲ ἔχω 68, 39, 4. 

| 4 | χινδυνεύω. πεπονϑέναι ὅδ, δ υἱ. 
104, 3 μοι μηδὲν ἀχϑεσϑῆῇς 48, 8. 

4 εὐνοίᾳ τῇ σῇ Αγ, Br 
6 | σοῦ λαβόμενος 47, 12. 

CV χα = PER IR 

8 | ἀδικεῖν 5% In 

8 | ὅτι χρήσαιο Bas; ah 

11 ϑανάτου τιμᾶσϑαι 47,22. 

105, 1 :;᾿περισυλᾶσϑαι τὴν οὐσίαν πότος ἢ... (δ, 

4 | τύπτοντα διδόναι RR RE Ra 

j 6 | ἄσκει ὁπόϑεν 51.,..13.,...8,. 

I. 105, 12 | ἄσμενον TEE 

δ 12 | ἂν εὑρεῖν 54.442,16 

» 106, 1 πρὸς ἥντινα ἔμελλον. 154, ον. 

: 6 | σοὶ ἐντετυχηχώς. [47,.14,. 2, 

10 αὐτὰ τἀληϑῆ 51. 5, .8 
18 | ἐνδεεστέρω παρρῆσ. 49,6. 

18 αἰσχυντηροτέρω μᾶλλον ΟἽ, 

19 ὦ γε Se 

19 | εἰς τοσοῦτον αἰσχύνης ΠΡΌ ΡΩΝ N 

107, 2 | ἐναντίον πολλῶν 48,13, 4. 

9 | τένι τελμηρίῳ χρῶμαι; Du; θῶ; 

9 μέχρι ὅποι 66,...1, 4. 

10 δόξα un προϑυμ. ἥρθο ὅς 18. 

12 | παρεκελεύεσϑε ἀλλήλοις 48. (7, 15. 

12. | ὅπως μηδ. 84, 8,.11. 

13 | λήσετε διαφϑαρέντες [ΠΑΡ Δ SR Ἢ 

14 ἑταιροτάτοις 4. ο΄ 


230 ANHANG. 
108, 1 | οἷος παρρησιάξεσϑαι u δῦ; Bine IR 
2 | on — φῇς σοδιθδιι! ar ar Ἐς, h 
10 | πάντων κἀλλίστη [6 ε,λδηδαι ἢ ; 
11 ὧν wor ἐπετίμησας ο΄ ὅ5Ξ3ἰ[ 48; 7; 1. | ͵ 
13 | εἴ τι μὴ πράττω sb 681. τὸ; 8 9) ip ‚so 8 
15 ἤρξω νουϑετεῖν να 01 502) 2086) © εἰ 
17 | λάβῃς πράττοντα Er, 2 τ ΓΒ 
20 | μηδενὸς ἄξιον 67,8, .20.3.} | 
109, 4 μή τὶ ἄλλο λέγεις A, ἐυδηόσϑι | F 
XLIll. 109, 8 μαϑεῖν σου τί more ' 747, 10,10. | 
9 | ἀκροᾶσϑαι τοῦ | »49,510, 0 ἢ 
- 18} ὡς ταὐτὸν ὅν ὅθ; 40. ἢ 
20 | ἐπὶ τῷ ἕνἕ 68,» 
110, 12 | ὅπως un ἁλώσει 5. δὲ π 
13 | ἁλώσει αἰσχυνόμενος ὅθ, ει B 


14 | μὴ φϑόνει ἀποκρέίνασϑαι δῦ, .3,.1(42)}.} β 

16 | βεβαϊώσωμαι ge Dr 200 1500 ° BT € 

17 | ἅτε ὡμολογηκότος Be ἢ 09} ῖ 

23 | ἃ δὴ γνούς 9 δ1ητιθγπῶι | | 
XLIV. 111, 1 | ὀνόματα ϑηρεύων 26,9 850%. | P | | 
4 | 09 πάλαι λέγω BEISES PET ae ΕΔ (0 
6 | πλὴν ἰσχυρίσασϑαι θθοψῆς: εὖ ὁ} 

13 | γλιχόμενὸός εἰδέναι ' 55 | ἢ. 80] 
15 | ze more λέγεις τοὺς P. 61531385 iop.! P 
XLV. 112, 14 ἔχε δή | Rap | Pl 
16 ἐν τῷ κοινῷ ' LEER 202 WE 2 

23 | τῷ μὲν ἄρχειν ' “1 48) 15, 4: με 
113, 5 | οὐχ οὕτως 62, Ba 
6 | περὶ σιτία in WEB | ὙἹ 
14 πλεῖστα ἀμπεχόμ. ᾿οονδχοτν [Ε ΤῸ! 
16 | ποίων ἱματίων πο. Fat Γ 
18 εἰς ὑποδ. — φρόν. εἰς 68, 21, 7u.8.| 
31 | φλυαρεῖς ἔχων BE 1.7, Be 2} | 
114, 5 ὡς ἀξὶ τἀῦτά .... .. .681; 
10 | ὥσπερ ὄντα τὸν λόγον 56 
13 | ἐμοῦ ὑποβ. ἀνέξει ὅθ, 
XLVI. 114, 22 | μέμφει μοι 46 


δῷ ὦ 
em Sr: 


ANHANG. 


231 


185,2 

Ἢ 12 

! 116, 2 

n un,a 

ἢ 4 

εἰ 5 

f 5 

4 12 

"XLVI. 117, 16 
ΒΕ us, 

ΕΓ 18,4 

4 

120, 11 

121, 3 

5 

XLVII. 121,9 

mo 2,1 

"ἢ 1 

᾿ ᾿ 

XLIX. 123, 6 

Ν 

8 

13 

ΐ 19 

5 21 

22 

124; 3 

Bi. 15 

E25, }ı 

18 

126, 2 

16 

127, ἃ 

7 

11 

LI. 127, 13 

128, 4 


ἀνδρειότεροί τινὲς 


τοῦτο οὐδὲν δεῖ 
5 u . τῇ 
οὐδεὶς οστις οὐκ 
ὑπῆρξεν --- υἱέσιν εἶναι 
οἷς ἐξόν 
᾿ N ” 
καὶ μηδενος --- Ovrog 
ἑαυτοῖς ἐπαγάγοιντο 
-» 93. x 5 ’ 
τοῦτ᾽ ἐστὶν ἀρετή 
> ’ 2 ’ 
ἐπεξέρχει τῷ λόγῳ 
ϑαυμάξοιμ᾽ ἄν, εἰ 
οἷον ἀναπείϑεσϑαι 
ἄνω κάτω 
ὑπό τι ἄτοπα 
τοῖς ἀεὶ παροῦσιν 
οὐ δ᾽ ἀν 
γυμνασίου τῇ νῦν 
τι -- φροντίζοι 
ἕνεκα τούτων 
πορίζεσϑαι 
ὅπως μὴ ἀπαισχυνεῖ 
. ᾿ N » 
ἀφϑόνως ἔχοντα τοῦ 
9 ὦ ᾽ m 
οὐ un Eumkayns 
τί σε ἐρωτῶ 
τούτοις ἐφεξῆς 
κεφάλαιον, 
ἄγω ἐνταῦϑα 
” ’ 
ados un 
ς eo 
ὡς ἕτερον 


ὅπως μεμνησόμεϑα 


τοῖς πράττουσιν τούναντ. 


τελευτῶν 
ταναντία τούτων 


+ , 
ὧν ἀπαλλ. καὶ ἔχει 


ὑπερφυῶς ὡς 


9 x , x » 
αὐτὸ λέγω τὸ πεινὴν 


τὸ μὲν διψῶντα 


16, «2. 
5, 99) 
10, 11. 
2, 9u.7 
Θ.., ὧν 
11.2 
10, 10. 
I 8 
ch 
ϊ 4.2, 
3, D. 
ED 
ER u 
23,4; 
9.47: 
ἀξ 
11. .,.4, 
19,18. 
"3, 2u. 
Br 
16. 

RE 
u 
14. 

10} 015 
ϑιλυῦι 
8, 10. 
πον 
8, 
15... 9. 
Βυυ δ, 
18... 4, 
0. 
10,.18. 
Me 
rn u 


232 ANHANG. 
17 εἴτε --- βουλει (55, 4,11.) 
129, 3 | ὅτι ἔχων ληρεῖς 56, 8, 4: | | 
9 ὑπόσχες Σωκράτει ἐλέγξαι | 55, 8, 11. \ 
'48, 11, 11. 
LI. 129, 13 | τὰ μεγάλα μεμύησαι 52,4, 7. ! 
15 | ὅϑεν ἀπέλιπες 47,13, (9). | 
| 52, 2,11. ö 
130, 15 | οἷς ἄν 51, 13. ᾿ 
131, 14 | χαίρουσι δ᾽ οὖν 09, 52, 2. [ 
{1Π.Φ 133, 5 καὶ δὶς καὶ τρίς 609.. 392. 4, 
21 οὐ ταῦτα ἀνάγκη 617, 00δὲ 
LIV. 133, 24 τούτου ἔχει 47,12. 
134, 3 | | ἑκόντος εἶναι 60) δ...» 
8. ἐψεύόθην 52, δ,. 1; 
21 λῦπαι af μὲν 57,189 MM! 
25 | αἱρετέον ὁ 56, 18, 4. 4 
135, 8 | σύμηψφος ἡμῖν 48.018, 1π|} ᾿ 
LV. 135, 19 | ἡδονῆς, αὐτὸ τοῦτο ὅ8, 2, ὁ. ΐ 
136, 2 | ἐμοῦ ἀποδέχου ὡς 47, 10, 18. 
οὗ τί ἂν 51,50 7 
τη Φῆχὸ δ N 
7 | πολιτευόμενον 52,5: δ}. Ν 
8 | τὸν ἐν φιλοσοφίᾳ 68,12, 4. 
11 ἔστι διττὼ τὼ βέω 63, 4,4 
| Δ4Ας τοϑ ee} 
LVI. 137, 3} ὅϑοξώ 58; 10,. 112. , 
7} ἡ ἰατρική 50,5 130 ER Ἄς * 
11 διαρειϑμησαμένη - 52,07, 4 I 
138, 2 | οὔτε μέλον 56,49, 
| 56,14, 2, 
6 ἀσκέπτως - τοῦ ἀμ. ΑἹ, 11: 
I | ἕνα καὶ περανϑῇ 69, 32, 17, 
LVII. 138, 26 | διώκειν φροντίζειν 57, 10, 6: 
189, 7 τοιοῦτον, ῦὅϑεν 06: “8. τ: 
140, 1 χαριεῖσϑαι τῷ ὄχλῳ 48, 1, 1. 
ἡ σεμνὴ --- ἡ τῆς τραγ. 507 ὍΛ 


ANHANG. 


233 


ΧΙ. 148,13 


15 
" 109, 6 
Ὁ 16 
u 100, 4 
XI. 150, 18 

20 


ἐφ᾽ ᾧ ἐσπούδακε 


περιέλοιτο τῆς ποιήσ. 
ἁπλοῦν τοῦτο ἐρωτ. 
τί οὐχὶ ἔφρασας 

>» δ. , > 
δι᾿ ὄντινὰ αἰτέαν 27. 
ἀκούεις. 
se — εἰ δὲ μή 
ἐπὶ τὸ βέλτιστον λέγων 
δημιουργοὶ -- ἕκαστος 
τῷ — ἐγγιγνομένῳ 
ὄνομα -- ὑγιεινόν 
ἐσϑ᾽ ὅτε 
ἕως μέν (ἀδγηά.), 
ἐφ᾽ ὧν βελτίων 
ε ’ 9 ’ 
VTOUEVE ὠφελουμ. 
αὐτός 
κατὰ σαὐτὸν 
πρὸ τοῦ 
τὶ φαίνηται λέγων 
3 ’ 
ἀπέδωκα 
3 4 ’ 
avayeygaıpeı ’ 
κεκοσμημένον — ἡ ἀρετή 
ὁ ἑκάστου οἴκεῖος 
τὸν ἑαυτῆς 
πῶς γὰρ οὐ μέλλει; 
παρὰ ταῦτα 
64 
ἦν δὲ αὕτη 
πὲρὶ ϑεούς 
€ „ » 
ὡς ἔχει ποδῶν 
παρασκευαστέον 
ἀνήνυτον κακὸν 
καὶ ταῦτα σοφός 
ς 3 
ὡς οὐ 
εὐδαίμονες OL end. 
ἀληϑῆ don 


57, 


50, 


13. 

415: 5 
3, 

13. 

8» ἢ. 
6.;}.2) 
I at; 
145 % 
12,12 
42,08. 
4,195; 
4,27. 
Fb; 
ὅτ» 5; 
1 Ὁ 
16, ὦ: 
6; 
δι νδὶ 
961 ἴ 4, 
1,19. 
16, 13 
10, 6 
9. 

4,1. 
13,5: 
5,13. 
8, (2. 
36; 11. 
Φ'.γ.ὅ; 
33,04, 
10} 5. 
18554. 
10,10. 
7,14. 
12,52. 
1,22. 
ϑιὺτθ. 


291 


ANHANG. 


LXIV. 154, 9 
10 


12 
156, 8 
11 

14 

17 
157, 4 
6 
LXVI 157,15 
15 

18 


LXV. 


15 
LXVIL 159, 18 
160, 6 

8 

161, 1 
LXVII. 161, 11 
13 


162, 9 

1 
163, 14 
164, 15 
165, 8 
166, 4 


LXIX. 


ἐπὶ τῷ βουλ. 
x [4 
τὸ veavınov 
ἀγροικότερον 
a x ΄ 
ovg εἰ σὺ μή 
un οὐ natayel. 
ταύτην εἶναι 
3 ’ 
αἀδικήσεται 
τί δὲ δὴ τοῦ ἀδικεῖν; 
τί οὐκ --- ἀπεκρίνω 
ς ΄ ’ 
ὡμολογήσαμεν μηδένα 
ἢ αὐτὸν ἄρχειν 
ἕτοιμος ἐπαινεῖν 
αὐτόν 
ἐξ ἅπαντος τοῦ νοῦ 
οὐδὲ --- οὐ δ᾽ ἄν 
πρὸς φίλον σπ. 
3 ᾽ 
οὐδεὶς χαίρων 
ἐθίζειν --- χαίρειν 
ἐπὶ τὸ οἵῳ τε εἶναι 
x ΄ 3 r 
εἰ μὴ κωφός γ᾽ εἰμί 
ἀγανακτητόν 
τὴν διασώξουσαν 
σεμνή τις 
ἐπράξατο 
αὐτόν 
\ τ ᾿ 
εἰ μὲν --- οὗτος μέν 
ı m 
un ὅτι 
un σοι δοκεῖ 
κ x 
κατὰ τὸν din. 
οὐδὲν ἧττον 
ἐξ ὧν 
ὁπόσον δὲ χρόνον 
τὴν εἵμαρμένην 
καὶ — πρός 
οὐδὲν ἄλλο ἢ κολακεία 
ἔδει ἄν 


ΠΑ͂ΝΕ, ΟΣ 
ἄνοητον ἣν 


i 


n 
: 
ἃ 
Y 


VE χὰ 


ANHANG. 


235 


EXX. 166, 8 
ΐ 20 
᾿ 167, 14 
_ EXXI. 167, 20 
® 23 
ν» 168, 7 
10 

15 

16 

169, 3 
LXXIT. 169, 14 
170, 1 

5 


| 172, 2 
- LXXI. 172, 6 


8 


18° 


u 2 


Pe: 174,12 


175, i 


” 

κἂν -- ἂν 

x r 
τὸ Asyowsvov 

x » ’ 
σὸν ἰδιωτεύυοντος 
e - > 2} 
οἱ πολῖται ὠμὲν 
ὑπὲρ σοῦ 
ἀντὶ χειρόνων 
τὰ τελευταῖα 
τόδε — εἶ 
διὰ Περικλέα 
δέχην κατεψηφ. 
ὁστισοῦν ὁτουοῦν 
ἀποδείξῃ ἀγριώτ. 
a ᾿ - ‘ 
ἐν τῶν ζώων 

zr x ” 

εἰς αὐτὸν ὃν 

ὃν --- ἂν ἐβούλετο 
δέκα ἐτῶν 
τὸν ἐν Μαραϑώνι 
εἰ μὴ διά 
ἔπασχον 
ἐξ ἴσου 
πολλοῦ δεῖ μή 


ὥς γε διακ. εἶναι 
οὐδὲν παυόμ. περιφερ. 
« ν 3, 
N δυνατὸν εἶναι 
τὰς δ᾽ ἄλλας 
ἄνϑρωπε 
Ν um T 
εὐωχοῦντες ὧν 
z ’ ͵ 
καὶ φασι — αὐὙτους 
Ἁ 
πρὸς οἷς 
τινὰ --- ἀγανακτούντων 
ὑπ᾽ αὐτῆς ἀπόλλυνται 
ταὐτὸν - ὅσοι 


ἀποστεροῦντες 


τοῦ λόγου-- ἀνθρ. ἀδικεῖν 


a = 


ἐξαιρεϑέντας ἀδικίαν 


69, 7,8 
57, 10,12. 
47... 4.0. 8. 
ὅ0,..8;.: 8. 
68; 8. 2) 
68, 14, 1. 
46,:.8.: 3. 
Με RE 
68,235 SA. 
"ΑἹ, 24. 

58,45 τῶ, 
57, Ink 
475,59, 4. 
51, τἀ 
1154,14, 9 
Ev En N 
50,0%, 12. 
54, 12,10. 
54, 10,58. 
43, Ay ὅ, 
53,7, 6. 
(54,.,8, 10.) 
5 2 
56455, 9.0.8 
655,4, :9.) 
59, 2516. 
ee ı 
47,45: © 

00, 6, 32. 
68, 38,.. A. 
58, 44, I: 
© 
(51, 18.) 

6, 
47 2755 1. 
57, 10, 7. 
52,.,5,.6. 


290 


ANHANG. 


15 
LXXV. 177, 4 


LXXVI. 179, 1 
2 
7 
7 


12 
180, 4 
LXXVII. 180,8 
11 

181, 12 

12 

15 
LXXVII.182,7 
7 

16 

22 
LXXIX.183, 12 
184, 1 


185, 3 
186, 1 


LXXX.187, 11 
18 


188, 6 

189, 4 

4 

ΧΧΧΙ. 190, 7 
9 


᾽ a ’ 

τούτῳ, ὁ οὐκ ἔχουσιν 
ἔπειτα 

Ta r 
τί αν λέγοις 
ἐγγύς τι 
τῇ δὲ ἀληϑείᾳ 
πράγματι ὅ 


ἐνεχώρει 


un φάναι 

αὐτῷ 

2 Dass 4 

ἄντ᾽ Ev πείσεται 
ἔστι --- ἔχοντα 

ἢ ὡς διακονήσοντα 
ὅτι ἀλλ᾽ 

ὡς --- ἂν εἰσαχϑείς 
DM ” 

ἀνόητος aoa- εἰμί 
οὐχ ὥσπερ 


πολλὰ --- εὐώχουν 


En, BE. > - 
ὁπόσον — ἀναβοῆσαι 


λέγω --- πράττω 
τὸ ὑμέτερον 
’ δ' - 
βοηϑεια ἑαυτῷ 
τ -„ 
εὖ οἶδα ὅτι 
ἐπὶ Κρόνου 
εἰς μακάρων νήσους 
ἐχτὸς κακῶν 


ἠμφιεσμένοι σώματα 


γυμνοὺς ἁπάντων 


ἐξαίφνης ἀποθανόντος 
ἀμφότερα 
ἑνὶ δὲ λόγῳ 
ἔσχεν 

εὐϑὺ τῆς φρουρᾶς 

ζ μέλλει ἐλϑοῦσα 

ὧν ἕνὰ καὶ ᾿ἀρχέλαον 


τοὺς πολλούς 


10, 


» ἊΝ » 


“w 


“ 


“ 


oO - Bm Φ οἱ ὦ m ὃ 


» 


10, 


e#»» 


12. 
17. 


BePrH: 


Ὁ ANHANG. 937 


9] ἐκ τυράννων ι 68, 17, 
16 | πεποίηκε συνεχόμενον \(57, 8, 
τς 191], 8] ἐλλόγιμος — εἰς τούς 68, 21, 
XI. 191, 9| ww τινα 1.7 μὰ 2..7.47.., 8, 
192%, 717 καϑ'᾽ ὅσον. 1} . 68, 25, 
gain "Ὁ 8, 14, 
X 11. 193, 11 ἐνταῦϑα οἵ ἀφικόμενος 66, 3, 


Poren mo 
u 


[16] ἀσκήσαντες τότε ΤΠ 56, 10, 
17 | ἐπιϑησόμεϑα τος |48, 11, 
21 | εἰς τοσοῦτον Hr ἀπαιδ, ἘΠ EAU, 
22 ὥσπερ ἡγεμόνι τῷ λόγῳ. 57, 3, 


W 
. 


᾿ N 
7 ΓΗ 
᾿ 
"ἢ ᾿ 
4 u > ' Ἶ ) 
Br ει 
ΤῊΣ > 
που τιν ’ ᾿ 
SErRHIEE γ , Ἶ Π 
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4 
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7 
ac ἘΓῚ 1; Ἢ i 
! 
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seits τ Ἢ j ze) 1) ἢ u 
© .. ε 
x} εξ Γ >” 
} ἵ ζει 
᾿ 
ῇ 
> 
κι Tr ἱ 
ἐ > ᾿ E ᾿ 
ι ᾿ 
Ὶ ; 
ἴ 
. 
ar a 
3 
Ἢ τε . 
᾿ 
᾿ = ξ 
- 


Das nachfolgende Verzeichnis enthält die Stellen, in welchen der Text 


II. Zur Textesrecension. . Hi 
$: 


dieser Ausgabe (von unwesentlichen Verbesserungen ‘des Druckes und der 


Interpunction abgesehen) von dem Hermannisehen abweicht . Die erste 
Lesart bezeichnet die; Hermannische, die zweite die in dieser Ausgabe aufs 


genommene. Die durch. Klammern  eingeschlossenen Worte müssen, ae 3 


handschriftlicher Autorität (als Glosseme) verdächtig erscheinen. 


447 A. 
D. 


449 A. 


450 A. 


451 B. 


. @1, 
. (32, 10) 
. (32, 23) 
. (34, 14) 
. (35, 21) 
. (43, 14) 


(21,1 4) 
(21, 3) 
(25, 5) 
(25, 8) 
(27, 10) 
(30, 6) 
(30, 22) 
7) 


(52, 14) 


. (53, 18) 
᾿ς, (59, 14) 
. (61, 6) 


. (61, 15) 
. (62, 6) 


. (64, 18) 


. (64, 23) 
. (66, 20) 
. (67, 4 
. (70, 18) 
..(76, 
>79;10 
. (84, 17) 
. (85, 33) 
. (86, 28) 
A. (87, 9) 


1) 


’ 
ἀπεκρίνω" 


καὶ ὑστεροῦμεν --- [καὶ ὑστεροῦμεν). Cob. 
ἀποχρίνεσϑαι --- ἀποχρινεῖσϑαι. Cod. 

— ἀπεχρίνω, 

τέχνης. --- τέχνης; Hirschig. 

δυνατοὺς εἶναι --- δυνατοὺς ποιεῖ D. 
περιττὸν [γνῶσις], ὅσα --- περιττὸν, ὅσα. 
κυρουμένων [τις]" — κυρουμένων" 

τοῦτο λέγεις; — λέγεις τοῦτο; Cod. Bodl. 
μετὰ δὲ τὸν -- μετὰ δὲ δὴ τὸν Ὁ. 

εἶναι αὐτοῦ. --- εἶναι αὐτοῦ; Hirschig. 
γράφων καὶ ποῦ; --- γράφων; ἢ 00; Ὁ. 
καὶ τὸ περιττὸν --- καὶ περιττὸν Cod. 


φιλονεικοῦντας ἀλλ οὐ ζητοῦντας -- Οφιλονεικοῦντες 


ἀλλ᾽ οὐ ξητοῦντες Birschiß- 


Alla τί σοι δοκεῖ ἡ δητορικὴ εἶναι: — AR τί σοι 


δοκεῖ εἶναι; D. 


Ταὐτὸν δ᾽ ER — Ταὐτὸν do” ἐστὶν vulg. 
συγγνώμην ἔχειν ἐστί" — συγγνώμην ἔχειν Ὁ. 

ταῦτ᾽ ἐστὶ τὰ ἐρωτήματα --- ταῦτ᾽ ἐστιν ἐρωτήματα 
Hirschig. 

ἔφης — φής Baiter. 

εἶναι, τούτου πρόσϑεν; — εἶναι [τούτου οθμ: 
Bekk. 

ἢ οὔ; τί οὐκ ἀποκχρίνει; — ἢ οὖ; [τέ οὐκ ἀποκρί- 
va;] D. 

εἶναι αὐτῷ — εἶναι αὐτῷ Hirschig. 


κατὰ τὴν αὐτοῦ δόξαν --- κατὰ τὴν αὑτοῦ δόξαν. 
καὶ αἴ τριήρεις — καὶ τριήρεις Codd. 

ἅτε μέγιστα — ἅτε τὰ μέγιστα Hirschig. 

οὔτε ὃ ἁλούς" -- οὔτε ὃ διδοὺς δίκην. D. 

Καὶ σύ γ᾽ ἂν --- καὶ σὺ δ᾽ ἂν D. 

ἡ βλάβῃ [ἢ λύπῃ] ἢ — ἢ βλάβῃ ἡ. 

κάλλιστόν ἐστιν [ὧν λέγεις]; -- καλλιστόν ἐστιν; 

Δεύτερος δήπου — Δεύτερος δὲ δήπου D. 

μήτε δίκην διδόναι, -- μηδὲ δίκην διδόναι, Ὁ. 


ΡΤ Sa) 


νυ νυ... τ λ. ὦ 


ΘΠ, ' a I ἐὰν 


δον ΣῊΝ ΨΥ γα 


ei si 
90, 1) 
(90,47) 


(90, 
9 2 13) 


8) 
1) 
γα 
1). 


(106, 12). 
(107, 14) 


ΡΣ - 
15 « 


rd 


xan, 9 
4 FL 11a, 9) 
{ (116, 2). 


17 χ ἃ: 
πο Ba 


u a 


Be sr. 


(117, 3) 


(1, 4) 
(125, 11) 
(138, 21) 
(130, 12) 


- (131, 12) 
(131, 18) 
(482, 3) 
‚ (134, 16) 


(140, 
(140, 
(142, 
(146, 
Ε (147, 
(150, 
(154, 


6) 
16) 
8) 

9) 
25) 
16) 
22) 


cs, 1u.2) οὔϑ᾽ ὑπὲρ ἄλλου — οὔτ᾽ ὄλλων ὕπερ D. 


‘2 Fu πο νι τι 


0.026 τοῦτο λέγω. Vulg. nur τοῦτο für οὕτω." 


τ ὐγες τ Ὶ 


(7, 12). 


᾿ σίσματα, — εὐδαιμονία, τὰ δὲ ἄλλα, ταῦτα τὰ 


ANHANG. 239 
ὥσπερ παρὰ τὸν ἰατρόν — ὡς παρὰ τὸν ἰ. D. 

ἐπὶ τοὐναντίον — [ἐπὶ τοὐναντίον D. 
σοί" — σοὶ D. 


x . 


$4), ὥς γέ μοι --- ὥς γ᾽ ἐμοὶ. βηνρνάς. 


τὸν τοῦ δικαίου --- [τὴν τοῦ δικαίου] Schleierm, -. 


(97, 16) ἡμεῖς [τιϑέμεϑα] --- ἡμεῖς τιϑέμεϑα. 


ἐν τοῖς συμβολαίοις — [ἐν τοῖς συμβολαίοις] D. 
ᾧ ἔτι προσήκει διαλέγεσθαι οὕτω — [ᾧ ἔτι πρὸσή- 


77 διαλέγεσϑαι. οὕτω] Hirschig. 


παρὰ νέῳ μὲν γὰρ — παρὰ [νέῳ] δὲν γὰρ Ὁ. 
λάβοις -- λάκοις Bonitz. Ὁ 

;chich 
Nauck ‚trag. Graec. fragm. p- 329). Se 
τρία ἄρα δεῖ --- τρία ἅμα δεῖ Ὁ. 
ἀκούω ταῦτα --- ἀκούω ταὐτὰ D. 


ii τοῦτο δώλίμλεις, -- τοῦτ᾽, ὦ Καλλίκλεις, Hir- 
‚schig. 


οὶ οὐ δήματι ἘΠ nal οὐ φῆμά τι Ὁ. 


ὡς περὶ. τούτων — ὥσπερ, περὶ τοὐτῶὼν Baiter, 

“Πῶς γάρ: οὐδεὶς ὅστις οὐκ ἂν γνοίη, ὅτι οὐ τοῦτο 
λέγω. — Πῶς γὰρ οὔ; οὐδεὶς ὅστις οὐκ, ἂν γνοίη, 
In Zeile 1 
ist nach λέγεις ein Comma zu setzen und τοὺς σώ- 
φρονας als Apposition.zu fassen zu τοὺς ἠλιϑίους. 
κάκιον εἴη — κάκιον ἂν εἴη. D 
εὐδαιμονία: τὰ δὲ ἄλλα ταῦτ᾽ ἐστὶ τὰ καλλω- 
καλλωπίσματα, D. 

μετατίϑεσαι --- μετατέϑεσϑαι Sauppe. 


ἐπειδὰν πληρώσῃ, — [ἐπειδὰν πληρώσῃ,] Ὁ. 

ἔφης — φής Baiter. 

τῶν δὲ οὔ, ὡς ἑτέρων ὄντων' πῶς — τῶν δὲ ou‘ 
πῶς 


ἔμοιγε [μᾶλλον]. --- ἔμοιγε μάλλον" 

οἵ δειλοὶ μόνον --- οἵ δειλοὶ μόνοι Hirschig. 
ἀγαϑοὶ [οἵ ἀγαϑοὶ] καὶ --- ἀγαϑοὶ καὶ. 

[εἰ] ἄρα τούτων αἱ μὲν ὑγίειαν ποιοῦσαι -- εἰ ἄρα 
τούτων ai μὲν ὑγίειαν ποιοῦσιν Stallb. 
βλέπων — [βλέπων] Cod. 

τυγχάνει αηδὲς - τυγχάνει ἀληϑὲς D. 

τοὺς αὐτῶν “λόγους — τοὺς αὐτῶν λόγους D. 
ὅπως ἂν αὐτοῦ τοῖς — ὅπως ἂν αὐτῷ τοῖς D. 
κολαζόμενος --- [κολαζόμενος] D. 

κάλλιστα -- [κάλλιστα] Coraes. 

ἡμῖν ἄνω ἐκεῖ --- ἡμῖν ἐκεῖ Ὁ, 


au c. 


497 D. 


(169, 


(182, 


(161, 5) 
(162, 8) 


6, 3) 


(166, 3) 
(166, 


(176, 6) 
(179, 6) 
(179, 
(180, 9) 
(182, 4) 
(183, 
(187, 
(188, 


(192, 4) 


ἀῶ, ἘΜ’). 


λὼ) 
. 


(156, 19) 
(158,23) 


αὕτη γάρ τις — τοιαύτη γάρ τις D. 


ὀνήσειεν — ὀνήσει Ὁ. 
ἡδὺ γὰρ τοῦτο μὲν τὸ εἶν" 
Em" 9), 


τῷ δήμῳ τῷ ᾿ϑηναίονι τος Ὡς. 

ναίων D. tm, 
οὕτω δὴ — οὕτω δὲ Cadı se εἶ Er 
εἰς τοσοῦτον ἀνοίας ἐλϑεῖν ἀνθρώπους Ἐς 


τοσοῦτον ἀνοίας ἐλϑεῖν ἀνθρώπους, ri 
λακχτίζοντας ἑαυτὸν — λακτίξοντας |Ear Ü 
κινδυνεύει γὰρ --- κινδυνεύει ἄρα Ὁ. Ἢ δ ΕἾ 
ποιεῖν, ὥστε — ποιεῖν' ὥστε D. | 
παρακαλεῖς τὴν ag = παρακαλεῖς 
Cod. ri ' 
ὑπὸ πάνυ ἴσως πὐχθηζοξ ale Er 
[ὑπὸ πάνυ ἴσως μοχϑηροῦ ἀνθρώπου. καὶ. | 
ἢ νεωτέρουρ, -- ἢ τοὺς νεωτέρους. ; 
ἔστιν ἐν ϑεοῖς --- ἔστιν [ἐν ϑεοῖς] Ὁ. se 
we παχύς, παχὺς _ εἰ παχύ, παχὺς | 
ἃ ἑκάστη ἡ πρᾶξις αὐτοῦ ἐξωμόρ ξατο, a 
— ἃ ἑκάστῃ ἡ πρᾶξις a. 8. [εἰς τὴν ψυχ 
τὰς τῶν πολλῶν ἀνϑρώπων -- τὰς τι 


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ist zu interpungieren ”H καϊῶς Aires. 
ἐροῦ αὐτόν. 


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